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Stattkultur statt Stadtkultur

 

Bereits vor vielen Jahren hatten wir uns über die nicht vorhandene Kulturpolitk lustig gemacht und ein kleines Video zu diesem Thema hergestellt und mit dem obigen Titel versehen.

Beißender Spott als Reaktion auf Verunmöglichung scheint auch heutzutage angebracht, denn ernst zu nehmen ist das alles nicht. Wir vom Kulturverein BOLLWERK haben auch leicht lachen, haben wir – von einigen Teilbereichen wie der Beteiligung am Verein Alltagsverlag und Autorenschaften abgesehen – unser Engagement mit der selbst produzierten Kurzfilm-Reihe BANALE und den Medieninstallationen in dieser Stadt beendet und sind nach Wien umgezogen, wo wir mit offenen Armen empfangen worden sind.

Der Vorfall vom vergangenen Sonntag (7. Februar 2016), der keiner war, hat aufgezeigt, wie es in Wr. Neustadt zukünftig zu laufen hat – wenn man dem Artikel in der NÖN folgen darf.

 

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Quelle: NÖN

 

 

Der türkische Verein HAVAS hatte für den genannten Sonntag das Stadttheater angemietet, um dort eine Veranstaltung abzuhalten. Nachdem ein „besorgter Bürger“ im Foyer „Frauen in Burka“ beobachtet haben will, die „Bücher verkaufen“, war die Polizei gerufen worden. Die habe allerdings nichts illegales feststellen können, sondern nur die Verteilung von Notenheften für eine Theateraufführung, wie der Stadtpolizeikommandant Fries vermeldet habe.

Daraufhin habe sich der aktuelle ÖVP-Kulturstadtrat selbst ein Bild machen wollen und tatsächlich Büchertische entdeckt, ohne leider „verifizieren“ zu können, um welche Bücher es sich gehandelt haben könnte. Das bedeutet in Klartext, dass er sie hatte nicht lesen können, weil der türkischen Sprache nicht mächtig. Mißtrauisch gegenüber der vorherigen polizeilichen Überprüfung habe er die Polizei erneut ersucht, „den Sachverhalt genau aufzunehmen.“

Leider wurde weder von Josef Kleinrath, dem Autor des Artikels, noch über Polizei und Stadtrat darüber aufgeklärt, um was für eine Veranstaltung es sich konkret gehandelt hatte. Es war auch nicht die Rede davon gewesen, dass irgendwelche Gesetze gebrochen oder Regelungen mißachtet worden waren. Mit anderen Worten: da war nichts gewesen.

Zur Provinzposse wurde dieser Nicht-Vorfall erst durch den NÖN-Artikel und den dort abgedruckten Zitaten. So wurde der aktuelle Kulturstadtrat zitiert:

„Die Genehmigung wurde innerhalb der Verwaltung abgehandelt. Dieser Vorfall wird von uns zum Anlass genommen, dass künftig keine Einmietungen, die einen politischen und/oder religiösen Hintergrund haben, ohne vorherige Abstimmung mit mir und ohne Definierung der Rahmenbedingungen mehr erfolgen dürfen.“

Das heißt aber nichts anderes, als dass hier ein Grundrecht gebrochen wird. Der aktuelle Kulturstadtrat möchte demnach, dass er als Vertreter der Stadt, die immer weniger als Veranstalter in Erscheinung tritt, eine Vormundschaft über Menschen antreten, die selbst veranstalten und das Stadttheater für viel Geld anmieten. Und er möchte als Stadtrat mit „schwarzen“ politischen sowie katholischen „Hintergrund“ auch einen religiösen und politischen „Hintergrund“ anderer definieren und bewerten – nämlich augenscheinlich negativ. Und das gar ohne weiteren Kenntnisstand, denn den Inhalt der Veranstaltung hatte er laut NÖN-Artikel gar nicht eruieren können.

Peinlicher geht es kaum noch. Diese höchst negative Außendarstellung der Stadt wurde noch um das Gerede von angeblichen „Parallelwelten“ erweitert, die zu „unterbinden“ wären. „Und gerade im Kulturbereich muss ein gegenseitiges Öffnen bewerkstelligt werden können“, soll der aktuelle Kulturstadtrat gemahnt haben, ganz so, als wäre er der Garant für eine derartige Entwicklung.

„Ich hatte nicht den Eindruck, dass hier ein gemischtes Publikum gewesen wäre, um in Dialog zu treten“, wurde der aktuelle Kulturstadtrat zitiert. Hätte er sich unter das Publikum „gemischt“, wäre er anschließend vielleicht schlauer gewesen. So aber blieb nur ein Eindruck, sein Eindruck. Das ist ein beeindruckendes Handeln für jemanden, der angeblich das „Zusammenleben fördern“ möchte. Hier scheinen sich Parallelwelten zu öffnen, die nur bei anderen entdeckt werden wollen, aber nicht bei sich selbst. 

Die gleichen städtischen Akteure haben sich bislang sehr damit hervorgetan, jegliche Strukturen der Jugendarbeit mit ihrem „gemischten und zum Dialog bereiten Publikum“ zu zerschlagen. Von den dort eingesparten Geldern wurde stattdessen mit Christoph Dostal ein Kultur-Gesicht („Schauspieler“) für ein anscheinend üppiges Honorar engagiert, gleichsam einer Fassade für das desaströse Auftreten seiner Freunde.

Die werden es vielleicht auch nötiger haben als zuvor. Nach dem Abdrehen diverser Veranstaltungen und Veranstalter hatten auch die Ersuche des aktuellen Kulturstadtrates an städtische Kulturschaffende, doch bitte umsonst unter schlechtesten Rahmenbedingungen etwas auf die Beine stellen, während Leute von außerhalb mit Honoraren geködert wurden und werden, für Unmut gesorgt.

Einige haben sich bereits abgewendet. Vielleicht werden in dieser Stadt nur noch die Opportunisten übrig bleiben, die bei ihrem Kampf um vermeintliche Pfründe vor allem mit sich selber beschäftigt sind. Hauptsache, wir sind „Landesausstellung 2019″. Oder wie BILD für seine Leser damals titulierte: „Wir sind Papst“.

Vielleicht sind wir auch nur blöd, aber akzeptieren müssen wir es nicht. Weder das eine noch das andere. 

 

 

Donnerstag
11
Februar 2016

Kunstkörper III.

 

Stuhl ist nicht gleich Stuhl. Jedermann weiß darum, selbst wenn diese Jedermanns darüber hinaus nur über wenig Kenntnis verfügen und sich ihnen der Zusammenhang zwischen diesen Stühlen nicht so recht zu erschließen vermag. Der eine Stuhl hat nicht ohne Grund den Namen des anderen Stuhls erhalten. Stuhl ist nicht gleich Stuhl, gehören aber dennoch zusammen wie das Pech mit und ohne Schwefel.

Die Künstlerin Ini K. erklärte uns gegenüber, dass das Land und seine Bevölkerung sie inspiriert hätte. Doch nicht etwa die Berge oder Burgen, sondern das Heer von Sesselfurzern – jeder mit seinem eigenen Stuhl und häufig nur darauf beschränkt, für ein hübsches Sümmchen Geld Stühle zu produzieren.

 

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Ini K. mit ihrem Sujet „Stühle“.

 

Deswegen habe sie, so Ini K., in ihrem neuen Sujet die Doppelfunktion des Stuhls in ihrer Bedeutung auf einer neuen künstlerischen Ebene aufzeigen wollen. Keine Banalität, sondern unserer Ansicht nach große Kunst, die wahrlich würdig ist, in einer Stadt wie Wr. Neustadt präsentiert zu werden.

 

Sonntag
06
Dezember 2015

Parasit

 

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Donnerstag
26
November 2015

FOTO COLLA GEN

 

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Montag
23
November 2015

The Joshua Threeo in Wien.

 

Die Band „Joshua Tree“ aus Wr. Neustadt mit einem Auftritt in Wien. Zum Trio abgespeckt treten Gernot Lang, Silvio Sinzinger und Bernhard Eder folgerichtig als „The Joshua Threeo“auf.

Wann?

Samstag, den 21. November 2015, 20.00 Uhr.

Wo?

Im 7-Stern als Wohnzimmer-Konzert, Siebensterngasse 31, 1070 Wien.

 

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Das Programm wird bunter als die neue Stadtregierung von Wr. Neustadt werden, geprägt von U2-Songs, aber auch mit Nummern von Depeche Mode, Mumford and suns und anderen.

Also: Fahrgemeinschaften bilden und los geht es, ab ins Wohnzimmer!

 

Mittwoch
18
November 2015

Aussicht auf das Jahr 2016. Teil 2.

 

Die Projekte werden sich inhaltlich nicht verändern. Gesellschaftliche, soziale und politische Themen werden unter Beibehaltung kritischer Standpunkte weiterhin einen Schwerpunkt bilden. Ob als Video, als Installation, als Musik und als Text dargeboten.

Ein großer Themenbereich wird sich mit den massenmedialen Sprachrohren der Kriegstreiber, der Finanzoligarchie und mit der Rolle des Staates beschäftigen. Die Verbrecherkaste der Propagandisten und ihre überbordenden Netzwerke verdient es, genauer unter die Lupe genommen zu werden.

Mit der Propaganda und den zeitweise grotesken Lügengebäuden sollen wir davon überzeugt werden, dass die kriminellen Handlungen der massenmedialen Auftraggeber gut sein oder wenigstens gerechtfertigt erscheinen sollen. Und niemals die Handlungen oder zumeist nur die Reaktionen der anderen, die mit Bomben und Granaten zerfetzt werden, die ausgeplündert werden, die von Terrorbanden und Todesschwadronen überschwemmt werden, die verkauft, diffamiert oder auch nur massiv verblödet werden.

 

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Gegen das Desorientierte. Desorientiert, auf der 6. BANALE im kommenden Jahr.

 

Wer sich zum Beispiel mit dem derzeitigen und medial aufbereiteten Flüchtlingsdrama beschäftigen möchte, sollte über den Tellerrand hinausblicken und die Verantwortlichkeiten feststellen, um an den Kern dieser Geschichte zu gelangen. Und an jene, welche die Kriege über die Massenmedien verkaufen. Auch die österreichischen Gazetten sind derzeit sehr bemüht, das Flüchtlingsthema moralisch aufzubereiten, um – nach einer Eigendarstellung dieser Medien – zu helfen, ja, richtig zu helfen. Aber nur wenige Seiten weiter wird er wieder verkauft: der Krieg, der natürlich „gerechte“ Krieg.

Für das kommende Jahr sind zwei Medien-Installationen geplant, welche sich einerseits mit der von den Politikern und den Massenmedien kolportierten wie unbewiesenen Geschichte zu 9/11, andererseits mit der Drogenlüge befassen werden. In Sachen Film werden derzeit die Projekte „Whistblower“ und „Schreibtischtäter“ vorbereitet.

 

Freitag
13
November 2015

Aussicht auf das Jahr 2016 für die Tätigkeit des Kulturvereins BOLLWERK. Teil 1.

 

Aufgrund finanzieller Engpässe konnte dieses Jahr zwar eine Reihe geplant, einiges halbwegs vorbereitet, aber nur wenig produziert werden. Hinzu kommt, dass sich die Orientierung nun nach außerhalb (u.a. Wien, aber auch Deutschland) verlagert hat.

 

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Held, der Soldat. Video: Rüdiger Rohde, Lyrik: Christian Ropez. Am 6. Dezember 2015 im Rahmen des „Art Visuals & Poetry Festivals“ in Wien, METRO-Kino.

 

Nachdem sich außerdem herausgestellt hat, dass die Stadt Wr. Neustadt für anspruchsvolle Kultur mit Herz und Hirn nicht (mehr) in Frage kommt sowie eine private Anmietung von Räumen extrem kostspielig ist, wird zukünftig von uns davon abgesehen werden, dort mit Projekten an den Start zu gehen.

Letzterer Entschluss hat natürlich mit einer gewissen Zwangsläufigkeit zu tun. An einer derzeit in der Stadt grassierenden Schleimerei, um an kleine vermeintliche Kulturgaben oder an kaum vorhandene Räume zu kommen, werden wir uns definitiv nicht beteiligen. Keine Packeleien mit Geistlosigkeit, Inkompetenz und dubiosen Charakteren bei den städtischen Amtsträgern. Keine Anbiederung an Leute, die unter dem Vorwand, den Schuldenberg der Stadt abzubauen, die verbliebenen Teile und Reste an Kulturarbeit, Bildung und Sozialwesen zu vernichten gedenken. Und mit ihnen auch Personal abzuschieben versuchen, welches nicht stromlinienförmig, aber bislang intelligenter und effektiver als die Verursacher des Ab- und Raubbaus in Erscheinung getreten ist. Das bezieht sich übrigens nicht nur auf die desaströse Entscheidung der aktuellen Stadtregierung, das wertvolle Jugendkulturreferat aufzulösen.

 

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Nichts hält ewig. Ewigkeit, auf der 6. BANALE im kommenden Jahr.

 

Das heißt nicht, dass wir uns gänzlich von der Stadt abwenden werden. Das heißt auch nicht, dass wir den kulturellen und intellektuellen Niedergang, der bereits vor der neuen Stadtregierung eingesetzt hatte, forthin nur ignorieren werden. Wir werden in Zukunft sehen, was sich auf einer anderen Ebene und abseits der Stadt organisieren lassen könnte. Vielleicht in Kooperation mit anderen, angefangen in Sachen Öffentlichkeitsarbeit, vielleicht auch ohne. Denn auf irgendetwas angewiesen sind wir hier glücklicherweise nicht.

 

Mittwoch
11
November 2015

Kunstkörper II

 

Die begnadete Künstlerin Ini K. hat exclusiv für BOLLWERK eine weitere Arbeit aus der Reihe „Kunstkörper“ vorgestellt. Abseits von Blümchenparaden, Blasmusik und provinzieller Wandkritzeleien hatten wir die Ehre, dieser Veröffentlichung im kompetenten Kreise beiwohnen zu dürfen.

Wir waren begeistert! Ini K. hat uns auch mit dem vorgelegten Sujet „Bettspannlaken“ ihre avantgardistische Genialität im Kontext einer unerreichten handwerklichen Geschicklichkeit erneut eindrucksvoll demonstriert. Der selbstbestimmende Charakter lässt auch hier die oberflächlich glatten Flächen der herrschenden Fremdbestimmung in einer formvollendeten Inclusion dividieren, die ihresgleichen sucht.

 

Kunstkörper II

Formvollendung endlos: das Sujet „Bettspanntuch“ von Ini K. (Alternativ: „Bettspanntuch mit Socke“).

 

Ini K. benötigt künstlerisch keine Vereinigung mit anderen, Ini K. vereinigt autark die Kunst in sich selbst und in ihren beeindruckenden Werken. Kunstfreiheit abseits des Glaubens an Gesagtes und Getue bekommt mit Ini K. eine neue Dimension, welche mit den ersten dreien kaum mehr zu erfassen sein dürfte.

 

 

Donnerstag
15
Oktober 2015

EIN ABEND FÜR PANZA PLATTE: TOTGEGLAUBT / GENERAL GUGLHUPF

Am Donnerstag, den 8. Oktober 2015, 21 Uhr, im CHELSEA, Wien.

Martin Panza, der österreichische Punk-Supporter erster Stunde und nebstbei auch “Entdecker” der Wr. Neustädter Szene, wird exakt an diesem Abend 55 Jahre alt!!!
Folgende Programmpunkte sind geplant:

Vorführung eines ca. 25 minütigen Teasers über die Musik-Doku
“Es fängt von Neuem an – das Leben + Sterben der Wr. Neustädter Musik-Szene in den 1980er Jahren” (Publishing April 2016)

(Der Teaser von Karin Neumüller sollte ursprünglich auf dem Wr. Neustädter Sommekino-Traum ausgestrahlt werden, welcher aus bekannten Gründen abgesagt werden musste).
15 minütiger Auftritt von GENERAL GUGLHUPF
30 minütiger Auftritt von TOTGEGLAUBT
TOTGEGLAUBT:
Diese Band rekrutiert sich aus den noch lebenden Resten der einstigen Wr. Neustädter Musik-Szene … d.h. …ehemalige Mitglieder von X-beliebig (Zoltan Daroczi, Bernd Bechtloff, Franz Heuschneider), Dämmerattacke (Thomas Guth, Erich Allinger) sowie der Bates Men (Dieter Nemetz, Hannes Eder) interpretieren alte Songs von X-beliebig, Dämmerattacke + Bates Men auf neue bzw. andere Weise.

Dj ALFI

 

EINTRITT FREI!

 

http://www.chelsea.co.at/concerts.php#concert_4644

Mittwoch
07
Oktober 2015

Schall und Raum

Innovative Klangskulpturen von Ulla Rauter und Andreas Trobollowitsch.

 

Schall & Raum

 

 

„Die künstlerische Herangehensweise von Ulla Rauter und Andreas Trobollowitsch bewegt sich gewissermaßen diametral: Beide verwenden für ihre selbstgebauten Instrumente eigens entwickelte Technologien zur Klangerzeugung – hier mittels digitaler Vertonung von physischen Signalen, dort durch Übertragung elektronischer Bewegung auf einen realen Klangkörper.“

 

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Feedbackbox (Hintergrund), Walkmanpaintings (Vordergrund).

 

Am Sonntag, den 27. September ist der letzte Tag dieser Ausstellung! Die beiden Künstler werden ab 11.00 Uhr am Vormittag vor Ort sein und eine Vorführung geben.

Absolut sehens- und hörenswert!!!

St. Peter an der Sperr, Wr. Neustadt.

 

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Donnerstag
24
September 2015

Die, die sich „Identitäre“ nennen – eine weitere Unkultur?

 

Derzeit wird in Wr. Neustadt etwas Wind um eine Gruppierung gemacht, die sich wenig originell politisch am äußeren rechten Rand positioniert hat und von dort Stimmung gegen Flüchtlinge/Asylanten/Migranten macht.

Die Gruppe nennt sich die „Identitären“, was bei einer oberflächlichen Betrachtung etwas kurios anmutet, scheinen deren Mitglieder äußerlich einer gewissen US-Affinität nachzuhängen. Der Zusammenhang zwischen den kulturlosen Vorbildern und einer vorgeblichen österreichischen Heimat wirkt befremdlich.

Ein Blick auf die österreichische Homepage dieser „Identitären“ zeigt auf, dass sich diese in erster Linie an junge und jüngere Menschen wendet, also an jene Bevölkerungsgruppe, die noch formbar ist. Der Inhalt der Seite besitzt einen ideologischen Überbau „völkischer“ Art und damit eine Nähe zur Nazi-Ideologie. Womit die Betreiber dieser Seite, die aus dieser Ecke kommen, allerdings nichts zu tun haben wollen.

Eine Fremdenfeindlichkeit wird bestritten, obwohl sich die Rhetorik in erster Linie gegen diese richtet. Es wird von „Ethnopluralismus“ geredet, ein Begriff, mit dem schon zu Zeiten Nazideutschlands deren Reichs-Redakteure gerne hantiert hatten. Ethno nach der „Säuberung von Schädlingen“, Pluralismus nur unter Kontrolle des NS-Regimes und seiner Rasse-Konstruktionen.

Konsequenterweise wird zwischen Flüchtlingen/Asylanten/Einwanderer nicht differenziert. Mitmenschliche Aspekte gegenüber diesen Menschen sucht man vergeblich. Zwar wird die Flüchtlingspolitik in Österreich und in der EU – zu recht – kritisiert, aber es wird nicht einmal hinterfragt, warum dem so ist. So bleibt die Kritik an der EU auch nur verschwommen und alles andere als konkret.

Hintergründe über die Flüchtlingsbewegung gibt es nicht; nichts über die Kriegsursachen, nichts über die wirtschaftliche Lage in den jeweiligen Ländern, nichts über Interessen, Zusammenhänge und Verantwortlichkeiten. Somit wird auch die Rolle der USA komplett ausgeblendet. Es ist geradezu verräterisch, diesen wichtigsten Aspekt außen vor zu lassen, denn die Masse der Flüchtlinge kommen aus jenen Ländern, in denen die USA Krieg führten oder noch führen.

Die Beleuchtung dieser Hintergründe würde den „Identitären“, die vorgeben, sich Sorgen um ihre Identität zu machen, den Boden entziehen. Der Gegner, der Verursacher der menschlichen Tragödie, der Verursacher der Massenflucht, würde auf genau der anderen Seite der Agitation vorzufinden sein. Genau das ist offensichtlich nicht gewünscht.

So bleibt der Eindruck übrig, dass es sich bei den „Identitären“ nicht nur um eine „Bewegung“ der Bauernfängerei handelt, welche zumeist jüngere Leute aufklaubt, die sich „irgendwie verarscht fühlen“, ohne aufgrund niedrigen Bildungsgrades zu einer genaueren Definition fähig zu sein und sich in eine Richtung motivieren lassen, die sie bei eigener Unkenntnis weiterhin und noch besser verarschen lässt. Sondern auch um eine Organisation, deren rechtsgerichtete Initiatoren bestimmte Interessengruppen bedienen. Nazi-Gruppen dienten schon immer als Fußvolk für faschistisch orientiere Eliten. Und es sind die USA, welche sich hierin in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart dieser Mittel weltweit mit einer unglaublichen Penetranz bedient haben.

Da diese USA wiederum auf ihre Verbündeten/Vasallen/Marionetten in der NATO/EU usw. zurückgreifen können und die Betrachtungen der letzten 30 Jahre an geheimdienstlicher Tätigkeit allein in Deutschland einen gewissen Rückschluss erlauben, wäre es sehr verwunderlich, wenn den „Identitären“ keine geheimdientliche Struktur zugrunde liegen würde – wie bei allen anderen.

Der österreichische Verfassungsschutz hat derzeit jedenfalls nichts dagegen. Möglicherweise wissen sie und ihre Masterminds über die Identitäten der „Identitären“ besser Bescheid als wir.

 

 

 

Textbeispiele von der österreichischen Homepage der „Identitären“:

 

„In den letzten Jahrzehnten wurde von Konzernen, Politikern und linken Medien eine Entwicklung in Gang gesetzt, die heute ihren schrecklichen Höhepunkt erreicht. Es findet ein „großer Austausch“ statt…“

Von welchen Medien ist hier die Rede? Wo sind in Österreich „linke“ Medien zu finden? Dazu ausgerechnet „Konzerne“ in einem Satz mit dem Begriff „links“ zu verbinden (Unterstellung einer gleichen Interessenslage) weist auf den verlogenen Hintergrund der „Identitären“.

 

„Überall erleben wir eine rasende Islamisierung. Dschihad-Netzwerke bilden sich in den Multikulti-Ghettos. Unser Land ist ein Pulverfass.“

Das klingt dramatisch und für schlichte Gemüter bedrohlich. „Dschihad-Netzwerke“, zu denen sich die „Identitären“ wahrscheinlich nicht zählen möchten, bilden sich nicht nur in, sondern auch außerhalb von „Multikulti-Ghettos“, so auf Facebook, in den Massenmedien, bei den Sicherheitsbehörden und in der US-Botschaft. Die Frage ist, woher der Betreiber der Seite es genau mit den Ghettos wissen will, wenn es sich nicht nur um eine bloße böswillige Unterstellung handelt. Denn im Bilde, wie es sich mit den islamistischen Söldnern verhält, ist der Autor sichtlich nicht.

 

„Dabei hilft Einwanderung eigentlich niemandem. Weder uns, noch den ärmeren Ländern, aus denen die Fremden nach Europa strömen. Dennoch erhöhen  unsere Politiker den Massenzuzug von Ausländern Jahr für Jahr. Sie „importieren“ sich so ihre Wählerstimmen. Und die internationalen Konzerne wollen billiges Arbeitsmaterial, das bei uns die Löhne drückt. Jedes Jahr steigt die Belastung

Hier wird ein wenig Verständnis geheuchelt, bei dieser Gelegenheit die Flucht, Vertreibung und Aufnahme in der Not mit „Einwanderung“ gleichgesetzt und mit der zynischen Behauptung flankiert, dass die „Fremden“ aus „ärmeren Ländern“ kommen würden. Die Tatsache, dass in zahlreichen „ärmeren“ Ländern vor der Zerstörung ein relativ hoher Lebensstandart vorhanden gewesen war, wird geflissentlich unterschlagen. Der „Import“ von Wählerstimmen ohne Wahlberechtigung ist ein misslungener Witz.

 

Neben den vielen polemischen und ermüdend dämlichen Passagen, auf die wir hier nicht eingehen wollen, noch die folgende Zitatabfolge:

„Unsere Feinde sind nur jene die unsere Identität bedrohen, keine imaginären Achsen des Bösen oder Weltverschwörungen…“

Der Begriff der „Feindschaft“ gegenüber jenen, die eine nicht offensichtliche „Identität“ im US-Look angeblich bedrohen, lässt viel Spielraum und einige Interpretationen zu. Feindschaft bedeutet nebenbei das Ende der Diskursfähigkeit, deren Anfang bislang auch nicht beobachtet werden kann. Was das mit dem in US-Jargon bezeichneten „Achsen des Bösen“ (Oh, Gott, kommen nicht von dort die Flüchtlinge???) und der Plattheit einer dumpfen „Weltverschwörung“ zu tun haben soll, bleibt offenbar der kindlichen Phantasie eines Zurückgebliebenen überlassen.


„Wir lehnen jeden Antisemitismus ab ohne in eine pathologische Überidentifikation mit Israel zu kippen…“

Der Autor hatte es offenbar für nötig gehalten, die Ablehnung von Antisemitismus in seinen Text unterzubringen, um nicht über diesen Weg als Nazi hingestellt zu werden. Hat aber nichts mit dem Thema „Flüchtlinge“ und „Islam“ zu tun. Außerdem ist der Apartheitsstaat Israel, ebenfalls ein Bestandteil des Vertreibungsszenarios in Nahost, so schön rechtsextremistisch, dass ein derartiges Statement nur allzu leicht fallen dürfte.

 

„Dass Israel und USA ein strategisches Interesse daran haben, dass in Europa kein islamisches Kalifat entsteht ist nur verständlich…“

Aha, ein schöner Nullsatz. Verständnis wofür? Dass die meisten Moslems von den USA und ihren Lakaien bereits vor der Grenze umgelegt werden? Davon abgesehen haben auch wir ein strategisches Interesse daran, dass beispielsweise aus der Rente keine Sozialhilfe wird.

 

„Wir haben ein identitäres, existenzielles Interesse daran und freuen uns über jede Unterstützung. Wir wollen nicht zu einer willenlosen Schachfigur in einer transatlantischen, westlichen Allianz werden, sondern selbstbewusst und eigenständig auftreten. Unsere Probleme mit der galoppierenden Islamisierung stehen in keinem direkten Zusammenhang zur US-Politik im Nahen Osten und beides muss getrennt betrachtet und diskutiert werden.“

Dieser Schluss ist als Karikatur grandios. Keine willenlose Schachfigur in der westlichen Allianz sein wollen und deswegen die Flüchtlinge aufs Korn nehmen. Logisch. Die Angabe, dass die „Identitären“ ihre „Probleme“ in „keinen direkten Zusammenhang zur US-Politik im Nahen Osten“ sehen, wobei Afrika vergessen wurde, entzieht ihnen gleich selbst den Boden ihrer kaum vorhandenen Argumentation. „Eigenständig“ auftreten, um eigenständig die US-Intersssen zu vertreten, ja, als wenn irgendwelche Handlanger jemals eigenständig gewesen wären. Betrachtet wird vom in der Identitätskrise befindlichen Autor gar nichts, womit sich eine Diskussion erübrigt haben dürfte. Punkt. 

 

Freitag
28
August 2015

Syrische Flüchtlinge in Hittisau

 

In Syrien ist jeder Mensch mit seinem Leben bedroht. Sei es durch die direkte Konfrontation mit dem Krieg, durch Todesschwadronen, durch Terror. Selbst in den wenigen noch verbliebenen relativ ruhigen Gegenden ist die Bevölkerung einer ständigen Bedrohung durch Artillerieüberfälle und Autobomben ausgesetzt.

In Österreich dagegen ist es ruhig, dort herrscht Frieden und auch Wohlstand. Auf internationaler Ebene hält sich das Land politisch weitgehend zurück, auch wenn es als Mitglied der EU deren über den Staat Syrien verhängten Sanktionen mitträgt. Und vielleicht noch dies und das mehr…
Hittisau ist eine kleine Gemeinde mit rund 1.900 Einwohnern mitten im Bregenzerwald in Vorarlberg. Der Ort ist landwirtschaftlich geprägt und besitzt eine eigene Dorfsennerei. Mehrere klein- und mittelständische Handwerksbetriebe haben sich angesiedelt. Die vorhandene Infrastruktur mit Lebensmittel-, Kleider- und Sportgeschäften sowie einem Weltladen ist als gut zu bezeichnen, zumal die Gemeinde auch touristisch erschlossen ist. Zahlreiche Ferienwohnungen und Gästezimmer stehen für Gäste zur Verügung. Und wer sich gerne bekochen lassen möchte, kann gleich unter mehreren Haubenrestaurants auswählen.

www.hittisau.at

 

Als Ende 2014 das Bundesland Vorarlberg nach Unterkünften für Flüchtlinge suchte, hatte sich Manfred Felder aus Hittisau bei den Behörden gemeldet und seine Unterstützung angeboten. Herr Felder ist der Pächter des alten Gasthauses „Zum Goldenen Adler“ im Dorfzentrum von Hittisau, dessen Gastwirtschaft von ihm mit der Unterstützung der Kellnerin Sabine Dorner betrieben wird. Das Gasthaus besitzt im Obergeschoß eine Reihe von Gästezimmern, welche zu diesem Zeitpunkt nicht genutzt wurden.

Nachdem die Gemeinde das Angebot von Herrn Felder angenommen und die Caritas die Unterkünfte auf die vorgeschriebenen Anforderungen hin mit einem positiven Befund überprüft hatte, waren im Januar 2015 acht männliche Flüchtlinge aus Syrien in den „Goldenen Adler“ eingezogen. Deren Zimmer werden durch die Caritas finanziert, während für die Verpflegung die Flüchtlinge eigenverantwortlich sind. Das entspricht dem in Vorarlberg weitgehend übliche Modell. Die acht Syrer sind somit in der Lage, sich ihr Essen in der ihnen gewohnten Weise zuzubereiten. Das wird von ihnen selbst auch bevorzugt.

Bei den Flüchtligen aus Syrien handelt es sich um

Ya., einem Landwirt, dessen Familie noch in der Türkei festsitzt
Ba., von Beruf Seifensieder
Ad., Französischlehrer
Im., Tischler
Ach., Chemiker
Sh., Fernsehtechniker
sowie die Brüder Khalil und Yasan, von denen der Letztere in seinem Maturaabschlußjahr aufgrund der Kriegsumstände flüchten musste und daher leider über keinen Abschluß verfügt.

 

Hittisau-001Foto: S. Dorner

 

Sechs von den Syrern haben mittlerweile einen Aufenthaltstitel (Konventionsflüchtlingspass) und somit Zugang zum Arbeitsmarkt, zwei von ihnen befinden sich noch im Asylverfahren.

Spannend war zweifellos die Antwort auf die Frage, wie die Unterbringung von Flüchtlingen in Hittisau von den eher konservativen Einheimischen aufgenommen werden würde. Natürlich gab es die unterschiedlichsten Reaktionen und somit auch negative. Aber insgesamt sollte sich die Aufregung als nicht allzugroß darstellen.

Es zeigte sich, dass es sehr von Vorteil war, die Flüchtlinge nicht irgendwo an den Rand des Dorfes zu isolieren, sondern sie mitten in den Ort einzuquartieren. Dadurch bekam die Bevölkerung die Gelegenheit, die syrischen Männer, von denen nun zwei auf geringfügiger Basis im Gasthaus servieren, direkt kennen zu lernen. Das trug entschieden dazu bei, Vorurteile niederzureißen und einen Umgang zu pflegen, der so normal ist, wie alle Beteiligten es selbst sind.

 

Hittisau-002Foto: C. Nenning

 

Die Akzeptanz gegenüber den Flüchtlingen und deren Integration hatte dann gute Fortschritte gemacht. Aus der Bevölkerung wurden unter anderem Fahrräder gespendet, um die Mobilität der syrischen Männer zu erhöhen, Ausflüge wurden organisiert. Es gab sogar Anfragen für kleinere Arbeiten, womit die Syrer hätten sich ein wenig dazu verdienen können. Dies scheiterte aber trotz Arbeitsbewilligungen (sechs der Flüchtlinge) bislang an bürokratischen Hürden. Die Flüchtlinge, die alle fleißig an einem Deutschunterricht teilnehmen, hatten im Gegenzug bisher drei syrische Abende im Gasthaus gestaltet und jewerils ein syrisches Buffet gekocht. Diese Abende wurden erfreulicherweise von den Einwohnern in Hittisau äußerst gut besucht.

 

Hittisau-003Foto: S. Dorner

 

Tatsache ist allerding auch, dass der gute Verlauf vor allem dem persönlichen Engagement des Herrn Felder und auch der Frau Dorner zu verdanken ist. Die mobile Betreuung der Flüchtlinge erfolgt durch die Caritas nur zweimal die Woche. Die Hauptlast der Betreuung und auch der Verantwortung liegt bei Herrn Felder und Frau Dorner, die mittlerweile in der Gemeinde eine Arbeitsgruppe gebildet haben, um die Aufgaben ein wenig auzuteilen. Die Flüchtlinge benötigen nach wie vor Unterstützung bei den allgemeinen Abläufen, bei der Übersetzung, bei dem Ausfüllen von behördlichen Dokumenten usw. Da Herr Felder in seinem Gasthaus auch wohnt, ist er als erster und unmittelbarer Ansprechpartner für die Flüchtlinge immer präsent. Und die danken es ihm aus ganzem Herzen.

 

Christine Nenning

 

Hittisau-004Foto: S. Dorner

 

 

Mittwoch
12
August 2015

DISASTER MOVIES, REQUIEMS AND REMIXES • TEXTFILM MADE IN AUSTRIA

Im Rahmen des dotdotdot-Filmfestivals unter der Leitung von Lisa Neumann in Wien ist am Samstag, den 8. August 2015, 21.30 Uhr, ein sehenswertes „Special“ zu sehen.

Das Art Visuals & Poetry Filmfestival unter der Leitung von Sigrun Höllrigl hat hier den Raum bekommen, um die besten Beiträge des Vorjahres abermals zu präsentieren.

 

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„Disaster Movies“ ist keine leichte, aber dafür eine wunderschöne und schwermütige Kost. Wir sind mit den „Ostfrontsuppen“ dabei, aber alle Filme sind absolut sehenswert!!!

http://www.dotdotdot.at/programm/disaster-movies/

 

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Hier der Link zur Festival-Seite von dotdotdot mit den weiterführenden Informationen:

http://www.dotdotdot.at/wann-wo/

Mittwoch
05
August 2015

Kunstkörper

 

Lange hatte Wr. Neustadt auf echte Mitbewerber in der heimischen Kunstszene warten müssen.  Jetzt ist sie endlich – auf der Durchreise – bei uns angekommen: Ini K.

Abseits jeglicher hausfräulichen Nebenbeschäftigung und nichtssagender Mediendiskurse in der Klatschpresse bringt sie ihr gesellschaftliches Anliegen auf den Punkt.

 

INI-2_bearbeitet-02-0Formvollendete Körper: das Sujet „Matratzenschoner“ von Ini K.

 

Das Herunterleiern unwichtiger Persönlichkeiten vor einer Ausstellung haben mit den Objekten von Ini K. entgültig in der Mülltonne der selbstverliebten Konservativen ihren gerechten Platz gefunden. Diese Kraft und Wucht der Objekte von Ini K. entlarven geheucheltes Interesse und Vermögen noch vor Ort. Sie reduzieren auf das selbstbestimme Wesentliche und entblößen gnadenlos die Scheinheiligkeit der glatten Oberfläche. Unserer Oberfläche.

 

INI-1_bearbeitet-01-0Selbstbestimmende Abstraktion der Tatsächlichkeit: das Sujet „Matratzenschoner“ von Ini K.

 

Wir freuen uns auf weitere Arbeiten von Ini K. und hoffen, sie eines Tages mit einer großen Werkschau in Wr. Neustadt begrüßen zu dürfen.

 

Donnerstag
16
Juli 2015

Stellungnahme zum Artikel „Für 2016 werden Filmpläne gewälzt“ in der NÖN.

 

Mit Verwunderung registrierten wir den heute in der NÖN erschienenen Artikel „Für 2016 werden Filmpläne gewälzt“. In diesem zeigte sich der neue Kulturstadtrat Franz Piribauer überrascht über das (diesjährige) Aus des Sommer-Kino(T)raums in Wr. Neustadt.

Wir vom Verein BOLLWERK sind überrascht ob dieser Ahnungslosigkeit innerhalb des überschaubaren Kulturressorts. Machbarkeiten hängen gewöhnlich auch von finanziellen Rahmenumständen ab. Sollten diese nicht zustandekommen, ist es um die Machbarkeit schlecht beschieden. Deutlich wird dies immer am Ende, nie am Anfang.
Der neue Kulturstadtrat spricht ungeachtet dessen davon, dass er das Thema „Film 2016“ weiterentwickeln und Wr. Neustadt „noch mehr“ als „Filmstadt“ positionieren wolle. Er schwelgt in der Vergangenheit und nennt mit C. Dostal ausgerechnet einen wenig erfolgreichen Darsteller, der bereits vor langer Zeit nach Übersee ausgewandert ist. Mehr fällt ihm in dem NÖN-Artikel dazu nicht ein, freut sich aber, wenn eine externe Produktionsgesellschaft einen Dreh auf dem hiesigen Hauptplatz vornimmt, um es als Erfolg zu verkaufen. Für wen eigentlich?

Mit der Stadt selbst hat das real alles nichts zu tun. Die städtische Bilanz in Sachen „Film“ ist nach der Amtsübernahme des neuen Kulturstadtrates ernüchternd. Dieses Jahr wird es weder den Sommer-Kino(T)raum noch die BANALE in Wr. Neustadt geben. Und vielleicht auch nicht mehr darüber hinaus.

 

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Wir stellen fest, dass Wr. Neustadt keine „Filmstadt“ war, keine „Filmstadt“ ist und unter den gegebenen Umständen auch niemals sein wird. Wer Film in der Stadtverwaltung weiterentwickeln möchte, ist uns ebenfalls ein Rätsel. Das setzt eine gewisse Kompetenz und vor allem Interesse voraus, dazu Organisationstalent und eine Vision. Wie soll etwas weiterentwickelt werden, was von städtischer Seite auch in der Vergangenheit nie entwickelt worden war?

Entwickelt“ wurde „Film“ in Wr. Neustadt allein nur durch Privatinitiative. Das waren Paagida um Bernd Breitfellner und Helmut Puritscher mit dem Sommer-Kino(T)raum, welcher gleichzeitig auch eine Plattform für regionale Filmer geboten hatte. Das war und ist Winfried Koppensteiner mit dem Filmverein DEAKARTE, spezialisiert auf „Nischen-Filme“. Und es war der Kulturverein BOLLWERK mit seiner No-Budget-Filmreihe BANALE, welche als einzige Veranstaltung in der Stadt auch inhaltlich von und mit zumeist städtischen oder regionalem Stab vor Ort produziert worden ist. Und das unter widrigsten Umständen.

Auch die Behauptung des neuen Kulturstadtrates, in erster Linie die heimischen Kulturschaffenden oder auch Filmschaffenden zu unterstützen, erweist sich nun als eine leere Worthülse. Die BANALE, obwohl Bestandteil eines hiesigen Kulturpreises, wurde erst gar nicht thematisiert. Die Ignoranz gegenüber den innerstädtischen Filmern passt nicht so recht zu den öffentlichen Behauptungen.

Der einzige Austragungsort für die 6. BANALE in Wr. Neustadt, das Stadttheater, würde dem Verein BOLLWERK etwa 1.800,- Euro an Miete für einen Abend kosten. Das ist einfach zu viel für ausschließlich ehrenamtlich tätige Wr. Neustädter/innen, zu viel für nichtkommerzielle Filmkultur. Das Ansuchen um Mietnachlaß durch unseren Obmann, Rüdiger Rohde, wurde allerdings erst gar nicht beantwortet. Auch nicht auf Nachfrage.

Die erst nach der 2. BANALE entstandene 1. FRONTALE wiederum ist zwar eine durch das Jugendreferat aufgestellte städtische und somit bezahlte Veranstaltungsreihe, diese wurde allerdings auch erst aufgrund der persönlichen Initiative des von uns sehr geschätzten Teams um Christoph Gausch und Stefan Kumnig sowie Reinhard „Asti“ Astleitner“ möglich. Immerhin wird die FRONTALE in dem genannten Artikel von dem neuen Kulturstadtrat erwähnt, wenn auch nur als „so ein Segment“.

Das ist für uns eine unverständliche Abwertung. Sicher, Lizenzen für auch internationale Filme werden durch einen Wettbewerb erworben oder angekauft, im Gegensatz zur heimisch produzierten BANALE, doch sind der FRONTALE auch die Jungens von Doomsday-Films angeschlossen – und die sind aus Wr. Neustadt.

Das alles verspricht für die Zukunft nichts Gutes. Weder für Film noch für andere Projekte. Das angebliche „Wälzen von Filmplänen für 2016″ allein deutet auf eine gewisse Unergiebigkeit hin. Wir erkennen keinen Plan. Und sollte es doch einen geben, von dem wir keine Kenntnis haben, dann ist dieser höchst destruktiv für Wr. Neustadt.

Der Kulturverein BOLLWERK, Wr. Neustadt.

www.bollwerk.co.at

Montag
06
Juli 2015

Ausgeträumt: Sommerkinotraum 2015.

Jetzt ist es – quasi – amtlich: der Sommerkinotraum in Wr. Neustadt ist ausgeträumt. Zumindest für dieses Jahr. Was nächstes Jahr sein würde, wisse er noch nicht, da könne alles möglich sein oder auch nicht, so Helmut A. Puritscher uns gegenüber. Er bildet zusammen mit Bernd Breitfellner das Veranstalter-Team, welches heuer nun nicht veranstaltet.

Was Sache ist, kann auf der Homepage des Kinosommertraums nachgelesen werden:

http://www.sommerkinotraum.at/

Dazu noch ein Artikel aus der NÖN:

http://www.noen.at/nachrichten/lokales/aktuell/wiener_neustadt/Heuer-kein-Sommerkino;art2575,646097,F#artTabs

 

2094545_m3w460h260q75v9451_440_0008_6269102_wrn27p_Soki4spsFoto: Franz Baldauf.
Wir vom Kulturverein BOLLWERK bedauern diese Entscheidung sehr, weil der Sommerkinotraum auch für regionale Filmemacher und für nicht kommerzielle Filme eine Plattform geboten hatte. Vorbereitete Arbeiten feiern nun keine Premiere in Wr. Neustadt.

Auch um die Kurzfilmreihe BANALE steht es in diesem Jahr schlecht. Wie der Sommerkinotraum kann die 6. Banale in erster Linie aus wirtschaftlichen Gründen nicht veranstaltet werden. Auch wenn hier weitaus geringere Beträge eine Rolle spielen. Denn es handelt sich bei der BANALE um eine ehrenamtlich durchgeführte No-Budget-Veranstaltung, die immerhin Bestandteil eines Kulturpreises der Stadt gewesen war. Ärgerlich war nebenbei auch der Umstand, dass ein Ansuchen um Mietminderung für einen Abend im Stadttheater von der Stadt erst gar nicht beantwortet worden ist. Außerdem wurde von irgendeinem Schwachkopf die BANALE-Website gehackt, so dass diese vom Netz genommen werden musste.

 

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So soll es sein, haben wir uns gedacht und uns an die Arbeit gemacht, außerhalb von Stadt und Bezirk Wr. Neustadt den Raum zu suchen, der für uns notwendig ist. Die Gespräche und Kooperationsvorhaben mit anderen Veranstaltern sind in Gange.

 

Mittwoch
01
Juli 2015

Florian Jakowitsch – Fleisch und Transzendenz

Derzeit in St. Peter an der Sperr anzuschauen:

„Transzendenz und Fleisch“ von Florian Jakowitsch, der in seiner vermutlich letzten Ausstellung in Wr. Neustadt eine Art Querschnitt über sein Schaffen präsentiert.

 

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Bei der Eröffnung hatten wir leider nicht anwesend sein können, doch konnte zumindest die Besichtigung nachgeholt werden. Dies ist bis zum 12. Juli auch für alle anderen möglich. Danach wird es zu spät sein.

 

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Und für alle, die ebenfalls verhindert waren, hier noch zwei Links:

http://www.meinbezirk.at/wiener-neustadt/kultur/florian-jakowitsch-der-versprengte-wolf-in-st-peter-d1388929.html

http://www.wnkultur.at/news/118-fleisch-und-transzendenz

 

Freitag
19
Juni 2015

Silvio Sinzinger & Freedom im SUB

 

Silvio Sinzinger hat mit „Silence“ ein zweites Album fertiggestellt.  Zusammen mit der Band Freedom wird das Ergebnis am 15. Mai im SUB präsentiert.

Außerdem spielen „Handle with care“.  Diese Gruppe kommt auch aus Österreich, auch wenn sie offenbar nicht danach klingen möchte.

 

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Dienstag
12
Mai 2015

„The Joshua Trees“ im SUB

 

The Joshua Trees.

Freitag, 17. April 2015.

Im SUB.

Wr. Neustadt, Singergasse 6-8.

Einlass: 20.00 Uhr. Beginn: 21.00 Uhr.

Preis: 12,- Euro.

 

Montag
13
April 2015

Vernissage und Ausstellung „Augenschmaus“

 

 

 

Montag
06
April 2015
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