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Musik-Video-Ecke 68

 

Nachdem hier eine Weile nichts passiert ist, gibt es eine kurze Ablenkung mit Musik: „Night Time Falls“ von PHANTOM FORTH von 1984. Da passt auch die Jahreszahl. 

 

 

 

Dienstag
17
März 2020
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Ausgewählt. Teil 2

 

Gedanken zur Gemeinderatswahl 2020, Teil 2

von Archimbaldo

Besondere Beachtung verdient meiner Meinung nach das Exitplakat der nun zu Ende gehenden ÖVP Kampagne in Wiener Neustadt: „ Weiterarbeiten“.

 

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Die Realität sieht anders aus: keine Gemeinsamkeit im Neoliberalismus. 

 

Damit entlässt nun die siegreiche Partei die Bürger der Stadt wieder in einen neoliberalen Alltag, der ihnen alles andere als eine Gemeinsamkeit bieten wird. Auch hierbei handelt es sich wieder um einen typischen, manipulativen Akt: die Massen werden mit einer „Aufgabe“ entlassen. Abschied und „Dank“ werden mit einer zynischen Aufforderung begleitet.

Die Ausdrücke „weiterarbeiten“ und „gemeinsam“ sollen zum einen den Begriff Arbeit positiv besetzen, zum anderen eine Art Solidarität und Gemeinschaftlichkeit beschwören, von der jedoch jeder weiß, dass es diese durch das Wirtschaftsmodell eines zügellosen Turbo-Kapitalismus mit all seinen sozialen Verheerungen – den eben diese Partei vertritt – bereits schon länger nicht mehr gibt.

Im sich immer weiter zuspitzenden Wettbewerb wird zudem ein gemeinsames und auch sinnvolles Arbeiten immer seltener. Insofern überhaupt Arbeitsplätze vorhanden sind, beschränken sich diese für die meisten zunehmend auf das fremdbestimmte Ausführen von schematischen Vorgaben zur reinen Effizienz- und Profitsteigerung anderer. In dieser aufgewiegelten Neid-Gesellschaft findet Gemeinsamkeit, wenn überhaupt, nur noch in Kleingruppen und zu eindeutigen Zielen statt, wie etwa bei Kartellen und Burschenschaften. Die immer noch beschworene Solidargemeinschaft, deren Ziel es war, alle irgendwie mitzunehmen und einzubinden, ist längst zum belächelten Klischee verkommen, einem inzwischen verblassten Abziehbild der Nachkriegszeit.

Dieses Abschlussplakat der ÖVP wirkt unter all diesen Gegebenheiten fast wie eine Verhöhnung und ist der Gipfel des manipulativen „spin-doctoring“ US-Amerikanischen Zuschnitts. Es ist der erneute Versuch, selbst im Dank die Leute zu blenden und sie mit Durchhalteparolen im System zu halten, eine Art Gerechtigkeit zu suggerieren die es nicht gibt, und der oberen Schicht insbesondere der Regierenden ihre Privilegien und Vorrechte zu erhalten wie bisher. Das sind die eigentlichen Ziele, die hinter solchen Parolen stehen. Der Slogan soll die Mehrheit vergessen machen, dass hauptsächlich sie selbst diesen Karren zieht, auf dem sich ganze Gruppen von Nutznießern und Ausbeutern inzwischen bequem gemacht haben und sich ungeniert weiter ziehen lassen – unter dem Zuruf von noch mehr Geschwindigkeit und Effizienz.

Die derart zugerichteten Massen werden ungetröstet in einen spätkapitalistischen Alltag entlassen, „sollen wollen“, was sie eigentlich nur sollen, und sich dafür einzig in einem falschen Stolz wiegen. Dieser bringt ihnen im Alltag jedoch herzlich wenig, wo sich die meisten Menschen weiter unter immer schwierigeren Bedingungen für ein besseres Überleben abstrampeln können. Und dies bei weiter steigenden Zumutungen, den oft höchsten Gebühren, Abgaben , Strafen und einer der teuersten Lebenshaltungskosten (im Verhältnis zum Einkommen) und Rahmenbedingungen in ganz Europa. Immer im Dienste des Kapitals, verniedlicht „Wirtschaft“ genannt.

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„neu stadt stolz“ – Orthographie mit dem Bürgermeister: zum Schämen.

Zu alledem werden sie dazu angehalten, bestimmte Produkte zu kaufen, welche Leistungssteigerungen suggerieren. Zum Beispiel kleine, überteuerte Dosen mit Gummibärchen-Kracherln als legalen Aufputscher oder andere „Lifestylehabits“. Konsumsüchtige dürfen sich dem hingeben, dürfen sich „modern“ und „in“ fühlen, nebenbei jedoch die Gesundheit ruinieren und den Herstellern zu weiterem Reichtum verhelfen.

Einer dieser superreichen Hersteller von Aufputschmitteln aus der Dose wendet erhebliche Mittel auf, um mit Botschaften über die scheinbare Mittelmäßigkeit seiner Jünger dieselbigen zu mehr Leistung anzuspornen, und dies nicht zuletzt mit Hilfe des von ihm hergestellten Produktes. Mit einer als Unterhaltung getarnten Scheinwelt aus bewundernswerten Ausnahmetalenten und Extrem-Sportlern, aus einigen wenigen unter Millionen, wird zu einem Nacheifern animiert. Mit großem Aufwand wird auf perfide Art und Weise versucht, das staunende Publikum in ein „Mindset“ hineinzutheatern, welches Höchstleistung als Dauerzustand und einen gnadenlosen Wettbewerb als normal und erstrebenswert erscheinen lassen sollen.

Der Konsum dient als Hilfestellung und Erleichterung für eine Welt, die vor allem der Profitmaximierung nützlich ist. Zur Scheinwelt das passende Getränk: unnötig, billig in der Herstellung und teuer an eine Masse verkauft. Für den Lemming, der sich inmitten seiner Herde als Individualist fühlt. Mit dem Lemming-Getränk.

Es gibt kein Genug im Kapitalismus. Und deswegen heißt es: weiterarbeiten!

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Ein Plakat der letzten SPÖ-Kampagne: Trotz dynamischem Auftritt , neuen jungen Gesichtern und guter Problemanalyse scheiterte das „Team Margarethe Sitz“ unverdient an der Sehnsucht nach einem „starken Mann“.

Die ganze Gesellschaft ist durch dieses Wirtschaftssystem inzwischen völlig entstellt, dekadent, infantil und kurzsichtig geworden, und wir alle, nicht nur etwa die SPÖ, stehen vor einer fast unlösbaren Herausforderung. Es wäre die Aufgabe der Stunde, dieser Mehrheit an Leuten emphatisch und wohlwollend gegenüber zu treten, ohne uns selbst völlig zu verraten, sie mit unseren humanistischen Werten zu konfrontieren und zu überzeugen, ohne jedoch selber dabei völlig unterzugehen.

Wenn uns dies jedoch nicht bald gelingt werden wir auf Jahrzehnte hinaus dem Wahnsinn der neoliberalen Kräfte ausgesetzt sein, die uns zunehmend zu Skalven der Industie und ihrer Hintermänner werden läßt, um letztlich nur die ohnehin schamlos Reichen dann noch reicher zu machen und die Armen noch ärmer und wehrloser. Ein neofeudaler, sozialer Albtraum und eine horrende Dystopie, die hoffentlich doch noch irgendwie abgewendet werden kann, zur Rettung der Welt, des Humanismus, der Menschheit und zum Wohle von uns allen.

 

Montag
03
Februar 2020
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Ausgewählt. Teil 1

 

Ausgewählt – Gedanken zur Gemeinderatswahl 2020

von Archimbaldo

 

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Fast 48% der potentiellen Wähler hatten anderes zu tun. 

 

Das Ergebnis dieser Gemeinderatswahl 2020 ist in verschiedener Hinsicht niederschmetternd, nicht nur aus der Sicht der SPÖ. Erneut hat sich gezeigt, dass die Regeln der Demokratie für eine wirklich objektive Wahl im Sinne der gleichmäßigen Verteilung von wirklicher Information zur Bildung eines persönlichen Urteils nicht ausreichend bzw. durch immer perfidere psychologische Techniken ihres eigentlichen Sinnes entfremdet, ja zunehmend missbraucht und in ihr Gegenteil gekehrt werden.

Wahlen werden zunehmend zur reinen Propagandashows und Festivals massenpsychologischer Manipulationstechniken, in der verschiedene Parteien darin wetteifern, wer es am meisten schafft, die Leute an der Nase herumzuführen, sie dreist zu belügen, sie mit emotionalisierten Banalitäten abzulenken, sie gegen imaginäre Feinde aufzustacheln, sie dennoch elegant und unbemerkt gegeneinander auszuspielen. In Stil und Antragung hat eine Wahlkampagne inzwischen das Erscheinungsbild einer Supermarktwerbung angenommen, wie überhaupt eine rein marktwirtschaftliche Diktion dieses wesentliche Instrument der Demokratie inzwischen total bestimmt. Politik wird wie eine Marke präsentiert, wobei immer mehr die Kommunikation wichtiger wird als der Inhalt, augenscheinlich um überhaupt noch Leute ansprechen zu können, sie aus ihrer apolitischen Lethargie zu reißen und sie überhaupt noch aktiv zu einer Wahl zu bringen.

 

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Verstümmelte Sprache, angestrengtes Zuhören der Komparsen und der Blick über diese hinweg in die Ferne – alles klar, Klaus. 

 

Alarmierende 52% Wahlbeteiligung, bei einzelnen Sprengeln sogar oft nur knapp 30%, sprechen eine deutliche Sprache bei dieser letzten Wahl und sind wirklich unfassbare und eigentlich unakzeptable Phänomene für ein Land wie Österreich, welches sich „zivilisiert“ und „aufgeklärt“ nennt.

Wie man auf den Plakaten erneut sehen konnte, entwickeln sich auch alle politischen Wahlen zu reinen Persönlichkeitswahlen, wo die Frisur oder ein bestimmtes Lächeln wichtiger ist als jeder andere Inhalt. Oft nur noch von meist völlig inhaltsleeren und unverbindlichen Schlagwörtern und Slogans begleitet, verkommen Wahlen zusehends zu einer Art „Miss/ Mister-wahl“, und das in einer so entscheidenden und für die unmittelbare Lebenswelt des Einzelnen überaus wichtigen Entscheidungsfindung.

 

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Rechtzeitig zum Wahltermin: der Bürgermeister – die Güte selbst. 

 

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Verkauft nicht Fenster, sondern sich selbst als Verkäufer für… irgendetwas. 

 

Die Mehrheit der Bevölkerung erscheint zudem inzwischen durch eine völlig zügellose Werbeindustrie im Dienste des Kapitalismus derart indoktriniert, fehlgeleitet, und in ihrer selbstsüchtigen Egomanie bestärkt, dass sie in menschlich angemessener Art und Weise und mit vernünftigen Argumenten nicht mehr ansprechbar und erreichbar scheint, und sie dieses nun völlig absurde und unwürdige Spektakel widerstandslos als eine Art unveränderliche Gegebenheit einfach zur Kenntnis nimmt, anstatt ihr Recht auf Information vehement einzufordern.

Die meisten sind zudem inzwischen so so sehr auf maximalen Egoismus dressiert, dass ihnen jeder Anstand und jedwege Selbstkritik abhanden gekommen sind, sie jede historische Rückschau und Geschichtlichkeit vermissen lassen. Da ihnen reflexives Denken und Kritikfähigkeit inzwischen von einer ihnen ständig schmeichelnden Werbeindustrie wegtrainiert wurde, einer Industrie, die den Alltag inzwischen völlig dominiert und sie ständig weiter von der eigentlichen Wahrheit entfremdet. „Geiz ist geil“ und mit ihm die Rücksichtslosigkeit, der Egozentrismus, die Radikalisierung und ungenierte Nabelschau, die Fixierung auf den totalen Wettbewerb „jeder gegen jeden“ und das rein Materielle.

Es obsiegen nun die, die sie mit neuesten Techniken der Massenpsychologie, oft direkt entlehnt aus der NS-Zeit, scheinbar trösten und ihnen noch weiter schmeicheln anstatt sie als Bedrängte und Manipulierte zu benennen, sie zum Widerstand und Solidarität gegen diese dreiste Art der Manipulation auffordern, sie in dieser Weise jedoch auch ernst nehmen, Ihnen die wirklichen Verhältnisse und deren Verursacher darzustellen und ihnen realistische Vorschläge zur Verbesserung anzubieten.

Die Massen werden stattdessen mit plumpem Patriotismus und Angstmacherei durch Feindbildkonstruktionen samt zugehöriger Hysterisierung von ihren wirklichen Problemen abgelenkt und mit billiger, oft genug völlig inhaltsleerer Propaganda abgespeist.

 

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Hat außer Leere nichts zu bieten – und das weiß er auch, wie uns sein Gesichtsausdruck verrät. Für zahlreiche Wiener Neustädter war das Nichts bereits genug.

 

 

Noch leben unter uns Zeitzeugen, die sich mit Schaudern auf diese Art Personenfixierung und Propaganda erinnern können, mit all ihren nachfolgenden, hinlänglich bekannten katastrophalen Folgen, welche zu einem veritablen Totalzusammenbruch der Zivilisation geführt haben.

Doskozil (SPÖ) hat die Wahl im Burgenland im Wesentlichen wohl auch nur gewonnen weil er sich mehr als alle anderen Kandidaten als hemdsärmeliger, „bäriger“ Mann, als Marke vom Typ „einfacher Zupacker“, „hilfsbereiter Nachbar“ etc., im Grunde jedoch letztlich als auch nur „starker Mann“ entsprechend glaubwürdig in Szene setzen konnte.

 

Freitag
31
Januar 2020
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Wahlkampfkunst

 

Gedanken zu den „Tagen der offenen Tür“ in den Kasematten Wiener Neustadt, 18 & 19. Jänner 2020.

von Archimbaldo

 

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Der Initiative des Wochenendes: der Bürgermeister. 

 

 

Es ist an der Zeit die Kultur in Verruf zu bringen,

damit es sich nicht mehr lohnt,

sie im Dienste der Politik oder der Industrie zu erniedrigen.“

Nicolás Gómez Dávila ( 1913 – 1994)

 

 

Der Wahlkampf um die Macht in Wiener Neustadt und damit auch um die Deutungshoheit über Kunst und Kultur ging in diesen Tagen in die heiße Endphase, und so ließ natürlich auch die derzeitige Schwarz-Blaue- Stadtregierung unter Bürgermeister Schneeberger keine Gelegenheit aus, sich wieder einmal als scheinbar so vielfältig und „bunt“ zu präsentieren.

Um sich dem im öffentlichen Bewusstsein doch angekommenen Eindruck einer langsam völlig zubetonierten, verdichteten Stadt entgegen zu treten, wurde die Stadtregierung angesichts des bevorstehenden Wahltermins aktiv: die mit vielen Millionen renovierten Kasematten wurden nun zur Schauplatz politischer Inszenierung.

 

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Eine Breitseite „Kunst“ aus künstlichem Interesse.

 

 

Wie mehrmals zuvor, wurden erneut auch „Kunst und Kultur“, bekanntermaßen ja ansonsten durchwegs marginalisiert, plötzlich ins Rampenlicht gestellt, um sie im Dienste der aktuellen Verschränkung von Politik und Kapital als Imageverbesserer einzusetzen.

Bereits bei der sogenannten „Kunst in Bewegung“- Ausstellung in der Sparkassenfiliale Neunkirchnerstraße im Juli des vorherigen Jahres wurde versucht, Kunst in eindeutiger Absicht zu missbrauchen.

http://www.bollwerk.co.at/2019/05/16/des-kaisers-neue-kleider-ii-teil-1/

http://www.bollwerk.co.at/2019/05/19/des-kaisers-neue-kleider-ii-teil-2/

So auch dieses Mal.

Jene Verheerungen, die ein rein profitorientiertes Kapitalwesen in der Stadt angerichtet hat, sollten durch eine aus der Versenkung hervorgeholten „Kunst“ aufgelockert, weichgezeichnet und kaschiert werden. Ihrem eigentlichen Charakter entstellt, sollte „Kunst“ als Aufhübschung der strukturellen Tristesse benutzt werden.

 

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Hübsch.

 

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Stimmiges Arrangement. 

 

 

Im weiteren Sinn wird, so die Absicht, von der dramatischen Tatsache abgelenkt, dass sich Wiener Neustadt zunehmend zu einer freudlosen Schlafstadt entwickelt, wo man sein Menschsein nur mehr durch überteuerten Edelkonsum – wie etwa am Marienmarkt – erleben soll. Brav sich den neoliberalen Gegebenheiten fügen, sich im Dienste des Kapitals aufreiben und im Hochleistungswettbewerb seine kostbare Lebenszeit zügig und ohne weitere Ansprüche „verarbeiten“.

Die letzten 5 Jahre haben in aller Deutlichkeit deutlich gezeigt, wie sich eine neoliberal- rechtsgerichtete Stadtregierung auf unser aller Alltag auswirkt.

Eine radikale Welle der aggressiven Gentrifizierung und Bewirtschaftung hat fast alle Teile der Stadt erfasst und droht die letzten Freiräume und leistbaren Möglichkeiten zum Erleben und Benützen der Stadt sukzessiv hinwegzufegen.

Die neoliberalen Rahmenbedingungen und die nun ungeniert geförderten Vorrechte des Großkapitals erschweren massiv die Entwicklung niederpreisiger Geschäfts- und Freizeitmöglichkeiten und haben bereits fast dir ganze Innenstadt in ein Geisterhaus verwandelt.

Kein Wunder, wenn allein der Prozentsatz, den man in dieser Stadt für Wohnen ausgeben muss, für viele Mitbürger bereits bei über 50% ihres Einkommens liegt. Die meisten werden, um diese Forderungen erfüllen zu können, in einen gnadenlosen Hochleistungswettbewerb gehetzt, der ihnen überhaupt wenig Raum, Kraft und Zeit überlässt – Zeit zum Nachdenken, um Interesessen und eigene Bestimmungen zu suchen und zu finden.

Für die nun solcherart Zugerichteten werden nun von dieser Stadtregierung, insbesondere vor Wahlen, in kalkulierter Absicht ein paar Gnadengeschenke verteilt, Gratifikationen, wie etwa diese ohnedies nur auf zwei Tage beschränkten „Tage der offenen Tür“, wo man dann scheinbar eine Art vorgeblicher „Stadtkultur“ instant konsumieren darf und soll.

 

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Bereit zum Konsumieren. Das geht schnell. Ganz schnell. 

 

 

Wie bereits in allen ähnlichen zum „Event“ hochgepuschten Lappalien dieser Art, wird dann in immer der gleichen Art versucht, Kunst ihres eigentlichen fordernden, anregenden und kritischen Charakters zu entledigen und uns in dreister Manier Kitsch als Kunst zu verkaufen. Kunst soll uns als bessere Dekoration erscheinen, als zierliche Behübschung, als Möglichkeit zur Harmonisierung einer durch die neoliberalen Drangsalierungen des Alltags bereits völlig zum Erliegen gekommenen persönlichen Lebenskultur.

Es tut wenig zur Sache, hier die erneut völlig unzureichende und klar misslungene Präsentation zu diskutieren oder gar näher auf die einzelnen ausgestellten Werke einzugehen. Ohnedies handelt es sich dabei um den seit Jahren immer wieder dazu herangezogenen Einheitsbrei aus mehr oder minder talentierten malenden Hausfrauen, Stadt- Parade und anderen HobbykünstlerInnen, die kreatives Werken für sich als Möglichkeit für eine Freizeitgestaltung oder gar zum Auffüllen innerer Leere entdeckt haben und sich nun in diesem Rahmen privilegiert fühlen, auch andere mit ihren therapeutischen Ergebnissen beglücken zu dürfen.

 

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Wie eine Auftragsarbeit vom Bürgermeister an seine Urenkel. 

 

In raffinierter Weise werden diese vermeintlichen „Kulturperlen“ jedoch auch immer wieder durch das wohl gezielte Einstreuen von tatsächlicher Kunst, in diesem Fall etwa mit mächtigen und beeindruckenden Werken von Hannes Winkler und Kurt Foith aufgelockert.

 

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Von Kurt Foith.

 

Vielleicht auch um etwas Verwirrung zu stiften und das sonst so dominierende, grellbunte Unvermögen des mehrheitlich Dargebrachten wenigsten etwas zu kontrastieren, wird hier stets auch versucht, einen gewissen Schein zu waren und den Gesamtcharakter dann doch noch als irgendwie „künstlerisch“ zu legitimieren.

 

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Von Hannes Winkler.

 

In jedem Fall ist es immer die gleiche Augenauswischerei, mit der hier in fast schon „orwellscher Manier“ versucht wird unsere Wahrnehmung zu manipulieren, uns das Wesentliche vorzuenthalten, uns mit Substiuten abzuspeisen und aus uns allen bloß willfährige und angepasste Konsumenten zu machen.

Wohltätigkeit ist das Ersaufen des Rechts im Mistloch der Gnade“

Johann Heinrich Pestalozzi ( 1746 – 1827)

 

Freitag
24
Januar 2020
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Musik-Video-Ecke 67

 

AND ALSO THE TREES mit „Midnight Garden“ aus dem Jahre 1984:

 

 

 

 

 

Mittwoch
15
Januar 2020
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Musik-Video-Ecke 66

 

An einem Neujahrstag schaut man gerne nach vorne. Oder auch nicht, weil es einem grauen könnte. Zu Silvester wird dagegen gerne zurückgeschaut. 1979 erschien von A CERTAIN RATIO die Nummer „Wildparty“. 

Hier die beste Version aus der Peel-Session:

 

 

Und als LP-Version:

 

 

 

Mittwoch
01
Januar 2020
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„Vom Leben im ganz Falschen“ – Zum 50. Todestag von Theodor W. Adorno. Teil 2

 

Von „Archimbaldo“. 

 

Die ärgsten Feinde der Freiheit sind die glücklichen Sklaven“

Marie von Ebner Eschenbach

 

Es ist bitter zusehen zu müssen, wie der einstige Sieg über die Unterdrückung durch Humanismus, Aufklärung und Französische Revolution heute wieder über den Umweg der Konsumverblödung im Kapitalismus ausgehebelt wird und diese so neu entsteht. Die ehemals Befreiten fallen heute ihren einstigen Befreiern durch Dummheit und Arroganz ungeniert in den Rücken, in einer Art einfältigem Versuch, dadurch ein richtiges Leben im Falschen zu vollbringen.

Diese neuen (Konsum)-sklaven vergreifen sich jedoch drastisch, verschulden sich zudem an ihren Mitmenschen, am allermeisten dadurch, dass sie ihre Konsumsucht tatsächlich mit persönlicher Freiheit verwechseln und damit gleichzeitig für solidarischen Widerstand ausfallen, sich durch ihre Angepasstheit und ihr erzwungenes Schweigen zu Misständen andere Menschen in ihrem verzweifelten Kampf um eine gerechtere und bessere Welt sabotieren.

Bei allem Verständnis über die komplex inszenierten Zusammenhänge kann man sich immer noch nicht eines gewissen Staunens erwehren, wie dummdreist sich die dieser Art Zugerichteten in ihrer verordneten Freiheit suhlen, und mit welcher Leichtfertigkeit sie unter massenpsychologischer Manipulation den Eindruck gewinnen, sie wären sogar irgendwie privilegiert, am allgemein erzwungenen Rattenrennen teilnehmen zu dürfen. Es ist in der Tat tragisch-komisch, ihnen zusehen zu müssen, mit welcher Begeisterung sie in ihr Verderben rennen, ähnlich wie schon mehrfach am Beginn und Mitte des 20. Jahrhunderts. Ähnlich wie bei Drogensüchtigen erkennen sie dies erst, wenn eine Neuorientierung zu aufwendig und zu schmerzhaft erscheint, wenn es zu spät ist und die Resignation obsiegt. Aus Gewohnheit wird Schicksal.

Wenn es dem System manchmal nicht gelingt, den Blick auf die Metaebenen, auf das „Gesamtbild“, entsprechend zu verschleiern, ist das erklärte Ziel dieses Systems, einen möglicherweise aufkeimenden Widerstand, gleich im Keim zu ersticken.

Dies wird durch drastische Bestrafung und Drohungen aller Art erreicht, die von der Kriminalisierung von Bagatellen bis hin zum sozialen Ausschluss reicht. Unser oft sauer verdiente Geld soll uns weitgehend für den Betrieb eines minimal geregelten Alltags aus der Tasche gezogen werden, damit wir kein Kapital, kein Vermögen anhäufen können, womit wir es eventuell unseren neoliberalen Peinigern gleichtun könnten. Hätte eigenes Kapital das Vermögen, uns unter entsprechendem Einsatz aus der Abhängigkeit und den daraus resultierenden Drangsalierungen befreien zu können. Unter diesem Eindruck entbehrt es nicht einer gewissen Nonchalance, wenn Sebastian Kurz einmal sagte: Die beste Absicherung gegen Altersarmut ist das Anschaffen von Vermögen(!).

Durch ständig mehr Verbote und Verordnungen, wie etwa durch die schrittweise Bewirtschaftung der letzten Freiräume und eine angestrebte flächendeckende Überwachung, die selbst banale Verfehlungen derart drastischen Geldstrafen unterwirft, in einer Höhe, die im Einzelfall oft sogar zu existentieller Bedrohung wird und jeden Raum für die Realisierung von Widerstand nimmt. Wir erinnern uns noch an den Tierschützerskandal am Landgericht von Wiener Neustadt!

Spätestens seit den Wahlergebnissen der letzten Jahre wird nun auch deutlich, dass sich diese „Auslagerung“ der Mechanismen, die so elegant vom Wesentlichen ablenken, auch politisch voll ausgezahlt hat, verwechseln doch die dermaßen Dressierten zunehmend Ursache und Wirkung, verwechseln in ihrer verordneten Orientierungslosigkeit ständig Freund und Feind, verwechseln die Scheinwelt der Reklameindustrie mit der Realität und lassen sich beliebig in Sündenbockszenarien hetzen. Die meisten dieser sich so im Normalen Wähnenden scheinen nicht im Geringsten zu erkennen, dass sie all die Drangsalierungen und Entrechtungen durch ihre gedankenlose Anpassung an die Ersatzkultur mitverursachen, mitfinanzieren und politisch durch ihr Wahlverhalten erst möglich gemacht haben.

Es gibt aber eben doch kein „richtiges“ Leben im Falschen!

 

 

 

Montag
16
Dezember 2019
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Vom Leben im ganz Falschen – Zum 50. Todestag von Theodor W. Adorno. Teil 1

 

Schattenkabinett-v-Plato---

 

Von „Archimbaldo“.

 

Gefährlich wird’s dann, wenn der Unterschied zwischen veröffentlichter Meinung und öffentlicher Meinung zu groß wird, wenn klassische Medien sich mit anderen Themen auseinandersetzen als für die Bevölkerung relevant ist, das ist sicher eine problematische Entwicklung.“

Sebastian Kurz 2019 ( in einem Interview mit ARTE )

 

Im Spätkapitalismus neoliberaler Prägung, wie wir sie gerade in Wiener Neustadt besonders deutlich am eigenen Leib erfahren, wird alles über die Geldschiene gespielt, um die systemische Unterdrückung, Ausgrenzung von Minderheiten und das Vorantreiben einer Zwei-Klassen-Gesellschaft nicht allzu offen darbieten zu müssen. Politische Unterdrückung wird damit „ausgelagert“, wird an die Ökonomie verschoben in der Hoffnung, sie damit weniger erkenntlich zu machen.

Man lässt dabei die offizielle Diktion möglichst neutral erklingen, geht zusehends dazu über, Politik weitgehend zu personifizieren („Komitee für Bgm. Schneeberger“, nicht für die ÖVP, Personenkult um Sebastian Kurz) ), um Inhalte eher zu verbergen und Absichten nicht offen präsentieren zu müssen. Man gibt diese heiklen Bereiche elegant ab, zerstückelt sie zudem in viele kleine Teile, so dass das Gesamtbild nicht mehr deutlich zu erkennen ist.

So wird vermehrt versucht, selbstverständliche Notwendigkeiten und sogar Rechte des einzelnen zu Privilegien umzudeuten, und Güter des täglichen Bedarfs, wie etwa Brot, schrittweise zu Luxusgütern zu stilisieren. Dies wird zumeist mit dem medialen Dauerterror einer völlig entfesselten und schamlos ungezügelten Werbeindustrie erreicht, die uns tagtäglich Probleme einreden, die an sich keine sind, und ein Qualitätsbewusstsein antrainiert, das völlig überzogen, ja dekadent ist, und die verschiedenen Gruppen in der Bevölkerung permanent über Neid gegeneinander ausspielt.

Durch lächerlichen, ja meist infantil anmutenden Markenfetischismus wird zudem immer aggressiver versucht, eine Ersatzkultur zu etablieren, die wirkliche Werte in den Hintergrund stellt, jeden Tand als wertvoll, jeden Blödsinn als edel und es zudem normal erscheinen lässt, das oft letzte Geld dafür auszugeben. Willenloses Tanzen nach der Pfeife der Industrie, ungenierte Huldigung eines primitiven Materialismus, aufgesetztes Glaubensbekenntnis eines vermeintlichen Privilegs als Füllstoff für eine geschickt umgeleitete Leere und Hoffnungslosigkeit.

Dieser „Rausch“ treibt seltsame Blüten, denn solcherart „Konsumisten“ verschulden sich häufig, um Dinge zu kaufen, die sie nicht benötigen, die sie sich nicht leisten können, um in einer Absurdität gerne Menschen zu beeindrucken, welche sie nicht mögen. Ein irrwitziger Kreislauf, der sie immer tiefer in die Abhängigkeit des Systems führt, sie immer angreifbarer und abhängiger macht. Immer dreister werden Spiel-, Konsum-, Sex- und Drogensucht als normal hingestellt und vielfältig öffentlich propagiert und zur Teilnahme daran aufgefordert. Und deren Teilnahme, ähnlich wie in einem System der USA, als freiwillige Wahlmöglichkeit, als Mitbestimmung am eigenen Schicksal, als persönliche Freiheit verkauft wird.

Die Umstände lassen sich nicht nur auf die Gruppe der Angepassten beschränken. Einst wollten sich die Deliquenten aus Trägheit und Mangel an Neugierde in Platons Schattenkabinett den Weg ans Licht ersparen, heute gibt es die sog. „demokratischen Wahlen“, um auf politische Geschicke einen gewissen Einfluss zu nehmen.

Platon hätte womöglich nie daran gedacht, jemals seinen nur durch Schatten beschäftigten und in ihrer Ersatzwelt verharrenden Gefangenen so etwas wie ein Wahlrecht zu verleihen. Im antiken Rom hatte man es nicht anders gesehen. Sklaven waren vom Wahlrecht prinzipiell ausgeschlossen, die politische Wahl nur den Bürgern von Rom vorbehalten gewesen. Durch „Brot und Spiele“ gesellschaftlich abgerichtet und bei Laune gehalten, hatten Sklaven nur ihren persönlichen Vorteil im Sinn. Sie galten daher als ungebildet, ungeeignet und somit als unmündig, eine entsprechende Verantwortung aufzubringen und sich mit einem Mitbestimmungsrecht einzubringen.

Die große historische Errungenschaft des allgemeinen Wahlrechts, lange und opferreich erkämpft, wird in der Neuzeit durch den Einsatz von Kapital und Massenpsychologie auf perfide Art und Weise manipuliert und in ihrer ursprünglichen Absicht unterlaufen.Wieder einmal, nein, unausgesetzt, bahnt sich eine Gruppe Unterdrücker ihren Weg, um ihren elitären Anspruch durchzusetzen und eine Klassengesellschaft aufzubauen. Die untere Klasse ist selbstverständlich jene, welche für die obere arbeitet und produziert, um anschließend ihren Lohn über billigen Konsum zurückzutransferieren.

Wurde früher dieser Anspruch als gottgegeben dargestellt, bedienen sich die Unterdrücker heute perfiderweise der einstigen Instrumente der Befreier, um ihren elitären Anspruch erneut zu legitimieren.

 

 

Freitag
13
Dezember 2019
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Musik-Video-Ecke 65.

 

Es ist an der Zeit: „Break“ von The Cure, 1982:

 

 

 

Freitag
13
Dezember 2019
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Art Visuals & Poetry – Festivalnews

 

Wir möchten an dieser Stelle noch die Gewinner des Poetry-Film-Festivals nennen, unter denen – bei aller Bescheidenheit – auch wir zu finden sind:

 

Unbenannt

(Zum Vergrößern bitte auf die Abbildung klicken). 

 

Herzlichen Glückwunsch!

 

 

Montag
09
Dezember 2019
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Art Visuals & Poetry Film Festival vom 29. NOV. BIS 1. DEZ. 2019

 

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Das absolut empfehlens- wie sehenswerte Art Visuals & Poetry Film Festival startet in seiner 5. Ausgabe am 29. November und läuft bis zum 1. Dezember 2019 im Metro-Kulturhaus-Kino (Johannesgasse 4) in Wien. 

Wie mittlerweile üblich, wurde dieses von Sigrun Höllriegl mit aller Liebe und Leidenschaft organisierte Festival in mehrere Sparten unterteilt. Hier ein Überblick:

29. NOV 17:00  – POETRY FILME DER ANGEWANDTEN HAUPTSAAL

29. NOV 19:00  FOKUS USA – SPECIAL GUESTS ZEBRA FESTIVAL (D) HAUPTSAAL

29. NOV 21:30 WETTBEWERB  I – DOKS/REISEN HAUPTSAAL

30. NOV 17:00 WETTBEWERB II – ÖSTERREICH HAUPTSAAL

30. NOV 19:00 POETRY PERFORMANCE MIT SAXOPHON PLESKOW SAAL

30. NOV 19:30 FOKUS USA – MOTIONPOEMS HAUPTSAAL

30. NOV 20:00 FOKUS USA – THE BEAT GENERATION – DOKU PLESKOW SAAL

30. NOV 21:30 INTERNATIONALER PUBLIKUMSPREIS LIVE VOTING! HAUPTSAAL

1. DEZ 17:00 GEDICHTFILMWETTBEWERB SOPHIE REYER  HAUPTSAAL

1. DEZ 20:00 WETTBEWERB III – DEUTSCHLAND – SIEGEREHRUNG HAUPTSAAL

 

Eine genaue Programmübersicht gibt es hier:

https://www.poetryfilm-vienna.com/de/zeitplan/2019

Alles andere zum Festival dort:

https://www.poetryfilm-vienna.com/

Und speziell zu 2019:

https://www.poetryfilm-vienna.com/de/node/235

 

Wir sind mit dem Film „Desorientiert“ in der „Competition II – Austria“ vertreten (Samstag, 30. Nov., 17 Uhr, Hauptsaal):

https://www.poetryfilm-vienna.com/de/node/237

 

Das Festival endet am Sonntag, den 1. Dezember, mit der „Competition III – Deutschland“ ab 20 Uhr und der nachfolgenden Siegerehrung, bei welcher Gelegenheit die prämierten Filme nochmals ausgestrahlt werden. 

 

Gutes Gelingen für die einen, viel nachdenklicher Spaß für die anderen…

 

 

 

Donnerstag
28
November 2019
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FilTa – Die Filmtage im SUB am 22. und 23. November 2019.

 

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Die Filmtage – FilTa – stehen hier in Wiener Neustadt vor der Tür. Wir freuen uns, dass es gelungen ist, auf einem derart problematischen, anti-kulturpolitischen sowie undankbaren Boden wie Wiener Neustadt ein neues Film-Festival an den Start zu bringen. Und wir danken Euch, den „Machern“, bereits vor dem eigentlichen Beginn dafür!

Unabhängig, ehrenamtlich, ehrlich und aus purer Leidenschaft haben begeisterte ehemalige Mitarbeiter der aufgelösten FRONTALE aufgrund des desaströsen Umfeldes ihre Köpfe nicht hängen lassen, sondern unter dem heilsamen Verzicht städtischer Inkompetenz, Geldgier und vollkommen unbegründeter Arroganz ein eigenes Format auf die Beine gestellt.

 

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Das FilTa-Team: Jan Hestmann, Antonia Bernkopf, Lukas Konlechner, Christian Hofer, Elena Schwarz. Nicht im Bild: Philipp Zoufal

 

Das FilTa-Team hat dafür einen neuen Verein gegründet, weil dies in der ungerechten Förderlandschaft eine Notwendigkeit bedeutet. Das Budget ist nun bescheiden, dafür die Lust und die Freude an der Sache um so größer.

Mit weitaus geringeren Mitteln ist es gelungen, eine bemerkenswert umfangreiche Veranstaltung zu kuratieren. Diese beginnt bereits am Donnerstag, den 20. November, mit einem „FilTa-Warm-up“ im Triebwerk, wo heimischer Horror-Trash serviert wird.

Am Freitag, 22. November, im SUB dann die FilTa ab 17 Uhr mit zwei Kurzfilm-Blöcken. Ab 20.15 Uhr folgt der Langfilm „Inland“, eine aktuelle Dokumentation von Ulli Gladik. Dazu FilTa:

„Darin begleitet die Filmemacherin drei FPÖ-WählerInnen während der Nationalratswahl durch deren Bezirke und Beisl – ein aufschlussreicher und teils auch humorvoller Diskurs auf Augenhöhe! Im Anschluss Gespräch mit Regieassistentin Anna Holl.“

 

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Der Samstag, 23. November, startet um 15 Uhr mit der Reise-Doku „Couch-Connection“, bei der es auch um die Herstellung einer guten Geschichte geht. Ab 16 Uhr geht es weiter mit einem Dokumentar-Kurzfilmblock, dem um 17.15 Uhr der Animations-Filmblock folgt. Die letzten Kurzfilme, nun aus Österreich, werden ab 18.30 Uhr zu sehen sein.

Auch der Samstag hat einen Langfilm zu bieten, der um 20.15 Uhr beginnen wird. Bei „Mid 90s“ handelt es sich um einen Film aus den USA. Es beinhaltet ein Drama in der Skater-Szene von Jonah Hill, und es ist laut Jan Hestmann einer der gefühlvollsten Filme in dieser Kino-Saison. Lassen wir uns überraschen!

 

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Die Abende werden am Freitag wie am Samstag jeweils mit einer Partie abgeschlossen. Am Freitag ab 22 Uhr mit „DJ LINE SUB O RAMA @ SUB CAFE“ und am Samstag ab 23 Uhr mit der „Sweet 90s Party“, passend zu „Mid 90s“. Vielleicht können sich darin auch noch etwas ältere „Säcke“ aus den 80ern wiederfinden…

Der Eintritt ist frei! Hier der Spielplan mit allen weiteren Angaben:

 

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Zum Vergrößern auf das Bild klicken.

 

Wir freuen uns!

 

Montag
18
November 2019
Kommentare deaktiviert für FilTa – Die Filmtage im SUB am 22. und 23. November 2019.

Neuer Wiener-Neustadt-Kalender 2020

 

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Der neue Kalender – für das Jahr 2020 – von René Triebl widmet sich den Mosaiken und Reliefs an Wiener Neustädter Fassaden, welche zwischen den 50er- und 70er-Jahren geschaffen worden sind. 

Aber lassen wir hier René Triebl selbst zu Wort kommen:

 

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(Zum Vergrößern bitte auf das Bild klicken). 

 

Als Beispiel zeigen wir aus dem Inhalt das Motiv für den Monat Oktober 2020:

 

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Dieser schöne Kalender ist  für 18,- Euro zu erwerben, wobei wir gerne auch den bevorzugten Ort dieser Erwerbung nennen können:

BÜCHER HIKADE. Herzog-Leopold-Straße 23, 2700 Wiener Neustadt

http://www.buecher-hikade.at/

 

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Freitag
08
November 2019
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NÖ-Landesausstellung 2019 : Conclusio: Gedanken zur Metaebene. Teil 2

 

Von Arcimbaldo

 

 

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Manchem Leser mag derartige Betrachtung vielleicht überzogen und konstruiert vorkommen. Vergessen wir indes nicht, dass gerade Massenpsychologie, das Spiel mit Metaebenen, das bei weitem erfolgreichste Herrschaftsinstrument ist, was ja auch die neuesten Wahlergebnisse in unserem Land wieder eindrucksvoll bestätigen. Gewonnen hat erneut derjenige, der die Leute weniger mit Inhalten „belästigte“, sondern der ihnen die Teilnahme an etwas Größerem versprach, ohne auf Details allzu sehr einzugehen.

Der überwiegenden Teil der Bevölkerung sehnt sich nach wie vor nach einer Führerfigur, die ihnen die Arbeit einer eigenen Stellungnahme zur Welt abnimmt, sehnen sich nach Unterwerfung unter eine Struktur, die ihnen verspricht, ihre eigenen Defizite und ihre innere Leere aufzufüllen, sehnen sich nach einem Anrecht auf Schicksal.

Seit langem können wir beobachten dass stets immer derjenige/diejenige gewinnt, der/die auf diese traurigen Defizite eingeht (anstatt sie zu Recht zu kritisieren und zu versuchen, diese durch vermehrte Bildung zu eliminieren), und gleichzeitig verspricht, sie in all ihrer Unmündigkeit und Bequemlichkeit dennoch ernst zu nehmen, ihnen einen Lebensweg vorzeichnet, dem sie dann brav folgen können, auch wenn es sie ihre Freiheit und Selbstbestimmtheit, und wie im Fall der 30er Jahre, sogar ihr Leben kostet.

 

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Das Schattenkabinett von Platon ist dabei die historische Matrix und bereits ja seit der Antike bekannt.

Nach wie vor neigen die Menschen im Verharren einer Scheinwelt, solange sie unterhalten und irgendwie bedient und bauchgepinselt werden ( panem et circenses !). Noch heute können wir mit Unglauben beobachten, wie sich ganze Bevölkerungsteile der Wahrheit verschließen und lieber im Rausch der Konsum- oder anderer Scheinwelten verharren, sich dem Gang zum Licht verweigern, weil dieser zumindest ein Minimum an Eigeninitiative von ihnen fordern würde.

Unterschätzen wir daher dieses Instrument der Massenpsychologie nicht in ihrer durchschlagenden Wirkung, auch wenn die Zusammenhänge nicht auf den ersten Blick ins Auge fallen. Die Selbstverständlichkeit solcher Ereignisse und die meist völlig willfährige Annahme und Rezension derartiger Ereignisse sollte uns jedoch wirklich alarmieren!

Wir stehen alle offenbar in einem Krieg reich gegen arm, der mit subtilen Waffen und großem Aufwand ausgetragen wird, und den die meisten zudem als gar nicht einmal als wirklichen Krieg erkennen. Vergessen wir dabei erneut nicht, dass letztlich alle Kriege aus ökonomischen Gründen geführt wurden und werden. So gesehen ist wirklich der „Krieg der Vater aller Dinge“ und somit auch der Entwicklung von Herrschaftswissen, Unterdrückung und Sklaverei in allen ihren Formen.

 

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Die LA 2019 steht daher als vornehmlich politische Propagandaschau ebenso in dieser großer historischen Tradition. Sie ist zudem eine Veranstaltung, die, um von ihren eigentlichen Absichten abzulenken, von uns nicht nur bezahlten Eintritt fordert, sondern überhaupt für deren Gesamtkosten wir letztlich genötigt sein werden durch die sich ständig steigenden Steuererhöhungen, Abgaben und aggressive Bewirtschaftung der letzten Freiräume. Wir bezahlen letztlich alles selbst, ohne diese Tatsache wirklich wahrzunehmen, im schönen Schein eines „Fortschritts“, der uns immer weiter von uns selbst entfremdet und uns letztlich zu ferngesteuerten Marionetten im Dienste anderer macht.

 

*

Ad Status quo:

Zum einen hat uns die neoliberale Betriebswirtschaft seit Jahrzehnten gelehrt, dem privaten Vorteil nachzujagen, um damit der Gesamtgesellschaft – auf indirektem Wege – Gutes zu tun, andererseits auch, dass wir uns von systemischen Überlegungen gar nicht bekümmern lassen dürfen, ohne das System (und seine Selbstreinigungskraft) grundlegend zu gefährden.

Übertragen auf das Politische hieße das dann etwa: „Mach dir keine Gedanken über das bestmögliche Funktionieren einer Gesellschaft, es könnte ihr bloß – und das nicht nur wirtschaftlich – schaden. Betreibe vielmehr dein persönliches Streben nach Glück, dein ganz privates „pursuit of happiness“. Dessen Durchsetzung darfst du dann von der Gemeinschaft, von den dich dabei behindernden Anderen (mit denen du ja immer im Wettbewerb stehst), politisch einfordern – oder, wenn rechtlich schon geregelt, auch einklagen …“

Hat man derart die Menschen von reflexionsfähigen Selbst- und Fremdbeobachtern (und seien diese noch so einfach!) zu bedürfnisbefriedigenden Regelbefolgern erniedrigt. Um den über die „Sachzwänge“ politisch Entmündigten (und das sind wir letztlich alle) so etwas wie eine persönliche politische Kompetenz vorzugaukeln, werden beispielsweise die Einzelnen dazu ermuntert, in ihren (möglichst freakhaften) privaten Marotten öffentlich aufzutreten, um dabei Wahlen und Rankings in Castingshows und in diversen Internetforen für sich zu entscheiden.

Damit soll offenbar den, gegenüber dem Meinungsbildungsprozess vorrangig erachteten, demokratischen Wahl- und Entscheidungsbedürfnissen Genüge getan werden: Hier werde – so meint man – Öffentlichkeit und Abstimmung, hier werde Demokratie geübt. Sie gewinnt damit einen gänzlich neuen, einen pervers- politischen Charakter: den der pseudopolitischen Idiotie.

Peter Moeschl, In : Der Standard, 12. Juni, 2013

 

Unsere Gesellschaft wird von Verrückten geführt, für verrückte Ziele. Ich glaube, wir werden von Wahnsinnigen gelenkt, zu einem wahnsinnigen Ende, und ich glaube, ich werde als Wahnsinniger eingesperrt, weil ich das sage.“

John Lennon, der von Verrückten ermordet wurde …

 

The modern world will not be punished. It is the punishment.”

Those sins that scandalize the public

are less grave than those it tolerates.“


„Es ist an der Zeit die Kultur in Verruf zu bringen,

damit es sich nicht mehr lohnt,

sie im Dienste der Politik oder der Industrie zu erniedrigen.“

Nicolás Gómez Dávila ( 1913 – 1994 )

Die sogenannten praktischen Menschen

sind nicht unbedingt zu erfolgreichen Aktionen fähige Menschen,

sondern zu theoretischen Überlegungen unfähige Menschen.

Was den praktischen Menschen auszeichnet,

ist in Wirklichkeit die Schwierigkeit sich auszudrücken

und die die Ungeschicklichkeit oder Unreife seiner Erklärungen.

Selbst der gesunde Menschenverstand verbirgt lediglich eine träge Vorstellungskraft,

die sich eines ärmlichen Wortschatzes bedient.

Niemand erinnert sich an die Katastrophen, die der praktische Mensch verursacht,

weil sie von keiner Theorie verteidigt werden.

Die Theorie ist in Wahrheit das Zeugnis gegen den Verdächtigen,

und weil der Mensch ohne Schuld alles Nutzbringende gutheißt,

erlangt die Theorie schließlich dank der Vorteile,

die die Technik bietet, die praktische Bedeutung, die sie mit dem bürgerlichen Argwohn versöhnt.

Idem der Techniker sie aus ihrem Ansehensverlust herausrettet, entfernt er sie aus dem Ort,

wo ständige Kontroversen an ihre ungewisse Herkunft erinnern,

und setzt sie bei Aufgaben aufs Spiel, deren Dringlichkeit sie zu einem Aberglauben versteinern lässt,

der an die Sturheit des Pöbels erinnert.“

Alle Zitate: Nicolás Gómez Dávila ( 1913 – 1994 )

 

 

Mittwoch
06
November 2019
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NÖ-Landesausstellung 2019 : Conclusio – Gedanken zur Metaebene. Teil 1

 

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Von Arcimbaldo

 

Historische Rückschau, deren kritische Aufarbeitung und Darstellung ist an sich stets ein sehr wesentlicher Aspekt jeder Landesausstellung und eine auch sehr wünschenswerte Sache, tritt doch in unserem Bildungssystem die Auseinandersetzung mit Geschichte ohnehin immer weiter in den Hintergrund.

Oberflächlich betrachtet scheint sich auch die LA 2019 in Wiener Neustadt dieser Tradition verpflichtet und uns einen breiten historischen Überblick der Stadt und der Landesgeschichte zu präsentieren.

Sieht man jedoch genauer hin, kann das ganze Brimborium aus Marketing und gehyptem Spektakel nicht darüber hinwegtäuschen, dass es in dieser Schau wohl eine von vornherein klar kalkulierte Metaebene gibt, eine Art übergeordnete Generalbotschaft, die sich im weiten Bogen über die verschiedenen Schauplätze spannt. Nicht so sehr das Ausgestellte mit all seinen Details und die vielen Objekte stehen hier dabei im Vordergrund, sondern das nicht Sichtbare, das, was dabei wie nebenbei als eine Art „Stille Post“ mitschwingt, was ja bereits im Titel der Ausstellung zum Ausdruck kommt.

Welt in Bewegung“ ist ein nicht zufällig gewählter Titel der dynamisch und zeitgeistig klingt, sondern bringt mit seinem bewusst positiv besetztem Unterton eine politische Botschaft mit sich, eine Botschaft, die den eigentlichen Kern der Ausstellung bildet. Die tatsächliche Schau ist bloß dieser Botschaft untergeordnetes Beiwerk, dazu aufgeboten, diese zu illustrieren, von Widersprüchen abzulenken und positiv zu unterstreichen.

Die Landesausstellung 2019 ist im wesentlichen eine politische Werbeschau, die jedoch viel weiter geht als nur die Machtverhältnisse der Stadt-ÖVP zu zementieren und Bürgermeister Schneeberger in ein dynamisches Licht zur rücken, ihm ein Image als „Macher“ zu verleihen. Der Aspekt ist zwar offensichtlich, greift jedoch für ein Gesamtverständnis zu kurz.

Diese mit 37 Millionen Euro dotierte Veranstaltung ist weit größer gedacht und dazu inszeniert, um unsere gesamte neoliberale Arbeits- und Lebenswelt in eine positives Licht zu rücken. Und um die Tatsache weich zu spülen, dass diese uns immer weiter in einen Hochleistungswettbewerb hineinzwingt, dem wir nicht mehr gewachsen sind und den wir meist auch nicht mehr gewinnen können, der zunehmend die Selbstbestimmtheit unserer Lebensentwürfe verhindert, der immer mehr Verlierer als Sieger produziert.

Es ist der raffinierte Versuch, die derzeitigen überzogenen Verhältnisse zu normalisieren, Probleme und Widersprüche auszublenden oder sie in einem historischen Kontext so einzubauen, dass sie uns als Teil einer „natürlichen“ gesellschaftlichen Entwicklung erscheinen und so unsere Systemmüdigkeit und unsere berechtigten Zweifel zerstreuen soll. An dieser Art „Bewegung“ , die uns in heutiger Zeit zur Anpassung an ein Lebenskorsett zwingt, welches aus nichts anderem besteht, als den brutalen und rücksichtslosen Konsequenzen des globalisierten Kapitals.

Diese Landesausstellung ist daher im Grunde eine ziemlich unverblümte Leistungsschau des Turbokapitalismus, nur mäßig getarnt als Historienschau, erinnert in ihrer Anlage auch an diverse Weltausstellungen, in gewisser Hinsicht sogar an den „Park der Sozialistischen Errungenschaften VDNCh“ in Moskau, dort in den 1930er Jahren aus ähnlichen Erwägungen errichtet, um den „nationalen Zusammenhalt“ zu beschwören und um das dortige System zu legitimieren:

Die WDNCh (Ausstellung der Errungenschaften der Volkswirtschaft der UdSSR, Moskau) war ein Abbild der idealisierten Sowjetunion: In diesem Miniatur-Wunderland gruppierten sich kunstvoll angelegte Pavillons der einzelnen Teilrepubliken mit deren exotischen Erzeugnissen und regionaltypischem Kunsthandwerk einträchtig hinter einem zentralen Palast. Den Besuchern wurde so ein utopisches Modell des idealen Staates präsentiert, wie ihn sich viele erträumten. Sie stand in der Tradition nationaler und internationaler Ausstellungen, die seit Mitte des 19. Jahrhunderts in Europa ein wichtiges Medium der Selbstdarstellung von Nationalstaaten und ein Instrument des“ nation building“ waren.

Die Ausstellungen sollten das Publikum durch Teilhabe an nationalen Symbolen und Institutionen erziehen, bilden und kulturell assimilieren. Ihre Funktionen reichten von der nationalen Identitätskonstruktion über die Austragung von Rivalitäten bis hin zur Volksbildung und zum Laboratorium für Zukunftstechnologien für die „Welt von morgen“.

Textzitat:Monica Rüthers aus dem Internet Blog „Dekoder“

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Diese politische Absicht wurde schon bei der Eröffnungsfeier in nicht zu übersehender Weise deutlich. (Siehe auch: Arcimbaldo : Des Kaisers neue Kleider, Teil II. ). Hier wie dort können wir jedoch auch sehen, dass den jeweils Herrschenden, wo sie sonst um jeden Heller feilschen, nichts zu aufwändig und zu teuer ist, ja Geld auf einmal keine Rolle spielt, wenn es darum geht, das Bewusstsein der allgemeinen Bevölkerung systemkonform zu manipulieren und ideologisch einzufärben.

So soll uns mit dieser Darbietung ein gesellschaftliches System einseitiger Ausbeutung schmackhaft gemacht werden, das kein „genug“ kennt, dessen Anforderungen und Tempo sich immer weiter steigern, dessen Entlohnung jedoch gleichzeitig seit geraumer Zeit stagniert. Sie soll beitragen, ein System zu legitimieren, das die meisten von uns zunehmend in fast unlebbare Situationen bringt, wo nicht der Tüchtige als Sieger hervorgeht, sondern derjenige, der das meiste Kapital besitzt.

Sie ist eine von der Industrie und der ihr angeschlossenen politischen Partei finanzierte Augenauswischerei, eine Art „moderner Propaganda“, welche die Struktur von Landesausstellungen in Geiselhaft nimmt, unsere Stadtgeschichte für ihre Ziele dreist missbraucht und deren Würdigung uns noch dazu als eine Art „lokalpatriotische Pflicht“ angetragen wird. Sie huldigt dabei nicht nur dem technischen Fortschritt, sondern feiert auch völlig distanzlos den derzeitigen „Status Quo“*, also die ja bereits zügellose Dominanz der Ökonomie über alle Lebensbereiche. Ein Umstand, der sich nicht zuletzt besonders an den Firmenpräsentationen zeigt, die uns nicht zufällig gerade im Kirchenschiff von St. Peter an der Sperr (!) als eine Art zur Apsis aufsteigender „Ikonostase“ (!) präsentiert werden, damit ungeniert und in nie dagewesener Direktheit die aktuellen gesellschaftlichen Verhältnisse und deren Bewertung als „sakrosankt“ vor Augen führt!

 

Fortsetung folgt.

 

 

Donnerstag
31
Oktober 2019
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Vom Äußersten

 

Gedanken zur Ausstellung „SIC“ mit Werken von Friedrich Bastl in der Stadtgalerie Wiener Neustadt.

Von René Triebl. 

 

Prof. Gotthard Fellerer ist ja bereits seit geraumer Zeit als unermüdlicher Mahner gegen die Drohungen von Unformität und Deformierungen eines meist kommerziell dominierten Mainstreams sowie als Kämpfer für die Erweiterung von künstlerischen Horizonten bekannt.

Dieser Tradition würdig folgend tritt er nun wieder als Kurator einer Ausstellung in der Stadtgalerie Wiener Neustadt in Erscheinung. Er bringt uns den etwas in Vergessenheit geratenen Wiener Neustädter Künstler Friedrich Bastl, Jahrgang 1944, mit einer sorgfältig kuratierten kleinen Werkschau wieder ins Bewusstsein, welche auch von einem von ihm verfassten Katalog begleitet wird.

 

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Bastl, bereits seit Mitte der 70er Jahre auch schon mit Gotthard Fellerer befreundet und zusammen mit Kurt Ingerl bereits damals in der Künstlergruppe FBI ( Fellerer- Bastl- Ingerl ) tätig, ist Vertreter einer Künstlergeneration die auch besonders mit ihrem experimentellen, offenen Zugang und ihren Aktionen einen wesentlichen Beitrag leistete, Kunst im öffentlichen Bewusstsein zu etablieren und die bleiernen Jahre der Nachkriegszeit aufzulockern. Sein Werk aus Zeichen und Symbolen fesselt sowohl durch seine asketische Strenge wie auch in seiner emotionalen Hingabe und weist ihn als einen der wichtigsten Vertreter des Neo-Expressionismus oder abstrakten Expressionismus in Österreich aus.

Sie leistete einen entscheidenden Beitrag, die Grenzen nationaler Kunst zu erweitern und Anschluss an die sich international immer weiter differenzierenden Kunstszene der Moderne zu finden.

 

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Ohne Rücksicht auf den immer mehr in Richtung Dekorations-Kitsch ausfransenden Massengeschmack, werden hier Werke mit großer Sensibilität und höchstem Anspruch gezeigt, zeitlos in ihrem Ausdruck, der auch im internationalen Vergleich besteht.

 

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Spannend und aufregend der Gegensatz von wunderbar leichten, dynamischen und nervösen Zeichnungen, Montagen und Graphiken, verspielten Masken mit besonders ansprechender Haptik und magischen und fast ikonographisch anmutenden Lehmbildern und Steinskulpturen, die in ihrer asketischen Strenge an archaische Urformen wie etwa an die Moai Stauten auf der Osterinsel oder die Funde aus der antiken Cucuteni-Tripolje-Kultur im Südosten Europas ( 5000 – 2750 v. Chr. ) erinnern. Bastl setzt radikale Zeichen und greift tief in unser Unbewusstes. Seine Werke wirken spontan und aus innerer Eingebung kommend, erinnern in ihrer Maltechnik und Formensprache etwa an den berühmten New Yorker Graffitikünstler Jean Michel Basquiat (1960- 1988 ) oder einer der Ikonen des Informell, Cy Twombly (1928- 2011). Kunst als die eigentliche Darstellung von ExistenzStatische Anmut im steten Wechsel mit rauschhafter Extase, die in ihrer Konsequenz begeistert.

 

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Eine Ausstellung von internationalem Format, wie es in Wiener Neustadt leider viel zu selten zu sehen ist. Mit einer Kunst, die uns neue Horizonte eröffnet, die uns auffordert, sich einzulassen, die uns einlädt, auch in uns neue innere Freiräume zu entdecken. Kunst im besten, im eigentlichen Sinn, in der Lage, die Grenzen unseres Geschmacks zu fordern und unser Bild der Welt zu erweitern.

 

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Nach bereits einigen Ausstellungen in dieser neuen Galerie ist diese nun wohl ein wirklicher Höhepunkt im kulturellen Leben der Stadt. Es ist sehr zu hoffen, dass sich diese Galerie letztlich nicht nur als eine flüchtige Fassade im Dienste von Parteienwerbung und Imageaufbau zur Wiederwahl entpuppt, sondern uns auch noch nach der Gemeinderatswahl im Jänner 2020 erhalten bleibt.

 

Stadtgalerie Wiener Neustadt, Herzog Leopold-Straße 21.

Noch bis 18. Oktober, geöffnet täglich außer Montag 16 – 18 Uhr, Sa, So und Feiertag 10 – 18Uhr

 

 

Samstag
28
September 2019
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Feldforschungswoche im Marchwinkel

 

Ledwenko von Ruchenau lässt sich in Niederösterreich zuerst für das Jahr 1449 nachweisen. Er scheint als Kommandant der Burg Niederweiden (1) im Marchfeld auf, welche er offensichtlich zu seinem Sitz auserkoren hatte. In seinem von ihm daselbst ausgestellten Schreiben bezeichnete er sich als „gesessen auf Niderweiden“ (2). Allerdings sagt dies nichts über die tatsächlichen Eigentumsverhältnisse aus, welche sich schließlich sprichwörtlich als umstritten darstellten.

(Absatz aus dem in Bearbeitung befindlichen Aufsatz über den mährischen Söldnerführer Ledwenko von Ruchenau von Rüdiger Rohde).

 

Wir begeben uns auf die Spurensuche des „Wanko“, welchem bereits von Zeitgenossen kein sonderlich guter Leumund beschieden war. 

Feldforschungswoche von Montag, den 23. September, bis Freitag, den 27. September, im Marchwinkel. 

 

 

Montag
16
September 2019
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#FreeAssange

 

 

Eines der bekanntesten von WikiLeaks veröffentlichen Videos zeigt die kaltblütige Ermordung von Zivilisten durch US-Militärs. Hierbei handelt es sich nur um einen winzigen Ausschnitt aus einem Angriffskrieg gegen den Irak mit letztlich über einer Million Toten, für den bis heute kein einziger der Täter und  Mörder auch nur angeklagt wurde. Stattdessen soll Julian Assange für die Veröffentlichung angeklagt werden. 

 

 

Hier noch Ausschnitte mit der Transkription des Funkverkehrs. 

 

 

 

Dienstag
27
August 2019
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