Der Gesang der US-Marschflugkörper 6

 

Neben dem ersten Video-Szenario „Angebliche Sarin-Opfer auf einem Platz“ und dem zweiten, „Der Arzt vom Höhlen-Feldlazarett“, wurde ein drittes Sujet verbreitet, in welcher ein Mann den Tod zweier Kinder beklagte, die seine gewesen sein sollen.

 

Quelle: YouTube.

 

Ohne Zweifel handelte es sich hierbei um ergreifende Szenen, die auch gerne über Massenmedien durchgereicht wurden, damit alle Medienkonsumenten an der Trauer teilhaben zu konnten. Zum Beispiel beim US-Kanal „CBS“ oder bei „Al-Jazeera“, dem Staatssender von Katar, deren Regierungen beim Krieg gegen den syrischen Staat ganz stark engagiert sind.

 

Quelle: YouTube.

Quelle: YouTube.

 

Auch US-Regierungs-„NGOs“ wie das Petitionsunternehmen „AVAAZ“ griffen auf dieses Sujet zurück, um mit unbewiesenen wie unwahrscheinlichen Behauptungen aus dem Al-Kaida-Medien-Center noch einmal kräftig Kriegshetze gegen die syrische Regierung zu betreiben und die Eskalationsschraube anzuziehen.

 

Avaaz Kriegspropaganda

Quelle: Avaaz (Screenshot). 

https://secure.avaaz.org/campaign/de/syria_idlib_gas_attack_loc/?slideshow

 

Der angebliche Familienvater, ein eher dunkler und schwarzhaariger Mann, soll Abdel Hameed al-Yousef heißen. Sein Alter wurde mit 29 Jahre und sein Beruf als „Shop-Owner“ angegeben. Seine beiden Kinder besitzen erstaunlicherweise blonde Haare; zuerst trägt er die leblosen Körper noch auf seinen Armen, dann weint er an einem Ort, der nach einem improvisierten Friedhof aussieht. Die angeblich ebenfalls getötete Mutter dieser Kinder kommt in dieser Geschichte visuell nicht vor. Es sind bei allen Videos, welche dieses Sujet zum Inhalt haben, ausschließlich mehr oder minder mitfühlende Männer zu sehen.

 

Quelle: YouTube.

 

Diese Tragödie wurde auch in tragischen Theater-Videos verarbeitet, einschließlich einem weiteren Sujet, im besten Englisch und peinlich stark nach Script klingend, mit deutschen Untertiteln.

 

Quelle: YouTube.

Quelle: YouTube.

 

Doch war das Gezeigte tatsächlich authentisch? Sämtliche und oben bereits aufgeführten Umstände sprechen eindeutig dagegen. Es handelte sich um eine Produktion aus der Al-Kaida-Film-Werkstatt.

Dieser Abdel Hameed Al-Yousef – und keine anderen der angeblich zahlreichen Angehörigen von Opfern – stand dann im Interesse von Filmern und Interviewpartnern vor Ort. Der Mann sollte seine Geschichte erzählen, weswegen für Trauer nicht viel Zeit blieb.

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 6. April 2017, dem Tag, der angeblichen Beerdigung seiner Angehörigen.

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 6. April 2017, dem Tag, der angeblichen Beerdigung seiner Angehörigen.

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 6. April 2017, dem Tag, der angeblichen Beerdigung seiner Angehörigen.

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 5. April 2017. 

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 5. April 2017.  Abdel Hameed al-Yousef im Gespräch mit dem Al-Kaida-Reporter.  

 

Er sollte erzählen, wie es gewesen war. Abdel Hameed Al-Yousef hat weder Zeit, sich um sich um weitere Familienmitglieder zu kümmern, noch sich frische Kleidung anzuziehen. Dafür hat jemand anders die Zeit gefunden, von einer angebliche Verletzung an der gesunden rechten Hand (Verband) zu einer angepflasterten wie sinnlosen Kanüle an der linken Hand zu wechseln.

 

Verletzung

 

Keine Verletzung

 

Und wie dumm muss man sein, um eine auf den 6. April datierte Beerdigung der Angehörigen bereits am 5. April auf YouTube hochzuladen. Selbst bei einer Beerdigung am 5. April samt Interviews zu einem fertig gestellten Video am gleichen Tag wäre es unglaubwürdig gewesen.

 

Bleibt noch der unmittelbare Tatort. Da sich dieser mitten im Al-Kaida-Territorium befindet, sollte Al-Kaida am besten darüber informiert sein. Deren Sprachrohr, Hadi al Abdallah, sollte sich auskennen, war er doch immer an Tatorten zu finden. Leider hatte dieser außer Propaganda, unbewiesene Anschuldigungen und Lügen nichts zu bieten. Einzig das Loch in der Straße, in welchem eine Rakete mit einer Sarin-Kartusche eingeschlagen sein soll, könnte etwas hergeben. Hadi al Abdallah berichtete für das Video von dem Loch, von der Rakete, von dem Giftgas. Er fühlte sich sicher, seine lächerliche Staubmaske schützte ihn. Auch der Weißhelm von der Sanitätsabteilung schützte sich mit einem Atemschutz vor Staub und Körperflüssigkeiten. Er hüstelte zweimal überzeugend während seiner Ausführung. Das Kampfgas, Sarin, alles klar.

 

Quelle: YouTube. 

 

In dem Loch steckt Metallschrott. Al-Kaida-Mann Hadi al Abdallah erzählt dazu dies und das, aber nicht, warum dieser Schrott trotz einer Explosion dort aufrecht stehen kann. Dazu ist dieser Schrott an einer Stelle sichtlich eingebeult, was ein Ding der physikalischen Unmöglichkeit ist, da die Explosion und der Druck von innen nach außen erfolgen sollte – und nicht umgekehrt.

 

Metallschrott

Quelle: YouTube (Screenshot). 

 

Die Kulisse im Video ist trostlos. Zerstörte und verlassen wirkende Gebäude in der unmittelbaren Umgebung, erst weiter hinten intakte Häuser beidseitig einer Landstraße. Hadi al Abdallah nennt es „das Herz von Khan Sheikhoun“, allerdings meinte er nicht die Häuserzeile im Hintergrund, sondern die Einöde um ihn herum. Es bleibt rätselhaft, wo sich in dieser Umgebung die vielen Opfer befunden haben, in welchen Häusern sie überrascht worden sein sollen. Die Bilder zeigen nichts, aus denen es ersichtlich geworden wäre.

Ein anderes Video zeigt dem Interessierten erneut das Loch in der Straße. Der zerbeulte Schrott liegt nun nicht weniger lächerlich darinnen, ergänzt durch ein „Gift“-Schildchen für die Kamera. Damit sich jeder, der sich über die angebliche Sarin-Grube beugen würde, sofort Bescheid weiß.

 

Poison lächerlich

 

In einer anderen Szene zeigt ein beschäftigter Mann, der weder Telefon noch Gasmaske aus der Hand legen kann, einen leeren Raum mit einer Decke und einem Tatort. Es sieht aus, als hätte jemand schnell etwas in die Leere hinein geschoben.

 

Quelle: YouTube. 

 

Von dem durchgängigen Fehlverhalten aller Darsteller einmal abgesehen: wo befanden sich die durch extrem tödliches Sarin vor Ort umgekommene Menschen vor Ort? Verletzte? Fehlanzeige. Spuren von medizinischen Einsätzen, Müll auf der Straße, wie sonst üblich? Nein, da war nichts. Nichts weiter als eine leere Kulisse. Die Opfer müssen es irgendwie alle alleine zum Stützpunkt der „Weißhelme“ geschafft haben.

Dieser muss sich außerhalb der Ortschaft befinden. Die Kulisse hat Ähnlichkeit mit einem Steinbruch, wo in den Felsen ein Stollen gegraben wurde und möglicherweise etwas daneben ein zweiter, kleinerer. Die Menschen, die es zu diesem Stützpunkt geschafft hatten, müssen sich auf einem beliebigen Platz hingelegt haben. Oder sie wurden dort abgelegt. Nur nicht nahe dem Stolleneingang und der innen befindlichen vermuteten medizinischen Versorgung, um den dortigen Betrieb ja nicht zu stören. Vielleicht wegen dem Sarin und dessen tödlicher Wirkung, welche sich nur auf die Liegenden zu konzentrieren schien. Bei anderen Personen schien es wiederum nicht so schlimm oder so tödlich zu sein, diese durften hinein, durften auch gefilmt werden, um das Sarin zu dokumentieren.

 

Steinbruch Kulisse

 

Quelle: YouTube.

 

Wer soll sich bei diesen Widersprüchen noch auskennen? Und wie stand es um den Schauplatz der Tragödie eines Abdel Hameed Al-Yousef? Leider erfuhr der neugierige Zuschauer nichts von seinem Geschäft als „shop-owner“ und nichts von dem Umstand, warum trotz seiner von ihm selbst berichteten Anwesenheit angeblich seine Frau und seine Kinder umgekommen sein sollen, aber nicht er? Was war nochmal Sarin gewesen? Richtig, Abdel Hameed A-Yousef wollte etwas gerochen haben. Sarin ist nicht nur geruchlos, sondern absolut tödlich. Auch für ihn.

 

 

Dienstag
18
April 2017

Die Musik-Video-Ecke 34

 

Die französische Band (Duo) TRISOMIE 21 mit „Last song“ aus dem Jahre 1986:

 

 

 

Montag
17
April 2017

„Es geht mir gut, ich komme bald.“

 

„Es geht mir gut, ich komme bald“

Österreicher als Kriegsgefangene in Turkestan 1914-1920

(Ö 2016, 60 min)

von Doris Kittler und Benjamin Epp

Idee und wissenschaftliche Beratung: Peter Felch 

Moderation: Kurt Brazda

 

Stadtkino im Künstlerhaus

Akademiestr. 13, 1010 Wien
18. April 2017, 19 Uhr

 

 

Vergessene Geschichte – Dokumentarfilm 

Erster Weltkrieg, März 1915: Die österreichische Festung Przemy?l fällt in die Hände der Russen. Ein Großteil ihrer Besatzung landet als Kriegsgefangene im tausende Kilometer entfernten Turkestan, in Lagern auf dem Gebiet der heutigen Staaten Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan.

So sehr ist das Schicksal von 200.000 österreichisch-ungarischen Gefangenen im russischen Orient in Vergessenheit geraten, dass bisher kaum von ihnen Notiz genommen wird. „Es geht mir gut. Ich komme bald“ – so beruhigen sie ihre Angehörigen und halten die Hoffnung auf eine Heimkehr aufrecht. Mehr lässt die Briefzensur selten zu.

Wie aber erleben und überleben sie wochenlangen Transport, Lagerleben, Zwangsarbeit, Heimweh, Revolution und Bürgerkrieg in einer fremden, orientalischen Umgebung?

Welche Spuren hinterlässt ihre Anwesenheit in Zentralasien und welche Erinnerungen geben sie ihren Nachkommen weiter?

Eine außergewöhnliche Reise in eine vergessene Episode österreichischer Geschichte und durch exotische Gegenden, die uns heute nicht weniger fremd sind als den Gefangenen von damals.

 

Hergestellt mit Unterstützung des Österreichischen Zukunftsfonds, der Vorarlberger Landesregierung und des Österreichischen Außenministeriums. 

 

Montag
17
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 5

 

KURIER, STANDARD und PRESSE hatten in ihren Artikeln einige Bilder der oben genannten Fotografen unterbringen können, aber keine Videos gezeigt. Dafür wurde beschrieben, was dort zu sehen gewesen sein soll.

Aufnahmen aus der Klinik zeigten Rettungskräfte der syrischen Weißhelme, die Verletzte mit Wasser abwuschen“, so der KURIER und im selben Wortlaut der STANDARD. Die PRESSE hatte dagegen Fotos im Internet gefunden, die etwas zeigen sollen. „Fotos im Internet zeigten Leichen von Mädchen und Buben auf der Ladefläche eines Pick-ups. Erstickte Erwachsene, die zusammengekrümmt auf der Straße lagen, hatten Schaum vor dem Mund. Weißhelme mit Gasmasken wollten Vergiftete retten, indem sie ihnen die Kleider vom Leib rissen und die Haut mit Wasser abspritzten“, heißt es dort.

Was dort beschrieben wurde, lässt sich überprüfen, weil dieses Video auf YouTube unter dem Logo von Smart-News, ein den Terroristen nahe stehender US-Kanal, hochgeladen wurde.

 

Quelle: Smart News, YouTube. 

 

Nach diesem Anschauungsunterricht kann zuerst festgestellt werden, dass die Laien-Truppe „Weißhelme“ sehr unprofessionell agiert und von einem Giftgas des Typs „Sarin“ keine Rede sein kann. Erkundigungen beim Heer wie auch beim Roten Kreuz ergaben das gleiche Resultat.

Bei „Sarin“ handelt es sich um ein extrem tödliches Giftgas. Schutz bietet einzig ein Ganzkörper-Schutzanzug und Gasmaske.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sarin

 

Alle auf dem Video zu beobachtenden Personen haben sichtlich nichts mit „Sarin“ zu tun. Sie wären allesamt des Todes.

Das gezeigte Szenario selbst ist stümperhaft inszeniert. Die Personen sind, wo auch immer sie herkommen sein mögen, sind übersichtlich auf nur einem einzigen Platz verteilt und zumeist männlich. Einem Jungen wird noch mal eben sein Platz für die Kamera zugewiesen, aus dem Mund einiger „Erstickter“ strömt in sichtlich frischer Luft der Atem, einem alten Mann wird noch schnell das Kopftuch weggenommen, die „Wasserspülung ist ein Witz“ und zudem auch bei einer richtigen Spülung absolut wirkungslos.

 

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Nahe dem Stützpunkt „Weißhelme“ und dem Al-Kaida-Militärhospital das Set: gleich geht es rund!

 

Erschreckend und irritierend ist die Beobachtung, dass allein die Kinder mit ihren Symptomen authentisch wirken.

Im bereits oben verlinkten Video werden verstorbene (oder betäubte?) Kinder gezeigt, doch ist nicht ersichtlich, ob diese mit dem Ort Khan Sheikhun im Zusammenhang stehen. Kurz zu sehen ist eine Hand, welches einem der Kinderopfer den Kopf wie ein Stück Obst für die Kamera zurechtrückt.

 

Quelle: YouTube. 

 

Dass diese gezeigten Kinder in Khan Sheikhun ums Leben gekommen wären, wird von dem Reporter mit dem sinnlosen Atemschutz behauptet. Bei diesem Mann handelt es sich um Hadi al Abdallah, einem bereits seit Jahren berüchtigten Al-Kaida-„Reporter“ und Propagandisten. Dessen Beteiligung an unzähligen Verbrechen wurde in der Vergangenheit bei „Urs 1798″ zur Genüge dokumentiert.

 

hadi-killer-antwort-an-mhaisni

Hadi al Abdallah ganz dicke mit dem vollgefressenen Nusra-Chef Mhausni. Quelle: URS 1798, Screenshot. 

 

Das Filmmaterial stammt konsequenterweise von Al-Kaida selbst, siehe Logos:

 

Quelle: Al-Kaida/Jabhat al-Nusra, YouTube.

 

Wenn auch etwas unübersichlich, so bietet Urs 1798 eine Fülle von Informationen. Aber Vorsicht, die gezeigten Bilder sind teilweise entsetzlich:

https://urs1798.wordpress.com/2017/04/05/puenktlich-zur-geplanten-syrienkonferenz-haben-terroristen-in-idlib-horrende-false-flag-attacken-inszeniert/

 

Außerdem sei noch eine Quelle genannt, die sich ganz konkret in allen Einzelheiten mit dem Vorfall auseinandersetzt:

http://acloserlookonsyria.shoutwiki.com/wiki/Talk:Alleged_Chemical_Attack_Khan_Sheikhoun_4_April_2017

 

Al-Kaida, gleichgültig unter welchem Label, sind allerdings für Entführungen auch von vielen Kindern berüchtigt. Skrupel, einige von ihnen für propagandistische Zwecke zu ermorden, war in anderen Fällen auch nicht zu beobachten gewesen. Einer der perversen Höhepunkte war die Enthauptung eines 12-jährigen Jungen vor laufender Kamera in Aleppo durch Angehörige der US-gestützten Zenki-Brigade im Juli 2016 gewesen.

http://www.politaia.org/ioc-internationale-organisierte-kriminalitaet/ermordeten-weisshelme-kinder-fuer-fake-gasangriff-videos/

http://www.strategic-culture.org/news/2017/04/10/swedish-medical-associations-white-helmets-murdered-kids-fake-gas-attack-videos.html

https://www.heise.de/tp/features/Kindsenthauptung-durch-moderate-Rebellen-3276710.html

 

Doch kehren wir zu den Artikeln zurück, welche die drei selbsternannten österreichischen „Qualitätsmedien“ am 4. April 2017 aufgelegt hatten.

Der KURIER und der STANDARD hatten offensichtlich auch die selben vorgefertigten Bestandteile übernommen, als sie Szenen aus einem Video schilderten wie folgt:

„In einem Video berichtete ein Arzt, es habe einen sehr schweren Angriff mit Giftgas gegeben. Es gebe in seiner Klinik drei Patienten mit eindeutigen Symptomen eines Giftgaseinsatzes. Auf Bilden waren zahlreiche Leichen zu sehen. Aufnahmen zeigten, wie Verletzte mit Sauerstoffmasken behandelt wurden.“

Die PRESSE berichtete folgendermaßen:

„Auf anderen Videosequenzen sind Ärzte des örtlichen Krankenhauses zu sehen, die mit künstlicher Beatmung um das Leben der Opfer kämpfen. Zu Mittag schlugen Raketen auch in das Hospital ein, in dem Überlebende liegen. Ein benachbarter Stützpunkt der Weißhelme, einer syrischen Zivilschutzorganisation, wurde ebenfalls getroffen.“

Dieser Arzt, soviel wird nach dem Abgleich weiterer Berichte deutlich, dient als Träger der angeblichen Informationen. Zum einen geht um die Zuweisung einer Schuld, zum anderen um die Behauptung, dass Giftgas eingesetzt worden wäre. Dieser Mann nennt sich Dr. Shajul Islam und ist im folgenden Video zu sehen:

 

Laut YouTube soll dieses Video von Ammar Abdullah stammen, jenem oben erwähnten Reuters-Fotografen, welcher demnach frühzeitig vor Ort gewesen sein sollte – wenn nicht bereits von Anfang an.

 

Es wird schnell deutlich, dass dieses Video etwas zeigen soll, was nicht existiert. Shajul Islam ist während einer angeblichen Notlage, die jedes Ärzteteam überfordern sollte, vor allem damit beschäftigt, etwas darzustellen. Dazu gehört seine Behauptung, dass es sich nicht um Chlorgas handeln würde. Das Abzielen auf das Gas „Sarin“ konterkariert allerdings die gezeigten „Maßnahmen“ sowie der nicht vorhandene Schutz vor diesem Gift. Der dickliche Brillenträger im Hintergrund trägt zuerst noch eine Kunstlederjacke, dann plötzlich einen weißen Anzug sowie einen Atemschutz. Der Komparse ist offensichtlich ein Idiot, denn er trägt diesen unterhalb der Nase.

Derlei Fehler sind häufiger in dem Video zu beobachten, welches über einen längeren Zeitraum (mindestens 8 Stunden) gefilmt worden sein muss (siehe die Lichteinfälle/Schattenbildungen), wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass es auch vor dem 4. April gewesen sein könnte. Wir haben selten ein derartig schlecht aufbereitetes und lächerliches Propaganda-Video gesehen wie dieses hier. Von einem Sarin-Szenario übrigens keine Spur, weder innerhalb des Gebäudes noch außerhalb. Nicht einmal Merkmale von Explosionswirkungen wie Staub waren zu entdecken gewesen.

Dieser Shajul Islam besitzt einen eigenen Twitter-Account, auf welchem er seine Botschaften an die westliche Welt sendet.

 

Shajul Islam

Quelle: Twitter (Screenshot).

https://twitter.com/drshajulislam?lang=de

 

Er lässt hier keinen Zweifel darin, dass er, der Arzt, ein hartnäckiger Verfechter der Sarin-These ist, für die es keinen einzigen Beweis gibt. Er selbst ist der Beweis, dass es am Schauplatz niemals Sarin gab. Mit anderen Worten: er lügt mit einer erstaunlichen Offensichtlichkeit. Doch geht es hier nicht um diese Tatsache, wie nach Durchsicht verschiedener Massenmedien klar wurde, sondern allein um eine Platzierung des Giftgases. 

 

Den Namen „Shajul Islam“ in eine Suchmaschine einzugeben, erbrachte sofort ein Resultat, welches weitere Bände spricht.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3711118/Russia-airstrikes-killing-women-children-MISSING-ISIS-Struck-Brit-NHS-doctor-accused-kidnapping-Western-hostages-treating-bomb-victims-Syria.html

 

Shajul Islam war ein britischer Arzt, ist aber keiner mehr, weil ihm die Lizenz entzogen und er von der Ärztekammer ausgeschlossen wurde. Er war in einem Entführungsfall zweier Journalisten in Syrien verwickelt. Es handelt sich bei diesem Shajul Islam um einen Salafisten, welcher zuvor eifrig Propaganda gegenüber Russland und Syrien betrieben hatte. Der Artikel der MailOnline deutete zudem Geheimdienst-Verbindungen an, was nicht mehr erstaunen sollte.

 

Dr. Islam & Propaganda

Shajul Islam mit dem US-Amerikaner Bilal Abdul Kareem, den wir bereits an anderer Stelle als Al-Kaida-Reporter kennen gelernt hatte. Wahrscheinlich handelt es sich bei Kareem um einen Agenten der CIA oder/und des MI6. 

 

Shajul Islam, der Zeuge aus der Firma „Nusra“ – für die österreichischen Massenblätter der glaubwürdige „Arzt“ Ihres Vertrauens.

 

 

Ergänzung vom 17. April 2017:

Wir haben an dieser Stelle eine Beobachtung übersehen, die wir hiermit nachreichen wollen. Von dem Video, welches die verstorbenen Kinder zeigen soll, existiert eine längere Version. In dieser werden zwei weitere Kinder gezeigt, die sich liegend unterhalb der ersten Reihe befinden.

 

 

Hier ist ganz deutlich zu erkennen, dass das Mädchen in dem rötlichen Pulli bei dem ersten Schwenk ihre Augen geschlossen hatte, bei dem Schwenk zurück allerdings geöffnet.

Wir können zumindest hoffen, dass die Kinder nur betäubt gewesen waren.

 

Donnerstag
13
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 4

 

Wir wissen nicht, woher der österreichische Außenminister seine Indizien nahm, um eine vage Schuldzuweisung in Richtung syrische Regierung zu äußern. Er hatte diese nicht genannt. Das einzige, was von ihm zu hören gewesen war, beschränkte sich auf Bilder, die er gesehen habe. Bilder von Kindern. Sebastian Kurz wird möglicherweise an folgendes Video gedacht haben.

 

Quelle: YouTube.

 

Ohne Frage sind diese Bilder schrecklich, und sie bleiben es auch trotz alltäglicher Abstumpfungsprozesse. Denn diese Bilder gab es auch in den vergangenen Jahrzehnten überall dort, wo Krieg geführt wurde.

Bilder sagen allerdings nichts über den Urheber einer Tat aus. Deswegen werden Bilder in einen Kontext gesetzt und mit Texten oder mit einer begleitenden Sprache versehen. Was vor Ort tatsächlich geschehen war, lässt sich von einem Büroraum aus und tausende Kilometer entfernt erst einmal kaum nachvollziehen.

Einige österreichische Massenmedien, um nur die zu nennen, wollten sich dazu in der Lage gesehen haben. Sie verfügen zwar über keinerlei Personal am Ort des Geschehens, können sich aber Material über die internationalen Presseagenturen usw. beschaffen. Hier die online verfügbaren Artikel von KURIER, STANDARD und PRESSE vom 4. April 2017.

https://kurier.at/politik/ausland/zivilisten-bei-giftgas-angriff-in-syrien-getoetet/256.256.175

http://derstandard.at/2000055349488/Aktivisten-Mindestens-18-Tote-bei-Giftgasangriff-in-Syrien

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5195776/SyrienKrieg_Das-Giftgasmassaker-von-Idlib

 

Nach diesen Artikeln soll es am 4. April 2017 in Khan Sheikhun, einer Ortschaft in der syrischen Provinz Idlib, zu einem Luftangriff mit Kampfgas gekommen sein, bei dem zahlreiche Menschen ums Leben und verletzt worden wären. Bei dem Kampfgas soll es sich angeblich um Sarin und Chlor gehandelt haben.

Die Provinz Idlib wird von Al-Kaida kontrolliert, gleichgültig unter welchem Namen das dortige Söldner- und Terrorbündnis dort firmiert: „Jabhat al-Nusra“, „Fatah al-Sham“ oder auch „Tahrir al-Sham.“

https://en.wikipedia.org/wiki/Tahrir_al-Sham

 

Immerhin schreibt auch der KURIER dazu:

„Khan Sheikhoun liegt im Süden der Provinz Idlib, die zu großen Teilen von einem Rebellenbündnis kontrolliert wird, das vom ehemaligen Al-Kaida-Ableger Al-Nusra-Front angeführt wird. Die Gruppe trägt mittlerweile den Namen Fatah al-Sham.

Eigentlich gilt in dem Bürgerkriegsland seit Ende des vergangenen Jahres eine von Russland und der Türkei ausgehandelte Waffenruhe. Diese ist jedoch brüchig. Ausgenommen von der Waffenruhe sind die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Kaida-nahe Organisation Tahrir al-Scam. Diese ist besonders in der Provinz Idlib stark.“

Oder der STANDARD, dessen erster Satz identisch mit jenem des KURIER ist:

„Khan Sheikhun liegt im Süden der Provinz Idlib, die zu großen Teilen von einem Rebellenbündnis kontrolliert wird. Dieses Bündnis wird von der Gruppe Fatah al-Sham angeführt, dem ehemaligen Al-Kaida-Ableger namens Al-Nusra-Front.“

Und die PRESSE:

„Die Provinz Idlib gilt als letzte Hochburg der Rebellen, unter denen die al-Qaida-nahe Allianz Hayat Tahrir al-Sham jetzt den Ton angibt.“

 

Mit „Rebellen“ hat das natürlich nichts zu tun. Es ist dagegen für die Berichterstattung nicht unwesentlich festzustellen, dass die ganze Gegend dort von Terroristen dominiert wird, was deren Glaubwürdigkeit von vorneherein zumindest zweifelhaft erscheinen lässt.

Als Quelle für ihre Informationen geben die obigen drei Blätter „Aktivisten“ an, wobei nicht näher beschrieben wird, in welchen Bereichen diese aktivistisch sein sollen. Rückblickend auf die vergangenen Jahre könnte hier angenommen werden, dass es sich bei diesen erwähnten „Aktivisten“ um Menschen handeln soll, die sich um demokratische Strukturen und Menschenrechte etc. bemühen. Wie sehr dieser Begriff zu einer ewig wiederholten Phrase verkommen ist, wird dadurch deutlich, dass dies innerhalb eines Territoriums einer salafistischen Terrororganisation ausgeschlossen werden kann. Daher können diese „Aktivisten“ als Al-Kaida zugehörig definiert werden, was in den hier genannten Medien natürlich nicht der Fall ist.

Diese nennen als weitere Quelle die von ihnen seit Jahren genutzte Organisation „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ („Sohr“) aus England, eine den Rebellen/Söldnern/Terroristen nahe stehende Informationsverteilungszentrale des britschen Geheimdienstes. Deren Meldungen werden seit einiger Zeit mit folgenden Zusatz versehen:

„Die Organisation mit Sitz in England, die den bewaffneten Rebellen nahe steht, stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen.“ (KURIER gleich mit STANDARD).

 

Davon, dass wenigstens versucht wird, diese Angaben zu überprüfen, steht dort genau so wenig wie das Ergebnis tatsächlich unabhängiger Recherchen. Qualitätsjournalismus hat offenbar einen Preis, der für die genannten Blätter zu hoch ist.

Was ist innerhalb einer Semantik die Wortsprache wert, ohne diese mit einer Bildsprache zu unterfüttern?

 

Bildsprache 1

Quelle: PRESSE (Screenshot).

 

Bildsprache 4

Quelle: KURIER (Screenshot). 

 

Diese beiden Bilder – und viele andere auch – stammen von einem Mohamed Al-Bakour, der unter anderem für die französische Nachrichtenagentur AFP arbeitet. Dort wird er als ein „Freelance Photographer in Syria“ bezeichnet.

https://correspondent.afp.com/mohamed-al-bakour

 

Die beiden folgenden Fotos stammen von einem Ammar Abdullah, welcher für die US-Agentur REUTERS tätig ist.

 

Bildsprache 2

Quelle: STANDARD (Screenshot). 

 

Bildsprache 3

Quelle: KURIER (Screenshot).

 

Es lässt sich mit ein wenig Recherche leicht nachweisen, dass sich beide Männer in der von Al-Kaida kontrollierten Provinz Idlib nicht nur aufhalten, sondern mit der Terrororganisation kooperieren.

https://twitter.com/ammarabdullh0?lang=de

 

Sie sind genau dort zu finden, wo gerade etwas geschieht. Und sollte einmal nichts geschehen, so findet sich immer Zeit, stimmige Helfer-Aufnahmen der Al-Kaida-Organisation „Weißhelme“ zu schießen.

https://www.hintergrund.de/globales/kriege/weisse-helme-ohne-weisse-westen/

 

Deren Fotos wandern dann schnell über die Nachrichtenagenturen an die westlichen Massenmedien, um die Sprache sowie die damit verbundene Botschaft entsprechend zu bebildern. Fotos von der anderen Seite finden dagegen keinen Weg in die Redaktionsstuben der westlichen Meinungsmacher. 

 

 

Dienstag
11
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 3

 

In den von uns beobachteten österreichischen Massenmedien (KURIER, STANDARD, PRESSE sowie hier auch TV: ORF und ATV) waren übrigens rechtliche Bedenken über den Kriegsakt und den Morden durch die USA nicht zu finden gewesen. Das sagt bereits einiges über diese Medien und ihre Doppelmoral aus. Man möge sich nur vorstellen, was in diesen Medien vor Kriegseifer gespeichelt worden wäre, hätte es sich umgekehrt ereignet. 

Den Raketenangriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt hatte der US-Präsident Donald Trump mit einem Giftgasvorfall vom 4. April 2017 in Khan Sheikhun in der syrischen Provinz Idlib begründet, deren Ausführung durch die USA der syrischen Regierung angelastet wurde. Diese Begründung diente allerdings nur als ein Vorwand. Dies wurde nicht nur durch das verbrecherische Handeln deutlich, mal eben ein anderes Land als angebliche „Vergeltung“ anzugreifen, in deren Angelegenheiten sie sich nicht einzumischen haben, sondern auch durch die Tatsache, dass die Täterschaft bis dato nicht untersucht geschweige denn geklärt gewesen war. Somit blieb der US-Raketenüberfall nichts weiter als ein Kriegsakt und Mord – aus anderen Gründen.

 

Khan Sheikhun

Rote Markierung: Khan Sheikhun in der Provinz Idlib. Quelle: Google. 

 

Dieser blanke Kriegsakt mag für Trump innenpolitisch begründet sein, um seinen Widersachern ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Auch außenpolitische Motive mögen eine Rolle gespielt haben, auch wenn diese nicht deutlich sind. Ein Effekt hat sich allerdings bereits gezeigt, doch dazu später.

Zunächst einmal möchten wir einen Blick auf diesen Giftgas-Vorfall werfen. Von denen gab es bereits einige, die allesamt von den westlichen Kriegstreibern, den Golf-Diktaturen und den in Syrien operierenden Terroristen gemeinschaftlich der syrischen Regierung zugeschrieben worden waren – und nie bewiesen werden konnten. Wir haben es mit einer Wiederholung der Wiederholung zu tun, deren Muster sich gleichen, aber mittlerweile die Spitze der Unglaubwürdigkeit erreicht haben.

Bevor wir einige Einzelheiten beleuchten, kann festgestellt haben, dass die syrische Regierung über keinen Grund verfügt, Chemiewaffen einzusetzen.

 

  1. Das damals zur Abschreckung gegen Israel gerichtete Chemiewaffen-Arsenal wurde unter Aufsicht der UNO vernichtet. Das plötzliche Einsetzen von Chemiewaffen würde vermuten lassen, dass sich irgendwo ein nicht registriertes Depot befunden haben könnte. Das würde zu – unnötigen – internationalen Verwicklungen führen und auch den russischen Bündnispartner verprellen. Den Beweis einer Existenz chemischer Kampfstoffe bei der syrischen Armee gibt es allerdings nicht. 
  2. Ein räumlich beschränkter Chemiewaffenangriff ist ineffektiv macht militärisch für die syrische Regierung keinen Sinn. Erst recht nicht, wenn es für die syrische Armee an allen Frontabschnitten seit einiger Zeit recht gut läuft.
  3. Ein Chemiewaffen-Angriff könnte von Gegnern Syriens als Terrorakt ausgelegt werden und als Vorwand für eine direkte Intervention mit regulären Streitkräften und Massenbombardements dienen. Dies wurde von den Kriegstreibern auch gefordert. Es ist das, was die syrische Regierung natürlich nicht beabsichtigt.
  4. Die syrische Regierung hat keinen Nutzen, weil sie auch in den neutralen und verbündeten Staaten diskreditiert wäre. Vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten müssten dem Bestreben des Staates Syrien der Eingliederung zuwiderlaufen, um welche diese mit Verhandlungen und Amnestieangboten bemüht ist.

 

Einen Nutzen hätten allerdings die in Syrien operierenden und durch ausländische Mächte unterhaltenen Proxy-Truppen und Terroristen.

  1. Diese, die Al-Kaida sowie die Al-Kaida-Filiale ISIS, haben bereits nachweislich Kampfgas eingesetzt.
  2. Es wurde bereits festgestellt, dass über die Türkei Giftgas an die „Nusra-Front“ geliefert wurde.
  3. Für sämtliche Al-Kaida-Verbände läuft es in Syrien derzeit sehr ungünstig, so dass diese weitere Hilfe durch die Staaten der Kriegstreiber benötigen. Voraussetzung hierfür wäre eine neue Kampagne für die Beeinflussung der öffentlichen Meinung sowie natürlich der Anlaß.
  4. Es steht eine neue Runde der syrischen Friedensverhandlungen bevor, die bisher regelmäßig von den Kriegstreibern unterlaufen wurde – auch mit inszenierten Verbrechen.

 

Beliebt bei Al-Kaida: echtes Giftgas wie Sarin.  Quelle: YouTube.

 

Quelle: YouTube.

 

Dazu gibt es einen äußerlichen Rahmen, der aufschlussreich ist.

  1. Die Beschuldigungen werden durch jene Mächte vorgetragen, die gegen Syrien Krieg führen.
  2. Der (angebliche) Vorfall ereignete sich in Khan Sheikhun und mit Idlib in einer syrischen Provinz, die von der „Jabhat al-Nusra“ aka „Jabhat Fatah al-Sham“ kontrolliert wird – von Terroristen.
  3. Die Quelle des Vorfalls ist Al-Kaida selbst, von welcher die Verlautbarungen, Beschuldigungen und die Bilder/Videos stammen.
  4. Einer der wichtigstens Verteiler dieses Materials sitzt mit der Organisation „SOHR“ in England, bei der es sich um eine Einrichtung des britischen Geheimdienstes handelt. Bis zu ihrer Auflösung in Ost-Aleppo war auch die von Frankreich finanzierte Al-Kaida-Medienstation „Aleppo Media Center“ als Quelle für Westmedien interessant gewesen.
  5. Dieses Material wird über die westlichen Massenmedien verteilt und über diese an die Medienkonsumenten weitergereicht. Diese Massenmedien zeigen sich gesteuert und betrieben wiederum von Anfang an aktive Kriegspropaganda gegen den syrischen Staat, einschließlich dieses Falles. Sie sind der öffentliche Träger alle verleumderischen Behauptungen.
  6. Die in der Provinz Idlib befindlichen terroristischen Söldnerverbände werden von jenen Staaten bewaffnet und ausgehalten, welche die Beschuldigungen (ohne Untersuchung des Vorfalls) zuweisen und über deren Nachrichtenkanäle und Massenmedien die Meldungen gestreut werden.

 

Wir stellen fest, dass derartige Vorkommnisse und die nachfolgenden Beschuldigungen – hier vorgetragen von aggressiven Kriegsparteien und Terrorformationen – mit größter Skepsis aufzunehmen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die verbreiteten Behauptungen einer Realität entspringen, sind äußerst gering.

Wenn ein österreichischer Außenminister von angeblichen Indizien spricht, die trotz aller fehlenden Logik auf eine Täterschaft der syrischen Regierung deuten würden, welche könnte er gemeint haben?

 

Ergänzung vom 10. April 2017:

Ein UNO-Bericht vom 25. August 2016 berichtete, dass die syrische Armee in zwei Fällen Gas als Kampfmittel eingesetzt habe. Die OPCW wäre zusammen mit der UN-JIM zu dem Ergebnis gekommen, dass einmal am 21. April 2014 und ein weiteres Mal am 16. März 2015 zu diesen Vorfällen in der Provinz Idlib gekommen sei, deren Urheber eindeutig belegt werden könnten. Der Bericht besagte, dass in einem Fall „alles“ auf Chlorgas „hindeute“, in den anderen Fall es gar nicht festgestellt werden konnte.

http://www.unric.org/de/uno-schlagzeilen/27812-un-bericht-bestaetigt-giftgaseinsatz-in-syrien

 

Ob nun die OPCW und die UNO mit einem Team im von der „Nusra-Front“/Al-Kaida kontrollierten Gebiet untersucht hatte, können wir nicht beantworten, weil wir genauere Angaben online nicht gefunden haben.

Die Formulierung lässt allerdings den Schluss zu, dass es nie eine Untersuchung vor Ort gegeben hatte, welche bestimmte Kampfgase hätten nachweisen können. Das „Hindeuten“ auf etwas ist nichts wert, das ist nicht einmal ein Indiz. Offenbar wurden nur Aussagen aus Al-Kaida-Territorien aufgenommen und verarbeitet.

Davon abgesehen, dass es sich bei der UNO um keine neutrale Organisation handelt und sich auch in dieser die Interessen ihrer Mitglieder wiederspiegeln, war eine Nachricht aus dem Jahr 2012 ganz konkret: die Eroberung der Chlorgasfabrik in Al-Safira, östlich von Aleppo durch Al-Kaida-Gruppen der „Nusra-Front“.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/syrien-al-qaida-verbuendete-verfuegen-offenbar-ueber-chemische-waffen-11987619.html

http://www.n-tv.de/politik/Regime-warnt-vor-Chemiewaffen-article9723946.html

 

Hierbei handelt es sich um folgende Firma:

https://en.wikipedia.org/wiki/SYSACCO

 

Interessant ist hier der Umstand, dass es sich bei dieser Chlorgasfabrik um die einzige in ganz Syrien handeln soll, wie auch bei Wikipedia ausgewiesen.

 

 

Der oben angeführte Artikel von n-TV berichtete zudem von Warnungen der USA und Englands an die syrische Regierung, chemische Kampfstoffe einzusetzen. Anzeichen gab es zwar keine, aber die Behauptung wurde kommuniziert. Gleichzeitig wurde deponiert, dass ein Einsatz von Chemiewaffen von syrischer Seite ein Eingreifen der drohenden Mächte zur Folge haben würde.

Auch bei diesem Szenario aus dem Jahre 2012 wird deutlich, wer kein Interesse haben kann, Chemiewaffen einzusetzen. Für die von den obigen Mächten unterhaltenen Terroristen dagegen konnte, ja, musste es allerdings als Einladung verstanden werden.

 

 

Sonntag
09
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 2

 

Der US-Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Shayrat scheint sich aber nicht sonderlich effektiv gestaltet haben. Was dort zerstört worden sein soll, war vorerst unklar. Fluggeräte und Treibstofflager wurden als Ziele genannt. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums berichtete von sechs Flugzeugen, einer Radarbude, einem Lager und einer Kantine, die zerstört worden wären. Das syrische Militär meldete 4 getötete Luftwaffenangehörige, dann 6 sowie später weitere 9 umgekommenen Zivilisten in der Umgebung des Stützpunktes. Der tatsächliche Schaden dürfte allerdings der Geheimhaltung unterliegen.

 

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Quelle: RT.com

 

Quelle: YouTube.

 

Ganze 59 Cruise Missiles (nach US-Angaben) und möglicherweise 15 Tote, was schlimm genug ist. Ein Geschäft wird es trotz gewisser Ineffizienz dennoch gewesen sein. Wie viel kostet ein Marschflugkörper des Typs „Tomahawk“ in etwa? Ungefähr 500.000 Dollar, unter Einbeziehung eines Mengenrabatts. Vielleicht waren diese älterer Bauart gewesen und zur Entsorgung freigegeben. Bum-bum-bum – mit einem Schlag nicht nur 29,5 Millionen Dollar verpulvert, sondern gleichzeitig auch verdient. Denn die Raketen werden beim US-Rüstungskonzern Raytheon nachbestellt. Bezahlt wird mit Steuergeldern. Schafft aber die angekündigten Arbeitsplätze oder sichert wenigstens die vorhandenen.

Verdient wird auch in der Finanzindustrie. Nach außen das am Morgen des 17. Aprils zeitgleich an die Medienkonsumenten gerichtete Gerede von Verunsicherung an den Börsen, nach innen die Wetten auf die richtigen Spieler. Insiderinformationen sind Gold wert. TV-Moderatoren verkauften parallel zu dem Raketenangriff einen steigenden Ölpreis. Das Öl kommt zwar nicht mehr aus Syrien, aber da ist ja die Verunsicherung wegen den Marschflugkörpern nach Syrien. Bum-bum-bum – und wieder mit einem Schlag sogar hunderte Millionen Dollar verdient. Und wer hat ein Interesse an einen steigenden Ölpreis? Es sind einige jener Akteure, die Syrien mit Krieg überziehen.

Von Unsicherheit dagegen keine Spur bei den Vertretern einiger sattsam berüchtigten Regierungen. Der erste Kaffee war an der Heimatfront noch nicht ausgetrunken, da liefen bereits die „Reaktionen“ über den TV-Schirm. Diese beinhalteten zuerst Statements der Regierungen Englands, Frankreichs und der Türkei, welche den US-Raketenüberfall befürworteten.

Das war natürlich nicht anders zu erwarten gewesen, handelte es sich bei diesen Ländern um US-Komplizen, welche aktiv im Krieg gegen Syrien involviert sind, allesamt erfahren hinsichtlich Imperialismus, Kolonialismus, Massenmord und Genozid. Hinzu gesellte sich schnell die deutsche Bundeskanzlerin Merkel, deren Regierung und der Staat (bzw. die Vorgängerstaaten) über haargenau die selben Merkmale verfügt. Das war Verbrecherpack unter sich, zu denen sich schließlich noch andere Schwerstkriminelle hinzu stießen, wie Natanjahu vom Apartheidsregime Israels und die Halsabschneider aus Saudi-Arabien. Folglich ist diese ganze Bande einer Meinung: Assad ist schuld. 

http://www.politico.com/story/2017/04/trump-syria-missile-strike-international-reaction-236980

 

Mit ihnen freuten sich in Syrien einträchtig die Al-Kaida-Anführer mit ihren Söldnern und Terroristen. Welche wiederum – wie war das nochmal gewesen? – von wem ausgehalten werden? Medial wurde die Zustimmung der Al-Kaida- und ISIS-Banden freilich unterschlagen, da die offensichtliche Komplizenschaft den Medienkonsumenten nicht zumutbar erscheint. Das würde nur für Verwirrung sorgen.

Quelle: Twitter. 

 

Für den Terroristen und Salafisten Mohammed Alloush, dem Kommandanten der von Saudi-Arabien unterhaltenen Al-Kaida-Söldnerarmee „Jaish al-Islam“ kann dies aber nur der Anfang von Luftschlägen gewesen sein, er erwartete einen größeren Beitrag durch die USA.

https://www.theguardian.com/world/2017/apr/07/us-airstrikes-on-syria-donald-trump-what-we-know-so-far

 

Der von Saudi-Arabien bezahlte Chef-Terrorist Mohammed Alloush, Freund der westlichen Kriegstreiber. Quelle: YouTube. 

 

Und dann gab es in Österreich einen Sebastian Kurz, welcher derzeit das Amt des Außenministers inne hat. Auch er soll eine „Reaktion“ gezeigt haben. Die österreichischen Blätter wie KURIER oder PRESSE zitierten hier im gleichen Wortlaut eine APA-Meldung:

„Wir verstehen das militärische Eingreifen gegen das Flugfeld auch als vorbeugende Maßnahme, um in Zukunft Giftgasangriffe zu verhindern“, sagte Kurz nach Angaben eines Sprechers am Freitag gegenüber der APA. Kurz verwies aber gleichzeitig auf die UNO.

„Während wir die Motivation der USA verstehen, liegt es in der Verantwortung des UNO-Sicherheitsrates, derartige Maßnahmen zu beschließen und umzusetzen“, sagte Kurz.

https://kurier.at/politik/ausland/usa-greifen-syrische-luftwaffenbasis-an/256.876.653

 

Der KURIER hatte diesen Artikel allerdings etwas später überarbeitet und die angebliche Reaktion vom österreichischen Außenminister entfernt. Hier die gesicherten Screenshots:

 

KURIER, 7. April 2017 - 2

 

KURIER, 7. April 2017

 

In der PRESSE ist diese Passage derzeit noch vorhanden:

Presse, 7. April 2017

Auszug aus der PRESSE, 7. April 2017. 

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197154/Reaktionen_Kurz-zeigt-Verstaendnis-fuer-USMilitaerschlag

 

Der STANDARD brachte dieses angebliche Statement von Sebastian Kurz ebenfalls, wenn auch gekürzt:

http://derstandard.at/2000055578078/Viel-Rueckendeckung-aus-der-EU?ref=rec

 

Kurz erscheint in dieser Meldung nicht nur erschreckend dumm, sondern auch als moralisch verkommen genug, um mit sofortiger Wirkung seines Amtes entbunden und angezeigt zu werden. Seine hier kolportierten Sympathien gegenüber der Aufhebung jeglicher Rechtsordnung und für aggressive, tödliche Gewalt mögen privat ihm überlassen sein. Aber als Vertreter des Außenministeriums eines offiziell neutralen Landes wäre diese Aussage ein untragbarer Skandal.

Dieser Sebastian Kurz habe nach den Agentur-Meldungen und jener der österreichischen Massenmedien Verständnis für einen kriegerischen Akt der USA gegenüber einem anderen Land gehabt, mit dem diese nichts zu schaffen haben und nie bedroht wurden. Der von den USA angegebene Vorwand, ohnehin nichts weiter als eine unbewiesene Behauptung, spielt hier keine Rolle. Das betraf höchstens einen Eckpfeiler der bestehenden Rechtsordnung, die Unschuldsvermutung, so lange nicht das Gegenteil erwiesen wird. Hierbei handelte es sich offenbar um eine vernachlässigbare Kleinigkeit.

Um es noch einmal klar herauszustellen: dieser Amtsträger hatte laut Medien Verständnis für einen eindeutigen Kriegsakt, für Völkerrechtsbruch und für Mord geäußert! Die Meinung, dass der auch medial als „Vergeltung“ bezeichnete US-Anschlag als „vorbeugende Maßnahme“ verstanden werden wolle, macht diese Angelegenheit nicht besser. Darf der gemeine Österreicher nun ebenfalls auf Verständnis bei Sebastian Kurz hoffen, wenn er zukünftig in seiner Nachbarschaft mit der Schrotflinte vorbeugend aufzuräumen beginnt? Nach der hiesigen Rechtsordnung und dem Strafgesetzbuch ist und bleibt Mord allerdings eine Straftat, die in ihrer Schwere nicht verjährt.

Die österreichischen Massenmedien hatten somit ein ganz bestimmtes Bild über den österreichischen Außenminister dargestellt. Hier nochmal innerhalb eines Videos, in welcher die selben Zitate verwendet werden.

http://www.oe24.at/tv/news/Reaktionen-auf-US-Luftangriff/276845957

 

Es gibt allerdings auf dem Kanal „Ö24″ ein Interview zwischen dem Herausgeber des Schmierblattes ÖSTERREICH, Wolfgang Fellner, mit Sebastian Kurz. Es lohnt sich durchaus, hier einen Blick hineinzuwerfen, um zu überprüfen, was der junge Außenminister tatsächlich zu sagen hatte.

 

Wolfgang Fellner & Sebastian Kurz

 

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Das-sagt-Kurz-zum-US-Angriff-in-Syrien/276924640

 

Und siehe da, Fellner, der Terroristen zu „Rebellen“ verharmloste, versuchte die auch von ihm verbreitete verheerende mediale Darstellung dem Außenminister unter zu schieben. So versuchte er penetrant, von Kurz ein Verständnis für den US-Raketenüberfall herauszulocken. Doch dieser war geschickt nie darauf eingestiegen. Stattdessen äußerte Kurz kein grundsätzliches Verständnis für Angriffe und kriegerische Auseinandersetzungen. Dass der österreichische Außenminister von „Indizien“ wissen wollte, welche auf eine Verantwortung des letzten Giftgas-Angriffes beim „Assad-Regime“ deuten würden, war peinlich genug und wird hier noch Thema sein. Sebastian Kurz möchte es sich ganz offensichtlich mit den Mächtigen nicht verscherzen, weswegen ihm auch kein Wort über den von den USA begangenen Völkerrechtsbruch und falscher Lynchjustiz über die Lippen gekommen war.

Wie verhielt es sich mit der Rolle der Massenmedien? Hatten diese das österreichische Außenministerium falsch interpretiert? Hatten sie falsche Aussagen verbreitet und nie gesagte Worte dem Außenminister in den Mund gelegt, um eine im Interview vermiedene Positionierung herbeizulügen? War vielleicht einfach nur versucht worden, Hetze zu betreiben?

Eines wurde anschließend jedenfalls zum wiederholten deutlich: die mediale Hetz-Kampagne gegen Syrien hatte auch in den österreichischen Medien einen neuen Schub erhalten.

 

 

Samstag
08
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 1.

 

Eilmeldungen am Morgen hatten in den westlichen Massenmedien über ein Ereignis in berichtet, dem offenbar eine Relevanz beigemessen wurde. Denn die Meldung wurde ständig wiederholt wie auch eine kindliche Meinung des derzeitigen US-Präsidenten Donald Trump wiederholt wurde. Relevant war diese nicht, weil es nur eine Meinung war, die über einen aggressiven Befehl Auskunft geben sollte.

Die US-Regierung hatte am Vorabend den Befehl gegeben, eine syrische Luftwaffenbasis bei Homs, Shayrat“, mit Marschflugkörpern anzugreifen. Dies wurde in der Nacht mit angeblich 59 (!) „Cruise Missiles“ prompt erledigt.

 

Quelle: YouTube.

 

Eine Relevanz wurde von den Medien erfunden, weil diese behaupteten, dass es das erste Mal sei, dass die USA den Staat Syrien angreifen würden. Das war natürlich gelogen, denn die USA greifen mit Proxy-Truppen, Al-Kaida, ISIS & Co. seit Jahren Syrien an. Offenbar wollte man dem geneigten Medienkonsumenten noch einmal in Erinnerung bringen, dass die USA mit allem überhaupt nichts zu tun hatten und haben.

Zum Glück blieben in unserem Umfeld die Gemüter ruhig. Einige wussten nicht, dass in Syrien Krieg geführt wird, anderen war dies vollkommen egal. Ob nun aus Unwissenheit oder Hilflosigkeit. Egal. Und dann gab es einige Schlauberger, die meinten doch tatsächlich, dass diese Meldung über den US-Angriff nicht ungewöhnlich sei, sondern geradezu normal und somit gewohnt. Denn die machen das doch jeden Tag, so der Tenor der Schlauberger, die da drüben in Übersee. Auch wenn es nicht täglich gemeldet werden würde.

 

Quelle: YouTube.

 

In den westlichen Massenmedien freuten sich die Schreibtischtäter hinter vorgehaltener Hand. Seit seinem Wahlkampf war Trump für die Massenmedien das Arschloch in den eigenen Reihen schlechthin gewesen, wobei diese sich somit als Instrumente der US-Kriegs- und Finanzlobby sowie der US-Partei „Demokraten“ nahe stehend zum wiederholten Male demaskiert hatten. Trump mag vielleicht ein Arschloch sein, und ja, bei dem Amt eines US-Präsidenten sollte dies zwingend notwendig sein, Trump war aber kein Massenmörder wie Hillary Clinton gewesen. Bis jetzt. Doch nun – hatte jemand gehüstelt oder mit dem Finger geschnippt? – ist das tägliche Trump-Bashing verstummt. Er hatte persönlich einen Mordauftrag gegeben, er hatte es selbst erklärt. Hat Trump nun endlich Vernunft angenommen und ist er ein „Guter“ worden? Ist er nun endlich einer von „uns“?

 

Freitag
07
April 2017

Kriegspropaganda in Sozialen Medien. Teil 4 – 6.

 

Im Jahre 2006 wurde in den USA eine weitere Kampagne gestartet, die sich „Day for Darfur“ nannte und sich in vier Aktionstage aufgliedert hatte.

https://en.wikipedia.org/wiki/Day_for_Darfur

 

Die angezeigte Liste der Unterstützer, unter ihnen „24 Hours for Dafur“ von „Res Publika“, ist sehr groß und beinhaltet zahlreiche US-gestützte und einschlägig bekannte Organisationen wie das „Genocide Intervention Network“, wo sich im Vorstand mit Rabbi Steve Gutov der Präsident des „Jewish Council for Public Affairs“ wiederfindet. Alle genannten Organisationen und ihre Personen geben ein entsprechendes Bild über die durch die Regierungen der USA und Israels gesteuerten, dicht verwobenen Netzwerk ab.

Eine Reihe von mehr oder minder bekannten Prominenten hatten sich vor den Karren dieser Kampagne spannen lassen, wie der Hohlkopf George Clooney. Unter ihnen auch die ehemalige US-Außenministerin Madeleine Albright, eine von keiner angeblichen Menschenrechtsorganisation angeklagte Massenmörderin, die im TV („60 Minutes“) ihren Genozid-Beitrag am irakischen Volk nicht einmal geleugnet hatte.

 

Massenmörder im TV. 

 

2007 entstand in den USA (Washington) ein Projekt, welches als Betätigungsfeld neben dem Sudan auch den Kongo und die Zentralafrikanische Republik zu bearbeiten gedachte – wenn auch unter Ausklammerung der Rolle der USA. Es nannte sich „Enough!“ – Genug!.

https://en.wikipedia.org/wiki/Enough_Project

 

Als Mitbegründer werden abermals das „Center for American Progress“ sowie die Verbrecherbande um die „International Crisis Group“ angeführt.

http://www.enoughproject.org/

 

„Res Publica“ bzw. „24 Hours For Darfur“ scheinen bei „Enough!“ nicht mehr auf. Aber das bedeutet allerdings nichts, weil die Marketing-Organisationen auch aufgrund ihrer Anzahl beliebig austauschbar sind. Jene, welche alles finanzieren und eine Menge Geld in den Umlauf bringen, sind dagegen immer die selben. Es sind auch genau die, welche auf der anderen Seite wieder profitieren, ob es nun aus Erölquellen im Sudan sein werden oder aus den Minen im Kongo. Und wie genial ist es, viel Geld vor der Steuer zu Organisationen zu verschieben, welche Gemeinnützigkeit behaupten und gleichzeitig im Ausland den Interessen der Geldgeber dienen. Sie gehören alle zusammen.

Die Petitionsorganisation „Avaaz“ wurde 2007 von Ricken Patel, Tom Perriello und einigen anderen „Berufsaktivisten“, auf die wir noch zu sprechen kommen, in New York gegründet. Wikipedia bezeichnet „Avaaz“ als „Bürgerbewegung mit links-liberaler Themenstellung“, was zumindest der Marketing-Fassade entspricht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Avaaz

 

„Res Publica“ soll einer der Gründungsorganisationen von „Avaaz“ gewesen sein. Allerdings finden wir in beiden Organisationen mit Patel, Perriello und Pravda die selben Leute vor. Sucht man über Google nach „Res Publica“, landet man automatisch bei „Avaaz“. Die Firmenanschrift ist ebenfalls die selbe. „Avaaz“ ist somit eine Modifikation von „Res Publica“.

 

Avaaz Res Publica

Quelle: Google. 

 

Unter den weiteren genannten Gründungsorganisation gehört die in den USA bekannte „MovOn.org“, die dort politische Kampagnen und auch Wahlkampf für die US-Partei „Demokraten“ durchführt. Sogar Wikipedia bezeichnet „MovOn“ als eine Vorfeldorganisation der so genannten „Demokraten“. Ricken Partel hat auch für diese Kampagnen-Firma gearbeitet und war an dem Wahlkampf für den ehemaligen US-Präsidenten Obama beteiligt gewesen. Unter den Geldgebern für „MovOn“ findet sich abermals der berüchtigte George Soros (und seine Frau) wieder.

https://front.moveon.org/

 

Dazu ein interessanter Artikel aus der „Washington Post“:

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/articles/A44513-2004Mar9_2.html

 

Äußerst lesenswert ist der Artikel „The Progressive Movement is a PR Front für Rich Democrats“ von John Stauber, welcher die Entwicklung/Organisation der „Aktivisten-Bewegungen“, die Verknüpfungen untereinander und die Interessen der US-Akteure nachzeichnet.

http://www.counterpunch.org/2013/03/15/the-progressive-movement-is-a-pr-front-for-rich-democrats/

 

Zwei weitere Organisationen scheinen als Mitbegründer auf. Zum einen die Kampagnen-Firma „GetUp!“, die australische Version von „Avaaz“, sowie die US-kanadische-Gewerkschaft „Service Employees International Union“ aus Washington, welche als Anhänger der US-Partei „Demokraten“ aus den Beiträgen ihrer Arbeitnehmer ganze 28 Millionen Dollar für den Wahlkampf von Barack Obama gespendet hatte. Weitere 70 Millionen Dollar sollen in verschiedene Kampagnen der „Demokraten“ geflossen sein.

https://en.wikipedia.org/wiki/Service_Employees_International_Union

 

Und ja, auch „Avaaz“ hatte eine finanzielle Unterstützung vom „Open Society Institute“ bzw. der „Open Society Foundation“ erhalten. George Soros „hilft“ den US-Firmen, wo es ihm möglich ist. Und das scheint fast überall zu sein.

 

Teil 4-7 folgt.

 

Samstag
01
April 2017

Die Musik-Video-Ecke 33

 

Unvergessen ANNE CLARK mit ihrer Weg weisenden elektronischen Musik. Hier mit „Sleeper in Metropolis“ aus dem Jahre 1983.

 

 

 

Donnerstag
30
März 2017

Kriegspropaganda in Sozialen Medien. Teil 4 – 5.

 

Für die Übersicht nachfolgend ein kleines Schaubild, welches verdeutlicht, dass es sich bei der vermeintlichen NGO „Res Publica“ um eine Gründung mächtiger US-Milliardäre handelt, von denen besonders George Soros mit zahlreichen Organisationen außenpolitisch aktiv ist. Sie sind verquickt mit der US-Regierung und der Partei „Demokraten“, welche wiederum zu einem erheblichen Teil von ihnen selbst aufgestellt wird – von den US-Oligarchen. Die Organisation „International Crisis Group“ hat personell zahlreiche politische Verbrecher in ihren Reihen, die sich allesamt aus NATO-Ländern und ihren Verbündeten rekrutieren, Verbrecher, die eine Mitverantwortung für die Not tragen, für welche dann „Maßnahmen“ beratschlagt, empfohlen und in die Wege geleitet werden.

 

ResPublica - Neues Schaubild 0

 

Die US-Organisation „Res Publica“ hatte nach ihrem Pilotprojekt in Sierra Leone im Jahre 2004 im von schweren Krisen und Nöten zerrütteten Sudan ein neues Betätigungsfeld gefunden. Dieses Land wurde nicht nur durch innere Konflikte erschüttert, sondern war auch ein Schauplatz für ausländische Interessen mit ihren Akteuren vor Ort. Diese fielen freilich bei dem lückenhaften Online-Lexikon Wikipedia unter den Tisch.

https://de.wikipedia.org/wiki/Darfur-Konflikt

 

Dieses „Res-Publica“-Projekt nannte sich „Dafur Genocide“, nachdem die US-Regierung die sudanesische Regierung und die Dschandschawid-Milizen eines Genozides/Völkermordes beschuldigt hatte. Davon abgesehen, dass mit den USA ein Staat diese Beschuldigung erhob, welcher zuvor mit einem Angriffskrieg hunderttausende Iraker hatte sterben lassen, ließ sich ein Genozid der sudanesischen Regierung nicht nachweisen.

 

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Propaganda. 

 

 

Diese Anschuldigung war allerdings wichtig für die USA gewesen, weil dies das Einschreiten internationaler Mächte gegen die sudanesische Regierung veranlasst hätte, die 1948 die „Konvention über die Verhütung und Bestrafung des Völkermordes“ unterzeichnet hatten. Neben vielfältiger Bestrafung wäre dann auch eine offene militärische Intervention quasi legalisiert worden. Wer hätte diese dann durchführen können? Die Streitkräfte der ehemaligen Kolonialstaaten – wie sonst auch.

Die Autorisierung eines Internationalen Strafgerichtshofes durch die UN zur Untersuchung der Verbrechen war eines jener Manöver, die mit Vorliebe Afrikaner vor Gericht zu stellen versuchten. Die USA dagegen hatten (neben Israel, Russland und Sudan) den Vertrag nie ratifiziert. Der Internationale Strafgerichtshof war als parteiliche Einrichtung für Aggressoren immerhin nützlich genug, um diverse Gegner ihrer Interessen juristisch aus dem Weg zu räumen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Internationaler_Strafgerichtshof

 

Die Beschuldigungen der USA gegenüber der sudanesischen Regierung wurden begleitet von einer US-Medien-Kampagne, die sich „Save Dafur“ nannte. Es handelte sich hierbei um keine Protestbewegung des einfachen Bürgers, sondern um eine von US-Eliten und dem US-Außenministerium gesteuerte Aktion. Unter dem geheuchelten Deckmantel des humanitären Engagements wurde mit einem Propagandafeldzug die sudanesische Regierung dämonisiert und gleichzeitig die Aufrüstung der „Rebellen“ und die Zerlegung des Landes in verschiedene Gruppen vorangetrieben. Aktivitäten an den ethischen und religiösen Bruchstellen waren auch hier Teil einer Kolonialpolitik westlicher Mächte, an deren Ende die Kontrolle über den abgespalteten und an Erdöl reichen Süd-Sudan stehen sollte – einschließlich der Ausschaltung internationaler Konkurrenten wie China.

 

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Kampagne „Save Darfur“. 

 

Kaum überraschend berichteten westliche Massenmedien darüber nichts. Wie bei Wikipedia wurden die US-Interessen und jene Israels einschließlich ihrer verschiedenen Engagements (Menschenrechts-Kampagne einerseits, subversive Tätigkeiten bis hin zur Aufrüstung von „Rebellen“ andererseits) vollständig ausgeblendet.

Um diese Lücke zu füllen, sei hier auf einen Artikel von Bruce Dixon verwiesen, unter anderem beim unabhängigen Magazin „Hintergrund“ erschienen:

https://www.hintergrund.de/globales/kriege/gibt-es-einen-save-darfur-industriellen-komplex/

 

Ergänzend dazu das Buch von Mahmood Mamdani mit dem Titel „Selbsternannte Menschenrechtskrieger“:

http://www.deutschlandfunk.de/selbsternannte-menschenrechtskrieger.1310.de.html?dram:article_id=194411

 

Sowie weitere Artikel zu den Vorgängen im Sudan:

http://www.globalresearch.ca/die-balkanisierung-der-sudan-und-nord-afrika/24233

http://www.pravdareport.com/history/16-08-2011/118751-Burying_Dafur_genocide_myth-0/

https://alethonews.wordpress.com/2011/01/14/israelis-can-tell-the-whole-story-of-sudans-division-they-wrote-the-script-and-trained-the-actors/

 

Das verlogene „Dafur Genocide“ der vermeintlichen NGO „Res Publica“ war ein Bestandteil der US-Kampagne „Save Dafur“. „DarfurGenocide.org“ nennt sich mittlerweile „24 hours for Darfur“, mit dem Ableger „Darfurian Voices“.

http://www.24hoursfordarfur.org/

https://static1.squarespace.com/static/52920ed5e4b04a0741daa89c/t/529224ffe4b049dd0ca09a3f/1385309439460/Darfurian+Voices+-+Report+-+English.pdf

 

Genozid – meint der kompetente Partner in diesen Dingen: die USA. 

 

Aufschlussreicher als die in schöne Worte gekleideten eigenen Angaben sind jene Organisationen, die als Förderer von „24 hours for Darfur“ und „Res Publika“ genannt werden. So ist mit dem US-Department of State ist das US-Außenministerium aufgeführt, welches noch nie bei der Verteidigung von „Menschenrechten“ aufgefallen war. Im Gegenteil. Bei der „National Endowment for Demokracy“ (NED) handelt es sich um eine halbstaatliche US-Organisation, die in Ländern außerhalb der USA angeblich um „Demokratie“ bemüht sein soll, vor Ort aber die subversive und destabilisierende Wühlarbeit verrichtet, an deren Ende willfährige Regierungs-Lakaien, freundlich gesinnte Diktatoren oder blutige Putsche stehen.

https://de.wikipedia.org/wiki/National_Endowment_for_Democracy

http://www.voltairenet.org/article180540.html

https://propagandaschau.wordpress.com/2015/07/31/robert-parry-warum-russland-die-ned-front-dicht-gemacht-hat/

 

Das „Open Society Institute“ von George Soros als Finanzier zahlreicher Organisationen ist überall dort zu finden, wo es gilt, einer von Washington Meinung und Oberhoheit abweichenden Tendenz entgegen zu wirken. Die weiteren genannten Stiftungen superreicher US-Oligarchen verfolgen unterschiedliche Motive, wozu banale Steuervorteile oder die Anhängerschaft zu den Milliardärs-Philanthropen gehören.

https://cabotwellington.com/philanthropy/virginia-wellington-cabot-foundation/

https://www.activistfacts.com/foundations/

 

Ein Blick auf die unter den Unterstützern angeführte US-Organisation „Humanity United“, wo man sich angeblich um Menschenrechte bemühe, offenbart ebenfalls ein beachtliches Desinteresse an US-Menschenrechtsverletzungen. Unter der Rubrik „Peacebuilding & Conflict Transformation“ findet sich bei dem Artikel „HU’s CEO Joins Global Centre For Responsibility to Protect Advisory Board“ der Link zu einer weiteren Information.

https://humanityunited.org/hu-ceo-joins-global-centre-responsibility-protect-advisory-board/

 

Hierbei geht es um die angebliche Schutzverantwortung westlicher Staaten, die allerdings nichts weiter war und ist, um unter diesen Deckmantel Interventionen in fremde Länder zu rechtfertigen – nachdem dortige Situationen von genau diesen westlichen Staaten erst geschaffen oder auch nur herbeigelogen worden waren. Der Rest ist das Marketing einer NATO-Militärdoktrin.

Der Präsident und Geschäftsführer von „Humanity United“, Randy Newcomb, trat laut eigenen Angaben der Organisation „Global Centre For Responsibility to Protect“ 2016 als Beirat bei. Dies verdeutlicht einmal mehr die Verzahnung aller einschlägigen Organisationen auf personeller, aber auch auf finanzieller Ebene. Bei den Militärstrategen dieser Organisationen finden wir ebenfalls George Soros und sein „Open Society Institut“ als einen der maßgeblichen Förderer.

Dazu mehr hier:

http://www.wnd.com/2011/03/281349/

 

Wer sich weiterhin überzeugen möchte, kann sich beispielsweise den „Report“ über Syrien zu Gemüte führen.

http://www.globalr2p.org/regions/syria

 

Hier werden die Sichtweisen des US-Außenministeriums übernommen und damit von einem der Aggressoren. Deren Interessen und Handlungen auf dem Kriegsschauplatz Syrien kommen genau so wenig vor wie jene seiner Verbündeten. Die Terrorformationen von Al-Kaida oder die ausländischen Söldner sind hier nicht existent oder werden als „Opposition“ verharmlost. Einzig ISIL wird angeführt. Verbrechen begingen nach „Global r2r“ nur Syrer und Russen, allerdings nur nach zumeist unbewiesenen Behauptungen von Al-Kaida-Medieneinrichtungen sowie dem Sprachrohr des britischen Geheimdienstes „SOHR“.

Es ist ein Spinnennetz aus unzähligen Organisationen, ein riesiges Netzwerk, die von der US-Regierung, von der US-Oligarchie und westlichen Geheimdiensten und den ihnen angeschlossenen Medieneinrichtungen (und die ihrer Verbündeten) gespeist werden, die alle nur dazu geschaffen wurden, der US-Hegemonie (und sekundär die ihrer Mittäter und Vasallen) weltweit den Weg zu ebnen – und es als etwas anderes zu verkaufen.

 

Teil 4-6 folgt.

 

Freitag
24
März 2017

Erstbezug

 

Wir freuen uns, dass Stefan Peters hat seinen ersten Kriminalroman veröffentlicht hat. ERSTBEZUG erschien im Wiener PICUS-Verlag und ist für 22,- Euro zu erwerben. 

Peters präsentiert seinen Debüt-Roman am Montag, den 20. März 2017, im „Ein Affe“ in der Schwendergasse 19, 1150 Wien. Beginn: 19.30 Uhr. 

Hingehen. Hinfahren. Und wenn es nicht anders geht: hinkrabbeln!

 

 

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  • Gebundene Ausgabe: 250 Seiten
  • Verlag: Picus Verlag; Auflage: 1 (27. Februar 2017)
  • Sprache: Deutsch
  • ISBN-10: 3711720498
  • ISBN-13: 978-3711720498

 

 

Samstag
18
März 2017

Die Musik-Video-Ecke 32

 

JOHN FOXX mit „Underpass“ aus dem Jahre 1980:

 

 

 

Sonntag
12
März 2017

Maximilian I. auf Rapottenstein – im ORF

 

Der Habsburger Maximilian I. war nie auf Rapottenstein, zumindest ist dies nicht überliefert. Wir hatten uns nur den Anfang der ersten Folge des Dreiteilers „Maximilian – Das Spiel von Macht und Liebe“ angesehen, doch dieser hatte uns bereits die Köpfe schütteln lassen.

http://tvthek.orf.at/profile/Maximilian-Das-Spiel-von-Macht-und-Liebe/13886936/Maximilian-Das-Spiel-von-Macht-und-Liebe-1/13919136/Maximilian-Das-Spiel-von-Macht-und-Liebe-1/13994747

 

Manch einer hatte sich Sorgen gemacht, dass die Nachbarn in Deutschland, wo „Maximilian“ ebenfalls ausgestrahlt worden war, ein falsches Bild gewinnen könnten. Der Film führt die Zuschauer auf das nass-kalte Areal, wo zuvor die Schlacht bei Nancy am 5. Januar 1477 geschlagen worden war. Das Heer der Burgunder hatte gegen den Herzog von Lothringen und dessen Verbündeten eine schreckliche Niederlage erlitten. Siegreiche Söldner streifen in gelungenen Bildern und monochromen Farben über das von Toten oder Sterbenden übersäte Feld und entdecken den Leichnam des burgundischen Herrschers, dem Herzog Karl dem Kühnen.

 

Karl der Kühne mit Krone

Quelle: ORF. 

 

Karl der Kühne hatte allerdings nie eine Krone getragen, weil er sie schlichtweg nicht besessen hatte. Er war Herzog von Burgund gewesen, kein König. Beim Auffinden seiner Leiche, so ist überliefert, war diese bereits ausgeplündert und fast nackt, das Gesicht von einem Streich entstellt, der Körper von Wölfen angefressen gewesen. Mit anderen Worten, seine Leiche hatte ein entwürdigendes Bild abgeliefert und nichts mit der Filmszene gemein. Der letzte Kontrahent des Herzogs hatte vorher offenbar nicht gewusst, wen er gerade hatte erschlagen wollen, denn eine Gefangennahme hätte ein riesiges Lösegeld eingebracht. Dem Geld hatte sich auch damals alles andere untergeordnet.

Gravierender war es als Niederösterreicher festzustellen, was der Film als „Wiener Neustadt“ präsentierte. Es handelt sich dabei um die niederösterreichische Burg Rapottenstein. Diese wurde in einem wirklich schönen Bild gemalt, digital erweitert um einen weiteren Befestigungsring und kaum historisch mit Wald drumherum.

 

Rapottenstein als Neustadt

Quelle: ORF. 

 

Für uns war es jedenfalls nicht verständlich, dass als Sitz von Friedrich III. eine große Burg in bewaldeter, hügeliger Umgebung gezeigt wurde. Seine Residenz hatte sich auf dem Steinfeld befunden, wo es flach ist, und in der Ecke einer Stadt, wo sich die viertürmige Burg befunden hatte. Das besagt auch der Name: „Stadt“. Wiener Neustadt hatte es damals ebenfalls nicht gegeben, es hatte geheißen: „Neuenstat“ (Neuenstadt/Neustadt). Auf dem damaligen Territorium des Herzogtums Steier (Steiermark) hatte die Stadt mit Wien nichts zu tun gehabt.

Vielleicht sollten wir nicht zu penibel sein mit den historischen Ansprüchen, denn im Film es soll sich ja eher um eine fiktive Geschichte gehandelt haben. 

 

Sonntag
05
März 2017

Kriegspropaganda in Sozialen Medien. Teil 4 – 4.

 

Die von „Avaaz“ initiierten Kampagnen beschränken sich in der Regel auch nur auf Appelle, die kaum von Informationen begleitet werden und erst recht nicht von Inhalten, welche Hintergründe beleuchten. Offensichtlich sollen hier nur Konsumenten auf einer Gefühlsebene angesprochen werden, die sich einbilden, mit einem Knopfdruck etwas bewirkt zu haben. Ein schneller Klick hier, aber für „Avaaz“ ein Name für die Statistik, das eigene Marketing und Meinungsmache dort.

Die Entscheidungsträger für eine Kampagnen-Auswahl befinden sich im Vorstand von „Avaaz“. Inwieweit diese unabhängig agieren können, muss dahingestellt bleiben. Die Umstände, die zur Gründung von „Avaaz“ führten, lassen weitere Entscheidungsträger im Hintergrund zumindest vermuten.

Eine der Organisationen, welche „Avaaz“ im Jahre 2007 mitbegründeten, nannte sich „Res Publica“. Gegründet 2003, soll ihr Anliegen „soziale Gerechtigkeit“ gewesen sein, wenn auch mit Hang zur katholischen US-Szene. Nach ihren eigenen Angaben habe „Res Publica“ 2003 beschlossen, sich auf die „politische Kommunikations-Infrastruktur für die religiöse Linke“ zu konzentrieren. Es wurden Formen von Kampagnen entwickelt, in diesem Fall für kirchliche Ziele. Der „National Catholic Reporter“ hatte 2004 darüber einen Bericht veröffentlicht.

http://www.ncrnews.org/washington/wnb122904.htm

 

„Res Publica“ zeigte sich in diesem Artikel bereits überraschend gut integriert in die politischen Strukturen. Erwähnt wurde eine Zusammenarbeit mit dem „Centre für American Progress“, einem der US-Partei „Demokraten“ nahe stehender „Thinktank“, dessen Personal sich wie deren Vorsitzender John Podesta vor allem aus ehemaligen Angehörigen der Regierung Bill Clinton zusammensetzt.

https://de.wikipedia.org/wiki/Center_for_American_Progress

https://de.wikipedia.org/wiki/John_Podesta

 

„Res Publica“ wurde betrieben von Ricken Palet als Direktor sowie von Tom Perriello und Tom Pravda. Deren Lebensläufe und Tätigkeitsnachweise, sofern bekannt oder konkret, zeigen bereits auf, dass diese Männer nichts, aber auch gar nichts mit einer so genannten „Graswurzelbewegung“ zu tun haben.

https://de.wikipedia.org/wiki/Graswurzelbewegung

 

Ricken Palet soll im Ausland (Sierra Leone, Liberia, Sudan und Afghanistan) für mehrere Organisationen tätig gewesen sein, darunter für die „International Crisis Group“ (angeblich als Konfliktanalyst), die UN, für die „Rockefeller Foundation“, die „Gates-Foundation“, „Care International“ und dem „International Center of Transitional Justice“, einer US-NGO, welche Menschenrechtsverletzungen vor internationale Gerichte bringen möchte. (Vor allem in Schwarz-Afrika und nie in den USA). Zu nennen wäre auch noch die Simons-Foundation von James Simon, welcher der größte Spender der US-Partei „Demokraten“ sein soll.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ricken_Patel

 

Ricken Patel 1

Ricken Patel. Quelle: Google.

 

Wer sich die Mühe machen möchte, die genannten Organisationen unter die Lupe zu nehmen, wird feststellen, dass Patel sich in Kreisen verschiedener US-Milliardäre und deren Stiftungen bewegt hatte. Überall mit von der Partie auch die Organisationen des vorbestraften Kriminellen, Großinvestors und Milliardärs George Soros, welcher beim Thinktank „International Crisis Group“ als „Treuhänder“ und „Executiv Consultant“ fungiert. Dort finden sich ein ganzes Sammelsurium von Verbrechern wie Carl Bildt, Joschka Fischer, Wesley Clark, Shimon Peres, Zbigniew Brzezinski, Shlomo Ben-Ami und andere.

Die „ICS“ ist nichts weiter als eine Interessenvertretung der USA, Israel und der NATO. Sie wird finanziert von westlichen Regierungen, Konzernen und diversen Stiftungen einiger Superreicher.

https://www.opensocietyfoundations.org/about

https://www.crisisgroup.org/who-we-are

 

Bei dem zweiten Mann der mittlerweile aufgelösten Organisation „Res Publica“ handelt es sich um Tom Perriello. Er ist Rechtsanwalt und ehemaliger US-Kongressabgeordneter, welcher der US-Partei „Demokraten“ angehört. Weiters scheint er auf als ehemaliger Präsident des „Center for American Progress Action Fund“ und als Berater des „Center for American Progress“ auf. Letztlich handelte es sich hier um US-Regierungseinrichtungen der US-Partei „Demokraten“. Perriello und der ehemalige US-Präsident Obama kennen sich gut und hatten sich gegenseitig unterstützt.

 

Perriello und Obama

Obama und Perriello 2010. Quelle: Google.

 

Perriello gehörte außerdem der internationalen Staatsanwaltschaft an, die den liberianischen Diktator Charles Taylor angeklagt hatte. Er scheint wie Patel dem „International Center for Transitional Justice“ angehört zu haben. Im Jahre 2003 soll Perriello im Kosovo gewesen sein, dem mafiösen NATO-Protektorat, welches nach dem Krieg der Clinton-Regierung und der NATO gegen Serbien geschaffen worden war. 2005 soll er in Dafur und 2007 in Afghanistan gewesen sein. Dazu an anderer Stelle mehr.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tom_Perriello

 

Tom Perriello

Tom Perriello. Quelle: Google. 

 

Der „National Catholic Reporter“ befand noch 2009, dass die Lebensgeschichte des Perrriello von einem katholischen Aktivismus durchdrungen sei.

https://www.ncronline.org/news/people/congressman-steeped-catholic-activism

 

Hier erfährt der Leser auch, dass Perriello auch in Sierra Leone gewesen sein soll, wo er sich angeblich mit „Konfliktlösungsbemühungen“ beschäftigt habe. Als Kriegsgegner fiel Perriello allerdings nicht auf, im Gegenteil, er trat als Befürworter des endlosen „Krieges gegen den Terror“ und den Krieg in Afghanistan auf. Kurzum, Perriello war dort zu finden, wo US-Interessen häufig verbrannte Erde zurückgelassen hatten.

„Res Publica“ soll 2001/2002 als ein Pilotprojekt in Sierra Leone gelaufen sein, weswegen sich die Begründer dort auch für eine Weile aufgehalten haben sollen.

 

Source Watch + Res Publica

Quelle: SourceWatch.

 

Der folgende Artikel gibt einen Hinweis darauf, um was es in Sierra Leone tatsächlich gegangen war: um die Wahrung von Interessen. 

https://www.wsws.org/de/articles/2000/05/sier-m27.html

 

2015 finden wir Tom Perriello als Mitarbeiter des US-Außenministeriums wieder, der für das US-Departement of State und die USAID (US-Agentur für Internationale Entwicklung) arbeitet. Er wurde zudem von Obama im Juli 2015 zum US-Sondergesandten der schwarzafrikanischen Länder demokratische Republik Kongo, Burundi und Ruanda ernannt. (Wir wollen hier aber nicht auf die Rolle der USA in den genannten Ländern eingehen).

https://en.wikipedia.org/wiki/Tom_Perriello#U.S._House_of_Representatives

 

Über den dritten im Bunde  als Mitbegründer von „Res Publica“, Tom Pravda, ist so gut wie nichts bekannt. Er scheint auch bei Wikipedia nicht auf. An Fotos konnte genau nur eines gefunden werden – auf der Seite „Linked in“:

 

Tom Pravda auf Linked in.

Quelle: Linked in.

 

Die Seite „Source Watch“ hatte einen Artikel zu seiner Person, wenn auch leider ohne Quellenangabe. Der unten angegebene Link führte zwar zu „Avaaz“, doch existierte die verlinkte Seite nicht mehr.

http://www.sourcewatch.org/index.php/Tom_Pravda

 

Deutsche Übersetzung:

Tom hat einen akademischen Abschluss in Philosophie, Politik und Wirtschaft des Balliol College, Oxford. Er bekam dort verschiedene Stipendien und Preise. Er arbeitete für das UN Entwicklungsprogramm in New York und als Diplomat für die britische Regierung mit der Europäischen Union zur politischen Entwicklung und den Beziehungen zum Nahen Osten und Afrika. Er entwickelte und beaufsichtigte für das International Center for Transitional Justice ein Forschungsprojekt, das sich mit dem Gerechtigkeitsempfinden von ehemaligen Kämpfern im damaligen Bürgerkrieg in Sierra Leone beschäftigt. Er schrieb über afrikanische Politik für die internationale Beratungsagentur Oxford Analytica und assistierte für „Global Witness“ und „World Development Movement“.

 

Wir stellen fest, dass auch diesem Tom Pravda hier ein Profil gegeben wurde, welches sich ähnlich der beiden vorgenannten gestaltete. Der Unterschied lag nur in der Nationalität, denn Pravda ist ein Brite. Allerdings hatte England in Sierra Leone damals rasch mit seinem Militär für Verhältnisse zur Wahrung der eigenen Interessen gesorgt, als „Res Publica“ anschließend daselbst auf einer anderen Ebene aktiv geworden war. 

 

Teil 4-5 folgt.

Donnerstag
02
März 2017

Die Musik-Video-Ecke – 31

 

Aus den 80er Jahren nun einige Stücke Elektromusik, allen voran DEPECHE MODE, hier mit „People Are People“ aus dem Jahr 1983. 

 

 

 

Mittwoch
01
März 2017

Kriegspropaganda in Sozialen Medien. Teil 4 – 3.

 

Die Motive für die Avaaz-Kampagnen gegen Donald Trump und Staaten, die US-Interessen im Wege stehen und gegen welche meistens irgendeine Form von Krieg geführt wurden bzw. werden, lassen sich besser nachvollziehen, wenn man einen Blick hinter die „Gemeinwohl“-Kulisse wirft.

Zuerst einmal weist die Homepage von „Avaaz“ einige Aspekte auf, die als unseriös zu bezeichnen sind. Es fehlt das Impressum, die Finanzierung ist unklar, das Unterzeichnen einer Petition erfolgt nur durch eine Einklick-Methode (keine E-Mail-Abfrage), welche Mehrfachunterzeichnungen Vorschub leistet, und die Bezeichnung jeder Person als „Mitglied“, die einmal an einer Petition teilgenommen hat, hat mehr mit Täuschung/Selbsttäuschung und dreistem Marketing zu tun als mit einer Realität. Es gibt – von den Mitarbeitern abgesehen – keine keine „Mitglieder“, sondern nur E-Mail-Verteiler.

 

Government-Launches-DDOS-Attack-on-Activist-Site-Avaaz-org-2

 

https://avaaz.org/page/de/

 

 

Neben der fehlenden Transparenz behauptet „Avaaz“, sich nach den Wünschen ihrer „Mitglieder“ bzw. innerhalb ihrer Verteilerliste zu richten – mittels Umfragen. Ob jene überhaupt existieren und ausgesendet wurden/werden, konnte von uns nicht ermittelt werden.

Avvaz selbst hatte für 2010 das Ergebnis einer angeblichen Umfrage unter seinen „Mitgliedern“ bzw. innerhalb des Verteilers veröffentlicht, an der sich nach eigenem Zählwerk (siehe unten) 48.138 Personen beteiligt haben sollen. Das war nicht viel innerhalb einer Millionen-Gemeinde. In einem Interview hatte Patel die Zahl jener, die befragt werden würden, gar nur mit 10.000 angegeben.

https://de.scribd.com/doc/48808533/The-Times-profile-of-Avaaz-and-Ricken-Patel-Feb-9-2011

 

Bei den Themen handelte es sich allerdings nur um grobe und oberflächlich gehaltene Ausrichtungen. Bemerkenswert ist der Umstand, dass das Themenfeld „Klimawandel und Umweltschutz“ höher bewertet wurde als organisierter Massenmord.

https://avaaz.org/de/people_power_in_2010/

 

Avaaz Umfrage

Quelle: Avaaz. 

 

Das spricht nicht unbedingt für die Avaaz-Anhängerschaft, sollte diese Umfrage jemals stattgefunden haben. Allerdings war das Thema „Klimawandel“ nicht nur eines der beliebtesten Themen von „Avaaz“ gewesen, die Organisation war damit sogar gestartet. Gleich nach der Gründung 2007 hatte „Avaaz“ mit einer sofortigen Etablierung und Einbettung in die politischen Strukturen der US-Partei „Demokraten“ die Klimawandel-Kampagne von Al Gore als dessen Partner begleitet. (Das Thema Klimawandel selbst ist umstritten, die politischen Konsequenzen durchaus weitreichend, doch soll dies hier nicht thematisiert werden).

 

Quelle: YouTube.

 

In einem anderen Feld soll in Hinblick auf das Jahr 2011 von „Avaaz“ gefragt worden sein, welche „spezifischen“ Kampagnen „Avaaz“ unbedingt durchführen solle. Darunter waren einige Vorschläge, die natürlich befürwortet werden konnten: Armutsbeseitigung, Widerstand gegen die Abholzung der tropischen Wälder und Schutz der indigenen Bevölkerung, Bildung etc.

Allerdings fällt auf, dass das „Avaaz“-Lieblingsthema „Klimaschutz“ den Platz 1 erzielt hatte. Andere Vorschläge waren als grotesk zu bezeichnen, wie das schwammige „Druck auf China, eine verantwortungsvolle Rolle in der Welt einzunehmen“. Auf was konkret sollte hier hingearbeitet werden? Und welche „Mitglieder“ sollte einen derartigen Vorschlag machen, welcher nichts aussagte? Außer dem unbestimmten wie oberflächlichen Eindruck, dass mit China einiges nicht „okay“ sein und es an „Verantwortung“ mangeln könnte, handelte es sich hierbei nur um eine leere Hülse.

Erfreulicherweise zeigte dies aber auf, dass die US-Heimatfront – von „Guantanamo abgesehen – komplett ausgeblendet wurde. Weltweite US-Kriege, eine Million Tote allein in dem Zeitraum 2001-2010, Terror, Mord, Folter, Entführungen, Putsche, systematische und massenweise Verletzung aller Menschenrechte, Wirtschaftskriege, Raub und Ausplünderungen usw. sollen die „Avaaz“-Menschen nicht auf dem Schirm gehabt haben. Kein einziger?

 

Avaaz Umfrage 2

Quelle: Avaaz. 

 

Besonders widersinnig kam dieser Vorschlag daher: „Die Internationale Gemeinschaft auf eine Demilitarisierung in Afghanistan drängen.“ Diese „Internationale Gemeinschaft“, als welche sich vor allem die NATO-Staaten bezeichnen, führt dort allerdings Krieg. Die USA hatten 2001 zusammen mit einigen Handlangern Afghanistan mit einem Angriffskrieg überzogen gehabt. Tod und Zerstörung wird bis heutigen Tage importiert, Heroin exportiert. Das wurde hier aber nicht gesagt und dieser Konflikt somit vollkommen verzerrt. Wer sollte hier überhaupt „demilitarisiert“ werden? Die Afghanen, Paschtunen, Taliban, die Nord-Allianz, die arabischen Söldner? Und wer sollte dies kontrollieren? Die brutalen US-Besatzer und ihre Lakaien?

Hier wird deutlich, dass „Avaaz“ sich ganz offensichtlich scheute, die USA als Aggressor zu benennen. Der Vorschlag selbst war derartig absurd, dass fraglich ist, wer auf eine derartig schwachsinnige und weltfremde Idee kommen mochte. Etwa „Avaaz“-Anhänger oder doch „Avaaz“ selbst, um ein Interesse an diesen Schauplatz vorzuheucheln?

Die von „Avaaz“ publizierte Umfrage hatte mehr mit Marketing und einer Suggestion von Entscheidungsmöglichkeiten der „Mitglieder“ zu tun, welche aber effektiv keinen Einfluss ausüben können. Es ist auch keine Überprüfung oder Kontrolle möglich, eine Transparenz nicht gegeben.

Der Online-Kanal „gulli“ hatte 2013 ein Interview mit einem „Avaaz“-Mann geführt, um anschließend ein äußerst unbefriedigendes, skeptisches Fazit zu ziehen:

http://www.gulli.com/news/21284-das-kampagnen-netzwerk-avaaz-im-gulliinterview-2013-04-15

http://board.gulli.com/thread/1729375-das-kampagnen-netzwerk-avaaz-im-gulli-interview/

 

Bei der von „Avaaz“ geforderten und oben erwähnten Flugverbotszone beim Krieg gegen Libyen hatte sich das US-Kampagnen-Unternehmen ganz nach den Bedürfnissen der US-Außenministerin Hillary Clinton (Partei „Demokraten“) und dem damaligen britischen Premierminister Cameron gerichtet, welche zuvor ihren Wunsch nach einer eskalierenden Flugverbotszone öffentlich geäußert hatten. „Avaaz“ hatte sich anschließend in das Fahrwasser der Kriegstreiber begeben. 

 

NATO-Bomben-Libyen-Tripolis-464x261

Wohnviertel in Tripolis, Juni 2011. 

 

Das Verlangen nach Krieg werden die wenigsten „Mitglieder“ gehabt haben, wenn sie nur darum gewusst hätten. Nur ist eben keine Mitbestimmung bei „Avaaz“ wahrnehmbar, was trösten vermag. Und so bleibt auch die Meinung von „Mitgliedern“ nur eine Meinung ohne Öffentlichkeit. Auch die Möglichkeit, über diese Plattform eine eigene Petition zu starten, ist eine nichtige, weil diese schlichtweg nicht unterstützt werden, wenn sie der sichtbaren Avaaz-Agenda zuwiderlaufen. Dies wurde zum Beispiel bei dem Themenfeld Syrien überdeutlich. Die von Avaaz mit großer Werbetrommel initiierten Kampagnen hatten sich gegen Syrien gerichtet. Die Petitionen einiger „Mitglieder“ gegen den in Syrien wütenden und vom Ausland (u.a. USA, England, Frankreich, Türkei, Katar, Saudi-Arabien, Israel, Jordanien, Deutschland) unterstützten Terrorismus fristeten ihr Dasein dagegen unbemerkt. Diese können nur gezielt über eine Suchmaschine aufgespürt werden.

Übrigens war eine „Avaaz“-Umfrage für die nach 2010 folgenden Jahre von uns weder abrufbar noch auffindbar gewesen. So wichtig könne die Ergebnisse demnach nicht gewesen sein, um „Mitglieder“ damit zu behelligen. 

 

 

Teil 4 – 4 folgt.

 

Freitag
24
Februar 2017

Die Musik-Video-Ecke – 30

 

PUBLIC IMAGE LIMITED (PIL) mit „This is not a love song“ aus dem Jahre 1983:

 

 

 

 

Montag
20
Februar 2017

Kriegspropaganda in Sozialen Medien. Teil 4 -2.

 

Warum sollte eine Kampagnen-Organisation wie Avaaz, die doch angeblich für ein Gemeinwohl eintreten würde, Kriegspropaganda betreiben wollen? Und für wen?

Werfen wir einen kurzen Blick zurück. Bei dem im Jahre 2011 geführten Angriff auf Libyen durch NATO-Staaten und ihren Verbündeten wie Katar hatte es sich um einen gewöhnlichen wie verbrecherischen Angriffskrieg gehandelt. Als Vorwand hatten angebliche demokratische Bewegungen im Land gedient, die der Regierungschef Gaddafi brutal bekämpft habe. Dieser Vorwand hatte allerdings nichts mit der libyschen Realität zu tun gehabt, es war schlichtweg eine Erfindung der Kriegstreiber gewesen. Neben einem Wirtschaftskrieg hatten die Aggressoren wie die USA, England, Israel, Saudi-Arabien bereits zuvor Jahrzehnte lang einen Kleinkrieg gegen Libyen mittels Söldner, Terroristen und Anschlägen geführt, von der Unterstützung und Aufrüstung von Oppositionellen ganz zu schweigen.

Es hatte in Libyen nie so etwas wie einen Volksaufstand gegeben, aber es hatte für die Kriegstreiber und den hinter ihnen stehenden vermeintlichen „Eliten“ genügend Gründe gegeben, den Staat Libyen zu zerstören und die Regierung zu beseitigen bzw. zu ermorden, welche die Mehrheit der Bevölkerung hinter sich gehabt hatte.

Da gab erst einmal den Zugriff auf das libysche Öl, den die Briten mit British Patrol nach dem Sturz ihrer libyschen Marionette König Idris 1969 verloren hatten. Zugriff auf fremde Öl-Produktion hatte natürlich auch die Reduzierung der Öl-Kapazitäten bedeutet, was in den Zeiten der Überproduktion in Ländern wie den Staaten am Golf eine vorteilhaftere Preispolitik bedeutet hatte. Mit der Zerstörung von Einnahmequellen von Staaten, die sich der westlichen Hegemonie nicht hatten unterordnen wollen, und somit Zerstörung deren Grundlage für eine unabhängige Politik, hatte zudem ein unliebsamer Konkurrent ausgeschaltet werden können.

Libyen war vor dem Krieg fast schuldenfrei gewesen. Nach einem sozialistischen Modell waren Bildung und Krankenversorgung gut und kostenlos gewesen, die Lebenserwartung die höchste in allen arabischen Ländern, der Lebensstandard im Durchschnitt recht gut. Dank der Einnahmen aus dem Ölgeschäft hatte Gaddafi andere afrikanische Staaten gefördert, um deren Abhängigkeit von den ehemaligen europäischen Kolonialstaaten zu verringern. Dank ihm wurde auch der erste afrikanische Satellit gebaut, welcher zuvor hatte teuer im Westen angemietet werden müssen. Gaddafi war kurz davor gestanden, in Afrika ein neues Banksystem einzuführen und somit die gierigen „Bankster“ der US-dominierten Organisationen wie IWF, Weltbank und andere eine ernsthafte Konkurrenz zu bieten. Dazu gab es riesiges Süßwasser-Projekt, an welchem bereits seit den 80er Jahren gebaut worden war. Es hätte Libyen ermöglicht, die benötigten Nahrungsmittel selbst herzustellen und unter Umständen einen Teil in afrikanische Länder zu exportieren, das heißt, Abhängigkeiten weiter zu reduzieren.

Der damalige französische Präsident Sarkozy war damals in eine unangenehme Spendenaffäre verwickelt gewesen. Auch von Gaddafi hatten er und seine Partei Millionen erhalten. Die französische Regierung war dann ganz versessen darauf gewesen, Libyen von der Landkarte zu bomben.

 

 

Die Urheberschaft des Lockerbie-Attentats, dessen die Gaddafi-Regierung beschuldigt wurde, hatte letztlich nie bewiesen werden können, dennoch die Sanktionen der USA und der UNO zur Folge gehabt. Es existieren stattdessen eine Reihe von Hinweisen, dass es sich um einen durch den US-amerikanischen Geheimdienst CIA ausgeführten Anschlag handelte. Es wurde gefälscht, manipuliert, entlastende Beweise unterschlagen und Zeugen geschmiert, um die Täterschaft in Richtung Libyen zu verlegen. Die westliche Kriegspropaganda hatte dieses Verbrechen wieder medial aktiviert und verlogen gegen Libyen eingesetzt. 

Gaddafi war auch innerhalb des UNO-Gremiums ein unangenehmer Redner gewesen, welcher die permanenten Missstände angeprangert hatte. Wer sich die Mühe machen möchte, das Transcript einer Rede zu Gemüte zu führen, kann sich folgendes Video anschauen und eine in den westlichen Medien vollkommen unterschlagene Sichtweise kennen lernen:

 

 

Es hatte, wie erwähnt, genügend Gründe gegeben, die Regierung Gaddafi nicht nur zu stürzen, sondern auch gleich zu ermorden. Die Eliminierung der russischen und vor allem chinesischen Einflüsse – China hatte sich im vergangenen Jahrzehnt in Afrika großflächig eingekauft – war dann noch eine Randerscheinung gewesen.

Hier einige Artikel, die bei HINTERGRUND und der AG Friedensforschung erschienen waren. Diese stellen nur eine wenn auch erhebliche Auswahl über Vorgänge dar, welche – selbstverständlich – keinen Eingang in die westlichen Massenmedien gefunden hatten:

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Libyen/henken2.html

Vom 1. März 2011:

https://www.hintergrund.de/politik/welt/libyen-befreiungsbewegung-oder-us-amerikanische-subversion/

Vom 10. März 2011:

https://www.hintergrund.de/politik/welt/kriegstrommeln-gegen-libyen-der-westen-ruestet-nicht-nur-verbal-auf/

Vom 18. März 2011:

https://www.hintergrund.de/politik/welt/mit-arabischen-despoten-gegen-gaddafi-der-westliche-libyen-feldzug-baut-auf-die-unterstuetzung-absolutistischer-herrscher-cliquen/

Vom 21. März 2011:

https://www.hintergrund.de/globales/kriege/bomben-treffen-zivilisten-internationale-kritik-an-westlicher-militaerintervention-in-libyen-waechst/

Vom 31. März 2011:

https://www.hintergrund.de/politik/welt/wer-sind-die-libyschen-freiheitskaempfer-und-ihre-goenner/

Vom 2. Mai 2011:

https://www.hintergrund.de/politik/welt/der-krieg-gegen-libyen-und-die-rekolonialisierung-afrikas/

Vom 9. Mai 2011:

http://www.uweness.eu/kriegsluegen.html

Vom 2. Juni 2011:

https://www.hintergrund.de/globales/kriege/den-krieg-in-libyen-verstehen/

Vom 24. August 2011.

https://www.hintergrund.de/politik/welt/krieg-gegen-libyen/

Eine Sammlung der bei AG Friedensforschung erschienen Artikel unter folgendem Link:

http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Libyen/Welcome.html

Und dazu noch bezüglich der Vorwürfe über die angeblichen Massenvergewaltigungen:

https://nocheinparteibuch.wordpress.com/2011/06/13/icc-vorwurf-der-massenvergewaltigungen-in-libyen-zusammengebrochen/

 

Wie vor jedem Angriffskrieg üblich, wurde dieser auf allen westlichen Kanälen mit dichter Propaganda vorbereitet, um das verbrecherische Vorhaben zu verschleiern. Das heißt, es wurde gelogen und verzerrt, um die eigenen Kriegs-Motive in vermeintlich humanitäres Töten zu transformieren. Die Person Gaddafi wurde dämonisiert und als verrückt dargestellt, unbewiesene Ereignisse als Fakten propagiert und schließlich Verbrechen behauptet, die sich nie ereignet hatten.

Von Anfang an wurde durch die NATO-Staaten, die sich als die „Guten“ darstellten, und ihre Verbündeten auf Eskalation gesetzt und sämtliche Versuche der Regierung Gaddafi und einer Reihe von Vermittlern, wie die Afrikanische Union, die um Deeskalation bemüht gewesen waren, ausgeschlagen. Der geplante Krieg wurde in die Wege geleitet, und das Ziel war eindeutig gewesen: organisierter Massenmord und die Zerstörung Libyens.

Das dann realisierte Töten wurde weiterhin von einer ekelhaften Kriegspropaganda begleitet, während gleichzeitig die NATO vor den Augen aller, die es sehen wollten, als Bodentruppen auf salafistische Söldner der Marke Al-Kaida setzte, welche sie an anderen Orten zu bekämpfen vorgaben. Und natürlich auf Special Forces der USA, England und Frankreich sowie von Katar gesponserte Söldnerverbände, unter anderem aus Kolumbien.

Zu den beliebten Kriegslügen der NATO gehörte seit den Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien/Serbien die Formel „schießt auf sein eigenes Volk“, mit welcher die Dringlichkeit einer in den 90ern erfundenen und völkerrechtlich nicht legalisierten „humanitären Intervention“ gerechtfertigt werden solle. Diese Lüge wurde auch kurz gegen die legitime ukrainische Regierung Janukowitsch angewandt und schließlich in einer Dauerschleife bis zum Erbrechen gegen Syrien.

In Libyen war es aber nie zum Einsatz von militärischen Kampfhubschraubern oder Kampffliegern gegen Zivilisten gekommen. Das war genau so gelogen gewesen, wie die Behauptung, Gaddafi hätte extra Viagra ausgeben lassen, um seine Soldaten zu besonders intensiven Vergewaltigungen zu ermutigen. Der angebliche Einsatz schwarzafrikanischer Söldner für die libysche Regierung war ebenso falsch gewesen wie die Verknüpfung mit weiteren Vergewaltigungsorgien durch Schwarze. Das hatte zur Folge, dass in Libyen massenweise Schwarzafrikaner durch rassistische Islamisten abgeschlachtet wurden – unter den schweigsamen Augen der westlichen Kriegstreiber. Diese waren mehr damit beschäftigt gewesen, ihre Al-Kaida-Sturmtruppen nach Tripolis zu bomben.

 

Eine entzückte ehemalige US-Außenministerin und Massenmörderin Hillary Clinton, nachdem sie von der bestialischen Ermordung Gaddafis erfahren hatte. 

 

Neben einigen echten wie auch vermeintlichen NGO’s hatte auch Avaaz sich mit Propaganda und Hetze an den Krieg gegen Libyen als Stimmungsmacher beteiligt.

 

Libyen Flugverbotszone 1

 

Libyen Flugverbotszone 2

Quelle: Avaaz.

https://www.avaaz.org/de/libya_no_fly_zone_1/?cl=979103338&v=8590

 

Avaaz hatte wie gewohnt keine Hintergründe geliefert, sondern nur eine Forderung in den Raum gestellt, die wiederum auf einer parteiischen Behauptung fußte. Die Forderung nach einer Flugverbotszone und deren Durchsetzung bedeutete allerdings Eskalation statt Deeskalation, sie bedeutete Krieg und Tod. Avaaz vertrat hier eine Forderung der Kriegstreiber, deren Lügen diese Organisation schlichtweg nur weitertransportierte.

 

Libyen Flugverbotszone 3

Libyen Flugverbotszone 4

Quelle: Avaaz.

https://www.avaaz.org/de/libya_no_fly_zone_3/

 

Es gab weder Angriffe des libyschen Militärs auf Zivilisten noch etwas, was als „Rebellion“ zu bezeichnen wäre. Die zumeist vom Ausland unterstützten islamistischen Gruppen wurden als „Zivilbevölkerung“ umdeklariert und die große Zustimmung in der Bevölkerung für die Regierung Gaddafi, die sich in zahlreichen riesigen Kundgebungen geäußert hatte, unterschlagen. Avaaz behauptete Anteilnahme seiner vermeintlichen Mitglieder, denen die Forderungen, Meinungen und Lügen des Westens bereits zuvor medial 24 Stunden am Tag um die Ohren geschlagen worden waren – für die Meinungsbildung. 

 

Blutvergiessen 1

 

Quelle: Avaaz.

https://www.avaaz.org/de/free_iman_al_obeidi/

 

Auch bei dieser als „Petition“ getarnten Stimmungsmache gegen Libyen trat Avaaz entschieden für die Eskalation und Krieg ein. Hier wieder die angebliche, weil unbewiesene Gewalt der libyschen Regierung gegen angebliche „Demonstranten“, als wenn die Salafisten und die nach Libyen verfrachteten Söldner irgendetwas mit Demokratie zu tun gehabt hätten. Es wurde unbewiesene Behauptungen dafür benutzt, um bei den zahlreichen faulen „Klick-Aktivisten“ eine Kriegsbegeisterung zu schüren oder zumindest eine Akzeptanz für Bombenteppiche, Marschflugkörper, islamistische Terror-Demonstranten und für viele Opfer zu generieren, welche der westlichen Expansion im Wege gestanden waren.

https://www.heise.de/tp/features/Kriegsluegen-und-die-Erosion-des-Voelkerrechts-3389528.html

 

Da es damals, im März und April 2011, bereits an Belegen für angebliche Verbrechen der libyschen Regierung gefehlt hatte und diese tatsächlich nicht aufzutreiben waren, hatte die westliche Kriegs-PR das Sujet „Massenvergewaltigungen“ und an Soldaten ausgegebene Viagra-Tabletten konstruiert. Im Zuge dieser falschen Behauptungen wurde ein angebliches Ereignis, welches sich Szenen gerecht vor Kameras ereignet hatte, auch von Avaaz verarbeitet. Beweise hatten keine Rolle gespielt.

https://www.avaaz.org/de/free_iman_al_obeidi/

 

Die Organisation Avaaz hatte beim Krieg gegen Libyen eindeutig gezeigt, dass sie an Verständigung und Frieden kein Interesse gehabt hatte. Avaaz hatte propagandistisch mit Verleumdungs-Kampagnen gegen Libyen den Krieg und das Morden unterstützt und die Interessen der Aggressoren USA, Frankreich, England und Katar vertreten. Avaaz war und ist Kriegspartei. Bei dem Krieg gegen Syrien hatte diese Organisation abermals plakativ demonstriert, wessen Interessen mit sehr ähnlichen Kampagnen vertreten wurden.

 

Dienstag
14
Februar 2017

Die Musik-Video-Ecke – 29.

 

Für Günter!

NICK CAVE AND THE BAD SEEDS mit „Mercy Seat“ aus dem Jahre 1988:

 

 

 

 

Montag
06
Februar 2017

Kriegspropaganda in Sozialen Medien. Teil 4-1.

 

Avaaz.

 

In den so genannten Sozialen Medien ist unter anderem das Petitionsunternehmen „Avaaz“ besonders präsent. Es gehört derzeit neben „campact“ zu jener mit der größten Reichweite.

„Avaaz“ gibt vor, den Bürgern eine „Stimme“ zu verleihen, das heißt: diese Stimmen mittels Kampagnen zu organisieren, um anschließend in Form von Petitionen, Medienkampagnen, Protestaktionen etc. in die weitere öffentliche Wahrnehmung zu treten.

„So sorgen wir dafür, dass die Ansichten und Wertvorstellungen der Menschen rund um den Globus berücksichtigt werden, wenn es um Entscheidungen geht, die uns alle betreffen“, so die Organisation „Avaaz“, welche weiters behauptet, für das „Gemeinwohl“ einzutreten.

https://secure.avaaz.org/page/de/about/

 

Inwieweit diese Bürger, die ihre Stimme bequem per Mausklick abliefern können, tatsächlich in der Welt da draußen „berücksichtigt“ werden, muss dahingestellt werden. Ob es jemals zu politischen Handlungen von Entscheidungsträgern aufgrund einer „Avaaz“-Kampagne gekommen ist, wäre unter Umständen eine eigene Untersuchung wert. In einem Artikel des deutschen Magazin STERN hatte ein Autor seine Zweifel geäußert.

http://www.stern.de/politik/ausland/kampagnen-seite-avaaz-unterzeichnet–gutmenschen-dieser-welt–3915582.html

 

Die Themen der Kampagnen waren und sind vielfältig. Für den Schutz der Meere, für den Schutz von Bienen und Walen, für die Rettung von Flüchtlingen oder für den Erhalt von Wäldern und vieles mehr konnte auf diesem Wege eingetreten werden. Es waren zweifellos Anliegen, die zumeist befürwortet werden konnten.

Ob die Kampagnen den maßgeblichen politischen Entscheidungsträgern zuwiderliefen, steht auf einem anderen Blatt. Kampagnen mit einem größeren politischen Gewicht war jene gegen die israelische Besatzung in Palästina (2015), gegen die saudischen Bombardements im Jemen (2016) oder gegen den Monsanto-Konzern (2016).

Im starken Kontrast dazu stehen die Kampagnen gegen den neuen US-Präsidenten Donald Trump. „Avaaz“ schien offenbar unzufrieden mit der Entscheidung der US-Wähler, deren Auswahl ohnehin äußerst bescheiden gewesen war.

„Avaaz“ hatte zuletzt eine bemerkenswert dümmliche Kampagne gegen Trump kurz vor dessen Amtseinführung als US-Präsident am 20. Januar 2017 geführt, welche ein ganz anderes Licht auf diese Organisation wirft.

https://secure.avaaz.org/campaign/de/trump_nuclear_loc/?slideshow

 

Avaaz-Pedition Trump 11

Quelle: Facebook. 

 

Trump wurde hier als „unberechenbar“ und „launisch“ und somit als gefährlich hingestellt, weil er nun zukünftig Zugriff auf das US-Atomwaffenarsenal haben würde. Es wurde somit vollkommen unbelegt in den Raum gestellt, als wenn Trump zukünftig Amok laufen und bei dieser Gelegenheit Atomwaffen einsetzen könnte. Das war pure, faktenfreie Angstmacherei.

Die grundsätzliche Gefährlichkeit der Atomwaffen wurde von „Avaaz“ nicht beanstandet, auch nicht die Gefährlichkeit und Aggressionen aller US-Regierungen zuvor. Die Kampagne hatte sich auf Grundlage eines spekulativen und verleumderischen Szenarios ausschließlich gegen die Person Trump gewandt. Diese war in einem Appell ausgerechnet an den scheidenden US-Präsidenten Obama gemündet, der während seiner Amtszeit in sieben Staaten Krieg geführt und den Drohnenterror ausgeweitet hatte. Wie absurd.

Man kann Trump voreilig vorwerfen, was man will: einen Krieg hat er im Gegensatz zu den anderen – noch – nicht geführt. Doch „Avaaz“ hat ihn synchron zu den Medienkartellen, der Militär-, Finanz- und Israel-Lobby im Visier. Eine ähnliche Initiative gegenüber der Massenmörderin Hillary Clinton war zuvor nicht zu beobachten gewesen. Bei ihr hatte es sich um die Kandidatin der vorgenannten Lobbyverbände gehandelt.

Wir haben es hier also eindeutig mit Propaganda zu tun.

 

Derzeit wurde wieder eine neue Anti-Trump-Kampagne initiiert. Die sind schnell aus dem Hut gezaubert, zumal Trump selbst polarisiert und genügend Munition liefert. Die neueste Empörung richtete sich – gleichfalls parallel zur massenmedialen Ereiferung – gegen das von Trump unterzeichnete Dekret für ein Einreiseverbot für Bürger aus sieben überwiegend muslimischen Ländern in die USA.

https://secure.avaaz.org/campaign/de/president_trump_letter_loc/?slideshow

 

Anti-Trump-Kampagne 22

Quelle: Facebook.

 

Wie üblich hatte sich „Avaaz“ nicht die Mühe gemacht, einen Artikel über Hintergrundinformationen zu verfassen, um dem potentiellen Stimmvieh bestimmte Sachverhalte und Gründe für eine Petition näher zu bringen. Es sollten offenkundig nur „Meinungen“ irgendwelcher Menschen abgefischt werden, denen nicht mehr als eine Meinung vorgesetzt worden war.

Einige Hintergrundinformationen hätten dieser „Avaaz“-Kampagne sofort den Boden entzogen und als Propaganda entlarvt. Das von Trump am 28. Januar 2017 unterzeichnete Dekret richtete sich gegen Bürger der Staaten Irak, Syrien, Libyen, Iran, Jemen, Somalia und den Sudan. Es war befristet auf 3 Monate. Hinzu kam noch eine vorerst unbefristete Aufhebung der Flüchtlingsaufnahme von syrischen Staatsbürgern sowie eine auf 4 monate befristete für alle übrigen Flüchtlinge. Dies wurde mit der Abwehr einer Terrorgefahr begründet. Der Artikel von NBC-News vom 28. Januar 2017 gab genauere Auskünfte

http://www.nbcnews.com/news/us-news/trump-signs-two-executive-orders-expands-power-military-extreme-vetting-n713336

http://edition.cnn.com/2017/01/28/politics/text-of-trump-executive-order-nation-ban-refugees/

 

Die Sinnhaftigkeit dieses Dekrets war neben einer vermeintlichen Diskriminierung zweifelhaft, da Bürger aus diesen Staaten bei terroristischen Aktivitäten in den USA kaum in Erscheinung getreten waren bzw. dies nicht vor einem Gericht bewiesen werden konnte. Der Logik nach hätten unter Einbeziehung der offiziellen Legende von 9/11 eher den Bürgern aus Saudi-Arabien eine Einreise untersagt werden können. Doch gehört dieser Staat als Terroristen-Exporteur ersten Ranges zu den Verbündeten und Kriegskumpanen der USA mit besten Geschäftsbeziehungen.

Das genannte US-Dekret vermittelt dagegen eher den Eindruck, als würde es sich um eine präventive Maßnahme handeln. Denn in den aufgezählten Ländern waren die USA mit Krieg und Terror sehr präsent gewesen. Dazu gehörten die Kriege gegen den Irak, gegen Libyen, gegen Syrien wie auch der ab 1980 mit Hilfe des aufgerüsteten irakischen Regimes geführte Krieg gegen den Iran mit anschließendem Wirtschaftskrieg und Terrorismus. Der Krieg Saudi-Arabiens im Jemen wird von den USA unterstützt, die bereits zuvor dort aktiv gewesen waren. Auch in Somalia hatten die USA mitgemischt, doch beschränken sich Kriegshandlungen derzeit auf den Drohnen-Terror. Und im Sudan unterstützen die USA bei den dortigen bürgerkriegsähnlichen Zuständen die christlichen Milizen, um im Erdöl reichen Süd-Sudan den chinesischen Einfluss zurückzudrängen.

 

Diese Kriege und Kriegsbeteiligungen der USA sind der eigentliche Skandal, nicht die angebliche oder tatsächliche Diskriminierung.

Für „Avaaz“ war und ist dies aber kein Thema. Dieses Unternehmen unterschlug zudem die Tatsache, dass ähnliche Dekrete bereits von der Bush II.-Regierung und 2011 von der Obama-Regierung (gegen den Irak) erlassen worden sind. Das hatte aber keinerlei Mediengeschrei zur Folge gehabt. Donald Trump hatte mit der Unterzeichnung des aktuellen Dekrets ein Wahlversprechen umgesetzt, allerdings war dieses Dekret bereits von Präsident Obama ein Jahr zuvor, im Dezember 2015, mit dem „Visa Waiver Program Improvement and Terrorist Travel Prevention Act of 2015″ veranlasst worden.

https://www.congress.gov/bill/114th-congress/house-bill/158/text

 

Die Liste der „gebannten“ Länder war 2016 auf Libyen, Jemen und Somalia ausgeweitet worden, wie auch auf der Website der „Homeland Security“ zu lesen ist.

https://www.dhs.gov/news/2016/02/18/dhs-announces-further-travel-restrictions-visa-waiver-program

 

Diese Informationen fanden in den westlichen Medienkonzernen und bei „Avaaz“ keinen Eingang. Auch der Pressesprecher des Weißen Hauses, Sean Spicer, konnte reden, was er wollte.

 

Quelle: You Tube.

 

Quelle: You Tube.

 

Es ist somit deutlich, dass „Avaaz“ der US-Partei „Demokraten“ um die korrupte und verbrecherische Clinton-Obama-Clique sehr nahe steht. Die hier festgestellte Täuschung und zur Schau gestellte Heuchelei aufgrund angeblicher Sorge um Diskriminierung durch „Trump-Trump-Trump“ lässt sich auch an einem ganz simplen Faktum festlegen. Die Kriege und der Terror der Obama-Administration gegen überwiegend muslimische Länder hatte zu keinerlei Empörung in den Massenmedien und ihren Partnern geführt. Tagtäglicher Mord, Totschlag, Raub und Zerstörung scheinen über eine größere Akzeptanz zu verfügen – zumindest in den Schreibstuben der westlichen Sprachrohre.

„Avaaz“ ist ein Teil dieses Systems, womit wir im folgenden Teil zu Kampagnen dieser Organisation kommen, deren Inhalt einzig die Verbreitung von Kriegspropaganda gewesen war und in denen unter Vorspiegelung falscher Tatsachen eine intensivere Gewalteskalation gefordert wurde. 

 

Teil 2 folgt.

 

Freitag
03
Februar 2017

Kleine Propagandaübersicht – 21/2/2016.

 

Ratte 0

 

„Europa ein Projekt der Eliten? Leider nicht!“ KURIER, 21. Februar 2016.

Helmut Brandstätter mit einem als „Leitartikel“ ausgewiesen Text, welcher Stimmung für die Organisation EU machen soll. Der Chefredakteur schreckte hierbei vor keiner Dümmlichkeit zurück, welche er allerdings nur bei anderen verortete – ein Phänomen bei dummen Menschen.

„Verhetzung im Internet, das sogenannte Cybermobbing, ist inzwischen strafbar“, meinte Brandstätter, der sein Blatt KURIER gerne als Plattform benutzt, um beispielsweise gegen Putin, Assad und Trump zu hetzen – auch über das Internet.

„Schlichte Blödheiten darf man weiter posten, richtigerweise, jeder darf sich auf seine Art blamieren“, stellte Brandstätter fest, womit er sich anscheinend schlicht selbst aus dem Schneider wähnte.

„Also werden wir auch künftig wieder von der „EU-Diktatur“ lesen“, meinte er, losgelöst von seiner eigenen Blamage.

Dass es sich bei der EU vor allem um ein Wirtschaftsprojekt handelt, welches massive demokratische Defizite aufweist, ist unstrittig, wurde aber von Brandstätter ignoriert. Weder der EU-Rat noch die EU-Kommission sind demokratisch legitimiert. Das lässt sich nur für das EU-Parlament feststellen, welches allerdings kaum etwas zu sagen hat. Die geheimen TTIP-Unterlagen wurden diesem Gremium konsequenterweise vorenthalten. Demokratische Befugnisse der einzelnen Ländern werden umgangen und ausgehöhlt.

In seiner eigenen Voreingenommenheit trat Brandstätter sodann als Oberlehrer auf, der kleinen Kindern dummes Zeug aufschwatzen möchte.

„Dazu ein kleiner Hinweis: Wer die Europäische Union als Diktatur empfindet, soll bitte nach Grozny, in die Hauptstadt Tschetscheniens fahren, oder irgendwo in Nordkorea oder in Simbabwe die dortigen Regime kritisieren. So könnte man lernen, was eine Diktatur ist.“

Brandstätter nun wieder als dumpfer Demagoge, welcher für negative Beispiele diffamierend andere Staaten heranzuziehen versucht, damit das Negative an der EU verschwinden soll. Das änderte allerdings nichts an den Defiziten der EU, zeigte aber die begrenzten Möglichkeiten eines Brandstätters auf. Oh, da fehlt ein Arm? Zeigen wir den Leuten doch den Mann, der keine Arme besitzt.

„Ein weiterer Unsinn: Das vereinte Europa sei ein Elitenprojekt. Eine Gruppe von Männern, die sich an das Völkermorden im 1. Weltkrieg erinnerte und den Wahnsinn des 2. Weltkriegs selbst erlebt hat, wollte den giftigen Nationalismus, der zum mörderischen Hass geführt hat, beenden.“

Der Leser durfte es sich aussuchen: der Herausgeber des KURIER ist entweder verlogen bis in die Zehenspitzen oder dumm wie Brot. Vielleicht auch beides.

Natürlich ist die EU ein „Elitenprojekt“, denn nur diese wirtschaftliche und politische Elite konnten dieses Projekt organisieren, in welchem es zudem um ihre eigenen Interessen gegangen war. Zuvor hieß die Organisation im kleineren Maßstab „Europäische Wirtschaftsgemeinschaft“, um die es auch gegangen war. Die Wirtschaft und die Konzerne sowie deren starke Lobbyverbände in den Gremien und die politischen Einflussnahmen existierten bei Brandstätter erst gar nicht. Er lenkte ab mit einem Friedensprojekt, den die EU angeblich darstellen würde, und band seinen bedauernswerten Lesern die Mär auf, dass eine Gruppe von Männern etwas beenden wollten, was 1945 bereits beendet worden war.

Sogar mit seinem Pathos lag Brandstätter wie ein dummer Schuljunge daneben. Im 1. Weltkrieg hatte es in Europa kein „Völkermorden“ gegeben, weil keinen Völkermord. Das war schlichtweg Krieg zwischen einer ganzen Anzahl von Ländern. Ein Völkermord hatte sich 1915/1916 außerhalb Europas ereignet. Und zwar jener gegenüber den Armeniern auf den Territorium der Türkei und mit Unterstützung der dortigen Militärmission des Deutschen Reiches.

Das Ereignis „2. Weltkrieg“ führte Brandstätter dagegen plump und falsch auf „giftigen Nationalismus“ und „Hass“ zurück und nicht etwa, wie bei fast jedem Krieg, auf Herrschaft und Hegemonie sowie wirtschaftliche Ausbeutung anderer zurück. Im Geschichtsunterricht wäre ein Brandstätter mit der Note 6 noch gut bedient gewesen, weil dies noch ein sehr schmeichelhaftes „Mangelhaft“ bedeutet hätte.

„Dieser Elite verdanken wir eine Konstruktion, die jedenfalls im EU-Europa Kriege unmöglich macht.“

Eben noch war die EU kein Eliten-Projekt, doch plötzlich waren diese Eliten wieder da. Und falsch war es erneut. Denn da hatte es tatsächlich noch den verdeckten NATO-Krieg gegen die Bundesrepublik Jugoslawien gegeben und schließlich 1999 den offenen Angriffskrieg gegen Serbien, unter massiver Beihilfe friedlicher EU-Staaten wie Deutschland und England. Mochte Brandstätter den Balkan außerhalb Europas verortet haben? Wollte er seinen Lesern einreden, dass der Krieg, den EU-Staaten in andere Länder brachten, kein Krieg sei, weil die Aggressoren sich nicht mehr auf EU-Boden gegenseitig an die Gurgel gingen?

Ja, die schöne EU. Kein Zweifel, Brandstätter war über den britischen Premier Cameron verärgert, für den er den Begriff „Feigling“ übernahm. Dessen Feilscherei um Vorteile für Großbritannien und ggf. Reformen auf EU-Ebene, zu denen es ohne den vorherigen EU-bedingten Verlust von Souveränitätsrechten gar nicht gekommen wäre, und die Kopplung an ein Referendum, um die Vertrauensfrage gegenüber der britischen Bevölkerung zu klären, missfielen Brandstätter zutiefst. Er machte deutlich, dass ihm, dem angeblich antidiktatorischen Qualitäts-Journalisten, auch ein demokratisches Referendum nicht gefiel. Er attestierte Cameron die Angst vor den EU-Gegnern und keinerlei historische Größe, die der Premier zuvor allerdings auch nie besessen hatte. Da musste sogar der nun ehemalige Null-Kanzler Faymann für Brandstätter in die Bresche springen, um einen positiven EU-Aspekt zu finden. Dafür brauchte es nicht viel:

„Kanzler Faymann hat sich als Europäer bewährt…“

Brandstätter hatte ein Problem mit den vermeintlichen Eliten, weil es sich in seinen Augen um keine wirklichen handelte. Hier hatte er ausnahmsweise einmal nicht unrecht. Dennoch ließ der KURIER-Herausgeber in einem nachfolgenden Appell keinen Zweifel daran, wie wichtig für ihn eine EU war, auch wenn diese von Pappnasen geführt wurde. Die Wichtigkeit dieser angeblichen Gemeinschaft versuchte er mit der Kriegslage im Nahen Osten zu unterstreichen. Er überlegte sich, dass diese Kriege sich über die Türkei nach Europa ausbreiten könnten. Wie er auf diese Idee kam, blieb schleierhaft, zumal auch europäische NATO-Staaten den Krieg über die Türkei in die umgekehrte Richtung, in den Irak und nach Syrien, getragen hatten. Sein Appell gipfelte schlussendlich in einer dumm-dreisten Behauptung:

„Wer die EU zerstört, liefert uns an fremde Mächte aus, die weder Frieden noch Freiheit wollen.“

An welche Macht mag Brandstätter gedacht haben? An die Macht Islands? An die Macht der Schweiz? Vielleicht Russland? Welche „Macht“ Brandstätter gemeint haben mag, er nannte sie nicht. Und das aus gutem Grund, denn die Nennung eines Namens, gekoppelt mit der Behauptung, dass diese weder Frieden noch Freiheit wollen, also stattdessen Krieg und Unfreiheit, wäre wieder eine dieser ekelhaften Verhetzungen gewesen.

Dabei können wir ihn beruhigen. Die Macht, die wenig an Frieden und Freiheit interessiert ist, die ist schon lange da. Die hatte unter anderem das Drecksblatt KURIER gegründet, damals noch unter dem Namen „Wiener Kurier“.

https://kurier.at/meinung/kommentare/innenpolitik/europa-ein-projekt-der-eliten-leider-nicht/182.157.213

 

„In Camerons Team rüsten sich EU-Gegner.“ KURIER, 21. Februar 2016.

Nicht nur dort.

https://kurier.at/politik/ausland/in-camerons-team-ruesten-sich-eu-gegner/182.182.340

 

„Die Rüge an Österreich geht von Berlin aus.“ KURIER, 21. Februar 2016.

Doch ist der, der rügt, auch der, welche alle Gesetze bricht. Natürlich nur für eine gemeinsame Lösung, die sich bereits zu diesem Zeitpunkt als eine einsame darstellte.

https://kurier.at/politik/ausland/die-ruege-an-oesterreich-geht-von-berlin-aus/182.183.033

 

„Welches Europa wollen wir?“ PRESSE, 21. Februar 2016.

Christian Ultsch mit einem überraschend neutralen Leitartikel, teilweise sogar amüsant.

http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/4930173/Welches-Europa-wollen-wir

 

„Zeit der Entscheidung.“ PRESSE, 21. Februar 2016.

Die Possenspiele des britischen Premierminister Cameron und der Termin für das Referendum.

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/4930137/Brexit-oder-nicht-Die-Zeit-der-Entscheidung-

 

„Ich halte mich für den nettesten Menschen.“ PRESSE, 21. Februar 2016.

Oliver Grimm auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump in South Carolina.

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/4930198/Wahlkampf-mit-Trump_Halte-mich-fuer-den-nettesten-Menschen

 

„Weiße Wut, verunsichertes Amerika: Goldwater säte 1964, was Trum 2016 erntet.“ PRESSE, 21. Februar 2016.

Oliver Grimm erzählte hier ein wenig über den Republikaner Barry Goldwater und dessen desaströsen Verlauf der US-Präsidentschaftskandidatur 1964, um anschließend einige vermeintliche Parallelen zu Donald Trump zu präsentieren.

http://diepresse.com/home/zeitgeschichte/4930178/Weisse-Wut-verunsichertes-Amerika_Trump-erntet-was-Goldwater-1964

 

STANDARD fehlt.

 

Ratte 0

 

 

Freitag
27
Januar 2017

Die Musik-Video-Ecke – 28

 

„The passion of lovers“ von BAUHAUS aus dem Jahre 1981:

 

 

Hier live im Jahre 1998:

 

 

Und aus den frühen 80ern:

 

 

 

Sonntag
22
Januar 2017

Kriegspropaganda in Sozialen Medien. Teil 3-7.

 

Fortsetzung zur Facebook-Seite „Amrha und Wärme für Madaya“. Teil 7.

 

In diesem letzten Teil zur Facebook-Seite „Amrha und Wärme für Madaya“ beschäftigen wir uns mit einzelnen Punkten, welche wir hier nur noch aneinanderreihen und zwecks Übersichtlichkeit nummerieren werden.

1.

Stichwort: Tretminen.

 

Minengeschichte

Quelle: Facebook. 

 

Davon abgesehen, dass die gezeigten „Barrikaden“ eher lächerlich wirken, zweifeln wir auch die Darstellung von „6.000 Tretminen um Madaya“ an. Die genannte Zahl stammt wahrscheinlich vom Helferlein „Ahmad“, welcher es vom „Local Revolutionary Councel“ zu haben scheint. Worauf diese Angabe beruht und was beobachtet worden sein konnte, lässt sich hier nicht klären.

Die Zahl von 6.000 Minen mag für einen Laien hoch klingen, wäre allerdings denkbar gering für einen behaupteten Minengürtel um die Stadt herum. Der Raum ist schlichtweg viel zu groß.

Bei den hier gemeinten so genannten Schützenminen bzw. Anti-Personen-Minen handelt es sich um eine Defensivwaffe, so schrecklich diese auch sind. Das heißt, diese werden in der Regel als Annäherungshindernisse vor den eigenen Stellungen vergraben. Wir wissen es nicht, aber es ist durchaus möglich, dass die SAA und die Hisbollah tatsächlich Minen verlegt haben, um ihre Stützpunkte und Basen vor Überraschungen zu schützen.

Allerdings ist das Verlegen von Minen auch durch die in Madaya befindlichen Takfiri-Söldner ebenso wahrscheinlich, um bestimmte Zufahrtswege zu sperren und ihre eigenen Stützpunkte vor syrischen Spezialkommandos zu schützen. Logischerweise sollten dann deren Minen näher an der Stadt zu finden sein als jene der syrischen Armee. Sollte es tatsächlich zu Minenopfern in Madaya gekommen sein, ist die Wahrscheinlichkeit, dass es sich um durch Terroristen ausgelegte Minen handelte, ungleich höher als umgekehrt.

Die auf der Facebook-Seite dargestellten angeblichen Opfer sind nicht als solche zu erkennen, und letztlich muss die Frage erlaubt sein, warum gerade diese der Wahrheit entsprechen müssen, wenn es viele andere nachweislich nicht sind.

 

Fake Minenopfer

Echt oder falsch? Spielt keine Rolle, weil ohnehin nichts zu sehen ist. Quelle: YouTube. 

 

 

Zudem würde das Präsentieren vermeintlicher Opfer in Madaya eher darauf schließen lassen, dass es in unmittelbarer Umgebung zu Explosionen gekommen sein muss, aber nicht in der Nähe der SAA-Stützpunkte, denn dann wären diese Menschen von den Soldaten geborgen worden.

Grotesk mutet auch die Behauptung an, dass angeblich bereits 2.000 Minen „gefunden und „entschärft“ werden konnten. Doch wo sollen diese ausgegraben worden sein? Vor den Läufen der SAA und Hisbollah? Und womit? Das Bergen von Minen setzt spezielle Kenntnisse und auch technisches Gerät voraus. Es besteht somit der Verdacht, dass es sich bei den abgebildeten Minen um Waffen der „Ahrar al-Sham“ und „Nusra“ handelt.

 

 

2.

Stichwort: Hisbollah-Miliz vertreibt Einwohner.

 

 

Evakuierung

Quelle: Facebook. 

 

Unserer Ansicht nach handelte es sich aber um einen Vorgang, bei welchem syrische Militär die Zone zwischen den Fronten geräumt haben dürfte. Das heißt: Evakuierung der Bewohner zu deren eigener Sicherheit und zur Gewinnung eines freien Schussfeldes vor den eigenen Stützpunkten. Die Behauptung, dass diese Bewohner in die Kleinstadt Madaya geschickt worden wären, ergibt keinen Sinn und ist durch nichts belegt.

 

3.

Stichwort: Artillerie.

 

Leuchtkugel

Quelle: Facebook. 

 

Auf dem gezeigten Bild ist nichts weiter als eine Leuchtkugel zu sehen, mit welcher in der Nacht eine kurzfristige Sicht ermöglicht werden sollte.

 

4.

Stichwort: Explosionen in Schule.

 

Mörser 1

Quelle: Facebook.

 

Mörser 2

Quelle: Facebook. 

 

Mörser 3

blob:https://www.facebook.com/58d393b3-e93c-4636-986f-1ff4b89585ee

Quelle: Facebook. 

 

Was dort geschehen sein könnte, lässt sich nicht klären, da es an weiteren und unabhängigen Quellen mangelt. Zweifellos musste die Situation einem sehr großen Zufall geschuldet sein. An einemOrt, welcher zuvor größte mediale Aufmerksamkeit erfahren hatte, an welchem aber ansonsten kaum etwas geschah, soll es just zum Zeitpunkt einer Videoaufnahme genau an dieser Örtlichkeit zu einer Explosion gekommen sein. Und das auch noch in einer Schule mit Kindern, welches sich seitens Al-Kaida propagandistisch hervorragend verarbeiten ließ.

Bei Betrachtung des auf der Facebook-Seite platziertenVideos waren einige Auffälligkeiten zu beobachten. Es waren Kinder zu sehen, allerdings kein Schulunterricht. Von dem Mädchen, welches in die Kamera redete, wurde nur die untere Gesichtshälfte gezeigt. Da ein Schnitt erfolgte, fehlten Sequenzen. Anschließend waren fortlaufende Kinder zu sehen und nur eine männliche Person im Hintergrund, welche offensichtlich nicht identifiziert werden sollte. Dieser Mann trug ein Tuch vor dem Gesicht und stand in der zur Schau gestellten Situation eher ungerührt herum.

Kurzum: das Video ist nicht glaubwürdig.

 

5.

Stichwort: Frau Schmid wird unsichtbar.

Die Facebook-Seite „Amrha und Wärme für Madaya“ ist noch immer online, doch von Frau Schmid ist nichts mehr zu hören. Irgendetwas muss vorgefallen sein oder sie hatte einfach das Interesse verloren. Ihre Spender und Interessierten darüber informiert hatte sie allerdings nicht.

Bereits ab dem 1. März 2016 waren die Einträge weniger geworden. Nach einem „Post“ am 13. März folgte der nächste erst am 30. März, dann eine Antwort am 1. April, aus welcher hervorging, dass eine Kooperation mit der schweizerischen Hilfsorgansiation NOAH bezüglich Kinder-Patenschaften geplatzt war. Doch niemand der Interessierten hakte hier nach, obwohl offensichtlich war, dass NOAH die Frau Schmidt fallen gelassen hatte.

Nach einem Eintrag am 1. April, der Erwiderung einer lancierten Anfrage am 4. April 2016 und einem geteilten Video am 9. April war plötzlich Schluss gewesen. Erst einen Monat später, am 8. und am 10. Mai gab zwei weitere „Post“ ohne Begleittexte, bei denen zweifelhaft ist, ob diese überhaupt noch von Frau Schmid auf ihre Seite gesetzt worden waren.

Dann hatte sich auch ihre vermeintliche „Supporterin“ und Hardcore-Islamisten-Sympathiesantin, aber auch Spenderin „Ruth Buchli“ Sorgen gemacht. Am 9. Mai hatte sie eine Bitte um Rückmeldung an Frau Schmid hinterlassen. Am 29. Mai schrieb sie dann im Kommentarbereich:

 

Ruth 12

Quelle: Facebook. 

 

„Ruth Buchli“ erhielt keine Antwort, weswegen sie nach einem weiteren Monat, bei dem nur ein einziger geteilten Beitrag auf der Seite „Wärme für Madaya“ erschienen war, noch einmal nachfragte. Das war am 13. Juni 2016 gewesen.

 

Fehlender Post vom 6. Juni 2016 - 1

Quelle: Facebook.

 

(Der Beitrag vom 6. Juni 2016, geteilt durch „Abd Alwahab D.“, wurde kürzlich gelöscht. Daher hier nur eine Kopie vom Kommentar aus unserer Sicherung).

 

Und wieder war keine Antwort von „Wärme für Madaya“ erfolgt. Das war ein Affront nicht nur gegenüber der Frau Buchli, sondern auch jeder anderen Person, welche an Frau Schmid Geld überwiesen hatte. Diese trat nicht mehr in Erscheinung, auch nicht im Kommentar-Bereich. Die Seite wurde unterdessen mehr schlecht als recht mit geteilten Beiträgen gefüllt.

Erst am 11. September 2016 gab es einen Eintrag, der mit einem Begleit-Text versehen worden war. Dabei handelte es sich aber nur um ein Propaganda-Pamphlet, welcher sogar auf dieser Seite wie ein Fremdkörper wirkte.

 

Propaganda-Pamphlet von Unbekannt

Quelle: Facebook. 

 

Ob dieser Text auf Frau Schmid – als ihr letztes Lebenszeichen daselbst – zurückzuführen war, ist unklar. Der Text scheint uns sprachlich gegenüber früheren Beiträgen einer veränderten Struktur zu unterliegen. .

Nach einer Reihe von geteilten Beiträgen wurde noch im September deutlich, dass mindestens eine weitere Person über die Admin-Rechte der Facebook-Seite „Wärme für Madaya“ verfügen musste. Diese Person war der deutschen Sprache kaum mächtig oder hatte mehrfach ein Übersetzungsprogramm benutzt.

Am 21. und 24. September 2016 zum Beispiel mehrere „Posts“ von einer eindeutig anderen Person als jene Frau Schmid, zusammen mit einem Kampagnen-Bild und neuen Facebook-Links:

 

Nix richtig deutsche Sprache 1

Quelle: Facebook.

 

Nix richtig deutsche Sprache 2

Quelle: Facebook.

 

Nix richtig deutsche Sprache 4

Quelle: Facebook. 

 

Nix richtig deutsche Sprache 5

Quelle: Facebook.

 

Als wir im Dezember des Vorjahres auf das von Frau Schmid angegebene Facebook-Profil „Michelle Dayika Noura“ hatten schauen wollen, um dort vielleicht mehr über die Hintergründe ihres Abgangs zu erfahren, fanden wir nichts vor. Die Seite existierte nicht mehr.

Frau Schmid besitzt allerdings ein weiteres Facebook-Profil, wo sie ihre „Freunde“ mit Belanglosigkeiten und eingestreuter Propaganda unterhielt.

https://www.facebook.com/mi.nou.927?fref=ts

 

 

6.

Stichwort: „Ahmad“ aka Abdul Wahab Ahmed, der Islamisten-Reporter.

Auf dem persönlichen Facebook-Profil der Frau Schmid war am 1. Juli 2016 die Meldung platziert, dass „Ahmad“ einen Tag zuvor angeschossen worden wäre. Jedenfalls zeigt das Foto ihn einem Bett liegend, mehr allerdings auch nicht. Obwohl dies ein einschneidendes Erlebnis gewesen sein müsste, hatte diese Meldung keinen Eingang auf der Seite „Wärme für Madaya“ gefunden, nicht einmal bei „Amrha“.

 

Ahmad im Bett

Quelle: Facebook. 

 

Spätestens am 7. Oktober 2016 war es ihm anscheinend wieder gut gegangen, denn er hatte einen Artikel beim Propaganda-Portal „Umayya-Press“ unterbringen können.

http://www.umayyapress.com/no-way-out-of-madaya-only-death-or-approaching-it-and-a-person-who-looks-like-you-in-the-specification/?lang=en

 

 

Am 7. November 2016 erschien auf „Wärme für Madaya“ ein geteilter Beitrag, der ebenfalls von Abdel Wahab Ahmed verfasst worden war. Dieses Mal für den „Syrien Observer“, einer Online-Nachrichtenseite, die von Jihad Yazigi betrieben wird.

 

Syrian Oberver

Quelle: Facebook. 

 

Bei Yazigi handelt es sich um einen syrischen Wirtschaftsjournalisten, der sich selbst als Anhänger der – nicht existenten – „syrischen Revolution“ bezeichnet.

https://jihadyazigi.com/about/

 

Abdel Wahab Ahmed ging es in seinem Artikel um das 4-Städte-Abkommen zwischen der syrischen Regierung und der Al-Kaida-Filiale „Jabhat al-Nusra“ (umbenannt in „Jaish al-Fatah“), in welcher bei einer Versorgung von Madaya/Zabadini auch jene der von Al-Kaida belagerten Städtchen Kefraya und Foua gewährleistet sein sollte.

Ahmed befand hier, dass die in Madaya befindliche „Opposition“ von einem iranischen Unterhändler zum Vorteil für die Menschen in Kefraya und Foua erpresst werden würde. Auch befand er, dass die Belagerungen nicht miteinander verglichen werden könnten, da Kefraya und Foua manchmal durch die syrische Regierung Versorgungsgüter aus der Luft erhalten würde. Außerdem behauptete Ahmed, dass der Einschließungsring der Al-Kaida-Armee „Jaish al-Fatah“ nicht so engmaschig wäre wie jener der Hisbollah um Madaya, so dass sich die dort Eingeschlossenen eher durchschlüpfen und sich von außerhalb außerhalb versorgen könnten.

Deren Lebensgefahr spielte bei einem äußerst zynisch aufgelegten Ahmed keine Rolle. Er erwähnte, dass die Al-Kaida-Truppen sich mit dem Mangel an Flugabwehrwaffen entschuldigen würden und beklagte sich, dass eben diese Al-Kaida so wenig Druck auf Kefraya und Foua ausüben würde, um ein Gleichgewicht zur Situation in Madaya herzustellen.

Helferlein „Ahmad“ machte hier öffentlich keinen Hehl daraus, dass es sich bei ihm zumindest um einen Sympathisanten der sektiererischen Terrorfraktion Al-Kaida handelte und seine Mitmenschlichkeit eine äußert selektive war.

Interessant war hier noch seine Angabe, dass Madaya von angeblich mehr als 165 Stützpunkten der SAA und Hisbollah umgeben wäre. Und um das Dramatische herauszustreichen: diese wären angeblich nur alle 20 Meter voneinander entfernt. Letzteres kann zwar in Anbetracht des Raumes nicht Wahrheit entsprechen, sollte aber jeden potentiellen Spender der Seite „Amrha und Wärme für Madaya“ abermals aufzeigen, dass es bei der Geschichte um die „Aktivisten“, die mit Spendengeldern Lebensmittel von außerhalb besorgen würden, nur um eine Erfindung gehandelt haben kann. „Ahmad“ widerlegte somit die Angaben der Frau Schmid.

Und so befindet sich „Ahmad“ offensichtlich immer noch in Madaya, weil die dortigen Terroristen der „Ahrar al-Sham“ und „Nusra“ an der Kleinstadt krampfhaft festzuhalten gedenken. Das Angebot der syrischen Regierung, sich in die von Al-Kaida besetzte Provinz evakuieren zu lassen, wurde genau so wenig angenommen wie das Amnestie-Angebot für die Terrorhelfer syrischer Nationalität.

http://en.farsnews.com/newstext.aspx?nn=13941013000614

 

Ahrar al-Sham lehnt Evakuierung ab - Twitter, 6.1.2016

Quelle: Twitter. 

 

 

7.

Stichwort: Das letzte Wort.

Eine hatte es auch im Dezember 2016 immer noch nicht kapiert:

Dumme Ruth

Quelle: Facebook. 

 

Die hier besprochene Facebook-Seite hat eher etwas mit der versuchten Finanzierung von Al-Kaida nahe stehenden Gruppen zu tun, aber nichts mit Kindern. Diese wurden und werden nur benutzt.

 

 

Mittwoch
18
Januar 2017

Kriegspropaganda in Sozialen Medien. Teil 3-6.

 

Fortsetzung zur Facebook-Seite „Amrha und Wärme für Madaya“. Teil 6.

 

Wir hatten im vorherigen Teil aufgezeigt, dass (auch) auf der Facebook-Seite „Wärme für Madaya“, welche angeblich eingesammelte Spenden den Hilfsbedürftigen in Madaya zukommen lassen würde, mit nicht authentischen, älteren oder falschem Bildmaterial arbeitete.

Dieser Betrug und die damit verbundenen Lügen waren keinem Versehen und keinen denkbaren Ungeschicklichkeiten geschuldet, sondern Teil einer systematischen Propaganda und Denunzierung, die wenig auf Fakten und Plausibilität setzte als auf umfassende, falsche, unbewiesene, aber sich ständig wiederholende Behauptungen.

Wir hatten uns hier nicht mehr die Mühe gemacht, sämtliches Bildmaterial auf der Seite „Wärme für Madaya“ abzugleichen, möchten hier aber zwei weitere Beispiele anführen, welche den dort platzierten Betrug und die Propaganda aufzeigen sollen.

Dazu gehörte der folgende Eintrag am 8. Januar 2016:

 

Fakefotos ohne Ende

Quelle: Facebook.

 

Auch hier wurde seitens Frau Schmid behauptet, dass sich dieses Geschehen in Madaya abgespielt habe. Wir haben uns das linke Bild angeschaut, welches hier vollständig zu sehen ist:

 

Schwächeanfall-1

Quelle: Haber Journal.

 

Aus der genaueren Betrachtung dieses Bildes ergibt sich allerdings eines, welches sehr gestellt wirkt. (Abgewandtes Gesicht der Frau auf der Trage gegenüber allen Beteiligten, hält den Ausweis eines Mannes in ihrer Hand (!), Helfer hat demonstrativ eine Hand auf ihren Kopf gelegt, was in Anbetracht der behaupteten Situation kontraproduktiv ist, Frau im Hintergrund blickt in die Kamera). Dazu schienen die vier Einschusslöcher (je zwei unterschiedlicher Kaliber, horizontale Schussrichtung) in Madaya deplatziert zu sein, war es in dieser Stadt nie zu Kampfhandlungen gekommen.

Die Suchmaschine von Google zeigte schließlich, dass es sich bei diesem Foto um eines handelte, welches über zahlreiche Nachrichten-Portale verbreitet worden war.

 

Frau auf Gehweg vervielfältigt

Quelle: Google.

 

Dank dieser Suchfunktion bekamen wir auch eine Web-Site des türkischen Portals „Haber Journal“ präsentiert, auf welcher das obige Foto in einem Artikel vom 3. Februar 2014 eingebunden worden war. Es sollte aus dem Palästinenser-Stadtteil Jarmuk (Yarmouk) bei Damaskus stammen, welches zum Teil von den Al-Kaida-Terroristen der „IS“ und der „Nusra“ besetzt gehalten wird.

Ein zweites dort publiziertes Bild – ein Junge im Rollstuhl – zeigte eine gleiche Straßensituation an (Gehwegbreite, Randsteine, Farbe von Schutt und Staub).

http://www.haberjournal.at/dunya/yermuk-multeci-kampindaki-buyuk-dram-h1149.html

 

Als letztes Beispiel möchten wir einen Eintrag bei „Wärme für Madaya“ aufzeigen, welcher auf den ersten Blick eher banal wirken mag, weil das gezeigte Foto nichtssagend ist, dieses aber mit einer bestimmten Botschaft verknüpft worden war.

 

Dose

Quelle: Facebook. 

 

Eine Hand hält eine Konservendose, die nicht für den Verkauf bestimmt sein sollte und sichtlich aus dem WF-Programm stammt. Dieses Foto enthält selbst keine Information, weil nicht ersichtlich ist, wer diese Dose wo und wann in der Hand gehalten mag und in wessen Besitz diese gewesen sein mochte. Eine Bedeutung bekam diese Dose erst durch Frau Schmid von „Wärme für Madaya“. Sie behauptete, dass es sich um um Konserven handeln würde, welche von der syrischen Regierung unterschlagen worden wären.

Wie gewohnt hatte Frau Schmid auf einen Beleg für diese Behauptung verzichtet, dafür aber mit regelrechter Hetze noch einen aufgesetzt:

 

Dosen-Erklärung 1

Quelle: Facebook. 

 

„Regime“ und „Sympathiesanten“, wen immer Frau Schmid gemeint haben mag, sie sollen auch getarnt gewesen sein. Vielleicht als Terrorist, aber das wissen wir nicht. Das wusste nur Frau Schmid.

Wer hier allerdings kriminell aktiv war, wurde auch in diesem Fall schnell deutlich. Diese von einer Hand gehaltene Dose hatte bereits ein Vorleben gehabt. Nach einer Quelle wäre diese 2014 in Yarmouk gewesen.

 

Dose in Jarmuk

Quelle: Twitter. 

 

Woanders wurde die abgebildete Konserve – ebenfalls 2014 – in Jordanien gesichtet. So jedenfalls der britische Botschafter Peter Millett in Amman. Er hatte behauptet, dass die an syrische Flüchtlinge bestimmten Waren von der jordanischen Regierung unterschlagen werden würden.

 

Dose des britischen Botschafters in Jordanien

Quelle: Twitter.

 

Die erste Publikation dieses Fotos hatten wir in einem algerisch-marokkanischen Blog aus dem Jahre 2013 gefunden, wo es um Flüchtlinge in der Sahara gegangen war. Diese Konserve hatte demnach vor Frau Schmid bereits die Runde gemacht.

 

Dose in Marokko

Quelle: http://gherrabicom.unblog.fr/2013/11/10/

 

Aber wen kümmern schon die Betrügereien, Lügen und Verleumdungen. Hauptsache, naive Spender werden dazu bewegt, ihr Geld in zweifelhafte Hände zu geben. Mit einer weiteren Behauptung sollte „bewiesen“ werden, dass dieses Geld – irgendwie – in Madaya auch angekommen wäre, um damit zu helfen. Frau Schmid bedankte sich am 17. Januar 2016 bei ihren Gönnern mit drei nichtssagenden Bildern, in welchen die Geldauszahlung offenbar ganz ohne Geld vonstatten gegangen war.

 

Geldauszahlung ohne Geld

Quelle: Facebook. 

 

Da wurde es einem warm ums Herz! 100 privilegierte Familien sollten nun einkaufen können! Zum Beispiel bei dem Mann, der die UN-Hilfslieferungen verschachert, oder – noch besser – 100 Familien durften nun selbst und ganz nach der Madaya-Legende den Belagerungsring durchbrechen und Minenfelder überqueren, um sich außerhalb der Kleinstadt mit dem Notwendigsten einzudecken, sprich: einkaufen zu gehen.

 

Minen auf geheimen Wegen

Quelle: Facebook.

 

 

Freitag
13
Januar 2017
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