Die Karmeliter-Kirche in Wr. Neustadt. Teil 7: Der Bürgermeister

 

Die Mietpartei Rohde hatte am 10. Juni auch eine Mail an das Büro der Landeshauptfrau Mikl-Leitner geschickt, handelt es sich doch bei dieser Dame um die aktuelle Vorgesetzte gewisser hier bereits erwähnten Individuen. Dort hielt man allerdings nicht einmal eine Empfangsbestätigung für nötig. Also wie gehabt. Und notiert.

Nach dem Verlust von Raum, Produktionsmöglichkeiten, Zeit und Geld konnte die Mietpartei Rohde langsam mit dem Abtransport – natürlich nur während des Baustellenbetriebes und zu Zeiten, an welchen auch die meisten anderen Menschen zu arbeiten haben – der Requisite beginnen. Es hätte auch das Fotolabor sein können, denn die Wasserzufuhr war bereits abgedreht worden.

Etwas überraschend langte am 16. Juni 2017 eine Mail von dem Bürgermeister der Stadt Wr. Neustadt, Klaus S., ein:

 

Sehr geehrter Herr Rohde!

Bezugnehmend auf Ihren Mail-Verkehr mit verschiedenen Verantwortlichen der Stadt Wiener Neustadt und der Fachhochschule Wiener Neustadt darf ich festhalten, dass es aufgrund des Projekts „Fachhochschul-Citycampus“ notwendig ist, die Karmeliterkirche mietfrei zu stellen. Mir ist bewusst, dass diese Umstände für Sie nicht angenehm sind, allerdings führt an der Räumung der von Ihnen gemieteten Räumlichkeiten kein Weg vorbei.

Mit freundlichen Grüßen

Mag. Klaus Schneeberger

Bürgermeister

 

Irgendetwas schien an Information nicht angekommen zu sein. Denn die Mietpartei beabsichtigte nicht, sich in der besagten Räumlichkeit festzukrallen. Es waren andere Umstände, nicht aber der genannte.

Das musste richtig gestellt werden und soll hier widergegeben werden, um keinen Zweifel an dem Informationsgehalt aufkommen zu lassen. Die Mietpartei Rohde erwiderte nach der Rückkehr aus dem Marchfeld am 18. Juni 2017 dem Bürgermeister:

Sehr geehrter Herr S.!

Auch mir ist es bewusst, dass aufgrund des FH-Projekts die Karmeliter-Kirche mietfrei gestellt werden muss. Das habe ich übrigens nie in Frage gestellt und war jeder Mietpartei zumindest mittelfristig bekannt gewesen.  D a s  ist also gar nicht der Punkt. 

Die Umstände allerdings lassen zu wünschen übrig: keinerlei Informationen, meine Mieterschaft einmal „vergessen“, als Bedienstete 2015 die Tür zum Mietgegenstand aufgebrochen hatten, dann erneut 2017 „vergessen“; jegliche Kommunikation mit Stadt/Land wurde ignoriert/verweigert; die damalige Zusage seitens der Stadt nach Ersatzräumlichkeit sollte nicht mehr für mich gelten; das Türschloss wurde am 19. Mai ausgetauscht, ohne mich zu informieren, und mir der freie Zugang seit diesem Zeitpunkt verweigert, was wiederum der Gebäudeverwaltung NÖ nicht interessiert.

Neben dem Ärger und dem Verlust von kostbarer Zeit hat der für mich gesperrte Zugang zudem meine kurz vor dem Abschluss befindliche Publikation verzögert (Adelssitze/Bezirk Wr. Neustadt), welche zur Hälfte Fotografien beinhaltet. In der gemieteten Räumlichkeit befindet sich das Fotolabor und ein Teil der Fototechnik. Wenn ich nun Pech habe, wird der Verlag die Veröffentlichung dieses Jahr nicht mehr vornehmen, was natürlich für mich weitere Konsequenzen zur Folge haben wird. Unter anderem muss ich auch meine beiden Mitarbeiter ausbezahlen, ohne allerdings dieses Jahr Einkünfte zu erhalten.

Davon einmal abgesehen: die Umstände, die Probleme und den Ärger habe ich nicht nachvollziehen können. Der Männergesangsverein hat wie alle anderen ehemaligen Mietparteien einen Ersatz erhalten. Hätte ich ebenfalls einen erhalten, wäre es zu einem vollkommen geräuschlosen Umzug gekommen – und jeder hätte in Ruhe weiterarbeiten können. Leider hatte sich bislang niemand dafür interessiert, diese Ersatzräumlichkeit oder Alternative auch nur zu definieren, um mit mir gemeinsam so etwas wie eine Schnittmenge zu eruieren.

Mir persönlich wäre ein größeres Atelier sogar angenehmer, sogar Zusammenlegungen mit anderen Personen wären möglich wie auch eine höhere Miete etc. Ich denke, dass innerhalb eines „normalen“ Umgangs über alles gesprochen werden kann. Wie dem Herrn E. gegenüber erwähnt, existiert zum Beispiel in der Kollonitschgasse Leerstand, auch wenn dieser weitgehend devastiert worden ist. Aber auch derartige Räumlichkeiten könnten für mich von Interesse sein in Form von niedriger Miete gegen Sanierung aus eigenen Mitteln, um ein weiteres Beispiel zu nennen. Dann hätten ggf. beide Seiten etwas davon.

Dabei mag es keine Rolle spielen und für die Stadt nicht von Interesse sein, dass ich in der Vergangenheit in dieser Stadt in kultureller Hinsicht einiges auf die Beine gestellt hatte und dafür auch ausgezeichnet wurde (Foto & Video, Medien-Installationen, Kurzfilmreihe BANALE im Stadttheater). Dazu das Publizieren sowie die Mittelalter-Forschung, wobei mir nicht bekannt ist, dass in Wr. Neustadt ein zweiter Spezialist für das 15. Jahrhundert gegenwärtig ist.

Wie auch immer – nach dem bisherigen unsäglichen Verlauf der Dinge – siehe oben in aller kürze – muss auch ich meine (Rück-)Schlüsse ziehen.

Mit freundlichen Grüßen,

Rüdiger Rohde

Obmann

 

Daraufhin der Bürgermeister Klaus S. am 19. Juni 2017 :

Sehr geehrter Herr Rohde!

Lassen Sie mich festhalten, dass Sie mich in dieser Angelegenheit zuvor noch nie kontaktiert haben und meines Wissens nach das Mietobjekt nicht mietvertragskonform verwendet wird. Wenn es uns möglich ist, werden wir Sie aber selbstverständlich bei der Suche nach einem neuen Quartier unterstützen.

Beste Grüße

Mag. Klaus Schneeberger

Bürgermeister

 

Man sucht vergebens nach den entscheidenden Punkten, nach etwas Konkretem statt etwas Möglichem, was wir hier festhalten wollen. Es entstand der Eindruck, dass auch der direkte Dialog mit dem Bürgermeister ins Nichts führen würde, zumal er den Erhalt der ersten Mail im Mai schlichtweg abgestritten hatte.

Auch das musste am selbigen Tag noch richtig gestellt werden:

 

Sehr geehrter Herr Schneeberger!

Ich hatte in dieser Angelegenheit eine an Sie gerichtete Mail bzw. Information samt Anfrage über das Bürgermeisterbüro bereits am 22. Mai abgeschickt, nachdem ich vor der verschlossenen Tür der Karmeliterkirche gestanden war. 

Die Verwendung der Räumlichkeit auch als Fotolabor war der damaligen Stadtregierung – und darüber hinaus – bekannt. 

Die bisherige Kommunikation in dieser Causa verlief einzig und allein über Herrn Erlacher von der FHI, weil ansonsten niemand reagiert/geantwortet hatte. Über ihn kam zuletzt auch die Meldung, dass die Stadt – ganz pauschal – über keine (freien) Flächen verfügen würde. Möglicherweise stammte diese Meldung von DI Korzil, aber für mich ist es nicht ersichtlich, wer mit wem gesprochen haben könnte oder tatsächlich hat – und wer nicht. 

Mit freundlichen Grüßen,

Rüdiger Rohde

 

Sollte nach den dünnen Worten des Bürgermeisters der Stadt Wr. Neustadt dicke Taten folgen? Oder sollte die bisherige Außendarstellung der Verwantwortlich genau so mies bleiben wie zuvor?

Die Wetten werden noch angenommen.

 

 

 

Sonntag
25
Juni 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 10.

 

Das österreichische Blättchen PRESSE hatte in ihrer Printausgabe vom 5. April 2017 die „mutmaßliche“ Giftgas-Geschichte auf ihre Titelseite gebracht: „Das Giftgasmassaker von Idlib“.

Für den Artikel zeichnete sich der „Mitarbeiter“ Martin Gehlen verantwortlich, der bereits mit der Unterzeile den wiederholten Nachweis erbrachte, dass es sich bei ihm um einen gewöhnlichen Kriegspropagandisten handelt.

„Syrien-Krieg. Bei einem Luftangriff mit Chemiewaffen auf einen Ort in der Provinz Idlib sollen Dutzende Menschen getötet worden sein. Weltweite Empörung, doch Damaskus und Moskau weisen Schuld von sich.“

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5195776/SyrienKrieg_Das-Giftgasmassaker-von-Idlib

 

Gehlen war mit seiner Propaganda nicht ungeschickt. Zuerst stellt er einen (unbewiesenen) Luftangriff mit Chemiewaffen als Tatsache dar, um allein bei den Opfern zu relativieren. Daraus leitete er eine „weltweite“ Empörung ab, die sich in Wirklichkeit aber nur in den Medien des westlichen Kriegsbündnisses und politischen Entscheidungsträgern wiederfand. Im selben Satz platzierte Gehlen eine Schuldzuweisung auf die heimtückische Art und Weise, dass er Damaskus und Moskau eben diese Schuld von sich weisen ließ.

Gekoppelt mit der „Empörung“ sollte hier suggeriert werden, dass außer Damaskus und Moskau niemand dafür verantwortlich sein könnte. So setzte er als Kontrast in seinem Artikel die Syrien-Konferenz in Brüssel an den Anfang, um die Gutmütigkeit der westlichen Politiker darzulegen, welche mehr Geld für die Flüchtlinge und auch für den Wiederaufbau in Syrien aufzustellen versuchten. (Wiederaufbauhilfen von Staaten, welche in dem Krieg gegen Syrien involviert sind, werden übrigens von der syrischen Regierung – nachvollziehbar – abgelehnt).

Nach der Zitierung des politischen Geschreis – Gehlen nennt hier mit der EU-Außenbeauftragten, Frankreich und der Türkei ausschließlich Kriegsparteien – erzählte Gehlen, was er auf den bekannten Videos über den Giftgasangriff gesehen haben will. Hinterfragt wurden die Bilder ebenso wenig, wie auch die Quelle dieser Aufnahmen nicht erwähnt wird: Al-Kaida. Ein zu eins wurden sämtliche Al-Kaida-Nachrichten transportiert, als würde es sich auch bei Gehlen um einen ihrer Sprecher handeln.

Mittlerweile existiert eine Fülle von Untersuchungen, Berichten und Informationen über diese Medien-Sanitätsabteilung von Al-Kaida, welche der PRESSE-Propagandist ungerührt weiterhin als „syrische Zivilschutzorganisation“ zu verkaufen versucht.

Aber auch Gehlen kann Al-Kaida nicht mehr ganz verschwinden lassen. Obwohl es sich bei deren Söldnertruppen und Terroristen um d i e eine Partei handelt, die in Syrien den Krieg am Boden führt, hatte der Propagandist nur einen einzigen und wenig informativen Satz dazu übrig.

„Die Provinz Idlib gilt als letzte Hochburg der Rebellen, unter denen die al-Quaida-nahe Allianz Hayat Tahrir al-Sham jetzt den Ton angibt.“

Gehlen log seinen Lesern freilich auch mit diesem einen Satz ins Gesicht. Er tat so, als würden sich in der Provinz Idlib auch andere wesentliche Gruppierungen befinden, die er aufgehübscht als „Rebellen“ tituliert, welche „jetzt“ von einer „al-Quaida-nahen“ Fraktion angeführt werden würde. Das ist blanker Unsinn, denn Al-Kaida – gleichgültig unter welchem Label auftretend – hatte von der Türkei kommend die Provinz überfallen und gewaltsam besetzt. An dieser Besetzung durch Söldner und Terroristen hatte sich bislang auch nichts geändert. (Davon abgesehen musste es sich bei den angeblichen „Rebellen“, sollten diese existieren, ebenfalls um Terroristen handeln, wenn diese mit Terroristen praktieren. Auch in Österreich gibt es im Strafgesetzbuch entsprechende gesetzliche Regelungen. Unterstützer von Terroristen werden allerdings nicht als „Rebellen“ bezeichnet).

Nach dem verlogenen und wie verloren wirkenden Alibi-Satz zu Al-Kaida kam Gehlen sofort auf das „Regime“ zu sprechen. Zwar behauptete er nicht, dass die syrische Regierung für den Giftgasangriff in Ost-Ghouta 2013 verantwortlich sei, stellte dies aber zumindest in den Raum, weil er anschließend die Vernichtung der syrischen Chemiewaffen erwähnte. „Vereinzelte Angriffe“ hielt er allgemein, setzte dies aber in den Kontext zu Damaskus.

Wie bei allen anderen westlichen Propagandisten ließ er sämtliche Chemiewaffenangriffe und das Hantieren mit Kampfstoffen von Al-Kaida unter den Tisch fallen und stellte natürlich auch die weiteren Umstände aus dem Jahre 2013 her, welche die Täterschaft von Terroristen nahe legen. Auch eine kleine beigefügte Grafik unterstrich die Parteinahme für Al-Kaida, wo zu dem Ereignis von Ost-Ghouta nur das Dementi aus Damaskus beigefügt wurde, nicht aber jenes von Al-Kaida, als wäre die Organisiation über jegliche Täterschaft erhaben.

Interessanter war in diesem Propaganda-Artikel die Meldung, dass Washington in seinem bisherigen Bemühen, die syrische Regierung zu stürzen, davon abzurücken schien. Das sollten die Syrer nun selbst bestimmen, hieß es nun, womit zumindest offiziell die russische Position übernommen wurde. Die angeblich Guten in der EU sahen dies allerdings anders.

Am Ende des Artikels glaubte Gehlen, dass sich Washington künftig „offenbar“ auf den Krieg gegen den „Islamischen Staat“ konzentrieren wolle. Wir erinnern uns, dass es an einer gewissen Konzentration gemangelt haben muss, denn schließlich hatte der ehemalige US-Präsident Obama als Vorsteher der mächtigsten Militärmaschinerie bereits im Sommer 2014 den Krieg gegen den „IS“ erklärt gehabt.

Zwei Jahre und neun Monate später würden sich nun die von den USA unterstützten Kräfte der kurdisch-arabischen SDF der vom „IS“ besetzten syrischen Stadt Raqqa nähern.

Aus dem syrischen Raqqa wie aus dem irakischen Mosul gab es im Juni 2017 aktuelle Bilder, die ein hübsches Feuerwerk am Himmel zeigen – zerplatzende Phosphorgranaten. Halt! Handelt es sich dabei nicht etwa um chemische Waffen? Wir können uns aber wieder beruhigen, denn die werden von den Guten verschossen.

 

 

 

 

 

Freitag
23
Juni 2017

Die Musik-Video-Ecke 38.

 

CLAN OF XYMOX mit „A day“ aus dem Jahre 1985:

 

 

 

Mittwoch
21
Juni 2017

Die Karmeliter-Kirche in Wr. Neustadt. Teil 6: Der vorgeschobene Anwalt.

 

Funkstille.

Von den Vertretern der von Steuergeldern finanzierten Organisationen „Gebäudeverwaltung NÖ“, „Stadtregierung Wr. Neustadt“ und „FHI“ kam nach der letzten E-Mail noch nicht einmal ein Widerspruch. Lösungsorientierte, konstruktive Verhaltensweisen schienen so fremd wie ein auf Gesprächsbereitschaft beruhendes vernünftiges Miteinander.

Dann stellte sich allerdings heraus, dass jemand in St. Pölten ein vor Erregung nasses Höschen bekommen haben muss. Nicht, dass dieser Jemand plötzlich soziale Kompetenzen entwickelt hätte oder als Vermieter seinen Pflichten nachgekommen und über diese Charakterentwicklung in positive Erregung verfallen wäre, nein, weit gefehlt.

Die Persönlichkeitsentwicklung dieses Jemand schien auf einem bedenklich niedrigem Niveau abgeschlossen, wie anders ist es zu erklären, dass besagter Jemand von der Gebäudeverwaltung NÖ ihrem Mieter das Mietrecht widerrechtlich verwehrte und gleichzeitig jegliche Kommunikation verweigerte, sondern stattdessen Steuergelder verwendete, um – wieder einmal – eine andere Organisation als eine Art „Sprecher“ für vorzuschieben. Einen Sprecher für ein Nichts. Wie kläglich.

Das Schreiben, welches dazu dienen sollte, einen aufgeblasenen Eindruck zu schinden, kam von der Anwaltskanzlei „Vavrovsky. Heine. Marth.“ Aufgesetzt am 8. Juni 2017 wurde der Schrieb per Einschreiben der Mietpartei Rohde am 13. Juni zugestellt.

Hier der Scan dieses Schreibens von dem Rechtsanwalt „Dr. Christian M.“:

 

Rechtsanwalt-Marth

 

 

Aufgrund einer Forschungs-Excursion im Weinviertel für einige Tage verhindert, konnte die Mietpartei Rohde sich erst am 18. Juni 2017 den Spaß erlauben, auf dieses überflüssige Schreiben mit einer Erwiderung zu reagieren.

Hier im ganzen Wortlaut:

Betr.: Mietvertrag Schlögelgasse 24, 2700 Wr. Neustadt.

Sehr geehrter Herr M.!

Vielen Dank für die Information, dass Ihre Anwaltskanzlei die Abteilung Gebäudeverwaltung NÖ rechtsfreundlich vertritt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass Sie mit dem in dieser Abteilung angestellten Personal über eine hervorragende Geschäftsbeziehung verfügen und möchte Ihnen auch für die Zukunft eine erfolgreiche und lukrative Geschäftstätigkeit wünschen.

Ich dagegen vertrete mich selbst, wie es meiner kostengünstigen Gewohnheit entspricht, und auch, weil ich im Gegensatz zu ihrem Mandanten dazu befähigt bin.

Daher möchte ich Ihnen mitteilen, dass die mir gegenüber ausgesprochene und schriftlich zugestellte Kündigung der Räumlichkeit in der Karmeliterkirche/Wr. Neustadt zum 30. Juni 2017 bereits bekannt war. Es hätte einer erneuten Erwähnung nicht bedurft.

Als ebenso überflüssig erachte ich den Hinweis, von Ihnen als „Forderung“ ausformuliert, den Mietgegenstand bis zum 30. Juni 2017 zu räumen, da dieser Umstand den Vertragsgegenstand einschließlich der Kündigung beinhaltet. Der zeitgerechte Auszug bis zum benannten 30. Juni 2017 obliegt natürlich ausschließlich dem Ermessen des Mieters.

Mir ist natürlich vollkommen bewusst, dass Sie eine Dienstleistung im Auftrage Ihres Mandanten erbringen, welcher offenbar Sorge trägt, dass der fristgerechte Auszug meiner Mietpartei eventuell einige Schwierigkeiten bereiten könnte.

Diese Sorge begründet sich auf den Umstand, dass Ihr Mandant diese Schwierigkeiten selbst verursacht hat. Zuerst hat dieser Ihr Mandant meine Mieterschaft übersehen und verschlampt, dann die Stadt Wr. Neustadt sich geweigert, trotz einer Zusage der vormaligen Stadtregierung eine Ersatzfläche zu stellen, schließlich Ihr Klient, pardon, Mandant als Vermieter mir als Mieter nach Errichtung einer Baustelle das Mietrecht verweigert. Spätestens seit dem 19. Mai 2017 ist die Tür zum Haupteingang zur Karmeliterkirche mit einem neuen Schloss versehen und mir der freie Zutritt verwehrt.

Eine gewisse Sorge bei Ihrem Mandanten scheint demnach tatsächlich nicht unbegründet, zumal dieser mir die Möglichkeit einer Räumung beträchtlich erschwert und gleichzeitig jegliche Kommunikation verweigert, als wäre er mit gewissen autistischen Zügen behaftet.

Ihr Mandant zeigte sich bislang der oben erwähnten Widerrechtlichkeit vollkommen gleichgültig gegenüber wie auch dem dadurch angerichteten Schaden an meiner Produktionsfähigkeit.

Ich kann mir vorstellen, dass Sie über diese Tatsachen von der Gebäudeverwaltung NÖ nicht in Kenntnis gesetzt worden sind. Sie werden Ihren Mandanten sicherlich besser kennen als es mir möglich gewesen ist.

Die Übergabe des nicht verwendungsfähigen Schlüssels kann unter Ausstellung eines Revers jederzeit erfolgen, da das Türschloss seit dem 19. Mai nicht mehr in der Eingangstür existiert und folglich der Eingangsschlüssel jeglichen Sinn verloren hat.

Mit freundlichen Grüßen,

Rüdiger Rohde

 

 

 

Sonntag
18
Juni 2017

Die Karmeliter-Kirche in Wr. Neustadt. Teil 5: Ignoranz und Verleugnung von Realitäten.

 

Nachdem in dem Telefonat vom 24. Mai 2017 zumindest seitens des Bürgermeisterbüros der Stadt Wr. Neustadt das Bemühen um eine konkrete Lösung signalisiert worden war und einige Tage der „Geduld“ vergangen waren, erhielt die Mietpartei Rohde von dem Geschäftsführer der FHI am Nachmittag des 29. Mai 2017 eine Mail, in welcher von einer konkreten Lösung nichts mehr zu lesen war.

Diese Mail bedeutete nichts weiter als die Fortsetzung der Verhaltensweisen von Stadt und Land („mitanand“), sie beinhaltete aber auch Dreistigkeit und Realitätsverweigerung. Spontan fragte sich die Mietpartei Rohde, für wen der Geschäftsführer der FHI diese Mail verfasst haben könnte. Die konnte von ihm selbst nicht ernst genommen werden, von der Mietpartei Rohde ohnehin nicht.

Die auffällige Strukturierung des Textes zeigte sofort an, dass diese Mail bzw. der Text vor allem für andere bestimmt war, von denen zumindest einige ersichtlich waren: der Friedrich V. von der Gebäudeverwaltung NÖ und der Stadtbaudirektor von Wr. Neustadt, der Herr K.

Wir wollen hier diese Mail vom 29. Mai 2017 ungekürzt, aber anonymisiert publizieren:

 

Sehr geehrter Herr Rohde,

Bezug nehmend auf unsere bisherige Korrespondenz und Rücksprache mit Herrn V. (LAD3) und DI K. (Stadtbaudirektor WN) darf ich Ihnen zusammenfassend mitteilen:

·         das Land (LAD3) hält an der Kündigung des MV fest und ist unzweifelhaft der Ansicht, dass das Mietverhältnis nicht im Anwendungsbereich des MRG liegt (somit gibt es auch keine juristische Verpflichtung zur Stellung einer Ersatzfläche, das MV endet somit Ende Juni)

·         die Stadt Wiener Neustadt hat keine Flächen die sie als „Ersatzflächen“ anbieten kann, da sie selbst über keine derartigen Flächen verfügt und für den eigenen Bedarf schon Flächen angemietet hat

·         Nachdem alle Beteiligten an einer gütlichen Lösung interessiert sind, habe ich mich zwischenzeitlich informiert und recherchiert, und meine eine

gute Alternative für Sie gefunden zu haben; in concreto habe ich mit den Betreibern des WINPARK telefoniert und diese haben mit mitgeteilt, Flächen

wie von Ihnen gewünscht zur Verfügung zu haben:

https://www.winbox.at/winbox.html

Frau E. Martina von WINPARK hat mir mitgeteilt, dass Sie gerne einen Termin mit Ihr vereinbaren können um die Flächen zu besichtigen.

Wenn dies für Sie eine passende Alternative ist, kann ich Ihnen hiermit unsere Unterstützung bei der Umsiedelung zusagen.

·         für die Dauer des aufrechten Mietverhältnisses in der Karmeliterkirche haben Sie selbstverständlich uneingeschränkt Zugang zu den von Ihnen angemieteten Flächen (über den Haupteingang Karmeliterkirche; der Polier Hr. Josef K. weiß Bescheid)

 

Ich hoffe, dass es gelungen ist Ihnen eine vernünftige Alternative aufzuzeigen und freue mich auf Ihre Rückmeldung.

mit freundlichen Grüßen

Mag.(FH) Mag.iur. Peter E.

Geschäftsführung FHWN – COO

Geschäftsführung FHI – CEO

 

Die Gebäudeverwaltung NÖ hatte an ihrer degenerierten, asozialen, verantwortungslosen, aber juristisch stärkeren Position bislang keinen Zweifel gelassen. Das Festhalten an einer Kündigung war freilich thematisch verfehlt, weil diese Kündigung vom Mieter nie angefochten wurde – und auch nicht angefochten werden kann.

Neu war hier die Behauptung seitens der Stadt Wr. Neustadt, dass angeblich keine Ersatzflächen zur Verfügung stehen würden. Davon abgesehen, dass in der Runde der Mietpartei Rohde beim Verlesen dieses Absatzes alle Anwesenden gelacht hatten, zeigt der Kommunkationsverlauf bereits auf, dass diese Behauptung als nichts anderes als eine Behauptung gewertet werden konnte.

Die Stadt Wr. Neustadt hatte nämlich bislang immer noch nicht Kontakt mit der Mietpartei Rohde aufgenommen, um überhaupt erst einmal diese mögliche Ersatzräumlichkeit zu definieren. Das wären Lage, Mietpreis, räumliche Voraussetzungen, größere Räumlichkeit bei eventueller gemeinschaftlicher Nutzung mit anderen, Zeitfenster etc.

Die schriftlich kolportierte Behauptung war somit äußerst unglaubwürdig. Inwieweit es sich hierbei um eine vorsätzliche Lüge gehandelt hatte, muss noch nachgewiesen werden.

Dass dem Geschäftsführer der FHI offenbar jegliche Kenntnis über die Funktionalität eines Fotolabors fehlte und er auch den Sinn eines Arbeitsplatzes nicht erkannt zu haben schien, soll ihm nicht angekreidet werden. Es war offensichtlich geworden, dass er sich aus einem Abhängigkeitsverhältnis heraus zu einem Boten anderer mißbrauchen ließ.

Zu behaupten, dass angeblich alle Seiten an einer gütlichen Lösung interessiert wären, war natürlich grober Unfug. Und die Behauptung, dass die Mieterpartei Rohde „selbstverständlich“ freien Zugang zu der Karmeliter-Kirche haben würde, war schlichtweg gelogen. Den gab und gibt es nicht.

Nun, wir wissen nicht, was den Geschäftsführer der FHI veranlasst hatte, sich derartig zu entblößen. Und für wen.

 

Die Mietpartei Rohde überprüfte am selben und am folgenden Tag der Ordnung halber die Zugänglichkeit zu seinem Mietgegenstand, Arbeitsraum und Privateigentum mit einem negativen Befund. Am dritten Tag, als die Baustelle geöffnet war, sollte sich der laut dem Geschäftsführer der FHI „Bescheid wissende“ Polier auf einer Besprechung in Wien befinden. Am vierten Tag verpasste ihn die Mietpartei Rohde, nun eher erschienen, nur knapp. Pech.

Das hatte natürlich nichts mit dem Herrn K. zu tun, bei ihm handelt es sich um einen sehr umgänglichen und freundlichen Mann, der auch seine Hilfe beim Tragen angeboten hatte. Der Vollständigkeit halber soll hier aber noch die später an den Polier gerichtete Frage erwähnt werden, ob er „Bescheid wisse“. Zum Beispiel wegen dem Schlüssel oder dem freien Zugang für den Mieter. Leider musste dies Herr K. freundlich verneinen.

Nachdem die Mietpartei Rohde abermals und mehrmals das ihm verweigerte Mietrecht festgestellt hatte, sollte diese auf die Mail des Geschäftsführers der FHI reagieren und dessen Inhalte korrigieren.

Auch diese Mail vom 1. Juni 2017 geben wir hier anonymisiert und leicht gekürzt im Wortlaut wider:

 

Sehr geehrter Herr E.!

Ihre doch eher privaten Bemühungen um einen privaten Raum in allen Ehren, aber der WIN-Park ist vollkommen ungeeignet. Es geht ja nicht nur um ein Depot, sondern vor allem um eine Arbeitsfläche, um ein Atelier meinetwegen. Das Fotolabor selbst benötigt Wasseranschluss, Waschbecken, ggf. Badewanne, dazu ein Fenster wegen dem Chemikaliendunst und natürlich eine Ecke zum Trocknen bis zu einem Format von 50x70cm, dem Papierformat. Nicht zu vergessen eine Toilette. 

Deswegen ist es auch in der eigenen Wohnung nicht möglich – und für andere ebenfalls nicht. Natürlich schaue ich auch privat, wo es eine Alternative geben könnte, aber derzeit sieht es nicht gut aus. 

Zu Punkt 1:

Das Land kann festhalten, wie es will, es geht nicht um die Kündigung als solche. Der Auszug in mittlerer Zukunft war jeder Mietpartei damals in Aussicht gestellt worden. Allerdings hatte die Stadt Wr. Neustadt dafür Ersatzflächen angeboten. Ich kann mich hier nur wiederholen: jede Mietpartei hatte zuvor diese erhalten, nur für mich soll es keine Gültigkeit haben. 

Das war kein Geheimnis und keine getuschelte Abmachung mit wenigen, sondern mit allen Mietern. Den Kaufvertrag zwischen Stadt und Land habe ich noch nicht erhalten, so dass ich noch nichts zu den Klauseln bezüglich der Mieter sagen kann, ich werde aber demnächst eine Kopie erhalten und diese an Dr. P. weiterleiten. 

Selbst wenn sich das Land aus der Zusage herauswindet, was ja definitiv der Fall ist, bleibt ein Wortbruch mir gegenüber. Zeugen gibt es dafür genug, auf der Mieterseite wie auf der Seite der städtischen Funktionsträger, auch wenn viele von ihnen nicht mehr in ihren Ämtern sind. Wenn ich will, werde ich alle mobilisieren. 

Und ich wiederum gehöre zu jenen Menschen, denen Geld und Besitz gar nicht wichtig ist, sondern Ethik, Anstand und Moral. Sei es eine Person oder eine Institution. Dafür habe ich auch immer persönliche Verluste in Kauf genommen. Für mich wird ein Wortbruch im Raum stehen bleiben, und ich kann diesen auch benennen – abseits jeder juristischen Finkelei. 

Zu Punkt 2:

Dass die Stadt Wr. Neustadt in der Vergangenheit verschiedene Räume jeglicher Art vernichtet, unbrauchbar gemacht, verschenkt, verschleudert oder politischen Günstlingen zugeschachert hat, ist kein Geheimnis. Es hat einen gehörigen Schwund gegeben. Ich warte noch auf Rückmeldung von anderen bezüglich derzeit nicht genutzter Räume. Ich selbst habe Kenntnis von einer großen Räumlichkeit in der Kollonitschgasse, die sich im städtischen Besitz befindet. Diese Räumlichkeit steht seit mindestens 10 Jahren leer, ist aber auch devastiert. Zwar könnte alles hergerichtet werden, aber das macht niemand. Es kommt auch niemand auf die Idee, es jemand anderen zu geben, der es mietfrei oder gegen geringe Miete saniert, so dass alle Seiten etwas davon haben. 

Im selben Haus soll sich nach meinen Informationen sogar eine kleinere Einheit befinden, die brach liegt. Für mich ist es unangenehm, andere und auch mich selbst zu bemühen, um das Gegenteil der Behauptung seitens der Stadt zu beweisen. 

Das Gerede, denn um mehr handelt es sich nicht, dass die Stadt selbst Immobilien oder Räumlichkeiten anmieten musste, ist in vielerlei Hinsicht lustig, weil hier der Versuch unternommen wird, eine Immobilienpolitik zu kaschieren, die genau darauf beruht (Neues Rathaus etc.). Ein Bürger dieser Stadt könnte sich dagegen fragen, wie es sein kann, dass so viel öffentlicher Raum verschoben, verschachert und weggegeben wurde. Es wurde auch an sich selbst verkauft. Das ist ein eigenes Thema, sollte aber reichen, um die Angabe der Stadtregierung ad absurdum zu führen. 

Davon abgesehen hat die Stadt auch in der Vergangenheit bewiesen, dass sie zumindest ihre kulturellen Kapazitäten nicht halten kann oder auch nicht will. Das ist natürlich deren Angelegenheit und ich will es auch nicht weiter vertiefen. Interessanterweise kommt bald die Landeshauptfrau Mikl-Leitner nach Wr. Neustadt ausgerechnet wegen „Kunst & Kultur“, ich bin eingeladen. 

Zu Punkt 3:

Ich muss sie mit der Behauptung, dass alle Seiten an einer gütlichen Lösung interessiert sein würden, widersprechen. Stadt und die Landesfiliale „LAD3″ sind keinesfalls daran interessiert. Sie, lieber Herr E., mögen es sein, denn Sie sind als Bauherr für die Baustelle verantwortlich und wurden dann mit einer Überraschung aufgrund Schlamperei in der genannten „LAD3″ konfrontiert. Die FHI wiederum ist natürlich zu sehr mit der Stadt und auch dem Land NÖ verquickt, als dass Sie eine eigene Position vertreten könnten. Zumal die FHI noch nicht einmal der Eigentümer des Areals ist. 

Stattdessen werden Sie wiederum vom „Land“ in Gestalt der „LAD3″ und der Stadt Wr. Neustadt dafür benutzt, als eine Art Puffer mir gegenüber zu dienen. Denn die „Vertragspartner“ kommunizieren ja nicht mit mir, sondern maximal über ihre Person, dem „Nicht-Vertragspartner“. 

Dieses Verhalten mir gegenüber und sogar Ihnen gegenüber sagt schon einiges über die Verantwortlichen aus. Es ist einfach nur schäbig. 

Und peinlich ist es, wenn ich auf diesem Wege – nämlich über Sie – an die „Vertragspartner“ mitteilen und korrigieren muss, dass es den freien uneingeschränkten Zugang in die Karmeliterkirche für mich nicht gibt, nach wie vor nicht gibt. Am 29. Mai, Datum der Info-Mail, stand ich dort vor dem geschlossenen Bauzaun. Das wiederholte sich auch am 30. Mai. Gestern nachmittag, am 31. Mai, war ich auch dort gewesen, der Polier, der Herr Kornfeld, allerdings nicht (Besprechung in Wien, wie mir gesagt wurde). Heute war ich eher dort gewesen, dieses Mal zu Mittag, aber Herr Kornfeld konnte zu diesem Zeitpunkt durch mich und dem sog. Vizepolier ebenfalls als nicht anwesend festgestellt werden. 

Letztlich könnte man sich an eine beliebige Hauswand lehnen und sagen, dass es ohnehin schon „wurscht“ ist, oder? Die Außendarstellung gestaltet sich aber bislang verheerend. Es wird spannend.

Mit den besten Grüßen,

R.

 

Die Mietpartei Rohde erhielt anschließend abermals keine Reaktion seitens der Gebäudeverwaltung NÖ und der Stadt Wr. Neustadt. Und selbst der Herr E., der Geschäftsführer der FHI, brachte seine Freude über die Rückmeldung der Mietpartei in der Folgezeit nicht zum Ausdruck.

 

 

Mittwoch
14
Juni 2017

Die Karmeliter-Kirche in Wr. Neustadt. Teil 4: „Stadt & Land mitanand“ – gegen andere?

 

Dieser an eher einfältige Gemüter gerichtete Marketing-Spruch der Stadt Wr. Neustadt sollte offensichtlich ein neues Miteinander zwischen Stadt- und Landesregierung signalisieren und somit so etwas wie Gefühle der Hoffnung verbreiten. Dies lässt natürlich den Rückschluss zu, dass dieses Miteinander zuvor nicht existiert und es vielleicht sogar eher ein Gegeneinander gegeben haben könnte.

Ursachen werden mit einem Marketing-Spruch natürlich nicht transportiert. Aber selbst bei einer oberflächlichen Betrachtung wird deutlich, dass Stadt und Land nun einem politischen Lager angehören, auch personelle Verknüpfungen vorhanden sind und plötzlich finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt wurden und werden, die es vorher nicht gab. Zweifellos wurde damit unter anderem die Realisierung von Projekten und die Geschäftstätigkeit ganz allgemein vereinfacht.

Hierzu mag das ehemalige Karmeliter-Areal als Beispiel dienen. Ende 2007 wurde diese renovierungsbedürftige Liegenschaft von der damaligen Stadtregierung unter Bürgermeister M. an das Land verschenkt. Doch erst mit dem aktuellen Bürgermeister, der zuvor beim Land NÖ gesessen war, kam es zu dem Projekt mit der FH, wo derselbe Bürgermeister auch im Aufsichtsrat zu finden ist. Die Vernetzung wird durch seine Person gewährleistet, wobei zu erwähnen ist, dass sich die FH Wr. Neustadt zu 70 % im Besitz der Stadt und zu 20% im Besitz des Landes NÖ befindet.

Die Anfrage beim Geschäftsführer der FHI über die Höhe des Preises für das zuvor hergeschenkte Areal, welches somit über die FH zu 70% von der Stadt getragen werden musste, blieb unbeantwortet.

Wir werden den Vertragsinhalt sicherlich noch in Erfahrung bringen.

„Stadt & Land mitanand“ bekam bei der Karmeliter-Causa zweifellos eine gegen den letzten Mieter gerichtete Bedeutung. Miteinander wurde offensichtlich eine Charakterschwäche geteilt, mit welcher niemand im privaten Umfeld etwas zu tun haben möchte.

Obwohl eine für die Mietpartei äußerst unfreundliche und mit erheblichen Schäden behaftete Situation entstanden war und obwohl die vormalige Stadtregierung die Zusage nach Ersatzräumlichkeiten gegeben hatte, sollte auch die Mail an den Bürgermeister keine Reaktion zeitigen. Es wurde nicht einmal versucht, eine Erklärung herauszugeben. Ebenso wurde ignoriert, dass aufgrund des verweigerten Mietrechts gegenüber der Mietpartei Rohde dringender Handlungsbedarf bestanden hätte.

Keine Frage, wer sein Wort nicht hält, sei es durch eine Person oder sei es eine Institution, der taugt nichts. Das hat einen massiven Vertrauensverlust zur Folge, zumal diese Causa auch noch von einem unwürdigen und armseligen Umgang begleitet wurde.

 

Am Mittwoch, dem 24. Mai 2017, versuchte es die Mietpartei Rohde noch einmal bei der Gebäudeverwaltung NÖ, wobei sich die Mail nicht nur an den schweigsamen V. richtete, sondern auch an dessen Vorgesetzten erging. Wie zuvor in der Mail an den Bürgermeister von Wr. Neustadt wurde nun auch erwähnt, dass das destruktive Verhalten auch einen negativen Einfluss bei der Fertigstellung der aktuellen Publikation nahm, deren reibungslose Veröffentlichung auch im Interesse des Landes NÖ und des Bezirks Wr. Neustadt hätte sein sollen.

Auch auf diese Mail erhielt die Mietpartei Rohde keine Antwort. Diese schickte an den Geschäftsführer der FHI eine Mail, um über den Stand der Dinge zu unterrichten.

Am selben Tag rief am Nachmittag (14.37 Uhr) der Geschäftsführer der FHI die Mietpartei Rohde an, um dieser zu erklären, dass er bezüglich des Schlüssels noch keine Lösung gefunden habe. Er stellte fest, dass die FHI als Bauherr – und somit auch seine Person – haftbar wäre, da ja laut Bauverordnungen außerhalb des Baubetriebes niemand die Baustelle betreten dürfe. Desweiteren informierte er die Mietpartei Rohde, dass er sich erneut an das Land NÖ sowie an den Bürgermeister gewandt habe.

Nach den Worten des Geschäftsführers der FHI sei der Bürgermeister der Ansicht gewesen, aus der Causa keine große Angelegenheit zu machen. Ziel wäre ein gütliches Übereinkommen. Außerdem habe der Baustadtrat angeblich um alternative Räumlichkeiten gewusst. Es wurde bei dieser Gelegenheit noch einmal betont, dass die Mietpartei Rohde in juristischer Hinsicht im Nachteil wäre, alle Beteiligten aber zu dem Schluss gekommen wären, dass ein weiterer Ärger niemanden nutzen würde. Der Geschäftsführer bat zum Schluss um etwas Geduld bis Anfang der kommenden Woche.

Die Mietpartei Rohde hatte natürlich nach wie vor keinen Zugang zum Arbeitsraum und dem persönlichen Eigentum, weder am 25. Mai, einem Feiertag, noch in den folgenden Tagen, welche von Seite her hätte für seine Arbeit genutzt werden können.

Immerhin schien eine Lösung in Sicht, wenn auch der erlittene Schaden für die Mietpartei Rohde ganz offensichtlich abgeschrieben werden musste.

Warum aufgrund der Fehler der Gebäudeverwaltung NÖ anschießend tatsächliche Probleme konstruiert worden war, wo es nicht notwendig gewesen wäre, blieb der Mietpartei Rohde unverständlich. Offensichtlich war die grundsätzliche Weigerung gewesen, dieser eine Ersatzfläche auch nur anzubieten, abseits jeglicher Juristerei.

Erbärmlich blieb dennoch in erster Linie das Gebaren der Gebäudeverwaltung NÖ, welche aufgrund Schlamperei die vorherrschende Situation erst heraufbeschworen hatte und für jedwege Reaktion gegenüber der Mietpartei Rohde zu feige schien. Aber auch das in alle Vorgänge involvierte Büro des Bürgermeisters hielt es weiterhin nicht für notwendig, direkt mit der Mietpartei Rohde Kontakt aufzunehmen.

Sie bedienten sich dem Geschäftsführer der FHI als eine Art vorgeschobenen Puffer, was schließlich überdeutlich wurde.

 

Dienstag
13
Juni 2017

Die Karmeliter-Kirche in Wr. Neustadt. Teil 3: Der schäbige Vermieter in Gestalt der Gebäudeverwaltung NÖ.

 

Die Mietpartei Rohde wandte sich am 18. Mai 2017 an die Gebäudeverwaltung und daselbst an einen Friedrich V., welcher auf dem Kündigungsschreiben genannt worden war. Die Kündigung selbst wurde hierbei nicht in Frage gestellt, aber das Unverständnis geäußert, dass nach den Versäumnissen der Gebäudeverwaltung (Mietvertrag verschlampt, keinerlei Informationen im Vorfeld) kein Bemühen ersichtlich war, ihrem Mieter etwas entgegen zu kommen.

Es wurde auch an die Zusage um eine Ersatzräumlichkeit erinnert, welche damals allerdings durch die Vertreter der Stadt Wr. Neustadt ausgesprochen und soweit auch eingehalten worden war, dies aber offensichtlich nicht für die Mietpartei Rohde gelten sollte. Es wurde bei dieser Gelegenheit konkret angefragt, ob die Gebäudeverwaltung NÖ oder die Stadt WN eine Ersatzfläche zur Miete anbieten könnte.

 

Daraufhin wurde es tatsächlich sehr ärgerlich. Dieser Friedrich V. von der Gebäudeverwaltung sollte auf die Mail und die Anfrage weder an diesem noch am folgenden Tag reagieren. Um es vorweg zu nehmen: er sollte zu keinem Zeitpunkt etwas von sich hören/lesen lassen.

Zweifellos gehörte dies zu keiner normalen Umgangsform, der Mann verfügte sichtlich über keinerlei Manieren und Sozialkompetenz. Das Verhalten schien dazu angehalten, das Vorurteil zu unterfüttern, in St. Pölten würden inkompetente Minderdienstleister mit Steuergeldern in geschützten Räumen ausgehalten werden.

 

 

Am Abend des 19. Mai, einem Freitag, suchte die Mietpartei Rohde die Karmeliterkirche auf, um im Fotolabor an einem Projekt weiterzuarbeiten. Es wurde zuerst festgestellt, dass der Zugang durch einen nun miteinander verdrahteten Bauzaun versperrt war.

 

Bauzaun-verdrahtet

Verdrahteter Bauzaun vor der Karmeliterkirche, 19. Mai 2017. 

 

Anschließend wurde festgestellt, dass das Schloss der Eingangstür zur Karmeliterkirche ohne jegliche Information ausgetauscht worden und ein Zutritt somit für die Mietpartei Rohde unmöglich geworden war.

 

Ausgetauschtes-Schloss

Haupteingang zur Karmeliterkirche mit ausgetauschtem Türschloss, 19. Mai 2017. 

 

 

Der Mietpartei Rohde wurde hiermit widerrechtlich der Zugang zu der von ihm gemieteten Räumlichkeit verweigert. Von dieser Widerrechtlichkeit abgesehen, entstand der Mietpartei Rohde dadurch ein Schaden im Zuge eines nicht von ihm verschuldeten Produktionsausfalles. (In diesem Fall bei der Fertigstellung einer Publikation, einschließlich der möglichen daraus resultierenden Konsequenzen).

Die Mietpartei Rohde beschwerte mehr als verärgert in einer Mail vom 21. Mai bei dem Geschäftsführer der FHI, der sich wiederum über den angeschlagenen Ton empörte. Davon abgesehen, stellte dieser klar, dass die FH Wr. Neustadt den Kaufvertrag über das Karmeliter-Areal noch gar nicht unterzeichnet hätte. Folglich wäre das Land NÖ noch der Eigentümer und somit mein rechtlicher Ansprechpartner/Vertragspartner.

Herr E. bot allerdings an, sich vor Ort um die Anliegen der Mietpartei Rohde zu kümmern, und sagte zu, einen Schlüssel für das neue Schloss zu beschaffen und diesen alsbald auszuhändigen.

 

 

Am Montag, den 22. Mai, wandte sich die Mietpartei Rohde per E-Mail an den Bürgermeister von Wr. Neustadt bzw. an das Bürgermeisterbüro. Nach einer sachlichen Darstellung der Situation wurde nun zusätzlich auch der Appell formuliert, doch bitte nicht die gerade kurz vor dem Abschluss stehende Publikation mit einer Mietrechsverweigerung und einer alternativlosen Delogierung neben den bereits bestehenden Unmöglichkeiten zu behindern. Die Mietpartei Rohde erbat im Zuge dessen die Stellung einer Ersatzräumlichkeit, wie von der vormaligen Stadtregierung zugesagt, und brachte die Hoffnung auf eine gemeinsame konstruktive Lösung zum Ausdruck.

 

 

Im Laufe des Tages informierte der Geschäftsführer der FHI die Mietpartei Rohde, dass der neue Schlüssel im Bauwagen-Büro des Poliers, dem Herrn K., hinterlegt worden sei.

Die Mietpartei Rohde suchte am Nachmittag die von ihm gemietete Räumlichkeiten in der Karmeliterkirche wegen verschiedenen Tätigkeiten auf und traf sich anschließend mit dem Herrn K. im Bauwagen-Büro. Bei der beabsichtigten Schlüsselübergabe war außerdem der Bauleiter zugegen.

Allerdings scheiterte diese Schlüsselübergabe, weil allen drei anwesenden Personen (Bauleiter, Polier, Herr Rohde) bei der Erstellung eines Schlüssel-Revers die Unmöglichkeit dieses Vorhabens bewusst geworden war.

Da es sich bei der Karmeliterkirche um eine bereits bestehende und arbeitende Baustelle handelte, konnte Herr K. aufgrund seiner persönlichen Haftung für dieselbe überhaupt keinen Zutritt für die Mietpartei Rohde außerhalb der Öffnungszeiten erlauben bzw. unterzeichnen. Und diese konnte wiederum keine Auflage gegenzeichnen, welche die Benutzung der von ihm gemieteten Räumlichkeit de facto verunmöglicht hätte. Das war allen Beteiligten vor Ort vollkommen klar gewesen.

Die Mietpartei Rohde sollte etwas später am selben Tag dem Geschäftsführer der FHI eine Mail schicken, um ihn über diese Situation zu informieren.

 

Es war somit eine Situation entstanden, die der Mietpartei Rohde zu einem großen Schaden gereichte.

Unterdessen machte der Mieterschutz darauf aufmerksam, dass aufgrund einer einzigen Begrifflichkeit im Mietvertrag dieser als „ungeschützt“ gelten würde. Bei diesem Begriff handelt es sich um die Deklaration „Hobbyraum“, was aber nur Mietrechtsspezialisten geläufig wäre. Bei der Deklaration „Atelier“ hätte es sich um einen geschützten Mietvertrag gehandelt.

Für die Mietpartei Rohde war dies eine ärgerliche Tatsache gewesen, dass die Stadt Wr. Neustadt ihm vormals derartiges untergeschoben hatte, was das Vertrauen in Gebäudeverwaltungen generell weiter unterminierte. Aber es war nicht entscheidend, da die Mietpartei Rohde gegen eine Umsiedelung grundsätzlich nichts einzuwenden hatte. Umsiedelung, wohlgemerkt, und kein blanker Auszug ohne Alternative plus Zutrittsverweigerung. 

Nach Aushebung des Kaufvertrages zwischen der Stadt Wr. Neustadt und dem Land NÖ stand zudem fest, dass es eine Verpflichtung der Stadt gegeben hatte, das Karmeliter-Areal bestandsfrei zu übergeben. Doch war die weitere Handhabe mit gegebenfalls verbliebenen Mietern dem Land NÖ frei gestellt worden. Die Stellung einer Ersatzräumlichkeit war nur mit einer „Kann-„Bestimmung versehen worden. Die Kosten dieses „Können“ sollten allerdings der Stadt Wr. Neustadt in Rechnung gestellt werden. 

 

Bestandsfrei-Klausel 1

 

Die vorherige Stadtregierung unter dem Bürgermeister M. mochte vielleicht gehofft haben, bis zum Schluss alle Mieter unterzubringen, ohne allerdings alles dafür Nötige unternommen zu haben, allein mit der genannten Vertragsklausel hatte sie sich allerdings aus der weiteren Verantwortung gestohlen. Von den Kosten abgesehen. 

Die Gebäudeverwaltung NÖ war sich natürlich bewusst gewesen, juristisch nicht angreifbar zu sein. Ihr Verhalten gegenüber der Mietpartei Rohde blieb dennoch beschämend. Selbst die Verweigerung des Mietrechts gegenüber der Mietpartei Rohde änderte nichts. Diese Leute in St. Pölten trugen zwar die Verantwortung dafür, aber es war ihnen gleichgültig. Sie gedachten es einfach schweigend auszusitzen und ihre Fehler (und jene ihrer Vorgänger) zum alleinigen Schaden anderer abzuwälzen.

Mit anderen Worten: schäbiger ging es nicht mehr.

 

Montag
12
Juni 2017

FREIES KINO – Kerstin Cmelka: The Animals.

 

Programmhinweis vom Künstlerhaus in Wien:

FREIES KINO – „The Animals“ von Kerstin Cmelka und Mario Mentrup. 

D/A 2016, 81 Minuten. 

Stadtkino im Künstlerhaus am Karlsplatz, morgen, am 13. Juni 2017, um 19.00 Uhr. 

Die RegiesseurInnen Cmelka und Mentrup sind anwesend, Kurt Brazda moderiert. 

 

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Alles weitere hier:

http://www.k-haus.at/de/kuenstlerhaus/aktuell/veranstaltung/594/freies-kinokerstin-cmelka-the-animals.html

 

Montag
12
Juni 2017

Die Karmeliter-Kirche in Wr. Neustadt. Teil 2: Der letzte Mieter.

 

Mit dem Übernahme-/Übergabevertrag vom 21. November 2007 zwischen Stadt und Land hatte sich erstere Partei verpflichtet, das gesamte Karmeliter-Areal bestandsfrei zu bekommen. Das heißt, ohne Mietparteien, das Bürgerkorps ausdrücklich ausgenommen. Die Stadtregierung wiederum, so auch der ehemalige Stadtrat Trofa, hatte den Mietern zugesagt, ihnen alternative Wohnungen bzw. Ersatzräumlichkeiten zur Verfügung zu stellen und auch beim Umzug mit Transportmitteln behilflich zu sein.

Diese Zusage wurde in der Folgezeit umgesetzt. Sämtliche Mieter aus den Sozialwohnungen erhielten neue Wohnungen innerhalb der Stadt, so dass der Süd- und der Westtrakt des ehemaligen Klostergebäudes in relativ kurzer Zeit, vielleicht innerhalb von zwei Jahren, tatsächlich als bestandsfrei vermeldet werden konnte. (Abgesehen vom Bürgerkorps neben der Einfahrt zum Hof).

Langwieriger hatte es sich mit den Mietern in der Karmeliterkirche gestaltet. Aber schließlich erhielt auch die Familie W. eine neue Wohnung, erhielten die Naturfreunde eine neue Bleibe, zog, das Büro des Denkmalschutzes aus, starb Herr S., der das Mineralienmuseum geführt hatte. Die Anzahl der Mieter hatte sich reduziert, wenn auch über einen längeren Zeitraum. Schwierig hatte es mit einer Ersatzräumlichkeit für den Männergesangsverein ausgesehen, weil dieser gewisse Anforderungen – wie eine bestimmte Raumhöhe – gestellt hatte.

Die Mietpartei Rohde (Fotolabor sowie Depot für Fototechnik und Requisite) erhielt einen Besichtigungstermin in der Fischauer Straße, wo von Herrn F. ein Objekt gezeigt wurde. Da die Räumlichkeit geeignet schien, bekundete die Mietpartei Rohde ihr Interesse. Aufgrund fehlender Fußböden, die erst hergestellt und gelegt werden mussten, wurde diese Angelegenheit aufgeschoben. Eine spätere Nachfrage ergab, dass die Räumlichkeit eine andere Person erhalten hatte.

Im Sommer 2015 existierten nur noch zwei Mietverhältnisse in der Karmeliterkirche, der Männergesangsverein sowie die Mietpartei Rohde.

Ein unschöner Vorfall hatte zu diesem Zeitpunkt, Anfang August 2015, angezeigt, dass der Landeskliniken-Holding über letztere Mietpartei aus ungeklärter Ursache nicht mehr im Bilde gewesen war. Unbekannte waren in sämtliche Räume eingebrochen und hatte auch unter Anwendung grober Gewalt wie bei dem Mietgegenstand Rohde die Schlösser und Rahmen zerstört, gar ganze Türen einschließlich Türrahmen eingetreten.

 

Einbruch 1

 

Einbruch 3

 

Einbruch 2

Screenshots vom Dokumentations-Video, August 2015. 

 

Peinlicherweise stellte sich anschließend heraus, dass es sich bei den Tätern um Bedienstete der Landeskliniken-Holding gehandelt hatte. Die Verwaltung entschuldigte sich bei der Mietpartei Rohde und ließ zumindest die Tür zum Mietgegenstand reparieren.

 

Im Januar 2016 war in den regionalen Medien die Rede gewesen, dass das Karmeliter-Areal an die Fachhochschule Wr. Neustadt übergehen würde, damit diese dort eine FH-Filiale errichten könne. Aus diesem Grund sollten, so wurde zusammen mit der Darstellung eines Architekturmodells von der Karmiliterkirche (und dem Vorplatz) kolportiert, umfangreiche Bau- und auch Umbaumaßnahmen vorgenommen werden.

http://noe.orf.at/news/stories/2752994/

 

Am 28. Juni 2016 wurde per Pressemitteilung seitens der Stadtregierung Wr. Neustadt mitgeteilt, dass die Errichtung des „City Campus“ auf dem Karmeliterareal beschlossen, d.h. von der NÖ-Landesregierung und der Stadt Wr. Neustadt genehmigt worden sei. Als (zukünftiger) Bauherr wurde die Fachhochschul-Immobilien GmbH (FHI) genannt, als Architekt die Bietergemeinschaft Scheibenreif ZT GmbH / Strixner ZT GmbH.

http://www.wiener-neustadt.at/presse/presseaussendung/presseaussendungen-aktuelle/107-presseaussendungen-archiv/juni2016/1088-errichtung-des-city-campus-beschlossen

 

Für die verbliebenen Mieter in der Karmeliterkirche, Männergesangsverein und Mietpartei Rohde, war somit deutlich, dass es in absehbarer Zeit zu einer Umsiedelung kommen würde. Kommissionen kamen zur Begutachtung und erbaten Zugang, den sie auch bekamen. Statiker schlugen Löcher in Decken und Wände.

Anschließend geschah für mehrere Monate nichts. Noch im Sommer 2016 hatte der damalige Obmann des Männergesangsvereins geäußert, dass er keinerlei Informationen von der Gebäudeverwaltung erhalten habe. Die Mietpartei Rohde sollte auch in der Folgezeit keinerlei Nachrichten erhalten, weder vom Land NÖ noch von der Stadt Wr. Neustadt.

Doch gab es ganz konkrete Entwicklungen. Wie konkret, war am 9. Mai 2017 ersichtlich, als vor der Karmeliterkirche plötzlich ein Bauzaun errichtet und eine sog. Schuttmulde abgestellt worden war.

 

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Im Kirchenbau erfuhr die Mietpartei Rohde noch am selben Tag von dem neuen Obmann des Männergesangsvereins unter anderen von deren Auszug und gleichzeitigen Umzug in ihnen zur Verfügung gestellte Räumlichkeiten. Diese wären von der FH-Immobiliengesellschaft organisiert worden. Der Obmann wusste auch von den kurz bevorstehenden Bautätigkeiten, deren Anzeichen vor der Kirche bereits sichtbar geworden waren.

Deutlich wurde hiermit, dass die Mietpartei Rohde ganz offensichtlich abermals übersehen oder „vergessen“ worden war, wobei schleierhaft blieb, wie soetwas geschehen konnte. Unklar war zudem das aktuelle Eigentumsverhältnis, Land NÖ oder FHI.

Da als Bauherr die FH-Immobiliengesellschaft GmbH auftrat, kontaktierte Herr Rohde noch am 9. Mai den Geschäftsführer, Herrn E., via E-Mail, um diesem kurz den Sachverhalt über das aufrechte Mietverhältnis darzulegen. Außerdem fragte er wegen einer Ersatzräumlichkeit an.

Herr E. antwortete noch am selben Tag, wobei er erklärte, dass er von der Mietpartei Rohde zum ersten Male hören würde. Gleichzeitig sagte er freundlich die Bemühung für eine für beide Teile „gangbare Lösung“ zu.

Es kam zu weiterer Kommunikation via E-Mail und einem Telefonat mit dem Geschäftsführer, welcher unter anderen berichtete, dass er die Gebäudeverwaltung des Landes NÖ informiert habe. Ihm gegenüber wurde nach eigenem Bekunden gesagt, dass allen Mietern gekündigt worden wäre.

Diese Aussage der Gebäudeverwaltung NÖ war allerdings falsch. Tage später muss sie aber den Mietvertrag mit der Mietpartei plötzlich aufgefunden, so dass von der Gebäudeverwaltung am 16. Mai eine Kündigung der Räumlichkeit in automatisierter Form erstellt wurde. Diese erhielt die Mietpartei Rohde am folgenden Tag. Die Kündigung erfolgte zum 30. Juni 2017, was laut Mietvertrag zulässig war.

Irritierend war für die Mietpartei Rohde nicht die Kündigung selbst, sondern die Tatsache, dass darüber hinaus von der Gebäudeverwaltung NÖ kein Gespräch gesucht wurde. Denn ein Auszug, welcher auch noch relativ kurzfristig terminiert war, bedeutete in der Regel immer ein Problem für den Mieter, wenn sich keine Alternative in Sichtweite befand.

Die Mietpartei Rohde setzte nach Erhalt dieser Kündigung, 17. Mai 2017, erst einmal den Geschäftsführer der FH Immobiliengesellschaft davon in Kenntnis und erinnerte an die vormals an alle Mietparteien gerichtete Zusage, ihnen bei alternativen Räumlichkeiten und auch dem Umzug behilflich zu sein. Die Mietpartei Rohde äußerte bei dieser Gelegenheit seinen Ärger und stellte fest, dass offenbar der Fehler der Gebäudeverwaltung NÖ auf ihn abgewälzt werden sollten. Gleichzeitig betonte die Mietpartei Rohde, an einer geräuschlosen Umsiedelung interessiert zu sein.

Der Geschäftsführer der FHI, Herr E., bedauerte noch am selben Tag die Vorkommnisse, musste aber angeben, dass er, unvorbereitet wie er sei, derzeit leider keine Ersatzflächen anbieten könne.

 

Sonntag
11
Juni 2017

Die Karmeliter-Kirche in Wr. Neustadt. Teil 1: Der Ausverkauf.

 

Das ehemalige Klosterareal der Karmeliter in der Wr. Neustädter Schlögelgasse hatte lange zu den altehrwürdigen städtischen Bauten gehört, welche keinen Spekulationsabsichten zum Opfer gefallen war. Zudem war der Barrockbau der Kirche lange ein optisch stimmungsvoller und auch räumlichen Eckpfeiler der städtischen Nordostecke gewesen.

 

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Foto: Anton-Kurt.

 

https://de.wikipedia.org/wiki/Karmeliterkirche_(Wiener_Neustadt)

 

Der nebenan befindliche 14-geschossige Neubau-Trakt des Krankenhauses, welcher in den Jahren 1977-82 errichtet wurde, gehört zweifellos nicht dazu. Ganz zu schweigen von dem Bauverbrechen in Gestalt eines hässlichen Parkhauses, welches später direkt vor die äußere Stadtmauer gesetzt worden war.

 

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Die Stadtregierungen von Wr. Neustadt haben gerne von sich eine zukunftsorientierte Politik behauptet. Ästhetische und auch historische Gesichtspunkte hatten dabei weniger eine Rolle gespielt als rationale und eher einfältige, geschmacklose Lösungen. Und natürlich hatte das Geld eine Rolle gespielt. Geld, welches die Stadt über ihre Einkünfte erhielt, Geld, welches die Stadt verteilte. Und dann das Geld, das sich innerhalb persönlicher, politischer und geschäftlicher Beziehungen in die Taschen einzelner Nutznießer verschoben hatte – ein allerdings weltweites Phänomen.

Die US-Bombardements in den Jahren 1943-45 sowie die Kriegshandlungen 1945 hatten zwar Wr. Neustadt massiv zerstört, doch hatte diese Zerstörung bereits vorher begonnen, als beispielsweise die Stadttore und ehemalige Befestigungswerke abgetragen oder demoliert wurden, um vorgeblich einer Modernisierung Platz zu schaffen. Die gab es aber nie, jedenfalls keine, welche unserer Ansicht nach die Entfernung einer historischen Identität gerechtfertigt hätte. Das Stadtbild veränderte sich, doch wurde aus einer angeblichen Weitsicht eine nachweislich ausgeprägte Kurzsichtigkeit, aus einer ehemaligen Kaiserresidenz ein unansehnliches Provinzkaff, wie es sich heute uns darstellt.

Was Bomben und Granaten bis 1945 nicht geschafft hatten, wurde später weggeräumt. Natürlich nur unter dem Aspekt der Fortschrittlichkeit. Dazu gehörte, um in der Nähe des Karmeliter-Areals zu bleiben, der besonders massiv gebaute Deutsch-Herren-Turm von der alten Stadtbefestigung, der alle Not überstanden hatte, dann aber wegen dem Bau des Krankenhauses abgetragen wurde. Westlich davon wurde ebenfalls geschliffen und die Grazer-Straße angelegt. Die damalige Stadtregierung war so „modern“ gewesen, den Verlauf einer Bundesstraße durch die Stadt zu führen, was heute niemand mehr will. Die vollkommen sinnlose Demolierung und Zerstörung der alten Stadttore samt umliegende Bereiche, um einen zweispurigen Autoverkehr für eine lächerliche Strecke zu ermöglichen, der später wieder verbannt wurde, war bereits vergessen. Seit kurzem ist auch der Abriss eines alten und schönen Wohnhauses aus der Biedermeierzeit am Anfang des Eyersberg-Rings beschlossen. Wir wissen noch nicht ob die geplante neue Wohnanlage optisch dem Parkdeck angeglichen wird.

 

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Um es nicht misszuverstehen. Wir haben nichts gegen Fortschrittlichkeit. Aber wir haben etwas gegen Inkompetenz und Geschäftemacherei, was als Fortschritt verkauft wird. 

Es wäre eine eigene Abhandlung wert, sämtiche alte Bausubstanz zu beschreiben und zu benennen, welche seit 1946 vernichtet worden ist. Da diese nicht einmal halbwegs durch eine homogene Bebauung ersetzt wurde, versteht sich eine sukzessiv voranschreitende Zerstörung des Stadtbildes von selbst, wie auch an der Südseite der Stadt festgestellt werden kann. Der Bau eines mehrgeschossigen Hotels am Rande des Stadtparks im 70er-Look wird sicherlich gut mit den Gebäuden von „Leiner“ und der „EVN“ harmonieren.

Die nordöstliche Ecke der Stadt mit dem Parkdeck vor der Stadtmauer und der Verlauf der Grazer-Straße in die Innenstadt zeigt anschaulich, was ein angeblicher Fortschritt und die in der Vergangenheit dafür zuständigen Stadtregierungen angerichtet haben: ein Stadtszenario, welches als Ostblock-Design verspottet wird, hässlich, öde und durch Dieselabgase verdreckt. In den Innenstädten des ehemaligen „Ostblocks“ schaut es mittlerweile besser aus, was an dieser Stelle erwähnt sein soll. 

Doch zurück zur Karmeliter-Kirche und dem ehemaligen Klosterareal, welches sich bis zum Jahre 2007 im Besitz der Stadt befunden hatte. Im Osttrakt der Anlage befand sich die Verwaltung des Krankenhauses, während im Süd- und Westtrakt neben dem Stützpunkt des Bürgerkorps eine Reihe von Sozialwohnungen untergebracht gewesen waren. Die Kirche selbst beherbergte mehrere Vereine wie den Männergesangsverein, die Naturfreunde, das Mineralien-Museum, Denkmalschutz, Fotolabor, Fotostudio, eine Mietwohnung sowie im Erdgeschoss den Gedenkraum des verstorbenen Künstlers Kurt Ingerl. Und zu guter Letzt hatte sich im Kirchenschiff ein für kulturelle Veranstaltungen geeigneter großer Raum befunden. Dieser ist sogar mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, was – im Gegensatz zu St Peter an der Sperr – auch eine Bespielung in den kalten Monaten ermöglicht hatte.

Bekannt ist, dass die Stadt Wr. Neustadt das städtische Krankenhaus per 1. Januar 2008 an das Land NÖ abgegeben und dort in die Landeskliniken-Holding eingegliedert wurde. Das war vor allem wirtschaftlichen Gründen geschuldet gewesen, da das defizitäre KH das Budget der verschuldeten Stadt stark belastet hatte.

Der Grund, warum das Karmeliter-Areal ebenfalls an das Land abgegeben wurde, ist hingegen weniger deutlich und konnte bislang von uns nicht zufriedenstellend eruiert werden. Eine Ursache wird in der Sanierungsbedürftigkeit zu suchen sein. Das oberste Geschoß der Kirche war bereits gesperrt worden, nachdem sich Risse im Gemäuer gebildet hatte.

Die Abgabe der Kirche und der übrigen Gebäude an das Land NÖ hatte nicht überall Zustimmung gefunden, vor allem nicht in der städtischen Kulturlandschaft. Denn es hatte erst einmal den Verlust einer Ausstellungsräumlichkeit bedeutet, was schwer wog, da die Stadt nur noch über eine einzige weitere verfügte, die zudem nicht geheizt werden konnte. Es bedeutete natürlich auch den mittelfristigen Verlust weiterer Räumlichkeiten jener, die mit Kulturarbeit zu tun hatten. Ebenso blieb der Umstand schleierhaft, warum keine alternativen Lösungen angedacht wurden, um das Areal beispielsweise einer verbesserte kulturellen Nutzung zuzuführen. Fast jedes Dorf um Wr. Neustadt herum besitzt ein eigenes Kulturhaus, die Stadt dagegen nicht. (Abgesehen vom „Triebwerk“ für Jugendkultur). Initiativen hätten mit eigenen Mitteln zu einer Sanierung des Karmeliter-Areals beitragen und gleichzeitig dringend benötigte Produktionsstätten aufbauen können.

Doch nichts davon. Dieses Nichts war womöglich die logische Konsequenz einer nicht vorhandenen Kulturpolitik, deren Sinnhaftigkeit bei den Verantworlichen nie Eingang in die Gehirnzellen gefunden hatte. Von einer kulturpolitischen Entwicklung der heimischen Szene sprechen wir hier noch nicht einmal. Wir gestehen durchaus zu, dass nicht jeder dazu befähigt ist, merkwürdigerweise aber auf den verantwortlichen Stühlen nur eben diese Personen einen Platz finden.

Stattdessen wurde nicht nur das Krankenhaus, sondern auch weitere Liegenschaften um dieses herum dem Land übergeben, einschließlich dem gesamten Karmeliter-Areal. Für 1,- Euro, für den symbolischen 1,- Euro.

 

Übergabevertrag

 

 

Vertragsgegenstand 1

 

Vertragsgegenstand 2

 

 

Es entstand der Eindruck, dass hier abseits jeglicher Inspiration, Vision und Kompetenz eine Liegenschaft verschleudert worden war, welche die Stadt hätte sinnvoll selbst nutzen können. Und wenn schon nicht die geistlose Stadtregierung selbst, dann doch wenigstens ihre Bürger. Die wurden allerdings nicht gefragt.

Das Land NÖ bzw. die Landeskliniken-Holding adaptierte in der Folgezeit zumindest einige der Wohnungen in den ehemligen Klostertrakten, während es bezüglich der Kirche vorerst keinen Plan zu geben schien. Jahrelang geschah dort nichts.

 

 

Samstag
10
Juni 2017

Die Musik-Video-Ecke 37

 

FRONT 242 aus Belgien mit „Headhunter“ von 1988:

 

 

 

Samstag
03
Juni 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 9

 

Nun zum österreichischen STANDARD. In einem Online-Artikel, „Mutmaßlicher Giftgasangriff in Syrien fordert dutzende Tote“, wurden als Quelle des vermeintlichen Vorfalls die anonymen „Aktivisten“ genannt. Auch hier wurde nicht weiter ausgeführt, um welche Personen es sich bei ihnen handelte.

Gleich anschließend wurde als weitere Quelle die „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ ausführlich genannt, ein für die westlichen Medien bevorzugter Nachrichtenumschlagplatz mit Monopolstellung.

Abseits der anonymen „Aktivisten“ auf dem Al-Kaida-Territorium und der den Terroristen nahe stehenden MI6-Medieneinrichtung wurden auch hier Video-Aufnahmen aus der Al-Kaida-Filmwerkstatt beschrieben, als wäre dies ohne weitere Überprüfung von glaubwürdiger Bedeutung. Abgerundet wurde dies von einem den Terroristen nahe stehenden AFP-Fotografen, der, wie bereits erwähnt, ausschließlich im Al-Kaida-Reich operiert.

Dem STANDARD, der sich gerne als seriös verkaufen möchte, schienen die Nachrichten von Al-Kaida seriös genug, um diese unreflektiert an ihre Leser weiterzureichen. Wie absurd. Immerhin fand die Angabe der russischen Militärs Erwähnung, dass deren Luftwaffe dort keine Angriffe geflogen wäre, während die syrischen Militärs wiederum den Einsatz von Giftgas dementierten. Ja, es wurde gar berichtet, dass die Provinz Idlib von Al-Kaida geführten „Rebellen“ besetzt sei. Die Bezeichnung „Terrororganisation“ bzw. „Terroristen“ wurde aber ausgespart. Seit der medialen Einführung des „IS“ in die Welt der westlichen Wahrheit, waren die Terror-Begrifflichkeiten diesem Label vorbehalten.

http://derstandard.at/2000055349488/Aktivisten-Mindestens-18-Tote-bei-Giftgasangriff-in-Syrien

 

Dass die OPCW den Al-Kaida-Berichten nachgehen wolle, konnte natürlich nur gut geheißen werden. Allerdings wurde nirgends erwähnt, dass eine von ihnen geleitete Untersuchung vor Ort, bei der Al-Kaida-Filiale „Fatah al-Sham“, organisiert werden würde. Das ließ an zukünftige beweisbare Befunde stark zweifeln. (Tatsächlich gab es, Stichtag 31. Mai 2017, keine Untersuchung durch die OPCW. Nach russischen Angaben wird dies von Russland und Syrien nach wie vor gefordert, allerdings durch die USA behindert/verhindert).

Die weiteren Bausteine des Artikels waren bekannt und boten nichts anderes als jene des KURIER. Der vom türkischen Geheimdienst gegründete SNC machte die syrische Regierung für etwas verantwortlich, was nicht bewiesen war, während die EU-Außenbeauftrage Mogherini sich in reichlich zynische antisyrische Hetze übte. Dazu gehörte die Erwähnung eines Unoberichtes von 2016, welcher in zwei Fällen den Einsatz von Giftgas den syrischen Militärs vorwarf, allerdings verschwieg, dass nur Bilder, die von Al-Kaida freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurden, „analysiert“ worden waren.

Das ließe sich beliebig fortführen. Die Textbestandteile waren in den Massenmedien die gleichen. Al-Kaida und deren Hantieren mit Giftgas wurde unterschlagen und in Sachen Chlorgas verschwiegen, dass die Al-Kaida-Terroristen die einzige syrische Fabrik besetzt hatten, welche derartiges produzierte.

Weil dies aufgrund der Gleicheit und ständiger Wiederholung schon langweilig geworden ist, gehen wir hier weiter zur gedruckten Ausgabe des STANDARD vom 5. April 2017, der auf der Titelseite mit „Tödlicher Gasangriff im syrischen Bürgerkrieg“ einen Artikel platziert hatte, der als Meldung fungierte und gleichzeitig auf einen Artikel auf Seite 4 sowie auf einen Kommentar auf Seite 32 hinwies.

Die Behauptung, dass es sich in Syrien um einen Bürgerkrieg handeln würde, war freilich falsch, und die Meldung von einem Luftangriff eine unbewiesene Behauptung. Die „Weißhelme“ der Al-Kaida-Sanitätsabteilung waren hier der angeblichen Retter, als welche sie in den westlichen Medien gerne verkauft wurden, die bei ihrer Hilfe gar Schutzanzüge und Gasmasken getragen hätten. Die Videoaufnahmen zeigten allerdings, dass dies die Ausnahme gewesen war, lächerliche Staubmasken und keine Handschuhe dagegen die Regel.

Für den eigentlichen Artikel zeichnete sich Astrid Frevel verantwortlich. Sie weiß, was von ihr erwartet wird, um auch weiterhin erquickliche Honorare zu kassieren. In Kairo schaute sie ins Internet.

„Ein unbeschreibliches Grauen zeigen die Bilder auf syrischen Internetseiten. Tote sind zu sehen, und Menschen, die mit dem Erstickungstod ringen.“

Frevel zeigte sofort, dass sie gegenüber ihren Kunden mit Information und Qualität so wenig zu tun hatte wie eine Prostituierte mit Selbstlosigkeit und Liebe. Frevel sah nicht nur Bilder, die sie unreflektiert zu einer Meinung zusammenschustern sollte, sie unterschlug bei dieser Gelegenheit, dass es die „syrischen Internetseiten“, die sie hier als neutrales Medieum zu verkaufen trachtete, nicht gab. Es gibt Internetseiten, die allerdings allesamt ausländische (US, FR, GB, Katar, Saudi-Arabien, Türkei) sind, und Kanäle, die direkt von Al-Kaida gespeist werden.

Genau dort hatte Frevel die Bilder gesehen, nur kann sie ihren Lesern es nicht sagen. Frevel kann nicht sagen, dass sie Al-Kaida-Kanäle konsumiert hatte. Sie möchte sich den Anstrich der Seriösität geben. Also unterschlägt sie wichtige Informationen.

https://www.pressreader.com/austria/der-standard/20170405/281479276263623

 

„In Brüssel versuchen derweil EU, UN und einige arabische Staaten Gelder für die Soforthilfe an der Bevölkerung Syriens und der Nachbarstaaten zusammenzubringen. Sie wollen auch die Landwirtschaft in Syrien unterstützen und die Nachkriegszeit vorbereiten“, schrieb Frevel bar jeglicher Ironie.

Die Nachkriegszeit wurde freilich von den Kriegstreibern, die sich als „Helfer“ darstellen wollen, bereits vor dem Krieg geplant. Denn deren Krieg beinhaltet logischerweise einen bestimmten Plan und eine bestimmte Nachkriegszeit, natürlich zu ihren wirtschaftlichen Gunsten.

Die EU als Institution versucht keineswegs, der syrischen Bevölkerung zu helfen, dies wurde nur geheuchelt. Im Gegenteil, die EU-Sanktionen haben ausdrücklich das Ziel, die syrische Bevölkerung weiter zu verelenden zu lassen – damit sich diese letztlich gegen ihre Regierung auflehnen würde. Begrenzte Hilfe gab es nur für Flüchtlinge in den an Syrien angrenzenden Staaten und jenem Teil der Syrer, die in Al-Kaida-Gebieten hausten. Die EU ist Kriegspartei.

https://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2017/05/29/schwerer-schlag-fuer-zivilisten-eu-verlaengert-syrien-sanktionen/

 

Den Meinungsbeitrag lieferte wieder Gudrun Harrer mit „Aufgeschobener Abgang“ ab. Sie schien frustriert, dass der syrische Präsident immer noch Assad heißt.

„Assads Sturz hat keine Priorität mehr – was nicht heißt, dass er bleiben kann.“

Doch wer bestimmt das? Die USA oder gar Frau Harrer vom STANDARD? Ihre demokratiefeindliche Gesinnung wurde hier deutlich, denn sie möchte nicht die syrische Bevölkerung selbst bestimmen lassen. Das soll ein Diktat regeln, eines aus dem gewaltätigen Ausland.

Unbekümmert dieser Widersprüchlichkeit gegenüber den eigenen Parolen über „Demokratie“ und „Menschenrechte“, quatschte sie über Verbrechen, als wären diees keine. Das sollte dann „Politik“ sein.

„Es ist keine große Überraschung, dass die USA unter Donald Trump sich nun mehr oder weniger offiziell von der Priorität verabschieden, das Assad-Regime zu stürzen. Genau genommen hat das bereits Barack Obama getan, der in Syrien seine selbstformulierten „roten Linien“ – einen Giftgaseinsatz des Regimes – überschreiten ließ und nicht gegen Assad, sondern 2014 gegen den „Islamischen Staat“ militärisch intervenierte.“

Harrer sprach offen das Ziel der US-Regierung aus. Und damit es nicht nach Völkerrechtsbruch und tödlicher Aggression roch, hängte sie eine bei Medienhuren besonders beliebte Lüge an: den angeblichen Giftgaseinsatz in Ost-Ghouta durch die syrische Regierung. Dieser hatte 2014 als Vorwand für einen offenen Kriegseintritt der USA sorgen sollen.

http://derstandard.at/2000055397974/Assads-Sturz-Aufgeschobener-Abgang

 

Des weiteren tat sich Harrer schwer mit der angeblich syrischen „Opposition“, denen die Bevölkerung und überhaupt jegliche Legitimation fehlte. Während die Rolle der USA von Harrer klein geredet wurde, wurde jene der EU, die mit den Terroristen des sog. HNC paktierte, herausgehoben. Dies allerdings durchaus zu recht, denn deren nicht genannte Täterrolle ist ausgeprägt.

 

Islam Armee Reklame

Terroristen-Reklame. Quelle: YouTube (Screenshot). 

 

„Assads Abgang ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben“, so hoffte Harrer in ihrem weiteren Geschreibsel. „Und er wird auch nicht, wie soeben in Ostdamaskus, weiterkämpfen können, bis ihm die Ausgangslage für einen Waffenstillstand besser passt“, fügte Harrer doch etwas spekulativ hinzu, als Ausdruck dieser ihrer Hoffnung. Dummerweise agierten die Terroristen der Islam-Armee/Islamische Front, von Harrer zu niedlichen „Rebellen“ umgemodelt, viel zu aggressiv.

„Wobei aber auch nicht zu leugnen ist, dass die Rebellen ihm durch neue Angriffe – wie jene, die ins Zentrum von Damaskus zu zielen schienen – Vorwände liefern. Hier ist die Türkei als Schutzmacht der Rebellen gefragt, Einfluss auszuüben.“

Harrer kann mit Dreck schleudern, wenn sie will. Keine Frage. Als bezahlte Dreckschleuder möchte sie den STANDARD-Lesern die terroristischen Aktivitäten und Verbrechen als etwas hinstellen, das nur dazu dient, den Verteidigern einen Vorwand für die Abwehr zu liefern. Kein Zweifel, auch bei ihr wurde nur „zurückgeschossen“, wie bei der Kriegserklärung Nazi-Deutschlands gegen Polens – auch damals als Akt der Verteidigung verkauft. Harrers Gedankengut und terroristische Logik war offensichtlich.

Und da von diesen dummen „Rebellen“ mit Krieg und Terror das im Westen verkaufte Bild der von den Saudis und anderen Vorzeigedemokraten unterstützten moderaten Menschenrechtler so schwer aufrecht zu erhalten war, mahnte Harrer die Türkei als „Schutzmacht der Rebellen“ zu deren Zügelung an.

Um es noch einmal in andere Worte zu fassen und dies auf das Beispiel Polen 1939 umzulegen: da Wehrmacht und SS in Polen zu entsetzlich mit so vielen Massakern „verteidigen“, sollte Großdeutschland als Schutzmacht doch mäßigend Einfluss nehmen. Nichts anderes gab Harrer zu dem syrischen Szenario zum besten.

Das ist krank. Nur nicht für den STANDARD, dieser selbst ernannten „Qualitätszeitung“. 

 

Donnerstag
01
Juni 2017

Burgen – Schlösser – Adelssitze

 

Nach wochenlanger intensiver Arbeit, deren Voraussetzung eine erhebliche Vorarbeit beinhaltete, naht endlich die Fertigstellung der Publikation „Burgen – Schösser – Adelssitze“. Dieser Bild-Text-Band beinhaltet neben Fotos der verschiedenen Objekte auf Infrarot-Material (analog) bzw. einem speziellen IR-Rüstsatz (digital) die Reproduktion von zeitgenössischen Texten sowie Transkriptionen.

Der vor dem Abschluss stehende Band 1 erfasst die noch sichtbaren ehemaligen Adelssitze des Bezirkes Wr. Neustadt, denen vier weitere Bände zur Erschließung des Industrieviertels folgen sollen.

Das als „Erlebnisbuch“ aufbereitete Thema soll nicht nur Freunde von Burgen und Schlössern und den an regionaler Geschichte interessierten Leser und Betrachter in den Bann ziehen, sondern als Themen bezogene neuartige historische Konzeptionierung für Land, Leute und Tourismus dienen.

Gleichzeitig sieht sich diese Reihe als eine Ergänzung zu der hervorragenden und noch lange nicht beendeten Publikationsreihe „Wehrbauten und Adelssitze Niederösterreichs“, herausgegeben vom NÖ Institut für Landeskunde, St. Pölten. Von dieser sind bislang drei Bände erschienen. Ein vierter Band befindet sich laut Dr. Thomas Kühtreiber vom Institut für Realienkunde in Vorbereitung. Es wird unter anderem die Region Piestingtal und Miesenbachtal beinhalten.

 

Burgen - Schlösser - Adelssitze 1

 

 

Für das Konzept zeigt sich der Wr. Neustädter Preisträger Rüdiger Rohde verantwortlich, von dem neben der Organisation und der Recherche auch die Fotos, die Materialien sowie ein Teil der Transkripte stammen. Der größte Teil der Transkripte stammt von der famosen Frau Dr. Dörte Hansen von der Friedrich-Schiller-Universität in Jena, während die Grafikerin Claudia Kouba das ganze Projekt in ein wunderbares Layout gekleidet hatte.

Nun gut, ein kleiner Teil fehlt noch. Nach der endgültigen Fertigstellung werden die Verlagsverhandlungen konkretisiert und hoffentlich bald zum Abschluss gebracht werden.

 

Sonntag
21
Mai 2017

Versäumnisse

 

Da wir uns derzeit in der Endphase einer Publikation befinden, hatte leider die Zeit für die Ankündigung von Veranstaltungen und weiteren aktuellen Hinweisen gefehlt. Wir sind untröstlich. Weil wir diese dennoch nicht unerwähnt lassen wollen, möchten wir diese an dieser Stelle wenigstens nachträglich erwähnen. Es wird weitere dieser Veranstaltungen und Tage geben, wenn auch mit anderen Inhalten.

Am Freitag, den 12. Mai 2017, hatte das Wr. Neustädter Stadtarchiv zum dem Vortrag „Bauhistorische Ersterfassung der Stadtbefestigung von Wiener Neustadt“ geladen. Der sympathische Historiker und Archäologe Ralf Gröninger brachte dem Publikum einen der ältesten Teile der Geschichte Wr. Neustadts näher.

Unglücklicherweise am selben Abend hatte auch der CLUB POESIE eine Veranstaltung in den zu engen Räumen des Hauptplatz 5 aufgeführt – „DADA total“.

„Spartan Race“ am 13. Mai hatte dagegen weniger mit Kultur zu tun gehabt, als vielmehr mit einer besonderen Form einer Sportveranstaltung der militärischen Art. Dafür steht der Name „Sparta“, weswegen das Spektakel konsequenterweiser neben der Militärakademie abgehalten wurde. Es konnte begeistert unter Stacheldraht oder Panzertechnik durchgerobbt werden. Onkel Karl kennt diesen Sport von früher, also bevor er 1941 als MG-Schütze in der 30. Infanterie-Division nach Osten marschiert war. Onkel Karl ist sich allerdings nicht sicher, ob es nur an der militärsportlichen Ertüchtigung gelegen haben kann, dass er im Gegensatz zu vielen anderen hatte bis zum Ende im Kurlandkessel durchhalten können. Womöglich hatte er nur Glück gehabt.

Am 16. Mai hatte es im Stadtkino/Künstlerhaus einen Kurzfilmabend im Rahmen des Hubert-Selecki-Preises gegeben. Hier hatten wir leider nicht nur die Ankündigung versäumt, sondern waren auch persönlich nicht vor Ort gewesen. Wir hatten es einfach nicht geschafft. Sehr Schade.

http://www.k-haus.at/de/kalender/16-05-2017/veranstaltung/577/freies-kinohubert-sielecki-preis-2017.html

Am selben Abend hatte es zum Thema „Stadtliteratur“ eine von der Buchhandlung HIKADE und dem Verein Alltagsverlag präsentierte Veranstaltung gegeben, zu welcher der Bundespräsident a.D. Heinz Fischer zusammen mit seiner Frau geladen waren. Michael Rosegger und Lois Lammerhuber hatten moderiert, Heinz Fischer kleine Anekdoten präsentiert – diplomatisch natürlich. Richtig, es sollte schließlich auch ein Buch verkauft werden.

Der 17. Mai brachte die Gedenkveranstaltung Serbenhalle, deren Austrag sich zuvor beschämenderweise in der Schwebe befunden hatte. Leider zu einer Tageszeit, die mit einem Berufsleben häufig nicht kompatibel ist.

 

Freitag
19
Mai 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 8

 

Die vom KURIER eingewobene Propaganda setzte sich mit dem Artikel „Giftgas-Vorwürfe: Moskau hält an Assad fest“ am 5. April 2017 fort.

Warum sollte Russland nichts mehr mit der syrischen Regierung zu tun haben wollen, weil von interessierter Seite (nur) ein Vorwurf artikuliert worden war? Das war natürlich Unsinn, denn dieser Vorwurf wurde durch Gegner Syriens ausgesprochen und war zudem unbewiesen. Die Überschrift des KURIER-Artikel, im Grunde inhaltsleer, sollte allerdings suggerieren, dass an dem Vorwurf etwas dran sein könnte, Russland aber dennoch mit zumindest Verdächtigen kooperieren würde.

https://kurier.at/politik/ausland/giftgasangriff-in-syrien-trump-gibt-obama-mitschuld/256.493.018

 

Zu dieser Stimmungsmache gehörte eine von APA übernommene Grafik über echte oder angebliche Giftgas-Einsätze. Der Autor dieser Grafik hatte auch einen Vorfall aus Ost-Aleppo von Ende 2016 markiert und diesen fälschlicherweise der syrischen Armee untergeschoben. Die Al-Kaida-Terroristen hatten diesen Vorfall allerdings selbst inszeniert, um mit Hilfe einer angeschlossenen Medien-Kampagne ihre dortige Niederlage zu verhindern. Diese Grafik stellt mit falschen Behauptungen ebenfalls einen Bestandteil der Kriegspropaganda dar, wie dort auch die syrische Regierung als „Regime“ und die SAA, die Syrische Arabische Armee, als „Assad-Truppen“ bezeichnet wurden. Käme hier jemand auf die Idee, das österreichische Bundesheer als „Kern-Truppen“ zu benennen? Wohl kaum, doch im Falle Syrien ging es um nichts weiter als eine Personen bezogene Verunglimpfung. Mit einer neutralen Berichterstattung hatte das alles nichts zu tun.

 

Giftgas-Grafik

Al-Kaida hier nicht vorhanden. Quelle: KURIER, APA (Screenshot).

 

Der KURIER nannte in weiterer Folge eine Reihe von „westlichen“ Meinungen und Vorwürfe gegenüber der syrischen Regierung, während gleichzeitig der Giftgasangriff als solcher mit „mutmaßlich“ umschrieben wurde. Die unbewiesenen Vorwürfe wurden, wie oben bereits angemerkt, in erster Linie von westlichen Staaten vorgetragen, welche als Akteure in dem gegen Syrien geführten Krieg agieren: USA, Frankreich, England, Deutschland oder auch durch die Türkei und dem irrelevanten SNC, eine durch den türkischen Geheimdienst gebildete „Opposition“. Die Al-Kaida-Behauptungen wurden von ihnen übernommen, was nicht verwundert, wird Al-Kaida auch von diesen Staaten (sowie den Golf-Diktaturen) unterstützt bzw. unterhalten.

Die WHO stellte eine Ferndiagnose anhand Al-Kaida-Bilder an und Sprecher aus anderen Gremien wie der UNO forderten eine Aufklärung der Verbrechen, die erstaunlicherweise immer dann endete, wenn die Täterschaft zunehmend auf Al-Kaida hindeutete. Wir können uns an keine Empörung und den Ruf einer Strafverfolgung erinnern, wenn Al-Kaida-Truppen mal wieder besonders viele wehrlose Menschen massakriert hatte. Im Gegenteil, Mörder und Terroristen wie Alloush wurden von einer Diktatur wie Saudi-Arabien zu einem Verhandlungsführer auserkoren. Ganz ohne Empörung in westlichen Landen der vermeintlichen Menschenrechtsanhänger.

Das hier im KURIER besonders ausführlich dargestellte heuchlerische Geschrei aus den USA zeigte kein neues und ungewöhnliches Verhalten auf. Die Verantwortung und Beteiligung der EU und einiger ihrer Mitgliedstaaten an der „Krise“ wurde schlichtweg bestritten.

„Der Einfluss des Westens auf die Syrien-Krise ist ohnehin gering, markige Worte hin oder her“, möchte der KURIER seinen Lesern glauben machen. Interessanterweise wurde gleichzeitig ein Wille dieser Kreise vermittelt, der diesen Leuten nicht zusteht: „Die Europäische Union hält bisher weiter an einem Sturz des Machthabers in Damaskus fest. Beim Außenministertreffen am Montag bekräftigten die 28 EU-Staaten noch einmal, dass sie für ihn in einem zukünftigen Syrien keinen Platz mehr sehen. „

Nicht auszudenken, wenn sich jetzt noch Staaten finden würden, welche den Sturz diverser „Machthaber“ in der EU fordern. Und auch einiges dafür veranlassen. Doch scheint man im Westen aus irgendeinem Grund anzunehmen, dass nur bei ihnen gewisse Vorrechte über andere existieren würden.

„Schon in der jüngsten und erneut ergebnislosen Runde der Genfer Verhandlungen über ein Ende des Bürgerkriegs zeigte sich sehr deutlich, dass Washington und Europa nur Zaungäste sind, die dem Geschehen mehr oder weniger hilflos zuschauen.“

Ja, schlimm diese Hilflosigkeit. So viele Söldner und Terroristen bewaffnet, bezahlt und politisch unterstützt, und dennoch nur „Zaungast“. Die EU-Außenbeauftragte Mogherini möchte laut KURIER eine „gewichtigere Rolle“ spielen, sprach aber von „Europa“, als würde sie die Meinung der Bevölkerung repräsentieren. Welche Verblendung. Oder doch eher nur ein Alibi?

„Allein, es fehlen Europa die Druckmittel,“ jammert wer? Mogherini oder der KURIER? Die „Druckmittel“ waren gewaltig, weite Teile Syriens sind zerstört, eine halbe Million Menschen tot.

„Als langjähriger Unterstützer der Opposition hat die EU kaum noch Zugang zur Regierung in Damaskus“, stellte der KURIER oder wer auch immer fest. Wie erstaunlich, oder? Davon abgesehen, dass sich die EU aggressiv in die inneren Angelegenheiten eines anderes Staates eingemischt hat, wurden bei dieser Gelegenheit alte Lügen wiederholt. Die EU hatte nie die friedliche Opposition, die es in jedem Land gibt, unterstützt, sondern ausschließlich die Bewaffenten, welche wiederum von Al-Kaida und ähnlichen Gruppen dominiert wird.

„Auch militärisch kann sie keine Drohkulisse aufbauen, da Europas Staaten an der Seite der USA in Syrien allein den IS bekämpfen. Bleiben nur Sanktionen und finanzielle Anreize für Assad als Lockmittel, um Einfluss geltend machen zu können.“

Der KURIER schien entäuscht, dass die EU dem syrischen Staat nicht mit offenen Krieg („Drohkulisse“) drohen kann. Kein Wort davon, dass es sich bei der Anwesenheit ihrer Militärs in Syrien und den dort ausgeführten Kriegshandlungen um Völkerrechtsbruch handelt. Und natürlich kein Wort davon, dass es sich bei dem angeblich bekämpften „IS“ um eine von den USA und Saudi-Arabien unterstützte und durch die Türkei gespeiste salafistische Söldnertruppe handelt. Dennoch sah sich der KURIER in der eigenen Scheinwelt in einem Dilemma: Handelskrieg („Sanktionen“) gegen Syrien, wo doch angeblich nur „geholfen“ werden soll, oder herbeigesponnene „finanzielle Anreize“, nachdem jahrelang nach einem größtmöglichen Schaden getrachtet worden war?

„Bedarf für finanzielle Hilfe besteht, und das nicht zu knapp. Nach mehr als sechs Jahren Bürgerkrieg sind große Teile des Landes völlig zerstört.“

Die Legende vom angeblichen Bürgerkrieg wurde vom KURIER auch nach sechs Jahren behauptet. Der Bedarf nach finanzieller Hilfe erschien dagegen logisch in einem durch Krieg verwüsteten Land, den diverse ausländische Mächte nach Syrien getragen hatten.

„Der Wiederaufbau könnten nach Schätzungen bis zu 200 Milliarden Dollar kosten, die dem wirtschaftlich ausgelaugtem Land fehlen.“

Um den Wiederaufbau hatte sich 2012 frühzeitig eine in Berlin gebildete Gruppe von den Feinden Syriens (Selbstbezeichnung: „Freunde“) kümmern wollen, als der Krieg noch nicht deren Ziele erreicht hatte.

http://www.n-tv.de/politik/Syriens-Opposition-in-Berlin-article7117461.html

http://www.spiegel.de/politik/ausland/syriens-wiederaufbau-wird-in-berlin-geplant-a-836966.html

 

Hierbei handelt es sich um ein doppeltes Geschäft: zuerst ein Land zerstören, was durch Steuerzahler finanziert wird, dann das Land nach Einsetzung einer Regierungs-Marionette ebenfalls mit Hilfe von Steuerzahlern aufbauen, aber die Gewinne an das Großkapital und ihre politischen Handlanger abführen. Das funktioniert. Dass die syrische Regierung an dieser angeblichen Hilfe und von diesen Leuten kein Interesse hatte, versteht sich von selbst.

„Auch Russland und der Iran, Assads wichtigste Verbündete, dürften dafür nach ihren kostspieligen Militärinterventionen kaum Geld geben“, meinte der KURIER, der zwar von nichts weiß, aber fröhlich spekuliert und es möglicherweise erhofft. Darauf deutet auch der folgende Satz hin, in welchem der KURIER eine humanitäre Not vor allem in Territorien ausmachen wollte, welche unter Kontrolle verschiedener Al-Kaida-Gruppen stehen. Diese wurden wie gewohnt zu einer „Opposition“ verharmlost.

„Massiven Hilfsbedarf gibt es vor allem in den Gebieten unter Kontrolle der Opposition.“

Darin steckt natürlich ein Kern an Wahrheit, denn Al-Kaida ist natürlich immer „Opposition“, welche freilich von den Kriegstreibern aus dem Westen und aus der Region am Golf dort aufgebaut worden waren.

„Hier ist die humanitäre Lage oft prekär, wie in der Rebellenenklave Ost-Ghouta an der Grenze zur Hauptstadt Damaskus. Rund 400.000 Menschen leben in dem Gebiet nach UNO-Angaben seit Monaten unter Belagerung, etliche fast täglich Kämpfen und Luftangriffen ausgesetzt. „Es kommen weder Benzin noch Nahrungsmittel hinein“, berichtet ein Aktivist. „Die Lage ist äußerst schlecht.“

Der mit Hilfe von Proxy-Truppen und Terroristen geführte Krieg gegen den Staat Syrien und dessen loyale Bevölkerung kam im KURIER nicht vor. Den gab es in den Redaktionsstuben einfach nicht, dafür eine Belagerung in Ost-Ghouta durch Kräfte der syrische Armee, nachdem die dortige Terrorarmee mit ihren Offensiven gescheitert war. Der KURIER schildert nicht das Grauen der syrischen Bevölkerung durch die Aggressoren und Halsabschneider, schilderte nicht die Bombardements von Wohnvierteln durch die Terroristen, schildert nicht die Not der syrischen Verteidiger, der KURIER ließ stattdessen einen als „Aktivisten“ getarnten Terroristen jammern, die in Ost-Ghouta vor allem durch Saudi-Arabien ausgehalten werden.

„Ohne Zustimmung der Regierung in Damaskus wird solche Gebiete keine Hilfe von außen erreichen“, meinte der KURIER weiter und suggerierte ein unmenschliches Verhalten seitens der syrischen Regierung. „Solche Gebiete“ waren nicht irgendwelche Gebiete, sondern von Al-Kaida besetzte Territorien. Im Großraum Damaskus hatte die syrische Armee in der Vergangenheit deren weitere Ausbreitung zwar abriegeln können, gleichzeitig aber nicht über die Mittel und Kräfte verfügt, die dort verschanzte Söldnerarmee zu zerschlagen.

Andere Al-Kaida-Territorien, welche an ausländische Grenzen wie jene der Türkei oder auch Jordanien mündeten, wurden sehr wohl versorgt. Auch von der EU. Für diese Informationen hatte der KURIER allerdings nichts übrig gehabt.

 

Immerhin hatte auch eine russische Stellungnahme Eingang in dem Artikel gefunden. Der Sprecher Peskow habe den Angaben des russischen Verteidigungsministeriums nach gesagt, dass syrische Kampfjets eine Werkstatt angegriffen hätten, in welcher Giftgas hergestellt worden wäre.

Am 5. April hatte es für diese Aussage allerdings ebenfalls keinen Beleg gegeben, und die Al-Kaida-Videos hatten dazu auch nichts beitragen können. Wo sich diese Werkstatt befunden haben soll, wurde mit „östlich von Khan Sheikhoun“ nicht sehr konkret genannt.

Ein russisches Video vom 5. April 2017 versuchte einige Auskünfte zu geben:

 

Quelle: YouTube.

 

Interessant ist hier die Angabe, dass die Luftangriffe durch syrische Flugzeuge zwischen 11.30 und 12.30 Uhr Ortszeit geflogen worden sein sollen. Sämtliche über die Massenmedien verbreiteten Al-Kaida-Quellen hatten die Luftangriffe allerdings auf vor 7 Uhr morgens erzählt. Der angeblich trauernde Abdel Hameed A-Yousef hatte sogar mit 6.40 Uhr eine ganz konkrete Uhrzeit genannt.

Dieser Widerspruch bezog sich nun auf eine ganz konkrete und auch überprüfbare Situation, gehört der syrische Luftraum mittlerweile zu den best überwachten Lufträumen weltweit. Wir werden an anderer Stelle darauf zurückkommen.

 

 

Donnerstag
11
Mai 2017

Die Musik-Video-Ecke 36

 

Ebenfalls ein Klassiker: NEW ORDER mit „Blue Monday“ aus dem Jahre 1983:

 

 

 

 

Dienstag
09
Mai 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 7

 

Wie wir zuvor festgestellt haben, beruht der Vorfall von Khan Sheikhoun auf einer Geschichte, die von Al-Kaida präsentiert wurde. Für alle, die es vergessen haben: bei Al-Kaida handelt es sich um eine Terrororganisation mit mehreren Filialen und Labeln, die in Syrien eine besonders hohe Mannschaftsstärke und eine großartige ausländische Gemeinschaft an Unterstützern aufweist. 

Wie gingen die österreichischen Tageszeitungen „KURIER“, „STANDARD“ und „PRESSE“, die sich so gerne selbst als „Qualitätsmedien“ bezeichnen, mit dieser Meldung um?

Der „KURIER“ hatte am Tag des Vorfalls, am 4. April 2017, am späten Nachmittag einen Artikel dazu online gestellt, welcher den Titel „Syrien: Klinik mit Opfern des Giftgasangriffs mit Rakete beschossen.“ Der Text war bereits mit fünf Fotos der Agenturen Reuters und AFP wohl versorgt, deren Fotografen ihre Tätigkeit auf den Machtbereich von Al-Kaida beschränken.

https://kurier.at/politik/ausland/zivilisten-bei-giftgas-angriff-in-syrien-getoetet/256.256.175

 

Die Unterzeile lautete:

„58 Zivilisten bei Giftgas-Angriff getötet, darunter elf Kinder. EU-Außenbeauftragte macht Assad-Regierung für Angriff verantwortlich.“

Das Problem war nur, dass es für den Tod von 58 Menschen durch Giftgas keine Bestätigung durch eine unabhängige Quelle gab. Al-Kaida behauptete dies, der „KURIER“ konstruierte daraus soetwas wie eine Tatsache, ohne es überprüfen zu können, und die EU-Außenbeauftragte wies vollkommen verantwortungslos und – wenn nicht in krimineller Absicht – die Schuld dem syrischen Staat zu. Wie Al-Kaida, wenn auch mit anderen Worten.

 

Frederica Mogherini

Die EU-Außenbeauftrage Frederica Mogherini mit Al.Kaida voll auf Linie. Hier als Sprachrohr für deren Unterstützer. Quelle: YouTube/Tagesschau (Screenshot).

 

 

Der KURIER zitierte diese Frau mit folgenden Worten, die sich auch in anderen Quellen wiederfinden:

„Der Angriff sei eine „Erinnerung an die Tatsache, dass die Lage vor Ort weiter dramatisch ist“, sagte Mogherini am Rande eines Gesprächs zu einer Syrien-Hilfskonferenz am Dienstag und Mittwoch in Brüssel. Die Verantwortung für die Tat liege „offensichtlich“ beim „Regime“ Assads, weil es die Verantwortung habe, „sein Volks zu schützen und nicht sein Volk anzugreifen“.

https://guardian.ng/news/eu-says-assad-bears-primary-responsibility-after-syria-attack/

 

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Erst einmal wurde der syrischen Regierung fälschlich unterstellt, das „eigene Volk“ anzugreifen, obwohl diese um deren Schutz bemüht ist. Dann wurde gegen die syrische Regierung von genau jenen Leuten, die gegen diesen Staat und das Land einen barbarischen Krieg führen, der Vorwurf formuliert, er würde die Bevölkerung nicht schützen. Zynischer und verlogener geht es nicht mehr.

Bei dieser Gelegenheit soll an dieser Stelle noch einmal in Erinnerung gerufen werden, dass einige Staaten der EU – vor allem England, Frankreich und Deutschland – in dem Krieg gegen Syrien involviert sind. Die EU selbst als Institution ist Kriegspartei. Sie führt mit Sanktionen einen Wirtschaftskrieg gegen Syrien. Das Gerede eines Erdogan wiederum war wiederum so leer wie eine ausgelutschte Auster, weil „seiner“ Türkei ein Hauptanteil an dem wenig verdeckten Krieg gegen Syrien zukommt. Die Türkei erledigt neben eigenen verbrecherischen Ambitionen einen großen Teil der Drecksarbeit und dienst zudem als logistische Drehscheibe für alle Söldner- und Terrorverbände in der nördlichen Hälfte Syriens, einschließlich jenen, die unter dem Label „IS“ agieren.

 

German YPG-Freiwilliger

Ein deutscher Freiwilliger, der sich der kurdischen YPG angeschlossen hatte, meint in diesem Video, dass der türkische Präsident Erdogan der größte Terrorist wäre. Er präsentiert zwei aufgefundene Pässe von IS-Söldnern, die über die Türkei eingereist waren.

 

 

Der KURIER verhehlte seine „Quellen“ nicht und nannte anonyme „Aktivisten“ aus dem Al-Kaida-Reich und den ihr „nahe stehender“ Propagandaverteiler „SOHR“ als Überbringer der Botschaften, die ein Geschehen beschreiben sollten. Ein Blick auf die von Al-Kaida vermittelten stümperhaften Videos und das Erwähnen von Bildern und oberflächlichen Eindrücken rundete das Qualitätsgebaren des KURIER ab.

Immerhin teilte das Blatt seinen Lesern noch mit, dass der größte Teil der syrischen Provinz Idlib von einem „Rebellenbündnis“ unter Führung der „Nusra-Front“ kontrolliert werde, also von Al-Kaida und seinen Helfern. Und die haben mit „Rebellen“ rein gar nichts zu tun.

„Eigentlich gilt in dem Bürgerkriegsland seit Ende des vergangenen Jahres eine von Russland und der Türkei ausgehandelte Waffenruhe. Diese ist jedoch brüchig. Ausgenommen von der Waffenruhe sind die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Kaida-nahe Organisation Tahrir al-Sham. Diese ist besonders in der Provinz Idlib stark“, so der KURIER weiter.

Die UN-Resolutionen 2249 und 2254 hatten zwar erst spät, dann aber ausdrücklich die Terrororganisationen „IS“, Nusra“ und alle anderen mit Al-Kaida verbundenen Gruppierungen und Personen von Waffenruhen ausgeschlossen. Genau diese wurden von der syrische Armee und seinen Verbündeten bekämpft, auch in der von Al-Kaida besonders stark besetzten Provinz Idlib.

http://www.un.org/depts/german/sr/sr_15/sr2249.pdf

http://www.un.org/depts/german/sr/sr_15/sr2254.pdf

 

Al-Kaida hatte in der Vergangenheit mehrmals kurzlebigen Waffenruhen zugestimmt, wenn die Terroristen ins Hintertreffen geraten waren. Nach Umgruppierungen und neuer Versorgung mit Waffen, Munition und Mannschaften durch die freundlichen Unterstützerstaaten aus dem Westen und der Golf-Region war es dann regelmäßig wieder vorbei gewesen mit einer Waffenruhe. Der KURIER unterschlug hier, dass erst am 21. März etwa 10.000 Al-Kaida-Söldner und ihre Helfershelfer eine Offensive im Norden der syrischen Provinz Hama gestartet hatten.

https://www.almasdarnews.com/article/jihadist-rebels-capture-key-village-northern-hama/

 

Allerdings hatte die Syrische Armee diesen Angriff mit Unterstützung der russischen Luftwaffe abfangen und die verlorenen Gebiete wieder zurückerobern können. Der Giftgas-Vorfall in Khan Sheikhoun erfolgte, als diese Al-Kaida-Offensive bereits gescheitert war.

Bei der vom KURIER genannten „Organisation“ mit dem Namen „Tahrir al-Sham“ handelt es sich um einen neuen Zusammenschluss einiger Al-Kaida- und Söldner-Gruppierungen. Relevant sind die neuen Namen nicht, weil der Inhalt mit Al-Kaida immer der selbe bleibt.

https://en.wikipedia.org/wiki/Tahrir_al-Sham

 

Allerdings existieren in Syrien keine nennenswerte Formationen, die nicht Bestandteil von Al-Kaida sind. Deswegen war den westlichen Kriegstreibern wichtig gewesen, vermeintliche „moderate Rebellen“ zu erfinden, welche mit Waffen beliefert werden konnten. Dadurch sollte der richtige Eindruck verwischt werden, dass in Wirklichkeit Al-Kaida ständig beliefert wurde.

Diese Augenwischerei wurde auch vom KURIER betrieben. Interessant ist hier die Beobachtung, dass dieses Blatt die Al-Kaida-Filiale „IS“ mit dem Begriff „Terrormiliz“ verknüpfte, dies aber bei den übrigen Al-Kaida-Filialen unterließ.

Weiters versuchte der KURIER in seinem Text eine Verbindung zwischen Giftgas-Angriffen und syrischer Regierung herzustellen, in dem sie von Al-Kaida platzierte und einige wenige von der UNO übernommene, aber unbewiesene Behauptungen in den Raum stellte. Zum Giftgas-Massaker von Ghouta beschränkte sich der KURIER auf die Behauptungen von Seiten der Kriegstreiber. Während der Einsatz von Giftgas ansonsten noch dem „IS“ angelastet wurde, wurden die realen oder vorgetäuschten Giftgas-Attacken der übrigen Al-Kaida-Filialen wie auch aufgeflogene Giftgas-Transporte aus der Türkei zur „Nusra“ vollkommen ausgeblendet und verschwiegen.

 

adana-el-kaide-operasyonu-2013

Ein seltenes Bild: ein „Nusra“-Terrorist wird von der türkischen Polizei in Adana abgeführt, 2013. Er wurde allerdings wie die übrigen Verhafteten später wieder freigelassen. 

 

Hier nur ein Fall von mehreren:

http://t24.com.tr/haber/adanada-el-nusra-uyelerine-sarin-gazi-degilmis-tahliyesi,239226

http://www.politaia.org/terror/turken-erwischen-al-nusra-mit-sarin/

http://www.soldefter.com/2015/12/29/adana-el-kaide-davasinda-karar-sarin-gazi-iddialari-dogrulandi/

 

Der KURIER betrieb somit auch in diesem konkreten Fall Kriegspropaganda, indem sie Al-Kaida-Behauptungen unreflektiert transportierte, die Meinungen von anti-syrischen Kriegsparteien verbreitete und einen angeblich wahren Hintergrund durch Unterschlagung von Informationen zu konstruieren versuchte. Der Artikel war Al-Kaida insofern entgegengekommen, dass Vorfälle und Handlungen mit Giftgas, die eindeutig „Jabhat al-Nusra“ als Täter darstellten, unterschlagen wurden. Das Anliegen, die syrische Regierung zu diskreditieren, war offensichtlich.

 

 

 

 

Sonntag
30
April 2017

Die Musik-Video-Ecke 35

 

HUMAN LEAGUE mit „Being Boiled“ aus dem Jahr 1978 war noch viele Jahre lang ein Lieblingssong in vielen Clubs.

 

 

 

Samstag
29
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 6

 

Neben dem ersten Video-Szenario „Angebliche Sarin-Opfer auf einem Platz“ und dem zweiten, „Der Arzt vom Höhlen-Feldlazarett“, wurde ein drittes Sujet verbreitet, in welcher ein Mann den Tod zweier Kinder beklagte, die seine gewesen sein sollen.

 

Quelle: YouTube.

 

Ohne Zweifel handelte es sich hierbei um ergreifende Szenen, die auch gerne über Massenmedien durchgereicht wurden, damit alle Medienkonsumenten an der Trauer teilhaben zu konnten. Zum Beispiel beim US-Kanal „CBS“ oder bei „Al-Jazeera“, dem Staatssender von Katar, deren Regierungen beim Krieg gegen den syrischen Staat ganz stark engagiert sind.

 

Quelle: YouTube.

Quelle: YouTube.

 

Auch US-Regierungs-„NGOs“ wie das Petitionsunternehmen „AVAAZ“ griffen auf dieses Sujet zurück, um mit unbewiesenen wie unwahrscheinlichen Behauptungen aus dem Al-Kaida-Medien-Center noch einmal kräftig Kriegshetze gegen die syrische Regierung zu betreiben und die Eskalationsschraube anzuziehen.

 

Avaaz Kriegspropaganda

Quelle: Avaaz (Screenshot). 

https://secure.avaaz.org/campaign/de/syria_idlib_gas_attack_loc/?slideshow

 

Der angebliche Familienvater, ein eher dunkler und schwarzhaariger Mann, soll Abdel Hameed al-Yousef heißen. Sein Alter wurde mit 29 Jahre und sein Beruf als „Shop-Owner“ angegeben. Seine beiden Kinder besitzen erstaunlicherweise blonde Haare; zuerst trägt er die leblosen Körper noch auf seinen Armen, dann weint er an einem Ort, der nach einem improvisierten Friedhof aussieht. Die angeblich ebenfalls getötete Mutter dieser Kinder kommt in dieser Geschichte visuell nicht vor. Es sind bei allen Videos, welche dieses Sujet zum Inhalt haben, ausschließlich mehr oder minder mitfühlende Männer zu sehen.

 

Quelle: YouTube.

 

Diese Tragödie wurde auch in tragischen Theater-Videos verarbeitet, einschließlich einem weiteren Sujet, im besten Englisch und peinlich stark nach Script klingend, mit deutschen Untertiteln.

 

Quelle: YouTube.

Quelle: YouTube.

 

Doch war das Gezeigte tatsächlich authentisch? Sämtliche und oben bereits aufgeführten Umstände sprechen eindeutig dagegen. Es handelte sich um eine Produktion aus der Al-Kaida-Film-Werkstatt.

Dieser Abdel Hameed Al-Yousef – und keine anderen der angeblich zahlreichen Angehörigen von Opfern – stand dann im Interesse von Filmern und Interviewpartnern vor Ort. Der Mann sollte seine Geschichte erzählen, weswegen für Trauer nicht viel Zeit blieb.

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 6. April 2017, dem Tag, der angeblichen Beerdigung seiner Angehörigen.

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 6. April 2017, dem Tag, der angeblichen Beerdigung seiner Angehörigen.

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 6. April 2017, dem Tag, der angeblichen Beerdigung seiner Angehörigen.

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 5. April 2017. 

 

Quelle: YouTube. Hochgeladen am 5. April 2017.  Abdel Hameed al-Yousef im Gespräch mit dem Al-Kaida-Reporter.  

 

Er sollte erzählen, wie es gewesen war. Abdel Hameed Al-Yousef hat weder Zeit, sich um sich um weitere Familienmitglieder zu kümmern, noch sich frische Kleidung anzuziehen. Dafür hat jemand anders die Zeit gefunden, von einer angebliche Verletzung an der gesunden rechten Hand (Verband) zu einer angepflasterten wie sinnlosen Kanüle an der linken Hand zu wechseln.

 

Verletzung

 

Keine Verletzung

 

Und wie dumm muss man sein, um eine auf den 6. April datierte Beerdigung der Angehörigen bereits am 5. April auf YouTube hochzuladen. Selbst bei einer Beerdigung am 5. April samt Interviews zu einem fertig gestellten Video am gleichen Tag wäre es unglaubwürdig gewesen.

 

Bleibt noch der unmittelbare Tatort. Da sich dieser mitten im Al-Kaida-Territorium befindet, sollte Al-Kaida am besten darüber informiert sein. Deren Sprachrohr, Hadi al Abdallah, sollte sich auskennen, war er doch immer an Tatorten zu finden. Leider hatte dieser außer Propaganda, unbewiesene Anschuldigungen und Lügen nichts zu bieten. Einzig das Loch in der Straße, in welchem eine Rakete mit einer Sarin-Kartusche eingeschlagen sein soll, könnte etwas hergeben. Hadi al Abdallah berichtete für das Video von dem Loch, von der Rakete, von dem Giftgas. Er fühlte sich sicher, seine lächerliche Staubmaske schützte ihn. Auch der Weißhelm von der Sanitätsabteilung schützte sich mit einem Atemschutz vor Staub und Körperflüssigkeiten. Er hüstelte zweimal überzeugend während seiner Ausführung. Das Kampfgas, Sarin, alles klar.

 

Quelle: YouTube. 

 

In dem Loch steckt Metallschrott. Al-Kaida-Mann Hadi al Abdallah erzählt dazu dies und das, aber nicht, warum dieser Schrott trotz einer Explosion dort aufrecht stehen kann. Dazu ist dieser Schrott an einer Stelle sichtlich eingebeult, was ein Ding der physikalischen Unmöglichkeit ist, da die Explosion und der Druck von innen nach außen erfolgen sollte – und nicht umgekehrt.

 

Metallschrott

Quelle: YouTube (Screenshot). 

 

Die Kulisse im Video ist trostlos. Zerstörte und verlassen wirkende Gebäude in der unmittelbaren Umgebung, erst weiter hinten intakte Häuser beidseitig einer Landstraße. Hadi al Abdallah nennt es „das Herz von Khan Sheikhoun“, allerdings meinte er nicht die Häuserzeile im Hintergrund, sondern die Einöde um ihn herum. Es bleibt rätselhaft, wo sich in dieser Umgebung die vielen Opfer befunden haben, in welchen Häusern sie überrascht worden sein sollen. Die Bilder zeigen nichts, aus denen es ersichtlich geworden wäre.

Ein anderes Video zeigt dem Interessierten erneut das Loch in der Straße. Der zerbeulte Schrott liegt nun nicht weniger lächerlich darinnen, ergänzt durch ein „Gift“-Schildchen für die Kamera. Damit sich jeder, der sich über die angebliche Sarin-Grube beugen würde, sofort Bescheid weiß.

 

Poison lächerlich

 

In einer anderen Szene zeigt ein beschäftigter Mann, der weder Telefon noch Gasmaske aus der Hand legen kann, einen leeren Raum mit einer Decke und einem Tatort. Es sieht aus, als hätte jemand schnell etwas in die Leere hinein geschoben.

 

Quelle: YouTube. 

 

Von dem durchgängigen Fehlverhalten aller Darsteller einmal abgesehen: wo befanden sich die durch extrem tödliches Sarin vor Ort umgekommene Menschen vor Ort? Verletzte? Fehlanzeige. Spuren von medizinischen Einsätzen, Müll auf der Straße, wie sonst üblich? Nein, da war nichts. Nichts weiter als eine leere Kulisse. Die Opfer müssen es irgendwie alle alleine zum Stützpunkt der „Weißhelme“ geschafft haben.

Dieser muss sich außerhalb der Ortschaft befinden. Die Kulisse hat Ähnlichkeit mit einem Steinbruch, wo in den Felsen ein Stollen gegraben wurde und möglicherweise etwas daneben ein zweiter, kleinerer. Die Menschen, die es zu diesem Stützpunkt geschafft hatten, müssen sich auf einem beliebigen Platz hingelegt haben. Oder sie wurden dort abgelegt. Nur nicht nahe dem Stolleneingang und der innen befindlichen vermuteten medizinischen Versorgung, um den dortigen Betrieb ja nicht zu stören. Vielleicht wegen dem Sarin und dessen tödlicher Wirkung, welche sich nur auf die Liegenden zu konzentrieren schien. Bei anderen Personen schien es wiederum nicht so schlimm oder so tödlich zu sein, diese durften hinein, durften auch gefilmt werden, um das Sarin zu dokumentieren.

 

Steinbruch Kulisse

 

Quelle: YouTube.

 

Wer soll sich bei diesen Widersprüchen noch auskennen? Und wie stand es um den Schauplatz der Tragödie eines Abdel Hameed Al-Yousef? Leider erfuhr der neugierige Zuschauer nichts von seinem Geschäft als „shop-owner“ und nichts von dem Umstand, warum trotz seiner von ihm selbst berichteten Anwesenheit angeblich seine Frau und seine Kinder umgekommen sein sollen, aber nicht er? Was war nochmal Sarin gewesen? Richtig, Abdel Hameed A-Yousef wollte etwas gerochen haben. Sarin ist nicht nur geruchlos, sondern absolut tödlich. Auch für ihn.

 

 

Dienstag
18
April 2017

Die Musik-Video-Ecke 34

 

Die französische Band (Duo) TRISOMIE 21 mit „Last song“ aus dem Jahre 1986:

 

 

 

Montag
17
April 2017

„Es geht mir gut, ich komme bald.“

 

„Es geht mir gut, ich komme bald“

Österreicher als Kriegsgefangene in Turkestan 1914-1920

(Ö 2016, 60 min)

von Doris Kittler und Benjamin Epp

Idee und wissenschaftliche Beratung: Peter Felch 

Moderation: Kurt Brazda

 

Stadtkino im Künstlerhaus

Akademiestr. 13, 1010 Wien
18. April 2017, 19 Uhr

 

 

Vergessene Geschichte – Dokumentarfilm 

Erster Weltkrieg, März 1915: Die österreichische Festung Przemy?l fällt in die Hände der Russen. Ein Großteil ihrer Besatzung landet als Kriegsgefangene im tausende Kilometer entfernten Turkestan, in Lagern auf dem Gebiet der heutigen Staaten Usbekistan, Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan und Turkmenistan.

So sehr ist das Schicksal von 200.000 österreichisch-ungarischen Gefangenen im russischen Orient in Vergessenheit geraten, dass bisher kaum von ihnen Notiz genommen wird. „Es geht mir gut. Ich komme bald“ – so beruhigen sie ihre Angehörigen und halten die Hoffnung auf eine Heimkehr aufrecht. Mehr lässt die Briefzensur selten zu.

Wie aber erleben und überleben sie wochenlangen Transport, Lagerleben, Zwangsarbeit, Heimweh, Revolution und Bürgerkrieg in einer fremden, orientalischen Umgebung?

Welche Spuren hinterlässt ihre Anwesenheit in Zentralasien und welche Erinnerungen geben sie ihren Nachkommen weiter?

Eine außergewöhnliche Reise in eine vergessene Episode österreichischer Geschichte und durch exotische Gegenden, die uns heute nicht weniger fremd sind als den Gefangenen von damals.

 

Hergestellt mit Unterstützung des Österreichischen Zukunftsfonds, der Vorarlberger Landesregierung und des Österreichischen Außenministeriums. 

 

Montag
17
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 5

 

KURIER, STANDARD und PRESSE hatten in ihren Artikeln einige Bilder der oben genannten Fotografen unterbringen können, aber keine Videos gezeigt. Dafür wurde beschrieben, was dort zu sehen gewesen sein soll.

Aufnahmen aus der Klinik zeigten Rettungskräfte der syrischen Weißhelme, die Verletzte mit Wasser abwuschen“, so der KURIER und im selben Wortlaut der STANDARD. Die PRESSE hatte dagegen Fotos im Internet gefunden, die etwas zeigen sollen. „Fotos im Internet zeigten Leichen von Mädchen und Buben auf der Ladefläche eines Pick-ups. Erstickte Erwachsene, die zusammengekrümmt auf der Straße lagen, hatten Schaum vor dem Mund. Weißhelme mit Gasmasken wollten Vergiftete retten, indem sie ihnen die Kleider vom Leib rissen und die Haut mit Wasser abspritzten“, heißt es dort.

Was dort beschrieben wurde, lässt sich überprüfen, weil dieses Video auf YouTube unter dem Logo von Smart-News, ein den Terroristen nahe stehender US-Kanal, hochgeladen wurde.

 

Quelle: Smart News, YouTube. 

 

Nach diesem Anschauungsunterricht kann zuerst festgestellt werden, dass die Laien-Truppe „Weißhelme“ sehr unprofessionell agiert und von einem Giftgas des Typs „Sarin“ keine Rede sein kann. Erkundigungen beim Heer wie auch beim Roten Kreuz ergaben das gleiche Resultat.

Bei „Sarin“ handelt es sich um ein extrem tödliches Giftgas. Schutz bietet einzig ein Ganzkörper-Schutzanzug und Gasmaske.

https://de.wikipedia.org/wiki/Sarin

 

Alle auf dem Video zu beobachtenden Personen haben sichtlich nichts mit „Sarin“ zu tun. Sie wären allesamt des Todes.

Das gezeigte Szenario selbst ist stümperhaft inszeniert. Die Personen sind, wo auch immer sie herkommen sein mögen, sind übersichtlich auf nur einem einzigen Platz verteilt und zumeist männlich. Einem Jungen wird noch mal eben sein Platz für die Kamera zugewiesen, aus dem Mund einiger „Erstickter“ strömt in sichtlich frischer Luft der Atem, einem alten Mann wird noch schnell das Kopftuch weggenommen, die „Wasserspülung ist ein Witz“ und zudem auch bei einer richtigen Spülung absolut wirkungslos.

 

Khan-Skeikhoun_4-4-17_Hospital_Damage

Nahe dem Stützpunkt „Weißhelme“ und dem Al-Kaida-Militärhospital das Set: gleich geht es rund!

 

Erschreckend und irritierend ist die Beobachtung, dass allein die Kinder mit ihren Symptomen authentisch wirken.

Im bereits oben verlinkten Video werden verstorbene (oder betäubte?) Kinder gezeigt, doch ist nicht ersichtlich, ob diese mit dem Ort Khan Sheikhun im Zusammenhang stehen. Kurz zu sehen ist eine Hand, welches einem der Kinderopfer den Kopf wie ein Stück Obst für die Kamera zurechtrückt.

 

Quelle: YouTube. 

 

Dass diese gezeigten Kinder in Khan Sheikhun ums Leben gekommen wären, wird von dem Reporter mit dem sinnlosen Atemschutz behauptet. Bei diesem Mann handelt es sich um Hadi al Abdallah, einem bereits seit Jahren berüchtigten Al-Kaida-„Reporter“ und Propagandisten. Dessen Beteiligung an unzähligen Verbrechen wurde in der Vergangenheit bei „Urs 1798″ zur Genüge dokumentiert.

 

hadi-killer-antwort-an-mhaisni

Hadi al Abdallah ganz dicke mit dem vollgefressenen Nusra-Chef Mhausni. Quelle: URS 1798, Screenshot. 

 

Das Filmmaterial stammt konsequenterweise von Al-Kaida selbst, siehe Logos:

 

Quelle: Al-Kaida/Jabhat al-Nusra, YouTube.

 

Wenn auch etwas unübersichlich, so bietet Urs 1798 eine Fülle von Informationen. Aber Vorsicht, die gezeigten Bilder sind teilweise entsetzlich:

https://urs1798.wordpress.com/2017/04/05/puenktlich-zur-geplanten-syrienkonferenz-haben-terroristen-in-idlib-horrende-false-flag-attacken-inszeniert/

 

Außerdem sei noch eine Quelle genannt, die sich ganz konkret in allen Einzelheiten mit dem Vorfall auseinandersetzt:

http://acloserlookonsyria.shoutwiki.com/wiki/Talk:Alleged_Chemical_Attack_Khan_Sheikhoun_4_April_2017

 

Al-Kaida, gleichgültig unter welchem Label, sind allerdings für Entführungen auch von vielen Kindern berüchtigt. Skrupel, einige von ihnen für propagandistische Zwecke zu ermorden, war in anderen Fällen auch nicht zu beobachten gewesen. Einer der perversen Höhepunkte war die Enthauptung eines 12-jährigen Jungen vor laufender Kamera in Aleppo durch Angehörige der US-gestützten Zenki-Brigade im Juli 2016 gewesen.

http://www.politaia.org/ioc-internationale-organisierte-kriminalitaet/ermordeten-weisshelme-kinder-fuer-fake-gasangriff-videos/

http://www.strategic-culture.org/news/2017/04/10/swedish-medical-associations-white-helmets-murdered-kids-fake-gas-attack-videos.html

https://www.heise.de/tp/features/Kindsenthauptung-durch-moderate-Rebellen-3276710.html

 

Doch kehren wir zu den Artikeln zurück, welche die drei selbsternannten österreichischen „Qualitätsmedien“ am 4. April 2017 aufgelegt hatten.

Der KURIER und der STANDARD hatten offensichtlich auch die selben vorgefertigten Bestandteile übernommen, als sie Szenen aus einem Video schilderten wie folgt:

„In einem Video berichtete ein Arzt, es habe einen sehr schweren Angriff mit Giftgas gegeben. Es gebe in seiner Klinik drei Patienten mit eindeutigen Symptomen eines Giftgaseinsatzes. Auf Bilden waren zahlreiche Leichen zu sehen. Aufnahmen zeigten, wie Verletzte mit Sauerstoffmasken behandelt wurden.“

Die PRESSE berichtete folgendermaßen:

„Auf anderen Videosequenzen sind Ärzte des örtlichen Krankenhauses zu sehen, die mit künstlicher Beatmung um das Leben der Opfer kämpfen. Zu Mittag schlugen Raketen auch in das Hospital ein, in dem Überlebende liegen. Ein benachbarter Stützpunkt der Weißhelme, einer syrischen Zivilschutzorganisation, wurde ebenfalls getroffen.“

Dieser Arzt, soviel wird nach dem Abgleich weiterer Berichte deutlich, dient als Träger der angeblichen Informationen. Zum einen geht um die Zuweisung einer Schuld, zum anderen um die Behauptung, dass Giftgas eingesetzt worden wäre. Dieser Mann nennt sich Dr. Shajul Islam und ist im folgenden Video zu sehen:

 

Laut YouTube soll dieses Video von Ammar Abdullah stammen, jenem oben erwähnten Reuters-Fotografen, welcher demnach frühzeitig vor Ort gewesen sein sollte – wenn nicht bereits von Anfang an.

 

Es wird schnell deutlich, dass dieses Video etwas zeigen soll, was nicht existiert. Shajul Islam ist während einer angeblichen Notlage, die jedes Ärzteteam überfordern sollte, vor allem damit beschäftigt, etwas darzustellen. Dazu gehört seine Behauptung, dass es sich nicht um Chlorgas handeln würde. Das Abzielen auf das Gas „Sarin“ konterkariert allerdings die gezeigten „Maßnahmen“ sowie der nicht vorhandene Schutz vor diesem Gift. Der dickliche Brillenträger im Hintergrund trägt zuerst noch eine Kunstlederjacke, dann plötzlich einen weißen Anzug sowie einen Atemschutz. Der Komparse ist offensichtlich ein Idiot, denn er trägt diesen unterhalb der Nase.

Derlei Fehler sind häufiger in dem Video zu beobachten, welches über einen längeren Zeitraum (mindestens 8 Stunden) gefilmt worden sein muss (siehe die Lichteinfälle/Schattenbildungen), wobei nicht ausgeschlossen werden kann, dass es auch vor dem 4. April gewesen sein könnte. Wir haben selten ein derartig schlecht aufbereitetes und lächerliches Propaganda-Video gesehen wie dieses hier. Von einem Sarin-Szenario übrigens keine Spur, weder innerhalb des Gebäudes noch außerhalb. Nicht einmal Merkmale von Explosionswirkungen wie Staub waren zu entdecken gewesen.

Dieser Shajul Islam besitzt einen eigenen Twitter-Account, auf welchem er seine Botschaften an die westliche Welt sendet.

 

Shajul Islam

Quelle: Twitter (Screenshot).

https://twitter.com/drshajulislam?lang=de

 

Er lässt hier keinen Zweifel darin, dass er, der Arzt, ein hartnäckiger Verfechter der Sarin-These ist, für die es keinen einzigen Beweis gibt. Er selbst ist der Beweis, dass es am Schauplatz niemals Sarin gab. Mit anderen Worten: er lügt mit einer erstaunlichen Offensichtlichkeit. Doch geht es hier nicht um diese Tatsache, wie nach Durchsicht verschiedener Massenmedien klar wurde, sondern allein um eine Platzierung des Giftgases. 

 

Den Namen „Shajul Islam“ in eine Suchmaschine einzugeben, erbrachte sofort ein Resultat, welches weitere Bände spricht.

http://www.dailymail.co.uk/news/article-3711118/Russia-airstrikes-killing-women-children-MISSING-ISIS-Struck-Brit-NHS-doctor-accused-kidnapping-Western-hostages-treating-bomb-victims-Syria.html

 

Shajul Islam war ein britischer Arzt, ist aber keiner mehr, weil ihm die Lizenz entzogen und er von der Ärztekammer ausgeschlossen wurde. Er war in einem Entführungsfall zweier Journalisten in Syrien verwickelt. Es handelt sich bei diesem Shajul Islam um einen Salafisten, welcher zuvor eifrig Propaganda gegenüber Russland und Syrien betrieben hatte. Der Artikel der MailOnline deutete zudem Geheimdienst-Verbindungen an, was nicht mehr erstaunen sollte.

 

Dr. Islam & Propaganda

Shajul Islam mit dem US-Amerikaner Bilal Abdul Kareem, den wir bereits an anderer Stelle als Al-Kaida-Reporter kennen gelernt hatte. Wahrscheinlich handelt es sich bei Kareem um einen Agenten der CIA oder/und des MI6. 

 

Shajul Islam, der Zeuge aus der Firma „Nusra“ – für die österreichischen Massenblätter der glaubwürdige „Arzt“ Ihres Vertrauens.

 

 

Ergänzung vom 17. April 2017:

Wir haben an dieser Stelle eine Beobachtung übersehen, die wir hiermit nachreichen wollen. Von dem Video, welches die verstorbenen Kinder zeigen soll, existiert eine längere Version. In dieser werden zwei weitere Kinder gezeigt, die sich liegend unterhalb der ersten Reihe befinden.

 

 

Hier ist ganz deutlich zu erkennen, dass das Mädchen in dem rötlichen Pulli bei dem ersten Schwenk ihre Augen geschlossen hatte, bei dem Schwenk zurück allerdings geöffnet.

Wir können zumindest hoffen, dass die Kinder nur betäubt gewesen waren.

 

Donnerstag
13
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 4

 

Wir wissen nicht, woher der österreichische Außenminister seine Indizien nahm, um eine vage Schuldzuweisung in Richtung syrische Regierung zu äußern. Er hatte diese nicht genannt. Das einzige, was von ihm zu hören gewesen war, beschränkte sich auf Bilder, die er gesehen habe. Bilder von Kindern. Sebastian Kurz wird möglicherweise an folgendes Video gedacht haben.

 

Quelle: YouTube.

 

Ohne Frage sind diese Bilder schrecklich, und sie bleiben es auch trotz alltäglicher Abstumpfungsprozesse. Denn diese Bilder gab es auch in den vergangenen Jahrzehnten überall dort, wo Krieg geführt wurde.

Bilder sagen allerdings nichts über den Urheber einer Tat aus. Deswegen werden Bilder in einen Kontext gesetzt und mit Texten oder mit einer begleitenden Sprache versehen. Was vor Ort tatsächlich geschehen war, lässt sich von einem Büroraum aus und tausende Kilometer entfernt erst einmal kaum nachvollziehen.

Einige österreichische Massenmedien, um nur die zu nennen, wollten sich dazu in der Lage gesehen haben. Sie verfügen zwar über keinerlei Personal am Ort des Geschehens, können sich aber Material über die internationalen Presseagenturen usw. beschaffen. Hier die online verfügbaren Artikel von KURIER, STANDARD und PRESSE vom 4. April 2017.

https://kurier.at/politik/ausland/zivilisten-bei-giftgas-angriff-in-syrien-getoetet/256.256.175

http://derstandard.at/2000055349488/Aktivisten-Mindestens-18-Tote-bei-Giftgasangriff-in-Syrien

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5195776/SyrienKrieg_Das-Giftgasmassaker-von-Idlib

 

Nach diesen Artikeln soll es am 4. April 2017 in Khan Sheikhun, einer Ortschaft in der syrischen Provinz Idlib, zu einem Luftangriff mit Kampfgas gekommen sein, bei dem zahlreiche Menschen ums Leben und verletzt worden wären. Bei dem Kampfgas soll es sich angeblich um Sarin und Chlor gehandelt haben.

Die Provinz Idlib wird von Al-Kaida kontrolliert, gleichgültig unter welchem Namen das dortige Söldner- und Terrorbündnis dort firmiert: „Jabhat al-Nusra“, „Fatah al-Sham“ oder auch „Tahrir al-Sham.“

https://en.wikipedia.org/wiki/Tahrir_al-Sham

 

Immerhin schreibt auch der KURIER dazu:

„Khan Sheikhoun liegt im Süden der Provinz Idlib, die zu großen Teilen von einem Rebellenbündnis kontrolliert wird, das vom ehemaligen Al-Kaida-Ableger Al-Nusra-Front angeführt wird. Die Gruppe trägt mittlerweile den Namen Fatah al-Sham.

Eigentlich gilt in dem Bürgerkriegsland seit Ende des vergangenen Jahres eine von Russland und der Türkei ausgehandelte Waffenruhe. Diese ist jedoch brüchig. Ausgenommen von der Waffenruhe sind die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Kaida-nahe Organisation Tahrir al-Scam. Diese ist besonders in der Provinz Idlib stark.“

Oder der STANDARD, dessen erster Satz identisch mit jenem des KURIER ist:

„Khan Sheikhun liegt im Süden der Provinz Idlib, die zu großen Teilen von einem Rebellenbündnis kontrolliert wird. Dieses Bündnis wird von der Gruppe Fatah al-Sham angeführt, dem ehemaligen Al-Kaida-Ableger namens Al-Nusra-Front.“

Und die PRESSE:

„Die Provinz Idlib gilt als letzte Hochburg der Rebellen, unter denen die al-Qaida-nahe Allianz Hayat Tahrir al-Sham jetzt den Ton angibt.“

 

Mit „Rebellen“ hat das natürlich nichts zu tun. Es ist dagegen für die Berichterstattung nicht unwesentlich festzustellen, dass die ganze Gegend dort von Terroristen dominiert wird, was deren Glaubwürdigkeit von vorneherein zumindest zweifelhaft erscheinen lässt.

Als Quelle für ihre Informationen geben die obigen drei Blätter „Aktivisten“ an, wobei nicht näher beschrieben wird, in welchen Bereichen diese aktivistisch sein sollen. Rückblickend auf die vergangenen Jahre könnte hier angenommen werden, dass es sich bei diesen erwähnten „Aktivisten“ um Menschen handeln soll, die sich um demokratische Strukturen und Menschenrechte etc. bemühen. Wie sehr dieser Begriff zu einer ewig wiederholten Phrase verkommen ist, wird dadurch deutlich, dass dies innerhalb eines Territoriums einer salafistischen Terrororganisation ausgeschlossen werden kann. Daher können diese „Aktivisten“ als Al-Kaida zugehörig definiert werden, was in den hier genannten Medien natürlich nicht der Fall ist.

Diese nennen als weitere Quelle die von ihnen seit Jahren genutzte Organisation „Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ („Sohr“) aus England, eine den Rebellen/Söldnern/Terroristen nahe stehende Informationsverteilungszentrale des britschen Geheimdienstes. Deren Meldungen werden seit einiger Zeit mit folgenden Zusatz versehen:

„Die Organisation mit Sitz in England, die den bewaffneten Rebellen nahe steht, stützt sich auf ein Netz von Informanten in Syrien. Von unabhängiger Seite sind ihre Angaben nur schwer zu überprüfen.“ (KURIER gleich mit STANDARD).

 

Davon, dass wenigstens versucht wird, diese Angaben zu überprüfen, steht dort genau so wenig wie das Ergebnis tatsächlich unabhängiger Recherchen. Qualitätsjournalismus hat offenbar einen Preis, der für die genannten Blätter zu hoch ist.

Was ist innerhalb einer Semantik die Wortsprache wert, ohne diese mit einer Bildsprache zu unterfüttern?

 

Bildsprache 1

Quelle: PRESSE (Screenshot).

 

Bildsprache 4

Quelle: KURIER (Screenshot). 

 

Diese beiden Bilder – und viele andere auch – stammen von einem Mohamed Al-Bakour, der unter anderem für die französische Nachrichtenagentur AFP arbeitet. Dort wird er als ein „Freelance Photographer in Syria“ bezeichnet.

https://correspondent.afp.com/mohamed-al-bakour

 

Die beiden folgenden Fotos stammen von einem Ammar Abdullah, welcher für die US-Agentur REUTERS tätig ist.

 

Bildsprache 2

Quelle: STANDARD (Screenshot). 

 

Bildsprache 3

Quelle: KURIER (Screenshot).

 

Es lässt sich mit ein wenig Recherche leicht nachweisen, dass sich beide Männer in der von Al-Kaida kontrollierten Provinz Idlib nicht nur aufhalten, sondern mit der Terrororganisation kooperieren.

https://twitter.com/ammarabdullh0?lang=de

 

Sie sind genau dort zu finden, wo gerade etwas geschieht. Und sollte einmal nichts geschehen, so findet sich immer Zeit, stimmige Helfer-Aufnahmen der Al-Kaida-Organisation „Weißhelme“ zu schießen.

https://www.hintergrund.de/globales/kriege/weisse-helme-ohne-weisse-westen/

 

Deren Fotos wandern dann schnell über die Nachrichtenagenturen an die westlichen Massenmedien, um die Sprache sowie die damit verbundene Botschaft entsprechend zu bebildern. Fotos von der anderen Seite finden dagegen keinen Weg in die Redaktionsstuben der westlichen Meinungsmacher. 

 

 

Dienstag
11
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 3

 

In den von uns beobachteten österreichischen Massenmedien (KURIER, STANDARD, PRESSE sowie hier auch TV: ORF und ATV) waren übrigens rechtliche Bedenken über den Kriegsakt und den Morden durch die USA nicht zu finden gewesen. Das sagt bereits einiges über diese Medien und ihre Doppelmoral aus. Man möge sich nur vorstellen, was in diesen Medien vor Kriegseifer gespeichelt worden wäre, hätte es sich umgekehrt ereignet. 

Den Raketenangriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt hatte der US-Präsident Donald Trump mit einem Giftgasvorfall vom 4. April 2017 in Khan Sheikhun in der syrischen Provinz Idlib begründet, deren Ausführung durch die USA der syrischen Regierung angelastet wurde. Diese Begründung diente allerdings nur als ein Vorwand. Dies wurde nicht nur durch das verbrecherische Handeln deutlich, mal eben ein anderes Land als angebliche „Vergeltung“ anzugreifen, in deren Angelegenheiten sie sich nicht einzumischen haben, sondern auch durch die Tatsache, dass die Täterschaft bis dato nicht untersucht geschweige denn geklärt gewesen war. Somit blieb der US-Raketenüberfall nichts weiter als ein Kriegsakt und Mord – aus anderen Gründen.

 

Khan Sheikhun

Rote Markierung: Khan Sheikhun in der Provinz Idlib. Quelle: Google. 

 

Dieser blanke Kriegsakt mag für Trump innenpolitisch begründet sein, um seinen Widersachern ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen. Auch außenpolitische Motive mögen eine Rolle gespielt haben, auch wenn diese nicht deutlich sind. Ein Effekt hat sich allerdings bereits gezeigt, doch dazu später.

Zunächst einmal möchten wir einen Blick auf diesen Giftgas-Vorfall werfen. Von denen gab es bereits einige, die allesamt von den westlichen Kriegstreibern, den Golf-Diktaturen und den in Syrien operierenden Terroristen gemeinschaftlich der syrischen Regierung zugeschrieben worden waren – und nie bewiesen werden konnten. Wir haben es mit einer Wiederholung der Wiederholung zu tun, deren Muster sich gleichen, aber mittlerweile die Spitze der Unglaubwürdigkeit erreicht haben.

Bevor wir einige Einzelheiten beleuchten, kann festgestellt haben, dass die syrische Regierung über keinen Grund verfügt, Chemiewaffen einzusetzen.

 

  1. Das damals zur Abschreckung gegen Israel gerichtete Chemiewaffen-Arsenal wurde unter Aufsicht der UNO vernichtet. Das plötzliche Einsetzen von Chemiewaffen würde vermuten lassen, dass sich irgendwo ein nicht registriertes Depot befunden haben könnte. Das würde zu – unnötigen – internationalen Verwicklungen führen und auch den russischen Bündnispartner verprellen. Den Beweis einer Existenz chemischer Kampfstoffe bei der syrischen Armee gibt es allerdings nicht. 
  2. Ein räumlich beschränkter Chemiewaffenangriff ist ineffektiv macht militärisch für die syrische Regierung keinen Sinn. Erst recht nicht, wenn es für die syrische Armee an allen Frontabschnitten seit einiger Zeit recht gut läuft.
  3. Ein Chemiewaffen-Angriff könnte von Gegnern Syriens als Terrorakt ausgelegt werden und als Vorwand für eine direkte Intervention mit regulären Streitkräften und Massenbombardements dienen. Dies wurde von den Kriegstreibern auch gefordert. Es ist das, was die syrische Regierung natürlich nicht beabsichtigt.
  4. Die syrische Regierung hat keinen Nutzen, weil sie auch in den neutralen und verbündeten Staaten diskreditiert wäre. Vorsätzliche Angriffe auf Zivilisten müssten dem Bestreben des Staates Syrien der Eingliederung zuwiderlaufen, um welche diese mit Verhandlungen und Amnestieangboten bemüht ist.

 

Einen Nutzen hätten allerdings die in Syrien operierenden und durch ausländische Mächte unterhaltenen Proxy-Truppen und Terroristen.

  1. Diese, die Al-Kaida sowie die Al-Kaida-Filiale ISIS, haben bereits nachweislich Kampfgas eingesetzt.
  2. Es wurde bereits festgestellt, dass über die Türkei Giftgas an die „Nusra-Front“ geliefert wurde.
  3. Für sämtliche Al-Kaida-Verbände läuft es in Syrien derzeit sehr ungünstig, so dass diese weitere Hilfe durch die Staaten der Kriegstreiber benötigen. Voraussetzung hierfür wäre eine neue Kampagne für die Beeinflussung der öffentlichen Meinung sowie natürlich der Anlaß.
  4. Es steht eine neue Runde der syrischen Friedensverhandlungen bevor, die bisher regelmäßig von den Kriegstreibern unterlaufen wurde – auch mit inszenierten Verbrechen.

 

Beliebt bei Al-Kaida: echtes Giftgas wie Sarin.  Quelle: YouTube.

 

Quelle: YouTube.

 

Dazu gibt es einen äußerlichen Rahmen, der aufschlussreich ist.

  1. Die Beschuldigungen werden durch jene Mächte vorgetragen, die gegen Syrien Krieg führen.
  2. Der (angebliche) Vorfall ereignete sich in Khan Sheikhun und mit Idlib in einer syrischen Provinz, die von der „Jabhat al-Nusra“ aka „Jabhat Fatah al-Sham“ kontrolliert wird – von Terroristen.
  3. Die Quelle des Vorfalls ist Al-Kaida selbst, von welcher die Verlautbarungen, Beschuldigungen und die Bilder/Videos stammen.
  4. Einer der wichtigstens Verteiler dieses Materials sitzt mit der Organisation „SOHR“ in England, bei der es sich um eine Einrichtung des britischen Geheimdienstes handelt. Bis zu ihrer Auflösung in Ost-Aleppo war auch die von Frankreich finanzierte Al-Kaida-Medienstation „Aleppo Media Center“ als Quelle für Westmedien interessant gewesen.
  5. Dieses Material wird über die westlichen Massenmedien verteilt und über diese an die Medienkonsumenten weitergereicht. Diese Massenmedien zeigen sich gesteuert und betrieben wiederum von Anfang an aktive Kriegspropaganda gegen den syrischen Staat, einschließlich dieses Falles. Sie sind der öffentliche Träger alle verleumderischen Behauptungen.
  6. Die in der Provinz Idlib befindlichen terroristischen Söldnerverbände werden von jenen Staaten bewaffnet und ausgehalten, welche die Beschuldigungen (ohne Untersuchung des Vorfalls) zuweisen und über deren Nachrichtenkanäle und Massenmedien die Meldungen gestreut werden.

 

Wir stellen fest, dass derartige Vorkommnisse und die nachfolgenden Beschuldigungen – hier vorgetragen von aggressiven Kriegsparteien und Terrorformationen – mit größter Skepsis aufzunehmen sind. Die Wahrscheinlichkeit, dass die verbreiteten Behauptungen einer Realität entspringen, sind äußerst gering.

Wenn ein österreichischer Außenminister von angeblichen Indizien spricht, die trotz aller fehlenden Logik auf eine Täterschaft der syrischen Regierung deuten würden, welche könnte er gemeint haben?

 

Ergänzung vom 10. April 2017:

Ein UNO-Bericht vom 25. August 2016 berichtete, dass die syrische Armee in zwei Fällen Gas als Kampfmittel eingesetzt habe. Die OPCW wäre zusammen mit der UN-JIM zu dem Ergebnis gekommen, dass einmal am 21. April 2014 und ein weiteres Mal am 16. März 2015 zu diesen Vorfällen in der Provinz Idlib gekommen sei, deren Urheber eindeutig belegt werden könnten. Der Bericht besagte, dass in einem Fall „alles“ auf Chlorgas „hindeute“, in den anderen Fall es gar nicht festgestellt werden konnte.

http://www.unric.org/de/uno-schlagzeilen/27812-un-bericht-bestaetigt-giftgaseinsatz-in-syrien

 

Ob nun die OPCW und die UNO mit einem Team im von der „Nusra-Front“/Al-Kaida kontrollierten Gebiet untersucht hatte, können wir nicht beantworten, weil wir genauere Angaben online nicht gefunden haben.

Die Formulierung lässt allerdings den Schluss zu, dass es nie eine Untersuchung vor Ort gegeben hatte, welche bestimmte Kampfgase hätten nachweisen können. Das „Hindeuten“ auf etwas ist nichts wert, das ist nicht einmal ein Indiz. Offenbar wurden nur Aussagen aus Al-Kaida-Territorien aufgenommen und verarbeitet.

Davon abgesehen, dass es sich bei der UNO um keine neutrale Organisation handelt und sich auch in dieser die Interessen ihrer Mitglieder wiederspiegeln, war eine Nachricht aus dem Jahr 2012 ganz konkret: die Eroberung der Chlorgasfabrik in Al-Safira, östlich von Aleppo durch Al-Kaida-Gruppen der „Nusra-Front“.

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/naher-osten/syrien-al-qaida-verbuendete-verfuegen-offenbar-ueber-chemische-waffen-11987619.html

http://www.n-tv.de/politik/Regime-warnt-vor-Chemiewaffen-article9723946.html

 

Hierbei handelt es sich um folgende Firma:

https://en.wikipedia.org/wiki/SYSACCO

 

Interessant ist hier der Umstand, dass es sich bei dieser Chlorgasfabrik um die einzige in ganz Syrien handeln soll, wie auch bei Wikipedia ausgewiesen.

 

 

Der oben angeführte Artikel von n-TV berichtete zudem von Warnungen der USA und Englands an die syrische Regierung, chemische Kampfstoffe einzusetzen. Anzeichen gab es zwar keine, aber die Behauptung wurde kommuniziert. Gleichzeitig wurde deponiert, dass ein Einsatz von Chemiewaffen von syrischer Seite ein Eingreifen der drohenden Mächte zur Folge haben würde.

Auch bei diesem Szenario aus dem Jahre 2012 wird deutlich, wer kein Interesse haben kann, Chemiewaffen einzusetzen. Für die von den obigen Mächten unterhaltenen Terroristen dagegen konnte, ja, musste es allerdings als Einladung verstanden werden.

 

 

Sonntag
09
April 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 2

 

Der US-Angriff auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt Shayrat scheint sich aber nicht sonderlich effektiv gestaltet haben. Was dort zerstört worden sein soll, war vorerst unklar. Fluggeräte und Treibstofflager wurden als Ziele genannt. Ein Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums berichtete von sechs Flugzeugen, einer Radarbude, einem Lager und einer Kantine, die zerstört worden wären. Das syrische Militär meldete 4 getötete Luftwaffenangehörige, dann 6 sowie später weitere 9 umgekommenen Zivilisten in der Umgebung des Stützpunktes. Der tatsächliche Schaden dürfte allerdings der Geheimhaltung unterliegen.

 

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Quelle: RT.com

 

Quelle: YouTube.

 

Ganze 59 Cruise Missiles (nach US-Angaben) und möglicherweise 15 Tote, was schlimm genug ist. Ein Geschäft wird es trotz gewisser Ineffizienz dennoch gewesen sein. Wie viel kostet ein Marschflugkörper des Typs „Tomahawk“ in etwa? Ungefähr 500.000 Dollar, unter Einbeziehung eines Mengenrabatts. Vielleicht waren diese älterer Bauart gewesen und zur Entsorgung freigegeben. Bum-bum-bum – mit einem Schlag nicht nur 29,5 Millionen Dollar verpulvert, sondern gleichzeitig auch verdient. Denn die Raketen werden beim US-Rüstungskonzern Raytheon nachbestellt. Bezahlt wird mit Steuergeldern. Schafft aber die angekündigten Arbeitsplätze oder sichert wenigstens die vorhandenen.

Verdient wird auch in der Finanzindustrie. Nach außen das am Morgen des 17. Aprils zeitgleich an die Medienkonsumenten gerichtete Gerede von Verunsicherung an den Börsen, nach innen die Wetten auf die richtigen Spieler. Insiderinformationen sind Gold wert. TV-Moderatoren verkauften parallel zu dem Raketenangriff einen steigenden Ölpreis. Das Öl kommt zwar nicht mehr aus Syrien, aber da ist ja die Verunsicherung wegen den Marschflugkörpern nach Syrien. Bum-bum-bum – und wieder mit einem Schlag sogar hunderte Millionen Dollar verdient. Und wer hat ein Interesse an einen steigenden Ölpreis? Es sind einige jener Akteure, die Syrien mit Krieg überziehen.

Von Unsicherheit dagegen keine Spur bei den Vertretern einiger sattsam berüchtigten Regierungen. Der erste Kaffee war an der Heimatfront noch nicht ausgetrunken, da liefen bereits die „Reaktionen“ über den TV-Schirm. Diese beinhalteten zuerst Statements der Regierungen Englands, Frankreichs und der Türkei, welche den US-Raketenüberfall befürworteten.

Das war natürlich nicht anders zu erwarten gewesen, handelte es sich bei diesen Ländern um US-Komplizen, welche aktiv im Krieg gegen Syrien involviert sind, allesamt erfahren hinsichtlich Imperialismus, Kolonialismus, Massenmord und Genozid. Hinzu gesellte sich schnell die deutsche Bundeskanzlerin Merkel, deren Regierung und der Staat (bzw. die Vorgängerstaaten) über haargenau die selben Merkmale verfügt. Das war Verbrecherpack unter sich, zu denen sich schließlich noch andere Schwerstkriminelle hinzu stießen, wie Natanjahu vom Apartheidsregime Israels und die Halsabschneider aus Saudi-Arabien. Folglich ist diese ganze Bande einer Meinung: Assad ist schuld. 

http://www.politico.com/story/2017/04/trump-syria-missile-strike-international-reaction-236980

 

Mit ihnen freuten sich in Syrien einträchtig die Al-Kaida-Anführer mit ihren Söldnern und Terroristen. Welche wiederum – wie war das nochmal gewesen? – von wem ausgehalten werden? Medial wurde die Zustimmung der Al-Kaida- und ISIS-Banden freilich unterschlagen, da die offensichtliche Komplizenschaft den Medienkonsumenten nicht zumutbar erscheint. Das würde nur für Verwirrung sorgen.

Quelle: Twitter. 

 

Für den Terroristen und Salafisten Mohammed Alloush, dem Kommandanten der von Saudi-Arabien unterhaltenen Al-Kaida-Söldnerarmee „Jaish al-Islam“ kann dies aber nur der Anfang von Luftschlägen gewesen sein, er erwartete einen größeren Beitrag durch die USA.

https://www.theguardian.com/world/2017/apr/07/us-airstrikes-on-syria-donald-trump-what-we-know-so-far

 

Der von Saudi-Arabien bezahlte Chef-Terrorist Mohammed Alloush, Freund der westlichen Kriegstreiber. Quelle: YouTube. 

 

Und dann gab es in Österreich einen Sebastian Kurz, welcher derzeit das Amt des Außenministers inne hat. Auch er soll eine „Reaktion“ gezeigt haben. Die österreichischen Blätter wie KURIER oder PRESSE zitierten hier im gleichen Wortlaut eine APA-Meldung:

„Wir verstehen das militärische Eingreifen gegen das Flugfeld auch als vorbeugende Maßnahme, um in Zukunft Giftgasangriffe zu verhindern“, sagte Kurz nach Angaben eines Sprechers am Freitag gegenüber der APA. Kurz verwies aber gleichzeitig auf die UNO.

„Während wir die Motivation der USA verstehen, liegt es in der Verantwortung des UNO-Sicherheitsrates, derartige Maßnahmen zu beschließen und umzusetzen“, sagte Kurz.

https://kurier.at/politik/ausland/usa-greifen-syrische-luftwaffenbasis-an/256.876.653

 

Der KURIER hatte diesen Artikel allerdings etwas später überarbeitet und die angebliche Reaktion vom österreichischen Außenminister entfernt. Hier die gesicherten Screenshots:

 

KURIER, 7. April 2017 - 2

 

KURIER, 7. April 2017

 

In der PRESSE ist diese Passage derzeit noch vorhanden:

Presse, 7. April 2017

Auszug aus der PRESSE, 7. April 2017. 

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197154/Reaktionen_Kurz-zeigt-Verstaendnis-fuer-USMilitaerschlag

 

Der STANDARD brachte dieses angebliche Statement von Sebastian Kurz ebenfalls, wenn auch gekürzt:

http://derstandard.at/2000055578078/Viel-Rueckendeckung-aus-der-EU?ref=rec

 

Kurz erscheint in dieser Meldung nicht nur erschreckend dumm, sondern auch als moralisch verkommen genug, um mit sofortiger Wirkung seines Amtes entbunden und angezeigt zu werden. Seine hier kolportierten Sympathien gegenüber der Aufhebung jeglicher Rechtsordnung und für aggressive, tödliche Gewalt mögen privat ihm überlassen sein. Aber als Vertreter des Außenministeriums eines offiziell neutralen Landes wäre diese Aussage ein untragbarer Skandal.

Dieser Sebastian Kurz habe nach den Agentur-Meldungen und jener der österreichischen Massenmedien Verständnis für einen kriegerischen Akt der USA gegenüber einem anderen Land gehabt, mit dem diese nichts zu schaffen haben und nie bedroht wurden. Der von den USA angegebene Vorwand, ohnehin nichts weiter als eine unbewiesene Behauptung, spielt hier keine Rolle. Das betraf höchstens einen Eckpfeiler der bestehenden Rechtsordnung, die Unschuldsvermutung, so lange nicht das Gegenteil erwiesen wird. Hierbei handelte es sich offenbar um eine vernachlässigbare Kleinigkeit.

Um es noch einmal klar herauszustellen: dieser Amtsträger hatte laut Medien Verständnis für einen eindeutigen Kriegsakt, für Völkerrechtsbruch und für Mord geäußert! Die Meinung, dass der auch medial als „Vergeltung“ bezeichnete US-Anschlag als „vorbeugende Maßnahme“ verstanden werden wolle, macht diese Angelegenheit nicht besser. Darf der gemeine Österreicher nun ebenfalls auf Verständnis bei Sebastian Kurz hoffen, wenn er zukünftig in seiner Nachbarschaft mit der Schrotflinte vorbeugend aufzuräumen beginnt? Nach der hiesigen Rechtsordnung und dem Strafgesetzbuch ist und bleibt Mord allerdings eine Straftat, die in ihrer Schwere nicht verjährt.

Die österreichischen Massenmedien hatten somit ein ganz bestimmtes Bild über den österreichischen Außenminister dargestellt. Hier nochmal innerhalb eines Videos, in welcher die selben Zitate verwendet werden.

http://www.oe24.at/tv/news/Reaktionen-auf-US-Luftangriff/276845957

 

Es gibt allerdings auf dem Kanal „Ö24″ ein Interview zwischen dem Herausgeber des Schmierblattes ÖSTERREICH, Wolfgang Fellner, mit Sebastian Kurz. Es lohnt sich durchaus, hier einen Blick hineinzuwerfen, um zu überprüfen, was der junge Außenminister tatsächlich zu sagen hatte.

 

Wolfgang Fellner & Sebastian Kurz

 

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Das-sagt-Kurz-zum-US-Angriff-in-Syrien/276924640

 

Und siehe da, Fellner, der Terroristen zu „Rebellen“ verharmloste, versuchte die auch von ihm verbreitete verheerende mediale Darstellung dem Außenminister unter zu schieben. So versuchte er penetrant, von Kurz ein Verständnis für den US-Raketenüberfall herauszulocken. Doch dieser war geschickt nie darauf eingestiegen. Stattdessen äußerte Kurz kein grundsätzliches Verständnis für Angriffe und kriegerische Auseinandersetzungen. Dass der österreichische Außenminister von „Indizien“ wissen wollte, welche auf eine Verantwortung des letzten Giftgas-Angriffes beim „Assad-Regime“ deuten würden, war peinlich genug und wird hier noch Thema sein. Sebastian Kurz möchte es sich ganz offensichtlich mit den Mächtigen nicht verscherzen, weswegen ihm auch kein Wort über den von den USA begangenen Völkerrechtsbruch und falscher Lynchjustiz über die Lippen gekommen war.

Wie verhielt es sich mit der Rolle der Massenmedien? Hatten diese das österreichische Außenministerium falsch interpretiert? Hatten sie falsche Aussagen verbreitet und nie gesagte Worte dem Außenminister in den Mund gelegt, um eine im Interview vermiedene Positionierung herbeizulügen? War vielleicht einfach nur versucht worden, Hetze zu betreiben?

Eines wurde anschließend jedenfalls zum wiederholten deutlich: die mediale Hetz-Kampagne gegen Syrien hatte auch in den österreichischen Medien einen neuen Schub erhalten.

 

 

Samstag
08
April 2017
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