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Art Visuals & Poetry – Festivalnews

 

Wir möchten an dieser Stelle noch die Gewinner des Poetry-Film-Festivals nennen, unter denen – bei aller Bescheidenheit – auch wir zu finden sind:

 

Unbenannt

(Zum Vergrößern bitte auf die Abbildung klicken). 

 

Herzlichen Glückwunsch!

 

 

Montag
09
Dezember 2019
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Art Visuals & Poetry Film Festival vom 29. NOV. BIS 1. DEZ. 2019

 

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Das absolut empfehlens- wie sehenswerte Art Visuals & Poetry Film Festival startet in seiner 5. Ausgabe am 29. November und läuft bis zum 1. Dezember 2019 im Metro-Kulturhaus-Kino (Johannesgasse 4) in Wien. 

Wie mittlerweile üblich, wurde dieses von Sigrun Höllriegl mit aller Liebe und Leidenschaft organisierte Festival in mehrere Sparten unterteilt. Hier ein Überblick:

29. NOV 17:00  – POETRY FILME DER ANGEWANDTEN HAUPTSAAL

29. NOV 19:00  FOKUS USA – SPECIAL GUESTS ZEBRA FESTIVAL (D) HAUPTSAAL

29. NOV 21:30 WETTBEWERB  I – DOKS/REISEN HAUPTSAAL

30. NOV 17:00 WETTBEWERB II – ÖSTERREICH HAUPTSAAL

30. NOV 19:00 POETRY PERFORMANCE MIT SAXOPHON PLESKOW SAAL

30. NOV 19:30 FOKUS USA – MOTIONPOEMS HAUPTSAAL

30. NOV 20:00 FOKUS USA – THE BEAT GENERATION – DOKU PLESKOW SAAL

30. NOV 21:30 INTERNATIONALER PUBLIKUMSPREIS LIVE VOTING! HAUPTSAAL

1. DEZ 17:00 GEDICHTFILMWETTBEWERB SOPHIE REYER  HAUPTSAAL

1. DEZ 20:00 WETTBEWERB III – DEUTSCHLAND – SIEGEREHRUNG HAUPTSAAL

 

Eine genaue Programmübersicht gibt es hier:

https://www.poetryfilm-vienna.com/de/zeitplan/2019

Alles andere zum Festival dort:

https://www.poetryfilm-vienna.com/

Und speziell zu 2019:

https://www.poetryfilm-vienna.com/de/node/235

 

Wir sind mit dem Film „Desorientiert“ in der „Competition II – Austria“ vertreten (Samstag, 30. Nov., 17 Uhr, Hauptsaal):

https://www.poetryfilm-vienna.com/de/node/237

 

Das Festival endet am Sonntag, den 1. Dezember, mit der „Competition III – Deutschland“ ab 20 Uhr und der nachfolgenden Siegerehrung, bei welcher Gelegenheit die prämierten Filme nochmals ausgestrahlt werden. 

 

Gutes Gelingen für die einen, viel nachdenklicher Spaß für die anderen…

 

 

 

Donnerstag
28
November 2019
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FilTa – Die Filmtage im SUB am 22. und 23. November 2019.

 

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Die Filmtage – FilTa – stehen hier in Wiener Neustadt vor der Tür. Wir freuen uns, dass es gelungen ist, auf einem derart problematischen, anti-kulturpolitischen sowie undankbaren Boden wie Wiener Neustadt ein neues Film-Festival an den Start zu bringen. Und wir danken Euch, den „Machern“, bereits vor dem eigentlichen Beginn dafür!

Unabhängig, ehrenamtlich, ehrlich und aus purer Leidenschaft haben begeisterte ehemalige Mitarbeiter der aufgelösten FRONTALE aufgrund des desaströsen Umfeldes ihre Köpfe nicht hängen lassen, sondern unter dem heilsamen Verzicht städtischer Inkompetenz, Geldgier und vollkommen unbegründeter Arroganz ein eigenes Format auf die Beine gestellt.

 

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Das FilTa-Team: Jan Hestmann, Antonia Bernkopf, Lukas Konlechner, Christian Hofer, Elena Schwarz. Nicht im Bild: Philipp Zoufal

 

Das FilTa-Team hat dafür einen neuen Verein gegründet, weil dies in der ungerechten Förderlandschaft eine Notwendigkeit bedeutet. Das Budget ist nun bescheiden, dafür die Lust und die Freude an der Sache um so größer.

Mit weitaus geringeren Mitteln ist es gelungen, eine bemerkenswert umfangreiche Veranstaltung zu kuratieren. Diese beginnt bereits am Donnerstag, den 20. November, mit einem „FilTa-Warm-up“ im Triebwerk, wo heimischer Horror-Trash serviert wird.

Am Freitag, 22. November, im SUB dann die FilTa ab 17 Uhr mit zwei Kurzfilm-Blöcken. Ab 20.15 Uhr folgt der Langfilm „Inland“, eine aktuelle Dokumentation von Ulli Gladik. Dazu FilTa:

„Darin begleitet die Filmemacherin drei FPÖ-WählerInnen während der Nationalratswahl durch deren Bezirke und Beisl – ein aufschlussreicher und teils auch humorvoller Diskurs auf Augenhöhe! Im Anschluss Gespräch mit Regieassistentin Anna Holl.“

 

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Der Samstag, 23. November, startet um 15 Uhr mit der Reise-Doku „Couch-Connection“, bei der es auch um die Herstellung einer guten Geschichte geht. Ab 16 Uhr geht es weiter mit einem Dokumentar-Kurzfilmblock, dem um 17.15 Uhr der Animations-Filmblock folgt. Die letzten Kurzfilme, nun aus Österreich, werden ab 18.30 Uhr zu sehen sein.

Auch der Samstag hat einen Langfilm zu bieten, der um 20.15 Uhr beginnen wird. Bei „Mid 90s“ handelt es sich um einen Film aus den USA. Es beinhaltet ein Drama in der Skater-Szene von Jonah Hill, und es ist laut Jan Hestmann einer der gefühlvollsten Filme in dieser Kino-Saison. Lassen wir uns überraschen!

 

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Die Abende werden am Freitag wie am Samstag jeweils mit einer Partie abgeschlossen. Am Freitag ab 22 Uhr mit „DJ LINE SUB O RAMA @ SUB CAFE“ und am Samstag ab 23 Uhr mit der „Sweet 90s Party“, passend zu „Mid 90s“. Vielleicht können sich darin auch noch etwas ältere „Säcke“ aus den 80ern wiederfinden…

Der Eintritt ist frei! Hier der Spielplan mit allen weiteren Angaben:

 

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Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

 

Wir freuen uns!

 

Montag
18
November 2019
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Neuer Wiener-Neustadt-Kalender 2020

 

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Der neue Kalender – für das Jahr 2020 – von René Triebl widmet sich den Mosaiken und Reliefs an Wiener Neustädter Fassaden, welche zwischen den 50er- und 70er-Jahren geschaffen worden sind. 

Aber lassen wir hier René Triebl selbst zu Wort kommen:

 

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(Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken). 

 

Als Beispiel zeigen wir aus dem Inhalt das Motiv für den Monat Oktober 2020:

 

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Dieser schöne Kalender ist  für 18,- Euro zu erwerben, wobei wir gerne auch den bevorzugten Ort dieser Erwerbung nennen können:

BÜCHER HIKADE. Herzog-Leopold-Straße 23, 2700 Wiener Neustadt

http://www.buecher-hikade.at/

 

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Freitag
08
November 2019
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NÖ-Landesausstellung 2019 : Conclusio: Gedanken zur Metaebene. Teil 2

 

Von Arcimbaldo

 

 

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Manchem Leser mag derartige Betrachtung vielleicht überzogen und konstruiert vorkommen. Vergessen wir indes nicht, dass gerade Massenpsychologie, das Spiel mit Metaebenen, das bei weitem erfolgreichste Herrschaftsinstrument ist, was ja auch die neuesten Wahlergebnisse in unserem Land wieder eindrucksvoll bestätigen. Gewonnen hat erneut derjenige, der die Leute weniger mit Inhalten „belästigte“, sondern der ihnen die Teilnahme an etwas Größerem versprach, ohne auf Details allzu sehr einzugehen.

Der überwiegenden Teil der Bevölkerung sehnt sich nach wie vor nach einer Führerfigur, die ihnen die Arbeit einer eigenen Stellungnahme zur Welt abnimmt, sehnen sich nach Unterwerfung unter eine Struktur, die ihnen verspricht, ihre eigenen Defizite und ihre innere Leere aufzufüllen, sehnen sich nach einem Anrecht auf Schicksal.

Seit langem können wir beobachten dass stets immer derjenige/diejenige gewinnt, der/die auf diese traurigen Defizite eingeht (anstatt sie zu Recht zu kritisieren und zu versuchen, diese durch vermehrte Bildung zu eliminieren), und gleichzeitig verspricht, sie in all ihrer Unmündigkeit und Bequemlichkeit dennoch ernst zu nehmen, ihnen einen Lebensweg vorzeichnet, dem sie dann brav folgen können, auch wenn es sie ihre Freiheit und Selbstbestimmtheit, und wie im Fall der 30er Jahre, sogar ihr Leben kostet.

 

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Das Schattenkabinett von Platon ist dabei die historische Matrix und bereits ja seit der Antike bekannt.

Nach wie vor neigen die Menschen im Verharren einer Scheinwelt, solange sie unterhalten und irgendwie bedient und bauchgepinselt werden ( panem et circenses !). Noch heute können wir mit Unglauben beobachten, wie sich ganze Bevölkerungsteile der Wahrheit verschließen und lieber im Rausch der Konsum- oder anderer Scheinwelten verharren, sich dem Gang zum Licht verweigern, weil dieser zumindest ein Minimum an Eigeninitiative von ihnen fordern würde.

Unterschätzen wir daher dieses Instrument der Massenpsychologie nicht in ihrer durchschlagenden Wirkung, auch wenn die Zusammenhänge nicht auf den ersten Blick ins Auge fallen. Die Selbstverständlichkeit solcher Ereignisse und die meist völlig willfährige Annahme und Rezension derartiger Ereignisse sollte uns jedoch wirklich alarmieren!

Wir stehen alle offenbar in einem Krieg reich gegen arm, der mit subtilen Waffen und großem Aufwand ausgetragen wird, und den die meisten zudem als gar nicht einmal als wirklichen Krieg erkennen. Vergessen wir dabei erneut nicht, dass letztlich alle Kriege aus ökonomischen Gründen geführt wurden und werden. So gesehen ist wirklich der „Krieg der Vater aller Dinge“ und somit auch der Entwicklung von Herrschaftswissen, Unterdrückung und Sklaverei in allen ihren Formen.

 

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Die LA 2019 steht daher als vornehmlich politische Propagandaschau ebenso in dieser großer historischen Tradition. Sie ist zudem eine Veranstaltung, die, um von ihren eigentlichen Absichten abzulenken, von uns nicht nur bezahlten Eintritt fordert, sondern überhaupt für deren Gesamtkosten wir letztlich genötigt sein werden durch die sich ständig steigenden Steuererhöhungen, Abgaben und aggressive Bewirtschaftung der letzten Freiräume. Wir bezahlen letztlich alles selbst, ohne diese Tatsache wirklich wahrzunehmen, im schönen Schein eines „Fortschritts“, der uns immer weiter von uns selbst entfremdet und uns letztlich zu ferngesteuerten Marionetten im Dienste anderer macht.

 

*

Ad Status quo:

Zum einen hat uns die neoliberale Betriebswirtschaft seit Jahrzehnten gelehrt, dem privaten Vorteil nachzujagen, um damit der Gesamtgesellschaft – auf indirektem Wege – Gutes zu tun, andererseits auch, dass wir uns von systemischen Überlegungen gar nicht bekümmern lassen dürfen, ohne das System (und seine Selbstreinigungskraft) grundlegend zu gefährden.

Übertragen auf das Politische hieße das dann etwa: „Mach dir keine Gedanken über das bestmögliche Funktionieren einer Gesellschaft, es könnte ihr bloß – und das nicht nur wirtschaftlich – schaden. Betreibe vielmehr dein persönliches Streben nach Glück, dein ganz privates „pursuit of happiness“. Dessen Durchsetzung darfst du dann von der Gemeinschaft, von den dich dabei behindernden Anderen (mit denen du ja immer im Wettbewerb stehst), politisch einfordern – oder, wenn rechtlich schon geregelt, auch einklagen …“

Hat man derart die Menschen von reflexionsfähigen Selbst- und Fremdbeobachtern (und seien diese noch so einfach!) zu bedürfnisbefriedigenden Regelbefolgern erniedrigt. Um den über die „Sachzwänge“ politisch Entmündigten (und das sind wir letztlich alle) so etwas wie eine persönliche politische Kompetenz vorzugaukeln, werden beispielsweise die Einzelnen dazu ermuntert, in ihren (möglichst freakhaften) privaten Marotten öffentlich aufzutreten, um dabei Wahlen und Rankings in Castingshows und in diversen Internetforen für sich zu entscheiden.

Damit soll offenbar den, gegenüber dem Meinungsbildungsprozess vorrangig erachteten, demokratischen Wahl- und Entscheidungsbedürfnissen Genüge getan werden: Hier werde – so meint man – Öffentlichkeit und Abstimmung, hier werde Demokratie geübt. Sie gewinnt damit einen gänzlich neuen, einen pervers- politischen Charakter: den der pseudopolitischen Idiotie.

Peter Moeschl, In : Der Standard, 12. Juni, 2013

 

Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele. Ich glaube, wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende, und ich glaube, ich werde als Wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage.“

John Lennon, der von Verrückten ermordet wurde …

 

The modern world will not be punished. It is the punishment.”

Those sins that scandalize the public

are less grave than those it tolerates.“


„Es ist an der Zeit die Kultur in Verruf zu bringen,

damit es sich nicht mehr lohnt,

sie im Dienste der Politik oder der Industrie zu erniedrigen.“

Nicolás Gómez Dávila ( 1913 – 1994 )

Die sogenannten praktischen Menschen

sind nicht unbedingt zu erfolgreichen Aktionen fähige Menschen,

sondern zu theoretischen Überlegungen unfähige Menschen.

Was den praktischen Menschen auszeichnet,

ist in Wirklichkeit die Schwierigkeit sich auszudrücken

und die die Ungeschicklichkeit oder Unreife seiner Erklärungen.

Selbst der gesunde Menschenverstand verbirgt lediglich eine träge Vorstellungskraft,

die sich eines ärmlichen Wortschatzes bedient.

Niemand erinnert sich an die Katastrophen, die der praktische Mensch verursacht,

weil sie von keiner Theorie verteidigt werden.

Die Theorie ist in Wahrheit das Zeugnis gegen den Verdächtigen,

und weil der Mensch ohne Schuld alles Nutzbringende gutheißt,

erlangt die Theorie schließlich dank der Vorteile,

die die Technik bietet, die praktische Bedeutung, die sie mit dem bürgerlichen Argwohn versöhnt.

Idem der Techniker sie aus ihrem Ansehensverlust herausrettet, entfernt er sie aus dem Ort,

wo ständige Kontroversen an ihre ungewisse Herkunft erinnern,

und setzt sie bei Aufgaben aufs Spiel, deren Dringlichkeit sie zu einem Aberglauben versteinern lässt,

der an die Sturheit des Pöbels erinnert.“

Alle Zitate: Nicolás Gómez Dávila ( 1913 – 1994 )

 

 

Mittwoch
06
November 2019
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NÖ-Landesausstellung 2019 : Conclusio – Gedanken zur Metaebene. Teil 1

 

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Von Arcimbaldo

 

Historische Rückschau, deren kritische Aufarbeitung und Darstellung ist an sich stets ein sehr wesentlicher Aspekt jeder Landesausstellung und eine auch sehr wünschenswerte Sache, tritt doch in unserem Bildungssystem die Auseinandersetzung mit Geschichte ohnehin immer weiter in den Hintergrund.

Oberflächlich betrachtet scheint sich auch die LA 2019 in Wiener Neustadt dieser Tradition verpflichtet und uns einen breiten historischen Überblick der Stadt und der Landesgeschichte zu präsentieren.

Sieht man jedoch genauer hin, kann das ganze Brimborium aus Marketing und gehyptem Spektakel nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in dieser Schau wohl eine von vornherein klar kalkulierte Metaebene gibt, eine Art übergeordnete Generalbotschaft, die sich im weiten Bogen über die verschiedenen Schauplätze spannt. Nicht so sehr das Ausgestellte mit all seinen Details und die vielen Objekte stehen hier dabei im Vordergrund, sondern das nicht Sichtbare, das, was dabei wie nebenbei als eine Art „Stille Post“ mitschwingt, was ja bereits im Titel der Ausstellung zum Ausdruck kommt.

Welt in Bewegung“ ist ein nicht zufällig gewählter Titel der dynamisch und zeitgeistig klingt, sondern bringt mit seinem bewusst positiv besetztem Unterton eine politische Botschaft mit sich, eine Botschaft, die den eigentlichen Kern der Ausstellung bildet. Die tatsächliche Schau ist bloß dieser Botschaft untergeordnetes Beiwerk, dazu aufgeboten, diese zu illustrieren, von Widersprüchen abzulenken und positiv zu unterstreichen.

Die Landesausstellung 2019 ist im wesentlichen eine politische Werbeschau, die jedoch viel weiter geht als nur die Machtverhältnisse der Stadt-ÖVP zu zementieren und Bürgermeister Schneeberger in ein dynamisches Licht zur rücken, ihm ein Image als „Macher“ zu verleihen. Der Aspekt ist zwar offensichtlich, greift jedoch für ein Gesamtverständnis zu kurz.

Diese mit 37 Millionen Euro dotierte Veranstaltung ist weit größer gedacht und dazu inszeniert, um unsere gesamte neoliberale Arbeits- und Lebenswelt in eine positives Licht zu rücken. Und um die Tatsache weich zu spülen, dass diese uns immer weiter in einen Hochleistungswettbewerb hineinzwingt, dem wir nicht mehr gewachsen sind und den wir meist auch nicht mehr gewinnen können, der zunehmend die Selbstbestimmtheit unserer Lebensentwürfe verhindert, der immer mehr Verlierer als Sieger produziert.

Es ist der raffinierte Versuch, die derzeitigen überzogenen Verhältnisse zu normalisieren, Probleme und Widersprüche auszublenden oder sie in einem historischen Kontext so einzubauen, dass sie uns als Teil einer „natürlichen“ gesellschaftlichen Entwicklung erscheinen und so unsere Systemmüdigkeit und unsere berechtigten Zweifel zerstreuen soll. An dieser Art „Bewegung“ , die uns in heutiger Zeit zur Anpassung an ein Lebenskorsett zwingt, welches aus nichts anderem besteht, als den brutalen und rücksichtslosen Konsequenzen des globalisierten Kapitals.

Diese Landesausstellung ist daher im Grunde eine ziemlich unverblümte Leistungsschau des Turbokapitalismus, nur mäßig getarnt als Historienschau, erinnert in ihrer Anlage auch an diverse Weltausstellungen, in gewisser Hinsicht sogar an den „Park der Sozialistischen Errungenschaften VDNCh“ in Moskau, dort in den 1930er Jahren aus ähnlichen Erwägungen errichtet, um den „nationalen Zusammenhalt“ zu beschwören und um das dortige System zu legitimieren:

Die WDNCh (Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft der UdSSR, Moskau) war ein Abbild der idealisierten Sowjetunion: In diesem Miniatur-Wunderland gruppierten sich kunstvoll angelegte Pavillons der einzelnen Teilrepubliken mit deren exotischen Erzeugnissen und regionaltypischem Kunsthandwerk einträchtig hinter einem zentralen Palast. Den Besuchern wurde so ein utopisches Modell des idealen Staates präsentiert, wie ihn sich viele erträumten. Sie stand in der Tradition nationaler und internationaler Ausstellungen, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa ein wichtiges Medium der Selbstdarstellung von Nationalstaaten und ein Instrument des“ nation building“ waren.

Die Ausstellungen sollten das Publikum durch Teilhabe an nationalen Symbolen und Institutionen erziehen, bilden und kulturell assimilieren. Ihre Funktionen reichten von der nationalen Identitätskonstruktion über die Austragung von Rivalitäten bis hin zur Volksbildung und zum Laboratorium für Zukunftstechnologien für die „Welt von morgen“.

Textzitat:Monica Rüthers aus dem Internet Blog „Dekoder“

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Diese politische Absicht wurde schon bei der Eröffnungsfeier in nicht zu übersehender Weise deutlich. (Siehe auch: Arcimbaldo : Des Kaisers neue Kleider, Teil II. ). Hier wie dort können wir jedoch auch sehen, dass den jeweils Herrschenden, wo sie sonst um jeden Heller feilschen, nichts zu aufwändig und zu teuer ist, ja Geld auf einmal keine Rolle spielt, wenn es darum geht, das Bewusstsein der allgemeinen Bevölkerung systemkonform zu manipulieren und ideologisch einzufärben.

So soll uns mit dieser Darbietung ein gesellschaftliches System einseitiger Ausbeutung schmackhaft gemacht werden, das kein „genug“ kennt, dessen Anforderungen und Tempo sich immer weiter steigern, dessen Entlohnung jedoch gleichzeitig seit geraumer Zeit stagniert. Sie soll beitragen, ein System zu legitimieren, das die meisten von uns zunehmend in fast unlebbare Situationen bringt, wo nicht der Tüchtige als Sieger hervorgeht, sondern derjenige, der das meiste Kapital besitzt.

Sie ist eine von der Industrie und der ihr angeschlossenen politischen Partei finanzierte Augenauswischerei, eine Art „moderner Propaganda“, welche die Struktur von Landesausstellungen in Geiselhaft nimmt, unsere Stadtgeschichte für ihre Ziele dreist missbraucht und deren Würdigung uns noch dazu als eine Art „lokalpatriotische Pflicht“ angetragen wird. Sie huldigt dabei nicht nur dem technischen Fortschritt, sondern feiert auch völlig distanzlos den derzeitigen „Status Quo“*, also die ja bereits zügellose Dominanz der Ökonomie über alle Lebensbereiche. Ein Umstand, der sich nicht zuletzt besonders an den Firmenpräsentationen zeigt, die uns nicht zufällig gerade im Kirchenschiff von St. Peter an der Sperr (!) als eine Art zur Apsis aufsteigender „Ikonostase“ (!) präsentiert werden, damit ungeniert und in nie dagewesener Direktheit die aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse und deren Bewertung als „sakrosankt“ vor Augen führt!

 

Fortsetung folgt.

 

 

Donnerstag
31
Oktober 2019
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Vom Äußersten

 

Gedanken zur Ausstellung „SIC“ mit Werken von Friedrich Bastl in der Stadtgalerie Wiener Neustadt.

Von René Triebl. 

 

Prof. Gotthard Fellerer ist ja bereits seit geraumer Zeit als unermüdlicher Mahner gegen die Drohungen von Unformität und Deformierungen eines meist kommerziell dominierten Mainstreams sowie als Kämpfer für die Erweiterung von künstlerischen Horizonten bekannt.

Dieser Tradition würdig folgend tritt er nun wieder als Kurator einer Ausstellung in der Stadtgalerie Wiener Neustadt in Erscheinung. Er bringt uns den etwas in Vergessenheit geratenen Wiener Neustädter Künstler Friedrich Bastl, Jahrgang 1944, mit einer sorgfältig kuratierten kleinen Werkschau wieder ins Bewusstsein, welche auch von einem von ihm verfassten Katalog begleitet wird.

 

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Bastl, bereits seit Mitte der 70er Jahre auch schon mit Gotthard Fellerer befreundet und zusammen mit Kurt Ingerl bereits damals in der Künstlergruppe FBI ( Fellerer- Bastl- Ingerl ) tätig, ist Vertreter einer Künstlergeneration die auch besonders mit ihrem experimentellen, offenen Zugang und ihren Aktionen einen wesentlichen Beitrag leistete, Kunst im öffentlichen Bewusstsein zu etablieren und die bleiernen Jahre der Nachkriegszeit aufzulockern. Sein Werk aus Zeichen und Symbolen fesselt sowohl durch seine asketische Strenge wie auch in seiner emotionalen Hingabe und weist ihn als einen der wichtigsten Vertreter des Neo-Expressionismus oder abstrakten Expressionismus in Österreich aus.

Sie leistete einen entscheidenden Beitrag, die Grenzen nationaler Kunst zu erweitern und Anschluss an die sich international immer weiter differenzierenden Kunstszene der Moderne zu finden.

 

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Ohne Rücksicht auf den immer mehr in Richtung Dekorations-Kitsch ausfransenden Massengeschmack, werden hier Werke mit großer Sensibilität und höchstem Anspruch gezeigt, zeitlos in ihrem Ausdruck, der auch im internationalen Vergleich besteht.

 

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Spannend und aufregend der Gegensatz von wunderbar leichten, dynamischen und nervösen Zeichnungen, Montagen und Graphiken, verspielten Masken mit besonders ansprechender Haptik und magischen und fast ikonographisch anmutenden Lehmbildern und Steinskulpturen, die in ihrer asketischen Strenge an archaische Urformen wie etwa an die Moai Stauten auf der Osterinsel oder die Funde aus der antiken Cucuteni-Tripolje-Kultur im Südosten Europas ( 5000 – 2750 v. Chr. ) erinnern. Bastl setzt radikale Zeichen und greift tief in unser Unbewusstes. Seine Werke wirken spontan und aus innerer Eingebung kommend, erinnern in ihrer Maltechnik und Formensprache etwa an den berühmten New Yorker Graffitikünstler Jean Michel Basquiat (1960- 1988 ) oder einer der Ikonen des Informell, Cy Twombly (1928- 2011). Kunst als die eigentliche Darstellung von ExistenzStatische Anmut im steten Wechsel mit rauschhafter Extase, die in ihrer Konsequenz begeistert.

 

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Eine Ausstellung von internationalem Format, wie es in Wiener Neustadt leider viel zu selten zu sehen ist. Mit einer Kunst, die uns neue Horizonte eröffnet, die uns auffordert, sich einzulassen, die uns einlädt, auch in uns neue innere Freiräume zu entdecken. Kunst im besten, im eigentlichen Sinn, in der Lage, die Grenzen unseres Geschmacks zu fordern und unser Bild der Welt zu erweitern.

 

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Nach bereits einigen Ausstellungen in dieser neuen Galerie ist diese nun wohl ein wirklicher Höhepunkt im kulturellen Leben der Stadt. Es ist sehr zu hoffen, dass sich diese Galerie letztlich nicht nur als eine flüchtige Fassade im Dienste von Parteienwerbung und Imageaufbau zur Wiederwahl entpuppt, sondern uns auch noch nach der Gemeinderatswahl im Jänner 2020 erhalten bleibt.

 

Stadtgalerie Wiener Neustadt, Herzog Leopold-Straße 21.

Noch bis 18. Oktober, geöffnet täglich außer Montag 16 – 18 Uhr, Sa, So und Feiertag 10 – 18Uhr

 

 

Samstag
28
September 2019
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Feldforschungswoche im Marchwinkel

 

Ledwenko von Ruchenau lässt sich in Niederösterreich zuerst für das Jahr 1449 nachweisen. Er scheint als Kommandant der Burg Niederweiden (1) im Marchfeld auf, welche er offensichtlich zu seinem Sitz auserkoren hatte. In seinem von ihm daselbst ausgestellten Schreiben bezeichnete er sich als „gesessen auf Niderweiden“ (2). Allerdings sagt dies nichts über die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse aus, welche sich schließlich sprichwörtlich als umstritten darstellten.

(Absatz aus dem in Bearbeitung befindlichen Aufsatz über den mährischen Söldnerführer Ledwenko von Ruchenau von Rüdiger Rohde).

 

Wir begeben uns auf die Spurensuche des „Wanko“, welchem bereits von Zeitgenossen kein sonderlich guter Leumund beschieden war. 

Feldforschungswoche von Montag, den 23. September, bis Freitag, den 27. September, im Marchwinkel. 

 

 

Montag
16
September 2019
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#FreeAssange

 

 

Eines der bekanntesten von WikiLeaks veröffentlichen Videos zeigt die kaltblütige Ermordung von Zivilisten durch US-Militärs. Hierbei handelt es sich nur um einen winzigen Ausschnitt aus einem Angriffskrieg gegen den Irak mit letztlich über einer Million Toten, für den bis heute kein einziger der Täter und  Mörder auch nur angeklagt wurde. Stattdessen soll Julian Assange für die Veröffentlichung angeklagt werden. 

 

 

Hier noch Ausschnitte mit der Transkription des Funkverkehrs. 

 

 

 

Dienstag
27
August 2019
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Gärten im Labyrinth – Ankündigung

 

 

Gärten-im-Labyrinth

 

Vernissage zur  Ausstellung „Gärten im Labyrinth“ von René Triebl und Walter Müller am 12. September 2019 um 19 Uhr im Schloss von Bad Fischau. 

Ausstellungsdauer: bis zum 29. September 2019.

 

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„Das ursprüngliche Bedürfnis, Eindrücke einfach nur festzuhalten, entwickelte sich mit den Erfahrungen meiner Reisen und dem intensiven Austausch mit Menschen anderer Kulturen zu einer „humanistischen“ Photographie.“

Walter Müller. 

 

Sonntag
18
August 2019

Poeten-Kurzfilm „DESORIENTIERT“ bei „Art Visuals & Poetry“ 2019

 

Der Poetenkurzfilm „DESORIENTIERT“, so wurde nun bekannt gegeben, wird im Rahmen des Film-Festivals „Art Visuals & Poetry“ an den Start gehen. Dieser wird wie andere zwischen dem 29. November und dem 1. Dezember 2019 in Wien zu sehen sein. Weitere Informationen folgen zur gegebener Zeit. 

 

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Rebellinnen auf der Flucht vor der Gleichschaltung.

 

DESORIENTIERT.

Von Rüdiger Rohde.

Mit Julia Heger und Stefanie Heissenberger sowie Claudia Presoly und David Stickler.

Musik: Doz Monsantoz.

Tonabnahme: Karin Neumüller, Claudia Presoly.

Synchronisation: HITFABRIK/Franz Groihs.

Ton-Assistenz: Lukas Wellmann, Ben Gramann.

 

 

Dienstag
16
Juli 2019

Musik-Video-Ecke 64.

 

SHE WANTS REVENGE mit dem Titel „Red Flags and Long Nights“, einer unserer Lieblings-Songs aus dem Jahre 2006. 

 

 

Live 2012:

 

 

Und live 2018:

 

 

 

Samstag
01
Juni 2019

#INGERLbegegnen – Ein Wegweiser zu Quadraten und Wespen

 

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Die Veranstaltungsreihe #INGERLbegegnen, anlässlich des 20. Todestages von Prof. Kurt Ingerl von der gleichnahmigen Projektgruppe initiiert, steht nach den Spaziergängen mit ehemaligen Weggefährten und KünstlerInnen vor dem finalen Höhepunkt. 

#INGERLfeiern

Das „Geburtstagsfest für Kurt Ingerl“ findet am Mittwoch, den 29. Mai 2019, ab 19 Uhr im ehemaligen Zentralkino statt. 

Im Rahmen von Vorträgen, Filmen, Objekten und Texten wird an den verstorbenen Künstler, einem der bedeutendsten von Wiener Neustadt, gedacht werden. 

Pflichttermin!

 

Hier der Link zur Website #INGERLbegegnen:

http://km-wilczek.at/projekt-ingerlbegegnen/

Dort auch die Möglichkeit, den Katalog (2. erweiterte Auflage, herausgegeben von René Triebl) über das Gesamtwerk von Kurt Ingerl zu erwerben. 

 

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Sonntag
26
Mai 2019

Des Kaisers neue Kleider II. Teil 2.

 

Text und Fotos: „Arcimbaldo“

 

Im schnellen Fortgehen, auch um einer Augenneurose zu entgehen, dann ein, selbst für solcher Art „Kunstausstellung“, einsamer Höhepunkt in Form einer Art „Holzplastik“, worin, schon von weitem sichtbar, im oberen Teil der eingearbeitete Schriftzug „KUNST“ die Selbsteinschätzung des stolzen Herstellers unmissverständlich offen gelegt worden war. Ihr Anblick machte mich ebenso ratlos und ich dachte zunächst an einen Irrtum, so als wäre sie beim letzten „Schniederhahn“ einfach übrig geblieben.

 

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Doch dann die Überraschung: Die daneben stehende, in ihrer naiven Einfalt einmalige Selbstbeschreibung erweichte sofort mein bereits erkaltetes Herz. Diese war derart rührend, dass ich Herrn Dieter Tagwerker, den Erbauer, der sich natürlich ebenso als Künstler bezeichnete, dennoch zu meinem Helden ernannte. Als wohl einziger schrieb er einfach auf, wie es ihm eingefallen sein mag, ohne die geringste Absicht, sich in ein ihm nicht gebührendes Licht zu stellen. Stolz, jedoch völlig ohne Eitelkeit! Ein solches Maß an schlichter Redlichkeit und Unbedarftheit verdient nicht mit Hohn bedacht zu werden, und so nehme ich von einem Kommentar zu seinem Werk Abstand. Eine unerwartete menschliche Perle in diesem zumeist völlig entgleisten Jahrmarkt der Eitelkeiten, der Anmaßung und des totalen Kommerzes.

 

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Tagwerker-Selbstbeschreibun

 

In dieser „Ausstellung“ zeigt sich nicht nur eine lieblose und dilettantische Kuratierung, sondern auch die Absicht der neuen Rechten, den Kunstbegriff nach ihrem Wunsch einzuebnen. Statt mit Ausgrenzung wird hier durch Umarmung ( „Stadt und Land –Mitanand“) und kommerzielle Vereinnahmung Kunst in ihrem eigentlichen Charakter entstellt, ihre Kriterien verwischt und als beliebig diskreditiert. Kunst als harmloses „Hobby“, Kunst als brave Teilzeitbeschäftigung unausgefüllter Hausfrauen, gelangweilter Anwaltsgattinnen und handwerkender Pensionisten: Kunst als bloße Dekoration, auf bunte Effekte reduziert, viel Glitzer und Gold gemischt mit Esoterik und grellem Kitsch, hässlich, schlecht, leer trotz plumper Überladenheit. „Kunst“ ohne Aussage und Anspruch, Kunst als „sinnvolles Freizeitvergnügen“ und Therapie für diejenigen, die ihre innere Leere nicht länger nur durch das übliche Konsumangebot ausfüllen und befriedigen können.

Eine irrwitzige Veralberung von Kunst, die ihrer eigentlichen Magie und existenziellen Dimension Hohn spricht und eine Beleidigung jedes wahrhaftigen Kunstschaffenden!

Vulgarity consists as much in disrespecting what deserves respect as in respecting what does not deserve it.“


Nicolás Gómez Dávila ( 1913 -1994)

Kunsthandwerksbasar“ wäre noch eine noble Bezeichnung für diese Darbietung, die in gleicher Art wie die Schwarz/Blaue Politik insgesamt versucht, mit billigen Mitteln Öffentlichkeit zu schaffen, die uns vom Wesentlichen ablenken, mit Glitzer und vordergründigen Effekten über fehlende Substanz hinwegtäuschen soll.

Es ist dies natürlich nur eine weiterer Inszenierung als Baustein zur Errichtung eines Potjemkinschen Dorfes, dass die Schwarz/Blaue-Stadtregierung uns nun rechtzeitig vor der Wahl in der Innenstadt errichtet, um uns ihr Bemühen für eine lebendige Innenstadt als ihr ehrliches Anliegen zu verkaufen, und das, kaum wird die Wahl vorbei sein, dann auch sofort wieder verschwinden wird.

Kunst in Knechtschaft und Krempel im Dienste einer billigen Wahlfassade.

Wie schon Karl Marx sehr treffend formulierte: „Der Kapitalismus zwingt selbst das sich Widerstebende zum Kuss.“

Kein Aufwand und keine noch so bizarre Verrenkung scheint nun auf einmal der Stadtregierung zu groß, um die bereits klinisch tote Innenstadt mit irgendwelchem buntem Klimbim bis zur Wahl aufzufüllen.

Ein weiterer dreister Versuch der Augenauswischerei auf Kosten der Kunst und im Dienste des Machterhalts:

Es ist an der Zeit die Kultur in Verruf zu bringen,

damit es sich nicht mehr lohnt,

sie im Dienste der Politik oder der Industrie zu erniedrigen.“

Vulgäre Zerstreuung und vulgäre Beschäftigung

sind die einzigen, für die man sich heutzutage nicht zu entschuldigen braucht.“

Nicolás Gómez Dávila (1913-1994)

Aber lassen wir uns nicht täuschen, liebe Leute, und schauen wir einfach nur genau hin: Der Kaiser, er ist immer noch nackt!

 

Sonntag
19
Mai 2019

Des Kaisers neue Kleider II. Teil 1.

Text und Fotos: „Arcimbaldo“

 

In Wahljahren erlebt man ja bekanntlich die seltsamsten Dinge. Und so wurde auch ich unlängst wieder einmal Zeuge einer dieser nun immer häufiger ausgerufenen Events, um den Bürgern das Gefühl zu geben, man würde das Thema „Innenstadtbelebung“ endlich ernst nehmen. An sich ja eine der am dringlichsten anstehenden Aufgaben der Stadtregierung, wird der derzeitige Zustand einer Art „Geisterstadt“ auch bereits von anderen Städten erkannt – und es wird sogar davor gewarnt.

 

Graz nicht wie WN 1

 

Unlängst daher wieder einmal großer Bahnhof in der unteren Neunkirchnerstrasse: Bürgermeister Klaus Schneeberger eröffnete auf großer Bühne eine als „Kunstausstellung“ bezeichnete Ausstellung im Rahmen der NÖ-Landesausstellung: „Kunst in Bewegung“ (Mai 2019 –Jänner 2020). Als feierliche Köder gab es dazu Livemusik, Freigetränke und Brötchen für alle.

Der Obmann der Wiener Neustädter Künstlervereinigung, Manfred Pfeiffer, und die Stadtkünstlerin Lisa Wolf sprachen einführende Worte.

Stets an Kunst interessiert und immer auf der Suche nach Erweiterung meines Horizonts, erwartete auch ich daher mit gewisser Neugier geduldig die Öffnung der Tore der Wiener Neustädter Sparkasse, in deren Räumlichkeiten die Ausstellung ausgerichtet ist.

 

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Ich schicke voraus, dass ich Künstler in ihrem Schaffen nur ungern kritisiere. Zu groß ist mein Respekt vor diesem Ringen um persönlichen Ausdruck und der intimen Suche nach Verdichtung der Welt, als dass ich dazu leichtfertig Stellung nehme. Kunst ist in ihrem Kern göttlich und in ihrer Vielfalt wunderbar.

In vorsichtiger Erwartung trat ich also ein… und sah zunächst dicht gehängte, grellbunte Leinwände, kitschige, dick-pastöse und mit Goldspray gelackte Montagen, ein merkwürdig unfokussiertes Photo vom Eingang des Einkaufzentrums Fischapark…. und überall weiße Schilder mit der Aufschrift: „Kunstwerke BITTE nicht berühren“.

 

Saal-2r

 

Nach einem ersten Rundgang nahm ich mal ein Achterl rot zur Brust; Verwirrung in mir: Was ist das hier? Ein esoterischer Weihnachtsbasar? Und vor allem: wo sind sie, diese unberührbaren Kunstwerke?….Haben wir es schon wieder mit einer Auflage von „des Kaisers neue Kleider“ zu tun?

Auch nach zwei weiteren roten Achterln konnte ich mir dazu keine wirkliche Antwort geben. In dunklen Ecken versteckt dann doch noch ein paar gute Bilder und Objekte die man als Kunst ansprechen kann, etwa von Lisa Bäck, Kurt Foit, Slava Muhrer und der schöne und sinnliche Schmuck von Susanne Ball u.a.……

 

Slava-Muhrerr

 

Der überwiegende Teil aber trieb mir die Tränen in die Augen. Ein wildes Sammelsurium aus blankem Kitsch, Effekthascherei und erbärmlich schlechten, gefühllosen Bildern, wie es in derart konzentrierter Form sogar im heutigen Kommerzgetriebe eher selten anzutreffen ist.

The modern world will not be punished. It is the punishment

Nicolás Gómez Dávila ( 1913-1994)

 

Obwohl ich in solchem Fällen für gewöhnlich von einer detaillierten Beschreibung Abstand nehme waren manche der zur Schau gestellten Werke dann in ihrer Erscheinung derart bizarr und rätselhaft, dass ich daran ging, deren Hintergrund näher zu beleuchten:

Da wären zunächst die großformatigen Schüttbilder eines Herrn Norbert Nakovich, IT-Spezialist am Landesklinikum, der seine Maltechnik allen Ernstes als eine Fließ- und Schütttechnik namens „panta rhei“ titulierte und der in einem WN-TV-Interview Folgendes zum Besten gab: „Ich kam 2006 zur Malerei und habe mir gedacht: Was die anderen so können, das kann ich auch!“ ( sic! )

Der Anblick seiner erratischen, kalt-.gefühllosen und grotesk überladenden Werke ließ mich bisweilen in Abscheu erschaudern und auch beim besten Willen konnte ich hier keine Verbindung zu Kunst entdecken.

 

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Gleich daneben eine großformatige Fotostrecke des ebenso effektverliebten wie Schwarz/Blau liebdienenden „Shootingstars“ der neuen vermeintlichen Kunstszene Franz Baldauf, der zunehmend versucht, seine an sich statischen Postkartenphotos durch merkwürdig schrille Effekte irgendwie aufzupäppeln – in dem meist hoffnungslosen Ansinnen, sie damit noch irgendwie zu Kunst zu erheben. Die Tatsache, dass die Dynamik einer Photographie in erster Line aus ihrer besonderen Komposition entsteht und nicht durch die übersteigerte Anwendung von Photoshopeffekten, scheint hier wenig Beachtung zu finden. Seine Photographien wirken aufdringlich und angestrengt künstlich, ihr Anblick irritierend und wahrlich kein Vergnügen.

 

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Die Verwesung der modernen Welt nicht zu spüren, ist ein Indiz der Ansteckung“.


Nicolás Gómez Dávila (1913 -1994)

 

Diese beiden, stark an vordergründigem Effekt interessierten „Künstler“ sind ganz besonders hervorgehoben und dominieren diese Schau, spielen sie doch einer sich selbst stets als „bunt“ bezeichnenden Stadtregierung für ihre Fassaden-Spiele perfekt in die Hände.

 

Donnerstag
16
Mai 2019

FREIES KINO – Österreichischer Filmpreis 2019 – nominierte Filme

 

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Stadtkino im Künstlerhaus, Wien.
14. Mai 2019, 20 Uhr.

FREIES KINO – EINTRITT FREI!

 

Nicht zuletzt durch das Internet hat das Genre Kurzfilm seit Jahren zunehmende Aufmerksamkeit und Anerkennung erfahren. Kurzfilme gemeinsam mit Gleichgesinnten auf einer großen Leinwand zu sehen, ist allerdings nach wie vor ein ganz besonderes Erlebnis. Das vom österreichischen Regisseur Kurt Brazda moderierte Spezialprogramm FREIES KINO (das im April übrigens seinen fünften Geburtstag beging) zeigt daher am 14. Mai im Stadtkino im Künstlerhaus jene drei Kurzfilme, die 2019 für den Österreichischen Filmpreis nominiert waren.
Bernhard Wengers Tragikomödie ENTSCHULDIGUNG, ICH SUCHE DEN TISCHTENNISRAUM UND MEINE FREUNDIN (Österreichischer Filmpreis 2019 für den Besten Kurzfilm 2019) taucht in den skurrilen Kosmos eines Alpenhotels ein, Florian Forschs Drama BESTER MANN setzt sich mit dem Thema Rechtsradikalismus auseinander und VIRGIN WOODS / ZALESIE von Julia Zborowska ist eine Meditation über Liebe und Tod aus der Sicht eines Mädchens. Manche der Filmschaffenden sowie Teile ihres Teams werden vor Ort sein, um ihre Werke vorzustellen und Fragen des Publikums zu beantworten.

„Der Kurzfilm ist ein cineastischer Aphorismus, in dem Weltsichten, Lebensrealitäten, Botschaften und Anliegen dermaßen verdichtet sind, dass es für deren Erfassung nur einiger audiovisueller Codes bedarf. (…) Das neue österreichische Kurzfilmkino wird von Regisseurinnen und Regisseuren geprägt, die diese Verdichtung auf ihre Art unverwechselbar und ungemein spannend praktizieren“, so Kurt Brazda über den spezifischen Reiz des österreichischen Kurzfilmschaffens.

 

Montag
13
Mai 2019

Shanta noir Albedo live

 

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Electronic-dance-ambient-groove-dub-percussion-didgeridoo-liveband Performance.

Und so viel auf einmal am Freitag, den 10. Mai 2019, um 20 Uhr, im „Atelier Wr. Neustadt“, Neunkirchnerstraße 14 (FuZo). 

https://www.facebook.com/events/351685695461903/

 

Donnerstag
09
Mai 2019

Welt in Bewegung…….aber wohin? Teil 2.

 

Gedanken anläßlich der offiziellen Eröffnungsfeier zur Landesausstellung 2019 „Welt in Bewegung“ in Wiener Neustadt am 29. März 2019.

Text und Fotos: „Arcimbaldo“

 

Diese also nun türkisblaue „Gala“ wurde dann auch dementsprechend perfekt und mit großem technischen Aufwand über die Bühne gebracht. Viel Blasmusik, viel Effekte und Glanz, der üblicherweise als „Austronaut“ diesmal jedoch von Moderatorin Barbara Stöckl fälschlicherweise als „Unser Mann am Mond“ bezeichnete Franz Viehböck, bunte Bilder einer perfekten Welt in intakter Natur, fröhlich lächelnde Kinder auf der Bühne, die durch ihr Herumgehopse eine Lebendigkeit suggerieren sollten, die es so im Alltag dieser Stadt längst nicht mehr gibt, und eine positive Zukunft heraufbeschwören, von der alle der im Saal Anwesenden nur allzu gut wussten, dass sie so niemals je eintreten wird.

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Die Lebenswelt der vielleicht nicht so Hochbegabten, der weniger Ausgefuchsten, der Unglücklichen und ins Abseits Gedrängten, also doch eines Großteils unserer Mitmenschen, war allen Rednern und Protagonisten keine einzige Silbe wert. Gezeigt und ausschließlich angesprochen: ein weich gespültes Bild einer Welt ohne Ecken und Kanten, ohne Widersprüche und Probleme. Eine intakte Szenerie, bevölkert nur von Siegern und denjenigen, die es sich haben richten können. Auch die dort anwesenden Sieger, welche wussten, dass sie im neoliberalen Wettbewerb nur Sieger auf Kosten von Verlieren sind, lächelten unbeteiligt, stellten sich brav ins himmelblaue Gruppenbild.

All das erinnerte fatal an ein System der 30er Jahr, an ein System, das mit Mitteln der Massenpsychologie die Leute auch zum Glauben an eine Scheinwelt verführte, sie mit Zeichen und Symbolen in ein „Mindset“ zu manipulieren vermochte, so dass sie sich freiwillig unterwarfen, sie in den Glauben kamen, diese Art von Herrschaft wäre normal oder gottgegeben, und dass es ohne diese gar nicht mehr ginge. Wir alle wissen, wie das ausging, ein Zivilisationszusammenbruch war die Folge, das böse Erwachen kam zu spät.

Nun saßen in diesem Zelt erneut Vertreter einer Partei, die sich „freiheitlich“ nennt, im Kern jedoch völlig totalitär an diese „Zeit“ anschließen möchte, die fast jede Woche mit NS-ähnlicher Diktion am rechten Rand zündelt, wieder in der Absicht, uns an eine Diktion dieser Art zu gewöhnen, uns in ein „Mindset“ zu bringen, dass wir irgendwann rassistische Hetze für normal und die Ausgrenzung und brutale Verfolgung von Minderheiten und Mitbürgern aus beliebigen Gründen für in Ordnung, ja für statthaft erachten. Es soll uns dahin bringen, dass wir uns an meist unbeteiligten Sündenböcken abreagieren, für all die Lügen und falschen Versprechungen, die sich dann im Alltag zeigen, dort wo der Weichspüler von Inszenierungen nicht mehr ganz so reibungslos funktioniert. Sie präsentieren sich ungeniert als die Beschützer der Tüchtigen und Fleißigen, liefern aber gerade diese der Verschränkung von Kapital, Monopol und Macht beständig ans Messer, indem sie Gesetze verabschiedet, die Arbeit immer wertloser macht, Arbeitszeiten erhöht, Kapital vor angemessener Besteuerung schützt und alle Arbeitnehmer beständig in einen aussichtslosen Hochleistungswettberwerb hetzt, bei dem immer weniger Schritt halten können und von dessen Ergebnis immer Weniger profitieren, die noch dazu immer weniger bereit sind diese mit abderen zu teilen. Der Großteil dieser Hochleister bleibt trotz Wohlverhalten in zunehmenden Maß von den meist durch dreiste Steuervermeidung auch immer größer werdenden Profiten ausgeschlossen.

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Die Schwarz/Blaue Koalition unterstützt nun ebenso ungeniert den weltweiten, rücksichtslosen Kampf der Reichen gegen die Armen und Schwächeren in unserer Gesellschaft, einen Kampf, der ihnen von der Industrie und dem international vernetzten Kapital vorgegeben wird, und es entbehrt nicht einer gewissen Nonchalance, dass es ihnen dennoch gelingt, sich als Fürsprecher, ja als Retter der Unterdrückten zu verkaufen, den Entrechten und Besitzlosen irgendwie einzureden, es wäre ihr „Schicksal“. Anstatt ihre Funktion als Politiker entsprechend wahrzunehmen und sie vor der Übermacht der Stärkeren in Schutz zu nehmen und die Verhältnisse im Sinne der Schwächeren auszugleichen, wischen sie diesen bloß mit billigen Tricks die Augen aus, reden ihnen ein, sie müssten dem gehorchen, weil es angeblich ja gar nicht anders ginge, und präsentieren ihnen in ekelhafter Manier Sündenböcke oder angeblich Schuldige, an denen sie dann ihre berechtigte Wut abreagieren sollen. Und dies, während wir alle wissen, dass die Reichen in unfassbarem Ausmaß ständig auf Kosten der Armen noch reicher werden und durch ihr Vermögen auch wieder die Politik in ihrem Sinne beeinflussen, auf Grund ihrer maßlosen Gier dann auch gleich noch die Ressourcen und Ökosysteme des Planeten weiterhin zerstören.

Es war daher nicht wirklich eine Feier, zu dreist und vordergründig schimmerte die politische Absicht dann doch am Ende durch, was vielleicht, ja hoffentlich ein Grund für die doch gedämpfte Stimmung war.Trotz dieser so angestrengt zur Schau gestellten Harmonie waren die Widersprüche und Spannungen in diesem Theater dann doch präsent und nicht völlig wegzuräumen. Es war insgesamt alles zu sehr aufgesetzt und fast steril. Es fehlte diese Herzlichkeit und Echtheit, die sich aber nur dann einstellt, wenn die Sache wirklich stimmig ist, wenn man sich bei allen Absichten auch um etwas Wahrhaftigkeit bemüht und mitunter versucht, alle Menschen miteinzubeziehen.

Blau ist eben doch eine ziemlich kalte Farbe, und die Veranstaltung blieb am Ende doch nur das als was sie ja im Grunde ohnehin geplant war: eine perfekt choreographierte Wahlkampf-Show.

 

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Mittwoch
08
Mai 2019

Welt in Bewegung…….aber wohin? Teil 1.

 

 

Gedanken anlässlich der offiziellen Eröffnungsfeier zur Landesausstellung 2019 „Welt in Bewegung“ in Wiener Neustadt am 29. März 2019.

Text und Fotos: „Arcimbaldo“.

 

Durch einen Zufall hatte ich unlängst die Gelegenheit bei dieser an sich ja geschlossenen Eröffnungsfeier dennoch persönlich anwesend zu sein. Ich war auch neugierig gewesen, neugierig auf das, was einem ja handverlesenen Publikum hier nun geboten werden würde. Der Geist dieser Landesausstellung spukte uns ja bereits seit Monaten im Kopf herum, und es wurden doch unerwartet massive und aufwendige Anstrengungen unternommen, um dieser Veranstaltung einen würdigen Rahmen zu verleihen und uns auch als Bewohner dieser Stadt irgendwie mit Stolz zu erfüllen.

 

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Bereits in der Nähe des Wasserturms konnte man lange schon vor Beginn der Veranstaltung die Musik mehrerer ländlicher Blasmusik-Kapellen vernehmen, die sich im Stadtpark und um das Festzelt in der Lederergasse postiert hatten, um die eintreffenden Gäste entsprechend einzustimmen. Das in letzter Zeit als offizielle Kulturlinie forcierte Motto, welches „Stadt & Land – Mitanand“ propagierte, ließ stets die Frage stellen, was das eigentlich bedeuten soll, waren sie ja doch auch früher nicht wirklich „gegeneinander“. Oder doch? Mir kam das merkwürdig vor, wo doch gerade die schwarze/türkise/blaue/braune Politik der letzten Jahre alles daran setzte, die Bevölkerung noch weiter zu spalten, deren Gruppen gegeneinander aufzuwiegeln und auszuspielen und den Wettbewerb nach unten mit perfiden Mitteln immer drastischer anzuheizen.

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Die gleichzeitige Beschwörung der Rechten eines „Miteinander“ und der permanente Aufruf zu mehr Gemeinsamkeit als politischer Slogan muss einem unter diesen Umständen wie blanker Hohn erscheinen. Wie überhaupt man sich natürlich ganz im Allgemeinen die Frage stellen muss, inwieweit es unter den derzeit herrschenden Verhältnissen einer völlig entsolidarisierten Gesellschaft – mit der höchsten Ungleichverteilung ganz Europas (!) – überhaupt noch vertretbar erscheint, ungeniert und öffentlich derart aufwendige und exklusive Feste auszurufen, die ja die eigentliche „Bevölkerung“, ohnehin ja bereits abgehängt, erneut wieder ausschließt.

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Einladung.

Dieses „Volk“, um dessen Wohl es ja angeblich immer so sehr geht, durfte sich dann wie zum Trost erneut bei einer Art „Feuerwehrfest“ in den nächsten beiden Tagen auf eigene Kosten vergnügen. Bei diesem gesponserten Luxusevent aber blieb die selbsternannte Elite, deren Zuträger und Günstlinge dann aber doch lieber unter sich, ganz getreu dem Weltbild der politischen Rechten, nachdem die Menschen ja nicht prinzipiell gleich, sondern nach feudalem Muster weiter in Herren und Diener einzuteilen sind, in Ausbeuter und Ausgebeutete, in Sieger und Verlierer.

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Wie es in heutiger Zeit dazu kommen kann, dass an den Rand gedrängte und minder-privilegierte Schichten überhaupt je auf die Idee kommen, solchen Parteien ihre Stimme zu geben, bleibt eine der großen Mysterien unserer Tage. Wo doch eine gerade in der ländlichen Bevölkerung besonders verbreitete Volksweisheit sagt: „Nur die dümmsten Kälber wählen ihre Schlächter selber“ lässt sich das Ausmaß dieser kollektiven Fehlleistung nicht nur mit den offenbar eklatanten Bildungsdefiziten und deren nicht nur im Verständnis von Geschichte erklären. Die Frustration über die Auswirkungen des Turbokapitalismus hat offenbar langsam weite Teile nicht nur der bildungsfernen Schichten erreicht und eine Verunsicherung und Verzweiflung ausgelöst, in der sie sogar bereit sind irrationale Lösungsansätze zu akzeptieren, sich an angebotenen Sündenböcken jeder Art abzureagieren und sich, ähnlich wie in Sekten oder esoterischen Gruppen, zu gravierenden und lebensentscheidenden Irrtümern hinreißen zu lassen. Ein trauriges Bild in einer der reichsten und zivilisiertesten Ländern der Welt!

Dort anwesend dann auch nur lauter schmucke und sehr gesittete Leute des gehobenen Bürgertums, lauter „Sieger“, alle sehr etabliert und nach den Normen dieser politischen Rechten orientiert: Fast alle in Tracht, viel blau, manche Herren in blau gelben Lackschuhen, Damen in Joppen, eine Welt völlig ohne die Farbe rot, diese nicht mal an Accessoires zu sehen. Zusammen ein guter Querschnitt der durch die letzten Wahlergebnisse entstandenen Machtelite in unserem Land, ein Abbild der Verschränkung von Kapital und Politik, unter den Ehrengästen etwa Landeshauptfrau Mikl Leitner, der Präsident des Nationalrates Wolfgang Sobotka, der FPÖ Landesrat und Asyl-Beauftragter des Landes NÖ Gottfried Waldhäusl u.a. Trotz Kaiserwetter, feinen Getränken und vorzüglichen Häppchen, eine dennoch irgendwie gedämpfte Stimmung, kein spontanes Lachen, keine wirkliche Freude, eine Versammlung wie zur Pflicht.

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Dies offensichtlich auch zu recht, handelte es sich tatsächlich ja um den nur mäßig als Fest getarnten Wahlkampfauftakt für die Gemeinderatswahl im Jänner 2020, und da war natürlich nichts zu aufwändig, um sich insbesondere medial in Siegerpose zu inszenieren, und auch nichts zu teuer, um seine Stammklientel entsprechend zu bedienen und bei Laune zu halten.

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Besonders auffällig die farbliche Staffierung der ganzen Landesausstellung in der Farbe helltürkis, die, welch ein Zufall, auf den Ton genau die der Kurz-Wahlkampagne 2017 gleicht, einschließlich dem gleichen Motto „in Bewegung“ (!).

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Es gilt aber, natürlich wie immer in solchen Fällen, die Vermutung des Zufalls und der politischen Unschuld, hatte man sicherlich dabei doch rein nur das Gelingen des Projekts und das Wohl der Öffentlichkeit im Auge. Ein Lump, der darin eventuell politische Absichten oder gar geschickt verpackte Parteien-Werbung in dieser, immerhin mit einem Budget von 37 Millionen Euro ausgestatteten Ausstellung erkennen möchte. ( Im Vergleich dazu: Die gesamte internationale Dokumenta 14, April bis September 2017 in Athen, kostete „nur“ 34 Millionen ).

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Montag
06
Mai 2019

Die Musik-Video-Ecke 63.

 

Die polnische Indie-Band MADE IN POLAND mit „Ball in the wood“ aus dem Jahre 2009:

 

 

Sonntag
05
Mai 2019
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