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Die Ukraine als ein Mittel zum Zweck.Teil 3.

 

Das Portal German-Foreign-Policy.com brachte am 5. Dezember 2014 mit dem Hinweis auf Quellen aus der Nazi-Partei Svoboda einen Artikel, welcher die Vorkommnisse in der Ukraine um einen weiteren Akzent eröffnete.

Nach diesem Bericht hatten sich im April 2013 der Chef von Svoboda und der deutsche Botschafter in Kiew, Christof Weil, zu einem Gespräch getroffen, in welchem neben Themen wie Assoziierungsabkommen und einer politischen Krise in der Ukraine auch Gedankenspiele angestellt worden wären, auf welche Art und Weise die Regierung in Kiew gestürzt werden könne.

Die FAZ berichtete gar, dass man sich bei diesen Gesprächen auf die Postenverteilung nach einem möglichen Umsturz geeinigt hätte.

 

Dies wiederum stand im Kontext mit einer ganzen Reihe von Treffen zwischen Diplomaten aus der EU und den USA mit Vertretern der Oppositionsparteien Svoboda, Vaterland und UDAR. Eine Svoboda-Delegation hatte außerdem einen Besuch bei der deutschen Neonazi-Partei NPD in Sachsen abgestattet.

 

Diese Kontakte, die ein bereits bestehendes Verhältnis zwischen NATO-Staaten und den ukrainischen Oppositionsparteien aufzeigen, überrascht nicht wirklich. Die NATO-Staaten und vor allem ihre Führungsmacht USA hatten sich in den Jahrzehnten zuvor immer wieder gerne aus dem Reservoir der regionalen Nazi-Verände bedient, um ihre Agenden weltweit durchzusetzen.

 

Mit Blick auf Deutschland wird dort die NPD zwar offiziell geächtet, ein Verbot dieser Partei scheiterte allerdings bislang. Stattdessen lässt sich anhand zahlreicher Vorkommnisse der letzten Jahre nachvollziehen, dass deren Demos und Versammlungen von der Polizei geschützt wurden. Es gab (und gibt?) Verbindungen zur NATO-Geheimarmee GLADIO und es existieren eine Reihe von Beweisen, dass die NPD von Polizei und Inlandsgeheimdienst vollkommen durchzogen ist. Der Rückschluß, dass es sich bei der NPD um ein politisches Instrument der Herrschaftselite handelt, ist naheliegend.

Und dies zeigte sich dann auch in der Ukraine.

 

 

Der kurz vor dem Abtritt stehende deutsche Außenminister Westerwelle präsentierte sich am 4. Dezember einträchtig mit der protestierenden Opposition in Kiew. Mit Klitschko, dem deutschen Kandidaten, und mit Arseni Jazenjuk, der für die im Gefängnis sitzende Timoschenko Leiter der Vaterlandspartei. Im Gegensatz zu dieser gilt Jazenjuk allerdings als Faschist, der konsequenterweise fast ausschließlich über US-amerikanische Firmen, Institute und Stiftungen finsnziert wird.

 

Mit Tiahnybok, dem Chef der Nazi-Partei Svoboda, zeigte sich Westerwelle allerdings nicht. Möglicherweise war ihm deren Ideologie zu wenig versteckt und damit zu öffentlich. Huldigung an den Nazi-Kollaborateur Stepan Bandera und den Mannen der SS-Division „Galizien“ hatte bereits Eingang in den Medien gefunden. Ganz abgesehen von Tiahnyboks Meinung, dass sich die Ukraine in den Händen von Moskowitern und Juden befände, die es natürlich zu vertreiben galt. Das hatte die EU allerdings zuvor nicht davon abgehalten, auch ihn neben Klitschko und Jazenjuk zu dem Gipfel nach Vilnius einzuladen.

 

Für diese Kandidaten des Westens auf dem Maidan sonderte Westerwelle wieder einmal ein unsägliches Gewäsch ab. Er, der sich in die inneren Angelegenheiten der Ukraine einmischte und die Protestierenden bei illegalen Aktionen unterstützte, forderte von der Regierung die Einhaltung angeblicher europäischer Standarts. Er rechtfertigte sich damit, dass die Ereignisse in der Ukraine eine „europäische Angelegenheit“ sein würden, als deren bezahlter Vertreter Westerwelle sich offenbar selbst wahrnahm.

 

Moskau hatte die Politik Berlins zuvor kritisiert, weswegen sich der scheidende deutsche Außenminister nicht entblödete, auf dem Maidan – an Russland gerichtet – davon zu faseln, dass „wir Europäer“ sich von niemanden etwas vorschreiben ließen, ob sie zusammenfänden oder nicht. Seine Ansicht, dass Russland nicht zu Europa gehöre, war schon peinlich genug, zeigte allerdings ein weiteres Mal auf, in welche Richtung die Konfrontation zielte. Ein angebliches Einmischungsrechts sah er einzig und allein auf seiner Seite.

 

Es fanden sich auch noch andere Politiker aus der EU auf dem Maidan ein, darunter Jaroslaw Kaczynski, der ehemalige Regierungschef Polens. Auch er hatte nichts gegen die Nazi-Fahnen in der Menge einzuwenden. Sogar Michail Saakaschwili, der ehemalige Regierungschef Georgiens, fand sich in Kiew ein. Auch er ein Mann Washingtons. Unvergessen sein Überfall auf Südossetien 2008, der allerdings bekanntlich für ihn schiefgegangen war. Freilich ohne persönliche Konsequenzen unter dem Mantel der US-Hegemonie.

 

Der erste ukrainische Oligarch, der auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew öffentlich auftrat, war Petro Poroschenko. Dieser superreiche Mann war ungefähr 1,3 Milliarden Dollar schwer, Besitzer unter anderem eines Medienkonzerns und Rüstungs- sowie Konsumbetrieben. Er hatte zuvor einige Regierungsämter inne gehabt und war zudem der ehemalige Zentralbankchef. Poroschenko war ebenfalls ein Mann des „Westens“, er hatte schon 2004 die vor allem durch die USA finanzierte so genannte orangene Revolution mitgesponsert.

 

Diese Leute fanden durchaus Gehör im Publikum, welches ebenfalls wie hierzulande ihre Informationen oder vielmehr die Meinungen aus den Massenmedien erfuhren und dem Glauben schenkten. In der Tat hatte die Unabhängigkeit der Ukraine der Masse der Bevölkerung nichts gebracht. Ukrainische Arbeiter, abhängig von den schwerreichen Oligarchen, waren neben der herrschenden Rechtsunsicherheit massiv unterbezahlt. Viele waren nach Polen gegangen, um sich dort als billige Arbeitskräfte zu verdingen. Die EU wurde mit einer Verbesserung der eigenen Lage in Verbindung gebracht, obwohl diese eher nach dem Gegenteil trachtete.

Aber dies wurde natürlich nicht erzählt, nicht einmal richtig von der Regierungspartei unter Janukowitsch.

 

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Mittwoch
24
September 2014

Die Ukraine als ein Mittel zum Zweck.Teil 2.

 

Auf dem EU-Gipfel in der litauischen Hauptstadt Vilnius, der am 28. November eröffnet wurde, war auch der ukrainische Präsident Janukowitsch anwesend. Dieser war trotz der negativen Umstände grundsätzlich einer wirtschaftlichen Anbindung der Ukraine an die EU nicht abgeneigt. Das hatte aber sicherlich auch damit zu tun, dass sein Land kurz vor der Pleite stand.

 

Janukowitsch rechnete vor, was der Ukraine die harten Bedingungen der EU und des IWF für dieses Abkommen kosten würde. Und so verlangte er weitere Verhandlungen und zudem Kompemsationszahlungen in Millardenhöhe.

 

Moskau, anfänglich noch erfreut darüber, dass aufgrund der durch die EU gezeigten Maßlosigkeit und kolonialer Arroganz die Ukraine nicht in die Hände des „Westens“ gefallen war, hatte die Kosten für die ehemalige Sowjetrepulik auf 10 bis 30 Milliarden Dollar geschätzt.

 

In der EU war die Einschätzung über die Kosten ähnlich, wenn nicht sogar höher. Allerdings dachte Brüssel nicht daran, der Ukraine außer einigen Neppigkeiten auch nur irgendetwas an Gegenleistung und Ausgleich anzubieten. Janukowitsch musste feststellen, dass die EU weniger an Handelsbeziehungen interessiert war, sondern auf einen politischen Zugriff auf die Ukraine. Oder anders formuliert: die Abhängigkeit und Knechtschaft unter Brüssel.

 

EU – Das Regime Deines Vertrauens!

 

Entäuschend war auch, dass dieses Assoziierungsabkommen gar nicht die erhoffte zukünftige EU-Mitgliedschaft beinhaltete. Frankreich hatte sich hier mit einem Veto quergelegt, was durch den schwedischen Außenminister Carl Bildt in Vilinius zum ersten Mal öffentlich erklärt wurde.

 

In der Ukraine selbst schienen dagegen viele Menschen nicht mitbekommen zu haben, dass dieses EU-Abkommen vor allem zu Lasten der „kleinen Leute“ gegangen wäre, deren Sozialleistungen stark eingeschränkt und derenLeben sich stark verteuert hätte. Sie demonstrierten und schwangen EU-Fahnen, obwohl eine Mitgliedschaft in der EU von dieser nicht angedacht war. Es gab auch Gegendemonstrationen, die allerdings in der westlichen Presse nicht erwähnt wurden.

 

Das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Ukraine war zwar geplatzt, doch sah sich nun die Regierungpartei („Partei der Regionen“ zusammen mit der Kommunistischen Partei) einem äußerst starken Gegenwind ausgesetzt. Am Freitag/ Samstag, 29./30. November 2014 kam es in Kiew schon zu einer etwas größeren Demonstration trotz eines von der Regierung verhängten Demonstrationsverbotes, die allerdings von der Polizei mit großer Brutalität zerstreut wurde.

 

Der Innenminister Sachartschenko sollte sich anschließend für diese Art von Polizeieinsatz öffentlich entschuldigen, erwähnte aber auch, dass sich unter den verhafteten Personen Nicht-Ukrainer aus der EU befanden. Präsident Janukowitsch kündigte eine Untersuchung der Vorfälle an, sah sich aber auch genötigt, von einer weiteren Verhandlungsabsicht mit der EU zu sprechen.

 

Die Opposition, bestehend aus der rechtsgerichteten Partei „Vaterland“ mit der ehemaligen „Gas-Prinzessin“ Timoschenko, der Nazi-Partei „Freiheit“ (Svoboda) und der maßgeblich von der deutschen Regierung aufgebaute und über die Konrad-Adenauer-Stiftung finanzierte Partei „Schlag“ (UDAR) mit Witali Klitschko, konnte für den Sonntag, den 1. Dezember 2014, rund 100.000 Anhänger mobilisieren, die in Kiew eine Großdemonstration abhielten.

 

Die drei Oppositionsparteien hatten nicht nur zahlreiche ihrer eigenen Anhänger aufbieten können, sondern auch andere Teile aus der Bevölkerung, welche gegen den Polizeieinsatz demonstrierten oder eben in der naiven Hoffnung auf ein besseres Leben mit der EU, was allerdings eine Fiktion war. Parteifunktionäre der UDAR zum Beispiel logen und täuschten die Demonstranten über die Tatsache hinweg, dass die EU auf keine Mitgliedschaft der Ukraine abzielte.

 

Die Polizei hielt sich bei dieser Großdemonstration in Kiew nun zurück, auch, als vermummte Vandalen aus dem Nazi-Block öffentliche Gebäude beschädigten und auf Passanten einprügelten. Am Abend besetzten Nationalisten den Sitzungssaal des Stadtrates, während mit Bulldozern versucht wurde, das Gebäude der Präsidentenadministration zu stürmen, woraufhin nun die Polizei unter Einsatz von Tränengas die Demonstranten zurücktrieb.

 

In Berlin forderte der deutsche Regierungssprecher Seibert am Montag, den 2. Dezember, frech die ukrainische Regierung auf, auf Gewalt gegenüber den Demonstranten zu verzichten. Er selbst verzichtete auf einen ähnlichen Appell an die Demonstranten und hätte sich höchstwahrscheinlich empört, wenn die die ukrainische Regierung Deutschland aufgefordert hätte, doch bitte mit ihrer Polizei nicht auf deutsche Demonstranten einzuprügeln.

 

Die Demonstrationen wurden von Seibert als Pro-Europa-Demos deklariert und gleichzeitig mit den Worten versehen, dass der ukrainische Staatspräsident hoffentlich diese Botschaft entsprechend aufnehmen würde.

 

Somit hatte die Bundesrepublik Deutschland ihre Parteinahme für die regierungsfeindliche Opposition bekannt gegeben und sich dreist in die inneren Angelegenheiten der Ukraine eingemischt. Dies äußerte sich zudem in dem Umstand, dass sich die in Kiew tätigen Botschafter der EU-Länder im von Demonstranten besetzten Gewerkschaftshaus versammelten – ein Affront.

 

Die Oppositionsparteien stellten dann einen Mißtrauensantrag gegen den ukrainischen Miniterpräsidenten Nikolai Asarow, die wegen der Proteste von Anatoli Rybak, dem Parlamentsvorsitzenden, stattgegeben wurde. Allerdings scheiterte dieser am folgenden Tag, Dienstag, den 3. Dezember 2013. Klitschko verkündete anschließend, dass die Demonstrationen fortgesetzt werden würden, um vorgezogene Parlaments- und Präsidentenwahlen durchzusetzen.

 

In Brüssel schien man nun abzuwarten, wohin das Ganze führen würde, ob zu Neuwahlen oder zu einer Regierungsniederlegung.

Die Parteinahme für die ukrainische Opposition hatte freilich den Schönheitsfehler, dass es sich bei der Anführerin der Vaterlandspartei, Timoschenko, um eine vom Westen protegierte Kriminelle handelte, was ebenso unter den Teppich gekehrt wurde wie der Umstand, dass Klitschkos Partei UDAR aus dem Ausland finanziert wurde. Die Nazi-Partei Svoboda unter dem bekennenden Faschisten Oleg Tjagnibok war natürlich auch keine gute Visitenkarte für die EU.

 

Die Drecksarbeit im Westen übernahmen vorerst deren Massenmedien, die nun wie gewohnt einmündig eine Kampagne gegen Janukowitsch, gegen die Regierungspartei und bei dieser Gelegenheit auch gegen die Russische Förderation inszenierten, wobei letzterer unterstellt wurde, die ukrainische Regierung zum Platzen des Assoziierungsabkommen angestiftet zu haben.

 

Diese Medienarbeit hatte natürlich nichts mit Jounalismus zu tun, sondern dienten einzig und allein ihren Auftraggebern in der EU und der NATO, mit heuchlerischer Empörung, falschen Informationen und unter Weglassung der richtigen die für sie gewünschte Stimmung zu erzeugen. Fakten und Zusammenhänge haben keinen Platz, wenn es darum geht, einerseits die eigene Bevölkerung auf Kurs zu bringen und andererseits medialen Druck auf die Regierung eines anderen Landes auszuüben, die sich zuvor eine eigenständige Meinung gebildet hatte.

 

Mittwoch
17
September 2014

Die Ukraine als Mittel zum Zweck, Teil 1

 

 

In der Ukraine herrscht zwar derzeit soetwas wie ein labiler Waffenstillstand zwischen den Miitärs der Kiewer Nazi-Junta und den Verteidigungskräften aus dem Donbass, die mediale Hetze nimmt dessen ungehindert seinen Fortgang.

 

Viele haben bereits vergessen oder es schlimmstenfalls immer noch nicht mitbekommen, warum es dort zu einem Kriegszustand gekommen ist.

 

Die EU, ein Regime in Brüssel mit fehlendem Demokratieverständnis.

 

Begonnen hatte es mit dem Assoziierungsabkommen, den die EU hatte mit der Ukraine abschließen wollen. Doch hatte es sich um ein höchst einseitiges Abkommen gehandelt, in welchem die EU wenig anbot und höchstens einiges weitere in Aussicht stellte, dies aber mit Forderungen verknüpfte, die für die ukrainische Regierung sehr unvorteilhaft war.

 

Die EU hatte Handelserleichterungen angeboten und der Internatione Währungsfond (IWF) Kredite in Aussicht gestellt, die in der wirtschaftlich vor sich hindümpelnden Ukraine benötigt wurden. Allerdings war das Gebahren der EU und des IWF eher Kolonialherren ähnlich, weil sie als Gegenleistung eine grobe politische Einmischung forderten, welche geradezu unverschämt war.

 

Für Kredite über die IWF wurde von der Ukraine das Einfrieren der Löhne, Verdoppelung der kommunalen Tarife und die Erhöhung des Gaspreises um 40% gefordert. Der ukrainische Staatshaushalt sollte verkleinert, Teilbereiche privatisiert werden. Die EU verlangte auch „Reformen“ im Justizwesen und sogar im Wahlrecht. Die vor einem Gericht rechtmäßig verurteilte und inhaftierte Oppositionsführerin Julia Timoschenko, die Kandidatin des „Westens“, sollte freigelassen werden. Und schließlich sollte die Ukraine keiner Zollunion mit der Russischen Förderation beitreten, sondern diese Handelsbeziehungen weitgehend abbrechen.

 

Schon hier wird deutlich, dass unter dem Deckmantel einer wirtschaftlichen Anbindung an die EU noch ganz andere Bestrebungen vorherrschten. Der koloniale Charakter des IWF, über die Kredite einerseits zu „helfen“, andererseits Bedingungen zu artikulieren, welche die Ukraine in eine langfrstige Abhängigkeit gestürzt hätte, ist nichts neues. Dutzende andere Staaten, die aus ihren Schulden nie mehr herauskamen, obwohl immer mehr Staatsvermögen in die Hände ausländischer Oligarchen geriet, können davon ein Liedchen singen.

 

Dazu die freche Forderung der EU, sich in die innenpolitischen Belange der Ukraine einmischen zu wollen und vor allem die Russische Förderation als Handelspartner auszugrenzen. Hier zeigt sich, dass das EU-Regime weniger im Interesse europäischer Länder und ihrer Wirtschaftsbeziehungen agiert, sondern eher im Interesse der USA.

 

Diese Aktivitäten wurden flankiert durch Artikel, Meldungen und vor allem Meinungsmachern in der West-Presse, welche selbstredend vollkommen kritiklos der EU gegenüberstanden. Im Gegenteil, Meinungsmacher vorverurteilten bereits die ukrainische Regierung für den Fall, dass das Abkommen nicht unterschrieben werden würde.

 

Die ukrainische Regierung befand sich in einem Konflikt, weil sie aus rein wirtschaftlichen Gründen mit niemandem ein Abkommen abschließen wollte und auch nicht konnte, welchen den Ausschluß des anderen wichtigen Handelspartners beinhaltete. Ganz abgesehen von dem Versuch der politischen Einmischung und dem Eingriff in die Souveränität des Landes.

 

Die Russische Förderation wiederum machte das Angebot an die Ukraine, ihrer Zollunion beizutreten und stellte milliardenschwere gemeinsame Wirtschaftsprojekte in Aussicht sowie eine Reduzierung des Gaspreises. Im Gegensatz zur EU schloß die russische Regierung nicht den anderen Handelspartner aus.

 

Und so entschied sich die ukrainische Regierung unter dem Präsidenten Wiktor Janukowitsch letztlich dazu, dass Abkommen mit der EU nicht zu unterschreiben. Dort war man zu der Erkenntnis gekommen, dass dieses Assoziierungsabkommen das eigene wirtschaftliche und politische Aus bedeutet hätte. Dies wurde am 21. November 2013 vom unkrainischen Ministerpräsidenten Nikolai Asarow bekannt gegeben und erklärt. Auch der vom „Westen“ geforderte Sozialabbau wurde abgelehnt.

 

Es war ein logisches Resultat für den unsäglichen Kolonial-Habitus der EU mit ihren nicht annehmbaren Bedingungen. In Brüssel tat man empört, in der West-Presse wurde daraufhin unsachlich über die ukrainische Regierung hergezogen, Meinungsmacher und Leitartikler begannen mit ihren Diffamierungen. Vorsätzlich wurde ignoriert, dass die Ablehnung des EU-Vertrages durch eine Mehrheit im Parlament demokratisch zustandegekommen war. Das Verständnis für Demokratie hörte in Brüssel und bei den Lohnschreibern in den Medien auf, als sie sich um ihre Vormundschaft über die Ukraine gebracht sahen. In deren Augen war die ukrainische Regierung so frech gewesen, tatsächlich eine eigene und sogar eine richtige Entscheidung zu fällen.

 

Präsident Janukowitsch selbst hatte eher von einem Aufschub des Vertrages gesprochen, nur zu den genannten Bedingungen war es unannehmbar gewesen. Er hatte noch angeboten, alle Handelsfragen zu dritt, d.h. mit der EU und der Russischen Förderation zu besprechen, ohne dass sich die Ukraine in Konfrontation mit der einen oder anderen Seite befinden musste. Aber dies ging im darauffolgenden Mediengetöse unter.

 

Genau dies war sichtlich nicht die Absicht der „westlichen“ Bestrebungen gewesen. Und so war die EU vorerst mit ihrem Plan gescheitert, die Ukraine in die westliche Hegemonie einzusacken und gleichzeitig gegen Russland in Stellung zu bringen.

 

Die westliche und nur angebliche Wertegemeinschaft dachte allerdings nicht daran, die Souveränität der Ukraine und ihre demokratisch gefällte Entscheidung zu akzeptieren.

 

 

 

 

Sonntag
14
September 2014

Der 1. September 1939 und seine Propaganda, Teil 3

 

Der derzeitige Krieg in der Ukraine zeigt zwar deutlich, dass immer mehr Menschen deutlich wird, von was für einer gierigen, korrupten, kriegsgeilen, mafiösen, verbrecherischen und auch wahnsinnigen Kaste wir im so genannten Westen regiert werden. Eine Ansammlung von Faschisten, Nazis und „Neoliberalen“, die sich zumeist als „Demokraten“ ausgeben. Für die es nur um Profite geht, und wenn sie dafür noch so viele Leichenberge anhäufen müssen. Das spielt keine Rolle.

 

Die Propaganda hält freilich die Masse noch bei der Stange. Selbst die nähere Umgebung zeigt es deutlich. Putin war es gewesen, wurde geredet, alles war er gewesen, täglich, wochenlang, schon immer. Stand in der Zeitung. War im Fernsehen. Im Radio. Sonstwo.

 

Manchmal reicht nur eine Frage, um diesen Glauben zum Einsturz zu bringen. Dann stehen sie da wie Idioten, was sie in gewisser Hinsicht auch sind. Montag war es Putin, Dienstag war es Putin, Mittwoch war es Putin, Donnerstag war es Putin und Sonntag wird geglaubt, dass es die eigene Meinung ist – Putin war es gewesen, wer sonst?

 

Einerseits ist es interessant zu beobachten, wie die Massenmedien den Konsumenten die noch so absurdesten, widersprüchlichsten und verlogensten Dreck penetrant um die Ohren hauen, immer wieder den selben Mist herunterleiern, selbst wenn sie bereits überführt und demaskiert worden sind.

 

Und andererseits immer noch viel zu viele Menschen glauben, immer wieder glauben, obwohl ihnen selbst klar ist, dass sie in der Vergangenheit von denselben Leuten, von denselben Massenmedien der Länge nach belogen worden sind. Im Privatleben macht das kaum ein Mensch. Aber gegenüber den Botschaften der Medien hört das Denken erstaunlicherweise auf. Folglich muss dieses Vakuum mit Religion gefüllt werden, mit einem Glauben.

 

Das NS-Regime in Berlin hatte es ab 1933 vorgemacht. Nach der Schaffung des Ministeriums für „Volksaufklärung und Propaganda“ (feines Wortspiel) hatte deren Chef, Joseph Goebbels, ein äußerst effizientes System der Beeinflussung durch Presse, Rundfunk und Film errichten können. In einem Großteil der deutschen und österreichischen Bevölkerung – besonders die jungen Generationen – wurde „erfolgreich“ die Nazi-Doktrin mit allen Facetten verankert.

 

 

Die Reichspressekonferenz vom 1. Juli 1933 hatte damals über die wichtigsten Medienleute eine gleichgeschaltete Presse angewiesen. Es wurde hier festgelegt, welche Meldungen und Nachrichten in welcher Form zu erscheinen hatten, auch über innen- und außenpolitische Themen hinaus. Dabei wurde anfangs noch sehr darauf geachtet, diesen Umstand durch einen Verzicht auf bestimmte Sprachregelungen zu kaschieren. Diese wurden erst mit dem Beginn des Krieges eingeführt. Anweisungen aus dem Propaganda-Ministerium mussten anschließend vernichtet werden.

 

Zeitungen und Magazine, welche sich nicht an diese Anweisungen hielten, wurden kritisiert und mussten mit Strafen rechnen. Journalisten drohte eine Anklage wegen Landesverrat.

 

Hier ein Link zu einer Arbeit über den „Journalismus im Dritten Reich“.

http://www.jaecker.com/2000/07/journalismus-im-dritten-reich/

 

Nach dem Ende von Nazi-Deutschland wurde deren Propaganda-Programm von der neuen westlichen Militär- und Wirtschaftsmacht USA übernommen, deren Interessen denen des vormaligen Nazi-Regimes ähnlich waren. Neben weltweit allen Staaten, die sich dem US-Führungsanspruch in Verbindung mit deren politischen und wirtschaftlichen Interessen zu deren Bedingungen nicht unterzuordnen gedachten, saß für die USA der Feind im Osten. Im 3. Reich waren es die „Bolschewisten“, danach für die USA die „Kommunisten“ und anschließend die „Sozialisten“. Heute sind es nur noch die „Russen“ der Russischen Förderation – und Putin.

 

Die Agenda ist sichtlich immer die gleiche. Der Wunsch, das riesige Russland in seinen bestehenden Strukturen zu zerschlagen und die Beute unter sich aufzuteilen.

 

Natürlich wird es von den Aggressoren, den USA und ihren Verbündeten, nicht so dargestellt. Ein riesiger Medien- und Propagandapparat versucht dies zu verschleiern. Für die USA war es ab 1945 als Besatzungsmacht in Westdeutschland und später auch in Öterreich relativ einfach, neben den für sie genehmen Strukturen in Politik und Wirtschaft auch die Justiz, die Polizei und den Geheimdienst nach ihren Wünschen zu formen. Dafür brauchte das ehemalige Nazi-Personal kaum ausgetauscht werden. Für die Medien und ihr Personal galt das selbe. Die Oberhoheit lag und liegt aber bei den USA.

 

Unvergessen ist hier der jahrzehntelange Chefredakteur und Herausgeber der österreichischen Tageszeitung „Die Presse“. Dem 2001 verstorbenen Otto Schulmeister konnte nachgewiesen werden, dass er für den US-Auslandsgeheimdienst CIA gearbeitet hatte. So etwas schafft natürlich Verständnis für seine damaligen Propaganda-Artikel.

 

Auch in Nazi-Deutschland hat es damals eine Pressevielfalt gegeben, das darf man nicht vergessen. Da hatte es neben dem „Stürmer“ und dem „Völkischen Beobachter“ auch noch hunderte andere Tageszeitungen gegeben, jeweils einem bestimmten Intellekt ihrer Klientel zugeordnet. Das hat aber nach der berüchtigten Aufforderung „von oben“ nichts daran geändert, das inhaltlich überall das gleiche zu lesen war.

 

Typisches Sujet des „Stürmers“, einschließlich des angeblichen Notwehr-Aspektes.

 

Die Annahme, dass es heute anders wäre, ist schlichtweg naiv. Nicht nur wegen den Verbindungen der Zeitungseigentümer, Verleger, Herausgeber und auch Redalkteure zu jener Herrschaftselite, die das Sagen hat, sondern auch aufgrund finanzieller Abhängigkeiten. Die wenigen tatsächlichen unabhängigen Zeitungen haben – welch Zufall – andere Inhalte zu bieten.

 

Bei den Massenmedien geht es nicht um Information, sondern um Meinungsmache. Das tödliche Agieren und die tatsächlichen Interessen der US-Hegemonialmacht mit ihren Verbündeten, Vasallen und Marionetten wird nicht dargestellt. Was dennoch an die Öffentlichkeit kommt, wird verharmlost oder mit Nebelgranaten unsichtbar gemacht. Das macht diese Medien natürlich zu Komplizen der Kriegstreiber und Massenmörder, es macht sie zu einem durchaus wesentlichen Bestandteil des westlichen Verbrecherpacks. Wie damals in Nazi-Deutschland. Es gibt keinen Unterschied.

 

Für Krieg, Raub und Vernichtung unbedingt notwendig: ein Feindbild.

 

Heute ist die Kriegshetze gegen Russland in den Massenmedien auf einen unglaublich unrühmlichen Tiefpunkt angelangt. Derartig primitiv und pervers, aber auch wie wahnsinnig sich diese Massenmedien derzeit gebärden, Goebbels hätte angesichts dieser faschistoiden Medienmacht seine helle Freude gehabt.

 

Der „Stürmer“ heute: zum Beispiel mit dem Namen „DER SPIEGEL“.

 

Russland als Reich des Bösen, Putin als „Brandstifter“.  Nicht nur im Spiegel-Stürmer.

 

Geradezu pervers: Unterstellung Russlands, für den Abschuss des Flugzeuges verantwortlich zu sein. Ohne irgendeinen Beweis, aber dafür unter Auslassung aller Indizien, welche auf auf die Kiewer-Junta hinweisen. Propaganda unter Ausnutzung der Opfer mit dem Ziel, weitere Opfer zu erzeugen.

 

In Deutschland scheinen, von wenigen Ausnahmen abgesehen, alle Blätter und Gazetten wie von Berlin und Washington aus gesteuert. Und in Österreich? Es lässt sich ganz leicht nachweisen! Nur einmal eine Woche täglich „STANDARD“, „PRESSE“, „KURIER“ und „KRONE“ kaufen. Dann lesen und vergleichen.

 

Wer findet einen Unterschied?

 

 

 

Dienstag
09
September 2014

Der 1. September 1939 und seine Propaganda. Teil 2.

 

Das Ende von Nazi-Deutschland 1945 bedeutete zwar das Ende des deutschen NS-Regime, aber keineswegs das Ende des Faschismus.

 

Mehr oder minder unverhohlen sollte nun die neue Supermacht, die USA, ihre hegemonialen Interessen weltweit mit Gewalt vertreten. Systemathisch wurden alle Länder, die sich außerhalb der sowjetischen Einflußzone befanden, entweder in militärische Bündnisse wie die NATO eingegliedert, oder durch Krieg und gewalttätige Regierungsumstürze zu Vasallen geformt.

 

Die neuen Regierungen dieser Länder, in Südamerika, Afrika und Asien, waren nichts anderes als rechtsgerichtete, oft rassistische Militärjuntas, welche oft genug den Widerstand kurzerhand ermordeten. Auch in Europa hatten damals die USA gegen die faschistischen Regierungen von Spanien und Portugal nichts einzuwenden, sie unterstützten auch den Putsch einer ultrarechten Militärjunta in Griechenland 1967. Und mit dem Personal aus Polizei, Gestapo, Auslandsgeheimdienst und Wehrmacht wurde in Deutschland die neuen Organisationen aufgebaut, natürlich unter der Kontrolle der USA. Von der Gesinnung her gab es auch eine genügend große Schnittmenge.

 

Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden anschließend deren ehemalige Satelliten-Staaten und Teil-Republiken in die US-Einfluß- und Wirtschaftssphäre einverleibt. Einige Staaten kamen dem gerne nach wie Finnland, Polen, Ungarn und die baltischen Staaten. Ukraine und Georgien erlebten US-finanzierte „Farbenrevolutionen“, in Rumänien musste allerdings mit einem blutigen Putsch nachgeholfen werden. Und nicht zu vergessen die Zerschlagung des Staates Jugoslawien, zuerst mit geheimdienstlichen Operationen, die zum Bürgerkrieg führten, dann mit einem verdeckten Krieg und schließlich gegen das übrig gebliebene Serbien mit offenem Angriffskrieg. Auch im Kaukasus wurde Krieg geführt, in Tscheschenien und in Dagestan, allerdings verdeckt und mit großer finanzieller Unterstützung der saudischen Diktatur, einem der reaktionären Bündnispartner der USA.

 

Die Liste der Länder, in welchen die USA offen oder verdeckt Krieg führten, und jene Länder, in denen brutale Umstürze mit anschließenden Massakern durchgeführt wurden, ist unglaublich lang. Seit 1945 wurde fast jedes Jahr irgendein Krieg geführt, und wenn es mal tatsächlich ein Jahr der Zurückhaltung gegeben haben könnte, so wurden Wirtschaftskriege geführt. Millionen Menschen starben, es sind bereits so viele, dass sich die US-Regimes mit dem Hitler-Regime auf Augenhöhe befinden.

 

Die USA als FÜHRER der „westlichen Welt“. Zwar immer wieder mit einer anderen Regierung aus den beiden vorhandenen Fascho-Parteien, soll ja eine Demokratie sein, aber immer mit den selben Inhalten und mit den selben Hintermännern und Profiteuren, deren Programm in Krieg mündet.

 

Dieser Tatsache sollte man ins Auge sehen. Geheuchelt wurde und wird dieser Dauerkriegszustand freilich mit „Demokratie“ und „Freiheit“, die sie anderen Menschen zu geben beabsichtigen. Wobei natürlich in der Regel das Gegenteil an Regierungmarionetten installiert wurde.Unweit einer neuen US-Basis.

Denn eine tatsächlich Demokratie ist in den Ländern gar nicht gewünscht, weil sie eigenständige Entscheidungen zulassen könnte. Und diese wiederum würden den wirtschaftlichen Interessen an Ausbeutung und Monopolstellungen unter Umständen zuwiderlaufen. Die USA sind mittlerweiele geradezu darauf angewiesen, ständig einen Krieg zu führen, weil sonst ihr Wirtschafts- und Finanzsystem zusammenbrechen würde. Die weltweite Präsenz in Form von 700-800 US-Militärbasen klebt dieses Sytem zusammen.

 

Die gerne in den vergangenen 20 Jahren verwendete Behauptung, Kriege für „Menschenrechte“ zu führen, ist an Schizophrenie und Falschheit nicht mehr zu überbieten, wenn dies durch einen faschistoiden Militär-Polizei-Überwachungsstaat ausgesprochen wird, für den der Begriff „Frieden“ ein Fremdwort ist und welcher im eigenen Land konsequenterweise Friedensaktivisten als Terroristen registriert. Der „humanitäre“ Bombenkrieg gegen Serbien war eine interessante PR-Formulierung. Falsch war es nicht, denn die Bomben fielen vor allem auf Zivilisten und Zivilstrukturen.

 

Bei einem wesentlichen Teil der Bevölkerung wird dies alles aber nicht entsprechend verarbeitet. Es wird vergessen und ignoriert, es wird irgendetwas geglaubt, nie etwas gewusst, es wird der eigene Sachverstand neutralisiert, was nicht immer mit zu geringer Bildung zu tun hat.

 

Für diese Art der Bildung ist die Propaganda zuständig. Um die öffentliche Meinung zu den eigenen Gunsten zu beeinflussen, ist unbedingt ein Medienmonopol bzw. die Medienkontrolle notwendig. Wenn nicht gar eine Voraussetzung, um die jährlichen gigantischen Verbrechen, Massenmorde, Zerstörungen und eigenen Raubzüge anders zu erzählen oder diese Informationen gleich gänzlich zu unterdrücken. Die Lügen können noch so dreist sein und eine Beleidigung für den Verstand eines Hundes bedeuten, sie müssen nur oft genug wiederholt werden.

 

Es funktioniert! Fragen Sie Ihren Nachbarn.


Freitag
05
September 2014

Der 1. September 1939 und seine Propaganda. Teil 1.

 

Zum 75. Male jährt sich mit dem gestrigen Tage der Überfall Nazi-Deutschlands auf Polen und der Beginn des 2. Weltkrieges.

 

Dem vorausgegangen war nach dem 1. Weltkrieg der Versailler Friedensvertrag von 1919, in welchem sich das Deutsche Reich zur Anerkennung Polens verpflichten musste.

 

Dem vorausgegangen war das Versailler Friedensvertrag (Diktat) von 1919, welches nach dem 1. Weltkrieg die alte deutsche Hansestadt Danzig und ein gewisses Territorium drumherum aus dem damaligen Deutschen Reich herausgelöst und formal dem Völkerbund und unter polnische Verwaltung gestellt hatte.

 

Die Hafenstadt Danzig wurde aus dem Deutschen Reich ausgegliedert und dem Völkerbund unterstellt. Polen erhielt diverse Gebiete und einen Zugang zur Ostsee, so dass durch diesen geschaffenen Korridor Ostpreußen vom übrigen Reichsgebiet abgetrennt war. Dieses „Diktat“ der Siegermächte sollten in der Folgezeit alle deutschen Regierungen anfechten, wenn auch vergeblich.

 

Auf die ganzen politischen Manöver, Aktionen, Entwicklungen sowie den gescheiterten Verhandlungen mit Polen soll hier aus Platzgründen nicht eingegangen werden. Tatsache ist, dass Hitler von Anfang an den Plan hatte, gegen die Sowjetunion zu ziehen. Und dieser Weg konnte nur über Polen führen.

 

Der Konflikt zwischen dem Deutschen Reich und Polen um Danzig und dem polnischen Korridor durch Westpreußen war zwar real, sollte aber für Hitler vor allem als Vorwand dienen, um den Konflikt kriegstreiberisch zu schüren und geplant eskalieren zu lassen.

 

Hitler selbst erklärte es am 23. Mai 1939 vor seiner militärischen Führungsspitze: „

Danzig ist nicht das Objekt, um das es geht. Es handelt sich für uns um die Erweiterung des Lebensraumes im Osten und Sicherstellung der Ernährung, sowie der Lösung des Baltikum-Problems.“

 

Aber auch Verbrecher in der Größenordnung eines Hitlers und seiner Nazi-Spitzen kamen nicht umhin, zusammen mit Militär, Polizei und Geheimdienst, eine Situation vorzutäuschen, die es ihnen leichter machen würde. Denn auch für sie galt es, den geplanten Krieg innenpolitisch als eine Art „Verteidigung“ zu deklarieren, um die Zustimmung der Bevölkerung zu erhalten. Aber auch außenpolitisch wurde versucht, diesen Krieg als eine notwendige Handlung zu verkaufen.

 

Hitler sollte dies auch genau so seinen Oberbefehlshabern am 22. August 1939 erklären.

Die Auslösung des Konfliktes wird durch eine geeignete Propaganda erfolgen. Die Glaubwürdigkeit ist dabei gleichgültig, im Sieg liegt das Recht.“


Der Chef des deutschen Sicherheitsdienstes Reinhard Heydrich hatte bereits zuvor erklärt:

„Ein tatsächlicher Beweis für polnische Übergriffe ist für die Auslandspresse und für die deutsche Propaganda nötig.“

 

Chef der SD: Reinhard Heydrich.

 

Dazu gehörte, polnische Ausschreitungen gegen die deutschstämmigen Einwohner propagandistisch auszuschlachten. Die Nazi-Medien arbeiteten darauf hin, Polen grundsätzlich als Feindbild aufzubauen. Im August 1939 wurden durch SD- und SS-Angehörige, als polnische Freischärler verkleidet, Zwischenfälle (Schießereien, Beschuss von Gebäuden) an der Grenze und im Korridor inszeniert.

 

Höhepunkt der vom SD-Chef Heydrich angeordneten Operation „Tannenberg“ waren die am Abend des 31. August 1939 durchgeführten Anschläge auf zwei deutsche Zollstationen und vor allem der Überfall auf die Sendeanlage Gleiwitz. Bei dieser wurde auch eine Leiche zurückgelassen, welche als „Beweis“ für die vermeintliche polnische Aggression dienen sollte.

 

Sender Gleiwitz in Oberschlesien.

 

Der Reichsrundfunk sendete bereits am selben späten Abend eine Nachricht über diese Zwischenfälle an seine Hörer. Die gesamte deutsche Presse brachte am folgenden Tag, dem 1. September 1939, die Meldung über die angeblichen Überfälle mit der abgestimmten Schuldzuweisung an die Polen.

 

Zu diesem Zeitpunkt, ab 4.45 Uhr, wurde freilich bereits „zurückgeschossen“.

 

In seiner im Rundfunk übertragenden Reichstagsrede vom 1. September 1939 behauptete Hitler: „Polen hat nun heute nacht zum ersten mal auf unserem eigenen Territorium auch mit bereits regulären Soldaten geschossen. Seit 5.45 Uhr wird jetzt zurückgeschossen.“

 

Somit hatte auch das NS-Regime des Deutschen Reiches versucht, sich mit einer „False-Flag“-Operation eine gewisse Legitimität für ihren Krieg zu verschaffen. Im Inland war dazu eine Medienkontrolle notwendig. Neben dem staatlichen Rundfunk und der Versorgung der Kinos mit Propagandafilmen wie „Wochenschau“ und UFA-Tonwoche war die Presse gleichgeschaltet.

 

Hier der Link zur Deutschen Wochenschau vom 6. September 1939, welche sich durchaus die Mühe gemacht hatte, den Kriegsgrund auch visuell zu untermalen. Inklusiv einem „Interview“ mit einem betroffenen Bewohner.

http://www.youtube.com/watch?v=lu1agpzqzEw

 

Nüchtern betrachtet hat sich bis zum heutigen Tag nicht viel geändert.

 

 

Dienstag
02
September 2014

Terrorexperte

 

Als Ergänzung zum Artikel „Terrorlied“ wird hier ein Artikel aus dem österreichsichen STANDARD vom 24. Juni 2014 nachgereicht, aus welchem die konkrete Anzahl der aus Syrien zurückgekehrten Terroristen hervorgeht: 44 Personen.

http://derstandard.at/2000002270992/Hundert-Syrien-Kaempfer-aus-Oesterreich

Der Leser erfährt auch von der Sorge der Behörden.

„Weniger gelassen scheint man im Bundesamt für Verfassungsschutz und Terrorismusbekämpfung (BVT) hingegen mit religiösem Extremismus und Wirtschaftsspionage umzugehen – man betrachte vor allem die Aktivitäten österreichischer Salafisten „mit Sorge“, sagt Konrad Kogler, Generaldirektor für öffentliche Sicherheit.“

Der Leser erfährt aber leider nichts über gegen diese Personen eingeleitete Strafverfahren.

„Rund 100 Personen seien von Österreich aus nach Syrien gegangen, 44 davon seien auch wieder zurückgekehrt, sagt Martin Weiß von der BVT-Abteilung Informationsgewinnung. „Jede Person, die zurückkehrt, stellt potenziell eine Gefahr dar“, meint Kogler. Die Sicherheitsbehörden würden alle Mittel einsetzen, um die Szenen zu beobachten – von Observationen über das Abstellen einer eigenen Cobra-Einheit bis hin zur Einrichtung einer Spezialzuständigkeit bei der Wiener Staatsanwaltschaft.“

Das sind beeindruckende Maßnahmen durch die Behörden. Sogar das Arbeitsamt wird nun eingeschaltet.

„Auch im Kontakt mit dem AMS versuche man, anfällige Personen zu erreichen, um einer möglichen Rekrutierung für den Kampf in Syrien zuvorzukommen, so Kogler – denn in vielen Fällen handle es sich um „junge Männer ohne Perspektive, die den Anschluss ans System verloren haben“.

Leider wird es ein Problem sein, diese „Anfälligen“ als anfällig zu erkennen. Ein Anhebung der Sozialhilfe („Notstandsgeld“) wäre dagegen zumindest eine real wirkende Idee. Der Sold soll in Syrien ja eher schäbig sein, wie in alten Zeiten kann dies nur durch Raub und Plünderung ausgeglichen werden. Weitaus preiswerter wäre allerdings die Information, dass Terror und Kriegsführung strafbar sind und durch die Behörden entsprechend verfolgt werden. Offenbar ist darauf noch niemand gekommen.

Ob diese „jungen Männer“ tatsächlich den Anschluss an das System verloren haben, darf dagegen bezweifelt werden. Weil dieses System ganz offensichtlich systematisch nicht systemathisch agiert. Und es folglich durch ein anderes Sytem ersetzt wird.

Denn die Front braucht Nachschub.

Wo Terror herrscht, sind die zahllosen Terrorexperten nicht weit. Der „STANDARD“ hatte in seiner Ausgabe vom 26. Juni 2014 eine echte mediale Experten-Kapazität für ein Interview gewinnen können: Rolf Tophoven.

https://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Tophoven

 

Der STANDARD meint innerhalb dieses Interviews unter Berufung auf andere „Experten“, dass Österreich angeblich ein „Rückzugsgebiet“ für radikale Muslime sei. Dazu der Experte Tophoven:

„Österreich hat durch die Nähe zu Südosteuropa und Tschetschenien eine andere Ausgangslage. Da gibt es Clanstrukturen und organisierte Kriminalität, die machen die Fehden unter sich aus, es ist kein Terror gegen die österreichische Regierung. Ich bleibe dabei, Österreich ist ein Warteraum. Plötzlich kippt ein junger Mann ideologisch um. Gibt Frauen nicht mehr die Hand, und alles ist vorbei. Diese Beispiele kennen wir auch aus Deutschland.“

Die Frage vom STANDARD war schon etwas unsinnig, weil der Begriff „Rückzugsgebiet“ mehrere Auslegungen zulassen muss. Tophoven schafft es dennoch, am Thema vorbeizuschwafeln. Wenn junge Männer „plötzlich“ umkippen, dann ist der ganze Planet ein „Warteraum“.

Der STANDARD fasst dieses Geschwafel wiederum anders auf und betitelte den Artikel mit „Österreich ist ein Warteraum für Terroristen“. Das hatte Tophoven zwar nicht konkret gesagt, aber der Rückschluß scheint nicht so falsch.

Die logische Frage, was der Staat Österreich dagegen unternimmt, wurde allerdings nicht gestellt.

http://derstandard.at/2000002321423/Oesterreich-ist-ein-Warteraum-fuer-Terroristen

 

Der STANDARD stellt in dem Interview an anderer Stelle eine gute und berechtigte Frage:

STANDARD:

„Wie stark beeinflussen die Drohneneinsätze der US-Amerikaner, bei denen bisher tausende Menschen starben, die Bevölkerung in ihrer Zustimmung für islamistische Gruppen?“

Darauf Tophoven:

„Für viele Menschen in Pakistan und Afghanistan ist Osama Bin Laden schlichtweg ein Held, vor allem für junge. Ich schließe nicht aus, dass im Zuge des „Kampfes gegen den Terror“ neue Terroristen geschaffen werden.“

Tophoven hat sich dieser unangenehmen Frage verweigert und stattdessen abgelenkt. Er ist nicht neutral, das systemathische Morden seiner Herren kein Thema und seine Ablenkung auf „Osama Bin Laden“ und den vermeintlichen „Kampf gegen den Terror“ linientreu wie schwächlich.

Die Haltung von Tophoven als angeblicher „Experte“ wird auch an anderer Stelle deutlich.

STANDARD:

„Das geht auch gegen Saudi-Arabien. Aber Saudi-Arabien gilt selbst als Finanzierer vieler dieser Terrornetzwerke.“

Und was hat Tophoven dazu zu sagen?

„Das ist richtig. Die Milliardäre kaufen sich durch Social Welfare Operation vom Terrorismus frei. Doch irgendwann wird das da auch explodieren. Es gab ja auch schon Anschläge im saudischen Königshaus.“

Ja und nein, Tophhoven kennt sich aus. Aber reden will er darüber nicht.

STANDARD:

„Was ist für die verschiedenen Gruppierungen das einende, das gemeinsame Feindbild?“

Tophoven:

Das ist von Al-Kaida implementiert: einmal als der ferne Feind die USA, später Israel. Und der nahe Feind, die prowestlichen arabischen Regierungen.

Genau, Al-Kaida ist die Wurzel allen Übels und der Westen hatte nie etwas damit zu tun. Der Feind USA war sogar fern, nicht etwa nebenan mit seinen weltweiten 1.000 Militärstützpunkten und den unzähligen Militärbotschaften, Söldnerlagern usw. in den Marionetten-Staaten.

 

Tophoven ist also vor allem Propagandist und gleichzeitig der Direktor eines Instituts, welches sich „Institut für präventive Krisenbewältigung“ nennt. Bei diesem in Essen ansässigen Unternehmen handelt es sich um einen Dienstleistungsunternehmen, welches „Analysen“, „Expertisen“ usw. an Unternehmen, Politik, Wissenschaft und Medien verkauft. Gute Geheimdienstkontakte werden bei einer unwiderrufbaren transatlantischen Freundschaft nachgesagt.

http://www.iftus.de/index.php

Tophoven ist somit ein zuverlässiger Interview-Partner für Blätter wie der STANDARD (und andere Massenmedien), weil die Agenda die gleiche ist. Tophoven ist kein Terrorismus-Experte, sondern ein Propagandaexperte, der den Terror der eigenen Partei als Terror anderer verkauft.

Wessen Geistes bezahltes Kind er ist, hatte er vor drei Jahren auch im Schweizer TAGESANZEIGER bewiesen (Artikel vom 22. Juli 2011):

„Der deutsche Terrorismus-Experte Rolf Tophoven hält Thesen, die Regierung Bush hätte 9/11 inszeniert oder zumindest nicht verhindert, für «puren Unsinn». «Wer wirklich wissen will, wie diese Vorhaben geplant und durchgeführt wurden, sollte die Ausführungen von Chalid Scheich Mohammed nach der Festnahme lesen, dem Drahtzieher hinter den Terrorattacken.“

http://www.tagesanzeiger.ch/schweiz/standard/Schweizer-Politiker-misstrauen-der-offiziellen-Version-zu-911/story/14904636

Davon abgesehen, dass sich diese Behauptung nicht nachweisen lässt, wohl aber das Gegenteil, führt hier Tophoven als Erklärung jenen angeblichen „Mastermind“ Chalid Scheich Mohammed an, von dem niemand weiß, ob er noch existiert. Und die Verhörprotokolle der CIA hat auch niemand zu Gesicht bekommen. Angeblich sollen diese bereits wieder vernichtet worden sein. Wie auch immer, es ist egal, wen die CIA mit 183mal Waterboarding und sonstwie gefoltert hatte, das Opfer hatte anschließend alles gestanden, sogar Anschläge auf Gebäude, die es bei den Folterungen noch gar nicht gab.

Soweit zu unserem „Experten“ der Massenmedien. Was man für Geld nicht alles macht…


Sonntag
17
August 2014

Terrorlied

 

Terror ist zu einem Bestandteil der Gesellschaft geworden, wenn auch anders, als uns die gesteuerten Massenmedien verkaufen wollen. Die versuchen uns die Terrorbedrohung jener Leute anzudrehen, welche den Terror in andere Länder bringen. Es sei denn, es passt gut in die eigene politische und wirtschaftliche Agenda, terroristische Akte auch im Inneren zu begehen.

 

Die Massenmedien sind ein fundamentaler Bestandteil dieser Interessensgruppen. Durchzogen von politischen und geheimdienstlichen Strukturen sind sie es, welche Krieg und Terror für ihre Herren und Eigentümer wie gewünscht an die Bevölkerung verkaufen, um möglichst ungehindert ihre geostrategischen Interessen durchzusetzen und gleichzeitig die Kontrolle im Inland zu erreichen.

Terror ist der Hebel der Mächtigen, der gierigen Drahtzieher im Hintergrund.

 

„Das kleine Terrorlied“ von C-Rebell-UM, Video: Yasinna, bringt es sehr gut auf den Punkt. Und wir freuen uns, diesen Beitrag auf der 5. Banale am 31. Oktober 2014 begrüßen zu dürfen.

 

Bei dieser Gelegenheit sei an dieser Stelle noch einmal an den Bericht 2013/2014 des österreichischen Verfassungsschutzes erinnert, zu dem bereits auf dieser Seite ein Kommentar erschien.

http://www.bollwerk.co.at/2013/12/10/eine-osterreichische-terrorlosung/

http://www.bollwerk.co.at/2013/12/11/eine-osterreichische-terrorlosung-2/

http://www.bollwerk.co.at/2013/12/14/eine-osterreichische-terrorlosung-3/

 

Das Propagandablatt „KURIER“ hatte dieses Thema in der Ausgabe vom 25. Juni 2014 noch einmal aufgegriffen. In dem Artikel „Österreichs Gotteskrieger im Visier der Staatsschützer“ von Michael Berger, welcher einige Zahlen, aber keine Hintergründe nennt, ist leider nicht zu erkennen, wer hier wie „anvisiert“ wird. Von den erwähnten 40-60 Rückkehrer aus dem Syrien-Krieg (als wüssten sie es nicht genau) der kolportierten 100 „Dschihadisten“ aka Söldner wird auch in diesem Bericht kein einziges angängiges Strafverfahren genannt.

 

http://kurier.at/chronik/oesterreich/oesterreichs-gotteskrieger-im-visier-der-staatsschuetzer/71.817.779


Im Ausland begangene Verbrechen scheinen somit für die Justiz nicht relevant zu sein, und so wird nur vor einer Möglichkeit gewarnt, dass diese Männer in Zukunft im Inland Verbrechen begehen könnten.

Das ist eine interessante Auffassung von Rechtstaatlichkeit, aber nüchtern betrachtet werden mit diesem Manöver zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.

 

Michael Berger hat in seinem Artikel sogar von etwas „Neuem“ zu berichten.

„Ein neues Phänomen beobachtete der Verfassungsschutz in Bosnien-Herzegowina. Dort bilden sich abgeschottete radikal-islamistische Gemeinden. Auch dorthin gibt es Zulauf aus Österreich.“

 

Was Berger und der Verfassungsschutz als „neu“ verkaufen ist nicht nur ein alter Hut, sondern auch Humbug. Hier sollen einfach nur Ängste geschürt werden.

Diese in Bosnien-Herzegowina befindlichen „Islamisten“ wurden vom US-Militär und ihren Militärdienstleistern als Söldner dort ab 1992 eingeflogen, um sich bei der gewalttätigen Zerschlagung des jugoslawischen Staates nützlich zu machen. Viele von ihnen sind nach dem Krieg dort seßhaft geworden.

 

Der Dschihadisten-Fundus der US-Amerikaner und der NATO gibt ja enorm viel her, wie wir in Afghanistan, im Irak, im Kaukasus, in Lybien und vor allen in Syrien erkennen durften. Es sind sehr preiswerte Söldner, und wenn von ihnen beim Bewahren von westlichen Interessen einige (in Syrien mittlerweile einige mehr) ums Leben kommen, dann kräht kein Hahn danach. In den Propaganda-Artikeln der Massenmedien werden wir darüber nie zu lesen bekommen.

 

 

Montag
11
August 2014

Martin Pollack und sein „Gängelband“.

 

Und weiter geht es mit dem Medienkartell und ihren Meinungsmachern. Erneut soll hier das österreichische Massenblatt „Der STANDARD“ zum Zuge kommen, der für die verbrecherische Propaganda der Kriegstreiber und Mörder so empfänglich daherkommt. Diese Zeitung konnte (abermals) den österreichischen Schriftsteller Martin Pollack anmieten, der die Gelegenheit bekam, sich in einem am 24. Mai 2014 erschienenen Artikel gleich auf einer Doppelseite als besonders plumpe und verlogene Propagandaschleuder darzustellen.

 

„Am Gängelband Putins“ nennt sich diese Meinungsmache. „Am Gängelband der russophoben Faschisten“ wäre allerdings bei diesem Autor zutreffender gewesen. Als Schriftsteller beginnt er seinen Text mit einer kleinen konstruierten Geschichte, in welcher er eine alte, liebenswürdige, patriotische wie mutige und friedliebende (freundlich, kokett, füttert Tauben) ukrainische Frau drei Burschen gegenüberstellt, die als primitive (finstere Blicke, spucken aus) Hooligans (Glatzen, Stiernacken, Bizepse) beschrieben werden. Diese werden aus einem naheliegenden Grund nicht als Ukrainer bezeichnet, gleichwohl indirekt als jene Typen hingestellt, die sich gegenüber der neuen „Regierung“ in Kiew so widerspenstig zeigen.

 

Pollack heuchelt von der „Auseinandersetzung mit der Vergangenheit“, was ihm nicht einmal in der Gegenwart zu gelingen scheint. Er lässt dann eine „Nelia“ reden, die sich angeblich Sorgen über die Entwicklung im „Osten“ machen würde. Es würde „Banden“ geben, aber nicht einfach so, sondern angeblich „aufgehetzt“ und „unterstützt“ von Russland, natürlich durchdrungen von „kriminellen“ Elementen“. Damit diese Worte nicht so platt erscheinen, wie sie sind, darf diese „Nelia“ auch eine „authentische Empörung“ erwähnen, aber auch nur, weil sich die Betreffenden diffus von Kiew „mißachtet“ fühlen. Und weil es sich bei den Bewohnern im ukrainischen Donbas um Dummköpfe handelt, würden sie „anfällig“ für „russische Propaganda“ sein, die doch tatsächlich behaupten würde, dass Faschisten die Macht in Kiew an sich gerissen hätten. Also genau das, was jeder Mensch mitverfolgen konnte, der noch nicht besachwaltet wird.

 

Pollack schildert dann einen Zwischenfall aus der Stadt Charkiw, von der er allerdings nur aus dem Fernsehen erfahren hatte, da er erst einen Tag später dort eingetroffen war. Er schildert von einem Mob, der auf wehrlose Menschen einschlägt, hat aber keine Kenntnis darüber, wer da wen verprügelt hatte. Das gibt er offen zu, auch, dass er es nicht einmal für wichtig hält, weil es angeblich ohnehin klar wäre. „Blinder Hass“ solle geschürt, „Exzesse provoziert“ werden. Dies trifft freilich – für jeden nachlesbar – auf Pollack selbst zu, der aber „Provokationen“ als einen Begriff zu definieren versucht, welcher einem „schmutzigen Spiel“ zugehörig erscheint, das wiederum – wer hätte das gedacht – der Kreml „meisterhaft beherrschen“ würde. Und damit die Spiele so schön gespielt werden können, hätten die Russen eine perfekt geölte Propagandamaschinerie, die auf Hochtouren laufen würde. Also das, was außerhalb der russischen Grenzen inexistent ist, möchte Pollack suggerieren. Militärische Aktionen, Morde, Entführungen, Folter, ja, die Russen sind von der anderen Seite der Grenze her wirklich mies. Und alle Menschen, welche der russichen Propaganda von Faschisten und Nazis in Kiew glauben würden, arme Vollidioten, die Putin nur noch darin bestärken würden, zukünftig alle Länder zu erobern, in welchen einige Russen leben.

 

Pollack verkehrt die Ereignisse wie alle anderen Lohnschreiber der Konzernmedien mal eben in das Gegenteil. Alles andere kommt nicht vor, darf nicht vorkommen. Kein Wort über die Erpressungsversuche seitens der EU gegenüber der vorherigen ukrainischen Regierung, kein Wort über den blutigen Putsch und dem Sturz einer korrupten aber gleichwohl demokratischen Regierung durch vom „Westen“ finanzierte Organisationen und lokalen Neonazis, kein Wort über die bekannten Drahtzieher und Finaziers, kein Wort über die Interessenslagen aller Beteiligten, kein Wort über den Faschisten Parabuij als Chef des „Nationalen Sicherheitsrates“ (ukr.), kein Wort über die Maidan-Morde, über das Massaker an Antifaschisten in Odessa und an anderen Orten, kein Wort über das Vorgehen mit Artillerie und Kampfflugzeugen des Militärs und der zur „Nationalgarde“ aufgerüsteten Nazibanden des Rechten Sektors gegen Teile der ukrainischen Bevölkerung.

 

Das soll hier an dieser Stelle reichen, es ist zu widerlich, sich weiterhin mit dem billigsten Propagandadreck zu beschäftigen, ohne den eigenen Mageninhalt zu gefährden. Den PR-Artikel von Pollack kann jeder selbst nachlesen oder sich auch über seine Person und mögliche Intentionen erkundigen.

 

http://derstandard.at/2000001510438/Am-Gaengelband-Putins

 

Pollack hatte für zwei Seiten den Raum bekommen, um den Lesern vielleicht eine differenzierte Sicht der Dinge darzulegen. Aber dafür wurde er offensichtlich nicht bezahlt. Und im STANDARD wäre er dann freilich auch nicht zu lesen gewesen.

 

Und doch kann man diesem Blatt durchaus dankbar dafür sein, diesem Pollack einen würdigen Platz für die eigene Demaskierung geboten zu haben. Sein Vater, Nazi-Scherge und SS-Killer (Gerhard Bast), wäre sicherlich stolz auf ihn gewesen. Der wurde zwar nach Kriegsende von einem Fluchthelfer ermordet, aber das kann Pollack ja als bloßer Schreibtischtäter nicht passieren. Dieser Apfel fiel in Sichtweite zum Stamm ins Trockene.

 

 

Mittwoch
23
Juli 2014

Nur bei uns nicht: Propagandaschlacht auf vollen Touren – André Ballin.

 

André Ballin tritt im österreichischen STANDARD wahlweise als Artikelschreiber und als Kommentator auf, aber immer als Meinungsmacher. Wenn er seine positiven Leserbriefe auch noch schreiben würde, so wäre dies auch nicht verwunderlich. Es ist erfreulich, wenn Lohnschreiberlinge selbst den Nachweis liefern, dass ihre Texte absolut gar nichts mit Journalismus zu tun haben.

„Propagandaschlacht auf vollen Touren“ nennt sich der Artikel von Ballin, welcher am 3. Mai 2014 im österreichischen STANDARD erschienen ist. „Die Wahrheit stirbt immer zuerst“, wird richtig festgestellt, und auch, dass „Medien zu Propagandainstrumenten“ werden.

Neu ist dies freilich nicht, es war schon immer so. Und Ballin ist ein Bestandteil dieses Propagandaapparates. Er zeigt dies auch ungerührt, in dem er seinen Lesern weismachen möchte, dass zwischen Russland und Kiew bzw. der dortigen vom „Westen“ blutig an die Macht geputschte Junta die besagte „Propagandaschlacht“ in Gange sei, aber der „Westen“ damit gar nichts zu tun habe. Die Drahtzieher der Situation in der Ukraine und ewigen Kriegstreiber fallen auch hier vollkommen unter den Tisch. Und mit ihr natürlich deren Propaganda. Ballin setzt somit voll auf die dumpfe Naivität seiner Leser.

 

http://derstandard.at/1397522314711/Propagandaschlacht-auf-vollen-Touren

 

Dieser und andere Artikel werden durch eine Graphik unterstützt, die verdeutlichen soll, wie gut und wie schlecht es mit der Pressefreiheit in der ganzen Welt bestellt ist. Bereits mit einem flüchtigen Blick ist zu erkennen, dass es im Osten, in Asien, in Afrika und in Südamerika ganz schlecht mit der Pressefreiheit ausschauen soll. Und wie gut dagegen im „Westen“, in den NATO-Ländern, also in jenen Ländern, die sich seit 1945 in soetwas wie einem permanenten Kriegszustand befinden. (Vor 1945 natürlich ebenfalls…). Ballin und der STANDARD möchten mit Hilfe dieser Graphik darlegen, dass vermeintliche Pressefreiheit gleichbedeutend mit Propagandalosigkeit sein soll wie im umgekehrten Falle keine Pressefreiheit mit Propaganda gleichzusetzen wäre.Die Bösen bleiben die bösen. Und es sind immer die anderen.

 

Quelle: „Freedom House“.  (Anmerkung: rot ist ganz schlecht, grün ganz toll).

 

 

Diese Graphik wurde von der angeblichen Nichtregierungsorganisation Freedom House zur Verfügung gestellt. Hierbei handelt es sich nach eigenen Angaben um eine Organisation, die weltweit Freiheit und Demokratie „untersuchen“ würde. Ihren Sitz hat sie in den USA auch gleich in Washington, was die Wege enorm verkürzt, denn das Budget erhält diese angebliche NGO vor allem vom US-Regime. Allerdings „untersucht“ sie nicht nur, sie unterstützt – wie zahllose andere vermeintliche NGO’s – vor allem antidemokratische Bewegungen und Umstürze in Ländern, die nicht nach der US-Pfeife tanzen.

 

Viele Länder sind es ja nicht mehr, doch merkwürdigerweise schaut es in den zahlreichen Lakaienstaaten mit der „Pressefreiheit“ auch nicht so gut aus. Dies wird zum Glück für die Urheber nicht untersucht.

Die aggressiven „westlichen“ Industriestaaten nehmen sich nur die Freiheit, über ihre in wenigen Händen befindlichen Massenmedien innerhalb eines mafiaösen Systems die Bevölkerung nach Strich und Faden zu belügen und zu täuschen. Auch das ist eine Form von Freiheit, zugegebenermaßen. Die Freiheit einiger weniger mit einem Heer von kriminellen Erfüllungsgehilfen und Handlangern.

 

 

In der genannten Ausgabe des STANDARD durfte unter der fadenscheinigen Rubrik „Kommentar der anderen“ wieder einmal ein besonderes Exemplar der eigenen Agenda zu Worte kommen. Der ehemalige Grünen-Politiker und Außenminister Joschka Fischer, US-Handlanger und Transatlantiker, Konzerngehilfe und Kriegsverbrecher (Zerschlagung Jugoslawiens, Angriffskrieg gegen Serbien), bekam allen Raum für seine braun gewordenen und verlogenen Propaganda-Ergüsse.

Aber das ist ja ein Standard in diesem Blatt.

 

Freitag
11
Juli 2014

Oliver Jeges in der PRESSE.

 

Der österreichische STANDARD soll hier nicht alleine stehen, weswegen ihm mit der österreichsichen Zeitung „Die PRESSE“ ein weiterer Vertreter der gleichgeschalteten Massenmedien beigegeben werden soll.

 

Auch die PRESSE verfügt mit der Rubrik „Gastkommentare“ eine Meinungsecke, in welcher ungestraft gehetzt werden darf.

„Erfolgreiche Gehirnwäsche mit alten KGB-Methoden“ lautet am 15. Mai die Überschrift dieser „Meinung eines gewissen Oliver Jeges.

 

Link: http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/3805534/Erfolgreiche-Gehirnwaesche-mit-alten-KGBMethoden

 

Jeges geht in dieser „Meinung“ ähnlich vor wie Müller-Funk. Damit diese nicht vollkommend idiotisch dasteht, werden die Ereignisse einfach beiseite gelassen und das Gegenteil als Voraussetzung platziert.

So locker Jeges die Meinung der NATO zu verkaufen trachtet, er ist angeschlagen. Der Untertitel verrät es bereits:

Putins jetzige Horrorshow in der Ukraine erntet erstaunlich viel Beifall.“

 

Denn es war etwas geschehen, was es bis dahin in diesem Ausmaß noch nicht gegeben hatte. In den Reaktionen von Lesern und Zuschauern der Massenmedien hatte es einen Sturm der Entrüstung gegeben, sie fühlten sich – zu recht – nur noch für dumm verkauft. Die „Meinungen“ der Massenmedien und der ihnen vorgesetzten Politiker, Militärs und Konzerne sahen sich zunehmend isoliert. Ein Großteil der Bevölkerung hatte sich der NATO-Kriegs-Propaganda widersetzt, die in den vergangenen 20 Jahren allerdings auch immer dreister, weil auch weniger sorgfältig und primitiver angelegt worden war.

 

Nazis als Brechstange der international operierenden Faschisten.

 

Ja, immer waren sie dabei gewesen, weltweit, die „Partner“ aus Übersee, die NATO, westliche Industriestaaten. Immer hatten sie profitiert, aber immer waren es die anderen gewesen, die „Schuld“ hatten. Jedes verdammte Jahr. Aber irgendenwann, Millionen Leichen später, fällt es doch auf, zumal nicht mehr viele Länder übrig geblieben sind, die sich „souverän“ nennen dürfen.

 

Und so verhält sich Jeges mit der „Meinung“ seiner Geldgeber so, wie sich ein angeschlagener Boxer benehmen könnte. Kritiker der NATO-Propaganda werden auch bei ihm diffamiert, eine aus dem Zusammenhang gerissene KGB-Geschichte installiert, um hiermit seiner These einen kläglichen Halt zu geben, dass Rußland in den westlichen Industriestaaten „irgendwie“ zu einer Medienhoheit gekommen sein soll. Der böse Putin, dieser „Ewige Russe“, soll es aufgrund seiner Erfahrung als ehemaliger Agent geschafft haben, die NATO-Propaganda in das Gegenteil zu verkehren. Dank Sat-Schüsseln, dank der eigenen dummen Bevölkerung und dank dem unter seine Kontrolle gebrachten westlichen Medienkartell.

 

Geringe Bildung von Vorteil: Fußvolk.

 

Zum Glück gibt es Wesen wie Jeges, die tapfer dagegen ankämpfen und unermüdlich versuchen, die naturgegebene Weltordnung des Westens wieder ins richtige Propagandalot zu bringen. Leider hat auch er nicht mehr zu bieten als dumpfe Polemik, wie es den Handlangern der Faschisten eigen ist.


Bei uns bald auch als Film.

Montag
23
Juni 2014

Bedürftig: 22. Kandidat: Sebastian K.

 

 

Nein, wir in der Bedürftigen-Redaktion wundern uns nicht mehr. Ausgerechnet der, haben wir uns gesagt. Wir haben sogar gelacht, als der Bedüftige Michael S. seine Rolle als Außenminister mit der Rolle des Finanzministers gewechselt hatte, obwohl er bisher nicht den Nachweis hatte erbringen können, den mathematischen Grundkenntnissen gewachsen zu sein.

 

Die Rolle des Außenministers hat nun ein Jungspund mit Namen Sebastian K. übernommen. Ob nur kurzfristig, wird sich noch zeigen.

 

Unser Bedürftigen-Reporter Bernd Bieglmaier hat ihn innerhalb der hiesigen gleichgeschalteten Mainstreampresse sofort ausfindig machen können. Unser Mann hat einfach den Riecher für Bedürftige, für wirklich Bedürftige.

 

Dieser Sebastian K. hatte sich in seinem jungenhaften Elan sofort an die Arbeit gemacht und den Medienkonsumenten unter anderem verdeutlicht, wie sehr ihm der undemokratische, korrupte, erpresserische Wirtschaftsmoloch EU am Herzen liege. Herr K. ist in kürzester Zeit sogar derartig in seiner Rolle aufgegangen, dass er nicht nur entsprechende Phrasen, sondern – um es kurz und bündig zu formulieren – sogar die Kopien der Phrasen seines Vorgängers der abhängigen Journaille in den Rachen zu werfen sich befähigt gezeigt hat.

 

Sebastian K. (Quelle: Bild).

 

Natürlich sind die Phrasen und die offizielle Meinung abgestimmt mit der Regierungsspitze, in welcher wir ebenfalls Bedürftige vorfanden, die wiederum sehr darum bemüht sind, sich nach anderen zu richten. Doch scheinen sie über das größere diplomatische Geschick zu verfügen, denn sie halten sich bedeckt und schieben ihren Außenminister vor, als fremdgesteuerten Außendarstellungshandlanger. Unerheblich bleibt es allemal, egal welche Null in einer Reihe von Nullen nach vorne geschoben wird, es bleibt eine Null.

 

Herr K. hatte die Gelegenheit ergriffen, um ein wenig herumzureisen. Um sich bei anderen Handlangern bekannt zu machen oder um sich zu blamieren, je nach Sichtweise. Die Reise führten ihn schließlich nicht nur in den rechtsgerichten Arpartheitsstaat Israel, sondern auch in den durch den „Westen“ seit 1979 bekämpften und seit dieser Zeit dennoch souveränen Staates Iran. Erstaunlich genug, oberflächlich betrachtet. Allerdings hatte Herr K. dort nichts anderes zu tun, als sich als dummdreister Großkotzhandlanger nach dem Stand der Menschenrechte und den angeblichen Verstößen gegen dieselben zu erkundigen. Natürlich nur nach den iranischen Menschenrechten, ist ja klar. Das iranische Recht kann die Todesstrafe verhängen, was Herr K. nicht gut findet – und wir auch nicht.

 

Dennoch stieß es uns in der Bedürftigen-Redaktion sauer auf, dass Herr K. in seiner Rolle als Menschenrechtler und Moralapostel nicht mit weiteren Regierungen anderer Länder sprach, in denen die Todesstrafe noch nicht abgeschafft worden ist oder gar hier und da ein bischen Krieg mit Mord und Totschlag führen. Ganz zu schweigen von den Freunden aus Übersee, die tagtäglich unzählige Menschen ganz ohne Gerichtsbeschluß weltweit töten und töten lassen.

 

Das Potenzial einer naiven und fremdgesteuerten Marionette kam aber erst mit den hässlichen Vorfällen in der Ukraine richtig zur Entfaltung, wie unser Reporter Bernd Bieglmaier scharf beobachtet hatte.

Gegenüber Redakteuren des PROFIL hatte sich Sebastian K. zuerst noch ahnungslos gegeben.

„Die EU hat zu Recht nicht weggesehen und von Anfang an versucht zu vermitteln, um eine friedliche Lösung herbeizuführen“, hat er gesagt. Und dabei vollkommen unterschlagen, dass es sich bei der EU um einen der Anstifter der Eskalation handelt. Er fand es auch richtig, dass sich die EU eingemischt hat, um „proeuropäische Kräfte“ zu unterstützen, um gleichzeitig die Schuld der Gewalt unbewiesenermaßen der ukrainischen Regierung zuzuschieben.

 

(Quelle: Österreichisches Aussenministerium).

K. & K. – K. (links) wird finanziert durch die österreichischen, K. (rechts) durch die deutschen und US-amerikanischen Steuerzahler.

 

Herr K. hat sich nicht entblödet, die Meinung anderer als seine eigene auszugeben und sich als aalglatter, verlogener Widerkäuer bei dieser Gelegenheit hinter einem einheitlichen Vorgehen der EU zu verstecken.

 

Vorher hatte sich Herr K. noch für wichtig genug gehalten, um gegenüber Medien zu behaupten, dass er das öffentliche Interesse an seiner Person als einen Vorteil für Österreich sehe: „Ich will die Aufmerksamkeit nutzen, so dass Österreich in internationalen Medien mehr präsent ist.“

 

Grandios, denn das ist ihm gelungen. Wer sich über die offizielle wie vermeintliche Neutralität seines Landes hinwegsetzt und einen faschistischen und gewaltätigen Umsturz in einem anderen Land gutheißt, kann sich der Aufmerksamkeit gewiß sein.

Denn es gibt auch Leben außerhalb der EU und der NATO und der ihnen angehängten Medienhuren. Manchmal gerät es nur in Vergessenheit – aber nicht bei allen.

 

Da nützt es auch nichts mehr, den Flachhirnen in den Bevölkerung mit den Worten etwas Sand in die Augen zu streuen, dass die Ukraine doch bitte etwas souveräner zwischen den Handelszonen im Westen und Osten agieren könne. Herr K. nannte auch gleich die Organisation, die das entscheiden sollte: die EU.

 

Ein Perspektivpapier des Außenamtes von Anfang April straft dem Gequatsche ohnehin Lügen. Nach Nennung einiger realer wie irrealer Überlegungen wurde auch die Vorbedingung dafür genannt:

Die Regierung in Kiew müsse wieder die volle Kontrolle über das Staatsgebiet haben – also auch inklusive der nun an Russland angeschlossenen Krim. Dies aber scheint derzeit wohl ausgeschlossen, so das Blatt KURIER.

 

Kurz gesagt bedeutet dies auch ohne direkte Erklärung die Gutheißung des gewalttätigen Sturzes einer demokratischen Regierung (,so korrupt sie auch gewesen sein mag) und die Anerkennung einer durch faschistischen Mächte geputschten Junta aus örtlichen Nationalisten, Verbrechern und Mördern.

 

(Quelle: ap /andrew kravchenko).

(K. mit dem Faschisten J., der sich den Titel „Premier“ als Regierer seiner vom Westen installierten Nazi-Junta gegeben hat. J. wird laut seiner eigenen Homepage ausschießlich durch US- und NATO- Organisationen finanziert).

 

Obwohl die unselige und verbrecherische oder auch nur feige Richtlinie der österreichischen Regierung angezeigt wurde, bereite die Person Sebastian K. unserem Bedürftigen-Reporter Bernd Bieglmaier einiges Kopfzerbrechen. Weil dieser junge Mann in seiner neuen Rolle als Außenminister der gewalttätigen Nazi-Junta in Kiew angeboten hatte, sie bei der Untersuchung der Menschenrechtsverletzungen und Morde zu unterstützen. Ausgerechnet die Täter! Sogar unsere Reinigungskraft fragte uns, ob der Herr K. doch nicht nur dumm wie Brot wäre. Aber es noch nicht bemerkt hätte, wie unser Reporter hinzugefügt hat. Denn das Hilfsangebot für Korruptionsbekämpfung wäre ja ebenfalls dummdreist gewesen, ausgerechnet er, ausgerechnet als Österreicher. Und dann noch die angeblichen Beratungsgespräche über „Neutralität“. Für Bernd Bieglmaier sah das alles nicht nach einem Kurzschluß aus.

 

Ja, es war nicht zu fassen. Dass Herr K. allerdings auch noch unsere Steuergelder für die Stützung der Nazi-Junta nach Kiew transferieren möchte, ging sogar uns zu weit.

 

(Quelle: Österreichisches Aussenministerium).

K. mit P., der sich Dank der USA und anderer „westlicher“ Länder heute vor allem selbst finanziert: als milliardenschwerer Oligarch und Konzernchef, als Waffenproduzent und Medien-Mogul wie auch als ehemaliger Zentralbanker, ehemaliger Minister und ehemaliger Chef des Sicherheitsrates. Er ist der Kandidat der USA, nicht der Ukrainer.

 

Wir wissen nicht, um wessen Geistes flaches Kind es sich bei dem Herrn Sebastian K. handelt, womöglich sogar unterirdisch. Wir wissen auch nicht, ob es sich bei Herrn K. nur um eine gut bezahlte Marionette und einfältiger Handlanger der Faschisten handelt oder doch um einen glitschigen Soziopathen oder gar karrieregeilen Pychopathen. Oder sollte ihm gar niemand erzählt haben, was das ist: Faschismus?

 

Auch dummes Brot würde eines Tages schimmeln, meinte unsere Reinigungsfachkraft. Unglücklicherweise hatte sie nur einen Eimer zur Hand, als wir uns nach dieser Geschichte geschlossen übergeben mussten.

 

Soetwas bleibt haften, davon waren wir alle in der Bedürftigen-Redaktion überzeugt. Nicht nur in den Ritzen des Dielenbodens, sondern auch bei Herrn K. Wir konnten uns kaum vorstellen, dass sich Herr K. die braune Soße wie viele seiner Landsleute nach 1945 einfach so abwaschen könnte.

 

Unsere Reinigungsfachkraft war hier weniger optimistisch. Kotze stinkt, wusste sie, aber auch, dass Aale unglaublich fettig und ölig sind.

 

Sie ist eine kluge Frau. Und sie trug unsere Entscheidung mit, diesen Sebastian K. am weit ausgestrecktem Arm als Bedürftigen der Woche zu küren. Ebenfalls mit der Option auf ein Mehr. Vielleicht in Berlin. Vielleicht auch in Washington.

 

 

Samstag
31
Mai 2014

Al-Quaida trifft sich! In der PRESSE.

 

 

Das Script für den Film „Arschlöcher“, mit dessen Produktion noch dieses Jahr begonnen werden soll, befindet sich langsam in der Endphase. Der Inhalt befasst sich mit einem gar nicht so fiktiven Redakteur eines Massenblattes, mit seinem asozialen Leben, seiner Amoral, seinem auf eine bestimmte Klientel ausgerichtetes Schaffen und einer gekauften Meinung, wie es bei Medienhuren üblich ist.

 

Dies soll hier zum Anlass gereichen, um einen beliebigen Artikel aus einer beliebigen Zeitung hervorzuheben. Es hätte auch ein anderer Artikel von einem anderen Lohnschreiber eines anderen Blattes sein können – es spielt keine Rolle, weil sie alle austauschbar sind.

 

Ausgewählt wurde die Ausgabe der PRESSE vom 17. April 2014, weil sie gerade bei uns auf dem Tisch lag. Unter der Rubrik „Ausland“ waren drei große Themenbereiche zu finden:

a) Ukraine sowie die Meinung, dass es sich bei Russland um den Aggressor handeln würde,

b) Syrien und die Behauptung, dass das dortige „Regime“ Verbrechen „an dem eigenen Volk“ verübt

c) Jemen und Al-Kaida, die sich dort treffen würden.

 

Eingegangen werden soll hier auf den letzten Artikel, weil der Spaßfaktor hier am höchsten scheint. Verfasst wurde er von einem Jürgen Streihammer, einem recht jungen Redakteur mit dem passenden Jahrgang 1984.

 

„Al-Quaida-Treffen alarmiert USA“ lautet reißerisch die Überschrift, die nur noch ein müdes Gähnen oder ein fades Schmunzeln entlocken kann. „Terror. Auf einem Video ist offenbar die größte Versammlung der Jihadisten seit Jahren zu sehen. Die Nummer zwei der al-Quaida droht darin dem „Kreuzträger Amerika“.

 

Hier der Link zu dem Artikel:

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/1595159/AlQaidaTreffen-alarmiert-USA

 

Streithammer beschreibt in seinem Artikel, was er auf dem Video zu sehen bekommt. Dutzende vermummte Männer, gereckte Fäuste, Waffen, schwarze Fahnen und ein nicht vermummter Mann, von dem jemand gesagt hat, dass er Nasir al-Wuhayshi sein soll, von dem wiederum jemand gesagt hat, dass er das Amt als Nummer 2 von Al-Quaida inne habe bei gleichzeitiger Tätigkeit als Chef vor Ort.

Veröffentlicht habe diese Video der bekanntlich vollkommen neutrale US-Sender CNN, der es wiederum von sonstwoher haben könnte. YouTube oder/und Intel-Center unweit des Pentagon könnten sich hier anbieten – kleiner Tip.

 

Screenshot aus YouTube. Söldner im Jemen oder in Arizona außerhalb ihrer Höhle.

 

 

Streihammer gibt das wieder, was die US-Amerikaner behaupten: es würde sich um die seit Jahren größte Versammlung von Al-Quaida handeln. Irgendwo in einer kahlen Gebirgslandschaft, die von irgendjemanden als im Jemen befindlich bezeichnet wird. Irgendwelche anonymen US-Regierungsbeamte sollen dieses Video, so Streihammer weiter, für authentisch halten, während es von offizieller Seite kein Statement gebe.

So weit so gut so nichtssagend.

 

Interessant wird hier nun die Rolle von Streihammer als Redakteur dieses Artikels, welcher in veränderten Formen hunderte Male in den Massenmedien erschienen ist. Vielleicht hat er den vorgefertigten Text auch nur ins richtige Layout einfügen müssen, aber dies ist unwichtig. Es ist sein Name, der dort als angeblicher Verfasser der Textbausteine steht.

 

Streihammer findet dieses Video natürlich besorgniserregend, ohne dass der Grund konkret deutlich wird. Stattdessen erinnert er sich an die US-Drohnenangriffe und Luftschläge auch im Jemen, wobei er die Begriffe „außergerichtliche Exekutionen“, „Massenmord“ und „Terror“ tunlichst vermeindet wie er überhaupt die tatsächliche Ursache und natürlich auch das Ergebnis dieser feigen US-Anschläge verschweigt. Der PRESSE-Redakteur ist sogar verwundert, ja fast peinlich berührt, dass sich diese Leute auf dem Video treffen können, ohne Angst vor einem plötzlichen Raketentod zu haben.

 

Man ist hier versucht, Streihammer die Möglichkeit zu unterbreiten, dass es an dem US-Filmteam vor Ort gelegen sein könnte.

 

Streihammer geht lieber auf die Botschaft des Videos ein, die ihn angeblich beunruhigen würde.

 

Richtig, es handelt sich bei diesem Video nicht nur um irgendeine belanglose Versammlung, wie zufällig mitgefilmt, nein, es beinhaltet eine Botschaft. Das heißt, die Botschaft ist der Zweck dieses Videos, von denen es auch schon viele Dutzend gibt, die zufällig zu bestimmten Zeiten und Gegebenheiten plötzlich über die Westmedien veröffentlicht werden und welche den Interessen nur einer einzigen Partei entgegenkommt. Die Botschaft ist folgerichtig nur eine Wiederholung dessen, was seit 2001 über diverse US-Kanäle verbreitet wird: Al-Quaida möchte weiterhin Krieg gegen die USA führen.

 

Denn die brauchen ihn auch. Sie brauchen ihn permanent. Damit dieser Unsinn, den der PRESSE-Redakteur hier für andere verzapft, etwas authentischer wirkt, erwähnt auch Streihammer wie zahlreiche seiner Vorgänger die angebliche Untersuchung des Videos durch US-Behörden. Nach Anschlagsplänen, heißt es, irgendwo zwischen den Zeilen womöglich. Und sicherlich so geplant erfolglos wie bisher.

 

Streihammer geht in seinem Artikel noch ein wenig auf diesen Wuhayshi ein, der früher angeblich der Privatsekretär des CIA-Mannes Bin Laden gewesen sein soll, was hier nicht weiter beleuchtet werden soll.

Um die Wichtigkeit dieses Mannes als gefährlicher Mann und Feind zu definieren, ist sich Streihammer auch nicht zu Schade, die Schließung diverser Botschaften wegen angeblicher „Terrorwarnung“ zu erwähnen, was auf ein angeblich abgehörten Telefonat zwischen dem angeblichen Al-Quaida-Chef und dem angeblichen Stellvertreter Wuhayshi fusste.

 

Belegt werden konnte durch die USA nichts davon, und so war es einfach nur eine Behauptung, die platziert wurde. Nämlich ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, als gerade der Whistblower Edward Snowden die USA als totalitären Überwachungsstaat demaskiert hatte. Da musste also eine Erfolgsmeldung her, dass Bespitzelung und Totalüberwachung nötig wäre.

Folgefragen nach den Standorten der Telefone, Lokalisierungen und dem Nichtstun trotz weltweiter Rundumspionage in früheren Zeiten kamen vorsichtshalber medial erst gar nicht auf. Schwamm drüber.

 

Streihammer gibt sich ohnehin ahnungslos und versucht zum Schluß seines Artikels auch noch den „Unterhosenbomber“ von 2009 in die Waagschale zu werfen, um die akute Terrorgefahr zu stimulieren. Er endet mit der Behauptung, dass die Bombe damals bei zwei Kontrollen unentdeckt geblieben wäre.

Diese Kontrollen hat es allerdings nie gegegen, weil das FBI in Zusammenarbeit mit anderen Diensten den jungen Afrikaner selbst an diesen vorbeigeführt hatte, um das Bedrohungsszenario am Bord eines Flugzeuges medienwirksam inszenieren zu können. Das FBI kann bei derartigen Manövern mittlerweile auf eine langjährige Erfahrung zurückgreifen, so stümperhaft ihre Inszenierungen manchmal auch angelegt waren. Da müssen dann die eigenen Leute in den Massenmedien die Löcher stopfen.

 

Und so ist auch der Redakteur Streihammer gefangen in seiner Medienwelt, in denen tatsächliche Erkenntnisse, Recherche und auch Logik keinen Platz haben. Da wird nur endlos derselbe Schwachsinn wiederholt, um es weiterhin in den Köpfen der Konsumenten zu zementieren. Das ist sein Auftrag.

 

Irgendwelche Al-Kaida-Treffen alarmieren nicht die USA, denn sie sind dabei. Es sind Washingtons Leute für verdeckte Kriege, geführt und bezahlt durch den reaktionären Verbündeten Saudi-Arabien und auch Katar. Das waren sie seit dem verdeckten Krieg in Afghanistan, hier noch trainiert durch den pakistanischen ISI, das waren sie im Kaukasus, im Irak, im damaligen Jugoslawien, im Iran, in Libyen und immer noch aktuell und für wirklich jeden sichtbar in Syrien. Überall dort, wo es um US-Hegemonial-Interessen ging und geht.

 

Nur die Anschläge in New York 2001 mit dem sofortigen Fingerzeig auf eine Organisation, die vorher und nachher die eigene Söldner-Organisation war und ist, passen irgendwie nicht ins verbreitete Bild. Die Nichtaufklärung dagegen schon.

Allein diese Überlegung würde aus Streihammer einen Schreiber ohne Lohn machen. Und wer will das schon, wo er sich doch so schön als lohnababhängiger Helfer der kriegstreibenden und teilweise faschistischen Herrschaftsklasse integriert hat.

 

Mittwoch
21
Mai 2014

Bedürftig – 21. Kandidatin: Patricia O.

 

 

Frau Patricia O. ist eine potentielle Miss. Sie kommt aus einem in der Ebene gelegenen Dorf mit sauberen Häusern sowie einer kleinen Kirche und einer BILLA-Filiale in der Mitte, um die unmittelbarsten Bedürfnisse der überschaubaren Bevölkerung zu befriedigen.

 

 

Miss Patricia O. hat sich dazu bereit erklärt, an einer kleinen regionalen Miss-Wahl teilzunehmen, in der es um Dauergrinsen, Badeanzüge, alte schmierige Typen und ein wenig Handgeld geht, der für die Anzahlung eines neuen Flatscreen-Fernsehers reichen würde. Die Voraussetzung für die Teilnahme wurde bewusst niedrig gehalten. Die äußerliche Darstellung eines bestimmten Geschmacks gilt als ausreichend, schließlich sind die Veranstalter bestrebt, mehrere Teilnehmer für Werbezwecke auszunutzen.

 

Miss Patricia O. erfüllt diese Bedingung zweifellos, ohne sich großartig anstrengen zu müssen. Sie hat es nicht nötig, eine Rolle zu spielen, denn sie ist authentisch. Es hat auch gereicht, um in eine kleine regionale Zeitung zu kommen, in eines jener Blättchen, die gewöhnlich Nichtigkeiten mit Nichts zu füllen bemüht sind.

 

 

Und weil dem so ist, durfte sich Patricia O. als Miss-Kandidatin sogar zu ihrer eigenen Person äußern. Damit das blanke Foto im Blatt einen Namen und ein wenig Charakter erhält. Allerdings sprach Frau O. nicht von sich, sondern von ihrer stolz hergezeigten Umhängetasche der Marke „Claudette“.

 

Diese Tasche, ihre Tasche, sie sei ihr ein und alles.

Ohne sie wäre sie nichts.

 

Da wir es genau so sehen, küren wir Frau O. zur Bedürfigen der Woche.

 

 

PS:

Sollten Sie ebenfalls eine Designertasche der Marke Claudette für nur 300,- Euro erwerben wollen, so schicken sie einfach eine kurze Mail an die Redaktion.

Bedürftigen gewähren wir einen Preisnachlass von 10%. Selbstverständlich nur gegen Vorkasse.

Denken Sie daran: Ihre Tasche – Ihre Persönlichkeit.

 


 

 

Sonntag
04
Mai 2014

Bedürftig – 20. Kandidat: Gernot S.

 

 

Früher war Gernot S. in einem großen staatlichen Telekommunikationskonzern beschäftigt. Als so genannter Controlling-Chef hatte er allerdings entgegen seinem Arbeitsvertrag auch noch andere Dinge kontrolliert. Als Mitglied einer im Telekomminikationskonzern organisierten Bande von Dieben und Betrügern hatte er sehr genau auf seinen Anteil der Beute kontrolliert. Bis die Sache außer Kontrolle geraten war.

 

Danach hatte ihm die Justiz den Vorschlag gemacht, seine Bandenmitglieder zu verraten und dafür im Zuge einer Kronzeugenregelung (viel) zu glimpflich davonzukommen. Gernot S. hatte natürlich eingewilligt, denn Gangster-Ehre ist nur etwas für das Kino aus den 50ern.

 

Gefängnis blieb ihm erspart und somit auch diese für ihn notwendige Erfahrung. Damit es nicht zu schäbig ausschaute, bekam er dafür läppische 120 Stunden Sozialdienst aufgebrummt. Abzuleisten in einem Integrationshaus für behinderte Menschen.

 

Das hat sogar in den Medien für Aufsehen gesorgt. Ein tägliche Schmierblatt für 1,10 Euro widmete Gernot S. gleich eine dreiviertel Seite einschließlich einer kleinen Fotostrecke. Gernot S. beim Waschen eines Fahrzeuges, Gernot S. am Griller, Gernot S. beim Verkauf von Tickets, hier wegen der Kasse freilich nur unter Aufsicht. Nur Gernot S. beim Kloputzen blieb den Schmierblatt-Konsumenten erspart.

Dieses Foto haben wir exclusiv erhalten.

 

Das muss für Gernot S. sehr hart gewesen sein. Auch wenn er mit falschem Stolz verkündete, im Integrationshaus widerliches „Mädchen für alles zu sein“. Er behauptete sogar, sich angeblich für nichts zu Schade zu sein. Nun, das war Herr S. zuvor auch nicht gewesen.

 

Für das Schmierblatt verstieg sich Gernot S. gar noch zu der Aussage, dass er dem Integrationshaus auch in Zukunft helfen möchte, also nach diesen läppischen 120 Stunden Aushilfs-Sozialdienst. Es würde dort ein unglaublicher Idealismus herrschen, wird Herr S. zitiert, wie er ihn selten erlebt habe. Und das gehöre unterstützt.

 

Für einen Moment wurde uns in der Bedürftigen-Redaktion warm ums Herz. Ein Krimineller, der Idealismus nach seiner idealismusfreien Umgebung im Telekomminikationskonzern wiederentdeckt hatte, ein Krimineller, der endlich einmal in seinem Leben etwas nützliches zu tun gedachte, es wenigstens ankündigte. Rührig. Eine rührende Darstellung von urplötzlich entstandenem Sozialinteresse.

 

Er kann es sogar auch, indem er das beiseite geschaffte gestohlene und zusammenkorrumpierte Geld flugs dem Integrationshaus spenden könnte. Die haben es nämlich bitter nötig, weil zu geringe Mittel, zu wenig Geld oder auch „zu spät gezahlte Rechnungen“ durch die „öffentliche Hand“.

 

Hiermit kennt sich Gernot S. aus, er hat seine Hand auch lange genug aufgehalten, um das öffentliche Geld in seine Hosentaschen zu schaufeln. Es ist geradezu grotesk, dass der Herr S. seine Aushilfs-Sozialstunden in einer Einrichtung ableisten durfte, welche er zuvor indirekt bestohlen hatte. Und wir hoffen auch, dass nach seinem Abgang nichts in der Kasse gefehlt hat.

 

Seine Huldigung in einem täglichen erscheinenden Schmierblatt, weil Herr S. ein guter Krimineller zu sein scheint, bedürfte eines weiteren Auswahlverfahrens, zu welchem sich der Chefredakteur oder dessen Geldgeber gerne bewerben dürfen.

 

Aber dem Gernot S. als ganz kleines Lichtchen im Korruptionsuniversum gebührt unser grenzenloses Mitleid, weswegen wir ihm mit der Wahl zum Bedürftigen der Woche gerne entgegengekommen.

 

Freitag
21
März 2014

Die Sprengung eines Hochhauses.

 

 

In Frankfurt wurde vor einer knappen Woche, am 2. Februar 2014, das ehemalige Universitätsgebäude via Sprengung abgerissen. Mit einer Höhe von 116 Metern handelt es sich bei diesem Hochhaus um das bislang höchste Gebäude, welches in Europa gesprengt wurde. Das ist zwar keine Kunst, aber spektakuläres Handwerk.

 

 

Es waren natürlich eine Reihe Maßnahmen getroffen worden, um niemanden zu gefährden. Unter anderen hatte man zahlreiche Wasserbehälter im Hochhaus platziert, welche den Staub binden sollte. Die Sprengung verlief reibungslos und bot natürlich ein interessantes Schauspiel für zahlreiche Schaulustige.

 

 

Es existieren eine Reihe Videos auf YouTube, welche den Vorgang dokumentieren. Krach, freier Fall, Staubwolke…

 

An was erinnert diese Sprengung nur? Da war doch mal ‚ was gewesen… oder?

 


 

Montag
10
Februar 2014

EU-Kulturförderung 2014-2020. Teil 2.

 

 

Das zuletzt auf dem Workshop vorgestellte Programm der EU nennt sich „Creative Europe Culture“ und soll sich eher an tatsächliche „Kulturschaffende“ richten oder auch an etwas jüngere „Künstler“. Aus diesem Grund wurde hier der administrative Aufwand verkleinert, was natürlich den imensen Aufwand der übrigen Antragsteller in Frage stellt. Benannt wurde zudem die Zusammenarbeit mit Banken und gleichzeitig der Eindruck erweckt, als würden diese Geldhäuser für diverse Erleichterungen der hier kurz besprochenen Förderschiene verantwortlich sein.

 

Dem ist natürlich nichts so. Und von dem tollen Angebot, auf diesem Weg für seine künstlerischen Ambitionen besonders „günstige“ Kredite zu erhalten, kann nur abgeraten werden. Es sei denn, der Antragsteller ist förmlich erpicht darauf, sich in die neoliberale Struktur als Abhängiger und Schuldner einfügen zu wollen.

 

Oberflächlich betrachtet klang es insgesamt nicht uninteressant. Es wurden bestimmte Förder-Summen genannt, es wurde von Forschung und literarischen Übersetzugen geredet, von Entwicklung europäischer Filme, von grenzüberschreitender Zusammenarbeit usw. Wenn die Voraussetzungen gegeben waren, könnte es vielleicht eine Überlegung wert sein.

 

 

Letztlich richtet sich dieses Programm ebenfalls an Unternehmen, wenn auch an kleinere dieser Art. Die vorgebliche „Unterstützung von Künstlern und Kulturschaffenden in Europa“ ist nach wie vor vor allem eine Unterstützung der Industrie, also sich selbst. Gewisses Kapital und Vorfinanzierung sind unabdingbar, andere Voraussetzung wiederum geradezu utopisch, wie die Beteiligung von gleich mehreren „Mitorganisatoren“ an Projekten. Wer selbst Projekte aufgestellt und realisiert hat, weiß, dass soetwas kaum funktioniert.

 

Das EU-Förderprogramm soll auch „Transnationale politische Zusammearbeit“ beinhalten. Was dies konkret sein soll, wurde nicht definiert. Und das ist wahrscheinlich besser so, denn die extrem undemokratischen Strukturen, die Umverteilung von Kapital von unten nach oben, Korruption, die Zerschlagung des Sozialgefüges, Aushebelung von Souveränität und Rechtstaatlichkeit können von der EU kaum als förderungswürdig anerkannt werden. Außenpolitisch sieht es nicht besser aus. Eingebunden in die weltgrößte militärische Verbrecherorganisation NATO, kontrolliert und geleitet durch den großen „Bruder“ aus Übersee, steht die EU auch für Kolonialpolitik, politische Umstürze in nicht genehmen Staaten und wirtschaftlichen, medialen sowie ganz realen Krieg.

 

Die EU ist kein freundliches Netzwerk und ein sozialer, wohltätiger Verein. War es nie und wird es nie sein. Dementsprechend verhält es sich mit der so genannten Förderpolitik, es kann gar nicht anders sein. Und wie es sich mit Förderungen grundsätzlich verhält, kann dies national und regional beobachten oder besser selbst in Erfahrung bringen. Das richtige Parteibuch, persönliche Bekanntschaften, Huldigung und Lobbyarbeit sorgen für eine Vorverteilung. Für die Reste an Fördermitteln darf sich aber jeder bewerben, natürlich nur unter bestimmten Voraussetzungen.

 

Mittwoch
05
Februar 2014

EU-Kulturförderung 2014-2020. Teil 1.

 

 

Mit der Kulturförderung ist das so eine Sache. Wer hier überhaupt in den Genuß dieser kommt und wer hier was als „Kultur“ definiert oder auch nur ausgelegt, ist ein sich jährlich wiederholendes ärgerliches wie gewohntes Szenario. Erst recht, wenn diese von einer undemokratischen Krake wie die EU, dieser transeuropäischen Räuberbande, ausgeschrieben wird.

 

Creative Europe

 

In der Vergangenheit hatte sich gezeigt, dass die von der EU bezeichnete Kulturförderung eher einer kaschierte Werbeförderung für diese Kapitalunion gleichkam. Gleichwohl auch einige sinnvolle Projekte integriert wurde, wie Programme für den interkulturellen Dialog.

 

Die neue Förderperiode unter dem Titel „Kreatives Europa 2014-2020″ weicht nicht von dieser Linie ab, sondern vermittelt nun offen, um was es wirklich geht. Es geht um Kreativwirtschaft, es geht um die Kommerzialisierung von echter oder vermeintlicher Kreativität, es geht um verkaufbare Kultur.

 

Cornelia Bruell hatte im vergagenen Jahr eine sozialwissenschaftliche Studie für das Institut für Auslandsbeziehungen e. V. (ifa) durchgeführt und dieses EU-Förderprogramm beleuchtet. Hierin wies sie nach, dass dieses Programm auf Zielgruppenpositionierung, Kulturmarketing, Besucherforschung, Wettbewerbsfähigkeit, aber auch Beschäftigung und sogar Wachstum ausgerichtet ist. Mit den Voraussetzungen Wirtschaftswachstum und Konsum als theoretische Fördergrundlage wird Kultur zu einer profitorientierten Massenware.

 

Begriffe wie „Individualität“, „Ästhetik“ oder gar „Bildung“ und „Gemeinnützigkeit“ haben hier keine Platz. Somit spiegelt die vorgebliche Kulturförderung der EU nur das wieder, was die EU beinhaltet und wozu sie überhaupt geschaffen wurde. Sie wendet sich an Firmen und kapitalkräftige Vertreter der Industrie, denen es weitaus leichter fallen wird, bestimmte Voraussetzungen für eine Förderchance zu erreichen: vorhandenes Kapital, eine Kreativabteilung, zeitliche Ressourcen, eine Rechtsberatung und die Möglichkeit, die Kosten steuerlich absetzen zu können.

 

Dies wurde auch auf dem Workshop deutlich, welches am 30. Januar von der Kulturvernetzung Niederösterreich von Bettina Windbüchler sowie von Sylvia Amann von Inforelais in Bad Fischau veranstaltet wurde. Für die anwesenden Gäste war es sehr erhellend, dass von ihren Bedürfnissen und ihren künstlerischen Ambitionen zumeist nicht die Rede war.

 

Allerdings wurde eine Veranstaltung angekündigt, die für Kulturvereine interessant sein könnte. Warten wir es ab.

 

 

Samstag
01
Februar 2014

Bedürftig – 19. Kandidat: Pater Johann G.

 

Bernd Bieglmaier war wieder unterwegs. Dieses Mal auf einem Kulturausflug ins beschauliche Stift Heiligenkreis inmitten des Wienerwaldes. Das Interesse an Gotik, Renaissance und Barock trieb ihn an diese altehrwürdige Stätte des Glaubens, aber auch des Wissens. Und wegen Weihnachten natürlich.

 

Um so überraschter zeigte sich Bernd Bieglmaier, dass er auch hier inmitten des Wohlstandes auf Bedürftige traf. Mit einen von ihnen kam er ins Gespräch, mit dem Pater Johannes G.

 

Pater Johann G., kurz nach dem Frühstück.

 

Bernd Bieglmaier wollte es natürlich genauer wissen, wusste er doch von dem Umstand, dass der Wohlstand des Stiftes Heiligenkreis um rund 613.000,- Euro aus der Agrarförderungkasse vermehrt worden war.

 

Um so überraschter zeigte er sich, dass Pater Johannes G. nur von 130.000,- Euro Kenntnis zu haben schien, ohne welche wiederum seinen Worten nach der landwirtschaftliche Betrieb nicht aufrechtzuerhalten wäre.

 

Bernd Bieglmaier war schockiert über diese Armut, denn wer hätte gedacht, dass die Regel: je größer der Grundbesitz, desto größer die Subventionen, bei einer kirchlichen Einrichtung sich in das Gegenteil verkehrte: je größer der Besitz, desto ärmer. Und zwar derartig arm, dass es neben den landwirtschaftlichen Betrieben auch nicht durch die Einnahmen aus den Mietshäusern, Forstwirtschaftungen, Verpachtungen und den Tourismus aufgefangen werden konnte. Ganz zu schweigen von den Steuergeldern.

 

Unser Bedürftigen-Reporter begann nun Mißwirtschaft zu wittern, anders schien es nicht erklärbar. Bernd Bieglmaier besaß nichts von alledem und kam mit seinem mickrigen Reporter-Gehalt dennoch knapp über die Runden.

 

Er dachte noch darüber nach, als ihm Pater Johannes G. etwas davon erzählte, dass seine Orgnisation noch viel mehr Geld für Denkmalschutz ausgeben würde, was ja schließlich der Allgemeinheit und dem Tourismus zugute kommen würde. Bernd Bieglmaier horchte auf und fasste nach seiner Eintrittskarte in der Hosentasche. Sie war noch da. Seine Freundin flüsterte ihm unterdessen zu, dass sie zukünftig ja versuchen könnten, eine Förderung für ihre Mietwohnung zu beantragen, wegen der Allgemeinheit, zu der sie sich ebenfalls zählte.

 

Diese Idee hatte etwas für sich. Bernd Bieglmaier war kurz etwas unkonzentriert, während der Pater um die Berücksichtigung ihrer Leistungen warb und einen größeren Zusammenhang herzustellen versuchte. Auch die siebeneinhalb Arbeitsplätze auf 1.200 ha Landwirtschaft könnten sich sehen lassen, keine Frage. Und dann noch die viele Arbeit auf den Besitzungen!

 

 

Erst beim Thema Integration wurde Bernd Bieglmaier wieder hellhörig. Denn der Pater hatte in seiner Güte eine rumänische Putzfrau aufgenommen, auch wenn sie gar nicht richtig putzen könne, wie der Pater verriet. Aber wo solle sie denn hin und was solle sie denn sonst machen, die Arme, so Pater Johannes G. zu unserem Bedürftigen-Reporter. Das wollte Herr Bieglmaier nun nicht mehr genau wissen.

 

Nachdem uns Bernd Bieglmaier in der Bedürftigen Redaktion berichtet hatte, dass wir nicht ansatzweise wüssten, wie viel Arbeit die Bewirtschaftung von so viel Besitz machen würde, erklärten sich in unserer Redaktion alle Anwesenden, einschließlich unserer Reinigungsfachkraft, dazu bereit, dem armen Pater für die Überlassung von je 10 ha einen Teil der Arbeit abzunehmen.

Aber das wollte Pater Johannes G. dann auch wieder nicht. Er wollte die viele Arbeit nicht teilen. So ein Guter!

 

Da überdurchschnittliche Gutmütigkeit in der Welt, in welcher wir alle leben, über früh oder lang immer bestraft werden wird, küren wir den Pater Johannes G. bereits voraussschauend zum aktuellen Bedürftigen der Woche.

 

Sonntag
05
Januar 2014

Weihnachts-/Neujahrsansprache.

 

 

Nach den Weihnachtsansprachen nun auch die Neujahrsansprachen der Verlogenheit und Heuchelei, aber ganz gefasst vorgetragen von einer Reihe von politischen Schwerverbrechern und ihren Lakaien sowie einigen Sektenführern.

 

Und dann war da noch Edward Snowdon mit einer Weihnachtsansprache gewesen, die vom britischen TV-Sender „Chanel 4″ übertragen wurde. Es war das einzige Kontrastprogramm zu dem sonstigen Geschwurbel für die Minderbemittelten.

 

 

Link zu YouTube:

http://www.youtube.com/watch?v=eWLFwif-BrY

(Leider funkt er nicht mehr).

 

Sicher, Snowdon mag hier etwas Oberlehrerhaft wirken, dennoch ist er der einzige aus der Ansprach-Riege, der tatsächlich etwas zu sagen hat – von der Totalüberwachung durch unsere kriegsführenden „Freunde“ und „Partner“, einschließlich der logischen Zukunftsaussicht.

 

Die hiesigen Medien als Sprachrohre ihrer Auftraggeber hatten nichts unversucht gelassen, um diese Zustände kleinzureden. Die Situation des Landes Österreich wurde am besten erst gar nicht erörtert. Der Blick zu den deutschen Nachbarn brachte da etwas mehr Aufschluss. Das Herumgeeier in der Regierung, die Verlogenheit, die wirkliche Einstellung zu dem tumben Wahlvolk, die Zusammenarbeit der Geheimdienste, die nicht vorhandene Souveränität, geheime Zusatzverträge mit den Besatzungsmächten, die gesamte Bevölkerung unter Generalverdacht, tatsächlich aber unter Kontrolle, damit ja niemand aus der Reihe tanzt. Und das alles bei permanenter Aushöhlung der Grundrechte jedes Einzelnen.

 

Aber wen interessiert das alles in Zeiten, in welcher es so viele Menschen den Diensten so leicht wie nie machen. So wie TV-Geräte für die Propaganda freiwillig selbst bezahlt und verwendet werden, so verhält es sich heute mit den perfekten Spionagegeräten. Weil man damit telefonieren, fernsehen, fotografieren, filmen, online gehen und gegebenfalls masturbieren kann. Das muss man einfach haben. Die Begriffe „Rechtsstaat“ oder auch „Verfassungsbruch“ muss man auch nicht buchstabieren können geschweige denn kennen. Macht auch kein Spaß.

 

 

Donnerstag
02
Januar 2014
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