Author Archives: Ruediger

Die Kasematten und zur Stadtbefestigung von Wr. Neustadt

 

Das Interesse an der Veranstaltung „Die Kasematten“ etc. hatte sich erfreulicherweise mehr als rege erwiesen. Das Stadtarchiv war im Obergeschoss über den letzten Platz hinaus gefüllt gewesen.

Die Befundung der archäologischen Untersuchung der Kasematten und an den Überbleibseln der Stadtbefestigung im Raume des Jakobinerturmes wurde vom Bauhistoriker Ronald Woldron leidenschaftlich referiert. Zahlreiche neue Erkenntnisse, die sich auch auf die Arbeit seiner anwesenden Kollegen, der Archäologin Doris Schön und dem Kunsthistoriker Günther Buchinger, stützen, wurden dem Publikum dargeboten.

Da diese im Rahmen der kommenden Landesausstellung publiziert werden, soll an dieser Stelle nicht genauer darauf eingegangen werden.

 

Die-Kasematten---Vortrag

Von links nach rechts: Gerhard Geissl (Archiv-Leiter), Ronald Woldron (Bauhistoriker), Eveline Klein (Museums-Leiterin), Doris Schön (Archäologin), Günther Buchinger (Kunsthistoriker) sowie die Rückansicht von Karl Kreska (Bezirksblätter). 

 

Bezüglich der mittelalterlichen Stadtbefestigung und Stadtgeschichte war der Nachweis von Interesse, dass der Großteil des Jakobinerturmes, die diesen flankierende Stadtmauer sowie die Zwingermauer, an welcher sich an der Ecke ein polygones Türmchen befunden hatte, in den Jahren 1488/89 wieder aufgebaut worden war. Eine nur mehr schwach erkennbare Einmeißelung oben am Turm, das spätgotische Mauerwerk über jene der Spätromanik sowie der tadellos erhaltene wie unbeschädigte originale Verputz der noch erhaltenen Zwingermauer geben darüber Auskunft, dass das vorherige Gemäuer zerstört worden war.

 

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Links im Bild der mittelalterliche Jakobiner-Turm, davor das Stück der bis 1489 wiederaufgebauten Zwingermauer mit unbeschädigtem Putz. Rechts im Bild der Überrest der Renaissance-Bastei. 

 

Tatsächlich war diese Ecke der Stadtbefestigung während der Belagerung durch Truppen des ungarischen Königs Mathias Hunyadi 1486/87 massiv beschossen worden. Für die Belagerer war diese Stelle für den Einsatz von Kanonen recht günstig gewesen, weil sich in der Verlängerung der Eckachse, im Bereich des heutigen Geländes der Post, das Areal der befestigten Kirche Sankt Ulrich befunden hatte. Die Angreifer hatten somit eine Stellung besetzt, in welcher sie sich hätten zur Not verteidigen wie auch ihre Kanonen schützen können.

Der in ungarischen Diensten stehende italienische Chronist Antoni Bonfini schildert in seiner zeitgenössischen Chronik einige Details zur Belagerung und den Beschuss der Stadt. 

In diesem Zusammenhang ist ein Mauerverlauf außerhalb des nicht mehr sichtbaren mittelalterlichen Grabens interessant, welcher den Rand der ehemaligen Bastei aus der Barock-Zeit markiert. In diesem ist an einer Stelle anscheinend eine ältere Mauer integriert worden, dessen Datierung allerdings noch aussteht. Es ist möglich, dass es sich hierbei um einen der letzten Reste eines Vorwerkes handelt, welches im 15. Jahrhundert außerhalb des alten Grabens an der Ecke errichtet worden war.

 

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In der unteren Bildmitte noch gut erkennbar der im Mauerverband spitzwinkelig integrierte Teil einer älteren Mauer. 

 

Eine weitere Untersuchung wäre hier zweifellos wünschenswert, da sich an den Ecken situierte und sicherlich massiv gebaute Vorwerke der spätgotischen Stadtbefestigung bislang in schriftlichen Quellen nicht nachweisen ließen.

Belegen lässt sich dagegen eine „Bastei“ vor dem westlichen Fleischhacker-Tor, die zur damaligen Zeit eine eher rundliche Form gehabt hatten. Bei ihnen hatte es sich um massive Erdaufschüttungen gehandelt, befestigt mit Hölzern und Steinen, die oben eine angemessene Wehrplatte besessen hatten, gleichzeitig aber durch Kanonenbeschuss kaum zu zerstören gewesen waren. Wir können davon ausgehen, dass auch diese massiven Vorwerke jeweils durch einen Graben gesichert gewesen waren.

 

Sonntag
17
Juni 2018

Gelernt ist gelernt.

 

Die noch recht junge Sandra Lumetsberger vom KURIER versuchte in ihrem Artikel „Merkel und Putin: Weiße Rosen am Schwarzen Meer“ in der Printausgabe vom Samstag, den 19. Mai 2018, über den Besuch der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel beim russischen Präsidenten Wladimir Putin in Sotschi zu berichten. Doch bei aller Lernfähigkeit innerhalb westlicher Massenmedien kam ein neutral gehaltener Bericht einfach nicht zustande.

(Ein Online-Artikel war bis zum heutigen Tag, 22. Mai 2018, nicht verfügbar).

Merkel bei Putin, eine Dienstreise, was sonst. Und dazu eine, die bei Merkel schlechte Erinnerungen an vorherige beinhalten solle, wenn es nach Lumetsberger ging. Putins Labrador in der Nähe der „hundescheuen Kanzlerin“ oder „unterkühlte Stimmung“, wie es eben nach jahrelanger anti-russischer Propaganda auch zu erwarten sein musste. Aber manchmal müssen die Dienstreisen sein, es nützt ja nichts.

 

Quelle: „RT“, YouTube.

 

Nach dieser stimmigen Einleitung sah die „Berichterstatterin“ des KURIER eine Ursache in der schlechten Stimmung:

„Seit Russlands Annexion der Krim, die Deutschland als völkerrechtswidrig einstuft, ist es um die deutsch-russischen Beziehungen schlecht bestellt. Hackerangriffe auf das Außenamt, der Fall Skripal und der russische Militäreinsatz in Syrien entfremdeten.“

Wir wissen nicht, ob dies auch die Ansicht der Kanzlerin war, ganz unabhängig von dem, was sie bislang geredet hatte, wir wissen aber, dass es sich damit um eine von Fakten befreite Meinung des KURIER handelte, die auch von den Werbeabteilungen in Washington verbreitet wurde.

Was Lumetsberger als Ursache für schlechte Stimmung zu verkaufen versuchte, ließe sich auch anders beschreiben.

Seit der Beteiligung Deutschlands an dem verfassungswidrigen und gewalttätigen wie mörderischen Putsch gegen die demokratisch legitimierte ukrainische Regierung, ihrer Unterstützung für Nazi-Gruppierungen sowie den Krieg gegen die Bevölkerung der Ostukraine einschließlich der Doppelmoral bezüglich „Annexionen“ ist es um die deutsch-russischen Beziehungen schlecht bestellt. Verleumdungen wegen angeblicher Hackerangriffe auf das Außenamt, unbewiesene Beschuldigungen und Hetze wie im Fall Skripal und die Beteiligung Deutschlands an den Krieg gegen Syrien samt Unterstützung von Terroristen… entfremdeten.

Das Bild, welches Lumetsberger von Russland und Putin zu zeichnen versuchte, nämlich als angebliche Verursacher der „schlechten Stimmung“, beschrieb somit indirekt ihre eigene „Qualität“.

 

Weiße Rosen

Quelle: Screenshot, YouTube. 

 

 

„Doch gestern kam er ihr mit einem Strauß Rosen entgegen.“

Putin – ein Schelm. Jedenfalls hinterließ Lumetsberger den Eindruck, als würde sie diese Höflichkeit überfordern. Aber da war ja noch diese Angelegenheit, die über allen anderen stehen würde:

„Denn trotz der Konflikte gibt es noch drängendere Fragen, die beide näher zusammenrücken lassen könnte: eine Lösung mit dem Iran. Merkel und Putin wollen nach Trumps Ausstieg an dem Abkommen festhalten.“

Ein Jammer, dass der vom Westen bekämpfte Russe plötzlich eine relevante Rolle auf dem internationalen Parkett spielte, und das auch noch an einer Stelle, die zuvor nicht vermutet worden war: in dem Konflikt zwischen Merkel-EU und dem großen egozentrischen Schutzpatron und Bevormunder aus Übersee, den USA.

„Vor der Presse in Sotschi rief Merkel den Iran auf, sich dazu zu bekennen.“

Lumetsberger hatte dies für wichtig gehalten, allerdings hatte der Iran schon vorher bekundet, nach wie vor den Vertrag bestehen zu lassen und sich an die getroffenen Vereinbarungen zu halten.

Die KURIER-Schreiberin kannte sich anscheinend nicht gut aus mit dem, was sie hatte zusammenschreiben sollen. Also schrieb sie irgendetwas, zum Beispiel über das, was Merkel angeblich wissen und denken würde.

„Aber sie weiß auch, dass nur der Mann neben ihr den guten Draht hat und einwirken kann.“

Davon abgesehen, dass der russische Präsident im Iran nichts „einzuwirken“ hat, war es nicht zuletzt die Regierung Merkel gewesen, die sich dank ihrer vorherigen Vasallentreue gegenüber den USA den guten Draht zerstört hatte.

Lumetsberger reicherte ihr Geschwätz mit verlogener Propaganda an, die sie möglicherweise zuvor im KURIER gelesen hatte:

„Genauso wie im Syrien-Konflikt. Wenn es darum geht, dass syrische Flüchtlinge bei ihrer Rückkehr nicht enteignet werden, müsse Russland Einfluss auf seinen verbündeten Assad nehmen.“

Dieser Dreck war ein Bestandteil westlicher Kriegspropaganda gewesen, wozu hier auf folgende Artikel verwiesen sei:

https://www.rubikon.news/artikel/fake-news-auf-allen-kanalen

http://www.barth-engelbart.de/?p=202841

https://www.rubikon.news/artikel/assad-der-dieb

https://www.heise.de/tp/features/Neuer-Vorwurf-gegen-Assad-Er-enteignet-Fluechtlinge-4040921.html?seite=all

https://peds-ansichten.de/2018/04/die-naechste-sau-der-feinde-syriens/

 

Merkel, die als rührend besorgt um syrische Flüchtlinge geschildert wurde, ist allerdings mitverantwortlich dafür, dass sie hatten flüchten müssen. Egal, aus einem höheren Interesse, welches übrigens wirtschaftlicher Natur ist, würde sie nun auf „gute Beziehungen“ setzen.

Und dies trotz aller Beunruhigungen, zum Beispiel wegen der Pressefreiheit, die Merkel beeinträchtigt sah. Natürlich in Russland, nicht etwa in Deutschland oder im sonstigen Westen, wo die Pressefreiheit aus der Freiheit zu Lügen (@ Mathias Bröckers) besteht, gleichzeitig russischen Sendern derzeit massiv Schwierigkeiten bereitet wurden und. (Einen iranischen Kanal hatte man bereits abgeschaltet).

Nein, in Russland würden – vermeintliche – Journalisten bei ihrer Arbeit behindert werden. So soll eine Fachkraft des staatlichen Propagandakanals ARD davon betroffen sein, bei welcher uns kein einziger „Journalist“ bekannt ist, der diese Berufsbezeichung auch verdient.

„Davon war zuletzt ein ARD-Journalist betroffen, der zur WM einreisen darf, aber von der Justiz vernommen werden soll.“

Lumetsberger unterschlug wohlweislich Hintergründe und Informationen um den ARD-Mann und Berufslügner Hajo Seppelt, weswegen hier folgende Artikel dazu angeboten werden:

https://propagandaschau.wordpress.com/2018/02/04/auch-die-monatelange-staatsdoping-hetzkampagne-der-ard-zerschellt/

https://propagandaschau.wordpress.com/2016/08/03/ard-hajo-seppelt-als-luegenbaron-entlarvt-und-eine-fortgesetzte-hetzkampagne-gegen-thomas-bach/

https://publikumskonferenz.de/blog/2017/07/27/die-ard-und-der-kampf-gegen-das-doping-im-sport/

http://blauerbote.com/2016/07/26/sport-als-propagandawaffe-missbraucht/

https://propagandaschau.wordpress.com/2018/05/12/wdr-fernsehdirektor-schoenenborn-droht-russland-mit-einer-hetzkampagne-gegen-die-wm2018/

 

Wenn man nichts zu „berichten“ weiß, übt man sich gerne in Wiederholungen, um den zur Verfügung stehenden Platz irgendwie zu füllen. Zum Beispiel mit Propaganda. Das macht Sinn, denn ein Wesen der Propaganda ist die ständige Wiederholung unbewiesener Behauptungen und Lügen.

„Andere Ansichten gibt es auch beim Giftgasanschlag auf den russischen Ex-Doppelagenten Skripal, der gestern aus dem Spital kam.“

Mit „Ansichten“ hatte der Fall Skripal allerdings nichts zu schaffen, sondern nur mit Beweisen. Verkommene Politiker des Westens hatten zusammen mit dem Medienbordell eine anti-russische und hetzerische Verleumdungskampagne entfacht, Russland hatte nach Beweisen gefragt. Wie wir wissen, existieren diese auch im Fall Skripal nicht.

Lumetsberger und „KURIER“: das passt.

 

 

Dienstag
22
Mai 2018

Ein ganzer Krieg auf einem einzigen Foto.

 

Es sind diese sattsam bekannten geschichtsrevisionistischen Formulierungen, die immer wieder übel aufstoßen.

Günther Haller, in der PRESSE der Mann für „“Dokumentation, Recherche, Archiv“, hatte am 7. Februar 2018 online einen Artikel über den US-Fotografen Eddie Adams und dessen bekanntestes Foto veröffentlicht. (In der Printausgabe bereits am 4. Februar 2018). Dieses stammt vom 1. Februar 1968 und zeigt die Erschießung eines Vietnamesen namens Nguyen Van Lem durch den damaligen Polizeichef von Saigon, Nguyen Ngoc Loan, auf offener Straße.

Foto.

 

Ein ganzer Krieg auf einem Foto

Quelle: Screenshot PRESSE-online, 7. Februar 2018.

 

 

https://diepresse.com/home/premium/5365701/Ein-ganzer-Krieg-auf-einem-einzigen-Foto

 

Die von uns nicht geteilte Behauptung, dass dieses Foto angeblich einen ganzen Krieg abbilden würde, hatte Haller allerdings von Ansgar Graw übernommen, der diese bereits 10 Jahre zuvor in der WELT als Überschrift gesetzt hatte. Und der damals gleichzeitig versuchte hatte, das gezeigte Verbrechen abzuschwächen und zu verharmlosen.

https://www.welt.de/politik/article1618993/Ein-ganzer-Krieg-auf-einer-einzigen-Fotografie.html

 

Bekanntlich gehört auch die PRESSE nicht zu jenen Blättern, welche US-Aggressionen herausstellen und diese als solche benennen. Haller wählte eine Formulierung, mit welcher er sich an vergangene Diskussionen über die Entstehung der Eskalation zum 1. Weltkrieg anlehnte. Statt in den Krieg „geschlafwandelt“ sollen die USA im Zuge der kolonialen Auseinandersetzungen in Indochina in den dortigen Krieg „hineingetaumelt“ sein.

„Seit Anfang der Sechszigerjahre wütete der Konflikt bereits, ein typischer Stellvertreterkrieg, langsam und schrittweise waren die Amerikaner hineingetaumelt…“

Unterschlagen wurden hier in dem angeblich „typischen Stellvertreterkrieg“ die handfesten Interessen der USA auf dem asiatischen Kontinent wie auch der Umstand, dass die USA von Anfang an als Aggressor aufgetreten waren und den Krieg bis 1964 weitgehend verdeckt mitbetrieben hatten. Der sog. „Tonkin-Zwischenfall“ diente Anfang August 1464 den USA als Vorwand, um nun mit offiziellen Streitkräften den gewünschten Krieg zu bestreiten.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tonkin-Zwischenfall

 

Die Begrifflichkeit des angeblichen Hineintaumelns sollte die US-Aggression verbergen. Ähnlich wie in den letzten Jahren bei kriegerischen US-Aggressionen in den Massenmedien immer gerne behauptet wurde, dass die USA in die Kriege – in ihre Kriege – irgendwie hineingezogen werden würden. So, als würde man dafür gar nichts können und es sich um ein einzigartige Phänomen handeln würde, dass die weltweite stärkste Militärmacht, die sich über den Globus ausgebreitet hat, ständig in Konflikt mit ihr hoffnungslos unterlegenden Staaten geraten würde, gegen die sie sich angeblich nur „verteidigen“ würden.

Und sollte einer breiteren Öffentlichkeit bekannt geworden sein, dass ein Krieg unter vorgetäuschten und verlogenen Vorwänden geführt worden war wie jener Angriffskrieg der USA und seiner Verbündeten gegen den Irak 2003, so wird bis zum heutigen Tag von den westlichen massenmedialen Redakteuren und Meinungsmachern dieses gigantische Verbrechen – 1 Million Menschen tot, das Land ausgeraubt und beträchtlich zerstört und verseucht – grotesk zu einem „Fehler“ reduziert.

Nur ein „Fehler“ – na, wenn es nicht mehr gewesen ist…

Offenbar kein Fehler war die von Haller zitierte und reichlich abgebrühte Meinung des US-Fotografen Adams, welche sich zumindest in einigen Publikationen und Wikipedia wiederfindet:

„Die Empörung, die das Bild auslöste, habe er nie verstanden, sagte Adams später:“ Während eines Krieges sterben nun einmal Menschen“, sagte er in einem Interview. Nguyen Van Lem habe zuvor bereits acht Vietnamesen auf diese Art liquidiert.““

Der Nachweis, ob der als Angehöriger des Vietcong genannte Nguyen Van Lem irgendwelche Menschen ermordet hatte, wurde allerdings nie erbracht. Dafür ist der Mord an seiner Person durch Nguyen Ngoc Loan belegt. Als Mörder der US-gestützten südvietnamesischen Diktatur war er allerdings ein Mann der USA gewesen und hatte somit in der typischen Doppelmoral zu den „guten“ Mördern gehört. Er durfte folglich seinen Lebensabend in den USA verbringen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Nguy%E1%BB%85n_Ng%E1%BB%8Dc_Loan

https://de.wikipedia.org/wiki/Nguy%E1%BB%85n_V%C4%83n_L%C3%A9m

 

Saigon Execution

Quelle: Screenshot Google.

 

Also alles wie gehabt, einschließlich dem Schlaglicht auf das mediale US-Personal mit einem Eddie Adams im Fokus, bei welcher Lynchjustiz durch die eigene Partei eine Normalität darstellte. Bis zum heutigen Tage.

https://en.wikipedia.org/wiki/Eddie_Adams_(photographer)

 

 

Mittwoch
16
Mai 2018

Forscher des Tages: der Kommunikationswissenschaftler im KURIER

 

Der KURIER hatte am 2. Mai 2018 ein Interview ausgerechnet auf der Kulturseite deplatziert, in welchem versucht wurde, Massenmedien als einen Hort der Seriösität darzustellen; das heißt, es wurde versucht, gegen den Verlust der massenmedialen Deutungshoheit anzukämpfen.

Bereits das vorangestellte Foto, eine Papierhaube mit dem verzerrten Konterfei des US-Präsidenten Trump und dem Begriff „Lügenpresse“ auf dem Kopf eines Demonstranten, hatte einen manipulativen Charakter. Die Koppelung Trump/Lügenpresse wurde durch die Überschrift des Artikel noch verstärkt:

„Je extremer, desto mißtrauischer.“

https://www.pressreader.com/austria/kurier/20180502/281517931741213

https://kurier.at/kultur/warum-fpoe-waehler-medien-oft-misstrauen/400029223

 

Kommunikationswissenschaftler E.

Quelle: Screenshot vom KURIER-Artikel, online, 2. Mai 2018.  

 

Hier sollte suggeriert werden, dass offenbar irgendwie extreme Menschen oder Menschen mit extremen Auffassungen besonders misstrauisch sein würden, also in etwa wie Trump. Hier wurde eine komplexe Angelegenheit, die Bekämpfung von Trump durch die dem Clinton-Lager zugehörigen Massenmedien sowie Trumps öffentliches Abwehr-Gebaren, auf ein unsachliches, primitives Minimum reduziert.

Welche Botschaft sollte mit der obigen Behauptung transportiert werden? Zum Beispiel jene, dass misstrauische Menschen angeblich auch extreme Menschen sein würden? Und wie begründete sich und äußerte sich dieses Misstrauen wem genau gegenüber?

Und wollte uns die Überschrift vielleicht auch indirekt via Umkehrschluss darüber Auskunft geben, dass jene Menschen, die grundsätzlich nicht misstrauisch sein würden, eher gleichförmig, angepasst und naiv sein würden? Davon war allerdings nirgends etwas im Artikel zu lesen, das heißt, der Widerpart fehlte gänzlich und entwertete somit eine aufgestellte These von Beginn an.

Nach dem ersten Manipulationsversuch mit Hilfe von Foto und Überschrift wurde darauf wert gelegt, dass es sich bei dem Folgenden um eine „Forschung“ handeln würde. Die Unterzeile gab schließlich über das angebliche Forschungsergebnis Auskunft:

„Forschung. In Österreich haben FPÖ-Wähler wenig Vertrauen in Medien, in Großbritannien ist das ein linkes Phänomen.“

Da haben wir es schon, jetzt wissen wir, wer zu den Extremen und Misstrauischen gehört: der FPÖ-Wähler in Österreich und die „Linken“ in England. Was vielleicht auch daran liegen mag, dass „Linke“ in Österreich kaum vertreten sind und die FPÖ in England gar nicht.

Wer gelangte nun wie zu dieser Erkenntnis? Und was in unseren Augen doch besonders spannend sein sollte, war die Frage nach der Ursache für ein Misstrauen, also dem grundsätzlichen Anliegen einer richtigen Forschung.

Als Interviewpartner und Forschungsmensch wurde ein gewisser Jakob-Moritz Eberl präsentiert, ein – laut Vita – an der Uni Wien tätiger Kommunikationswissenschaftler. Dieser hatte eine Doktorarbeit abgeliefert, welche online leider nur bezahlpflichtig einzusehen ist. Daher müssen wir uns auf das Interview beschränken.

https://www.degruyter.com/view/j/comm.ahead-of-print/commun-2018-0002/commun-2018-0002.xml

 

Nina Oberbucher vom KURIER befragte den Wissenschaftler. Wissenschaftler klingt gut, Wissenschaftler forschen.

„Viele meinen, dass Medien zu einseitig berichten und politisch beeinflusst seien. Warum ist das so?“

Frau Oberbucher hielt sich angenehm zurück. Nicht sie meinte, sondern viele, also andere, denn sie selbst kann kaum ihre eigene Meinung offen legen. Die Meinung dieser vielen Menschen lässt sich nachvollziehen, also machte die Frage Sinn. Interessant war hier die Antwort von Eberl, dem forschenden Wissenschaftler:

„Medienvertrauen hat meist wenig mit den tatsächlichen Inhalten der Berichterstattung zu tun. Vor allem Personen, die extreme politische Einstellungen vertreten, nehmen Medien eher als parteiisch wahr.“

Das ist eine interessante Behauptung, die Eberl hier präsentierte. Denn seiner Meinung nach soll Misstrauen einer Gesinnung, einer Ideologie, einer „extremen politischen Einstellung“ geschuldet sein, welche der „Forscher“ im FPÖ-Milieu und bei „Linken“ verortete. Diese beiden Gruppen waren hier zweifellos eher negativ beurteilt wie auch der Begriff „Misstrauen“ kaum als wertfrei bezeichnet werden kann.

Der neutrale Begriff „Kritik“ wurde von Eberl nicht verwendet, denn dies hätte dessen Meinung einen anderen Anstrich verpasst. Gegenüber Medien kritisch eingestellte Menschen wären in diesem „erforschten“ Fall vor allem bei der FPÖ-Wählerschaft und den „Linken“ zu finden gewesen.

Bei einer FPÖ- sowie einer politisch eher links eingestellte Wählerschaft handelt es sich allerdings nicht um eine homogene Gruppe. Die FPÖ hatte zuletzt erheblichen Zulauf aufgrund einer umfangreichen Protestwählerschaft bekommen, die Partei „Die Grünen“ wiederum vertritt innenpolitisch eher als links bezeichnete Ansichten, außenpolitisch dagegen rechts.

Für den Forscher Eberl, welcher offenbar innerhalb eines anderen Milieus agiert, waren in den beiden genannten Gruppen die extremen politischen Einstellungen zu finden, ohne dass in dem Interview das Extreme weiter definiert wurde.

Eberls Behauptung könnte demnach in eine Richtung interpretiert werden, in welcher pauschal FPÖ-Wähler oder jene von eher linksorientierten Gruppierungen zu den kritischen Menschen gehören, alle anderen aber zu den unkritischen und gutgläubigen. Doch lässt sich das bestätigen?

Forscher Eberl hatte jedenfalls seine eigene Auffassung dazu, die bedenklich schlicht anmutet:

„Denn die ausgewogene Darstellung eines Ereignisses oder Themas ist so weit von ihrer eigenen Wahrnehmung entfernt, dass sie diese als parteiisch ansehen.“

Mit anderen Worten: Eberl hält die FPÖ-Wähler (und sekundär auch „Linke“) für beschränkt, für wahrnehmungsbeeinträchtigt. Und weil diese Beschränkten in ihrer eigenen Wahrnehmung verhaftet sein sollen, würden sie – trotz aller Rückständigkeit ganz konkret – massenmediale Inhalte als parteiisch ansehen.

Diesen Schwachsinn möchte „Forscher“ Eberl (und aus interessierten Gründen der KURIER) als „Wissenschaft“ verkaufen. Die zentrale Frage wurde erst gar nicht gestellt: warum wurde das Vertrauen in die (Massen-)Medien erschüttert? Und um welche Inhalte war es bei der Kritik („Misstrauen“) gegangen?

Statt einer Analyse der Ursachen hatte Eberl, der Forscher, nichts weiter anzubieten als eine neue Behauptung, als würde es sich bei seiner Person um einen besonders naiven Idioten handeln. Diese Behauptung, dass in den (Massen-) Medien eine „ausgewogene Darstellung eines Ereignisses oder Themas“ zu finden sein würde, bildete die Grundlage seiner unwissenschaftlichen These.

Natürlich sind die Massenmedien parteiisch, das ist allein schon ihrer Struktur, den Nachrichtenkanälen, den Geldgebern und den politischen Verflechtungen geschuldet. Bei innenpolitschen Themen eingefärbt, bei außenpolitischen Themen der transatlantischen Agenda verpflichtet. Dies lässt sich tagtäglich nachweisen.

In dem gesamten Interview wurde die Frage nach den Ursachen für „Mistrauen“ peinlich ausgeklammert. Eberl zeigte sich fixiert auf die FPÖ-Wähler, ohne deren Motivation zu eruieren. Es ging ihm alleine um die Darstellung, diese als Dumpfbacken abzufertigen, welche ihr „Misstrauen“ auch noch allein von der Partei FPÖ quasi vorgekaut bekommen würden.

„Ja, das liegt unter anderem daran, dass es ihnen von ihrer Partei so kommuniziert wird.“

So sollen sie sein, die FPÖ-Wähler. Zuerst „misstrauisch“ wie der Bauer gegenüber dem nicht bestellten Versicherungsmakler, dann plötzlich an den Lippen von mittelmäßigen FPÖ-Gurus hängend. Beschränkt eben.

Zum Glück gehören wir nicht dazu.

Der hier vorgestellte angeblich forschende Forscher hielt mit seinen eigenen Wahrnehmungsdefiziten nicht hinter dem Berg. So wollte er das „Medienmisstrauen“ vor allem 2015 ausgemacht haben, mit der „Flüchtlingsbewegung“ und der „Pegida-Bewegung“ als Höhepunkt. Die übergreifende kritische Wahrnehmung gegenüber den Massenmedien begann allerdings deutlich bereits 2011 während des Krieges der NATO gegen Libyen, gefolgt von dem Nazi-Putsch in der Ukraine, der Hetze gegen Russland und der penetranten Kriegspropaganda gegenüber Syrien.

Eberl versuchte sich in dem Interview noch besonders lächerlich abzusichern:

„Das Problem ist: Die eigene, oft sehr emotional aufgeladene Meinung wird nie dem entsprechen, wie ein Journalist berichtet.“

So einfach können die Dinge sein, jedenfalls bei Eberl. Die einen, die „Extremisten“, mit erhitzter Meinung, der „Journalist“ mit einem Bericht – und beides kann nicht zusammenpassen.

„Denn Medien sollten verschiedene Standpunkte zeigen, abstrahieren und das große Ganze sehen.“

Da hatte Eberl ausnahmsweise recht, doch leider verschwieg er, wie es in der Realität aussah. Das interessierte diesen „Forscher“ nicht, denn seine vorgefertigte Meinung beschränkte sich abermals nur auf eine Gruppe von Beschränkten, zu welcher er nicht gehören will. Beschränkt sollen die anderen sein, nicht der „Wissenschaftler“:

„Das kommt bei Menschen mit extremen Einstellungen nicht gut an.“

Auch an anderer Stelle zeigte „Wissenschaftler“ Eberl seine Beschränkungen auf. So versuchte er die Massenmedien als qualitativ wertvoll und vertrauenswürdig zu verkaufen, um gleichzeitig „alternative“ Medien als parteiisch und amateurhaft hinzustellen. Oder er redete von einer gewissen und erwünschten Medienvielfalt, weil diese angeblich nicht gleich sein würden, ignorierte aber den Umstand, dass diese Medien tatsächlich gleiche Inhalte zu verkaufen trachteten.  Eberl konterkarierte sein eigenes Gerede, indem er „alternative“ Medien nicht in dieser Vielfalt einen Platz geben wollte.

Forscher Eberl hatte augenscheinlich eine Gefälligkeitsarbeit abgeliefert, um in den gut bezahlten massenmedialen Rattennestern willkommen geheißen zu werden und dort sein warmes Auskommen zu finden, zum Beispiel als „Experte“. Jakob-Moritz Eberl ist eine Beleidigung für jeden echten Wissenschaftler, der forscht und sich nicht verkauft.

 

 

Samstag
05
Mai 2018

Der Gesang der US-Marschflugkörper 29.

 

Das Ereignis von Khan Sheikhoun vom April 2017 sowie der Kriegsakt seitens der USA gegen Syrien liegen mittlerweile ein Jahr zurück. Währenddessen erlebten wir derzeit ein neues Szenario in Syrien, welches sich fast ident zeigte mit jenem in Khan-Sheikhoun vor einem Jahr. Die Örtlichkeit ist mit der Stadt Douma in Ost-Ghouta eine andere, ansonsten waren die Akteure und Darsteller die selben. Die gleiche Kriegstreiberei und die gleiche Parteinahme für Terroristen seitens des angeblichen „Wertewestens“, welche so offensichtlich mit dem Terrorismus verschmolzen ist, wie es deutlicher nicht mehr sein kann. Dazu der selbe Apparat an Kriegspropaganda, die gleichen Lügen und die selben kriminellen Handlanger und Hetzer in den Medien – nur noch offensichtlicher gekauft, verkommen und primitiver als je zuvor.

Dieses Geschehen ist um so bemerkenswerter, weil nun auch den Dümmsten unter den Mitmenschen angezeigt wurde und wird, wo sich das über Leichen gehende Verbrecherpack befindet: er befindet sich (auch) unter uns.

 

 

Doch zurück zu Khan-Sheikhoun und dem nachfolgenden Raketenüberfall auf eine syrische Luftwaffenbasis durch die USA im April 2017.

Der angebliche Giftgasangriff auf die Ortschaft Khan-Sheikhoun in der von einem Al-Kaida-Bündnis besetzten Provinz Idlib hatte von Anfang an einen Mangel an Logik gezeigt. Die chemischen Kampfstoffe der syrischen Armee waren 2013/2014 vollständig unter internationaler Aufsicht abtransportiert und vernichtet worden. Einen Beweis für zurückgehaltene und nicht deklarierte syrische Kampfstoffe gibt es bis zum heutigen Tage nicht.

(Pikanterweise soll unter anderem die US-Navy zu den letzten Besitzern der syrischen Chemiewaffen gehört haben. Siehe hier bezüglich der Vernichtung der Kampfstoffe auf dem US-Spezialschiff „Cape Ray“).

http://www.spiegel.de/politik/ausland/giftgas-aus-syrien-usa-melden-zerstoerung-der-chemiewaffen-a-986816.html

 

US-Spezialschiff Cape Ray

Quelle: Screenshot SPIEGEL-Online.

 

In militärischer Hinsicht hätte die syrische Armee von einer (einzigen) mit Giftgas gefüllten Bombe keinerlei Nutzen gehabt. Im Gegenteil, die überflüssige Verwendung eines chemischen Kampfmittels hätte die syrische Armee, die just gerade einige Siege gegen vom Ausland bezahltes Kriegsvolk und Terroristen errungen hatte, international sofort diskreditiert und zudem als Lügner dargestellt. Die syrische Regierung wäre wegen einem derartigen Unsinn sofort entblößt gewesen.

Außerdem hätte sich die syrische Regierung augenblicklich der bereits in den Raum gestellten Kriegsandrohung (mit regulären Streitkräften) durch die USA förmlich angeboten. Da diese stärkste Militärmacht sich grundsätzlich und ungestraft über jedes Recht stellt und ständig Krieg führt, um ihre Hegemonialansprüche gewohnt brutal durchsetzen, konnten derartige Drohungen kaum als leeres Gerede verstanden werden.

Es gab nur eine Seite, die aus einem derartigen Vorfall ihren Nutzen ziehen konnte: weniger die aus Söldnern und Al-Kaida-Banden bestehenden Proxy-Truppen am Boden als vielmehr für die hinter ihnen stehenden Auftraggeber und Finanziers aus den NATO- und Golfstaaten sowie Israel. Konfrontiert mit der Situation, den in und gegen Syrien (und dessen Verbündete) geführten Krieg zu verlieren, wurden immer wieder Anlässe durch Aggressoren geschaffen bzw. konstruiert, um zuerst auf politisch-medialer Ebene eine erneute Eskalation in Gang zu setzen. Und sei es nur in der Hoffnung, wie in Syrien die Niederlage zumindest soweit hinauszuzögern, bis an anderer Stelle ein Vorteil erreicht sein würde.

Tatsächlich war es den USA gelungen, die syrischen Gebiete östlich des Euphrat mit Hilfe ihrer unterstützten Söldnerverbände der YPG und der SDF unter ihre Kontrolle zu bekommen. Es handelt sich dabei um jenes Gebiet, welches zuvor vom so genannten „Islamischen Staat“ okkupiert worden war – unter US-Lufthoheit. Der „IS“ löste sich dort erst auf, als syrische Truppen den Euphrat erreichten, woraufhin es plötzlich den YPG- und SDF-Kräften gelungen sein soll, auf dem gegenüberliegenden Ufer den „IS“ zu vertreiben und einen Keil hineinzustoßen. Syrische Truppen wurden anschließend daran gehindert, über den Fluss zu setzen. Selbstverständlich alles unter US-Lufthoheit und auch unter Einsatz desselben. „IS“-Kämpfer durften unter US-Geleit Raqqa verlassen und wurden in einen neuen Einsatzraum weiter südlich verfrachtet, um dort unter US-Aufsicht unverzüglich syrische Truppen anzugreifen.

Es hatte sich dabei um nichts weiter als um einen Austausch der für die USA operierende Söldnertruppen gehandelt, denn der „IS“ war als Terrororganisation auch durch die USA gebrandmarkt, während die YPG und SDF als „legitim“ verkauft wurden.

Der angebliche Giftgasvorfall von Khan Sheikhoun im April 2017, welcher von den politischen Kriegstreibern und den ihnen angeschlossenen Massenmedien augenblicklich für eine neue Welle der Hetze und Eskalationssteigerung benutzt wurde, war extrem stümperhaft inszeniert worden, ja geradezu lächerlich, da sich die Behauptungen noch nicht einmal mit den gezeigten Bildern und Videos deckten.

Das kleine dumme Arrangement auf der Straße mit dem Titel „Einschlagloch“ und das Opfer-Szenario ganz woanders in einem Steinbruch sowie das ganze „Handling“ drumherum waren schlichtweg absurd. Von Sarin war ebenfalls nichts zu entdecken gewesen wie auch die Diskussion um Chlorgas in Nichtkenntnis dieser Mittel nur noch als dämlich zu bezeichnen war. Dabei hätte es Al-Kaida besser wissen müssen, hatten Terroristen die einzige syrische Chlorgasfabrik bereits vor Jahren erobert gehabt.

Die einzigen Quellen für diesen angeblichen Vorfall waren ausschließlich Terrororganisationen: „Jabhat al-Nusra“ bzw. „Jabhat Fath al-Sham“ bzw. das Al-Kaida-Bündnis „HTS“ („Hai’at at Tahrir asch Scham“), welche die syrische Provinz Idlib besetzt halten. Dies wurde in den Medien freilich unterschlagen, welche Terroristen zu „Aktivisten“ und „Rebellen“ umlogen. Allerdings wurden die „Reportagen“ vor Ort von berüchtigten Al-Kaida-Sprachrohren geliefert, bebildert von Fotografen, die ausschließlich für Al-Kaida arbeiten. Assistiert wurde die Kampagne wie so oft von den sog. „Weißhelmen“, die neben ihrem blutigen Terrorgeschäft die angeblichen Lebensretter von Zivilisten bei Al-Kaida mimten. Diese Al-Kaida-TV-Truppe wird vom britischen Auslandsgeheimdienst geführt und durch weitere NATO-Staaten finanziert. Auch die deutsche Regierung finanziert diese Al-Kaida-Truppe ganz offiziell.

 

AA fördert Weißhelme

Quelle: Screenshot Twitter.

https://www.auswaertiges-amt.de/de/newsroom/160923-weisshelme/283680

 

Verbreitet wurden (und werden) die Al-Kaida-Propagandamaterialien unter anderem über das sog. „Idlib-Media-Center“, der medialen Al-Kaida-Verteilerzentrale in der gleichnamigen Provinz, welche ebenfalls von NATO-Staaten finanziell gestützt wird. Von dort wurde und wird das Material über die wenigen großen Nachrichtenagenturen AP und Reuters aus den USA oder der französischen AFP verteilt, von denen Al-Kaida-Bildermacher auch Honorare kassieren. Und schon fand sich das Al-Kaida-Material in den Händen westlicher Politiker, welche damit kriegshetzerisch hausieren gingen, als würde ihr Terroristenmaterial ein Ereignis real widerspiegeln.

Hier schließt sich der Kreis. Jene Regierungen und Militärs etc., welche daraufhin als Ankläger auftraten, waren genau jene, welche einerseits den mehr oder minder verdeckten Krieg gegen Syrien führen, und gleichfalls jene, welche die Söldner und Terroristen unterhielten, welche die Materialien inszeniert und fabriziert hatten. Den westlichen Massenmedien kam wiederum die Aufgabe zu, als transatlantische Propagandasprachrohre eben dieses Verbrecherpack zu unterstützen, die angegriffenen Opfer zu entmenschlichen und Kriegsbegeisterung in der eigenen Bevölkerung zu generieren. Das heißt, die medialen Akteure waren und sind immer ein Teil dieser gigantischen Verbrechen.

Zu den Kriegshetzern und Verbrechern gehören auch verschiedene Organisationen, die sich als NGOs deklarieren, aber zumeist durch das US-Außenamt und/oder über Lobbygruppen wie jene um George Soros finanziert werden. Dazu gehört beispielsweise „Avaaz“, das bezüglich Douma erneut aktive Kriegshetze betreibt. „Avaaz“ möchte allerdings auch unser Geld, unsere Spende – um die Al-Kaida-Darsteller mit den weißen Helmen für bessere Propaganda zu unterstützen.

 

Avaaz spendet für Al-Kaida 1

Quelle: Screenshot Avaaz. 

 

 

 

Freitag
20
April 2018

Der Gesang der US-Marschflugkörper 28.

 

In der KURIER-Ausgabe vom 11. April 2017 durfte Armin Arbeiter nachweisen, dass für sein Blatt echte Arbeit nicht notwendig war. Bereits der Titel zeigte auf, dass ein dummes Geschwätz des US-Außenministers für den KURIER so etwas wie ein wichtige Meldung sein würde.

„Tillerson nennt Russlands Syrien-Kurs „inkompetent““.

Wer sich bereits an dieser Stelle gelangweilt abgewendet haben mochte, so bestand immer noch die Möglichkeit, den Begriff Inkompetenz in Zusammenhang mit Russland in Erinnerung zu behalten.

https://kurier.at/politik/ausland/tillerson-nennt-russlands-syrien-kurs-inkompetent/257.574.189

 

Armin Arbeiter breitete den Unsinn von Tillerson aus, der Russland vorgeworfen hatte, die vollständige Vernichtung der syrischen Chemiewaffen nicht durchgesetzt zu haben. Es gab keinen Beweis für die Behauptung, eine Verantwortlichkeit Russlands ohnehin nicht, aber das störte den KURIER-Arbeiter keineswegs.

Er wandte sich dem russischen Außenminister Lawrow zu, dem er einen „Drahtseilakt“ voraussagte, und wies auf die täglichen Kriegskosten Russlands hin, welche er in einer Schätzung aus dem Jahre 2015 gesehen haben will.

Doch was wollte Arbeiter hier seinen potentiellen Lesern mitteilen? Sorgte er sich um den Schwund an russischen Steuergeldern, was ihm bei NATO-Steuergeldern nicht in den Sinn kam? Und wo befand sich der „Drahtseilakt“? Der KURIER-Redakteur schien es selbst nicht zu wissen, denn er spekuliertes Haarsträubendes herbei, auch führte er das von ihm selbst aufgeworfene Thema nicht zu irgendeinen Schluss.

„Seit der Einnahme von Aleppo ist die syrische Armee landesweit auf dem Vormarsch“, meinte Arbeiter, obwohl von einer „Einnahme“ keine Rede sein konnte, sondern nur von einer Befreiung (vom Terrorismus) eines Teiles dieser Stadt. Er fuhr mit einer haarsträubenden Spekulation fort:

„…, ein US-Engagement gegen Assad könnte den russischen Einsatz massiv in die Länge ziehen.“

Arbeiter schien es entgangen zu sein, dass die USA bereits seit Jahren „engagiert“ waren, und er ließ auch offen, wie er sich seine Spekulation vorgestellt hatte: neue Terroristen- und Söldnerformationen nach Syrien schicken? Eine Invasion mit regulären Truppen oder gar ein direkter Kriegsakt gegen Russland? Gab es hier Wunschträume von interessierter Seite?

Arbeiter ließ seine potentiellen Leser mit diesem Mist alleine und bearbeitete daraufhin ein anderes Fragment, welches ebenfalls wie ein Hohlkörper liegen blieb.

„Gleichzeitig will Moskau keine Schwäche zeigen und beharrt darauf, dass der mutmaßliche Giftgasangriff auf Khan Shaykhun nicht von Assad begangen wurde.“

„Keine Schwäche zeigen“ in Verbindung mit „beharren“ ist eine Propagandasprache, zumal kein Beweis für die von Al-Kaida und dem Westen vorgetragene Beschuldigung existierte.

In Sachen Manipulation durch Sprache zeigte sich Arbeiter auch an anderer Stelle kompetent, in dem er die Lügen, Drohungen und Kriegshetze einer US-Botschafterin Haley als „emotional“ und „kritisch“ umdeutete.

Der STANDARD bot in der Printausgabe vom 11. April 2017 einen AFP-dpa-Reuters-Artikel an, welcher vor allem eine Ansammlung von Wiederholungen beinhaltete.

„G7: Russland von Unterstützung für Assad abbringen.“

Dieser unrealistische Wunsch war natürlich dem Umstand geschuldet, dass das Vorhaben, den syrischen Staat zu zerschlagen und gefällige Marionetten zu installieren, dank Russland gescheitert war. Dies wurde natürlich nicht so genannt, es wurde stattdessen behauptet, dass „nur Diplomatie“ zu einer Beendigung des Krieges führen könne, gleichzeitig aber die Kriegsziele weiter verfolgt.

https://www.pressreader.com/austria/der-standard/20170411/textview

 

Der Artikel gab sich bereits mit dem ersten Satz große Mühe, die Realitäten zu verschleiern:

„Nach der jüngsten Eskalation in Syrien will der Westen Russlands Präsident Wladimir Putin von seiner Unterstützung für Machthaber Bashar al-Assad abbringen.“

Dieser Satz erweckte den falschen Eindruck, als wäre es zu einer Eskalation von syrischer oder russischer Seite gekommen. Die Eskalation war allerdings mit dem Raketenangriff durch die USA vorangetrieben worden. Möglicherweise mochten dies die Autoren nicht als verbrecherischen Akt verstanden wissen und hatte sich auch den Vorfall in Khan Sheikhoun bezogen. Also auf das, was nicht bewiesen war bei Unterschlagung dessen, was bewiesen war zu Lasten Russlands und Syriens. Der Vorsatz, mit dieser Artikeleinführung nichts weiter als Kriegspropaganda abzuliefern, wurde bereits deutlich, dass der legitime Präsident Syriens abermals als „Machthaber“ verunglimpft wurde.

Aus diesem Grund wurde nicht irgendeine Meinung angefügt, sondern jene eines besonders parteiischen US-Pudels in Gestalt des britischen Außenministers Johnson, dessen Regierung stark in dem Krieg gegen Syrien involviert ist. Der STANDARD ließ ihn die altbekannten Verleumdungen wiederholen. Es ist der selbe Johnson, der unlängst im Zuge des Skripal-Falles fast schon erbärmlich mit faktenfreien wie durchsichtigen Anschuldigungen gegenüber Russland aktive Kriegshetze betreibt.

Der STANDARD bzw. die oben genannten Nachrichtenagenturen verbreiteten auch unreflektiert die Heuchelei eines US-Außenministers, welcher vorgab, dass sich das Böse außerhalb der USA befinden würde. Einschließlich der Ankündigung, noch viele weitere Verbrechen als Täter und Henker zugleich begehen zu wollen:

„Wir verschreiben uns wieder dem Ziel, jeden in der ganzen Welt zur Rechenschaft zu ziehen, der Verbrechen an Unschuldigen verübt.“

Geradezu lächerlich die Posse um den deutschen Außenminister Gabriel, der vom russischen Außenminister angeblich die Versicherung bekommen hätte, den Weg für eine Untersuchung in Khan Sheikhoun freizumachen. Diese Untersuchung hatte Russland von Anfang an gefordert, doch befand sich der Untersuchungsort mitten im Al-Kaida-Territorium. Bekanntlich werden diese Terroristen von Russland bekämpft und nicht unterstützt, was von Gabriels Freunden nicht behauptet werden konnte. In Berlin war man allerdings ohnehin nicht an einer Friedenslösung interessiert, nannte der verkommene Regierungssprecher Seibert ein Kriegsziel als Vorbedingung.

Der ganze Dreck hier auch als Online-Artikel beim KURIER, angereichert mit einem Foto des berüchtigten Al-Kaida-Propagandisten „Amer Almohibany“, der bestens mit seinen Sponsoren aus dem Westen vernetzt ist. Dieser Mann ist ein von NATO-Staaten bezahlter Terrorist.

https://kurier.at/politik/ausland/g7-staaten-wollen-russland-von-unterstuetzung-fuer-assad-abbringen/257.558.720

 

Wieland Schneider und Jutta Sommerbauer ließen in der PRESSE in dem Artikel „Heikle US-Mission in Moskau“ keinen Zweifel daran, welcher der Kriegsparteien in Syrien ihnen nicht genehm war. Die syrische Regierung wurden ihnen mehrmals und ausschließlich als „Regime“ bezeichnet.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5199093/Heikle-USMission-in-Moskau

 

Innerhalb des PRESSE-Regimes wurden von ihnen auch einige Märchen gestreut, so die Behauptung, dass die USA und Russland gegen den „IS“, gegen den gemeinsamen Feind, kämpfen würde. Im Gegensatz zu Russland konnte dies bei den USA-Militärs kaum beobachtet werden, im Gegenteil, die USA hatten den sog. „IS“ für ihre eigene Interessen verwendet.

Oder die Behauptung, dass für „Washington der Schutz der NATO-Mitglieder Priorität“ habe, als wären diese in irgendeiner Weise bedroht. In der Realität freilich ist die NATO eine permanente Bedrohung für Staaten außerhalb dieses Kriegsbündnisses.

In dem Artikel „Ein Außenminister wider Willen: Rex Tillersons Jobtraining“ stellte Thomas Vieregge den russischen Außenminster Lawrow als „gerissen“ dar und holte „die Achse des Bösen“ des Massenmörders George W. Bush aus der Kiste, die mit dem Raketenangriff auf die bekannte syrische Luftwaffenbasis eine „Warnung“ erhalten haben würden.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5199078/Ein-Aussenminister-wider-Willen_Rex-Tillersons-Jobtraining

 

Die verleumderische Überschrift „Assad in jeder Hinsicht giftig“ sprach für sich. Der britische Außenminister Boris Johnson durfte auch in der PRESSE unreflektiert seine Hetze ausbreiten

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5199074/G7Aussenministertreffen_Assad-in-jeder-Hinsicht-giftig

 

Der STANDARD meinte auf der Titel-Seite vom 12. April, dass um die Zukunft Assads gepokert werden würde. Leider vermochte das Blatt nicht mitzuteilen, wer genau angeblich „pokern“ würde. Uns ist jedenfalls niemand bekannt.

„Pokern um Assads Zukunft.“

https://www.pressreader.com/austria/der-standard/20170412/textview

 

Gudrun Harrer versuchte sich auf Seite 8 wieder einmal mit einer „Analyse“, hatte allerdings – fast – recht mit der Überschrift:

„Trump schweißt Russland, Iran und Assad zusammen.“

Richtig sollte es hier „Syrien“ heißen statt „Assad“, weil dieser Mann nicht irgendwo alleine in der Wüste steht, sondern dem syrischen Staat vorsteht. Ansonsten bediente Harrer gängige Muster, selbst bei den Wünschen der sog. G7-Staaten gegenüber der Lage in Syrien. Nach diesen Wünschen soll sich bei dem „Militärschlag“ der USA „Entschlossenheit und Härte“ aufgezeigt haben anstatt das wahnsinnig große kriminelle Potential der Aggressoren. Nach diesen Wünschen soll es sich bei der syrischen Regierung – wie immer seit Kriegsbeginn – um ein „Regime“ handeln, obwohl hier als Opfer zu bezeichnen. Ein Opfer, welches einmal mehr in diesen Wunschträumen „einmal mehr als Kriegsverbrecher entlarvt“ worden wäre, um dem Opfer den Mantel des Täters anzukleiden.

https://derstandard.at/2000055788129/Trump-schweisst-Russland-Iran-und-Assad-zusammen

 

Nach Gerede folgte Gerede, während nebenan in einem kleinen Artikel von AFP/dpa/Reuters immerhin Realitäten berührt wurden. Da wurde unter den Außenministern der G7-Staaten „Einigkeit signalisiert“ und zwar bezüglich einer „Einschätzung“, wie eine Friedenslösung in Syrien gefunden werden solle. Hier wurde allerdings nicht darüber nachgedacht, den Krieg gegen Syrien einzustellen und auch die Unterstützung der dort operierenden Söldnerverbände und Terroristen einzustellen, um einen Frieden zu ermöglichen. Nein, die syrische Regierung sollte verschwinden, welche wieder einmal auf den verunglimpften „Machthaber“ reduziert wurde. Soviel zur Heuchelei der Verantwortlichen in den G-7-Staaten.

https://www.pressreader.com/austria/der-standard/20170412/281663959871291

 

Dazu noch ein wenig Text über den Suppenkasper Tillerson, der als Vertreter der Aggressoren und Terroristen in Moskau bitten möchte, diese Terroristen wieder unangetastet zu lassen.

„Tillerson fordert Assads Abgang.“

Thomas Vieregge von der PRESSE wusste auch, wie man im Weißen Haus, im Pentagon und in Langley den legitimen syrischen Staatschef Assad zu nennen pflegte: Diktator. Deswegen sagt er es auch. Dann suchte er nach negativen Hinweisen, die er der russischen Regierung irgendwie unterschieben konnte. Hier ein angeblicher Bruch mit diplomatischen Gepflogenheiten, dort ein frostiger Empfang und zuletzt eine bedenkliche Einstufung beider Staaten seitens des russischen Außenministeriums. Den US-Außenminister Tillerson, der als Vertreter der Aggressoren in Moskau erschien, sah Vieregge nur als unerfahren an, der womöglich eingeschüchtert werden könnte.

Und dann noch Putin und seine „Umgebung“, die sollen die laut Vieregge auch noch „eingeschnappt“ gewesen sein, wegen einem feigen Raketenüberfall, einer Kriegseskalation, wegen Mord und Totschlag gegenüber „Bashar al Assad“, von Vieregge als „US-Militärschlag“ bezeichnet und sonst nichts.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5199710/Tillerson-fordert-Assads-Abgang

 

Aber dann kam von Vieregge nicht nur leeres Gelaber, sondern etwas, von dem wir uns fragten, ob dies von der PRESSE-Zensur übersehen worden war.

„Russland besteht auf einer vermutlich langwierigen UN-Untersuchung des mutmaßlichen syrischen Giftgasangriffs…“

Es war noch nicht einmal mutmaßlich, denn die Beschuldigung stammte von Al-Kaida und somit von einer Terrororganisation, welche kaum als seriös angesehen werden konnte. Vieregge nannte hier aber richtig, dass Russland auf eine – unabhängige – Untersuchung bestehe, wie es auch die Regel sein sollte. Und was hatten jene anzubieten, die nur davon redeten, etwas aufklären zu wollen, aber bereits den Kriegszielen entsprechend den Schuldigen ausgemacht und verleumdet haben? Nun, Tillerson hatte wie ein gefährlicher Hohlkopf nichts anderes zu bieten, als auf eine unbewiesene Behauptung eine ebenso unbewiesene neue Behauptung zu stapeln.

An Primitivität kaum noch zu unterbieten, schien es immer noch nicht primitiv genug, um von den übrigen G-7-Außenministern ewige dumpfe Vasallentreue zu erhalten. Bei dieser Gelegenheit wurde mal wieder über eine Ausweitung des Wirtschaftskrieges gegen Russland nachgedacht.

Hiermit wollen wir die Beobachtung der drei in Österreich angesiedelten Printmedien „PRESSE“, „STANDARD“ und KURIER beenden. Sie ließe sich mit den selben Befunden endlos weiterführen, denn es änderte sich nichts.

Die Berichte am 13. April 2017 hatten ihren Schwerpunkt bei dem Besuch Tillerson in Moskau. In „Schwierige Paarung, schwierige Zeiten“ hegte Konrad Kramar ein gewisses Mitgefühl für den US-Außenminister Tillerson, der von seinem Chef Donald Trump nur die zweitklassigen und unangenehmen Aufgaben übermittelt bekam und sich in Moskau demütigen lassen musste. Nun, Tillerson hätte auch von seinem Amt zurücktreten können, um sich nicht mehr weiter lächerlich zu machen.

https://kurier.at/politik/ausland/syrien-mission-impossible-fuer-us-aussenminister-rex-tillerson-in-moskau/257.977.812

 

Im STANDARD hieß die Überschrift „Russland hält trotz Ultimatums an Assad fest“, als wäre dies nach dieser destruktiven Frechheit eine Überraschung gewesen. André Ballin gab das schwammige Gerede der politischen Akteure wieder und stellte möglicherweise ungewollt Tillerson als Schwachkopf dar, der von Beweisen quatschte, ohne diese zu besitzen. Wer nur die Überschrift überflogen hatte: der Artikel von Ballin ließ tatsächlich keinen Zweifel daran, welche Seite sich vernünftig und nebenbei gesetzeskonform zeigte: Russland. Das wurde nicht direkt gesagt, konnte aber jedem Leser deutlich werden, welcher den Text unvoreingenommen in Anspruch nahm.

https://www.pressreader.com/austria/der-standard/20170413/textview

 

Die PRESSE hatte für ihren Artikel eine ähnlich gelagerte Überschrift wie der STANDARD, welcher unfreundliche Russen anzeigen sollte:

„Wladimir Putin ließ Tillerson warten.“

Der Russe ein Fuchs, wie Lawrow, und mit kühler Miene, der andere, der Zar, gönnerhaft zum Schluß. Tillerson wusste Jutta Sommerbauer nicht zu beschreiben, stattdessen stellte sie ihn als einen Mann dar, der sich angeblich Sorgen machen würde.

„Sie, sowie die Unterredung der Minister untereinander, ergab etwa den Befund, dass die bilateralen Beziehungen auf ein „gefährlich niedriges Niveau“ gesunken seien, das den Weltfrieden bedrohe. So gehe es nicht weiter, sagte Tillerson später.“

Allerdings hatte es sich hier um den Befund des russischen Außenministers gehandelt, das es so nicht weitergehen könne, war dagegen ein leeres Gerede von Tillerson gewesen, der jenen Staat vertrat, der erst dafür gesorgt hatte.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5200308/Wladimir-Putin-liess-Tillerson-warten

 

Interessant im weiteren Verlauf des Textes eine kleine Neuigkeit, die allerdings keine war:

„Vor dem Treffen gab es neuen Stoff. In Washington wurde ein Dokument veröffentlicht, das Beweise für den Einsatz chemischer Waffen und Aussagen von Opfern enthalten soll. Die USA seien „sicher“, dass das syrische Regime einen Sarin-Angriff durchgeführt habe „gegen seine eigene Bevölkerung“.

Soll. Es war aber nichts mit Beweisen. Ansonsten berichtete Sommerbauer von dem gegenseitigen „Beharken“ der Kontrahenten.

 

 

Donnerstag
29
März 2018

Bundeskanzler Kurz zu Besuch in Moskau.

 

Der Besuch des neuen österreichischen Bundeskanzlers Sebastian Kurz in Moskau gehörte sicherlich nicht zu den weltbewegenden Ereignissen in den vergangenen zwei Wochen. Für das Land Österreich und seine Bevölkerung konnten vertiefende Wirtschaftsbeziehungen zweifellos von großem Interesse sein, und auch in politischer Hinsicht konnte eine ohnehin knapp bemessene Zusammenkunft zwischen Kurz und Putin aufgrund ihrer Ämter nicht verkehrt sein, wurde den Beziehungen zwischen beiden Ländern in den letzten Jahren erheblicher Schaden zugefügt.

In der österreichischen Medienlandschaft gab es jedoch Tendenzen, die ihre Befürchtung für eine Verständigung der Politiker zum Ausdruck brachten. Hans Rauscher vom STANDARD, ein Typ, der sich bereits in der Vergangenheit ungezählte Male als russophober Vertreter von regierungsamtlichen US-Verschwörungstheorien aufgefallen war, nutzte die Gelegenheit, um ein besonders üble und verlogene als „Meinung“ deklarierte Hetze gegenüber Russland, Russen und Putin auszukotzen.

https://derstandard.at/2000075129983/Kurz-bei-Putin

 

Das selbe Blatt hatte mit einem Beitrag von Manuela Honsig-Erlenburg einen weiteren Kommentar platziert, welche in die gleiche Richtung zielte, wenn auch nicht verhetzend wie der widerliche Rauscher, aber immer noch verlogen genug, um ein negatives Bild von Russland bzw. der russischen Politik zu zeichnen. Russland als „Störfaktor“, Russland mit einem ausschließlich dort verorteten Propagandaapparat, im Westen dagegen die „demokratische Gesellschaftsordnung“, Russland mit einem Stellvertreterkrieg im Osten, als würde Russland dort Krieg führen, und ja, als wenn Russland dafür verantwortlich sei, den blutigen Nazi-Putsch und alles weitere in der Ukraine angezettelt zu haben.

https://derstandard.at/2000075217400/Kurz-bei-Putin-Ungleiches-Gegenueber

 

Auch Jutta Sommerbauer von der PRESSE hatte sich im Vorfeld Sorgen gemacht. Der österreichische Kanzler auf EU-Linie und dennoch sich als Mittler anbietend, Sommerbauer sah eine „Gratwanderung“, weil Moskau angeblich Europa gezielt spalten würde, also dort, wo in einigen Ländern „Putin-Versteher“ hausen würden.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5378946/Putin-und-seine-Verbuendeten-in-der-EU

 

Nun, die Position von Sebastian Kurz war außenpolitisch in ihrer Unklarheit klar genug gewesen: nicht bei den Mächtigen in der EU anecken, aber gleichzeitig dennoch eine Dialogbereitschaft mit Russland zeigen. Zweifellos hatte sich der neue Kanzler in der Vergangenheit insgesamt nicht ungeschickt gezeigt und wenig Angriffsflächen geboten.

Sein Kurzbesuch in Moskau und das Gespräch mit Putin am 28. Februar 2018 hatte Kurz dann doch ein wenig anders dastehen lassen. Der Österreicher war daran nicht unschuldig gewesen, aber der KURIER hatte sich Mühe gegeben, Kurz als Handlanger anderer herauszustellen. Dies wahrscheinlich nicht aus dem Bedürfnis heraus, ihn zu entblößen, sondern eher, um ihn als feste Größe des herrschenden Systems darzustellen.

Wie wir wissen, ist die Darstellung in den massenmedialen Blättern immer kritisch zu betrachten. Wenn sie „berichten“, dann bestenfalls selektiv, aber kaum ausgewogen informativ. Besonders die außenpolitischen Themen sind grundsätzlich einer transatlantischen Agenda verpflichtet, deren Nachweis diese Medien tagtäglich nicht schuldig bleiben. Nicht anders verhielt es sich bei dem Auftritt von Kurz in Moskau.

Was dem österreichischen KURIER wichtig erschien, wurde in dem Artikel von Stefan Kaltenbrunner bereits in der Überschrift deutlich:

„Kurz mit klarer EU-Position bei Putin.“

Wir wissen nicht, ob sich der Herausgeber des KURIER Sorgen darüber gemacht haben könnte, dass dem nicht so sein würde. Auf jeden Fall wurde dem potentiellen Leser signalisiert, dass diese Position wichtig, richtig und gut sein sollte. Und ja, es handelte sich hierbei auch um die Position des KURIERS.

https://kurier.at/politik/inland/putin-besuch-kurz-sprach-sich-mit-merkel-ab/312.443.318

 

Kaltenbrunner erzählte davon, dass in Russland „einige Medien“ Sebastian Kurz als „Rebell der EU“ bezeichneten und sich „Russland“ angeblich hinsichtlich Lockerung der EU-Sanktionen etwas erhoffen würden. Dieser Unsinn hatte freilich keinerlei Grundlage, doch soll Kurz in einem „Interview“, dessen Existenz (wann und mit wem?) ansonsten nirgendwo genannt wurde, darauf angesprochen worden sein.

Das interessiert maximal vielleicht oberflächlichen Boulevard-Konsumenten, aber sonst niemanden, doch diente diese Belanglosigkeit dazu, um eine Meinung des neuen Bundeskanzlers herauszustellen:

„Kurz wollte die Medienberichte im Interview nicht kommentieren, „da man weiß, was von russischen Medien zu halten ist.““

Nur darum ging es: um die Platzierung eines negativen Bildes über „russische Medien“, ausgesprochen vom österreichischen Bundeskanzler. Sollte sich dieses Zitat tatsächlich ereignet haben, entsprach dies kaum den diplomatischen Gepflogenheiten beim Gastgeber vor Ort. Vor allem offenbarte sie eine unfassbare Einfältigkeit, denn das Diskreditieren ausschließlich russischer Medien bedeutete gleichzeitig, dass für Kurz andere Medien, ganz offensichtlich im Westen und auch in Österreich, angeblich seriös agieren würden – ganz abgesehen von der Schwäche einer Pauschalisierung.

Nachdem Kaltenbrunner an „unzähligen Sicherheitskontrollen“ wegen ihrer „Laschheit“ Anstoß genomme hatte, kam er auf die Pressekonferenz zu sprechen, bei welcher die versammelte Medienmeute die Gelegenheit bekommen habe, nur wenige Fragen zu stellen. Putin soll nach Kaltenbrunner etwas grimmig gewirkt, aber die freundschaftlichen Beziehungen zu Österreich betont und geschäftliche Interessen thematisiert haben.

Wie Sebastian Kurz gewirkt haben soll, wusste Kaltenbrunner dagegen nicht zu berichten. Kurz soll nur „konkreter“ geworden sein, zumindest für den KURIER-Redakteur. Das war möglicherweise den Themen geschuldet, die für ihn eher von Interesse waren. So wurde Kurz bezüglich der EU-Sanktionen gegen Russland zitiert:

„… dass sie solange aufrecht erhalten bleiben, bis sich Russland im Ukraine-Konflikt zu einer klaren Friedenslösung bekennt und auch die entsprechenden Schritte setzt.“

Das klang ganz danach, als hätte der neue österreichische Bundeskanzler irgendetwas zu sagen. Hat er aber nicht, denn es handelt sich bei ihm nur um ein kleines Rädchen innerhalb der EU, welche wiederum die Sanktionen erst auf Veranlassung der USA in Gang gesetzt hatten. Zudem zeigte sich hier ein selbstgefälliges, aber ungebildetes Gehabe, schien es Kurz entgangen zu sein, dass nicht Russland den Krieg in der Ukraine angezettelt hatte, sondern seine „Partner“ in der EU und in Übersee. Ohne Russland wäre auch das Minsk-II-Abkommen niemals zustande gekommen.

Sebastian Kurz muss es darauf angelegt haben, in der neuen Rolle als österreichischer Kanzler endlich ein Profil mit Ecken und Kanten zu zeigen. Für wen, soll Kurz selbst den interessierten Medien zum besten gegeben haben. Zum Thema Syrien, wo angeblich ein „Bürgerkrieg“ stattfinden würde, soll er eine „ebenso klare EU-Position“ vertreten haben.

Vertrat der neue Kanzler damit auch die österreichischen Interessen? Das ist eine spannende Frage, zumal die EU in diesem Konflikt eine Kriegspartei darstellt. Neutral war und ist die „EU-Position“ natürlich nicht. Diese eher unangenehmen zur Schau gestellten Ecken und Kanten waren allerdings auch nur eine Fassade, denn Kurz musste sich seine Instruktionen zuvor bei der EU-Führungsmacht in Berlin einholen. Kurz wurde folgendermaßen zitiert:

„Ich habe mich vorab mit Kanzlerin Angela Merkel abgesprochen.“

Zweifellos klingt dies nach einem Gespräch auf Augenhöhe, wenn etwas „abgesprochen“ wird, wozu aus deutscher Regierungssicht allerdings auf allen Ebenen kein Anlass besteht. Kurz bestätigte dann, dass er als Laufbursche diente, denn er durfte Sätze der großen Kanzlerin als seine eigenen ausgeben:

„Russland hat hier eine Verantwortung, dass das Blutvergießen beendet wird.“

Hierbei handelt es sich um eine Sprechblase, die nichts besagt, denn „Verantwortung“ sollte auch den vielen weiteren Staaten zukommen, die in dem Krieg in Syrien involviert sind. Diese „Verantwortung“ war allerdings in Russland am wenigsten zu finden, weil es sich nicht um den Aggressor handelte.

In seiner dümmlichen Überheblichkeit machte sich der Österreicher entgültig zum beschämenden Büttel der NATO/EU-Kriegstreiber.

„Ich habe an ihn (Anm.: Putin) apelliert, dass er seinen Einfluß auf Assad geltend macht und die Kampfhandlungen beendet.“

Kurz sah Kampfhandlungen nur auf der Seite des syrischen Staates, aber keine seitens der Al-Kaida-Truppen, sonstigen durch das Ausland finanzierten islamisischen Söldnergruppierungen bis hin zu auf syrischem Staatsgebiet operierenden NATO-Verbänden etc.

Es ist kaum zu glauben, dass sich Sebastian Kurz jahrelang nur bei der deutschen BILD-Zeitung oder österreichischen Blättern wie KRONE und KURIER „informiert“ haben könnte, ganz abseits der ihm zur Verfügung stehenden Infrastruktur, um sich mit dieser Form einer geBILDeten Meinung als Schwachkopf zu outen. Was der neue kleine Kanzler hier betrieb, war nichts weiter als NATO-Propaganda für die westlichen Medien und für Leute, die unter anderem den KURIER lesen.

Die PRESSE lieferte mit „Die Gratwanderung des Kanzlers“ einen Artikel von Jutta Sommerbauer, deren Unterzeilen über das Auskunft gaben, was der „PRESSE“ wichtig war. Und der PRESSE war zufällig das wichtig, was auch dem KURIER und dem STANDARD als wichtig erschien.

„Russland. Sebastian Kurz erinnert Putin im Kreml an dessen weltpolitische Verantwortung.“

Das dürfte zwar überflüssig gewesen sein, aber egal, es vermittelte den Eindruck, als würde es sich bei Kurz um einen auf internationalem Parkett agierende wichtige Persönlichkeit handeln. Unklar schien allerdings in der PRESSE-Readktion, warum der russische Präsident nicht richtig zugehört zu haben schien:

„Die Message kommt teilweise an.“

Das ließ sich vielleicht als kleiner Erfolg beim heimischen Publikum verkaufen, zumindest für die PRESSE, denn Russland hatte andere Interessen, als von einem Laufburschen dümmliche Phrasen entgegenzunehmen.

„Doch noch lieber reden die Russen über Energiedeals.“

Darum ging es, und auch Sommerbauer ließ in ihrem Text keinen Zweifel daran, dass sich Russland für gute Geschäftsbeziehungen interessierte. Der neue Kanzler aus Österreich hatte aber auch außenpolitische Anliegen:

„Kurz wollte bei seinem Besuch aber auch gemeinsame politische Interessen mit Moskau ausloten. Es sei notwendig, auch in schwierigen Zeiten den Dialog mit Russland fortzusetzen, erklärte er vor seinem Treffen im Kreml.“

Daran gab es nichts auszusetzen, allerdings sah Jutta Sommerbauer einen Dialog mit Russland etwas skeptisch, wenn sie auch keine Alternative anzubieten hatte.

„Russland als Partner in Krisenherden – eine knifflige Aufgabe, wenn man an Syrien und die Ukraine denkt.“

Natürlich dachte nicht „man“ an Syrien und die Ukraine, sondern Sommerbauer selbst oder ihre Auftraggeber. Sie schien ein wenig verwirrt, denn ein „Dialog“ war nicht gleichbedeutend mit einer „Partnerschaft“. Mit der Vorstellung, dass gerade bei „kniffligen“ Situationen geredet werden sollte, schien sie ebenfalls nicht zu verstehen.

Nach einigen Sätzen zum Konflikt in und um die Ukraine folgte das Thema Syrien. Kurz wurde auch von Sommerbauer als Bote präsentiert, der die Meinung anderer vortrug, während seine eigene unbekannt blieb:

„Auch bezüglich des Bürgerkriegslandes Syrien wollte der ÖVP-Politiker die EU-Position im Kreml vertreten.“

Sicherheitshalber soll er sich zuvor vergewissert haben, dass die EU-Meinung bzw. die Meinung der Anführer immer noch die selbe war:

„Er hatte sich vorab vorab mit europäischen Partnern abgesprochen.“

Und diese „Partner“ dürften ihm dann erlaubt haben, sie zitieren zu dürfen. Zum Beispiel mit der bereits oben erwähnten Phrase:

„Moskau hat hier eine Verantwortung, dass das Blutvergießen beendet wird…“

Vorgetragen mit ein wenig Schmeichelei, bevor das Anliegen der NATO angeknüpft wurde:

„… sagte Kurz, der an Russland als „Supermacht mit großem Einfluss auf das Assad-Regime“ appellierte.“

Kurz soll sogar einen Plan anderer Leute artig vorgetragen haben, abseits jeglicher Kenntnis über die syrischen Verhältnisse.

„Benötigt würden humanitäre Korridore im Kriegsgebiet.“

Die bestanden bereits, konnten aber nicht genutzt werden, weil die vom Ausland bezahlten Al-Kaida-Verbände gar kein Interesse daran hatten. Denn die sind auf Zivilisten als Schutzschilde angewiesen. Angesichts dieser zur Schau gestellten Dummheit des neuen Österreich-Kanzlers soll sein Gesprächspartner Putin „unwillig“ reagiert haben. Verständlich. Dennoch habe er sich Mühe gegeben, dem zumindest uninformierten Kurz etwas über die Terroristen zu erklären. Ob diese „Message“ bei Kurz wenigstens teilweise angekommen sein mochte, wissen wir nicht.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5380160/Die-Gratwanderung-des-Kanzlers-im-Kreml

 

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Ost-Ghouta: Zivilisten in Käfigen als Schutzschilde für Terroristen – ungeeignet für die gewünschten „humanitären Korridore“ des österreichischen Kanzlers.

 

Zum Glück ist ein Video von der Pressekonferenz in Moskau vom 28. Februar 2018 online, so dass sich jeder seine eigene Meinung über deren Verlauf und Inhalt bilden kann. Sie dauerte fast eine halbe Stunde.

 

 

 

Nach der Erfahrung, dieser Pressekonferenz als Beobachter beigewohnt zu haben, wird klar, dass Medien versucht haben, eine antirussische Stimmung zu erzeugen, die sich in der Pressekonferenz n i c h t wiederspiegelte. Selektiv wurden Bestandteile aus der Pressekonferenz und auch außerhalb zusammengefügt, um ein Bild zu konstruieren, welches propagandistischen Ansprüchen genügen sollte – ein durch EU und NATO gewünschtes Bild. Die wesentlichen und informativen Aspekte von russischer Seite wurden grundsätzlich unterschlagen, während die österreichische Seite im Grunde nichts anzubieten gehabt hatte.

Deutlich wurde, dass Putin die ihm gestellten Fragen konkret, teilweise umfassend und informativ beantworten konnte. Konkret und informiert war der russische Präsident gewesen, nicht aber der neue österreichische Bundeskanzler, welcher den Eindruck hinterließ, seine Sprechzeit vor allem mit Worthülsen über die Runden zu bringen. Geradezu peinlich die Worte von Kurz, dass er gegenüber Putin die Möglichkeit genutzt hätte, „unsere“ (?) Erwartungshaltungen zu artikulieren im Bereich Rechtsstaatlichkeit und Völkerrecht. Mit Blick auf seine „Partner“ EU, USA und NATO musste sich Kurz  in der Adresse geirrt haben, sollte er Kenntnis über die Begrifflichkeiten besitzen.

An „Vertretern der Zivilgesellschaft“, die der neue österreichische Bundeskanzler außerdem getroffen habe, wurden drei Organisationen in den Presseartikeln genannt. Alle drei wurden vom russischen Staat als „ausländische Agenten“ deklariert, weil deren Finanzierung durch ausländische Staaten erfolgte.

Dazu gehörte die „Menschenrechtsorganisation Memorial“ und auch die „Wahlbeobachter“-NGO „Golos“, welche unter anderem durch das US-Außenministerium finanziert werden. Neben diesen durch die USA gesteuerten Frontorganisationen zur versuchten politischen Einflussnahme in Russland ist dieser Status bei dem „unabhängigen Umfrageinstitut Lewada-Zentrum“ zumindest strittig. Das russische Staatsmedium „Russia Today“ hatte dazu einen Artikel aufgelegt:

https://deutsch.rt.com/russland/40767-streit-um-lewada-zentrum-auslandische/

 

 

Donnerstag
08
März 2018

Der Gesang der US-Marschflugkörper 27.

 

Desweiteren nur noch ein Überblick über Artikel aus den Printmedien PRESSE/STANDARD/KURIER für die nachfolgenden Tage ab dem 9. April 2017.

Dem KURIER am Sonntag, den 9. April, waren andere Themen wichtiger gewesen, so dass nur eine kleine Meldung in die Printausgabe fand.

„Versöhnliche Töne aus Moskau an USA.“

https://www.pressreader.com/austria/kurier/20170409/281621010193518

 

Die Textbausteine „Assad-Regime“ und Russland als „engster Verbündeter“ durften offensichtlich nicht fehlen, ansonsten beschränkte sich der Inhalt auf ein Deeskalationsbemühen seitens Russlands, welches allerdings nicht von allen Kriegsbeteiligten erwünscht wurde und wird. Der britische Außenminister gehört dazu.

Die PRESSE dagegen vermittelte abermals den Eindruck, als würde es sich um eine Briefkastenfirma mit einer Anschrift in Wien handeln, deren Sitz in Langley zu suchen sein muss.

Auf der Titelseite nutzte Christian Ultsch den Anschlag in Schweden, um neben der unbewiesenen Behauptung, der sog. „IS“ hätte damit etwas zu tun, die dämliche US-regierungsamtliche Verschwörungstheorie von Bin Laden, Al-Kaida und „9/11″ zu verbreiten. Dem Mann ist nichts zu peinlich, hatte er doch erst am Vortag die in Syrien operierenden Al-Kaida-Filialen nicht als Bösewichte ausmachen können, sondern im Gegenteil seine schützende Hand über diese Terroristen gehalten. 

Den Artikel zu Syrien übernahm Oliver Grimm, denn dieser weiß Begriffe wie „Machthaber“ und „Regime“ zu benutzen, um die Gegner seiner Herren zu diskreditieren. Tatsächlich kreisten seine Sätze – von Überlegungen wollen wir hier nicht sprechen – um die US-Sichtweise, die Grimm allerdings eher zu Ratespielen und Spekulationen verleitete. Al-Kaida und andere Terroristen spielten keine Rolle wie auch die rechtlichen Umstände von Krieg und Verbrechen seitens der USA und Verbündeten. Verbrechen wurden allein nur auf der syrischen Regierungsseite ausgemacht, gerne wieder mit „Fassbomben“ und „Chlorgas“ – „offenbar“. Braver Bub.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5198148/Trumps-SyrienPolitik_Nur-ja-nicht-wie-Obama-aussehen

(Von der PRESSE lustig als „Premium-Artikel“ deklariert und somit bezahlpflichtig).

 

Während der KURIER am Montag, den 10. April, in ihrer Zeitung keinen Artikel zu dem hier behandelten Thema gebracht hatte, hatte offensichtlich der STANDARD, welcher sonntags nicht erscheint, großes Aufholbedürfnis. Der erste Artikel stammte von Frank Herrmann, wie immer „aus Washington“: „Das Rätseln nach Trumps Raketenschlag.“

Herrmann glaubte, dass „die Welt“ und sogar „Washington“ darüber rätseln würden, was die US-Regierung – in Washington – weiterhin zu unternehmen vermochte. Rechtliche Fragen interessierten auch hier nicht, Herrmann präsentierte nur winzige Ausschnitte der Grabenkämpfe innerhalb der US-Politik und einige ihrer Akteure, in dem er einige Meinungen wiedergab. Dazu Gerede der Hetzerin Nikki Haley und dem derzeitigen US-Außenminister Tillerson, welcher den Raketenangriff als „Warnung“ verstanden haben wollte. Interessant war hier nur die Erwähnung von Robert Ford, dem ehemaligen US-Botschafter in Syrien. Dieser habe sich an die Zeit erinnert gefühlt, als der damalige US-Präsident Bill Clinton in den neunziger Jahren ab und an einen Marschflugkörper in den Irak abgeschossen habe, „ohne dass es Saddam Hussein groß beeindruckt hätte“.

Herrmann hätte bei dieser Gelegenheit herausstellen können, dass die USA auch nach dem zweiten Golf-Krieg einen unerklärten Krieg gegen den Irak geführt hatten, bei dem nach groben Schätzungen einschließlich dem Sanktionsregime etwa 700.000 Menschen ums Leben gekommen waren. Für den Schwerverbrecher Robert Ford offenbar nur eine Kleinigkeit, trat er doch für eine totale Eskalation ein. In Syrien hatte er zuvor aus der US-Botschaft heraus den Krieg gegen Syrien fleißig vorbereitet.

https://derstandard.at/2000055633714/Raetseln-ueber-die-Strategie-hinter-Trumps-Raketenschlag

 

Ein kleiner Artikel nannte sich „Assad warnt die USA: „Rote Linie überschritten““, was eher ein Gefühl von „Schabernack“ hervorrief. Hier wurde ein klein wenig die Sicht der Regierungen Syriens, Irans und Russlands angedeutet.

https://www.pressreader.com/austria/der-standard/20170410/textview

 

„Trumps Spielerin auf einer ungeliebten Nebenbühne“ nannte sich der Artikel von Gudrun Harrer, die ihr Geschreibsel nach wie vor als „Analyse“ deklariert, als wüsste sie nicht um die Bedeutung dieses Begriffes. 

Thema war Nikki Haley, die kriegstreiberische und wenig diplomatische US-Botschafterin bei der UNO, welche sich innerhalb des politischen Taktierens der US-Regierung genötigt sah, ebenfalls zu taktieren. Der Nachrichtenwert war – wie so oft bei Harrer – sehr gering, es drehte sich eher um Verhaltensmuster unter Kriminellen und Laufburschen.

Immerhin nannte Harrer in ihrem Artikel eine Ursache für das russische Mißtrauen gegenüber der von den westlichen Militärmächten vorgebrachten UN-Resolutionen: der von der NATO geführte Krieg gegen Libyen unter dem Vorwand einer UN-Resoluton. Bedauerlicheweise ging sie aber nicht auf die damaligen näheren Umstände ein, wie sie es auch versäumte, das Resolutionsgebahren der USA & Co. und dessen Inhalte genauer zu beleuchten. Dann wäre die Ablehnung Russlands verständlich und logisch gewesen. Das war aber zweifellos nicht das Ziel.

Stattdessen kippte Harrer in eine propagandistische Meinungsmache:

„In Wahrheit verfolgt Moskau in Syrien natürlich von Anfang an seine eigenen Interessen, was im Herbst 2015, als die Rebellen Assad zu nahe rückten, zu einer direkten militärischen Intervention zu seinen Gunsten führte.“

Harrer mit der „Wahrheit“ in einer „Analyse“, hier mit der Wahrheit von eigenen Interessen. Die Interessen besitzt zwar jeder, doch nur jene von „Moskau“ werden genannt. Um welche Interessen es sich gehandelt haben dürfte, konnte Harrer leider nicht „analysieren“, denn sie schrieb nichts darüber. Sie schrieb auch nichts über diese ominösen „Rebellen“, womit außer einem kindlichen Gerede über „Wahrheit“ hinter der Fassade nichts zu finden war.

Harrers Geschreibsel kann nicht zum Nachdenken anregen, denn es führt zu nichts. Die Autorin hinterließ auch in der Vergangenheit häufig nicht den Eindruck, als wäre dies jemals ein Ziel oder ein Anliegen gewesen. Nach der Binsenweisheit über die „eigenen Interessen“ ließ Harrer eine Behauptung folgen, welche sie inhaltsleer stehen ließ:

„Die Person Assad ist für Moskau eigentlich eher Mittel zum Zweck der Machtausübung, anders als für den Assad-Unterstützer Iran, der in Syrien für das Überleben seiner „Achse des Widerstands“ kämpft.

Diese „Machtausübung“ wirkte natürlich negativ, und um mehr als das Erzielen einer primitiv gehaltenen Wirkung ging es auch nicht, weil hier die Definition, Ursache, aber auch der Beleg für die Behauptung fehlte. Wer real über den Staat Syrien eine Macht auszuüben versuchte, und das waren die Aggressoren mit ihren Krieg führenden Proxytruppen ud Halsabschneidern vor Ort, wurde erst gar nicht erwähnt.

In der Chefetage des STANDARD war man offenbar mit der Propaganda auf denkbar niedrigem Niveau zufrieden genug, um Gudrun Harrer auch die Möglichkeit eines Kommentares auf der letzten Seite zu geben.

„Hilflosigkeit und Hoffnung.“

https://www.pressreader.com/austria/der-standard/20170410/textview

 

Hier stellte sie in Frage, ob der US-Raketenüberfall „als Mittel zum Zweck“ ausreichen würde, um „einen russisch-iranisch-syrischen Kurswechsel auf dem Weg zu einer syrischen Nachkriegsordnung“ zu erzwingen. Allerdings erläuterte sie nicht, wie dieser „Kurswechsel“ aussehen könnte abseits einer Kapitulation vor Al-Kaida-Terroristen und ihrer Sponsoren aus dem Westen und dem Golf.

Dann stellte Harrer fest, dass in der vorherrschenden Propaganda (Harrer: „Debatten“) die Legalität keine Rolle spielen würde. Sie regte sich – ein klein wenig – darüber auf, dass sogar Politiker „westlicher Demokratien“ den „Militärschlag“ offen begrüßt hätten. Eben von der angeblichen Vorzeigedemokratie aus den USA übrigens. Harrer nannte hier die deutsche Bundeskanzlerin Merkel, die sie für einen „Leuchtturm für Korrektheit und Rechtsstaatlichkeit“ hielt.

Harrer entblößte sich hier zweifellos als unfassbar ungebildet, der es offenbar auch nach Jahren entgangen schien, dass Merkel, die schon den Krieg und das Massaker gegen den Irak 2003 begrüßt hatte, mit ihrer Regierung einen wirtschaftlichen, politischen und teilweise militärischen Krieg gegen Syrien führt. Erst heute (23. Febr. 2018) hatte Merkel ganz offen gegen Syrien gehetzt und sich auf die Seite der von ihr geschützten Terroristen der Alloush-Bande gestellt. Von Korrektheit und Rechtsstaatlichkeit keine Spur bei einer Person, die wie andere Beteiligte vor dem Kriegsverbrechertribunal in Den Haag wegen Beihilfe zum Massenmord stehen sollte.

Harrers Kommentar unterschied sich von anderen Meinungen insofern, dass hier einige kritische Überlegungen vorgegeben wurden. Doch es war nur Fassade. Die Rechtslage, die Harrer als „schwierig“ darstellte, ist eindeutig. Der Gebrauch der Begrifflichkeit seitens der NATO von einer angeblichen Schutzverantwortung, welche die USA übrigens gar nichts erst als Vorwand ins Feld geführt hatte, überflüssig. Harrer phantasierte stattdessen einen Grund herbei, warum der US-Raktenüberfall so viel Begeisterung in westlichen Regierungen ausgelöst haben könnte: wegen einer angeblichen Frustration und Hilflosigkeit, mit der sie dem Schlachten in Syrien zugeschaut haben würden.

Zum widerholten Male wurde diese Lüge platziert: sie würden nur zuschauen. Nur ist es für jeden Menschen außerhalb Harrers Welt deutlich sichtbar dass diese erfreuten Regierungen sämtlich innerhalb der Kriegstreiber organisiert sind und sich zum Teil aktiv an dem Krieg beteiligen – auf allen Ebenen. Folglich bezeichneten die Täter die syrische Regierung (Harrer: „Regime“) als Urheber, wie Harrer feststellte, ohne auch nur eine Überlegung in Richtung Aufklärung zu verschwenden. Sie ließ ihre schlecht sitzende Maske schließlich fallen:

„Eine Kritik an der mangelnden Rechtsbasis anzubringen, wäre als Verrat an den Opfern von Khan Shaykhoun und des ganzen Krieges empfunden worden und hätte auch den erwünschten Droheffekt… abgeschwächt.“

Es war natürlich nur eine Meinung, es war die Meinung anderer, die wir nicht kennen, die aber Harrer herbeigeschrieben hatte. Und es war die Meinung, mörderische Gewaltexsesse über jegliche Rechtsordnung und Mitmenschlichkeit zu stellen – unter dem Deckmantel letzterer. Die selbsternannte „Rechtsexpertin“ Harrer hatte noch anderes auf Lager, um nicht vorhandene Legalitäten irgendwie herbeizulügen.

„Auch der rechtliche Hintergrund für das Eingreifen der USA und ihrer Partner im Kampf gegen den „Islamischen Staat“ in Syrien ist gar nichts so klar, wie sich das manche vielleicht vorstellen.“

Die rechtliche Lage ist auch in diesem Fall glasklar: die USA und ihre Verbündeten halten sich mit ihren Militärs illegal in Syrien auf. Sie führen dort sogar Krieg, allerdings nur dekorativ gegen die Söldnertruppe „IS“, welche sie selbst nach Syrien auf den Weg gebracht hatten, als vielmehr gegen den Staat Syrien. Aber das mochte Harrer nicht erzählen, es widersprach der Legende aus Washington und Brüssel zutiefst, und somit ihrer Auftraggeber.

„Es gibt – anders als im Irak – keine Einladung einer syrischen Regierung und ebenfalls kein eindeutiges Mandat des UNO-Sicherheitsrates.“

Wieder falsch: es gab und gibt überhaupt kein Mandat. Die USA und ihre Verbündeten führen Krieg gegen ein Mitglied der UNO.

Zu schlechter Letzt kam im STANDARD in der Rubrik „Kommentar der anderen“ die ehemalige israelische Justiz- und Außenministerin Tzipi Livni den Raum, um ihrer Kriegshetze gegen Syrien und der Begeisterung für Mord und Totschlag kund zu tun. Livni soll sich angeblich für einen Friedensprozess eingesetzt haben, wie innerhalb ihrer ultrakurzen Vita angemerkt worden war. Das schien nach ihrem Aufruf zur Gewalt auch nötig gewesen zu sein.

„Das „Nie wieder“ ist in unser aller Interesse.“

https://www.pressreader.com/austria/der-standard/20170410/textview

 

An Hohn und Heuchelei war der Dreck nicht zu überbieten, befand sich Livi zuvor in der Regierung eines brutalen, rassistischen, nationalistischen Apartheidsregimes, welcher erst im letzten Krieg im Gazastreifen wahllos Zivilisten ermordet hatte – auch mit geächteten Phosphorbomben. Die israelische Regierung hat ein handfestes Interesse daran, den syrischen Staat zu zerstören, bombt folglich dort nach Belieben und unterstützt Al-Kaida-Terroristen.

Die PRESSE hatte sich am 10. April 2017 eher mit der US-Regierung und der Person Trump als US-Präsident beschäftigt. Der Zubarbeiter („Mitarbeiter“) Thomas Seibert, der sich die Al-Kaida-Behauptungen von „Giftgas durch Flugzeuge“ zu eigen machte, hatte als deren medialer Handlanger das Problem, dass er nicht um die tatsächliche Position der US-Regierung wusste.

„Die Doktrin der Unberechenbarkeit.“

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5198445/Die-Doktrin-der-Unberechenbarkeit

 

Seibert verzichtete auf eigene Überlegungen und stellte nur Verlautbarungen von US-Offiziellen wie Haley, Tillerson und Murphy aneinander, die teilweise widersprüchlich klangen, ohne an den grundsätzlichen Lügen freilich etwas zu ändern („Bürgerkrieg“, USA hätten sich heraushalten wollen, „Rebellen“ etc.). Unterm Strich fühlte sich Seibert durch Washington nicht mehr informiert, wie es in der Vor-Trump-Ära gewesen war.

Und eine Stelle als „Journalist“, der eigene Text erarbeiten und recherchieren könnte, gibt es bei einem Blatt wie der PRESSE nicht.

 

 

Montag
26
Februar 2018

Der Gesang der US-Marschflugkörper 26.

 

Als letzter Vertreter der PRESSE für den 8. April 2017 (online: 7. April) hier nun das als „Leitartikel“ und „Meinung“ präsentierte Filetstück an Kriegstreiberei und Hetze von Christian Ultsch. Dieser machte bereits in der Überschrift keinen Hehl aus seiner Meinung, dass er den jeglicher rechtlichen und moralischen Grundlage entbehrenden und verbrecherischen US-Raketenüberfall auf Syrien befürwortete.

„Donald Trump handelte ausnahmsweise einmal richtig.“

Ultsch vertrat hier seine Meinung, die wie zufällig die Meinung der USA-Regierung war – die des Täters. Und die begründete ihre Meinung allein mit der lächerlich-fadenscheinigen und unbewiesenen Behauptung, dass die syrische Regierung die Schuld an dem Vorfall in Kan Sheikhoun habe.

Anschließend versetzte sich Ultsch in die Blase dieser Täter, um deren als Rechtfertigung gestreute Meinung als – nicht existierende – Tatsache zu verkaufen.

„Mit dem Militärschlag auf eine syrische Luftwaffenbasis will die US-Regierung Assad von weiteren Giftgasangriffen abhalten.“

Er wollte seinen Lesern auch weismachen, dass der erfundene Vorwand, die ausgeübte Gewalt und das Verbrechen, welches er natürlich nicht als solches bezeichnete, einen Lösungsansatz zu bieten hätte.

„Das kann gelingen.“

Für die emotionale Einstimmung wurde anschließend zum wiederholten Male ein Foto aus dem Hause der Al-Kaida-Propagandatruppe „Weißhelme“ serviert, welche freundlicherweise durch die USA/NATO/EU finanziert wird und als deren Sprachrohre nachweislich, da täglich überprüfbar, unter anderem die PRESSE und Ultsch als Chef der Sektion „Außenpolitik“ fungieren. Es handelt sich um eine Familie.

 

Ultsch und Al-Kaida

Nach dem Sarin endlich ein wenig Sauerstoff unter die Staubmaske. Quelle: Screenshot aus der PRESSE.

 

https://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/5197748/Leitartikel_Donald-Trump-handelte-ausnahmsweise-einmal-richtig

 

Mit der Einleitung hatte Christian Ultsch bereits keinen Zweifel gelassen, dass er, der angeblich unter anderem Völkerrecht studiert haben soll, mit demselben nichts zu tun haben wollte. Zumindest nicht, wenn es Washington von ihm verlangte, als dessen höriger Helfer er sich gebärdete.

„Was wäre die Alternative zum US-Vergeltungsschlag auf den syrischen Luftwaffenstützpunkt gewesen?“, fragte Ultsch heuchlerisch, wobei er gleichzeitig den Aspekt einer angeblichen Vergeltung als Tatsache darstellte. Der Mann schien in seiner ihm aufgetragenen Propagandawelt den Verstand verloren zu haben. In seiner Wahnvorstellung ignorierte er die Tatsache, dass die USA einen Kriegsakt begangen und das Völkerrecht gebrochen hatten. Syrien hatte weder die USA angegriffen noch war deren Beteiligung an dem Vorfall in Khan-Sheikhoun bewiesen worden. Zudem hatten die USA in Syrien nichts zu schaffen. Was sollte somit vergolten werden? „Vergeltung“ hat übrigens in der auf dem Papier bestehenden Rechtsordnung ebenfalls keinen Platz und wird ebenfalls als Verbrechen angesehen.

Das spielte bei Ultsch aber keine Rolle. Seine Kriegsbefürwortung begründete er mit einer Antwort auf seine eigene Frage, in welcher er nochmals klar stellte, dass es sich bei ihm um einen Anhänger des Verbrechertums handelte:

„Natürlich hätten die USA eine internationale Untersuchung des Nervengasangriffs auf das Städtchen Khan Sheikhoun abwarten können. Doch diese Übung wäre garantiert im Sand verlaufen.“

Selten lehnten sich Kriegspropagandisten derartig unverhohlen aus dem Fenster, um einen Krieg oder einen Kriegsakt zu unterstützen. Mord und Todschlag ohne Untersuchung, Gericht und Prozess. Der bezahlte Freund der Lynchjustiz versuchte das Verbrechen mit hellseherischer Fähigkeit zu verteidigen.

„Denn im Sicherheitsrat hat Russland seinem Verbündeten in Damaskus – mit freundlicher Unterstützung Chinas – bisher immer noch verlässlich die Mauer gemacht.“

Das war das, was permanent in Blättern wie der PRESSE zu lesen war, nur hatte dies nur etwas mit Verleumdung und verlogener Propaganda zu tun, doch nichts mit Realitäten. Russland hatte immer eine unabhängige Untersuchung ohne Vorverurteilung einer Partei gefordert, was sich auch anhand der UN-Sitzungen nachzeichnen lässt. Das war aber nicht das, was die Kriegstreiber aus den USA, England und Frankreich wollten und wollen. (Dementsprechend wurde von letzterer Seite und von der OPCW eine Untersuchung vor Ort bis zum heutigen Tage nicht durchgeführt).

Interessant in diesem Zusammenhang eine Stellungnahme des russischen Außenministeriums von Mai 2017, welcher natürlich keinen Eingang in die Westpresse fand:

http://tass.com/politics/947689

 

Weder der PRESSE noch einem Ultsch ging es um Aufklärung. Es fragte auch niemand danach, es fragte niemand, was in Khan Sheikhoun tatsächlich geschehen war. Was zählte, war die Aggression und die mittlerweile unzähligen Kriegsakte der USA und Verbündeten, die es unterwürfig und diensteifrig zu rechtfertigen galt. Am besten mit Schaum vor dem Mund wie ein sabbernder Hund:

„Der Tod von mehr als 80 Menschen durch den Einsatz chemischer Waffen, den das syrische Regime übrigens vehement bestreitet, wäre einmal mehr ungesühnt geblieben.“

Zuerst die Diffamierung der syrischen Regierung zum „Regime“, dann deren Abstreiten für einen Vorfall, deren Urheberschaft nicht bewiesen war, um indirekt genau zu dieser Regierung eine Verantwortung hinzuschieben.

Bei den Teilen der PRESSE-Leserschaft, welche eher über eine schlichte geistige Struktur verfügt, konnte dies funktionieren, indem Informationen über den Krieg, die Kriegsursachen, die Parteien und deren Interessen etc. ausgeblendet wurden. Wofür unter anderem sich auch die PRESSE als zuständig zeigt.

In diesem Sinne wurden weitere Möglichkeiten der Urheberschaft und somit alle anderen direkten und indirekten Kriegsparteien vor Ort, allen voran die verschiedenen von der NATO gestützten Al-Kaida-Formationen und sonstige Söldnerverbände, in einer auffälligen Penetranz tunlichst verschwiegen. Es ist geradezu entlarvend, dass auch kein einziger der angeblichen „Redakteure“ oder gar „Journalisten“ in den vermeintlichen „Qualitätsmedien“ auf eine nahe liegende Möglichkeit öffentlich gekommen wäre: die Möglichkeit, dass die Terroristen von Al-Kaida selbst mit Giftgas auf dem von ihnen besetzten Areal gepanscht haben könnten. Man könnte ja mal fragen.

Goebbels hätte damals in Berlin seine helle Freude an Mitarbeiter gehabt, welche nach Bombenteppiche schreien, um in einem fremden Land, für welches zufällig ein nachweisliches Interesse beim Aggressor besteht, einen von dessen Proxys gezeigten unbewiesenen Vorfall ja nicht „ungesühnt“ zu lassen. Das war der Klassiker der Kriegshetze und Kriegstreiberei schlechthin.

Ultsch heuchelte erneut eine Frage in den Raum, als wäre seine Unterstützung für Verbrecher bei potentiellen PRESSE-Lesern nicht deutlich genug gewesen:

„Wäre das die bessere Alternative gewesen?“

Das muss man sich auf der Zunge zergehen lassen. Ultsch fragte tatsächlich, ob eine friedliche Lösung, sprich: erst einmal eine Untersuchung über den Vorfall anzustellen, die bessere Alternative gewesen wäre. Ja, diese Frage hatte er ja mit der Behauptung, dass die Russen angeblich blockieren würden, bereits beantwortet gehabt. Aber nicht die Frage, warum eine unabhängige Untersuchung nur an den Russen scheitern konnte.

Aber auch hier: es ging und geht nicht um Aufklärung, es geht darum, einen für die Drahtzieher vorteilhaften Krieg und unendliches Elend zu verkaufen. Daher verwendete Ultsch eine Suggestivfrage, um seine Kriegshetze auf eine emotionale Schiene zu transportieren.

„Oder hätte tatenloses Zusehen die Verantwortlichen für das Giftgasmassaker nicht vielmehr dazu angespornt, die Dosis beim nächsten Mal noch zu erhöhen?“

Die Mittel der Hetze schienen hier limitiert, denn der verlogene Spin offenbarte nur, dass Ultsch allein der Behauptung der US-Regierung folgte. Die Verantwortlichen standen allerdings nicht fest, folglich fiel somit das „tatenlose Zusehen“ aus. Wäre eine Terrorformation wie die Nusra-Front als Urheber verdächtigt worden, wäre diese dann auch sogleich mit US-Bomben eindeckt worden? Ja?

Nein, die international anerkannten Terroristen wurden groteskerweise nicht einmal verdächtigt. Diese stützen sich nach wie vor auf das Wohlwollen ihrer westlichen Unterstützer in Politik, Kapital, Militär und deren Massenmedien, sie morden, rauben, vergewaltigen und hantieren mit TOW-Panzerabwehrraketen aus den USA.

Ultsch verbiss sich wie ein Sekten-Prediger an den Willen, den Österreichern US-Verbrechen und den Krieg schmackhaft zu machen, und redete dann von einer angeblichen Indizienlage. Die Bedeutung der Begriffe wie „Indiz“ und „Beweis“ verschwammen ineinander, als hätten wir es mit einem Idioten zu tun.

„Donald Trump hat ausnahmsweise richtig gehandelt. Alle Indizien deuten darauf hin, dass Syriens Regime hinter der Giftgasattacke auf das Rebellengebiet der Aufständischen in der Provinz Idlib steckt.“

Nach der Sichtweise Washingtons wechselte Ultsch nun ins Lager der US-gestützten Proxy-Truppen nach Idlib. Denn die Indizien wurden ausschließlich von Al-Kaida geliefert. Schlecht dargestellte „Indizien“ von Terroristen sollten zudem ungeprüft als Argument (für Kriegsakte) dienen. Die Quelle der angeblichen Indizien wurde nicht weiter beleuchtet, sondern sogleich auf einen russischen Erklärungsversuch umgeschwenkt.

„Die russische Erklärungshilfe, wonach syrische Kampfflugzeuge zufällig ein Nervengasdepot der Aufständischen getroffen hätten, nimmt sich doch etwas hanebüchen aus.“

Zweifellos war zu diesem Zeitpunkt die Angabe von russischer Seite ebenfalls unbewiesen, was Ultsch allerdings nicht daran hinderte, die russische Erklärung in Zweifel zu ziehen – nicht aber die Angaben von Al-Kaida. Die gab es auch bei Ultsch nicht, der die Terroristen wie seine Kollegen verschwinden ließ. Stattdessen durfte etwas spekuliert werden, um eine Täterschaft des syrischen Militärs dem kaum verehrten PRESSE-Leser nahe zu legen.

„Augenscheinlich ist es Bashar al-Assads Getreuen gelungen, Sarinbestände vor dem Zugriff internationaler Inspektoren zu verstecken. Vielleicht war die Arbeit der Organisation für das Verbot chemischer Waffen am Ende leider nicht ganz friedensnobelpreiswürdig.“

Anschließend folgte eine besonders fette Lüge, um die Spekulationen zu unterstützen und die Kriegseskalation weiterhin unter Dampf zu halten.

„Im Spätsommer 2013 war Trumps Vorgänger, Barack Obama, im letzten Moment vor einem Militärschlag zurückgeschreckt, obwohl das syrische Regime die berühmte rote Linie durch einen Giftgasangriff auf einen Vorort von Damaskus überschritten hatte.“

Was hatte Ultsch hier mitteilen wollen? Dass bereits eine Gelegenheit des totalen Krieges und der Vernichtung Syriens verpasst worden war? Und was hatte ein Vorfall mit der Urheberschaft eines anderen Vorfalles zu tun? Ultsch versuchte hier, verschlagen und verkommen wie er ist, eine bösartige Vorverurteilung zu zementieren, indem er eine Täterschaft der syrischen Regierung hinsichtlich des Giftgas-Vorfalles in Ost-Ghouta 2013 herbeilog. Eine Lüge, die monatelang durch die westliche Massenmedien wiederholt worden war, um den ersehnten US-Bombenteppichen und noch mehr Massakern Vorschub zu leisten, an dessen Ende die Kapitulation Syriens und der Sieg Al-Kaidas und anderer Söldnerproxys stehen würde.

Interessanterweise hatte Ultsch damals noch, im August 2013, in einem Kommentar fehlende Beweise für eine Urheberschaft der einen oder anderen Seite ausgemacht.

https://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/1444906/Die-Angst-vor-Assads-Sturz

 

Zur Erinnerung: die Situation war im Jahre 2013 ähnlich gewesen wie jene im April 2017, auch die Akteure sind die selben. Der US-Präsident Obama, dessen Regierung mit Verbündeten einen nicht erklärten, verdeckten Krieg gegen Syrien führte, hatte bei einer Gelegenheit 2012, als die von ihm unterstützten Söldner- und Al-Kaida-Formationen bei ihrer Zerschlagung des Staates Syrien ins Stocken geraten waren, diese berüchtigte „rote Linie“ gezogen. Das heißt, er hatte einen Kriegsanlass vorgezeichnet, sollten – ausschließlich die syrische Regierung – geächtete Kampfmittel eingesetzt werden. Mit denen übrigens die USA gemäß ihres doppelten Standards nie ein Problem hatte, wenn sie von den eigenen Militärs eingesetzt wurden. Das war eine Steilvorlage für den Terror gewesen.

Die Geschichte war von Anfang an fadenscheinig wie kriminell gewesen, fand aber einen für die Kriegstreiber glücklichen Ausgang, weil dann dieser Einsatz geächteter Kampfmittel und das Überschreiten der selbst gezogenen „roten Linie“ tatsächlich erfolgte, ja, erfolgen musste. Von Anfang an war deutlich gewesen, wer von diesem Vorfall mit anscheinend zahlreichen Opfern ganz sicher nicht profitierte: die syrische Regierung.

Unter der akuten Androhung eines offenen US-Angriffskrieges war der syrische Staat auch von Anfang an nicht in der Lage gewesen, den Medienkonzernen der Aggressoren medial etwas entgegenzustellen, und sei es nur eine Gegendarstellung der Ereignisse. Die Vorverurteilung und Kriegshetze der westlichen Medienhäuser war flächendeckend gewesen, während gleichzeitig die Terrorformation „Nusra-Front“ als Akteur an der Front aus dem Spiel genommen worden war. Umbenannt zu „Rebellen“ und „Opposition“ waren diese Terroristen über jeden Zweifel erhaben gewesen. Zumindest wurde dies so verkauft.

Verkauft wurde den westlichen Medienkonsumenten auch die Geschichte eines wahnsinnigen Diktators, der in der NATO-Phrase „sein eigenes Volk hinmordet“ und sich dabei angeblich auch noch eher untauglicher Mittel bedient haben soll, um politisch und moralisch ganz sicher schlecht dazustehen, den US-Bombenteppich förmlich herbeibettelnd und gleichzeitig Al-Kaida propagandistisch zu stärken. Und weil er einfach nur irre gewesen sein soll, ein typischer Diktator eben, hatte er ein UN-Untersuchungsteam wegen eines vorherigen Giftgasvorfalles für eine Untersuchung ins Land gerufen, um ausgerechnet während ihrer Anwesenheit, unter ihren Augen quasi, noch einmal ein hübsches Gasfeuerwerk anzuzünden.

Das ist die Geschichte, die von Ultsch und seinen Komplizen permanent verbreitet wurde und noch wird, mochte sie auch noch so dämlich und unglaubwürdig sein. Die UN-Gruppe, welche danach den Tatort untersucht hatte, hatte nie eine Urheberschaft festgestellt, was wir bereits erwähnt hatten.

http://undocs.org/A/68/663

 

Eine Januar 2014 veröffentlichte Untersuchung des UN-Waffeninspektors Richard Lloyd und Theodore Postol, Professor an der Massachusetts Institute of Technology ergab, dass die die mit Gas gefüllten Geschossen nur aus von „Rebellen“ (Al-Kaida) besetzten Gebieten abgeschossen worden sein konnten.

https://s3.amazonaws.com/s3.documentcloud.org/documents/1006045/possible-implications-of-bad-intelligence.pdf

 

Unbedingt sei hier auch auf den Artikel des bekannten Journalisten Seymor Hersh verwiesen, welcher neben den dargebotenen Informationen nebenbei deutlich macht, dass seine Berufsauffassung mit jener von – beispielsweise – Ultsch sich enorm unterscheidet.

https://syriensgeschichteundgegenwart.com/2015/11/08/pulitzerpreistraeger-seymour-m-hersh-ueber-den-giftgas-anschlag-vom-21-august-2013-in-syrien/

 

Dessen unbeeindruckt, versuchte Ultsch mit dem Mittel der Unterschlagung von Informationen die (auch) von ihm verbreitete Lüge mit einem eher harmlos klingenden Halbsatz zu festigen.

„Im Gegenzug drängten die Russen Assad, seine Chemiewaffen auszuhändigen…“

Denn in dem hier deponierten verlogenen Kontext blieb der Eindruck bestehen, dass Russlands diplomatisches Manöver der möglichen Täterschaft der syrischen Regierung geschuldet sein könnte. Dem war allerdings nicht so, da auch Russland über keine Beweise für die Urheberschaft des Vorfalls verfügt haben kann. Russland hatte nur versucht, die von den USA angedrohte endgültige Kriegseskalation abzuwenden. Die Entwicklungen innerhalb der US-Regierung, der Militärs und Geheimdienste, welche auf der transatlantischen Seite den Angriff verhindert hatten, wurden von Ultsch unterschlagen.

Das konnte musste unter Vorsatz geschehen, denn nur mit dieser Rhetorik konnte er seine Verleumdung deponieren:

„… – offensichtlich nicht alle.“

Den weiteren Dreck von Ultsch wollen wir hier nicht weiter kommentieren und möchten stattdessen zum Abschluß mit WikiLeaks eine Quelle präsentieren, welche anhand privater „Kabels“ bestimmte Vorgänge durch US-Beamte und Komplizen belegt: das Ziel, den Staat Syrien zu unterminieren, in Schwierigkeiten zu bringen, zu provozieren, bei den Verbündeten zu deskreditieren, das Sekteriertum zu forcieren usw., um letztlich deren Regierung zu stürzen.

Es ist ungeheuer wissenswert, sich diese Leaks zu Gemüte zu führen.

http://www.truth-out.org/progressivepicks/item/33180-wikileaks-reveals-how-the-us-aggressively-pursued-regime-change-in-syria-igniting-a-bloodbath

 

Ein derartiges Blutbad, welches dann über Syrien hereinbrach, mochte nicht geplant gewesen sein, wurde aber wie immer in Kauf genommen. Die Kriegstreiber im Westen und am Golf hatten damit gerechnet, dass der syrische Staat bei ihrem großen Einsatz an subversiven Tätigkeiten, Massen an Söldnern und Al-Kaida-Terroristen, Logistik, Aufklärung, Geheimdienstarbeit, wirtschaftlichen Strangulierung, Fluchtbewegungen und einer Armee von Meinungsmachern und Kriegshetzern in kurzer Zeit zusammenbrechen würde.

Dieses Mal hatte es nicht funktioniert. Und dennoch hält der Krieg in Syrien immer noch an.

 

Nachtrag vom 14. Februar 2018:

Vor einiger Zeit gab es eine Werbe-Kampagne der PRESSE, in wecher auch Christian Ultsch seinen Auftritt hatte.

 

Verbrecher Ultsch

Quelle: Screenshot von der Werbekampagne der österreichischen Tageszeitung „Die PRESSE“. 

 

Das muss man ihm schon lassen: „Klartext“ hatte er geredet, und der Leser sollte über ihn nun Bescheid wissen, sollte er dies bis dahin aus uns unbekannten Gründen nicht geschafft haben.

Was seine Kriegshetze mit „redaktionellem Journalismus“ zu tun haben soll, wie im Kleingedruckten noch kenntlich, bleibt allerdings schleierhaft.

Bei dieser Gelegenheit hier noch ein aktueller Artikel von „SPIEGELKABINETT“, welcher Kriegshetze in der deutschen FAZ bloßstellt.

http://spiegelkabinett-blog.blogspot.co.at/2018/02/das-recht-des-starkeren-faz-fordert.html

 

Es sind nur Beispiele für ein flächendeckendes, tägliches Mördergeschäft in den westlichen Massenmedien.

 

Dienstag
13
Februar 2018

Der Gesang der US-Marschflugkörper 25.

 

In der Printausgabe der PRESSE vom 8. April 2017, online bereits am 7. April verfügbar, versuchten sich die Hobby-Strategen Wolfgang Greber und Jutta Sommerbauer an etwas, das sie als „Analyse“ verkaufen versuchten.

Vorweg gab es ein Schaubild, um die potentielle Leserschaft einzustimmen. Der Informationsgehalt war allerdings recht dürftig, dafür wurde wieder einmal die Gelegenheit genutzt, um eine erste Kriegspropaganda zu platzieren.

 

Greber-Sommerbauer-Schaubild

Screenshot, PRESSE, 7. April 2017.

 

Die syrische Armee, die SAA, war auf der Abbildung nirgends zu entdecken. Stattdessen sollen in Syrien „Assad-Truppen“ operieren, was den Eindruck erwecken sollte, es würde sich hierbei um dessen persönliche Leibgarde handeln. Das war natürlich falsch, denn bei der syrischen Armee handelt es sich um eine die Armee des Staates Syrien, welche ihre Heimat verteidigt.

Dieser bewussten Verunglimpfung durch die Aggressoren und ihren medialen Sprachrohren wurde wie üblich die Verharmlosung der Al-Kaida-Terroristen gegenübergestellt, die als „Rebellen/Opposition“ bezeichnet wurde. Sogar aus den Terror-Söldnern des „IS“ wurden nur „Kämpfer“.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197705/Russlands-Luftabwehr-blieb-passiv

 

„Die erste Reaktion aus Moskau war entrüstet, aber nicht von großer Härte und ohne Androhung drakonischer Folgen“, schrieben Greber/Sommerbauer, gänzlich gefeit gegenüber jeglicher Form einer Entrüstung aufgrund der Kriegseskalation durch die USA. Da Russland auf „drakonische Folgen“ verzichtete, wurde von dieser Seite her offensichtlich deeskalierend gewirkt, was allerdings nicht gesondert herausgestellt wurde. Greber/Sommerbauer zitierten den richtigen Rechtsstandpunkt durch den russischen Regierungssprecher Peskow und berichteten über eine Reaktion Russlands: das Aussetzen der Vereinbarung bezüglich des Luftraumes.

„Peskow gab freilich zu, man sei vom Angriff vorab informiert worden.“

Bei dem russischen Sprecher handelte es sich nicht um einen Dieb, der etwas zugeben musste. Greber/Sommerbauer hatten hier nur sprachlich versucht, der von Peskow getätigten Aussage ein negatives Gefühl beizugeben. Für den Inhalt dieser Aussage und den daraus abzuleitenden Rückschlüssen, schienen die beiden Lohnschreiber offensichtlich auch gemeinschaftlich zu dumm. Sie hielten sich streng an den Propagandaplot, der „freilich“ auch mit Verzerrungen arbeitete.

„Russlands Präsenz im Land gründet sich in Moskaus Augen auf eine Einladung von Präsident Bashar al-Assad, der dank Moskaus Schützenhilfe seine Kontrolle über bestimmte Teile Syrien ausbauen konnte.“

Greber/Sommerbauer versuchten hier, die Legalität der russischen Militärs in Syrien in Zweifel zu stellen. Nur hat dies mit der Sicht Moskaus nichts zu tun, sondern entspricht den internationalen Gesetzen. Der widerrechtliche Aufenthalt von Nato-Truppen und Terror-Fomationen wie Al-Kaida wurde dagegen nicht angesprochen.

„Doch in naher und mittlerer Zukunft könnte Assads Machtbeharren für den Kreml zum Problem werden“, orakelten Greber/Sommerbauer. Dass sich der legitime syrische Staatschef der ausländischen Invasion widersetzte, deren offen kommuniziertes Ziel der Staatstreich war, wurde auf dümmliches „Machtbeharren“ reduziert.

Ähnlich dümmlich setzte sich der Artikel fort. Zuerst wurde der russische Außenminister Lawrow angeführt, welcher sich an den 2003 gegen den Irak geführten Krieg durch die USA, England und ihre Verbündeten erinnert fühlte, dann wurde die Feststellung getroffen, dass die damalige US-Regierung von George W. Bush ihren Angriffskrieg („Invasion“) mit „vermuteten Chemiewaffen begründet“ hatte.

„Belege dafür erwiesen sich später als falsch.“

Eine Million Menschen tot, eine weitere körperlich und seelisch verstümmelt, das Land zerstört und ausgeraubt. Die Verantwortlichen und Mörder stehen bis zum heutigen Tag nicht vor Gericht. Dies wurde auch durch Medien wie die „PRESSE“ bislang nie gefordert. Diese Forderungen hatten sich – wie entlarvend – immer nur auf die Gegner des USA und seiner Handlanger beschränkt.

Obwohl hier ein Beispiel – eines von sehr vielen – vorlag, bei welchem ein Angriffskrieg nach Platzierung von Lügen und Täuschungen geführt worden war, sahen sich Greber/Sommerbauer nicht dazu befähigt, daraus einen Rückschluß zu ziehen geschweige denn eine primitive Überlegung anzustellen.

„Diesmal haben die USA Syrien wegen des mutmaßlichen Giftgasangriffs durch dessen Luftwaffe bombardiert.“

Das war alles. Danach wurde sofort wieder der Propaganda-Modus aktiviert.

„Moskau vertritt die Position, dass der Angriff auf Idlib durch die Regimeseite nicht bewiesen ist.“

Die syrische Regierung wurde wie gewohnt als „Regime“ diffamiert, während „Moskau“ als eine Partei dargestellt wurde, welche eine bestimmte Position inne haben würde. Das war falsch, denn die Urheberschaft des Giftgasvorfalles bzw. des dargestellten Szenarios war tatsächlich nicht bewiesen. Greber/Sommerbauer entblödeten sich nicht, ihre propagandistische Formulierung mit einem „Mutmaßlich“ zu konterkarieren. Es kam aber noch dümmer, denn die Mittel der faktenfreien Propaganda waren für die Autoren offensichtlich begrenzt.

Das Unterschlagen von Al-Kaida in der Provinz Idlib war das eine, das Spekulieren das andere.

„Sollte das aber so sein, heißt das, dass Moskau Damaskus nicht unter Kontrolle hat.“

Nur heißt das eben nichts. Das einzige, was sich ableiten ließe ist, dass Moskau die Schreiberlinge wie Greber/Sommerbauer nicht unter Kontrolle hat. Denn die setzten noch eine als Frage gestaltete Spekulation auf die vorherige auf.

„Womöglich erklärt das die abwartende Reaktion.“

Da fragt man sich, was Greber/Sommerbauer erwartet hatten. Den totalen Krieg? Russland hatte bei der UNO sofort eine Protestnote eingebracht, Russland hatte auch das Luftabkommen ausgesetzt. Und: bei Russland handelt es sich – im Gegensatz zu den USA und dessen Verbündeten – nicht um den Aggressor.

Offensichtlich hatten Greber/Sommerbauer außerdem mit dem Umstand ein Problem, dass die USA zuvor Russland über ihren Raketenüberfall informiert haben wollen. Sie wurden nicht schlau aus dieser Situation.

„Wie lange vorher die USA den Angriff angekündigt hatten, blieb unklar. Die Rede war von 30 Minuten, was wenig glaubwürdig scheint, bis zu mehreren Stunden. Immerhin galt es auch, Russen, die bekanntermaßen auf der al-Shayrat-Basis sind, sowie dort laut Informanten des Militärmagazins „Jane’s Defence“ abgestellte russische Helikopter zu verschonen.“

Auf die Idee, dass Vertreter der USA und Russlands hinter den Kulissen eine Vereinbarung getroffen haben könnten, um die Kriegshetzer in Politik, Wirtschaft, Militär und Medien kurzzeitig zu befriedigen und um den US-Präsidenten Trump bei seinem offensichtlichen Kurswechsel in Nahost vor allem innenpolitisch zu stützen, kamen die Lohnschreiber nicht. Oder sie ignorierten diese Überlegung, nachdem sie jahrelang gewohnt waren, nach Washingtons Kriegspfeiffen zu tanzen.

Den größten Raum nahmen in dem Artikel schließlich Überlegungen zu den US-Marschflugkörpern und der russischen Luftabwehr ein, was uns hier aber nicht weiter tangieren soll.

 

Freitag
02
Februar 2018

Der Gesang der US-Marschflugkörper 24.

 

Der Schreibtischtäter und Kriegspropagandist Martin Gehlen durfte gemeinsam mit Duygu Özkan für die PRESSE-Ausgabe vom 8. April 2017 ein zweites Propagandastückchen veröffentlichen. „Die Türkei und Saudiarabien zollen US-Militärschlag Beifall“, hieß der Artikel, welcher eine logische Reaktion beinhaltete.

Gehlen/Özkan malten zuerst ein zerstörerisches Bild von der syrischen Luftwaffenbasis Al-Shayrat aus, dann ließen sie den syrischen Präsidenten zitieren:

„Diktator Bashar al-Assad ließ verlauten, der US-Angriff sei „verrückt und unverantwortlich.““

Das vorangestellte Attribut „Diktator“ sollte mal wieder dazu dienen, die Legitimität des Präsidenten Assad in Frage zu stellen, welche, wie wir wissen, vor dem Krieg nie in Frage gestellt worden war. In diesem Kontext gesetzt, sollte dessen Meinung einen eher lächerlichen Eindruck gewinnen. Denn dieser Mann, dieser Diktator, hatte zumindest teilweise recht mit seiner Meinung. Nur verrückt war der US-Angriff nicht gewesen, dieser war einem Kalkül gefolgt. Wie der westliche Medienkonsument nach jahrelangem Dauerfeuer schließlich weiß, hat das Verrückte nur der Diktator gepachtet. Selbstverständlich ausgenommen „unsere“ Diktatoren“.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197724/Die-Tuerkei-und-Saudiarabien-zollen-USMilitaerschlag-Beifall

 

Nach dieser Einleitung wurde zum wiederholten Male das Narrativ herbei gelogen, dass die USA in und gegen Syrien kaum involviert wären, es sich zudem angeblich um einen Bürgerkrieg handeln würde.

„Mit ihrem nächtlichen Beschuss griffen die USA zum ersten Mal seit 2011 aktiv in den Bürgerkrieg ein, nachdem drei Tage zuvor wohl die syrische Luftwaffe die Ortschaft Khan Sheikhoun mit Giftgasgranaten beschossen und 86 Menschen getötet hatte.“

Wie das bisherige „passive“ Eingreifen der USA ausgesehen haben soll, wurde nicht genannt. Selbst ein politischer und wirtschaftlicher Krieg wurde und wird aktiv geführt, die Ausbildung, Ausrüstung und Finanzierung von Proxy-Truppen (und Terroristen) ebenfalls. Gehlen/Özkan waren darum bemüht, die Kriegsbeteiligung der USA verschwinden zu lassen, um den Kriegsgegner, die personifizierte Regierung Syriens, als „Schuldigen“ zu isolieren und darzustellen. Die Tatsache, dass die USA seit 2014 widerrechtlich in Syrien bomben und mit Spezialkommandos operieren, wurde gleichfalls verschwiegen.

Bei der Urheberschaft des Giftgasvorfalles in Khan Sheikhoun schien sich aber nun eine kleine Unsicherheit eingestellt haben, schrieben sie, dass „wohl“ die syrische Luftwaffe dafür verantwortlich wäre. Es gab ja auch keinen Beweis, was die Autoren dennoch nicht daran hinderte, gemäß der Propaganda von Al-Kaida und den USA in krimineller Absicht ins Kriegshorn zu blasen. Deren Verbrechen wurden gleichzeitig verharmlost.

„Der Angriff war als Warnschuss gegen Assad gedacht.“

Sagt wer? Sagt die USA-Regierung. Deswegen plapperten dies unreflektiert Gehlen/Özkan nach, ohne sich mit der Tragweite des Geredes auseinanderzusetzen. Ein nächtlicher Raketenüberfall auf ein anderes Land, welches sich außerdem in Bündnis mit einem Atomwaffenstaat befindet; nur ein „Warnschuss“, sonst nichts. Wer war hier nun verrückt? Der von den Aggressoren als „Diktator“ verunglimpfte und angegriffene Staatschef, der den Angriff als „unverantwortlich“ bezeichnete, oder der Angreifer mit einer unbewiesenen Behauptung? Einschließlich natürlich all jener, welche die US-Meinung hörig weiterverbreiteten?

An der Klärung der Situation bestand wie immer bei Kriegsanlässen bei den Aggressoren und ihren Handlangern kein Bedarf. In diesem Fall reichte die Meinung der US-Regierung vollkommen aus, verbreitet über die modernen Volksempfänger. Dazu gehören die Meinungen ihrer Medienhelfer wie Gehlen & Co., die immer wieder die Legende zu spinnen versuchen, dass die USA mit den zahllosen Kriegen eigentlich gar nichts zu tun haben wollen.

„Washington will sich weiterhin nicht in den Krieg hineinziehen lassen…“

Das war eine glatte Verdrehung der Tatsachen und eine sich bei Aggressoren ständig wiederholende Behauptung der Kriegspropaganda.

„…hofft jedoch darauf, dass der Angriff einen Schockeffekt bei dem Regime in Damaskus und seinen Verbündeten in Moskau und Teheran hinterlassen hat – und die Verhandlungsbereitschaft steigt.“

Verhandlungsbereitsschaft mit Gewalt und „Schock“? Verhandlungsbereitschaft hinsichtlich was? Gehlen und Özkan erklären nicht, sie interpretieren wie Wahnsinnige das, was ein Wahnsinniger in Washington gedacht haben könnte. Denn weder wissen sie darum noch hatte dies jemand in Washington verlautbart.

„Nachdem die Trump-Regierung noch in der Vorwoche durch Tillerson ihre Abneigung gegen einen Sturz des Regimes in Damaskus signalisiert hatte, erklärte der US-Präsident Mitte der Woche nun, Assad habe eine rote Linie überschritten.“

Das war Hofberichterstattung. Echte Jounalisten würden diesen Umstand näher zu beleuchten zu versuchen, drängte sich doch die Frage auf, welches Motiv die syrische Regierung haben sollte, die ersten Entspannungssignal der US-Regierung sogleich zuwiderzulaufen, wissentlich, dass die Kriegstreiber in Washington genau auf diese Gelegenheit warten würden?

Zu kompliziert für Gehlen/Özkan, welche ihre „Informationen“ ausschließlich durch die US-Regierung speisten. Aber nicht zu kompliziert, um ihre eigene dümmliche Spekulation mit einer noch dümmeren Überlegung zu garnieren.

„Offenbar hofft das Regime, dass Trump es bei dieser einmaligen Militäraktion belässt. Darum will man den US-Präsidenten nicht weiter reizen.“

Das sollte zweifellos niemand, Millionen von Toten und Dutzende umgepflügte, zerstörte und ausgeraubte Länder legen Zeugnis davon ab. Deswegen „reizt“ auch niemand. Und weil niemand „reizt“, müssen diese Reize erfunden und durch das Verbrecherpack in den Massenmedien verkauft werden. 

Der einzige Satz von Gehlen/Özkan, welcher der Richtigkeit entsprach, war folgender:

„Die Reaktionen im Nahen Osten entsprachen den üblichen Frontstellungen.“

Russland und der Iran verurteilten den US-Angriff richtigerweise als einen Akt der Aggression gegenüber einer souveränen Nation“. Das entsprach auch der internationalen Rechtsordnung. Die verbrecherischen Regierung der Aggressoren wie Saudi-Arabien, Israel und die Türkei bekamen mit ihren Meinungen allerdings ungleich mehr Raum – mit Meinungen abseits jeglicher Rechtsgrundlage.

Gehlen/Özkan wussten anschließend neues zu berichten:

„Ankara bereitet sich offenbar selbst auf eine weitere Operation in Syrien vor.“

Die Türkei operiert also mit ihren Truppen in Syrien. Für Gehlen/Özkan war das offenbar irgendwie normal, sie hatten dazu nichts anzumerken.

„Erst Ende März hat das türkische Militär die Operation Schutzschild Euphrat beendet, nachdem der Islamische Staat und kurdische Gruppen teilweise von der türkischen Grenzregion zurückgedrängt worden sind.“

Der Aggressor Türkei, welcher in Syrien Krieg führt, ist allerdings der selbe Staat, welcher bislang die Jihadi-Söldner des sog. „IS“ zuvor reichlich unterstützt und versorgt hatte. Diese Tatsache sollte unter allen Umständen nicht verbreitet werden, weil die offizielle Geschichte auf der Lüge beruhte, dass es sich beim „IS“ quasi um eine selbständige Formation handeln würde.

„Das erklärte Ziel der nächsten Militäroperation ist die Stadt Manbij im Norden des Bürgerkriegslandes, unweit von al-Bab, wo das Zentrum von Schutzschild Euphrat lag. In Manbij haben kurdische Truppen den IS verdrängt.“

Gehlen und Özkan nun auch als Hofberichterstatter Erdogans. Es waren kurdisch-arabische Verbände der SDF gewesen, welche die türkischen Proxy-Truppen in Gestalt von „IS“ vertrieben haben. Für derlei Kleinigkeiten hatte die Vorgabe offenbar keinen Raum mehr gehabt.

 

 

 

 

 

 

 

Freitag
26
Januar 2018

Der Gesang der US-Marschflugkörper 23.

 

Zur weiteren Dokumentation nun wieder die PRESSE, hier mit der Druckausgabe vom 8. April 2017. Das in Österreich hergestellte Blatt bot zu dem Thema vier Artikel sowie einen an Widerwärtigkeit kaum zu überbietenden „Leitartikel“ auf.

Der erste Artikel stammte von Oliver Grimm und nannte sich „Trumps syrische Warnung“. Grimm erzählte hier von der angeblichen Wirkung des US-Raketenangriffs auf der syrischen Luftwaffenbasis Al-Shayrat und von dem, was die US-Regierung dazu zu sagen hatte. Er fügte dem nichts neues hinzu, sondern konzentrierte sich allein auf die Meinung der USA. Eine andere Seite, um wenigstens so etwas wie eine Ausgewogenheit zu simulieren, fand genau so wenig statt wie die juristische Betrachtung eines vorliegenden Verbrechens.

Innerhalb von Mord und Totschlag war es Grimm dagegen wichtig zu fragen, ob der Täter, US-Präsident Trump, eine Sichtweise geändert haben könnte. Dies führte in weiterer Folge zur erneuten Verletzung jeglicher journalistischer Grundstandards:

„Trump bezog sich in seiner kurzen Stellungnahme in der Nacht zum Freitag ausschließlich auf den Chemiewaffeneinsatz durch die Streitkräfte von Präsident Bashar al-Assad.“

Grimm hatte hier das Wörtchen „mutmaßlich“ vergessen, um sich von der unbewiesenen Behauptung des Aggressors USA abzugrenzen. Nun, Grimm hat ohnehin mit Jounalismus nichts zu tun, und für eine Hofberichterstattung existieren nur die Anordnungen des Dienstgebers. Und dies hieß: verkaufe deren Meinung als Tatsache.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197746/Trumps-syrische-Warnung

 

In seiner moralischen Erbärmlichkeit freute sich Grimm über ein Bild, welches er wie ein ahnungsloser Idiot herbei phantasierte:

„Außenpolitisch machte Trump klar, dass er die Verletzung sicherheitspolitischer roter Linien mit Gewalt zu ahnden bereit ist – anders als sein Vorgänger Obama.“

Bevor wir es vergessen: hier ging es um einen mit Vorwand durchgeführten Kriegsakt der USA und um die Verschärfung einer Eskalationsspirale, in welcher unter anderem der Atomwaffenstaat Russland gegenüber saß. Grimm huldigte seinen kriegsgeilen Law-and-Oder-Herren in Übersee mit Übereifer:

„Die Regime in Pjöngjang und Teheran – Trumps erklärte Erzfeinde – dürften nun einiges zu bedenken haben.“

Grimm in heller Freude bei dem Anflug von Gewaltphantasien, die seine Mentoren in Übersee durchaus auszuleben pflegten – ungestraft. Da durfte auch die Erwähnung der US-Botschafterin Haley nicht fehlen, die weitere Luftschläge angedroht hatte, als wäre das irgendwie gesellschaftsfähig und nicht kriminell.

Der „Korrespondent“ blieb am Ende seiner Parteinahme den Hinweis nicht schuldig, dass es sich bei seiner Person um nichts weiter als einen durch und durch verkommenen Kriegspropagandisten handelte.

„An der Fähigkeit des Assad-Regimes, Chemiewaffen gegen die eigenen Bürger einzusetzen, hat der Angriff auf Shayrat nichts geändert.“

Es beinhaltete einerseits die Lüge, dass Syrien Giftgas eingesetzt habe, und andererseits das ständig wiederholte verlogene Narrativ, dass die syrische Regierung angeblich ihre eigenen Bürger bekriegen und ermorden würde. Dies dient bekanntlich als Begründung für den gegen Syrien geführten Krieg mit Terroristen. 

 

 

Nach Grimm durfte Martin Gehlen den nächsten kriegstreiberischen Artikel in der PRESSE platzieren, der bereits in der Überschrift scheinheilig fragte: „Woher hat Assad das Giftgas?“ (Gemäß der Druckausgabe; online hieß der Artikel noch „Woher hat Syriens Regime seine Giftgas-Bestände?“).

So funktioniert verbrecherische Kriegspropaganda: zuerst der Versuch, die syrische Regierung mit der Bezeichnung „Regime“ zu delegitimieren, dann die Unterstellung, dass diese mit Giftgas-Vorfall in Khan-Sheikhoun etwas zu tun hatte. Die Fragestellung suggerierte hier eine Tatsache, die niemals festgestellt worden war.

Gehlen betrieb sein schmutziges Handwerk mit Nachdruck, indem er seine potentielle Leserschaft mit einer entsprechenden Unterzeile und dem gleichen Muster weiter einzustimmen versuchte.

„Eigentlich hätte Diktator Assad seine Chemiewaffendepots leeren sollen – doch immer mehr deutet darauf hin, dass das Regime seine Bestände zurückgehalten hat.“

Zuerst der „Diktator“, um die syrische Seite mit negativen, unrechtmäßig wirkenden Attributen zu versehen, dann eine Behauptung als Andeutung. Es gab keine Andeutung, von einem Beweis ganz zu schweigen.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197494/Woher-hat-Syriens-Regime-seine-GiftgasBestaende

 

In der Druckausgabe hatte es eine andere, aber ähnlich gelagerte Unterzeile gegeben:

„Laut Experten handelt es sich um Sarin-Restbestände, die Damaskus versteckt hielt.“

Diese Behauptung konnte und kann nicht belegt werden, sie diente aber einer Schuldzuweisung. Wer waren diese „Experten“?

 

Weißhelm-Al-Kaida-Gehlen

Screenshot: PRESSE. Ein gestelltes Bildexemplar aus dem „Mediencenter Idlib“ von Al-Kaida, welches bereits am 4. April eiligst über die westlichen Nachrichtenagenturen verteilt worden war.

 

Bildsprache 3

Foto: wie angegeben. Der Fotograf Ammar Abdullah hatte zuvor für hübsche Al-Kaida-Fotos aus Aleppo gesorgt. Angeblich seriöse Medien wie die PRESSE haben kein Problem damit, Propaganda von Terroristen zu verbreiten. 

 

 

 

Online wurde von der PRESSE ein Foto beigestellt, dessen Herkunft mit „Reuters“ angegeben wurde, die offenbar das Bildrecht erworben hatte. Es zeigt einem Man der unter anderem durch England finanzierten Al-Kaida-Organsisation „Weißhelme“ mit einer Sauerstoffmaske. Dieser Mann soll angeblich mit Giftgas in Kontakt gekommen sein, mit Sarin, wie behauptet wurde, mit der sich mit der lächerlichen Staubmaske geschützt haben will. Das versuchte zumindest Al-Kaida-Fotograf Ammar Abdullah darzustellen. 

Gehlen schrieb, dass sich die westlichen Aggressoren („US-Regierung und ihre westlichen Verbündeten“) in der Schuldfrage „sicher“ sein würden. Er begleitete dies mit der Meinung von den „meisten Chemiewaffenexperten“, welche die russische Behauptung, es wurde ein „Kampfstoffdepot der Rebellen“ getroffen, widersprochen hätten.

Aus gutem Grund wurden die durch die Kriegsmächte ausgehaltenen Al-Kaida-Söldner zu „Rebellen“ umgelogen, da Terroristen und Giftgas der Leserschaft schlüssiger erscheinen musste. Die Meinung der angeblichen „Experten“ wurde auch nicht begründet, sie wurde einfach nur hingeschrieben. Immerhin bot Gehlen wenigstens eine einzige zitierte Meinung auf, vorgetragen von einem britischen Exmilitär, Hamish de Bretton-Gordon. Es war eine Meinung ganz im Sinne der britischen Regierung, die am Krieg gegen Syrien beteiligt ist. Es war eine Meinung, die nichts weiter als eine lächerlich stumpfsinnige Gegenbehauptung beinhaltete.

Dieses Nichts war für Gehlen als Vorlage ausreichend genug, um eine rhetorische Frage zu stellen, die auch bei oberflächlicher Betrachtung entweder die eines Idioten oder die eines Medienverbrechers sein musste:

„Woher aber kommt dieses Giftgas, das doch angeblich 2013 und 2014 unter der Aufsicht der „Organisation für das Verbot von Chemiewaffen“ (OPCW) komplett außer Landes geschafft und vernichtet wurde?“

Die Möglichkeit, dass auch andere Kriegsparteien oder gar Terroristen mit Giftgas hantieren könnte, wurde kurzerhand ausgeschlossen – wider besseren Wissens. Gehlen schickte stattdessen den aggressiven Apartheitsstaat Israel vor, welcher ebenfalls in dem Krieg gegen Syrien involviert ist und von dem übrigen Kriegstreiber-Staaten natürlich nie dafür verurteilt wurde. Anonyme israelische Sicherheitskreise sollen da von irgendetwas ausgehen. Ebenso substanzlos waren die angeblichen Hinweise auf nicht gemeldete Giftgasbestände durch die syrische Regierung.

Gehlen versuchte hier, ein Nichts auf das andere Nichts zu stapeln, um für die USA eine Rechtfertigung für deren Kriegsakt zu konstruieren. Dazu gehörte eine uns unbekannte Äußerung („intern“) des OPCW-Chefs Ahmet Üzümcü über „irreführende Informationen“, was nur leider auch nichts besagte. Derselbe Üzümcü hatte allerdings Anfang 2016 die vollständige Vernichtung der syrischen Giftgasbestände vermeldet gehabt.

https://www.freenet.de/nachrichten/topnews/von-syrien-deklarierte-chemiewaffen-vollstaendig-zerstoert_5161362_4702792.html

 

Derselbe Üzümcü wollte auch noch herausgefunden haben, dass die Al-Kaida-Filiale IS möglicherweise selbst Senfgas hergestellt haben soll. Also das, was der Al-Kaida-Filiale in der Provinz Idlib laut den westlichen Kriegstreiber nie und nimmer in den Sinn kommen würde.

https://www.freenet.de/nachrichten/topnews/opcw-is-stellte-womoeglich-selbst-senfgas-fuer-angriffe-im-irak-und-in-syrien-her_5822822_4702792.html

 

In der Hoffnung, dass beim Publikum irgendetwas hängen bleiben würde, schob Gehlen in seiner betrügerischen Art den deutschen Toxokologen Ralf Trapp mit einer verstümmelten Aussage hinterher.

„Man habe daher versucht, „den Syrern unter die Arme zu greifen und ihnen zu helfen, ihre Meldung zu vervollständigen. Das hat aber nie zu Ergebnissen geführt“, bestätigte der Gründer von OPCW, der Chemiewaffen-Experte und Toxikologe Ralf Trapp, gegenüber dem Deutschlandfunk.“

Lassen wir die Sprecher der Kriegstreiber außen vor und hören uns Ralf Trapp zu, welcher am 10. April 2017 im ARD-Nachtmagazin zu Wort kam. Hier versuchte die Moderatoren bezüglich der Schuldfrage ihn zu einer der ARD geneigten Antwort zu drängen. Trapp vermochte diese aber nicht zu artikulieren, weil es bislang an einer Untersuchung vor Ort mangelte.

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-277799.html

 

Abseits dieser Stellungnahme von Trapp, versuchte Gehlen ein weiteres Nichts aufzusetzen, um einen Verdacht in Richtung der syrischen Regierung zu lenken.

„Zudem ist nach seinen Worten unklar, „ob nicht inzwischen versucht worden ist, neue Kampfstoffe oder zumindest neue Vorstufen für Kampfstoffe zu bevorraten“.“

Vollkommen unklar. Kann sein, kann nicht sein. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Doch Gehlen glaubt, was man ihm von interessierter Seite zugeraunt haben will: eine Ansicht.

„Es ist eine Ansicht, die auch die israelische Experten teilen, die Syrien besonders auf dem Radar haben.“

Natürlich hat das israelische Militär Syrien auf dem Radar, denn sie bomben dort, wann es ihnen beliebt, und unterstützen Al-Kaida-Banden am Boden.

 

 

Donnerstag
18
Januar 2018

NATO-Weihnachtsmärchen 2017.

 

U-Boote und Datenkabel

Screenshot: PRESSE, 23. Dezember 2017.

 

Weihnachten 2017 ist vorüber, Silvester und Neujahr stehen unmittelbar bevor. Bevor alles wieder von vorne beginnen kann, musste offenbar das so gut wie vergangene Jahr wie immer beendet werden. Rechtzeitig vor den Weihnachtsfeiertagen, welche von vielen Menschen als ein Fest des Friedens empfunden werden, sollte die Bevölkerung noch einmal mit einem verleumderischen Bedrohungsszenario und Kriegshetze überzogen werden.

Das aggressive Kriegsbündnis NATO, deren Feind nach alter Tradition immer noch im Osten saß, hatte einmal mehr die Gefahr vor den gemeinen „Russen“ beschworen. Der politische Chef dieser Militärorganisation, Jens Stoltenberg, hatte in einer dieser zahlreichen Agitationen festgestellt, dass die russische Marine die Anzahl ihrer U-Boote aufgestockt haben. Dieser Umstand sowie die Frechheit, dass diese im Atlantik – überall sogar – herumschwimmen würden, wurde als Bedrohung formuliert. Denn die NATO-U-Boote, zahlenmäßig hoffnungslos überlegen, dienen schließlich auf allen Weltmeeren – überall – nur der Verteidigung. Mit Bedrohung hat deren gewaltiges Waffenarsenal überhaupt nichts zu tun.

https://www.focus.de/politik/videos/elf-weitere-sollen-folgen-platz-fuer-72-tomahawks-usa-praesentieren-neues-super-u-boot_id_7717277.html

 

Die russischen U-Boote dagegen würden sich angeblich immer häufiger in der Nähe wichtiger Datenkabel im Nordatlantik“ aufhalten, so Stoltenberg. Aus dieser substanzlosen Behauptung wurde das Märchen in die Welt gesetzt, dass, sollten die Russen diese Kabel kappen, ein enormer Schaden entstehen würde. Womöglich kriegsentscheidend. Vielleicht aber, so eine weitere Überlegung, würde der „Russe“ sich mit einem U-Boot in die Kabel auch nur einhacken, um wichtige Date abzusaugen.

In Anbetracht der Tatsache, dass es die USA selbst sind, welche diese Daten (allerdings an den Datenknotenpunkten) absaugen, diente dieser spekulative Schwachsinn nur der weiteren Dämonisierung des „Ostmenschen“ aus dem „Reich des Bösen“ (Zitat: Reagen). Dem wurde noch eine richtig wichtige Erkenntnis beigefügt, als würde es um einen Beleg handeln:

„“Russland zeigt klar ein Interesse an der Unterwasser-Infrastruktur der Nato und Nato-Länder“, zitierte die „Washington Post“ US-Admiral Andrew Lennon, den Kommandant der U-Boot-Streitmacht des westlichen Bündnisses.“

Das Interesse der US-Amerikaner an russische Unterwasser-Infrastrukturen fiel irgendwie unter den Tisch, obwohl gleichzeitig offensichtlich. Außer Hetze und Verleumdung hatte NATO-Stoltenberg nichts zu bieten, sollte aber reichen, um angeblich Nervosität im Hauptquatier zu verursachen. Offizielle 611 Milliarden Dollar an US-Militärausgaben standen 2016 gerade mal 69,2 Milliarden Dollar Russlands gegenüber. Frankreich, England und Deutschland alleine hatten allerdings auch schon 145,1 Milliarden Dollar verprasst bzw. in die „Sicherheit“ investiert.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157935/umfrage/laender-mit-den-hoechsten-militaerausgaben/

 

 

Aber was soll’s? Stoltenberg seine Hetze hatte einen realpolitischen Hintergrund, wie in den Artikeln nicht verhehlt wurde: weitere Aufrüstung. Und die musste darin begründet werden, dass der böse Russe weiterhin existierte – bis zum Endsieg.

In Österreich ist diese Kriegshetze in der PRESSE und im STANDARD nachzulesen; die Artikel wurden kaum bearbeitet von der „APA“ und der „dpa“ übernommen.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5343555/Nato-besorgt-ueber-Operationen-russischer-UBoote-im-Atlantik

https://derstandard.at/2000070955816/Russische-U-Boote-immer-haeufiger-in-der-Naehe-wichtiger-Datenkabel

Oder auch im Staatsmedium „ORF“:

http://orf.at/stories/2420030/2420032/

 

Der alles andere als friedliche Dreck wurde natürlich flächendeckend an sämtliche Massenmedien verteilt; als Beispiel:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/nato-generalsekretaer-besorgt-ueber-russische-u-boote-15356381.html

https://www.welt.de/politik/ausland/article171879831/Wegen-Datenkabeln-Nato-ist-besorgt-ueber-russische-U-Boote-im-Atlantik.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-12/atlantik-nato-besorgt-russische-u-boote-datenkabel

 

Die widerliche Hetze erschien ursprünglich in der Propagandaschleuder „Washington-Post“:

https://www.washingtonpost.com/world/europe/russian-submarines-are-prowling-around-vital-undersea-cables-its-making-nato-nervous/2017/12/22/d4c1f3da-e5d0-11e7-927a-e72eac1e73b6_story.html?utm_term=.f8888f77654f

 

Auch 2018 wird es Regierungen und Lobby-Verbände geben, die an ein friedliches Zusammenleben kein Interesse haben. Da passte eine eigenwillige Interpretation eines Weihnachtsliedes ganz gut, auch wenn es sich hierbei um einen – groben – Spaß handelt:

 

Quelle: YouTube. 

 

Sonntag
31
Dezember 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 22.

 

Alexandra Föderl-Schmid hatte am 7. April 2017 einen zweiten Artikel im STANDARD veröffentlicht, welcher online um 18.20 Uhr erschien sowie in der Printausgabe am folgenden Tag. Es handelte sich hierbei um einen Kommentar, welcher die Überschrift „Trump agiert nach Bauchgefühl“ trug.

http://derstandard.at/2000055585350/Trump-agiert-nach-Bauchgefuehl

 

Ihre Meinung begründete Föderl-Schmid mit ihrer persönlichen Eigenart, die US-Politshow tatsächlich ernst zu nehmen, und mit der groben Fehleinschätzung, dass in der US-Regierung irgendetwas spontan und unüberlegt geschehen könnte. Ihre – bestenfalls – Inkompetenz hatte sie bereits eingangs belegt, in dem sie unter anderem die rhetorische Frage gestellt hatte:

„Lassen sich die USA in den Krieg in Syrien weiter hineinziehen?“

Diese Frage war verlogen. Lag dem keine Absicht zugrunde, muss es sich um Unkenntnis und vor allem um eine extreme Dummheit gehandelt haben. Denn niemand wird in einen Krieg „hineingezogen“, wenn hierbei von dem eindeutigen Aggressor die Rede ist. Der Raketenüberfall war eine Aggression wie die USA seit Anfang an als die treibende Kraft hinter der Aggression gegen den Staat Syrien steht. Davon abgesehen, war bereits vor 2011 aus dem Vorhaben kein Geheimnis gemacht worden, unter anderem im Plan „Greater Middle East“ dargelegt. Für die linientreuen Massenmedien war dies natürlich kein Thema.

Der Kommentar von Föderl-Schmid gestaltete sich somit auf eine Weise, als würde sich ihre Leserschaft aus einer hirnlosen Masse formen. So behauptete sie:

„Trump demonstriert mit diesem Militärschlag in Syrien Entschlossenheit und sendet damit ein Signal an Assad, aber auch an die Russen und Iraner aus.“

Das einzige Signal, welches hier allerdings ausgesendet wurde, war die Selbst-Deklaration seitens der USA als verbrecherische Kriegstreiber. Das war eine schlichte Feststellung, zu der sich Föderl-Schmid nicht in der Lage sah bzw. nicht in der Lage sein durfte. Das war kein Versehen, denn sie log anschließend:

„Sechs Jahre lang hat Trumps Vorgänger Barack Obama dem Abschlachten von Syrien zugesehen und auch dann nicht eingegriffen, als die von ihm definierte rote Linie durch einen Giftgasangriff 2013 in Syrien überschritten worden war.“

Natürlich hatte der ehemalige US-Präsident Obama nicht „zugesehen“, denn unter seiner Regierung war der Krieg gegen Syrien mit mehr oder weniger offensichtlichen Proxy-Truppen erst durchgeführt worden. Der Giftgasangriff aus dem Jahre 2013 wurde bei dieser Gelegenheit einmal mehr indirekt der syrischen Regierung angelastet, obwohl es dafür keinen Beweis gab. Es war ein Ereignis, welches durchaus Parallelen zu jenem von Khan Sheikhoun aufwies – einschließlich aller Reaktionen der Kriegstreiber aus dem Westen und den Golf-Dikaturen samt ihrer Medienmeute.

„Mit seinem Befehl setzt sich der Republikaner Trump vom Demokraten Obama ab und stellt sich in eine Tradition von Ronald Reagen und George W. Bush.“

Föderl-Schmid versuchte hier, einen Zusammenhang zwischen einen angeblich „guten“, aber etwas „weichen“ US-Präsidenten Obama und der US-Partei „Demokraten“ herbeizuschreiben, dem sie als Kontrast vermeintlich (noch) kriegerische Präsidenten der Partei „Republikaner“ gegenüberstellte. Sie versuchte, einen Unterschied zwischen den beiden US-Parteien herauszustreichen, den es schlichtweg nicht gab und nicht gibt. (Es handelt sich hier nur um oligarchische Interessengruppen in beiden Parteien). Die Regierung Obama hatte in mehreren Ländern Krieg geführt, Obama selbst ist zudem maßgeblich und persönlich für das Massenmorden per Drohne verantwortlich. Das wissen die Schreibtischtäter natürlich selbst, denn zuvor hatten sie einen George W. Bush bei seinen Kriegen nicht weniger unterstützt.

Für die medialen Dienstleister der kriegerischen Interessengruppen schien es dagegen ein Problem zu sein, dass ausgerechnet mit Trump ein Vertreter einer konkurrierenden Interessengruppe, welche täglich von den ersteren bekämpft wurde, scheinbar eine Eskalation in Gang gesetzt hatte, die von den zuvor etablierten US-Interessengruppen erwünscht gewesen war.

So kam Föderl-Schmid doch nicht um die Feststellung herum, dass es sich bei dem US-Raketenangriff um einen Völkerrechtsbruch handelte. Und dass dieser von der EU und europäischen Regierungen auch noch positiv bewertet wurde. Das gab einen Blick auf Personen in europäischen Entscheidungs-Positionen frei, die mit den von ihnen propagierten Werten plötzlich absolut nichts mehr zu tun hatten. Es wurde ein Verbrechen beklatscht.

Die auch von Föderl-Schmid erwähnte Reaktion Russlands war dagegen für den angeblichen „Werte-Westen“ eher peinlich. Es wurde ein Abkommen ausgesetzt, gleichzeitig aber sämtliche Kanäle offen gelassen, um deeskalierend wirken zu können. Die Russen, bei jeder Gelegenheit als böse und aggressiv hingestellt, schienen tatsächlich noch einer Hoffnung auf eine gute Beziehung mit den USA nachzugehen, wie auch von Föderl-Schmid angemerkt wurde.

Es war im Gegensatz zur Regierung Obama die Regierung Trump gewesen, die bezüglich Syrien von US-amerikanischer Seite einen ersten Schritt zu einer Deeskalation markiert hatte. Das Fallenlassen des Ziels, in Syrien einen Regierungswechsel zu erreichen, soll ja angeblich ausgerechnet von der syrischen Regierung sabotiert worden sein, sollte man den im Krieg gegen Syrien involvierten Politikern und den Massenmedien Glauben schenken.

Die Irritation einer Föderl-Schmid war jedenfalls offensichtlich. Sie hatte nicht den blassesten Schimmer über das, was sich in Syrien ereignet hatte. Sie schrieb dann von ihrem Glauben, dass „Assad“ – als würde es um „Assad“ gehen – aus US-amerikanischer Sicht nicht mehr das „geduldete kleinere Übel“ im Vergleich zur „IS“ sein dürfte. Das war Glaube und möglicherweise auch Hoffnung zugleich.

Frank Herrmann berichtete aus Washington (online am 7., gedruckt am 8. April) davon, wie sich die US-Regierung nach dem befohlenen Raketenangriff präsentierte: „Donald Trumps Wandel zum Kriegsführer.“ Das soll uns hier aber weiter nicht interessieren.

http://derstandard.at/2000055584968/Donald-Trumps-Wandel-zum-Kriegsfuehrer

 

Bei der letzten Autorin des Tages im STANDARD handelte es sich um Gudrun Harrer, deren Beitrag „Trump steigt ins syrische Spiel ein“ am folgenden Tag ebenfalls abgedruckt werden sollte. Obwohl erst um 20.56 Uhr online gestellt, schient Harrer nicht mehr aktuell gewesen zu sein. Sie redete davon, dass die durch den US-Raketenangriff angerichteten Schäden auf der syrischen Luftwaffenbasis beträchtlich gewesen sein dürften, und mutmaßte aufgrund zu weniger – angeblicher – Opfer, dass es offenbar eine Verständigung zwischen den USA und Russland/Syrien gegeben haben könnte.

Frau Harrer waren anscheinend sämtliche Presseerklärungen aller Seiten mindestens 12 Stunden zuvor abhanden gekommen, doch wusste sie von der US-Erklärung aus genau diesen Quellen, dass eine (offizielle) „Militärintervention“ nicht geplant gewesen sein soll. Harrer nutzte jedenfalls die Gelegenheit, um in diesem Zusammenhang ein verlogenes Narrativ der Kriegstreiber anzubringen:

„Ein amerikanisches militärisches Engagement in Syrien gibt es ja bereits, auch mit Bodentruppen, aber gegen den „Islamischen Staat“.

Den gegen den syrischen Staat und dessen Bevölkerung geführten Krieg durch die USA und seinen Verbündeten verleugnend, fügte Harrer eine Behauptung der Kriegstreiber und seiner Bodentruppen vor Ort an, als könnte an dieser Geschichte etwas dran sein:

„Die Operation gegen den Ort, von dem die mutmaßlichen Giftgasbomber am Dienstag gegen die Stadt Khan Sheikhun in Bewegung gesetzt wurden, hatte demnach vor allem symbolischen Charakter.“

Symbolisch war es auch, anlässlich eines unbewiesenen Ereignisses über eine gleichfalls unbelegte Behauptung bezüglich einer vermeintlich urheberschaftlichen Örtlichkeit zu schwadronieren, als würde irgendwo ein gesicherter Parameter zur Verfügung stehen. Hier wurde nur über den oberflächlichen Charakter des Aggressors spekuliert, welcher gleichzeitig – welch „journalistische“ Offenbarung – als einzige Quelle benutzt wurde. Mit anderen Worten: was Harrer hier ablieferte, war wie so oft nichts weiter als dummes Gerede.

http://derstandard.at/2000055578714/Trump-steigt-ins-syrische-Spiel-ein

 

Den US-Kriegsakt wollte auch Harrer als „Bestrafung“ verstanden wissen. Der rechtliche Aspekt wurde von ihr nicht tangiert. Stattdessen befand sie:

„Die einzelne Militäraktion macht längerfristig jedoch nur Sinn, wenn sie politisch begleitet wird.“

Verbrechen machen demnach Sinn, wenn sie politisch begleitet werden. Von Frau Harrer offenbar nicht bemerkt, wurden bereits sämtliche Verbrechen politisch begleitet. Und ja, würde es „politisch“ nicht so laufen wie gewünscht, würde ja noch das Mittel Verbrechen… ähm… „Militäraktion“ zur Verfügung stehen, als „Strafe“. Das könnte dann auch politisch begleitet werden – und Sinn machen.

Das weitere Gerede zeigte auf, dass Harrer anscheinend Proleme damit hatte, den Sinn von Handlungen zu erfassen. Weder erwähnte sie, dass die Friedensgespräche in Astana zwischen Russland, der Türkei und dem Iran erste Früchte getragen hatten, noch stellte sie fest, dass diese möglich geworden waren, weil diese unter Ausschluß der Kriegstreiber wie die USA und ihre Verbündeten erfolgten (Ausnahme: Türkei). Spekulativ war der Gedanke, dass Russland nun bezüglich den USA eine Vorstellung revidieren müsse.

Harrer berichtete von der russischen Feststellung, dass es über den Giftgasvorfall in Khan Sheikhoun keine gesicherten Erkenntnisse über die Urheberschaft geben würde, dies aber für die USA „irrelevant“ sei. Das war freilich nichts neues, das war ein Phänomen seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Und Harrer weiter mit einem gewissen Vorausblick:

„…ebenso, dass die Aktion von den meisten Völkerrechtlern als illegal bezeichnet werden wird.“

Hier wurde etwas auf die Meinung von Völkerrechtlern reduziert, obwohl es an der auch in der UN-Charta beschriebenen Definition keinen Zweifel gibt. Harrer hatte offensichtlich ein Problem damit, ein Verbrechen als das zu bezeichnen, was es war. Sie hantierte mit „Signalen“ an die US-Verbündeten in der Golf-Region, registrierte eine Enttäuschung bei der Diktatur Saudi-Arabien, weil keine Aggression („Eindämmung“) gegen den Iran im Raume stand und anderes. Auch phantasierte sie „Signale“ an Russland herbei.

„Denn das politische Signal an Russland ist, dass es im innersyrischen Konflikt eben keine freie Hand hat: auch – und vor allem – nicht, was die iranische Rolle oder jene der schiitischen Milizen, allen voran der libanesischen Hisbollah, in einer zukünftigen syrischen Ordnung betrifft.“

Davon abgesehen, dass Harrer die von ihr wahrgenommenen „Signale“ rein spekulativ waren, sollte hier zum wiederholten Male festgestellt werden, dass sich russische und iranische Militärs legal in Syrien aufhielten, aber nicht jene der USA und ihrer Verbündeten. Die Vorstellung der USA von der „Neuordnung“ in diesem Raum war, wie erwähnt, bereits vor dem Krieg publiziert worden. Was Harrer zum besten gab, war belangloses Gequatsche über eine eindeutige Situation. An dieser wurde aber fleißig manipuliert:

„Hier ist auch Israel betroffen.“

Nur ist Israel nicht „betroffen“, sondern einer der aggressven Akteure in dem Krieg gegen Syrien, sei es mit Luftangriffen, sei es mit Unterstützung der Al-Kaida-Söldner im Südwesten des Landes. Groteskerweise hatte der auch von Israel geführte Krieg erst die iranischen und libanesischen Hilfstruppen nach Syrien rufen lassen. Die Aggressoren hatten anfangs nicht geahnt, dass sich der syrische Staat tatsächlich so lange halten würde, und natürlich hatte Israel den US-Kriegsakt begrüßt, also das, was von ihnen selbst immer wieder praktiziert wurde – ohne vom angeblichen „Wertewesten“ dafür angeklagt zu werden.

Harrer rätselte weiter, wer was denken und empfinden oder was geschehen könnte. Das Bestreben der syrischen Regierung („Assad“), das eigene Staatsgebiet von den jihadistischen Söldnern und Terroristen zu befreien, wurde von ihr als „großspurig“ lächerlich gemacht.

Ihr Standpunkt blieb der gleiche: hier das „Regime“, dort die „Opposition“. Wie zum Beispiel in der Provinz Idlib, wo sich „Rebellen“ verschanzt hätten. Al-Kaida gibt es nicht. Sagt schließlich auch Al-Kaida nach ihrer Umbenennung.

 

 

Freitag
29
Dezember 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 21.

 

Zur weiteren Dokumentation:

Der österreichische STANDARD hatte gegenüber den KURIER wie gewöhnlich am 7. April 2017 nach dem US-Raketenangriff quantitativ mehr anzubieten. Der erste Artikel wurde online am frühen Morgen auf der Grundlage der US-Nachrichtenagentur Reuters erstellt.

„Nach Giftgasangriff: US-Luftschlag gegen syrische Militärbasis.“

http://derstandard.at/2000055531713/USA-greifen-erstmals-Ziele-des-Assad-Regimes-an

 

Hier wurden eingangs die Mitteilungen der US-Regierung angeführt, dass Ergebnis des Raketenangriffs dagegen lustigerweise der vollkommen unseriösen „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ überlassen, als gäbe es keine anderen und realen Quellen vor Ort. Die angeblichen fünf Toten konnten nur vom syrischen Militär genannt worden sein.

Es wurden anschließend in dem Artikel die Meinungen verschiedener Regierungen wiedergegeben, bei denen es sich allesamt um Konfliktparteien handelte. Russland und der Iran verurteilten den US-Raketenangriff mit Hinweis auf die unstrittige Rechtslage, welche wie so oft durch den Text-Baustein „Rußland steht im Syrien-Konflikt an der Seite des syrischen Staatschefs Bashar Al-Assad“ entschärft werden sollte. Der üblichen Nicht-Nennung der US-Verbündeten, bei denen es sich allesamt um die Aggressoren handelte, stand ausnahmsweise der Begriff „Präsident“ für Assad (statt „Diktator“) gegenüber.

Wenig überraschend erntete der US-Kriegsakt bei den weiteren Aggressoren – genannt wurden Israel, Saudi-Arabien und England – große Zustimmung. Diese Zustimmung wurde geteilt von den Aggressoren vor Ort, im Artikel in Gestalt einer Marionette des türkischen Militärgeheimdienstes: der „Syrischen Nationalen Koalition“. Der wiederholten Behauptung der syrischen Regierung, für den angeblichen Giftgasangriff in Khan Sheikhoun nicht verantwortlich zu sein, wurde – schwach genug – mit einer Vermutung der US-Geheimdienste gekontert.

Die Ungereimtheiten des US-Raketenangriffs, keine weitere Militäraktionen der offiziellen US-Streitkräfte sowie die Informierung der russischen Regierung über den Angriff, wurden nicht hinterfragt.

Dieser STANDARD-Artikel war überraschenderweise weitgehend neutral gehalten. Mehrere Meinungen der Konfliktparteien kamen zu Wort und es wurde keine Behauptung aufgestellt, dass es so und nicht anders gewesen sein soll. Die eindeutige Rechtslage, dass es sich bei dem US-Angriff um ein Verbrechen und um eine weitere Eskalation gehandelt hatte, wurde als Thema freilich ausgeklammert.

Der zweite Artikel am Morgen des 7. April 2017 wurde von Alexandra Föderl-Schmid als Kommentar verfasst und beinhaltete nun wieder Propaganda-Elemente. Er trug die zynische Überschrift „Trump fackelt nicht lange.“

https://derstandard.at/2000055535529/Trump-fackelt-nicht-lange

 

Föderl-Schmid schilderte zuerst ein wenig die Trump-Show, um dann allerdings festzustellen, dass bislang überhaupt kein Beweis vorgelegt worden war, welcher das syrische Militär als Täter von Khan Sheikhoun identifizierte. Für die STANDARD-Redakteurin war die schwerstkriminelle Handlung der US-Regierung allerdings kein Anliegen, sie sah stattdessen eine angebliche „Brüskierung“ Russlands, als wäre ein Raketenüberfall mit (angeblichen 59) Marschflugkörpern auf den Verbündeten Russlands keine Kriegserklärung mit allen möglichen Konsequenzen, sondern ein Schuljungen-Streich.

Dass Föderl-Schmid in einer eigenen unrealen Welt zu leben schien, unterstrich sie wie eine Schwachsinnige: „Trump wollte eine Warnung abgeben, keinen Krieg anfangen.“ Das war in etwa so, nicht das Haus eines Kontrahenten abzufackeln, sondern nur die Anwesenden einer Wohnung in demselben zu erschießen. Wegen der Warnung. Hat mit Mord nichts zu tun. Wo das Morden nur zu einer Warnung reduziert wurde, konnte es auch als „außenpolitisches Zeichen“ verstanden werden, so jedenfalls bei Föderl-Schmid.

Nach der Verharmlosung von Krieg, Mord und Zerstörung hatte die Redakteurin die Propaganda-Elemente eingefügt wie den Begriff „Assad-Regime“ und den üblichen Textbaustein „Russland an der Seite des Assad-Regimes“ auf der einen Seite und die zu „Rebellen“ verharmlosten Al-Kaida-Terroristen auf der anderen Seite. Ein Pflichtprogramm, welches noch mit der unhaltbaren Spekulation angereichert wurde, dass auch Russland keine Chemiewaffen-Angriffe billigen würde, als könnte bei der Schuldzuweisung in Richtung syrischer Regierung der Aggressoren doch etwas dran sein. Auf dem Schulhof nannte man solche Leute wie Föderl-Schmid früher „hinterfotzig“.

Ein Klacks, bei dieser Gelegenheit auch die US-Angriffskriege in Afghanistan und gegen den Irak zu „US-Militärinterventionen“ umzulügen.

Am späten Nachmittag dieses Tages (7. April 2017) wurden beim STANDARD drei Artikel gleichzeitig online gestellt, welche am folgenden Tag, am 8. April, auch in der Print-Ausgabe erschienen. „Türkei wieder zurück zum Hardliner-Kurs in Syrien“ stammte von Markus Bernath. Er gab dem Aggressor Türkei eine kleine Bühne, deren Kriegsbeteiligung gegen Syrien hier auf „Forderungen“ minimalisiert wurde.

http://derstandard.at/2000055581814/Tuerkei-wieder-zurueck-zum-Hardliner-Kurs-in-Syrien

 

Bernath kam zwar nicht umhin, bei der Türkei eine Toleranz gegenüber der Terrororganisation „IS“ zu entdecken, und zwar (nur) in Syrien, deckte aber den Mantel über die Tatsache, dass die Türkei ein Teil dieser IS-Struktur ist. Sie ist die logistische Drehscheibe für die Terror-Söldner, welche bei ihrem Angriff auf die Kurden-Gebiete damals aus dem türkischen Staatsgebiet heraus operiert hatten. Somit war auch die Behauptung, der „IS“ habe in der Türkei später Anschläge durchgeführt, höchst zweifelhaft. Eine türkische Intervention, wie von Bernath weiters behauptet, hatte sich nie ereignet.

Der Artikel „Viel Rückendeckung aus der EU“ besagte alles mit seiner Überschrift. Heuchlerisches Verbrecherpack mit „Verständnis“ für US-amerikanischen Terror in einem Land, in welchem sie selbst destruktiv involviert waren und noch sind.

Ein Lothar Deeg steuerte aus St. Petersburg den Artikel „Moskau empört über US-Angriff in Syrien“ bei. Er berichtete über die russische Sicht auf das Ereignis, welches nüchtern, eindeutig und richtig war. Ein erstaunlicher Text in einem Blatt wie den „STANDARD“.

http://derstandard.at/2000055575266/Moskau-empoert-ueber-US-Angriff-in-Syrien

 

Astrid Frevel aus Kairo war die nächste, welche einen Artikel servierte. „Rebellen hoffen auf mehr“, lautete die Überschrift. Das bezog sich auf die nicht erwähnte Terrorformation Al-Kaida, welche natürlich die Hoffnung auf mehr Unterstützung durch ihre Unterstützer hegte.

http://derstandard.at/2000055577683/Rebellen-hoffen-auf-mehr

 

Frevel, die den US-Kriegsakt als „Strafaktion“ verharmloste, leitete einige Informationen weiter, die sie woanders aufgeschnappt hatte. So von einer „Pro-Regime-Website“, was immer das sein sollte. Aus diesem Propaganda-Sprech wurde ein Stück weiter eine nicht näher bezeichnete syrische Nachrichten-Agentur, die in Syrien gewöhnlich staatlich sind. Somit kann sich ihre Quelle nur auf eine staatliche Nachrichtenagentur bezogen haben, was natürlich anders und wertfrei klingen würde.

Die STANDARD-Redakteurin zeigte auch weiterhin, dass sie ihren Auftraggebern verpflichtet war. Die syrische Regierung wurde von ihr als „Regime“ bezeichnet, die von Damaskus genannten Terroristen von Frevel mit Anführungszeichen versehen, als wäre deren Existenz auch im Raum der Ereignisse irgendwie fraglich.

Man konnte es der Frau Frevel nicht absprechen, auch Meinungen von eher unpopulären Personen zu verbreiten. So jene von Mohammed Alloush, dem Anführer der Jeish al-Islam, welche hier zu einer „bewaffneten Opposition“ verkleidet wurde, weil Al-Kaida bei den Lesern wenig Verständnis hervorgerufen hätte. Frevel bemühte sich gar, die Seriosität dieser Terroristen-Fraktion herauszustellen, indem sie hinzufügte, dass Alloush auch zur Verhandlungsdelegation in Genf gehören würde. Das war richtig, das war allerdings ein Skandal erster Güte für den vermeintlichen „Werte-Westen“, dass ein von Saudi-Arabien finanzierter Terrorist für denselben Terror-Sponsor verhandelte. Wenn auch nicht wirklich.

 

 

Frevel berichtete auch, dass von der ägyptischen Regierung keine Schuldzuweisung ausgesprochen wurde. Irgendetwas schien sie dann aber dazu veranlasst zu haben, den Schwachsinn von saudisch finanzierten Medien wiederzukauen. Vielleicht war das die Hoffnung gewesen, dass irgendetwas davon bei schwachsinnigen Lesern hängen bleiben würde.

 

Dienstag
12
Dezember 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 20.

 

Für den Artikel in der Printausgabe des KURIER vom nunmehr 8. April 2017 zeichnete sich Ulrike Botzenhart verantwortlich. Dieser enthielt einige Elemente aus den Online-Artikeln, auf die wir hier nicht eingehen müssen, und einige neue Absätze.

„Trumps Warnschuss an Assad“:

https://kurier.at/politik/ausland/trumps-warnschuss-an-assad/256.996.971

 

Dazu gehörte eine Zitat aus dem russischen Verteidigungsministerium, dass nur 23 der abgeschossenen Marschflugkörper ihr Ziel erreicht hätten und angeblich nach den restlichen Raketen gesucht werden würde.

Zweifellos schien an dieser Geschichte etwas nicht der Richtigkeit zu entsprechen, da diese Fehlschuss-Quote schlichtweg auszuschließen war. Entweder waren niemals 59 Marschflugkörper abgeschossen worden oder der russische Sprecher log, um US-Waffentechnik als minderwertig darzustellen.

Zu diesem Aspekt zitierte der KURIER den Brigadier Walter Feichtinger von der österreichischen Akademie für Landesverteidigung:

„… Hingegen schließt er aus, dass 36 Marschflugkörper ihr Ziel verfehlt haben könnten. „Das US-Militär hat längst alle Ziele in Syrien genau vermessen. Und als Präsident Obama 2013 Syriens Machthaber Assad vor dem Überschreiten der ,Roten Linie‘ gewarnt hat, ist sicher die Angriffsplanung längst gemacht worden“, sagt er. Durch ständige Aufklärung seien die USA auf dem Laufenden. Nach der Befehlserteilung durch Präsident Trump wurden an Bord der zwei US-Kriegsschiffe im Mittelmeer die „Tomahawk“ mit den Zieldaten programmiert und abgefeuert.

Die Raketen mit etwa 500 Kilogramm Sprengstoff zischen mit einer Geschwindigkeit von Mach 1 in geringer Höhe auf ihr Ziel zu, schlagen Haken, um schwerer abgewehrt zu werden, und erreichen ihr Ziel „mit fünf Metern Treffgenauigkeit“, erklärt Feichtinger. „Syriens Luftabwehr kann die Cruise Missiles nicht abwehren. Ob die russischen Systeme dazu in der Lage sind, prüfen wir noch.““

Ein Rätsel. Der KURIER präsentierte ein weiteres Rätsel, auch wenn dieses als solches nicht so dargestellt wurde:

„Die Russen wurden rechtzeitig von den USA vorgewarnt, bestätigte der Kreml. Andernfalls hätte es bei 500 bis 1000 Menschen auf so einer Basis viel mehr Opfer gegeben. Laut Syriens Armee gab es sechs Tote und einige Verletzte. Das Regime meldete mehrere Tote in benachbarten Dörfern, darunter Kinder.“

Hier konnte der Leser entnehmen, dass dieser Kriegsakt in Form eines nächtlichen Raketenüberfalls von den USA gegenüber Russland angekündigt worden war. Letztere dürften danach natürlich die syrische Armee informiert haben. Ulrike Botzenhart fragte nicht nach den Sinn dieses Manövers, welcher die Effektivität eines Angriffs stark einschränken musste. Die Behauptung der syrischen Regierung, dass sie von Russland nicht informiert worden sei, kann kaum ernst genommen werden.

Unserer Ansicht nach gab es somit Anzeichen, dass es sich zumindest bei dieser US-Aggression nicht viel mehr als um eine Show gehandelt haben könnte. Die Bilder von der syrischen Luftwaffenbasis mögen eine Reihe von Zerstörungen zeigen, ob dort aber Menschen ums Leben gekommen waren, bleibt fraglich und ohne Nachweis. Eine erste Quelle hatte dies sogar bestritten:

https://twitter.com/leithfadel/status/850169932084121600

 

Die selbe Quelle hatte dann eine Opferzahl von 4 Personen angegeben, die natürlich wiederum aus einer Quelle des syrischen Militärs stammte:

https://twitter.com/leithfadel/status/850194858094579712

 

Die Angaben der US-Regierung, es bei diesem Angriff zu belassen, gehörte ebenso zu der Überlegung, dass der Kriegsakt einen anderen Hintergrund gehabt haben dürfte, als öffentlich dargestellt.

Der US-Raketenangriff hatte allerdings eine Reaktion seitens Russlands gezeitigt, wie auch der KURIER vermeldete:

„Russlands Außenminister Lawrow fühlte sich an den US-Angriff auf den Irak erinnert, und der Kreml setzte das Abkommen mit den USA für den Luftraum in Syrien aus.“

 

Flugsicherheitsabkommen ausgesetzt

 

Was bedeutete dies? Ulrike Botzenhart meinte dazu:

„Das heißt, die Russen werden die Amerikaner nicht mehr über ihre Flüge im syrischen Luftraum informieren.“

Hier lässt sich einmal mehr feststellen, dass sich russisches Militär legal in Syien aufhält, die USA dagegen nicht. Die USA gehören zu den Aggressoren. Russland muss niemanden informieren, versuchte und versucht aber eine Deeskalation. Die Aufhebung dieser genannten Vereinbarung durch Russland kam der Sperrung für bestimmte syrische Lufträume für US-Jets gleich.

Brigadier Feichtinger kommentierte:

„Das ist gefährlich“, sagt Feichtinger, „weil es zu Zusammenstößen kommen könnte.“ Fliegt doch die US-geführte Anti-Terror-Allianz immer wieder Angriffe auf den IS. “

Die Gefahr von Zusammenstößen mochte sich erhöht haben, die Behauptung, dass es sich bei den ausländischen Militärs um eine „Anti-Terror-Allianz“ handeln würde, war aber definitiv falsch. Ähnlich falsch wie die angeblichen Angriffe auf den „IS“. Feichtinger wird allerdings kaum dem offiziellen und propagierten Narritiv widersprechen können, möchte er seinen Beruf behalten. Dazu gehört auch seine Anhängerschaft zu der US-Verschwörungstheorie von Osama Bind Laden und den 19 Teppichmessern.

http://www.bundesheer.at/pdf_pool/publikationen/09_vu1_02_apk.pdf

 

Dennoch kam Feichtinger im KURIER zu einer bemerkenswerten Feststellung, welche in der Redaktion sicher anders eingestuft worden war, als wir es tun:

Feichtinger: „Im Anlassfall, etwa bei einem Giftgasangriff oder Massaker, müssen die Syrer erneut mit einem US-Angriff rechnen.“

Das hieß nichts anderes, als dass jeder der zahlreichen Akteure in Syrien irgendwelche Giftgasangriffe oder Massaker veranstalten konnte, das Opfer von US-Angriffen würde bereits feststehen: die Syrer.

Bei dem Brigadier Feichtinger handelt es sich um einen für die Medien gefragten Spezialisten. In einem Interview mit OÖN demonstrierte er, dass sein Spezialisten-Dasein freilich nur sehr eingeschränkt wirken konnte, musste er die verlogene Legende am Leben erhalten:

OÖN:

„Werden die USA in nächster Zeit zumindest ihre Unterstützung für die Assad-Gegner forcieren?“

Die Fragestellung war mit dem Begriff „Assad-Gegner“ bereits manipulativ. Feichtinger antwortete laut OÖN:

„Die Unterstützung gibt es bereits für die Kurden und die Syrian Democratic Forces – auch mit Waffen. Die Rebellen im Gebiet Idlib sind aber als Islamisten eingestuft. Für diese wird es sicher keine Unterstützung durch die USA geben.“

Man hat den Eindruck, es hier mit einem Erstklässler zu tun zu haben. Und von Al-Kaida, die sich in Idlib befindet, scheint er auch noch nie etwas gehört zu haben. Das ist eine Rolle für die Öffentlichkeit.

Die Redaktion der OÖN schien in ihrer geistigen Fähigkeit derartig beschränkt, dass sie selbst für billigste Propaganda mehr als empfänglich schien:

OÖN:

„Zurück zum eigentlichen Anlass für den Luftschlag. Wer war denn verantwortlich für den Giftgasangriff: Assad, oder gibt es zumindest eine Mitschuld der Rebellen, wie diesen unterstellt wird?“

Das war eine Selbstdeklarierung der OÖN in seiner Eigenschaft als Kriegspropagandist. Personifizierung und Verschleierung des Kriegszieles. Keine Terroristen, sondern „Rebellen“. Der Versuch, eine Frage vorzutäuschen, deren Antwort bereits mitgeliefert wurde. Der Verdacht auf Unterstellung nur gültig für die Al-Kaida-Rebellen, nicht aber gegenüber der syrischen Regierung.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/Das-ist-eine-neue-Qualitaet-des-US-Engagements;art391,2531955

 

Feichtinger gab dem Schreibtischtäter dann allerdings eine überraschende Antwort, welche auch abgedruckt wurde.

„Das sind alles Unterstellungen, ich bin da sehr vorsichtig. Im Krieg und insbesondere in diesem ist alles möglich. Auch, dass die eine Seite der anderen etwas unterschieben will, um sich selber Vorteile zu verschaffen. Beweise gibt es jedenfalls in diesem Fall in keine Richtung.“

Andere waren dagegen weniger vorsichtig. Auch der KURIER sollte in einem kleinen Beitrag unter „Reaktionen“ vermelden:

„In der gesamten westlichen Welt wurde die US-Militäraktion positiv aufgenommen.“

Einige Namen der europäischen Anhänger von der Aufhebung jeglicher Rechtsnorm, von Krieg und Terror, wurden gleich mitgeliefert: Merkel, Hollande, NATO-Stoltenberg und EU-Tusk.

 

Samstag
02
Dezember 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 19.

 

Die US-Aggression gegen den Staat Syrien in Form eines nächtlichen Raketenüberfalls auf eine Luftwaffenbasis in der Nacht auf den 7. April 2017 hatte eine westliche Medienmeute in Euphorie versetzt. Völkerrechtsbruch, Kriegsakt, hinterhältiger Mord, Eskalation schien das, was förmlich in den Schreibstuben herbeigesehnt worden war, denn das Verbrechen wurde nicht verurteilt.

Anders HINTRGRUND, eines der wenigen echten und unabhängigen Nachrichten-Magazine, welches spottete, dass US-Präsident Trump nun vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag landen würde, würde es sich bei ihm um einen Schwarzafrikaner handeln.

https://www.hintergrund.de/politik/welt/nur-100-tage-im-amt-und-schon-ein-fall-fuer-den-haag-waere-er-afrikaner/

 

Doch war das Gegenteil der Fall. Trump, der ansonsten von den Massenmedien der Neocons hart bekämpft wurde, bekam einmal von ihnen ein positives Feedback. Hatte er doch die seit Jahren von diesen Massenmedien gewünschte Eskalation endlich angeordnet.

 

US-Marschflugkörper

Start eines Marschflugkörpers von einer US-Fregatte. Screenshot/YouTube. 

 

 

„Vergeltungsschlag: USA greifen syrische Luftwaffenbasis an“, hieß es im KURIER, online erschienen am 7. April 2017.

Vergeltung!

Vergeltung oder Rache ist allerdings nicht das, was innerhalb einer neuzeitlichen Rechtsordnung zu finden ist. Außerdem „Vergeltung“ für was? Waren die USA angegriffen oder in anderer Weise von Syrien geschädigt worden? Nein!

Der KURIER hinterfragte nicht, sondern setzte diese Begrifflichkeit für eine primitive, verbrecherische Handlung, um dieser einen martialischen, durchsetzungsfähigen Anstrich zu geben. Das änderte freilich nichts daran, dass jene, die angeblich „Vergeltung“ übten, nichts zu vergelten hatten, sondern vorgaben, für andere zu vergelten. Das war eine Ignoranz jeglicher Rechtsordnung gegenüber, das war Faust“recht“, Mord und Totschlag, was von den Aggressoren groteskerweise natürlich keiner anderen Partei zugebilligt wurde. Das Monopol des Mordens sollte beim übermächtigen Mörder bleiben, wobei Gegenwehr und Widerstand durchaus erwünscht sein konnte, um weitere „Vergeltung“ zu verkaufen.

Der KURIER belastete sich nicht mit derartigen Dingen und zitierte den US-Präsidenten Trump, welchen den Kriegsakt mit einer Unterstellung begründete, und einen Vertreter der Kriegspartei Türkei, der gleichfalls alles der syrischen Regierung unterstellte. Es wurde auch der US-Außenminister mit der reichlich schwachsinnigen Meinung zitiert, dass Russland bei der Aufsicht der Vernichtungsaktion von syrischen C-Waffen versagt hätte, was gleichfalls eine Unterstellung beinhaltete und nebenbei unterschlug, dass vor allem westliche Staaten daran beteiligt gewesen waren. Abgerundet wurde dies durch eine Vermutung der US-Geheimdienste.

Den Äußerungen der Aggressoren, die zwangsläufig sein mussten, wurden immerhin die Stellungnahmen der syrischen und der syrischen Regierung gegenübergestellt, welche richtig auf den Bruch des Völkerrechts hinwiesen. Der Textbaustein, dass diese beiden Staaten in Syrien zueinander stehen, durfte aber auch hier nicht fehlen.

https://kurier.at/politik/ausland/usa-greifen-syrische-luftwaffenbasis-an/256.876.653

 

Bei diesem Artikel handelt es sich um die überarbeitete Vision, wobei die angeblich „verständnisvolle Reaktion“ des österreichischen Außenministers auf den US-Terrorangriff gestrichen wurde. Interessanterweise wurde auch die Passage, in welcher die als „Opposition“ verkaufte geheimdienstlich aufgestellte Marionetten-Organisation „Syrische Nationale Koalition“ (SNC) ihrer Freude über den Terrorangriff Ausdruck verliehen hatte. Dafür wurden seinerzeit einige aktualisierte Passagen eingebaut. Zum Beispiel folgende:

„Die NATO war über den US-amerikanischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt informiert. „Wir können bestätigen, dass der Generalsekretär im Vorfeld vom Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten informiert wurde“, teilte eine Bündnissprecherin am Freitag mit.“

Unter Freunden informiert man sich natürlich. Von einer Kritik aus dem Militärbündnis NATO ist nichts bekannt. Der KURIER tat ebenfalls so, als wäre nichts von Belang geschehen. Aus einem neuen Verbrechen wurde eine „neue Entwicklung“ und die Frage nach einer Beschäftigung mit derselben.

Ob sich NATO-Gremien mit der neuen Entwicklung im Syrien-Konflikt beschäftigen werden, blieb zunächst unklar. Man werde sich später zu dieser Frage äußern, sagte die Sprecherin.“

Eile war demnach nicht geboten gewesen, man wurde schließlich in der NATO-Spitze informiert, und dort haben die US-Militärs das Kommando. Wie praktisch.

Nach ihrem ersten und später veränderten Artikel am 7. April 2017 hatte der KURIER am Vormittag online einen kleinen Artikel wegen einer aktuellen Meldung nachgeworfen.

https://kurier.at/politik/ausland/syrien-weiterer-angriff-auf-khan-sheikhoun/256.927.742

 

Allerdings war bereits die Überschrift falsch, denn es gab keinen Beweis, dass es zuvor zu einem Angriff in Khan Sheikhoun gekommen war. Der Luftangriff gegen Mittagszeit wurde später von syrischen und russischen Militärs bestätigt, fußte hier aber noch einzig auf eine Al-Kaida-Quelle („ein Augenzeuge“) in der Provinz Idlib sowie dem mit denen befreundeten Unternehmen SOHR.

Danach schien man sich in der KURIER-Redaktion gesammelt und auf das letzte Ereignis eingestellt zu haben. Das heißt, in dem am Nachmittag online gestellten Artikel wurde massive Kriegspropaganda betrieben.

„Ein Luftangriff und dann? Assad sitzt in Syrien fest im Sattel“, lautete die Überschrift. Keine Anzeichen, dass dem weitere Bombardements, Raketenangriffe oder sonstwas folgen sollten. Der KURIER schien enttäuscht, dass noch immer kein totaler Krieg ausgerufen worden war. Angeblich wegen „Assad“.

„Der US-Luftangriff gegen die syrischen Regierungskräfte ändert die Lage im Bürgerkrieg. Bashar al-Assad muss wieder mit einer scharfen Reaktion des Westens rechnen.“

Der KURIER zeigte sich nun ein wenig versöhnt, denn immerhin schien der Krieg in und gegen Syrien wenigstens eine Eskalationsstufe hinaufgeklettert zu sein. Das Verbrechen, ein anderes Land mit Raketen anzugreifen, zu töten und zu zerstören, wurde gleichzeitig als freudige „scharfe Reaktion“ heruntergespielt. Dennoch schwang auch Enttäuschendes mit:

„Doch sein Sturz bleibt unwahrscheinlich.“

Was können wir dem KURIER empfehlen, damit dieser Sturz der syrischen Regierung endlich gelingt und den Weg frei macht für die Neuordnung des Nahen Ostens? Eine US-Invasion? Krieg gegen Russland? Grössere Massen an Al-Kaida-Söldner anwerben?

https://www.globalresearch.ca/dem-projekt-eines-neuen-nahen-ostens-kreative-zerst-rung-als-revolution-re-kraft/23196

 

Die selbsternannte „Qualitätszeitung“, deren Herausgeber gerne um eine höhere Presseförderung aus dem Fond der Steuergelder sudert, benötigt sicherlich keine Zuwendung für Stimmungsmache wie folgende:

„Die Stimme des syrischen Generals dröhnt, als er im Staatsfernsehen die Erklärung der Armeeführung verliest. Den Rücken hält er aufrecht wie ein Brett, seine Arme stützt er fest auf das Rednerpult. Auch mit seiner Körperhaltung will der Mann in Uniform deutlich machen: Die Führung in Damaskus ist nach dem US-Angriff auf einen syrischen Militärflugplatz fest entschlossen, dem Gegner die Stirn zu bieten. „Diese Aggression bestätigt, dass die Amerikaner ihre falsche Strategie fortsetzen und die Bekämpfung des Terrorismus vonseiten der syrischen Armee untergraben“, donnert der General.“

 

Sprecher SSA

Wirkt tatsächlich etwas steif. Quelle: YouTube (Screenshot). 

 

Dröhnen. Aufrecht wie ein Brett. Donnern. Für den KURIER-Autor muss sich das gut angefühlt haben. Inhaltlich hatte der syrische Militär natürlich recht, aber dazu schien dem dümmlichen Lohnschreiber nichts eingefallen zu sein.

„Die fast 60 „Tomahawk“-Marschflugkörper, die die USA am frühen Freitagmorgen abschossen, haben die Lage im syrischen Bürgerkrieg mit einem Schlag geändert.“

Hierbei handelte es sich um Wunschdenken in der KURIER-Redaktion. Geändert hatte sich nichts bzw. etwas, was im April 2017 für die Propagandisten noch nicht greifbar gewesen war. Doch dazu später am Ende dieser Reihe.

„Seit Monaten gab vor allem Russland als wichtigster Unterstützer der Regierung von Präsident Bashar al-Assad den Ton in dem Konflikt an. Den USA – und Europa – blieb nur noch die Rolle als Zaungast, politisch und militärisch mit wenig Einfluss.“

Da war wieder der Textbaustein: Russland als Bündnispartner Syriens, und das verlogene Narritiv, dass die Westmächte angeblich nur „Zaungäste“ wären.

„Russland und Syriens Regierungskräfte, die auch vom schiitischen Iran massiv unterstützt werden, konnten nicht zuletzt deswegen frei schalten und walten, weil sie mit keinerlei militärischer Reaktion der USA rechnen mussten.“

Die Kriegspropaganda des KURIER konnte nicht dumm genug sein: syrische „Regierungskräfte“ im eigenen Land, und das auch noch mit „schalten und walten“. Ungeheuerlich! Und wo waren die ausländischen Spezialkräfte, Militärs und die Armeen von Al-Kaida geblieben, welche Syrien zu zerstören trachteten?

Die gab es für den KURIER gar nicht. Dort hatte man nur „Zivilisten“ entdeckt:

„Seit langem schon greift die syrische Luftwaffe Zivilisten mit international geächteten Fassbomben an. UN-Ermittler bestätigten, dass in Rebellengebieten gezielt Kliniken bombardiert wurden und die Regierung mehrfach Chlorgas einsetzte.“

Fassbomben waren seit Jahren ein Lieblingsthema von durch das US-Außenministerium finanzierte Organisationen. Angebliche Bombardierungen auf versteckte Al-Kaida-Kliniken und Chlorgas, deren Fabrik allerdings die Nusra-Front vor Jahren erobert hatte. Die Bemühungen des KURIER, medial den Krieg zu schüren, hatte aber nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt. Das wurde ganz offen gesagt:

„Doch der Westen beschränkte sich bisher auf scharfe Kritik.“

Das war natürlich falsch, denn westliche Staaten waren und sind aktiv am Krieg gegen Syrien beteiligt, nur nicht erfolgreich trotz großer Leichenberge und Trümmerwüsten vor Ort. Aber da war sie wieder, die Hoffnung nach einer enttäuschenden Feststellung:

„Seit dem Angriff am Freitagmorgen ist diese Vorhersehbarkeit der US-Reaktion nicht mehr gegeben, weder für Syriens autokratische Führung noch für Russland. Von jetzt an muss die Regierung in Damaskus mit Angriffen der Amerikaner rechnen, sollte sie nach US-Lesart weitere massive Verstöße begehen.“

Die Aussicht auf einen direkten Krieg mit Russland schien in der gemütlichen Redaktionsstube vernachlässigbar. In deren Propaganda-Welt schien nur noch ein weiterer Anlass zu fehlen, neue Al-Kaida-Materialien, um noch einmal zuschlagen zu können. Allerdings schien man dort zu dumm zu sein, um zu begreifen, dass der US-Raketenüberfall genau das Gegenteil bewirken sollte. Auch dazu später.

Der KURIER suhlte sich in seiner Illusion und freute sich, einen den widerlichsten US-Kriegstreiber zitieren zu dürfen:

„Die Botschaft laute, dass „die Vereinigten Staaten nicht weiter untätig zusehen werden, während Assad, mit tatkräftiger Unterstützung von Putins Russland, mit chemischen Waffen und Fassbomben unschuldige Syrer abschlachtet“, jubelt der US-Republikaner John McCain. Das allerdings setzt voraus, dass US-Präsident Donald Trump auch künftig Vergeltung anordnet, etwa wenn gezielt eine Klinik bombardiert wird.“

Das Lager um Trump stand allerdings in scharfer Gegnerschaft zu den Verbrechern der Kriegs- und Finanzlobby um McCain-Clinton-Bush und anderen. Dieser Machtkampf in den USA wurde in den Massenmedien außen vor gelassen, denn es würde zum Verständnis für innen- und außenpolitische Handlungsweisen der Akteure führen.

„So könnte sogar die Blockade der Genfer Friedensgespräche wieder gelöst werden, bei denen sich die Vertreter der syrischen Regierung bisher wenig geneigt zeigten, ernsthaft zu verhandeln.“

Auch das war eine fette Lüge. Die Genfer-Gespräche waren seitens der Aggressoren (USA, England, Frankreich, Deutschland, Israel, Golf-Staaten sowie die von ihnen unterstützten Al-Kaida-Formationen) immer mit für Syrien nicht annehmbaren Vorbedingungen gekoppelt worden. Dazu ereigneten sich in Syrien immer zu dieser Zeit publikumswirksame Massaker, welche der syrischen Regierung in die Schuhe geschoben wurden. Die Aggressoren hatten nie einen Willen für einen Frieden gezeigt, was auch die Friedensgespräche von Astana bewiesen haben – unter Ausschluss der obgenannten Aggressoren.Hier sei auf den ausgezeichneten Artikel von Peter Frey verwiesen:

https://peds-ansichten.de/2017/05/luegen-vom-auswaertigen-amt-martin-schaefer/

 

Die Idee, mit Terrorangriffen gegebenfalls einen Verhandlungsweg zu finden, hatte aber schon etwas für sich. Zumindest beim KURIER.

„Schließlich sitzt Assad aufgrund russischer und iranischer Unterstützung und seit wichtigen militärischen Erfolgen derzeit wieder fest im Sattel. Im besten Fall könnte der Militärschlag der Diplomatie den Weg öffnen.“

Wir können froh darüber sein, dass nicht die Al-Kaida-Söldner und deren ausländische Drahtzieher im syrischen Sattel sitzen. Dann schreckte der KURIER plötzlich bei dem Gedanken zurück, dass es zu einer direkten Eskalation mit Russland kommen könnte.

„Doch es zeichnen sich auch gegenteilige Szenarien ab, schließlich spielt Trump mit dem Feuer. Die Militärintervention verschärft die Konfrontation mit Russland, das in Syrien selbst Truppen im Einsatz hat. Hier kann eine Dynamik entstehen, die nicht mehr zu kontrollieren ist. Ein Zusammenstoß mit Moskaus Kräften eingeschlossen.“

Köstlich. Kriegspropaganda auf allen Ebenen, aber sollte es schief gehen, dann würde Trump schuld sein.

Der KURIER stellte noch diverse Überlegungen eines Szenarios an, ohne auch nur den Hauch einer kritischen Betrachtung zu erkennen geben, faselte etwas von angeblich „moderaten Kräften“, die niemand zeigen konnte, und dass nun „radikale Milizen“ das Kommando übernommen hätten. Der KURIER vermied es auch hier, Al-Kaida und Terroristen beim Namen zu nennen, mit denen man angeblich nichts zu tun haben will. Deswegen endete das Gedankenspiel mit folgendem Satz:

„Bliebe eine breite amerikanische Militärintervention am Boden wie 2003 im Irak.“

Genau, ein toller Angriffskrieg unter verlogenem Vorwand mit einer Million Toten am Ende und einer fetten Beute. War aber nur eine Überlegung, und überlegen kann man ja, wenn selbst für das reale Massenmorden die Täter bis zum heutigen Tage nicht vor Gericht gestellt worden sind. Doch so einfach ist es nicht mehr, weil unter anderem Russland dieses Morden zu verhindern versucht. Das weiß man auch beim KURIER:

„Doch die Folgen wären unkalkulierbar.“

Und so bleibt die Sorge:

„Sollten Trumps Drohungen und dem Luftangriff keine weiteren Schritte folgen, laufen die USA sogar Gefahr, wieder als machtlos entlarvt zu werden.“

Und dann schwante dem Autoren offenbar, dass die Geschichte anders verlaufen könnte:

„Russland dürfte sich nach dem Bombardement noch enger an Assad binden, will sich Moskau in dem Konflikt von Washington nicht düpieren lassen und seinen starken Einfluss bewahren. Am Ende könnte Assad sogar profitieren.“

https://kurier.at/politik/ausland/ein-luftangriff-und-dann-assad-sitzt-in-syrien-fest-im-sattel/256.964.872

 

Mittwoch
22
November 2017
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