Author Archives: Ruediger

Schwätzer des Tages: Franz Vranitzky

 

Es ist sehr lobenswert von Herrn Vranitzky, wegen den Flüchtlingsdramen mehr Hilfsbereitschaft und Solidarität einzumahnen. Und richtig, derzeit fliehen viele Menschen aufgrund der in ihrer Heimat begangenen Greueltaten. Zumal ohnehin nur ein geringer Teil von ihnen an den EU-Außengrenzen strandet.

Herr Vranitzky hält den EU-Plan, keine Flüchtlinge mehr aufnehmen zu wollen, für unverständlich. Dieser Plan ist aber nicht unverständlich, er ist sogar konsequent in Anbetracht der EU-Politik.

 

Franz Vranitzky

Für unverständlich hält Herr Vranitzky auch den EU-Plan, die Probleme stattdessen vor Ort (in den Heimatländern, Anmerkung) lösen zu wollen. Diese Idee ist neben der Aufnahme von Flüchtlingen überhaupt die Idee schlechthin. Ja, wenn sie nicht geheuchelt wäre.

Denn die EU als Organisation und eine Reihe von EU-Ländern außerhalb dieser sind für die Probleme in den Herkunftsländern der Flüchtlinge mitverantwortlich. Mitverantwortlich für Vernichtung von Leben, Wirtschaft und Kultur.

Offenbar hat dies Herr Vranitzky noch nicht bemerkt, weil sich sein Fokus alleine auf die Flüchtlinge richtet, aber nicht auf die Ursachen der Massenflucht, nicht auf die Verursacher.

Was sagt Herr Vranitzky dazu?

„Man kann in solchen Ländern keine Demokratie über Nacht einführen.“

Nach Herrn Vranitzky ist das Problem demnach die fehlende „Demokratie“ in den Herkunftsländern. Die Schaffung einer „Demokratie“ ist dummerweise einer der Behauptungen seiner „demokratischen Freunde“, unter deren Deckmantel ihre Bomben fallen und Todesschwadronen in Bewegung gesetzt werden. Da bleibt für die Bevölkerung nur noch die Flucht, unter anderem nach Europa.

Was nun, Herr Vranitzky?

http://kurier.at/politik/inland/vranitzky-das-ist-davonlaufen-vor-der-verantwortung/132.212.074

 

Montag
25
Mai 2015

Paris, Januar 2015. Teil 26.

 

Nach den Attentaten I.

 

Was wurde medial nach den Attentaten und dem Ende der Brüder Kouachi sowie Amedy Coulibaly berichtet?

Auf diese lächerlichen Al-Kaida-Bekenntnisse wurde bereits genügend eingegangen und sollen hier nicht weiter interessieren. Wir wollen uns stattdessen kurz auf die als Freundin von Coulibaly bezeichnete Hayat Boumeddiene konzentrieren.

Über diese Frau ist kaum etwas bekannt. Das hatte allerdings weder die französischen Sicherheitsbehörden noch die Medien davon abgehalten, sie ebenfalls vorzuverurteilen. Ein Foto von ihr und ihr vollständiger Name wurde in jeder Gazette, in jedem Magazin abgedruckt. Auch ohne irgendwelche weiteren Informationen geschweige denn Beweise wurden die Beschuldigungen tagelang in bester Western-Lynch-Manier hinausposaunt.

 

Hayat-Boumeddiene1

 

Stimmung gegen diese Frau wurde mit einigen weiteren Bildern gemacht, zu welchen behauptet wurde, dass es sich bei der vollkommen unkenntlichen Frau in einer Burka um Boumeddiene handeln würde.

 

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hayat
Irgendwelche strafrechtliche Folgen zog dieses Gebaren nicht nach, weil Hayat Boumeddiene gar nicht auffindbar war und auch keine Stimme hatte.

 

amedy-coulibaly-e-hayat2

 

Die Aussagekraft ist freilich gleich null. Es sagt nichts über sie als Person und die Umstände, die zu Fotos führten, und erst recht nichts über die Verbrechen aus. Stattdessen fällt auf, dass der angeblich zum fundamentalistischen IS-Anhänger mutierte Coulibaly äußerlich nicht diesem Klischee entsprach. Sollte es sich um Coulibaly gehandelt haben, so starb dieser im „Hyper Cacher“ sogar in „blue Jeans“.

 

amedy-coulibaly-hyper-cacher-vincennes-1-miniature

 

Die einzige Meldung der Polizei, in welcher Hayat Boumeddiene konkret erscheint, ist jene über das Fahrzeug, mit welchem Coulibaly zum „Hyper Cacher gefahren sein soll. Dieses wäre auf Boumeddiene zugelassen gewesen. Das bedeutet natürlich auch nichts, denn die Frau war nicht im Lande gewesen. Mit einem „eigenen“ Fahrzeug zu einem Tatort zu fahren ließe sich wiederum in verschiedene Richtungen interpretieren.

Dann wurde gemeldet, dass diese als Hayat Boumeddiene bezeichnete Frau bereits um den 2. Januar 2015 Frankreich verlassen hätte und über die Türkei nach Syrien gereist sein soll – in das eroberte Territorium der IS natürlich, wohin auch sonst. Zumindest erzählen die französischen Sicherheitsbehörden davon, weil sie die einzigen sind, die dies den Medien unterbreiten können.

https://de.wikipedia.org/wiki/Amedy_Coulibaly

 

Der SPIEGEL und diverse frz. Medien berichtete unter Berufung auf türkische Behörden über einen Flug der Hayat Boumeddiene von Barcelona nach Istanbul am 2. Januar. Es wurde sogar mit dem 8. Jänner ein konkreten Tag für die angebliche Einreise nach Syrien genannt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/hayat-boumeddiene-terror-komplizin-des-geiselnehmers-coulibaly-a-1012351.html

 

So kann dann auch ein Alfred Hackensberger diese Geschichte in der PRESSE spinnen, als entspräche dies unumstößlich den Tatsachen. Konkretes Wissen benötigt er dafür nicht. Hat er auch nicht, wie er in seinem Artikel belegt. Er phantasiert irgendwelche Geheimpfade im Grenzland zwischen der Türkei und Syrien, über welche man angeblich zur IS gelangen würde. Hackensberger ist offenbar vollkommen entgangen, dass die Türkei Kriegspartei gegen Syrien ist und IS, Nusra-Front, Islamische Front und alle anderen Terroristen unterstützt. Das wurde und wird auch kaum kaschiert, weder von den Terroristen noch von der türkischen Regierung.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4637719/Die-Flucht-der-Terrorwitwe-nach-Syrien

 

Die stumme Komparsen-Rolle der Hayat Boumeddiene endete hiermit medial. Es ist eine Geschichte ohne einen Nachrichtenwert. Und es wäre eine tote Geschichte, wenn nicht die Sicherheitsbehörden selbst dem eine entscheidende Information indirekt beigefügt hätten.

Denn diese schweigsame wie verschwundene Frau, diese Hayat Boumeddiene, hochstilisiert zur „meistgesuchtesten Frau Frankreichs“ war laut Behörden und ihren angeschlossenen Massenmedien bereits am 2. Januar 2015 mit einem Flugzeug von Barcelona nach Istanbul geflogen.

Da wir alle darum wissen, mit welchen massiven Sicherheitsvorkehrungen jeder Flug zu einer devoten Aktion wird, bedeutet dies, dass den Sicherheitsbehörden seit jenem 2. Januar dieser Flug bekannt ist. Ergo war der ganze hysterische Lärm um und die Fahndung nach dieser Frau in Frankreich nichts weiter als ein Schauspiel.

 

4555298_3_8167_hayat-boumeddiene-le-2-janvier-2015-hayat_a204619bc18d285d5aa1f5c4b403a857Bei dieser Frau soll es sich um Hayat B. nach der Ankunft in Istanbul handeln. Und der Begleiter?

 

http://www.lemonde.fr/societe/article/2015/01/13/une-filiere-afghane-a-aide-hayat-boumeddiene-a-fuir_4554983_3224.html

 

Sonntag
24
Mai 2015

Bedürftig – 25. Kandidat: Franz A.

 

Wir wussten nicht, was sich Bernd Bieglmaier, unser Bedürftigenreporter, dabei gedacht hatte, als er diesen Typen zu uns in die Redaktion mitbrachte. Wir fragten ihn aber auch nicht, weil Herr Bieglmaier uns mit einem Schwall von Worten darum bat, diesen Mann unbedingt anzuhören. Seine Geschichte sei der „Hammer“.

Dieser Mann stellte sich uns als Herr Franz A. vor. Er sah ganz normal aus, aber das hatte natürlich noch nie etwas bedeutet. Zumeist war das Gegenteil der Fall gewesen. So auch bei dem Herrn Franz A..

 

1 Franz A. in einem unserer Redaktionsräume.

 

Unser Bedürftigen-Reporter war schon ungeduldig, er brannte förmlich darauf, die Ursache des Erscheinens mitzuteilen. Es drehte sich um eine Stuhltransplantation. Es drehte sich um – was? Wir taten nicht begriffstutzig, wir waren es. Wir alle in der Redaktion. Es war auf einmal so still im Büro, dass das einzige Geräusch von einem Putzlappen stammte, welches unserer Reinigungsfachkraft aus der Hand gefallen war.

Nun wollten wir es natürlich genauer wissen. Wir baten den Herrn Franz A., uns selbst über diese Angelegenheit zu berichten.

Und dann bekamen wir eine rührselige Geschichte zu hören, die uns tief, aber nicht zu tief bewegte. Die Geschichte eines Mannes, der es nie gelernt hatte, etwas mit sich selbst anzufangen. Der sich in seiner Existenz sinnlos gefühlt hatte, überflüssig, nichtsnutzig. Wir hörten uns diese Geschichte an und widersprachen nicht.

Er habe sich dann derartig leer gefühlt, dass ihm sein freundlicher Arzt hatte mit Antidepressiva über seine leeren Runden helfen müssen, so Herr Franz A.. Aber irgendwann habe auch dies nicht mehr gewirkt. Er habe nichts mehr essen können, nicht einmal diese Pillen.

Erst ein anderer Arzt habe den Herrn Franz A . helfen können und ihm eine Stuhltransplantation empfohlen. Die wäre zwar etwas kostspielig gewesen, allerdings höchst erfolgreich. Es wäre dann alles sehr schnell gegangen. Da ‚raus, dort ‚rein.

 

2Franz A. glaubt, dass es ihm nun wieder besser geht.

 

Heute würde er sich gefüllt wieder viel besser fühlen, behauptete er. Herr Franz A. quatschte uns die Ohren voll, wie dankbar er dem Chirurgen wäre und auch wie dankbar seinem Spender, dem Herrn Josef A., einem Obstipations-Patienten des Doktors. Josef A., übersättigt von der Konsumwirtschaft in seiner eingeschränkten Umgebung, habe sich angeblich gerne zur Verfügung gestellt. Er habe sich für 24 Stunden auch besser gefühlt.

 

Dicker Bauch3Foto: Familienalbum von Josef A. (Spender)

 

Das glaubten wir gerne. Warum sich Menschen jede Scheiße aufschwatzen lassen, blieb uns allerdings schleierhaft. Dafür war die Abstimmung in der Redaktion eindeutig. Herr Franz A. wurde aufgrund seiner seelischen Armut zum Bedürftigen des Monats gekürt.

Unser Bedürftigen-Reporter hatte anschließend über sein ganzes Gesicht gestrahlt. Ja, er hatte wiederr einmal richtig gelegen, keine Frage. Unser Mann hat Gespür. Und unsere Reinigungsfachkraft möglicherweise den richtigen Lösungsansatz: der Dreck muss weg.

So ist sie, unsere Elfriede.

 

Dienstag
19
Mai 2015

Paris, Januar 2015. Teil 25.

 

Erstürmung des Supermarktes „Hyper Cacher“. 

 

Im Gegensatz zu dem nicht überprüfbaren Ende der Brüder Kouachi in Dammartin-en-Goele wurde das Finale des Supermarkt-Täters in Paris medienwirksam aufgezeichnet. Es ist nichts darüber bekannt, was diesem Ereignis vorausgegangen war. Da dieser Teil der Geschichte vollkommen fehlt, hat diese Erstürmung durch die Polizei auch in Anbetracht der bisherigen Feststellungen etwas schales an sich. Hinzu kommt noch, dass auch dieser Täter bei der Polizeiaktion starb und somit selbst keine Auskunft mehr geben konnte.

Französische Nachrichtensender hatten am 9. Januar genügend Zeit bekommen, ihre Kamerateams in der Nähe des „Hyper Cacher“ in Position zu bringen. Dank ihrer TV-Übertragung wurden nicht nur französische Zuschauer Zeuge eines Polizeiunternehmens, dessen brachiale Vorgangsweise irritieren musste.

 

Polizeihaufen vor Hyper Cacher

 

Da schob sich vor dem Haupteingang zum Supermarkt ein schwer bewaffneter Polizeihaufen heran, bei dem zwei Drittel dieser Spezialeinheit überflüssig war. Für das Fernsehen muss es dagegen mächtig Eindruck gemacht haben.

In Anbetracht des Umstandes, dass sich im Supermarkt eine ganze Anzahl von Geiseln befanden, deren Sicherheit oberste Priorität haben musste, mutet ein Vorgehen mit der Brechstange befremdlich an. Sollte Gefahr in Verzug gewesen sein? Davon wurde nichts berichtet, wie überhaupt von dem Vorgeschehen nichts berichtet wurde. Somit stellt sich die Frage der Notwendigkeit dieses Polizeiunternehmens und dem damit verbundenen Risiko für die Geiseln.

Es gibt keinen Hinweis auf Einsatz von Betäubungs- oder Tränengas. Auf der Hinterseite des Supermarktes wurde durch die Spezialeinheit RIAD ein Ablenkungsmanöver durchgeführt: ein Sprengsatz wurde an der dortigen Tür zur Explosion gebracht.

 

Explosion am Hinterausgang

 

Ein Eindringen in das Gebäude durch die Beamten erfolgte nicht. Diese kamen nur zeitverzögert heran, während drei weitere Knallgeräusche zu hören waren. Diese stammen von Explosionen, die auf der Vorderseite stattfanden.

Noch am Ende der Aufnahme, als alles vorbei war, standen die Beamten vor dem Eingang, welcher anscheinend durch eine weitere Tür, die wie eine Stahltür aussieht, verschlossen war.

https://www.youtube.com/watch?v=uDMPv_AwYyo
Porte de Vincennes: les images de l’assaut du RAID à l’arrière du supermarché cachère.

 

Die erwähnten drei Knallgeräusche kamen von der Vorderseite des Supermarktes. Offenbar hatte hier die Polizei versucht, wenig erfolgreich die Fassade und den Eingangsbereich des Supermarktes aufzubrechen, ohne dass deutlich wird, was es dort aufzubrechen gab.  Kurioserweise landete ein Sprengsatz in einem geparkten Fahrzeug, weswegen hier eher an Beschuss mit Granaten zu denken wäre.

Zu sehen im folgenden Video, die ersten 20 Sekunden:

 

Angeblich wäre der genaue Aufenthaltsort der Geiseln bekannt gewesen. Mit den heutigen technischen Möglichkeiten wäre dies auch machbar. In Medien wurden dazu die Überwachungskameras erwähnt, von denen eine ganze Reihe im Supermarkt installiert waren.

„Doch nicht nur per Ton, auch per Bild waren die Einsatzkräfte mit dem Supermarkt verbunden. Denn sie hatten Zugriff auf die Überwachungskameras des Gebäudes, wie n-tv Reporter Ulrich Klose in Erfahrung gebracht hat. So konnten sie sehen, wo sich Geiselnehmer und die Menschen in seiner Gewalt gerade aufhielten.“

http://www.n-tv.de/politik/Coulibaly-machte-dummen-Fehler-article14293886.html

 

Es spricht nicht für die Intelligenz des Täters, diese nicht zerstört oder verklebt zu haben. Was hat allerdings dann das folgende Gesicht direkt vor der Kamera zu suchen?

 

Gesicht vor Ü-Kamera

 

Und was fummelt diese Frau an der Decke herum?

 

Demonatage unter der Decke

 

Da es sich nicht um die Demontage der Deckenbeleuchtung gehandelt haben kann, wie im Video über die Erstürmung ersichtlich ist, scheint es mit der Behauptung über das weiterhin funktionierende Überwachungssystem auch nicht weit her zu sein.

Erwähnenswert scheint auch der Umstand, dass der Supermarkt großzügig mit Überwachungskameras ausgestattet gewesen war. Sie hätten sicherlich über das Auskunft geben können, was zuvor geschehen war. Das wurde aber nicht veröffentlicht. 

 

Die Polizei verschaffte sich den Zugang in den Supermarkt durch den Haupteingang. Die Glasschiebetür wurde geöffnet, die Metalljalousie hochgelassen, wobei dahinter im Kassenbereich ein lebloser Körper sichtbar wurde. Der erste Polizist drang mit einem Schutzschild in das Geschäft ein und orientierte sich, während vielleicht drei, vier Schüsse zu hören waren, sofort zur rechten Seite, bis er nicht mehr zu sehen war. Erstaunlicherweise folgte ihm kein einziger Kollege in das Geschäft. Stattdessen schossen die beim Eingang befindlichen Polizisten mit ihren Pistolen und einer auch mit einem Sturmgewehr in Richtung des hinteren Raumes.

https://www.youtube.com/watch?v=TmNXVCiSkpI

oder auch hier

https://www.youtube.com/watch?v=U0X-a5mAe-o&index=6&list=PLR7LljPkNnIKFow3ZsmEINwmMfh7l4xcw

 

Die Polizei schoss in den hinteren Bereich des Laden hinein, als wäre ihnen tatsächlich klar gewesen, dass sich dort die Geiseln nicht befunden hatten, sondern nur der Täter. Aus welchem Grund auch immer. Die Masse der abgegebenen Schüsse mag nur dazu gedient haben, den Täter niederzuhalten.

Es wird dadurch aber unklar, ob dieser ebenfalls geschossen hatte. Zwar werden nach dem Eindringen des ersten Polizisten Beschussschäden an der gläsernen Schiebetür sichtbar, genauso gut könnten allerdings auch die erregten Polizisten hinein geschossen haben. Dass es vor allem die Polizisten waren, welche durch das Glas schossen, kann auf dem Video nachvollzogen werden. Vor allem in dem Augenblick, als der Mann im Laden nach vorne stürmte.

 

Hyper_Casher-Illustrations-ParisFoto: citizenside.com

 

Es ist unmöglich zu beurteilen, wer hier welches Einschussloch verursacht hat. Die Tür war teilweise zusammengeschoben gewesen, weswegen die Anzahl der Schüsse ins Glas viel weniger gewesen waren als auf dem Foto wahrgenommen. Allerdings fällt auf, dass sich die kleinen Löcher im rechten, dem äußeren Glas befinden. Die größeren sind links zu finden, welche sich zusammengeschoben innen befindet. Daraus lässt sich ableiten, dass zumindest die meisten Einschüsse von außen eingeschlagen sind, also von der Polizei verursacht wurden.

Es bleibt somit weiterhin unklar, inwieweit der Täter im Supermarkt auf die Polizisten geschossen hat. Verletzungen bei den vor dem Glas stehenden Polizisten sind nicht bekannt, wie auch keine Beschädigungen oder Markierungen der Spurensicherung bei dem geparkten Fahrzeug vor dem Eingang sichtbar sind.

 

Hyper_Casher-Illustrations-ParisFoto: Citizenside.com

 

Hyper Cacher Fahrzeuge2Foto: Citizenside.com

 

Hyper Cacher SpSi 1

 

Die Polizisten jedenfalls agierten in sich selbst gefährdender Art und Weise. (Drängelnd und sich selbst behindernd, Feuerstöße aus der zweiten Reihe mit automatischen Waffen, abfeuernde Pistolen nahe den Köpfen der Kollegen und zuletzt sich gegenüberstehend). Und der Täter begann Augenblicke darauf quasi Selbstmord. Bereits vor der Explosion einer Blendgranate war er auf dem Weg dorthin gewesen, zu seinem Selbstmord durch andere, mitten hinein in den massiven Kugelhagel der Polizei und sich kurz bei der Tür drehend, als habe er mit dem Rücken voran durch nicht vorhandenes Glas springen wollen.

Diese Szene ist entsetzlich und es gab grobe Kritik gegenüber der Polizei in der Meinung, sie hätten den Täter hingerichtet. Dieser Eindruck entsteht zweifellos, allerdings war es der Täter gewesen, der sich auf die Polizisten zubewegt hatte. Und diese hatten unter enormer Anspannung gestanden. Adrenalinausstoß, vielleicht auch Panik könnten zu einer derartigen Reaktion geführt haben, auch noch auf einen leblosen Körper zu schießen.

Interessanter ist hier die Frage nach der Motivation des Täters, ohne weiteren Widerstand den Tod zu suchen. Das war nicht das, was – nachträglich – angekündigt worden war.

Für Diskussionsstoff sorgte im „Internet“ ohnehin eine ganz andere Szene, die auch in Slow-Motion auf mehreren extra herausgestellten Videos im Netz hochgeladen wurden. Es wurde darin der Verdacht geäußert, dass der Täter – oder Coulibaly – womöglich gefesselt gewesen und der Selbstmord somit gar nicht so freiwillig erfolgt sein könnte. Tatsächlich erweckt diese Szene auch eben diesen Eindruck.

 

Hyper Cacher - Handschellen

https://www.youtube.com/watch?v=mccemET9CP4
Charlie Hebdo Amedy Coulibaly, hands handcuffed

 

Auch wir haben uns diese Szene unzählige Male angeschaut und im Schnittprogramm Frame für Frame zerlegt. Wir mussten feststellen, dass sich ganz zum Schluss, als der Körper gegen den Türrahmen pralle, etwas wegbewegte, der als der linke Arm gedeutet werden konnte. Das Problem war, dass sich auch in diesen Frames der linke Unterarm noch vor dem Körper verhielt, wenn auch visuell ausgedünnt. Es besteht somit die Möglichkeit, dass die Bildfolge nicht schnell genug war, diese Bewegung abschließend zu erfassen.

Während von uns diese Sequenz nicht zweifelsfrei beurteilt werden kann, bleibt die Haltung der Arme des Täters dennoch ungewöhnlich. Es entsteht der Eindruck, als wenn der Täter vom ersten sichtbaren Frame an eher versucht hatte, sein Gesicht mit den Händen zu schützen. Oder um sein Ende nicht sehen zu wollen.

Die an seiner rechten Schulter umgehängte Maschinenpistole, die der Täter zumindest in dieser Sequenz nicht verwendet hatte, mag zur letzteren Überlegung passen. Das erscheint zwar auf dem ersten Blick nicht ganz logisch, aber wir wissen nicht, was in diesem Mann in den 30 Sekunden zuvor vorgegangen war.

In einer späteren Szene erkennt man gerade so eben noch, wie der Körper des Täters von einem Polizisten zur Seite gezogen wird. Hierbei wird ein Arm sichtbar, der nicht gefesselt ist. Zu bedeuten hat dies aber auch nichts, weil zuvor ein Schnitt im Filmmaterial erfolgte.

Letztlich ist es an der Geschichte nicht wichtig, wie der Täter im Supermarkt ums Leben gekommen ist. Es stellt sich die Frage, ob dies notwendig gewesen war.

 

Hyper Cacher - Handzeichen

 

Nach dem Tod des Täters gab einer der Polizisten am Eingang ein Handzeichen. Er und seine Kollegen, die in den Supermarkt gingen, machten allerdings nicht den Eindruck, als wenn alle Gefahr vorüber war. Das mag zu einer Routine gehören, aber es sind insgesamt noch drei Schüsse zu hören, die nun erst recht nicht zugeordnet werden können.

Daher sind hier noch andere und weniger geschnittene Aufnahmen interessant. Hier wird auch deutlicher, wie die Polizisten mit Sturmgewehren im Rücken ihrer Kollegen in den Supermarkt hinein geschossen hatten. Besonders zum Schluss hatte der Schütze auf der Straße fast das halbe Magazin auf den Täter geleert.

https://www.youtube.com/watch?v=s61kV8GRR3o
Porte de Vincennes assault – no comment.

 

Der Situation ist vorbei, der Täter tot. Die Polizisten stehen noch am Eingang, einer gibt ein Handzeichen. Kurz darauf fällt der erste dieser nachfolgenden Schüsse. Dass es sich um keinen Knallkörper gehandelt hat, ist bei Sekunde 50 ersichtlich: einer der Polizisten in Bildmitte fällt um.

 

Hyper Cacher - Polizist fällt um

 

Kurz darauf fällt ein weiterer Schuss (Sek. 54), doch lässt sich wegen dem Gedränge an der Tür nichts ausmachen.

In der zweiten Aufnahme aus einer anderen Richtung wurde genau diese Szene geschnitten. Ebenso in der dritten aus einer weiteren Richtung.

Deswegen ein anderes Band, in welchem unterschiedliche Kameraperspektiven montiert worden sind.

Assault Paris Attentata 9/01/2015 – Multi-camera

https://www.youtube.com/watch?v=oKCngJCAovk

 

Ab Min. 2.48 kleiner Blitz, dann der umgefallene Polizist. (Knallgeräusch schwer wahrnehmbar wegen dem „Gequatsche“). Bei Min. 2.52 größerer Lichtblitz mit Knall, ein zweiter Polizist mit Schild liegt auf dem Rücken. Und bei 3.10 der dritte Lichtblitz mit Knall.

Im folgenden Amateur-Video wird sichtbar, dass der zweite Schuss oder Knall (Feuerblitz, Min. 0.48) sowie der dritte (deutlicher Feuerblitz, Min. 1.05) mit ihrem Lichtreflex jeweils deutlich sichtbar ist. Es handelte sich demnach um kein Geschehen innerhalb des Supermarktes. Da auch eine Rauchentwicklung auszumachen ist, könnte es sich vielleicht um kleine explodierende Sprengsätze gehandelt haben. Dann bleibt es allerdings immer noch unklar, warum diese außerhalb des Supermarktes detonierten.
Prise d’otages à la porte de Vincennes: nouvelle vidéo de l’assaut.

 

Was dort vorgefallen ist, entzieht sich unserer Kenntnis. Wir wissen nur, dass es etwas ist, was nicht erzählt wird. Zwei Polizisten scheinen noch verletzt worden zu sein, draußen auf der Straße, ein Umstand, für den der von Geschossen durchsiebte Täter nicht verantwortlich gemacht werden kann. Die Medien berichteten von drei verletzten Polizisten, was indirekt Coulibaly zugeschoben wurde. Beurteilen können wir es von hier aus aber nicht.

 

Coulibaly Leiche 1

 

Die Polizisten vor dem Supermarkt schienen sich der Sache Minuten später auch nicht ganz sicher zu sein. War es nun vorbei?

 

Hyper Cacher - Polizei danch

 

Freitag
15
Mai 2015

Paris, Januar 2015. Teil 24.

 

Identitäten V. 

 

Wir wissen also nicht, wer der Mörder von Montrouge tatsächlich gewesen war. Die Geschichte um die Sturmhaube, die nur im Zusammenhang mit einer Maskierung einen Sinn ergibt, würde auch bei einer dämlichen Platzierung nahe dem Tatort über keine echte Beweiskraft verfügen. Der französischen Polizei wiederum war es wichtig gewesen, Amedy Coulibaly als Täter zu präsentieren.

Auch auf den Wikipedia-Seiten ist der ganze unreflektierte Mist als behauptete Tatsache nachzulesen. Als Quellen dienten auch hier nur Medienberichte, welche wiederum natürlich auf Polizeiangaben beruhen.

https://de.wikipedia.org/wiki/Amedy_Coulibaly

 

Coulibaly wurde nach seinem filmreifen Tod am 9. Januar 2015 laut einer APA-Meldung vom 10./11. Januar auch noch für eine weitere Tat „in Verbindung“ gebracht. Am Abend des 7. Januars war in Fontenay-aux-Roses ein Jogger niedergeschossen worden, der diesen feigen Mordanschlag nur knapp und lebensgefährlich verletzt überlebt hatte. Worin die von der französischen Staatsanwaltschaft vorgebrachte Verbindung zwischen dieser Tat und Coulibaly bestanden haben soll, wurde allerdings nicht gesagt.

Die einzige Verbindung, die medial angedeutet wurde, bestand nur in der Wohngegend. Das ist aber ein Umstand, der eher gegen die Täterschaft von Coulibaly sprechen würden. Es gibt auch kein Motiv, jedenfalls nicht für Coulibaly. Selbst bei den veröffentlichen Materialien (Video/Audio), deren Wert zweifelhaft ist, gibt es keinen einzigen Hinweis. Und eine Identifizierung gab es ohnehin nicht.

 

Fontenay-aux-Roses, Wohnsitz von Coulibaly, der zu faul gewesen sein soll, um einen sinnlosen Mordversuch in einem anderen Viertel zu unternehmen.

 

Der Zusammenhang wurde erst in den nachfolgenden Tagen hergestellt, als es von der Staatsanwaltschaft hieß, dass die am Tatort des niedergeschossenen Joggers aufgefundenen Patronenhülsen zu einer Pistole der Marke Tokarev passen würden, welche Coulibaly im Supermarkt bei sich gehabt hätte. Die Formulierung „passen“ ist natürlich ein Witz, ein vollkommen inhaltsleerer Witz.

La vie du joggueur blessé à Fontenay-aux-Roses n’est plus en danger. lemonde.fr, 14. Januar 2015, abgerufen am 15. Januar 2015 (französisch).

 

Mit anderen Worten: die Staatsanwaltschaft behauptete, dass es sich bei Coulibaly um einen grandios einfältigen Menschen gehandelt haben soll, der sinnlos zu morden schien, aber immer eindeutige „Beweise“ am Tatort zurückließ. Da von einem auffallend niedrigen IQ des Coulibaly nirgends berichtet wird, könnte die Behauptung der Staatsanwaltschaft auch in die gegensätzliche Richtung interpretiert werden. Ganz ohne Coulibaly.

Die Geschichte mit den Patronenhülsen wurde erst Tage später an die Medien ausgeschenkt, eine Verbindung zwischen dem niedergeschossenen Jogger und Coulibaly allerdings bereits 24 Stunden nach dem theoretischen Auffinden der Pistole im Supermarkt über die Nachrichtenagenturen deponiert. Und damit zu schnell für die Untersuchung von Hülsen, Munition und Waffe, zu schnell für Beschusstests und einem ballistischen Gutachten. Dieser „Beweis“ kann es also nicht gewesen sein.

Peinlich auch, dass mit der Marke Tokarev nicht nur ein russisches Pistolenfabrikat – ja, die bitterbösen Russen – genannt wird, allerdings in einer anderen Quelle das Kaliber der aufgefundenen Hülsen mit 9mm angegeben wird. Eine Tokarev-Pistole Kaliber 9mm gibt es aber nicht.

https://de.wikipedia.org/wiki/Tokarew_TT-33

http://www.nouvellesdefontenay.fr/tag/coulee-verte/

 

Somit entdecken wir auch an dieser Stelle ein  großes Indiz, dass hier ein Zusammenhang konstruiert werden sollte, den es real nie gegeben hat.

(Leider ist dies alles andere als abwegig. Die Platzierung von Tatwaffen aus zurückliegenden Fällen bei unter mysteriös ums Leben gekommenen Personen zeigt besonders deutlich das riesige Lügengebäude um die angebliche „NSU“ in Deutschland. Beim Mordfall Ulrich Schmückers in Berlin, der 1974 erschossen wurde, war die Tatwaffe 15 Jahre später im Tresor des Verfassungsschutzes gefunden worden).

 

Wir wissen nicht, welche Rolle Amedy Coulibaly tatsächlich gespielt hatte. Sollte dieser Mann mit dem Täter im Supermarkt „Hyper Cacher“ identisch sein, fehlt bislang ein echter Beweis für seine Anwesenheit an den Tatorten Montrouge und Fontenay-aux-Roses. Stattdessen kann nicht ausgeschlossen werden, dass Coulibaly sich am 9. Januar als angeblicher Täter im Fernsehen gesehen hatte, ohne mit den genannten Vorfällen zu tun zu haben. Und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Coulibaly erst als Reaktion darauf den Supermarkt überfallen hatte, womöglich in dem Wissen, dass er hereingelegt worden war.

Letztlich wissen wir, das Publikum, nicht einmal, was genau in dem Supermarkt vorgefallen war (4 Tote, von denen laut einer Meldung 2 zuvor versucht haben sollen, den Täter zu entwaffnen) und ob es sich bei dem afrikanisch stämmigen Mann tatsächlich um Coulibaly gehandelt hatte. Irgendwelche Bilder darüber gibt es öffentlich nicht. Jene Aufnahmen der Überwachungskameras aus dem Supermarkt, welche jemand über YouTube ins Netz gestellt hatte, geben absolut nichts her. (Video mit wenigen Standbildern!!!). Weder kann der Täter als Coulibaly identifiziert noch das Geschehen nachvollzogen werden.

https://www.youtube.com/watch?v=Xs7MC39-NTM

 

Die veröffentlichten Screenshots aus dem Supermarkt bilden somit ein lächerliches Nichts gegenüber dem vorhandenen Material. Da diese Screenshots selektiert sind und nichts von Bedeutung zeigen, stellt sich die Frage nach der Intention der Veröffentlichung. Und dem Nicht-Zeigen der wesentlichen Bilder, die eine Identifizierung ermöglichen. Eines ist klar: da die Bänder sich in den Händen der Polizei befinden müssen, wird diese die Sequenzen auch hochgeladen haben.

 

Ganz eindeutig! Das ist er? Wer?


(Das erinnert ein wenig an den Kampusch-Fall, als die Polizei im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft ein Video der Spurensicherung aus dem Hause Priklopil bei YouTube hochgeladen hatte. Die Ermittlungsarbeit der Tatortgruppe war aber noch lange nicht fertiggestellt gewesen, hatte sogar erst begonnen; ein Befund hatte zu diesem Zeitpunkt längst nicht existiert, eine Schuld von Priklopil war nicht bewiesen. Dieses unsägliche, unprofessionelle und auch entgegen der Unschuldsvermutung agierende Gebaren war ein Bestandteil einer Vorverurteilung gewesen, die Priklopil als Haupttäter und vor allem als Einzeltäter ausweisen sollte.

Vom Beweisgehalt erreichen die wenigen Screenshots aus dem Supermarkt nicht einmal das unglaublich alberne Video eines alten Mannes von schräg hinten, der von gewissen Leuten als „Bin Laden“ behauptet wurde).

 

Somit bleibt noch das Telefonat übrig, welches Coulibaly aus dem Supermarkt mit dem Sender BFM-TV geführt haben soll. Dieses angebliche Telefonat ist ebenso grotesk wie jenes der Brüder Kouachi. Sie sollen untereinander am 9. Januar zwar keinen Kontakt gehabt haben, wollen aber in der vollgestopften Medienlandschaft mit ein und dem selben Sender gesprochen haben. Ja, Coulibaly soll gegen 15 Uhr sogar selbst BFM-TV angerufen haben, obwohl er von der anderen Geschichte gar nichts wissen konnte. Also zwei Stunden nach dem Überfall auf den Supermarkt, der sich gegen 13 Uhr ereignet haben soll.

Der publizierte Wortlaut dieses angeblichen Telefonats, welches sich bereits am folgenden Tag, am 10. Januar, in den Druckmedien befunden hatte, hier:

http://www.n24.de/n24/Nachrichten/Politik/d/5969308/seine-letzten-worte-an-die-oeffentlichkeit.html

 

Wie in dem zusammengestoppelten Video deklariert sich Coulibaly (oder wer auch immer) als Anhänger der IS, was um so erstaunlicher ist, weil sich diese Organisation Mitte April 2014 in offiziellen Meldungen und Erklärungen von „Al-Qaida“ losgesagt hatte und es in der Folgezeit tatsächlich in Syrien zu rivalisierenden Kämpfen gekommen war. Die angebliche Zusammenarbeit passt somit in der offiziellen Darstellung nicht gut ins Bild.

Auf das Unvermögen, „Aktionen“ mit den Brüdern Kouachi „abgestimmt“ zu haben, wurde bereits mehrmals eingegangen. Die Behauptung, dass er gegen die Polizei habe vorgehen wollen, ist im Ergebnis geradezu jämmerlich. Vor allem nach der Betrachtung der TV-Bilder von der Erstürmung des Supermarktes, als sich der als Coulibaly bezeichnete Täter ohne weitere Gegenwehr quasi seinen Selbstmord in dem Geschosshagel der Polizei gesucht hatte. War Coulibaly nicht nur schrecklich dumm, sondern auch ein Großmaul gewesen?

Richtig grotesk wird es aber erst mit folgendem Coulibaly zugesprochenen Zitat:

„Ich will, dass sich die Armee aus dem Islamischen Staat zurückzieht, aus allen Gebieten, wo sie den Islam bekämpft. Ich bin bereit zu verhandeln. Sagen Sie ihnen, dass sie mich anrufen.“

Die „Armee“ befand sich zwar nicht im „Islamischen Staat“, und der „Islam“ wird nicht als solcher bekämpft, aber egal. Zum vorherigen Zitat gehört noch der folgende:

„Auf diese Frage werde ich nicht antworten. Es reicht mit den Fragen. Reichen Sie meine Nummer an die Polizei weiter.“

 

Das soll der Mann im Supermarkt jemanden im Sender BFM-TV gesagt haben. Das steht da so. Aber was bedeutet dies?

 

Es bedeutet, dass die Polizei auch zwei Stunden nach dem Überfall offensichtlich kein Interesse gezeigt hatte, mit dem Täter im Supermarkt in Kontakt zu treten. Erstaunlich, nicht wahr? Der angebliche Coulibaly will verhandeln, ruft aber nicht die Polizei, sondern einen Nachrichtensender an. Und die Polizei wiederum steht vor dem Laden, weiß nicht, was sie machen soll, und schmollt dazu schweigend. Hatte gerade das Handbuch für Taktiken und Vorgehensmustern bei Geiselnahmen verlegt.

 

Das alles ist natürlich derart grotesk und unglaubwürdig, dass es folgerichtig auch keine einzige Information über eine Kommunikation geschweige denn „Verhandlungen“ zwischen Polizei und Täter gab. Gar nichts. Dafür aber die frühzeitig kolportierte Geschichte von dem nicht richtig aufgelegten Telefon (wahlweise Anruf bei einem „Freund“ oder „versuchter“ Anruf von „RTL“), dem Belauschen durch die in der Leitung sitzende schweigende Polizei und dem „günstigen“ Augenblick für den Sturm, als man habe den Täter im Supermarkt „beten“ hören. Ganze zwei Stunden später, gegen 17.00 Uhr.

Demnach hatte niemand mit dem Täter sprechen wollen, weder über das Festnetz noch über die angeblich zahlreichen Mobiltelefone oder wie früher per Megaphon. Anscheinend war nur noch das Gebet für den Täter übrig geblieben. Eines, welches natürlich jederzeit unterbrochen werden konnte. Aber das Beten passt einfach gut zum Islam.

Das alles möchte uns die französische Staatsanwaltschaft und die Polizei erzählen. Und wir, das Publikum, dürfen uns aussuchen, was falsch ist: der Superparkt-Überfall, die Polizei oder das Telefonat mit BFM-TV.

 

 

Freitag
08
Mai 2015

Paris, Januar 2015. Teil 23.

 

Identitäten IV.

 

In der Folge „Paris, Januar 2015, Teil 6″, hatten wir uns bereits über den vollkommen unmotiviert wirkenden und sinnlosen Polizisten-Mord in Montrouge geäußert, für welchen von der Polizei zügig Amedy Coulibaly verantwortlich gemacht worden war. Die Polizistin Clarissa Jean-Philipp war am Morgen des 8. Januar 2015 während der Aufnahme eines Verkehrsunfalls erschossen worden. Täter unbekannt.

Allerdings wurde dann äußerst schnell Amedy Coulibaly von der Polizei für diesen Mord verantwortlich gemacht. Der Überfall auf den Supermarkt „Hyper Cacher“ am 9. Januar hatte noch gar nicht stattgefunden, da war Coulibaly als mutmaßlicher Täter von Montrouge bereits in den Medien dargestellt worden. Nein, nicht bei den Ermittlungsbehörden, sondern in den Medien. Am Vormittag.

 

In Montrouge am 8. Januar 2015.

 

Davon abgesehen, dass die durch die Behörden initiierte Präsentation und gleichzeitige wie voreilige mediale Hinrichtung eines Tatverdächtigen etwas befremdlich wirkte, hatte die Polizei eine wunderbare wie rasante Ermittlungsarbeit geleistet. In nur 24 Stunden, einschließlich Pressearbeit. Perfekt, zumal sich der Tatverdächtige sogar tatsächlich als der Täter herausgestellt hatte. Und das ganz ohne Vorwissen, wir wollen ja nichts unterstellen.

 

Wie diese Identifizierung zustande gekommen sein soll, war allerdings vollkommen unklar gewesen. Zuerst wurde medial verbreitet, dass dieser Mörder mit einer Kalaschnikov bewaffnet gewesen sein soll, dann kam noch eine Pistole hinzu, deren Zweck unklar war. Eine schusssichere Weste soll der Täter getragen haben, die auch nicht nötig erscheint, schließlich handelte es sich um einen feigen Überraschungsüberfall. Unklar blieb auch, wie dieser Mann plötzlich aufgetaucht war. Er muss ja aufgefallen sein. Später war von einem Fluchtwagen die Rede, welcher von der Polizei „in der Nähe des RER-Bahnhofs von Arcueil“ gefunden worden sei, wie es in den Medien hieß.

War der Täter zuvor einfach nur aus seinem Fahrzeug ausgestiegen und hatte wahllos geschossen? Die Sinnhaftigkeit ist auch hier nicht zu erkennen, das eigene Risiko für den Mörder erscheint mittelfristig hoch. Aber erstaunlicherweise wurde auch in diesem Fall nichts über das Fluchtfahrzeug bekannt, wie überhaupt wesentliche Vorgänge nicht genannt wurden.

 

Amedy Coulibaly mit einem Balken vor den Augen, aber ohne Maskierung.

 

Nachdem der als Amedy Coulibaly bezeichnete Täter aus dem Supermarkt gegen 17.00 Uhr von Polizeikugeln durchlöchert zu Boden gefallen war, brachten die französischen Medien bereits am folgenden Tag, dem 10. Januar, richtig gute Nachrichten über die Polizeiarbeit.

Zeugen sollen den Täter von Montrouge gesehen haben. Mit Hilfe dieser (ungenannten) womöglich weißhäutigen Zeugen wäre danach ein Phantombild eines Schwarzafrikaners angefertig worden. Und – Bingo! – schon sei Coulibaly ganz flott identifiziert worden. In einer Straftäterkartei, in welcher zehntausende Gesichter schwarz sind. Eindeutig identifiziert.

Coulibaly muss demnach ein außergewöhnlich dummer Mensch gewesen sein. Ein sinnloser Mord auf offener Straße durch einen wie ihn, vorbestraft und erst vor einem halben Jahr aus dem Gefängnis entlassen, bekannt bei Polizei und Geheimdienst.

Bald darauf wird über die Medien (Behörden/Coulibaly-Video/Audio-Band) gesagt werden, dass der angeblich zum Islamisten mutierte Coulibaly die Brüder Kouachi bei ihrer mörderischen Aktion habe unterstützen wollen. Wie wir heute wissen: in Form einer sofort identifizierbaren mordsmäßigen Selbst-Deklaration, wo doch die schlauen Kouachis extra maskiert angereist waren. Und der oberschlaue Cherif Kouachi hatte in dem ihm zugeschriebenen Audioband einiges ausgeplaudert, was irgendwann einmal gewesen sein soll, aber den alten Kumpel Coulibaly nicht erwähnt, der doch jetzt ein Teil dieses großartigen Planes gewesen wäre.

Manchmal währen Wunder allerdings nicht lange.

 

Am oder „nahe“ dem Tatort von Montrouge, wo immer das genau gewesen sein soll, soll die Polizei eine schwarze Sturmhaube gefunden haben, welche Coulibaly zugeordnet wurde. Nur: welcher Täter nimmt zu seinem Tatort eine Maskierung mit, um sie einerseits nicht zu benutzen und andererseits genau dort zu „verlieren“?

Niemand.

 

Somit ergibt sich daraus ein Problem. War der Täter maskiert, wird damit vollkommen klar, dass die Identifizierung über „Zeugen“ und einem „Phantombild“ gelogen war.

War der Täter nicht maskiert, so hätte dieser nur seine Maskierung mitgenommen, aber nicht verwendet, dafür aber gnädigerweise als (späteres) Beweis am Tatort „verloren“ oder sonstwie zurückgelassen.

De l’attaque contre «Charlie» aux assauts de vendredi, le récit du procureur de Paris, Libération vom 10. Januar 2015 (französisch).

 

Amedy Coulibaly schaut wie Coulibaly aus – und wie 10.000 andere auch.

 

Das glaubt kein Mensch, sofern überhaupt gelesen und begriffen worden ist, was die Behörden an die Medien weitergereicht haben. Dass diese jeden Schwachsinn eins zu eins weiter kolportieren, lässt sich in der massenmedialen Landschaft tagtäglich nachweisen.

 

Coulibaly, wie er beispielsweise in einer schrägen weißen Maskierung aussehen würde. Wir würden gerne das Phantombild gezeigt bekommen.

 

Die Polizei wiederum schien sich auf ihre vollkommen unglaubwürdige „Identifizierung“ durch Zeugen (Schwarzafrikaner beim Schießen bzw. maskierter Schwarzafrikaner) nicht hatte verlassen wollen und hatte an die Medien die „Information“ bekannt gegeben, dass die Spurensicherung in/an der Sturmhaube, wahlweise benutzt und unbenutzt, DNA-Spuren von – Bingo! – Amedy Coulibaly „gefunden“ hätte.

Eine DNA-Analyse ist allerdings ein sehr komplexer Vorgang. Unter 48 Stunden ist eine Auswertung auch unter allerbesten Umständen gar nicht möglich. Im Normalfall dauert die Isolierung und anschließende Züchtung der DNA viel länger, abseits von Verunreinigungen und Mischspuren. Und sie nützt auch nur etwas, wenn die DNA-Spur abgeglichen werden kann. Die Sturmhaube will die Polizei am 8. Januar „gefunden“ haben, am 10. Januar stand bereits der „Befund“ in der Zeitung!

Der Abgleich von frischer Spucke und Nasenrotz in der Sturmhaube mit direkten Abstrichen jener Leiche vom Supermarkt lässt sich ebenfalls nicht in diesem Tempo bewerkstelligen. Ganz davon abgesehen, dass eine „Identifizierung“ erst mit dem Tod des Täters erfolgt wäre, diese aber zuvor bekannt gegeben wurde. Dummerweise soll der Täter von Montrouge seine Sturmhaube gar nicht getragen haben, sondern wohl nur in der Hand gehalten haben. Das muss dann eine richtig vollgerotzte Hand gewesen sein.

 

Es wird somit deutlich, dass diese Geschichte vom Mord in Montrouge und der Behauptung, dass es sich bei dem Täter um Coulibaly handeln würde, erlogen ist. Es wird deutlich, dass es die französischen Behörden sind, die hier Zusammenhänge konstruieren und platzieren. Es wird deutlich, dass es die Polizei ist, die zumindest den wirklichen Täter deckt – wenn nicht mehr, was nahe liegend wäre.

Es wird deutlich, dass der Tat in Montrouge ein ähnliches Muster zugrunde liegt wie bei den Morden bei „Charlie Hebdo“. Die Täter konnten nicht identifiziert werden, verschwanden erst einmal „spurlos“, um dann primitiv hinterlegte Spuren zurückzulassen, welche blitzschnell zu ebenso blitzschnell medial präsentierten „Identitäten“ führten.

Aber sicherlich nicht zu jenen der tatsächlichen Täter.

 

Amedy Coulibaly kann keine Auskunft mehr geben. Was von ihm blieb ist ein dubioses Gerede in einem zusammengestoppelten Video, welches als eine Form von „Geständnis“ gewertet wurde. Von dem Polizistenmord hatte er zum Zeitpunkt der Aufnahmen auch noch nichts gewusst, eine „Stellungnahme“ dazu war nachträglich als Satzleiste eingefügt worden.

Es heißt, dass die französische Polizei noch ermittelt, wer dieses Video im Internet nach dem Tod Coulibalys hochgeladen haben könnte.

 

Sonntag
03
Mai 2015

Paris, Januar 2015. Teil 22.

 

Identitäten III. 

 

Bei den beiden Männern, welche am folgenden Tag (8. Januar 2015) diesen selten dämlichen Tankstellenüberfall (Tankstelle Relais du Moulin) bei Villers-Cotterêts nordöstlich von Paris begingen, dürfte es sich tatsächlich um die beiden Kouachi-Brüder gehandelt haben. Nur: wo befand sich der Sinn in dieser Aktion?

 

 

Noch einmal: maskierte Attentäter verschwanden in Paris, Verbleib unbekannt. Unmaskierte Tankstellenräuber tauchten am folgenden Tag bei Villers-Cotterêts auf, deren vorheriger Verbleib ebenfalls unbekannt ist. Der Zusammenhang wurde mit Hilfe der aufgefundenen Indizien von der Polizei hergestellt.

Ein Killerduo hätte Interesse haben sollen, irgendwo unerkannt unterzutauchen. Die Brüder Kouachi dagegen, ohnehin polizeibekannt, begingen – mit welchem Fahrzeug überhaupt ? – einen vollkommen sinnlosen Tankstellenüberfall in Gegenwart von Zeugen und unter den Augen von Überwachungskameras wegen Nichtigkeiten. Das war im Grunde nichts anderes, als eine bewusste Erregung öffentlichen Ärgernisses mit Selbst-Deklaration. Hallo, hier sind wir!

 

Die Kouachi-Brüder verschwanden wieder, weder sie noch ihr Fahrzeug konnten abermals durch die Polizei (angeblich) ausfindig gemacht werden. Sie tauchten erst am nächsten Tag wieder auf, am 9. Januar, wo sie bei Nanteuil-le-Haudouin eine Lehrerin gezwungen haben sollen, ihnen ihren Peugeot auszuhändigen.

http://www.leparisien.fr/oise-60/les-freres-kouachi-m-ont-dit-descendez-on-va-prendre-votre-voiture-13-01-2015-4442375.php#xtref=http%3A%2F%2Fr.search.yahoo.com%2F_ylt%3DA0LEVjlKEsBUBvAACIdjmolQ%3B_ylu%3DX3oDMTE0bnNkZDJ1BHNlYwNzcgRwb3MDMTQEY29sbwNiZjEEdnRpZANZSFMwMDJfMQ–%2FRV%3D2%2FRE%3D1421902539%2FRO%3D10%2FRU%3Dhttp%253a%252f%252fwww.leparisien.fr%252foise-60%252fles-freres-kouachi-m-ont-dit-descendez-on-va-prendre-votre-voiture-13-01-2015-4442375.php%2FRK%3D0%2FRS%3DT9salRfDRH7wehUDJDMDQY9E0VY-

 

Die Brüder Kouachi hatten sich demnach in der vorherigen Zeit mit ihrem vollgetankten Fahrzeug kaum bewegt und dennoch ein weiteres Fahrzeug ganz öffentlich gekapert. Auch bei dieser Aktion ist der Sinn nicht auszumachen, es sei denn, hier ging es ebenfalls um eine Botschaft: hallo, hier sind wir!

 

 

Sondereinsatzkommandos der Polizei konnten nun endlich die Kouachi-Brüder ausfindig machen. Es soll zu einer Schießerei gekommen sein, bei welcher einer der Kouachi-Brüder am Gesäß verletzt wurde. Die beiden Kouachis verschanzten sich daraufhin in einer Druckerei in Dammartin-en-Goele. Der Geschäftsführer der Druckerei, Michel Catalano, wurde weder umgebracht noch als Geisel genommen, er durfte noch am Vormittag gehen. Da die Kouachi-Brüder von einem Grafiker im Gebäude, der sich versteckt hielt, keine Kenntnis hatten, verfügten sie über kein erpresserisches Mittel für Verhandlungen mit der Polizei.

 

 

Der Grund für die Freilassung des Geschäftsführers ist unklar. Entweder wussten die Kouachi-Brüder mit ihm nichts anzufangen und hatten kein Interesse an einem Faustpfand oder es war zu einem Deal mit der Polizei gekommen, von dem sie allerdings persönlich nicht profitieren konnten.

Am 10. Januar 2015 war in mehreren Zeitungen, auch im KURIER, berichtet worden, dass die Polizei „gegen Mittag“ erstmals telefonischen Kontakt mit den Brüdern Kouachi gehabt hätte. Kontakt bedeutet natürlich Kommunikation und in diesem Fall auch eine Verhandlung. Ein Deal mit der Polizei für die Freilassung des Geschäftsführer liegt somit im Bereich des Möglichen. Erstaunlicherweise gab es hierzu von der Polizei keine Informationen, also auch dort, wo es wichtig gewesen wäre.

In der französischen Zeitung Libéation wurde dagegen kolportiert, dass die Spezialeinheit GIGN angeblich versucht habe, die Kouachi-Brüder über ihre Mobiltelefone zu erreichen, aber vergeblich.

De l’attaque contre «Charlie» aux assauts de vendredi, le récit du procureur de Paris, Libération vom 10. Januar 2015 (französisch).

 

Diese Meldung ist äußerst kurios. Hier wurden Mobiltelefone genannt, welche die Täter besessen haben sollen. Aber: warum erst jetzt anrufen? Warum wurden sie nicht bereits zuvor angepeilt?

Die Meldung ergibt keinen Sinn, es sei denn, es sollte suggeriert werden, dass es unmöglich gewesen sein soll, sich mit den Tätern in Verbindung zu setzen. Allerdings gab es auch eine Festnetznummer in der Druckerei, die sollen andere auch gewählt haben.

Eine weitere Meldung, die von der APA kam, deutet dagegen auf eine dritte Version hin.

http://derstandard.at/2000010195442/Mobilfunknetz-in-Dammartin-en-Goele-abgeschaltet

 

Das Unterbrechen des Mobilnetzes ergibt ebenfalls keinen Sinn – es sei denn, dass die Polizei versucht hatte, die Kommunikation der Kouachi-Brüder zu unterbinden. Sollten sie daran gehindert werden, ihre Mobil-Telefone zu benutzen, würde sich ein ganz anderes Bild ergeben.

Womit wieder nur das Festnetz übrig bleibt. Dieses muss funktionstüchtig gewesen sein, dennoch hüllt sich dazu die Polizei in Schweigen.

Stattdessen soll der französische Sender BFM-TV über das Festnetz in der Druckerei angerufen haben, um mit den Brüdern zu telefonieren. Daraufhin wäre über das natürlich kontrollierte Netz ein Gespräch mit Cherif Kouachi zustande gekommen sein.

Dieser habe seinen Namen genannt, weswegen er nach von Westphalen als „identifiziert“ gelten würde. Die Anwesenheit der Kouachis an diesem Ort wird aber nicht in Frage gestellt, auch von uns nicht.

 

 

Cherif Kouachi habe sich mitteilungsbedürftig gezeigt und davon geredet, er sei von Al-Kaida im Jemen geschickt worden. Also von jener saudischen Terrormilizen-Vereinigung, die derzeit partnerschaftlich im Jemen am Boden gegen die schiitischen Huthis von Ansahrullah vorgeht, während diese von Saudi-Arabien, dem Verbündeten der USA, aus der Luft angegriffen werden.

Während des relativ kurzen mitgeschnittenen Telefonats habe Cherif auch noch geplaudert, dass seine damalige Reise in den Jemen von Anwar al-Awlaki finanziert worden wäre. Das ist eine Information, die nicht nur lächerlich, sondern auch überflüssig ist. Allerdings war genau diese „Information“ bereits einen Tag vorher von den französischen Sicherheitsbehörden an die Medien lanciert worden.

https://www.Youtube.com/watch?v=87q7WmvpcYA&feature=Youtube_gdata_player

 

Was übrig bleibt ist eine Art Geständnis gegenüber einem Sender in Form einer Audioaufnahme mit einem Inhalt, welcher nur das widergab, was die Polizei bereits vorher herausposaunt hatte. Das ist witzig. Audiobänder sind allerdings alles andere als fälschungssicher, ja, vielleicht mag es sich um ein originales Band handeln, doch waren die Teilnehmer „original“?

 

Wir konnten in diesem Fall eine erstaunliche Öffentlichkeitsarbeit beobachten, bei welcher sich die Polizei im Hintergrund gehalten hatte. De facto waren es ausschließlich die Täter (welche auch immer), die alles zur „Aufklärung“ beigetragen hatten. Medial war gerne von einer Hatz auf die Täter die Rede gewesen, aber entsprach dies der Realität? Unter dem Begriff „Flucht“ hatten wir bislang eine andere Vorstellung gehabt.

Eine Spezialeinheit der Polizei war es aber, welche die Brüder Kouachi nach ihrem medialen Geständnis in Audioformat elimierte. Seit ihrem Auftreten beim dem öffentlichen wie sinnlosen Tankstellenüberfall hatten diese keinem Menschen einen Schaden an Leib und Leben zugefügt. Das ist ein starker Kontrast zu den Ereignissen am 7. Januar 2015. Cherif und Said Kouachi dagegen starben im Kugelhagel der Polizei, als wenn es keine andere Möglichkeit gegeben hätte. Aber es hieß, dass die beiden das schwer bewaffnete Polizeiaufgebot angegriffen hätten. Wahrscheinlich frontal. Überprüfen lässt sich dies freilich nicht.

 

Das einzige Bildmaterial der Brüder Kouachi, welches von der französischen Polizei, dem Geheimdienst, den Medien und Al Kaida verwendet wurde.

 

Die Geschichte um die beiden Brüder Kouachi ist also mehr als dubios. Wie es der „Zufall“ so will, verhält es sich bei dem dritten im Bunde, Amedy Coulibaly, nicht anders.

 

 

Dienstag
28
April 2015

Paris, Januar 2015. Teil 21.

 

Identitäten II. 

 

Die Täter hatten sich aber sehr schlampig gezeigt. Wie der Staatsanwalt Molins berichtete, hätte die Polizei im abgestellten Fluchtfahrzeug der Marke Citroën neben dem Glücksfund von Ausweis eine Islamistenfahne, zwei Walkie-Talkies, mehrere Molotow-Cocktails, eine Kamera Go Pro, eine Sonnenblende der Polizei und ein Blaulicht gefunden.

Also alles Sachen, die für das Attentat nicht notwendig und bei einem ohnehin fälligen Fahrzeugwechsel hinderlich gewesen wären. Das Motiv für diese Gegenstände fehlt, sie scheinen für die Täter genau so sinnlos, wie das Wechseln von einem bekannten Fluchtfahrzeug in ein öffentlich gestohlenes Fahrzeug, welches ebenso so schnell auf alle Fahndungslisten hätte landen müssen.

 

 

Das war konzentrierte Sinnlosigkeit, aber Atmosphäre. Dazu gehörte offenbar auch der freundliche Hinweis der Täter an den Renault-Fahrer, dass sie (angeblich) zu Al-Kaida im Jemen gehören würden.

http://www.rtl.fr/actu/societe-faits-divers/temoignage-rtl-les-terroristes-se-revendiquent-d-al-qaida-yemen-7776152520

 

Die Flucht der Attentäter gelang – trotz widrigster Umstände – dennoch. Wie immer das möglich gewesen sein kann. Zuletzt will man die Täter an der Porte de Pantin gesichtet haben. Von wem ist ebenfalls unklar, denn wer achtet auf einen unauffälligen Renault, wenn er von nichts Kenntnis hat. Verkehrs- und Überwachungskameras? Davon gibt es jede Menge, allerdings bleibt es dann schleierhaft, warum die Fluchtfahrt über die Porte de Pantin hinaus verborgen geblieben sein soll. Dem obigen Artikel nach scheint anschließend die Kioskkette abgerissen zu sein.

 

Porte de Pantin (rechts oben).


Von der französischen Polizei, also der Ermittlungsbehörde, ist (bislang) keine Mitteilung bekannt, die über den weiteren Weg der Täter Auskunft geben könnte. Nichts, trotz aller Überwachungsmöglichkeiten. Rekonstruktion: null. Dabei wäre die Antwort auf diese Frage besonders interessant gewesen.

Die Identifizierung der Täter stützt sich somit zum einen auf den „gefundenen“ Ausweis, zum anderen auf die Meldung der Polizei, die auf einem Molotow-Cocktail im Fluchtfahrzeug den Fingerabdruck von Cherif Kouachi gefunden haben will. Das sind alles transportable Gegenstände, während interessanterweise von Spuren (Fingerabdrücke, DNA, Haare usw.) im bzw. am Fahrzeug nichts berichtet wurde.

http://www.lemonde.fr/societe/article/2015/01/10/trois-jours-d-enquete-et-de-traque_4553298_3224.html

 

Von einer auf „soliden Füßen“ stehenden Identifizierung, wie von Westphalen meint, kann also keine Rede sein. Das Platzierung von „Beweisen“ oder „Indizien“ ist eine leichte Übung. Aber sie ist nicht immer intelligent platziert oder fehlen dort, wo sie zu finden sein müssten.

(Aktuelles Beispiel aus Deutschland: die ohne Rußpartikel platzierten „Beweise“ im angebrannten Wohnmobil mit den erschossenen Uwe Böhnhart und Uwe Mundlos, den angeblichen NSU-Mitgliedern, die mit Sicherheit Teil einer kriminellen Struktur des Verfassungsschutzes gewesen waren, Platzierung der Pistole einer ermordeten Polizisten in der Wohnung von Beate Z., welche mit dieser Tat nichts zu tun hatten usw.).

 

Schlussendlich bleibt nur die Identifizierung durch Zeugen oder Überwachungskameras übrig. Le Point berichtete von zwei Zeugen, welche die beiden Täter unmaskiert bei der Kaperung des Renaults gesehen haben sollen.

http://www.lepoint.fr/societe/charlie-hebdo-qui-sont-les-meurtriers-08-01-2015-1894816_23.php

sowie

http://www.spiegel.de/politik/ausland/charlie-hebdo-wer-sind-die-verdaechtige-a-1012007.html

 

Allerdings soll der eine Augenzeuge die Täter als „groß und schwarz“ beschrieben haben. Das trifft auf die Brüder Kouachi nicht zu. Unmaskiert wären die Täter zumindest in Dunkelhäutige oder Hellhäutige unterscheidbar gewesen. Ein Erkennen ist also nicht zu verorten. Von der Farbe her waren die Täter tatsächlich schwarz gewesen: schwarz gekleidet und schwarz vermummt.

Die im Artikel erwähnte Überwachungskamera und „ein Foto“ auf ein Fahrzeug ist ebenfalls eine Null-Information, weil nicht berichtet wird, wo diese was genau gefilmt haben soll. Gezeigt wurde es ohnehin nicht, weswegen auch diese Info für eine Identifizierung nicht in Betracht kommt.

 

Von Westphalen nennt auch einen Augenzeugen aufgrund einer Quelle von RTL-Frankreich.

„…Als die beiden Brüder den Eigentümer des Renault im 19. Arrondissement zwingen, ihnen sein Auto zu geben, tragen sie keine Maske. Sie geben ihm den Hinweis, falls ein Journalist ihn frage, solle er ihm einfach sagen, dass es Al Qaida Jemen sei.“

http://www.rtl.fr/actu/societe-faits-divers/temoignage-rtl-les-terroristes-se-revendiquent-d-al-qaida-yemen-7776152520

 

Somit existiert angeblich ein Zeuge. Medial gesehen handelt es sich dabei um den einzigen Zeugen und gleichzeitig um jene Person, mit dessen Fahrzeug die erfolgreiche Flucht der Täter möglich gewesen war.

Die Meldung selbst, alles andere als konkret, war bislang nicht zu verifizieren und muss unter Umständen nachgereicht werden. Aber sollte dieser Zeuge tatsächlich existieren, so muss leider festgestellt werden, dass dies auch nichts bedeutet, sollten an dem Anschlag staatliche Strukturen mitgewirkt haben.

(In einem folgenden Kapitel zu Coulibaly kann aufgezeigt werden, wie es sich mit dem dortigen „Zeugen“ verhält).


Dass die Polizei nach ihrem angeblichen Glücksfund nur aufgrund von Indizien ihre interne Fahndung noch am Tage des Attentats (7. Januar 2015) an die Medien zur Veröffentlichung weiterreichte, wurde bereits festgestellt. Offenbar war die schnelle Präsentation wichtiger gewesen, als Beweise und eine erfolgreiche Fahndung. Warum bei dieser Präsentation auch Hamyd Mourad, der Bruder von der Frau Cherifs, fälschlich der Meute dargeboten wurde, entzieht sich unserer Kenntnis. Die später von der Polizei nachgereichte Meldung, dass der 18-jährige irgendwann irgendwo etwas von „Dschihad“ gemurmelt haben soll, ist zu lächerlich und unglaubwürdig nach der polizeilich provozierten medialen Vorverurteilung. Da muss es einen anderen Hintergrund gegeben haben.

 

Freitag
24
April 2015

Paris, Januar 2015. Teil 20.

 

Identitäten I.

 

In seinem Artikel „Der Anschlag auf Charlie Hebdo – Versuch einer Rekonstruktion“ sieht Andreas von Westphalen die Identifizierung der Täter „auf soliden Füßen“.

http://www.hintergrund.de/201501303406/globales/terrorismus/der-anschlag-auf-charlie-hebdo-versuch-einer-rekonstruktion.html

 

Attentäter, die maskiert und somit unerkannt bleiben wollten, hinterließen, „vergaßen“, „verloren“ ausgerechnet in ihrem Fluchtfahrzeug einen ihrer Ausweise, wo dieser von der Polizei „gefunden“ wurde. Das klingt derartig dämlich, dass die Frage nach der Glaubwürdigkeit dieser Polizeiangabe im Raum stehen musste.

 

 

In der Presselandschaft wurde dies nicht in Frage gestellt, sondern als eine Art von Missgeschick akzeptiert. Selbst in unserer Umgebung haben wir keinen Menschen ausfindig machen können, der jemals seinen Ausweis auch an ganz gewöhnlichen Tagen, an denen es keine Rolle gespielt hätte, im Fahrzeug „verloren“ hatte.

Hätten die Killer für ihr Attentat ein Motorrad benutzt, was in der Pariser Innenstadt zielführender gewesen wäre, hätte freilich auch kein Ausweis oder irgendetwas anderes „gefunden“ werden können.

Es ergibt auch keinen Sinn, Identifikationen zu einem Tatort mitzunehmen, wo ein Massaker an Wehrlosen veranstaltet werden sollte – anonym und einschließlich einer erfolgreichen Flucht. Einen Ausweis zur Hand, sollten die Täter später zufällig von einer Verkehrskontrolle angehalten werden?

In einem gestohlenen Fahrzeug? Oder sollten die Attentäter mit ihrem eigenen Fahrzeug den Anschlag verübt haben? Erstaunlicherweise, und vielleicht auch bezeichnenderweise, gab es in den vielen Wochen nach dem Attentat keine einzige Information über das Fluchtfahrzeug. Bis heute nicht.

 

 

Die Mitnahme eines Ausweises macht also keinen Sinn. Jedenfalls nicht für die Täter. Die Mitnahme eines Ausweises und ein angebliches „Verlieren“ im Fluchtfahrzeug könnte somit einem doppelten Unglück gleichgesetzt werden, dessen Wahrscheinlichkeit… wie hoch ist?

Die von Andreas von Westphalen angeführte Information (Quelle: die französiche Tageszeitung „Le Monde“), dass sich der Ausweis von Saïd Kouachi in einer kleinen blauen Lacoste-Tasche (Fundort: Fußbereich des Beifahrers) befunden haben soll, stammt natürlich von der Polizei.

http://www.lemonde.fr/acces-restreint/police-justice/article/2015/02/17/6d6a699e64676ac5946d67636a9d71_4578122_1653578.html

 

Glaubwürdiger wird dieser polizeiliche Sensationsfund dadurch nicht, das Gegenteil ist der Fall. Ja, es gibt Frauen, die ihre Papiere, Geldbörse und allerhand anderes Zeug in Taschen oder kleinen Täschchen mit sich herumtragen. Aber Männer? Islamisten? Vermummte Attentäter?

Das Auffinden dieses Ausweises von Saïd Kouachi im Fluchtfahrzeug der anonymen Attentäter lässt somit die Wahrscheinlichkeit, dass alle anderen Franzosen als Killer in Betracht kommen könnten, aber nicht Saïd Kouachi, in eine ungeahnte Höhe schnellen.

 

In diesem Zusammenhang sei daher der Fundort erwähnt. Nachdem die Attentäter mit ihrem Fluchtfahrzeug, welches auffälligerweise von Anfang an eine zerstörte Heckscheibe besessen hatte (die Ursache ist nach wie vor unbekannt), wurde dieses später nordöstlich des Place Colonel Fabien im 19. Arrondissment gefunden, und zwar in der Rue de Meaux.

Die Attentäter sollen während ihrer zuvor eher lässig gestalteten Flucht den Boulevard Richard Lenoir verlassen und den Place de Colonel Fabien angesteuert haben, wo sie ein anderes Fahrzeug, Marke VW, gerammt haben sollen.

http://www.liberation.fr/societe/2015/01/10/charlie-hebdo-les-dernieres-avancees-de-l-enquete_1177733

 

Der Schaden kann nur minimal gewesen sein, denn die Täter bogen mit ihrem Fahrzeug.in die besagte Rue de Meaux ein.

 

 

 

Dann wird es wieder unklar.

Die Attentäter fuhren die Rue de Meaux rund 300 Meter hinauf und verließen dort aus uns unbekannten Gründen ihr Fluchtfahrzeug. In den Rekonstruktionsversuchen zum Beispiel in der ZEIT oder auch bei von Westphalen – wie in allen andere Medien – wird das Verlassen des Wagens als eine Notwendigkeit dargestellt bzw. diese Sichtweise als das Resultat des leichten Unfalls zuvor übernommen.

Für diese Annahme, denn mehr ist es nicht, gibt es keinen Beweis. Das Fluchtfahrzeug wies, abgesehen von der von Anfang an zerstörten Heckscheibe weder Beschussspuren (durch die Polizei) noch andere Beschädigungen auf. Auf dem existierenden Bildmaterial ist nichts dergleichen zu erkennen, nicht einmal irgendeine auslaufende Flüssigkeit.

 

 

Eine plötzlich auftretende Fahruntüchtigkeit des Fluchtfahrzeuges wäre wohl zu viel des Zufalls. Vielleicht gibt es hier einen Zusammenhang mit der Meldung aus französischen Medien, dass die Täter bei ihrer Flucht und offenbar in diesem Raum auch noch einen Fußgänger angefahren haben sollen.

„An der Place du Colonel Fabien fuhren die Attentäter einen Wagen an und verletzten einen Fußgänger…“

(Quelle: Andreas von Westphalen, Hintergrund sowie Süddeutsche Zeitung vom 10. Januar 2015).

 

Wie auch immer, denn auch dies erklärt nicht das Abstellen des Fluchtfahrzeuges – ihres fahrtüchtigen Fluchtfahrzeuges. Aber nicht nur das. Interessant ist, wie das Fahrzeug auf der Kreuzung Rue de Meaux / Rue Sadi Lecointe vor dem Bistro Patistory abgestellt wurde.

 

 

 

Das war extrem auffällig. Und wir erinnern uns, dass wir es mit einem Killerduo zu tun haben, denen daran gelegen sein musste, nicht nur zu flüchten, sondern unauffällig zu flüchten. Stattdessen erkennen wir erneut Täter, die kaum eine Gelegenheit für das Gegenteil ausließen.

 

Bei der Betrachtung der Straßenkarte und dem Satellitenfoto fiel uns auf, dass sich von der Rue de Meaux nur ein paar Ecken weiter der Park Buttes Chaumont befindet. Dabei handelt es sich um jenen Park, wo sich nach Polizeiangaben die Islamisten-Szene mit den Kouachi-Brüdern, Coulibaly und anderen herumgetrieben haben soll. Eine Information, die bereits am folgenden Tag (!) von der Polizei an die Medien gestreut worden war. Und die hatten es vom Geheimdienst, welche diese Islamistenszene schon längst unterwandert hatte.

 

Konstruktionen für Zusammenhänge?

 

Doch weiter mit den Attentätern. Diese sollen anschließend in dieser Rue de Meaux einem Mann dessen Fahrzeug, einen grauen Renault, weggenommen haben. Eine Reihe von Medien berichteten, dass dies an der Porte de Pantin geschehen sei. Dies ist aber unsinnig, weil viel zu weit entfernt, um sich zu Fuß auf den Weg dorthin zu begeben. Die Täter dürften daher den Renault unmittelbar bei ihrem abgestellten Fluchtfahrzeug gekapert haben. Die Medien berichteten, dass die beiden Täter sich die Zeit genommen hätten, eine Panzerbüchse, Molotow-Cocktails, zwei automatische Pistolen, zwei Kalaschnikows und eine Granate vom Citroën in den Renault umzuladen. Wer da so genau hingeschaut haben will, wurde nicht genannt.

 

Porte de Pantin kann unmöglich der Ort sein, an welchem die Attentäter in den Renault umgestiegen waren.

 

 

Mittwoch
22
April 2015

Terroristen-Spektakel, Teil 6

 

So wurde dann auch richtig Stimmung gemacht, um wieder einmal einen „gerechten“ Krieg der „guten“ Militärmächte gegen böse Terroristen zu verkaufen, die in diesem Fall allerdings ausnahmsweise real waren und noch sind. Terroristen, von denen behauptet wurde, mit ihnen nichts, aber auch gar nichts zu tun zu haben. Terroristen, die irgendwie plötzlich da waren, Terroristen, die unter einer eigenen, einer schwarze Fahne zufällig im Kern ähnliche Ziele verfolgt wie jene, die sich entsetzt zeigten und plötzlich Kriegsgeschrei erhoben. Zuvor aus irgendeinem Grund nicht. Und jetzt immer noch nicht gegenüber anderen Banden und Todesschwadronen, die ebenfalls eine schwarze Flagge tragen, nur unter einem anderen Label firmieren. Offensichtlich wird bei den westlichen Regierungen unter den Al-Kaida-Gruppen unterschieden, obwohl diese, ob Nusra-Front oder Islaimische Front und wie immmer sie sich nennen, sich in nichts von den IS-Terroristen in ihrem Tun unterscheiden.

 

Gute oder böse Terroristen? Vielleicht könnte die Uniform Aufschluss geben…

 

Neben den USA, dem Staat, dessen Geschäft der Krieg ist, meldeten die ehemaligen Kolonialmächte England und Frankreich sofort ihre treue Waffenhilfe an, wie es sich für gute Vasallen gehört. Vor allem der französische Präsident Hollande brannte richtig auf Bommbenkrieg, nachdem seine Leute zuletzt bislang eher „nur“ Schwarzafrikaner abknallen konnten.

http://derstandard.at/2000005611631/Kriegspraesident-Hollande-organisiert-Hilfe-fuer-den-Irak

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3870261/Keine-Zeit-zu-verlieren_Paris-treibt-Krieg-gegen-den-IS-voran

http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/STA/20140919/hollande-will-mit-offensive-gegen-i/0830840650780680650820680%209520140919070065884506550%205.html

Auch die australische Regierung konnte sich für die in Aussicht gestellte „Action“ erwärmen, nachdem fristgerecht auch in ihrem fernen Kontinent plötzlich Pläne von öffentlichen Köpfungen „gefunden“ worden waren, und einige Typen dazu, die plötzlich Teilnnehmer einer IS-Show hatten sein wollen.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3872430/Enthauptung-in-Sydney-geplant

http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/STA/20140919/australien-grossrazzia-soll-is-terr/0830840650780680650820680%209520140919194003303820058.html

 

Australien ist natürlich weit weg, da schien für die Europäer ein angeblich verhinderter und in die gleiche Zeit fallender Anschlagsplan in Belgien offenbar zielführender.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3873154/ISAnhaenger-planten-Anschlaege-in-Belgien

 

Immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird: der Terrorist.


Köpfungsvideos, ob nun echt oder gestellt, kamen insofern gelegen. Und um es trotzdem nicht so aussehen zu lassen, als wenn man sich in fremde Angelegenheiten einmischen oder es gar um andere und eigene Interssen gehen würde, war es ebenso gelegen, dass irgendwelche mehr oder minder anonyme Vermummte, die sich als Angehöriger der „IS“ ausgaben, Drohungen gegen den „Westen“ ausstießen. Ja, IS, immmer nur IS, nicht etwa Al-Nusra etc. Da durfte man sich fragen, von wem soetwas koordiniert wird.

Standard, 15.9.2014:

Neue Drohungen der IS gegen Westen.

(Link funtioniert nicht).

http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/international/3871704/Islamischer-Staat-droht-den-USA-mit-einem-Trailer-Titel_Flammen

 

Presse, 22.9.2014:

„Erstecht und erschlagt Zivilisten in Europa“.

IS-Terror. Islamischer Staat kündigt Anschläge in Europa und den USA an, auch Ägypten im Visier der Terroristen.

(Link nicht mehr auffindbar).

 

Um welche Sorte von Terroristen es sich vor allem handelte, konnte von Beginn an des Krieges in Syrien beobachtet werden – freilich nur abseits des Mainstreams. Nun musste darauf hingewiesen werden, dass es sich bei der IS um eine fanatische Verbrecherbande handelte. Auch unter dem Aspekt extremer Frauenfeindlichkeit, um womöglich auch im weiblichen Teil der Bevölkerung ein Mitgefühl zu erzeugen, welche es zuvor nicht gab. Aber alles nur IS, nicht die anderen Terroristen. IS schien das neue mediale Markenzeichen für den Terror – für den echten Terror. Jedenfalls wurde und wird es genau so verkauft.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3870253/An-der-ISFront_Die-Frauen-im-Dienst-der-Terroristen

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3875496/Von-IS-verschleppt_Sie-verkaufen-Frauen-auf-Sklavenmaerkten

 

Gleichzeitig bekamen auch die ungeliebten Kurden eine Aufwertung, an deren „Schicksal“ nun gedacht wurde – um sie später zu benutzen.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3873842/Syrien_Massenflucht-der-Kurden

http://derstandard.at/2000005899318/Massenflucht-aus-Syrien-Das-Ende-des-kurzen-Traums-der-kurdischen

 

Auf dem Laufsteg für die PR.

 

Wo zum Krieg geblasen wurde, musste die Moral bemüht werden. Plötzlich wurde festgestellt, wie schlimm das alles wäre, es wurde an den menschlichen Anstand appelliert, um gegen den unanständigen IS ins Feld zu ziehen. Mit all den anständigen kriegstreiberischen Staaten voran.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/3869757/Anstaendige-Menschen-weltweit-sollten-sich-gegen-den-IS-vereinen


Martin Engelbert von der PRESSE versuchte sich mit einer Analyse, mit der er teilweise soagr richtig liegen mag. Nur die übergeordnete Intention der Kriegsfreiwilligen kommt ebenso wenig vor wie ein finanzielles Motiv derselben  und jenen, die Krieg und Terror finanzieren.

http://diepresse.com/home/meinung/quergeschrieben/martinengelberg/3870249/Abgrunde-der-menschlichen-Seele_Der-Wahnsinn-der-Jihadisten

Diese „Jihadisten“ gehen neuerdings wohin? Genau, alle zum IS. Klingt anscheinend irgendwie gut, ist eine Marke, ist voll im Trend. Bei uns. Die PR-Machinerie arbeitet ausgezeichnet. Unsere PR-Maschinerie.

 

Freitag
17
April 2015

Paris, Januar 2015. Teil 19

 

Betrachtungen zum Attentat II. 

Wir halten uns weiterhin an den Artikel von Andreas von Westphalen, dem es allerdings auch nicht gelingt, den weiteren Verlauf der Ereignisse zu rekonstruieren. Was bisher halbwegs nachzuvollziehen war, verliert sich ab dem Zeitpunkt, als die Täter entgegen der Einbahn in den Boulvard Richard Lenoir eingebogen waren, in Unklarheit.

Von Westphalen beruft sich auf von ihm angegebenen französische Quellen, die den weiteren Weg der Täter in die Rue Pelée vermuten bzw. angeben lassen. (Siehe dort). Demnach wären diese vom Boulevard sofort in die besagte Rue Pelée eingebogen und diese hinab gefahren. Die Zeitungsquellen sind nicht ganz klar, in einer wird aber von einer dortigen Konfrontation zwischen Attentäter und Polizei berichtet, auch werden Zeugen angeführt.

 

Die Allée Verte hinauf auf den Boulevard, links am Polizeifahrzeug abbiegen und bei der nächten, der Rue Pelée, abermals links abbiegen.

 

Das klingt durchaus schlüssig; auch könnte es sich bei dem neuen Aufeinandertreffen mit Polizisten um die zuvor geflüchtete dreiköpfige Fahrradstreife gehandelt haben. Bildmaterial zu dieser Örtlichkeit und Spuren des Geschehens waren leider bislang nicht aufzufinden.  Allerdings mündet die Rue Pelée in einer Sackgasse, die nur von Fußgängern durchschritten werden kann.  Normalerweise.

 


Die Attentäter hätten nur noch in die Rue Nicolas Appert abbiegen können – zu Charlie Hebdo.

Die andere Möglichkeit für den Fluchtweg der Täter ist die, dass die Täter nach dem Linksabbiegen auf den Boulevard Richard Lenoir entgegen die Einbahn ihren Irrtum bemerkt und daraufhin gewendet hatten, um nunmehr in die richtige Richtung zu fahren. Nur, wie wahrscheinlich ist diese Alternative? Die Attentäter hätten das kollidierte Polizeifahrzeug und die bewaffneten Beamten erneut passieren müssen.

Diese Hypothese stützte sich zuerst auf ein Amateurvideo, welches von einer Wohnung in der Rue Gaby Sylvia aus in Richtung Boulevard aufgenommen wurde, von dem zwei Fragmente existieren. Schüsse sind auf beiden Sequenzen zu hören, aber in einer ist kurz ein schwarzes Fahrzeug zu sehen, welches als das Täterfahrzeug in Betracht kam.

http://www.newsflare.com/video/30129/crime-accidents/attentat-paris

 

Dieses Fahrzeug, durchaus dem Fluchtwagen ähnlich aussehend, ist allerdings viel zu kurz zu sehen, als dass es eindeutig identifiziert werden könnte. Der nachfolgende Motorroller mit zwei Personen scheint zudem fehl am Platz, sollten die hörbaren Schüsse von Polizisten abgegeben und dem schwarzen Wagen gegolten haben. Ganz schwach zu erkennen ein Polizist in der schmalen Parkanlage zwischen den beiden Fahrbahnen des Boulevard Richard Lenoir. Es ist aber nicht einmal ansatzweise auszumachen, wer wohin geschossen hatte genauso wenig die Fragen zu beantworten ist, was den Polizisten veranlasst haben könnte, sich in diese abgewandte Richtung zu orientieren.

Im Gegensatz zur Rue Pelée existiert vom Boulevard ein Foto, welcher einen gewissen Aufschluss gab. Ein ziviler Polizist sichert eine Stelle am Bordsteinrand, wo ein verbogenes Fahrrad der Polizei und eine daneben befindliche Hülse, beides noch nicht von der Spurensicherung markiert, zu sehen sind.

 

 

Von uns anfangs fälschlich der Rue Pelée zugeordnet, handelt es sich tatsächlich um eine Aufnahme vom Boulevard. (Danke an INP für den Hinweis). Dank Google-Street-View konnte er Ort eindeutig als Boulevard Richard Lenoir 47 identifiziert werden.

 


 

Diesem Foto müssten die Attentäter tatsächlich gewendet und risikofreudig die Polizisten ein zweites Mal passiert haben, um ein Stück weiter, nach der Querstraße Rue Gaby Sylvie einen Fahrradpolizisten anzufahren, der zumindest einen Schuss abgegeben haben dürfte.

 

Plan: INP

 

Nach dem derzeitigen Stand der Dinge lässt sich der Widerspruch leider noch nicht aufklären.  (Wir werden die übersetzten Stellungnahmen der frz. Polizei abwarten müssen).

 

Die Attentäter verschwanden aber nicht von der Bildfläche, sondern tauchten überraschend auf der gegenüberliegenden Seite des Boulevard wieder auf, den sie über die kurze Strecke – und gegen die Einbahn – der Rue du Chemin Vert erreicht haben dürften.

Sie fuhren dort nun der Einbahnstraße gemäß in die richtige Richtung und in jene, welche sie zuvor hatten einschlagen wollen. Das heißt, die Fluchtrichtung war die gleiche, was erneut darauf hinweisen könnte, dass das vorherige Linkseinbiegen auf den Boulvard entgegen der Einbahn ein Versehen gewesen war.

Dennoch bleibt das Verhalten der Attentäter unverständlich und rätselhaft. Wir wissen nichts über deren Ziel, welches sie hatten erreichen wollen, aber es ist schleierhaft, warum ausgerechnet der Boulevard Richard Lenoir befahren werden sollte. Die Täter hätten auch andere Straßen verwenden können, um in Fluchtrichtung zu gelangen.

 

Genau dort kam es dann zu einem weiteren hässlichen Geschehen, welches in der Ermordung des Polizisten Ahmed Merabet mündete. Von dieser Situation existiert ein Video, welches von einem gewissen Jordi M. mehr oder weniger zufällig aus einem Haus heraus gefilmt worden war.

Dieses Video sollte in der Öffentlichkeit polarisieren und bei vielen den Beweis darstellen, dass es sich bei diesem Geschehen um eine Inszenierung handelt. Auch von Westpfahlen nimmt in seinem Artikel dazu Stellung.

http://www.liveleak.com/view?i=bc6_1420632668

 


Verdachtsmomente, dass es sich um eine gestellte Szene handeln könnte, gibt es eine ganze Reihe:

  1. Der unlogische und unverständliche Fluchtweg der Attentäter, welche wie zwanghaft den Boulevard befahren wollten und sich ihrem ursprünglichen Tatort wieder annäherten.
  2. Die Ermordung eines Polizisten als vollkommen sinnlose und unmotivierte Handlung, die dafür aber öffentlichkeitswirksam war.
  3. Missverhältnis zwischen Winkel der Waffe, Ausstoß der Treibgase über den Polizisten hinweg und fehlende Reaktion des Opfers.
  4. Das Killerduo, welches offenbar immer noch Zeit für Handlungen vor Ort besaß, ohne selbst von der Polizei bedroht zu werden.
  5. Der Zufall, dass ausgerechnet dort jemand aus dem Gebäude diese Szene filmen kann, obwohl ansonsten nur spärliches Filmmaterial öffentlich ist.
  6. Keine Reaktion (akustisch) beim Filmer, der doch gerade einen Mord filmte.
  7. Die später gezeigten Reste einer Blutlache, welche sich weit unterhalb des Kopfes befunden hatte.
  8. Letztlich auch die Herstellung in einen Kontext zu anderen merkwürdigen wie unglaublichen „Zufälligkeiten“ wie den „verlorenen“ Ausweis.

 

Wir wollen hier versuchen, uns dieser Szene anzunähern, die viele Fragen aufwirft. In einigen Punkten müssen wir Andreas von Westphalen widersprechen, auch wenn wir grundsätzlich nicht mehr wissen als er.

 

Wie es zu dieser Szene gekommen war, ist vollkommen unklar. Das veröffentlichte Video beginnt erst, als die Attentäter ihr Fahrzeug bereits zum Stehen gebracht und ausgestiegen waren. Mit ihren Sturmgewehren im Anschlag gingen sie aggressiv in Richtung des noch nicht sichtbaren Polizisten vor. Nach der Akustik zu urteilen gab der ganz in Schwarz gekleidete Täter drei Schüsse ab, an deren Anschluss fünf weitere Schüsse fielen, die aber heller im Klang waren. Wer diese abgegeben hat, ist unklar; entweder der zweite Täter oder eine Polizeiwaffe aus dem Hintergrund. Der auf den Polizisten abgegebene Schuss entspricht dem Klang der ersten drei Schüsse.

 

Entgegen der Ansicht von von Westphalen sehen wir keinerlei Anzeichen, dass es sich bei dem Polizisten Merabet um einen Fahrradpolizisten gehandelt hatte. Abgesehen von einem Fahrrad, welches woanders abgestellt worden sein könnte und beschädigt gewesen sein mochte, trug Merabet weder einen Fahrradhelm noch die Fahrradhose mit den typischen Signalstreifen, wie sie in Paris üblich sind. Aus irgendeinem Grund ist auf dem Video noch nicht einmal eine Waffe zu erkennen.

Deswegen gehen wir davon aus, dass es sich bei Merabet um einen jener Polizisten handelt, welche zuvor ganz in der Nähe, fast gegenüber, auf der anderen Seite des Boulevards mit ihrem Polizeiwagen kollidiert waren.

 

Eine Diskussion um den Kopfschuss sehen wir als erübrigt an, weil es diesen sichtlich nicht gab. Da zuvor mehrere Schüsse auf Merabet abgegeben worden waren, dürfte er an seinem Rumpf verletzt gewesen sein, worauf auch die später sichtbaren Blutspuren hindeuten. Die Verletzungen waren offenbar schon so schwer gewesen, dass Merabet leider verstarb.

Allen weiteren Überlegungen, welche von Westphalen aufwirft, können und müssen wir beipflichten. Dazu gehört einerseits das Verhalten der Attentäter, welche, obwohl laut Zeitschiene fast 20 Minuten nach dem ersten Auftreten der Attentäter vergangen sein dürften, nicht den Eindruck machten, als wären sie großartig im Stress. Dazu gehört allerdings nicht der Moment, wo einer der Täter den offenbar aus ihrem Fahrzeug gefallenen Turnschuh aufhebt. Beweismaterialien werden gewöhnlich nicht zurückgelassen.

Andererseits ist hier das Verhalten der Polizei zu hinterfragen. Nicht nur auf dem Boulevard Richard Lenoir, wo Merabet aus irgendeinen uns unbekannten Grund keine (sichtbare) Hilfe von seinen Kollegen erhielt, sondern grundsätzlich. Von Westphalen schildert in seinem Artikel die anfängliche Nichterreichbarkeit der polizeilichen Notrufzentrale, und es ist auch Tatsache, dass bis zum Schluss keine weitere Polizei erschien.

Da die Attentäter in der gesamten Zeit ihres mörderischen Tuns keine sonderliche Eile an den Tag legten, aber dennoch „locker“ fliehen konnten und die „übrige“ Polizei zuerst nicht erreichbar war und dann unangemessen spät – als alles vorbei war – erschien, muss hier die Überlegung, ob es einen Zusammenhang geben könnte, erlaubt sein.

 

Die Attentäter haben zumindest den Eindruck erweckt, dass sie um ein Zeitfenster wussten, welches ihnen zur Verfügung gestanden haben könnte. Zum Beispiel könnte es zum Zeitpunkt des Attentates zu einer vorsätzlich herbeigeführten Funkblockade bei der Polizei gekommen sein. Auffällig ebenfalls der kaum vorhandene Verkehr auf dem Boulevard, dessen Ursache erforscht werden sollte. Dies ist zwar spekulativ, die Attentäter schienen jedenfalls ganz fixiert auf eben diese Strecke gewesen.

Dass die Recherche dennoch auch in diese Richtung geführt werden sollte, beweist die Polizei selbst, weil sie bislang nicht erklären konnte, warum die anschließende Fahndung nach dem Fluchtfahrzeug trotz aller Überwachungsmittel ebenfalls floppte und es auch zu keiner nachträglichen Rekonstruktion kam. Uns ist jedenfalls keine bekannt, und nach wie vor nichts über den gemeldete Besitzer des Fluchtfahrzeuges. Die Geschichte fand erst ihre Fortsetzung mit dem Umstand, dass die Täter ihr Fluchtfahrzeug am Place Colonel Fabien im 19. Arrondissement quasi öffentlich abgestellt (medial als leichter „Unfall“ bezeichnet) hatten – mit unschlagbaren Beweismaterialien.

 

Abschließend zu diesem Kapitel möchten wir feststellen, dass wir die Meinung von Andreas von Westphalen, dass die Identifizierung der Täter angeblich auf „soliden Füßen“ stehen würde, nicht teilen. Dazu mehr zu einem späteren Zeitpunkt.

 

Dienstag
07
April 2015

Bedürftig – 24. Kandidat: Manuel P.

 

Bernd Bieglmaier konnte ihn nicht übersehen. Denn er war sehr hochgewachsen und überragte die… äh… eher spärliche Menge um ihn herum. Noch dazu hielt er ein Schild in seinen Händen, auf welchem stand: „Stoppt die Kriege in Syrien, Ukraine, Jemen…!“

Die eher spärliche Shopping-Menge schien ihn allerdings nicht zu bemerken, sie strömte zaghaft links und rechts an ihm vorbei.

 

Manuel P. und Passanten, die sich aus seiner Sicht mehr rechts als links von ihm vorbeibewegen.

 

Unser Bedürftigen-Reporter fand diese Beobachtung bemerkenswert genug, um den Hünen anzusprechen. Dieser stellte sich als Manuel P. vor, Friedensaktivist.

Bernd Bieglmaier fragte ihn nicht, ob er davon leben könne, sondern wies auf das Schild mit den vielen kleinen aufgeklebten Schildern, auf welchen jeweil ein anderer Name stand.

 

 

Manuel P. erklärte, dass er dieses Schild seit vielen Jahren verwenden würde. Er bräuchte nur immer je nach Lage das jeweilige Land auszutauschen oder hinzuzukleben, meinte er. Mit Afghanistan habe er begonnen, weswegen er die vielen anderen Kriege zuvor nicht auf der Tafel stehen hatte. „Yemen“ habe er erst kürzlich angebracht.

Bernd Bieglmaier lobte Herrn P. für dessen ökonomisches Geschick, nur was er hier in der Einkaufsstraße und noch dazu in der Provinz damit bezwecken wollte, war unserem Bedürftigen-Reporter etwas undeutlich. Herr P. habe ja nicht einmal etwas zu verkaufen, wie Bernd Bieglmaier anmerkte.

Er würde auch nichts verkaufen, so Manuel P. verständnislos, er würde nur verschenken. Neben Aufmerksamkeit und Dialog wären das Dinge wie Moral, Anstand, Gewissen, sogar soetwas abstraktes wie Rechtstaatlichkeit.

 

Unser Bedürftigen-Reporter machte Herrn P. auf den Umstand aufmerksam, dass niemand etwas nehmen würde, wenn es nur verschenkt wird. Das wolle dann niemand haben. Es müsse etwas kosten, denn die Leute wären es gewohnt, sich dann den ärgsten Scheiß zu kaufen. Kaufen! Es könne auch billig sein, aber nie umsonst oder geschenkt.

Bernd Bieglmaier musste es ja wissen, war er der Werbebranche als Konsument nie abhold gewesen. Daher hatte er sogleich einen Vorschlag parat, auch wenn es sich etwas kostspielig darstellte: den Leuten Geld geben, um sie zum Zuhören zu veranlassen, vielleicht sogar zu sinnvoller Aktivität. Herr Bieglmaier wusste, dass sogar Moral käuflich sein konnte. Alles andere hielt er aber für aussichtslos.

Manuel P. wollte es nicht wahrhaben. Obwohl jeder Tag seines Tuns ihm nichts anderes aufzeigte.

 

Manuel P.: erfolglos auch an dieser Stelle.

 

Für Bernd Bieglmaier wurde deutlich, dass es sich bei dem Herrn P. um einen weltfremden wie bedürftigen Menschen handelte. Nicht weil er arm und krank war, dazu war er seelisch zu gesund und moralisch zu integer sowie seine Umgebung zu degeneriert, sondern weil er unglaublich einsam war. Unserem Bedürftigen-Reporter schauderte es bei der Vorstellung, als einzig Lebender unter Toten hausen zu müssen.

Wir in der Bedürftigen-Redaktion sehen es ähnlich. Dass Herr P. seine Zeit verschwendete, war natürlich allein seine Sache. Bedürftig wurde er für uns durch seine starre Verbohrtheit, seine penetrante Ignoranz, allein mit seiner Anwesenheit und einem Schild etwas bewirken zu wollen, wo es nichts mehr zu bewirken gab.

Vielleicht werden wir ihn, Herrn Manuel P., die nächsten Jahre weiterhin in der Einkaufstraße stehen sehen, mit neuen Namen auf dem Schild. Aus Regierungskreisen wurde uns bereits zugetragen, dass derartige Absichten bestehen.

 

 

Sonntag
05
April 2015

Paris, Januar 2015. Teil 18.

 

Betrachtungen zum Attentat 1. 

 

An dieser Stelle wird auf das Szenario eingegangen, welches sich beim Anschlag auf die Mitarbeiter von „Charlie Hebdo“ am 7. Januar 2015 zugetragen haben soll. Diese Ereignisse hatten bereits schnell für Kontroversen gesorgt, weil einerseits Vorfälle im wahrsten Sinne des Wortes unglaublich wirkten oder nicht zusammenpassten, andererseits aufgrund fehlender Informationen und zu wenig Bildmaterial unverständlich und nicht nachvollziehbar waren. Bis heute übrigens. Unser Schwerpunkt liegt hier beim Geschehen auf der Straße.

 

Am 31. Januar 2015 erschien online beim unabhängigen Nachrichtenmagazin „Hintergrund“ ein Artikel von Andreas von Westphalen, welcher sich an einer so dringend nötigen Rekonstruktion versuchte. Und wir versuchen in einigen Punkten diesen Artikel zu begleiten.

http://www.hintergrund.de/201501303406/globales/terrorismus/der-anschlag-auf-charlie-hebdo-versuch-einer-rekonstruktion.html

 

Gleich die erste Aktion der Täter muss mit Erstaunen registriert werden. Von Westphalen beschreibt die Situation genau, an dem bereits in den ersten Kapiteln hier angemerkten Befund ändert sich nichts: entweder hatten wir es mit ungewöhlich dämlichen Tätern zu tun (falsche Hausnummer, nur Glück bei dem Eintritt auch bei Hausnummer Nr. 6, Aufmerksamkeit erregen wie in einem dummen Billigwestern, destruktives Verhalten in Anbetracht ihres Planes) oder aber mit einem absichtlichen Fehlverhalten, um etwas anderes vorzutäuschen. Hatte es sich tatsächlich nur um einen „Irrtum“ gehandelt?

 

Quelle: Andreas von Westphal. Vorne befindet sich die Hausnummer 6.

 

Ungeklärt ist bislang, wo die Täter zu diesem Zeitpunkt ihr Fahrzeug abgestellt hatten. Vor der Hausnummer 6? Waren sie nach ihrem „Irrtum“ anschließend ein kleines Stück vorgefahren? Aber wer macht das schon, wenn man schon auf der Straße steht?

(Leider gibt es dazu keine Information, auch kein Material von einer Überwachungskamera).

Oder hatten die Täter ihr Fahrzeug von Beginn an vor der Hausnummer 10 abgestellt, der richtigen Nummer, aber im Kreuzungsbereich, wo auch in Frankreich ein Parkverbot gilt? Sollte dem so gewesen sein, liegt es nahe, dass den Tätern klar gewesen ist, dass Hausnummer 10 ihr Ziel war und nicht Hausnummer 6, somit letztere nur angesteuert wurde, um bereits vor dem Attentat mit einem Ablenkungsmanöver eine gewisse Aufmerksamkeit zu erregen. Dass den Tätern Aufmerksamkeit wichtig war, wurde hier bereits dargelegt.

 

Quelle: Google Street View. Polizeipräsenz nur bis 2014.

 

Wie die Täter durch die Tür der Hausnummer 10 gelangten, ist nach wie vor nicht geklärt. Zufall und Glück sind nicht planbar. Die Möglichkeit, dass der Eingangsbereich justament wegen Wartungsarbeiten geöffnet war, sollte eine Ermittlung auch in Richtung der Handwerker führen lassen bzw. zur beauftragten Firma. Die Attentäter wären sonst bereits an der Tür gescheitert.

Aber sie scheiterten nicht, trotz aller offenkundigen Mängel. Auch im Gebäude können die Täter eine weitere Sicherheitstür überwinden, dort unter Nötigung der Cartoonistin Coco Ray, welche zuerst noch versucht hatte, die Täter in die falsche Etage zu führen.

Das Attentat selbst schildert von Westphalen recht genau, worauf hier nicht weiter eingegangen werden soll. Wir setzen die Beobachtung damit fort, als die beiden Killer den Tatort wieder verließen. Von Westphalen schätzt, dass ihr Attentat ab dem Auftreten bei der Hausnummer 6 etwa neun bis vierzehn Minuten gedauert haben könnte. Das ist eine recht lange Zeit.

Ihr Fluchtfahrzeug haben die Mörder unbewacht vor dem Haus der Redaktion abgestellt, an der Ecke Rue Nicolas Apert/Allée Verte. Kurz bevor sie das Gebäude verlassen, fuhren drei Fahrradpolizisten in diesem Augenblick über die Allée Verte auf die benannte Kreuzung zu. Nachdem sie die Kreuzung erreicht hatten, müssen die Attentäter auf die Straße getreten sein.

Das ist eine Situation, die geradezu filmreif ist. Täter wie Polizisten treffen zeitgleich an einem Punkt zusammen.

 


Auf dem Video von Martin Boudot ist zu erkennen, dass zwei der Fahrradpolizisten sofort in die Verlängerung der Rue Nicolas Apert flüchten, der dritte aber noch für eine Sekunde verharrt, um es dann seinen Kollegen gleichzutun. Es fallen bereits Schüsse, derer drei zu hören sind.

https://www.youtube.com/watch?v=4IFKG9zZm-s

Leider erwähnt von Westphalen nicht den Schnitt in dem Video, welcher nach dem dritten hörbaren Schuss und vor dem Erscheinen der beiden Killer auf der Kreuzung existiert, welche dann von der Kreuzung aus Schüsse (drei oder vier) auf die flüchtenden Polizisten abgeben. Der Schnitt in dem Video ergibt keinen Sinn, denn es wird sich kaum um eine Entfernung einer Anzahl von Sekunden/Frames gehandelt haben, um eine „langweile“ Szene abzukürzen. Auch die Entfernung einer extremen Verwackelung kann nicht die Ursache gewesen sein, da diese Momente an anderer Stelle nicht weggeschnitten wurden. Der Schnitt und das Fehlen von Filmmaterial ausgerechnet in den entscheidenden Momenten deutet somit eindeutig auf eine Zensur hin.

 

Von Westphalen schildert den weiteren Verlauf unter Einbindung des zweiten Videos, welches direkt die beiden vermummten Attentäter und ihren schwarzen Citroen im Visier hat. Er stellt richtig fest, dass das Fluchtfahrzeug eine zerstörte Heckscheibe aufweist, ohne dass der Grund ersichtlich ist, sowie den bemerkenswerten Umstand, dass die Killer „relativ gelassen und wenig gehetzt“ wirken.

https://www.youtube.com/watch?v=Z5ELCf-XFDE

Genau, sie nehmen sich noch die Zeit für eine Botschaft an ihre Umgebung, für einen lässigen Magazinwechsel und irgendein Herumgetue an ihren Waffen. Es fällt außerdem auf, dass sie jener Richtung, in welcher die Fahrradpolizisten geflüchtet waren, keine Aufmerksamkeit schenken. Sie fühlen sich aus dieser Richtung nicht bedroht, wobei nicht klar ist, ob diese Polizisten vielleicht unbewaffnet gewesen sind.

 

 

Wie auch immer, die Täter haben es sichtlich nicht eilig, obwohl sich nach einer Zeit von 11-16 Minuten, wie von Westphal schätzt, ihre erfolgreiche Fluchtwahrscheinlichkeit – zumal mit einem Auto in den Straßen von Paris – deutlich reduziert haben dürfte.

Die Täter stiegen in ihr Fahrzeug und fuhren in die Einbahnstraße Allée Verte hinein, wo ihnen entgegengesetzt ein Polizeifahrzeug mit Blaulicht entgegenkam. Die Attentäter stoppten ihr Fahrzeug, und stiegen nacheinander aus, um das Polizeifahrzeug zu beschießen. Dieses setzte zurück und kollidierte schließlich mit dem Heck am Boulevard gegen ein parkendes Fahrzeug. Die Täter stiegen wieder in ihr Fahrzeug und fuhren die Straße hoch und auf das kollidierte Polizeifahrzeug zu. Leider ist aus der Entfernung nicht zu erkennen, wie sich die Polizeibeamten verhalten. Es sind drei Schüsse zu hören, wobei unklar ist, wer diese abgegeben hat.

 

 

Auffällig nach den späteren Fotos ist der Umstand, dass das Fahrzeug der Täter keinerlei Spuren von Beschuss aufwies, während in der Windschutzscheibe des Polizeifahrzeuges 15 Löcher zu zählen waren sowie ein weiterer in der Motorhaube. Das Trefferbild zeigt hier, dass die beiden Attentäter den Umgang mit ihren Waffen geübt sein mussten, die Einschüsse im Glas weisen präzise Einschussräume auf. Da die Polizeibeamten die Beschießung unversehrt überstanden hatten, dürften sie geduckt und somit blind ihren Wagen zurückgesetzt haben, bis zur Kollision mit einem geparkten Fahrzeug.

 

 

Leider endet dieses zweite Video, nachdem das Täterfahrzeug an dem Polizeiwagen nach links in den Boulevar Richard Lenoir eingebogen war. Was die Täter zum Linkabbiegen veranlasst hatte, ist unklar. Klar ist nur, dass sie entgegen der Fahrtrichtung des Boulvards und somit „falsch“ abgebogen waren.

 

 

Quelle: ZEIT

 

 

Samstag
04
April 2015

Paris, Januar 2015. Teil 17.

 

Politik und Medien.

 

 

Nach diesem schrecklichen Attentat in Paris gab es natürlich schnell diverse Stellungnahmen verschiedener Politiker, von der deutschen Bundeskanzlerin Merkel bis hin zu dem österreichischen Außenminister Kurz. Kernelement war auch bei ihnen der vermeintliche Angriff auf Meinungs- und Pressefreiheit durch die Terroristen. Die Solidaritätsbekundungen der internationalen Politikerkaste gipfelten in einem als Gedenkmarsch verkauften Auftritt in Paris am 11. Januar 2015, der sich in einem kleinen abgesperrten Areal inszenierte. Diese Ansammlung von Verbrechern und Kriegstreibern ergoß sich in Heuchelei für die Medien.

 

 

Ihnen voran der französische Präsident Hollande, einem politischen Versager, der von den Franzosen selbst auch immer mehr als solcher erkannt wurde. Innenpolitisch unter Druck, mit fast schon ungewöhnlich niedrigen Umfragewerten versehen, schien seine Wiederwahl mehr als zweifelhaft. Hollande selbst profitierte von dem Anschlag, ohne hier ihm selbst etwas unterstellen zu wollen. Seine neuen Umfragewerte hievten ihm aus dem Tief. Er musste nicht viel dafür tun, etwas Präsenz und Betroffenheit zeigen, die Sicherheitsvorkehrungen per Massenaufgebot erhöhen, dies und das reden.

 

Vermeintliche Angriffe von außen hatten schon zu allen Zeiten meistens funktioniert, um innenpolitisch Hochwasser zu bekommen – und die Zügel anzuziehen. Interessant ist hier, wie billig nach wie vor manipuliert werden kann. Die Frage nach der Verantwortlichkeit wurde vom Tisch gewischt, denn selbst nach der offiziellen Version hatten die angeblichen Täter und Überwachung der eigenen Dienste gestanden. Abgesehen von allen weiteren „Augenfälligkeiten“.

 

Bild:  Logo frz. Inlandsgeheimdienst.

 

Nach dem Anschlag hatte es bereits schnell politische Reaktionen gegeben. Am Freitag, den 9. Jänner, als noch nach den Attentätern gefahndet wurde und nichts aufgeklärt war, wurde in Europa die Verstärkung des Terrorschutzes angekündigt.

„EU-Länder verstärken Terrorschutz“. Standard, 9.1.2015

(Link nicht mehr auffindbar).

 

Wir wollen uns hier aber nur auf Österreich beschränken, einem außenpolitisch vergleichsweise sehr harmlosen Staat. Dennoch wurde auch dort der „Objektschutz“ verstärkt und die Furcht vor Trittbrettfahrern bekundet. Der Verfassungsschutz entdeckte eine „abstrakt höhere Gefährdung“, die angeblich bereits „seit Monaten“ vorliegen würde.

http://derstandard.at/2000010140350/Attacke-in-Paris-Oesterreich-verstaerkt-Sicherheitsmassnahmen

„Abstrakt höhere Gefährdung.“ STANDARD, 9.1.2015.

 

Abstrakt daher, weil nichts konkret war. Deswegen mussten wieder die Dschihadisten-Rückkehrer ins Feld geführt werden. FPÖ-Strache wolle im Nationalrat erörtern, „wie man die österreichische Bevölkerung vor möglichen Anschlägen schützen und Schläferzellen vorzeitig aufspüren könne“. Aktionismus pur auf verlogener Geheimdienstgrundlage.

Etwas dümmer noch im KURIER, wo die Abstraktion mit der Teilnahme zweier Wiener mit Migrantenhintergrund im in Syrien operierenden IS begründet wird. Das ist wirklich abstrakt.

Kurier, 10.1. 2015. Von W. Theuretsbacher: Erhöhte, abstrakte Gefährdungslage auch in Österreich.

http://www.pressreader.com/austria/kurier-samstag/20150110 oder

http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/KUR/20150110/erhoehte-abstrakte-gefaehrdungslage/0750850820730690820952015%2001101831160016.html

 

Der KURIER wiederholte dasselbe einen Tag später durch eine N. Amara (weiter unten): „Die Polizei ist wachsam und verstärkt präsent.“

http://kurier.at/politik/inland/vergleich-ist-oesterreich-sicher-vor-terror/107.333.101#section-107345267

 

Natürlich wurde das Abstrakte auch durch die PRESSE hinausgeblasen, wobei noch mehr Wind um nicht Vorhandenes gemacht wurde. Angeblich würden sich die die Behörden mit ihren Prognosen (!) zur Anschlagswahrscheinlichkeit zurückhalten, so die PRESSE, die aber zwei Sätze später eben doch nachgeschoben werden.

Presse, 9.1.2015, von Andreas Wetz:

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4633988/Terrorlage-in-Osterreich_Schutz-fur-Medien-und-Franzosen

 

Die Warnung der westlichen Geheimdienste vor weiteren Anschlägen gingen einher mit Planungen und Vorhaben von Maßnahmen. Auch in Österreich. Neuer Anlauf zur Vorratsdatenspeicherung, Aufrüstung von Polizei und Geheimdienst.

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4635158/Bewacher-Ausstattung_MiklLeitner-rustet-auf


Durch die EU-Innenmminister wurde außerdem eine „Reform“ des Schengen-Systems und eine „Erleichterung“ zur Überwachung des Internets gefordert. Mit dem Attentat von Paris hatte dies allerdings wenig zu tun, dieses diente hier ganz offensichtlich nur als Vorwand.

http://derstandard.at/2000010245303/EU-Innenminister-wollen-Grenzen-staerker-kontrollieren

http://derstandard.at/2000010274092/Vorratsdaten-Von-Regierungen-begehrt-laut-Experten-kaum-wirksam

Standard, 12.1.2015: „Terror: EU-Minister für mehr Kontrolle der Außengrenzen“

sowie „Bessere Überwachung des Internets“.

 

Der Grünen-Politiker Peter Pilz war medial der einzige in Österreich, welcher andere Standpunkte vertrat. Er bezeichnete Saudiarabien und Katar als „Ziehväter des Terrors“ und das saudische „König-Abdullah-Zentrum für interreligiösen und interkulturellen Dialog“ einen Schandfleck von Wien, dessen Schließung er forderte. Nebenbei erfuhr der Leser, dass in Wien eine von den Saudis finanzierte Schule wegen dem Verdacht der antisemitischen Hetze geschlossen werden solle. Pilz sprach sich auch gegen Verschärfung der Gesetze aus und meinte, dass der Rechtsstaat über alle Mittel verfügen würde.

http://diepresse.com/home/politik/innenpolitik/4633998/Ziehvaeter-des-Terrors_Pilz-geisselt-Saudiarabien

 

In der Regierungsspitze schob man sich diesen Fall gegenseitig zu, um in Lähmung zu verharren. Aufsehen erregte bei ihnen nur der aktuelle Fall eines saudischen Bloggers, der wegen „Beleidigung des Islam“ zu einer wahnwitzigen Geldstrafe, Gefängnis und 1.000 Peitschenhiebe verurteilt worden war. Von der Unterstützung von Terrororganisationen wie Al Kaida und ISIS sowie den in Saudiarabien ganz offiziellen und dokumentierten Mordaufrufen hatte in Wien bis auf Pilz offenbar niemand etwas mitbekommen. Seit vielen Jahren nicht.

 

Zum Schluß noch etwas „Meinung“ im STANDARD vom 12. Januar, selbstverständlich Pro-Sicherheitsverschärfung, vorgetragen durch Eric Frey. Frey hatte seine Ausbildung wie viele andere in den USA genossen, um anschließend wie seine Kollegen in den Massenmedien US-freundliche Politik und US-Meinung zu verkaufen. Unlängst hatte er sich bei einer TV-Diskussion lächerlich gemmacht, als er allen ernstes behauptet hatte, die USA hätten keine Interessen in der Ukraine.

https://www.youtube.com/watch?v=grNPmhA87TY

Eric Frey, „Journalist“. Nur ein kleiner und schlechter Scherz am Rande…

 

So wundert es auch nicht, dass er als rechter, verlogener US-Lakai in seinem Artikel „Europäischer Weg zur Überwachung“ einen „moderaten Schwenk zu mehr Sicherheit angesichts der Terrorgefahr für vertretbar“ hält. Zumindest behauptet er, dass es seine persönliche Ansicht ist und nicht jener, von denen er sein Gehalt bezieht.

In seinem Text formulierte er eine Debatte über das „richtige Gleichgewicht zwischen Überwachung und Bürgerrechte“, zwischen „Sicherheit und Freiheit“. Nicht ungeschickt verwebte er leise Kritik an dem weltumfassenden „Schnüffelwahn“, um dann zu behaupten und zu bejammern, dass diese kritische Diskussion alle „Terrorwarnungen übertönt“ habe. Er ergreift nun Partei für den unterbelichteten Bürger, der sich vor „Schläfern“ ängstigen würde und lässt diesen Bürger nach der Polizei rufen.

In diesem Stil geht es weiter. Frey lügt seinen Fans die Hucke voll. Als Vertreter der unbewiesenen US-Verschwörungstheorie zu 9/11 nennt er zwar die US-amerikanischen Maßnahmen für etwas übertrieben, ohne hier den Rückfall in eine Art Kolonialherrschaft auf Gesetzesebene zu würdigen. Er mahnt eine „sachliche Debatte“ ohne Polemik an und findet, dass bei Terrorwarnungen Europas Behörden nicht „wie jetzt“ von der Abhörarbeit des US-Massenspitzeldienstes NSA abhängig sein sollen.

Spätestens hier wird Frey zur Groteske. Europäische Behörden sind nicht von der NSA abhängig, im Gegenteil, alles wird von der NSA überwacht, sie selbst sind die Überwachten. Der Beitrag der NSA zur Terrorüberwachung tendiert gegen null, was kein Wunder ist, weil diese Spionagebehörde ein Bestandteil eines US-amerikanischen Systems ist, welcher gemeinschaftlich mit ihren Handlangern den weltweit größten Terror ausübt. 

„Ein vernüfntiges Mehr an Überwachung und Sicherheit macht noch keinen Überwachungsstaat“, schließt Frey seine bezahlte „Meinung“ als Vertreter des Überwachungsstaates.

http://derstandard.at/2000010249396/Europaeischer-Weg-zur-Ueberwachung

Sogar zahlreiche STANDARD-Leser haben Frey durchschaut.

 

Montag
30
März 2015

Paris, Januar 2015. Teil 16.

 

Die gedruckten Massenmedien in Österreich IV. 

Neben den Soldiaritätsbekundungen gegenüber den ermordeten Menschen sowie „Charlie Hebdo“, schien es den westlichen Massenmedien als gesichert, dass der Anschlag auf die Redaktion dieses Satire-Magazins aus Rache wegen den Karikaturen erfolgte, ausgeübt von beleidigten islamischen Fundamentalisten.

Abseits des nicht geklärten Hintergrunds, der Frage, warum derartige Täter ein vergleichsweise schäbiges Ziel und dies auch noch mit jahrelanger Verspätung angreifen sollten, wurde dieses Attentat durch Politik und Medien als ein Anschlag auf die Meinungsfreiheit hingedeutet. Die Täter hatten dies schließlich ihrer Umgebung offenherzig mitgeteilt, nicht direkt zwar, aber es hatte sich in diese Richtung interpretieren lassen.

Dies könnte man so stehen lassen, man könnte auch darüber diskutieren, wie sich Meinungsfreiheit definiert, von wem diese tatsächlich ausgeübt wird und von wem nicht, wer Meinungen in unendlichen Wiederholungsschleifen produziert und wer von sich behauptet, die Meinungshoheit zu besitzen und gleichzeitig alle anderen, welcher dieser nicht folgen wollen, zu diskriminieren oder zu verlächerlichen versuchen.

 

Mathias Bröckers nannte die Pressefreiheit die Freiheit der Lügenpresse, womit er, von einigen Ausnahmen abgesehen, richtig liegt. Wir haben uns Gedanken gemacht, wer diese Meinungsfreiheit tatsächlich nutzt. Selbst in unserer unmittelbaren Umgebung stellten wir fest, dass es immer noch einige Menschen gibt, die glauben, dass die Wiedergabe von Zitaten aus SPIEGEL, KRONE und BILD so etwas wie ihre persönliche Meinung darstellt, während bei dem weitaus größeren Teil schlichtweg keine Meinung festzustellen war. So geht es also auch, womit die Sorge um freie Meinungsäußerung wenig begründet scheint.

 

Der Islam ist nicht gleich…

 

Größeren medialen Raum erhielten die Monolog-Diskussionen über den Islam als Religionsgemeinschaft, über Integrationsfähigkeit oder über Radikalisierung, dem eine angebliche Wertegemeinschaft des Westens gegenübergestellt wurde, liberal, gut, sogar kritisch, außerdem zumeist verständnisvoll und sich nur mit Waffengewalt verteidigend, wenn es sein musste. Weltweit.

Der Hausdemagoge des STANDARD, Hans Rauscher, ließ am 8. Januar 2015 die Frage offen, ob die Mehrheit der Muslime die Morde in Paris scharf verurteilen würden. Diese böswillig angedeutete Unterstellung eines Rauscher, der die Ermordung von einer Million Iraker durch seine US-Freunde nie verurteilt hat, wurde in der STANDARD-Ausgabe des folgenden Tages durch den Abdruck zweier dümmlicher Leserbriefe „unterstützt“.

Rauscher legte an diesem 9. Januar mit einem Kommentar nach und gab das unreflektiert wieder, was die frz. Polizei an die Medien weitergereicht hatte. Das Attentat war zwar erst zwei Tage her, die Täter noch auf der Flucht, aber die Akte der Verdächtigen bereits öffentlich.

Rauscher fragt nicht nach dem ungewöhnlichen und auch fahrlässigen Gebaren des frz. Innenministeriums, stattdessen nahm er den vorgeworfenen Ball auf und bastelt sich damit seine eigene Geschichte, die in seiner Forderung gipfelt, dass die „muslimische Community“ die Verantwortung für „diese radikalisierten jungen Männer“ übernehmen solle.

Wir sind gespannt auf den Augenblick, an dem Rauscher die christliche Gemeinde auffordern wird, durch Christen angerichtete Massaker die Verantwortung zu übernehmen. Und er voran, wie es sich für einen Meinungsanführer gehört.

Islam in Europa. Rauscher. Standard, 8. Jan. 2015.

http://derstandard.at/2000010105114/Islam-in-Europa

Täterprofil. Rauscher, Standard, 9. Jan. 2015

http://derstandard.at/2000010161500/Das-Taeterprofil


... Islamist, der ist nicht gleich…

 

In der selben Ausgabe fragte Nermin Ismail in „Für die Freiheit, gegen den Hass“ zum Glück, warum sich Muslime für die Taten von Mördern rechtfertigen sollen, und stellte fest, dass sie nichts mit denen gemein haben.

„Für die Freiheit, gegen den Hass“, Standard, 9.1.2015

http://derstandard.at/2000010159001/Fuer-die-Freiheit-gegen-den-Hass

 

Das war im STANDARD nicht zu erwarten gewesen. Normalerweise muss man sich abseits der Massenmedien orientieren, um andere Stellungsnahmen zu lesen. Wie hier:

http://kosmo.at/news/Ich-bin-nicht-Charlie-Ich-bin-Kemal

 

Im Gegensatz zu Rauscher schrieb sogar Gudrun Harrer im STANDARD:

… Nun beginnt wieder die Zeit, wo muslimischen Vertretern auf der ganzen Welt Verurteilungen abverlangt werden…“

Allerdings meinte sie auch pauschal:

„… Der Islam ist in der vielleicht finstersten Periode seiner Geschichte…“

Es blieb unklar, wie sie das gemeint haben könnte. Ihre Sorge um die Beziehungen zwischen Nichtmuslimen und Muslimen war sicherlich berechtigt, daran wurde und wird auch gearbeitet. Aber von anderer Seite, als sie denkt und es ihren Lesern mitteilen möchte.

Gudrun Harrer: Abscheu und Widerstand, Standard, 8. Jan. 2015.

http://derstandard.at/2000010108911/Abscheu-und-Widerstand

 

„Der Anschlag war nicht einer der oft viel zahlreichere Opfer fordernden wahllosen Großattentate á la Kaida, in denen der Terror zum Kommunikationsmittel wird. Es war kein Akt eines oder mehrerer suizidaler Individuen, oft Einzeltäter, die auf ihrem Weg in den Tod noch ein paar ausgesuchte Opfer – die sie als Vertreter von Tätern sehen – mitnehmen. Das war eine Operation mit militärischem Charakter, die die Angreifer überleben wollten, und sie hatte tatsächlich den Zweck, jene zu „bestrafen“, die sich nicht nach den Regeln der Ethik richten, die diese Leute als islamisch bezeichnen: mit Muhammad darf man keinen künstlerischen Spott treiben.“

 

Harrer phantasiert sich einen Hinterggrund zusammen, den es nicht gibt oder der nicht bewiesen ist. Wer oder was ist „Al Kaida“? Welche bewiesenen Großattentate? Und die auch nach wahllos?

Harrer sieht in dem Attentat in Paris eine „Operation mit militärischem Charakter“, stellt richtig fest, dass die Attentäter (unerkannt) entkommen wollten, weil die Maskierung sonst keinen Sinn gehabt hätte, postiert aber bereits eine Vermutung als ein reales Geschehen. Das heißt, der Befund stand bereits fest. Bei ihr und bei allen anderen.

 

… ein Mörder oder Angehöriger einer Mörderbande.

 

Etwas ausgewogener Wolfgang Böhm mit seinem Leitartikel „Die größte Prüfung für Europa wird der Islamismus“ in der PRESSE am 9. Januar. Bedauerlicherweise stellt er die EU als einen Hort des Positiven dar, wobei ihm auch nicht mehr einfällt, als Reisefreiheit und offene Grenzen, was vorher auch nicht wirklich ein Problem gewesen war. Dass die EU bzw. die Führungsriege ein Teil des Problems ist, wird nicht ansatzweise in Frage gestellt. Das so genannte „Wertesystem“ hat durchaus einige positive Inhalte, aber ebenso viele negative. Die angebliche Ausrichtung auf ein friedliches Nebeneinander steht nicht im Programm, wenn es um die Erweiterung oder Festigung der eigenen Hegemonie geht.

Die größte Prüfung für Europa wird der Islamismus. Von Wolfgang Böhm. Presse, 9.1.2015

http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/4634030/Die-grosste-Prufung-fur-Europa-wird-der-Islamismus

 

Am selben Tag versuchte sich Harrer mit einer Analyse, die freilich nur einen Teil des Ganzen beinhaltete:

http://derstandard.at/2000010162198/Ein-typischer-Weg-in-den-islamistischen-Radikalismus

Auf das Gewäsch eines Wolfgang Müller-Funk im STANDARD vom 10. Januar wollen wir hier nicht eingehen, weil es inhaltlich nichts bietet.

http://derstandard.at/2000010206789/Die-Zivilgesellschaft-in-der-Klemme

 

Am 10. Januar präzisierte Rauscher einseitig seine konstruierte Verantwortung, die seiner Meinung nach andere, die Moslems und deren geistige Führer, für die Taten ganz anderer übernehmen sollten. Zumal diese möglicherweise nur vorgegeben haben, Muslime zu sein. Das beste aber ist die Aufforderung von Rauscher an die Moslems, eine „wache Zivilgesellschaft heranzubilden, in der es selbstverständlich sein wird, sich selbst in Frage zu stellen.“

Es fragt sich nur, wer Rauscher ernst nehmen kann, weil er dummerweise auch in dieser Hinsicht alles andere als ein Vorbild ist.

Was es heißt, Verantwortung zu übernehmen. Rauscher. Standard, 10.1.2015

http://derstandard.at/2000010206842/Was-es-heisst-Verantwortung-zu-uebernehmen

 

Christian Prantner meinte im STANDARD am 10. Jan., dass „Lachen ist Opposition“ sei. An sich selbst denkt er dabei hoffentlich nicht.

Essay von Christoph Prantner: „Lachen ist Opposition“. Standard, 10.1.2015

http://derstandard.at/2000010210241/Lachen-ist-Opposition

 

Gudrun Harrer beschäftigte sich in der STANDARD-Ausgabe vom 10. Jänner mit dem Propheten Muhamad.

http://derstandard.at/2000010211812/Perfektes-Objekt-fuer-die-Parodia-sacra

 

Helmut Brandstätter setzte sich im Kurier mit der pervertierten Form des fundamentalistischen Islam, der Staatsreligion von Saudi-Arabien, auseinander. Er weiß, dass es sich bei diesem Staat um einen Verbündeten der USA und um einen „beliebten“ Handelspartner des Westens handelt. Und er weiß, dass Katar ein „wichtiger“ Investor im Westen sei, aber – lustig – nach „deutschen Erkenntnissen“ gleichzeitig Geldgeber „der Terroristen der IS“.

Unklar bleibt freilich, warum die Saudis als Terrorunterstützer hier nicht genannt werden, und zwar noch vor Katar. Vielleicht liegt es an dem Bündnis, weswegen es Brandstätter geschickter gefunden haben mag, dies bei den Saudis wegzulassen. Das ändert aber nichts an dem auch von ihm artikulierten Widerspruch, warum der Westen den IS bekämpfen will, der doch von den westlichen Bündnispartnern ausgehalten wird. Eine nachfolgende Überlegung hätte plötzlich ein gravierendes Problem bedeutet.

Für einen Dialog ohne Tabus und Feigheit, Helmut Brandstätter, Kurier, 11.1.2015

http://kurier.at/meinung/kommentare/innenpolitik/fuer-einen-dialog-ohne-tabus-und-feigheit/107.345.358

 

Vielleicht ist die ganze Diskussion ohnehin vergebene Mühe, wenn wir es in Wirklichkeit mit „muslimischen“ Söldnern zu tun haben, die für die Durchsetzung der Interessen einer „christlichen“ Machtelite agieren.

 

Und hier zum Schluss noch einmal der Leitartikler der PRESSE, Christian Ultsch, mit dem Artikel „Plädoyer für die vernünftige Mitte“ am 10. Januar 2015.

http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/4635498/Plaedoyer-fur-die-vernunftige-Mitte

 

Auch Ultsch hatte Saudi-Arabien, dessen Staatsreligion und tödliches Rechtssystem als wenig zuträglich ausgemacht. Er deutete sogar an, dass „Terroristen wie die Kouachi-Brüder“ deren (wahhabitische) Auslegung des Korans quasi exekutiert hätten. Allerdings schaffte er es nicht, die Verbindung zwischen der saudischen Regierung und dem internationalen Terrorismus herzustellen, der eben nicht einfach so geschieht, aus einer Unzufriedenheit heraus, sondern weil dieser geplant für die Interessen einer übergeordneten Elite eingesetzt wird. Damit wären wieder die USA ins Spiel gekommen, und das geht ja gar nicht.


Mittwoch
25
März 2015

Die Ukraine als ein Mittel zum Zweck.Teil 5.

 

Janukowitsch traf sich ebenfalls am 10. Dezember mit seinen Amtsvorgängern zu einer Beratung und lud die weitgehend vom Ausland finanzierte Opposition zu gemeinsamen Gesprächen für den nächsten Tag ein. Die hatte aber gar kein Interesse für Gespräche an einem runden Tisch, sie schien sich bereits sicher, die aktuelle ukrainische Regierung auf einem anderen Wege, auf einem undemokratischen Wege, zu vertreiben. Man unterhielt sich lieber mit einer Staatssekretärin des USAußenamtes, die gerade im besetzten Gebäude der Kiewer Stadtverwaltung weilte.

Janukowitsch und seine Regierung eierten herum und empfingen noch am 10. Dezember die EU-Außenbeauftragte Ashton. Was immer dort besprochen wurde, am folgenden Tag verkündete Ministerpräsident Asarow, dass die Ukraine doch noch zu der Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens bereit wäre, sollte die EU die sehr niedrig veranschlagten 20 Milliarden Euro an Hilfsgelder an die Ukraine zahlen. Obwohl alle Beteiligten wussten, dass dieser Betrag nicht einmal den anfänglichen Verlust für die Ukraine kompensieren würe, wurde es von der EU abgelehnt. Die Bevölkerung der Ukraine hielt sich laut einer Umfrage fast die Waage, was den Assoziierungsvertrag betraf: 49% sprachen sich für, 46% gegen den Vertrag mit der EU aus.

 

Am 11. Dezember begann die Polizei in Kiew die Barrikaden der Demonstranten zu räumen, um die gesperrten Straßen in der Innenstadt wieder zu öffnen. Das Geschäftsleben war beeinträchtigt gewesen und auch viele Anwohner hatten keine Freude an dem Radau gehabt. Die Polizei musste stellenweise mit Gewalt vorgehen, dennoch gelang es der Aufstandspolizei Berkut nicht, das besetzte Rathaus zu räumen.

Am folgenden Tag wurden in den westlichen Medien die von der Polizei ausgeübte Gewalt aufgebauscht, westliche Politiker und Meinungsmacher empörten sich scheinheilig, denn innerhalb ihrer Länder hatten sie bislang brutale Polizeieinsätze vollkommen in Ordnung gehalten. Auch an die Gewalt vom 30. November wurde bei dieser Gelegenheit noch einmal übertrieben dargestellt, eine Gewaltorgie wurde daraus konstruiert, während der von der deutschen Polizei durchgeführte Einsatz gegen Occopy-Aktivisten eher diese Bezeichnung verdient hätte. Auch der am 21. Dezember 2014 erfolgte Polizeieinsatz in Hamburg war durch Eskalation, Härte, Beschneidung des Versammlungsrechts und „Sonderbefugnisse“ durch die Polizei einhergegangen.

 

Darum ging es aber nicht. Es ging darum, den anderen etwas anzukreiden, weil es innerhalb der doppelten Standards einfach nützlich war, negative Meinungen gegenüber jenen zu erzeugen, die undemokratisch entfernt werden sollten. Ausgerechnet die US-Administration, die Meister der doppelten Standards und das Land, in welchen die meisten Todesopfer durch Polizeigewalt zu verbuchen sind, ließ verkünden, dass sie Sanktionen gegen die ukrainische Regierung in Erwägung ziehen würde. Das mit demokratischen Defiziten ausgestatte EU-Parlament zog nach. EU-Abgeordnete entblödeten sich nicht, sich öffentlich mit den ukrainischen Regierungsgegenern solidarisch zu erklären. Also mit den vor allem durch die USA und Deutschland finanzierten Regierungsgegnern, den Nationalisten und Faschisten.

Die Politiker Beck und Özdemir von der olivfarbenen Partei „Die Grünen“ reisten nach Kiew ab, um dort für die Regierungsgegner mitzumischen. Dort, wo die Europaparlamentarierin Rebecca Harms der Grünen bereits westliche Propaganda betrieb.

Gespräche zwischen den Lagern wurden gefordert, diese aber durch die Opposition am 12. Dezember abgelehnt. China meldete sich zu Wort und warf der EU die Einmischung der EU in die Angelegenheiten der Ukraine vor.

 

Nachdem an diesem Tag nur noch etwa 20.000 Demonstranten auf dem Maidan und drumherum gewesen waren, kam es am 13. Dezember doch noch zu Gesprächen zwischen Janukowitsch und der Regierung mit den Vertretern der Opposition. Allerdings führten diese mit dem US-Kandidaten Jazenjuk, dem deutschen Kandidaten Klitschko und dem faschisten Tjagnibok zu nichts.

Janukowitch versuchte gleichfalls, seine Anhänger zu mobilisieren und eine Pro-Regierungs-Demonstration zu organisieren. 200.000 Menschen wurden erwartet, aber es sollen am 14./15. Dezember nur um die 40.000 gekommen sein. Selbstredend berichteten die Westmedien nicht darüber, und wenn doch, wurden die Pro-Regierungs-Demonstranten als bezahlte und herangekarrte Handlanger verunglimpft. Die Gründe für ihre Sorge schienen nirgendwo im Westen auf.

 

Die ukrainische Regierung stellte sich allerdings selbst ein Bein, weil sie keine Stellung bezog, die verstanden werden konnte. Wie oben bereits erwähnt, ließ Janukowich verlauten, dass er zu einem Assoziierungsvertrag mit der EU hinarbeiten würde. Und auch Sergej Arbusow, der stellvertretende Regierungschef, legte bei einem Treffen in Brüssel dieses Vorhaben dar. Wieder einmmal ging dabei vollkommen unter, dass die Bedingungen dafür aber nicht annehmbar gewesen sind und die Ukraine eine riesige wirtschaftliche Schädigung und eine Abhängigkeit vom Westen eingebracht hätte. Daran änderte auch die anschließend erfolgte Inaussichtstellung des EU-Erweiterungskommmissar Stefan Fülle über eine größere Finanzhilfe und einer Aufstockung der IWF-Kredite nichts.

 

Janukowich fühlte sich aber derartig von allen Seiten unter Druck, dass er nicht nur irgendwie durchzuschwimmen glaubte, sondern auch den Bürgermeister von Kiew, Alexander Popow, seines Amtes enthob, nachdem er ihm als Verantwortlichen für den gewalttätigen Polizeieinsatz Ende November ausgemacht hatte. Auch der Polizeichef wurde wegen „Amtsmissbrauchs“ suspendiert.

Das waren alles Zeichen einer gewissen Hilflosigkeit und auch Schwäche, als Personen der staatlichen Ordnung als Bauernopfer herhalten mussten. Dies wurde nicht nur in den Regierungskreisen registriert, auch die Oligarchen begannen sich nun von Janukowich zu distanzieren, sofern sie nicht ohnehin bereits – wie Poroschenko – mit der Opposition paktierten.

 

 

Der US-Senator McCain, ultrarechter Kriegshetzer, goß mit seinem Auftritt und seiner Rede auf dem Maidan noch Öl ins Feuer. In ideologischer Eintracht an seiner Seite Oleg Tjagnibok, dem Anführer der faschistsischen Partei „Swodoba“. Klitschko hängte sich noch an und forderte vom Westen Sanktionen gegen die ukrainische Regierung.

 

 

Man stelle sich vor, eine russische Abordnung würde sich in Washington vor das Capitol stellen und für die Rechte der Schwarzen oder der Indianer in den USA eintreten und gleichzeitig deren Abfall von der US-Regierung fordern.

 

Samstag
21
März 2015

Terroristen-Spektakel, Teil 5.

 

Die massenmediale IS-Präsenz ist auch im März 2015 tagtäglich, flächendeckend und geradezu penetrant, präsentiert von den Westmedien, die doch gar nichts mit IS-Propaganda zu tun haben wollen. IS wird auch ohne bewusst tieferschürfende Informationen dargeboten wie ein Popstar, mittlerweile lächerlich verkommen innerhalb einer gleichfalls verkommenen Klatschpresse. Auch ohne irgendwelche „Neuigkeiten“ wird IS-Stoff konstruiert, und sei es nur mit Fragestellungen, deren Antworten, sofern es welche geben sollte, niemanden interessiert.

IS in der Dauerschleife ist wie ein Produkt-Placement durch die westlichen Massenmedien. Die permanente Positionierung wirkt wie ein Trichter, welcher auf kaum einsehbare Gehirnwindungen der Konsumenten zielt. Aus Bildern und Worten wird eine Existenz und diese zu einer abstrakten Realität, die von anderen beordert wurde und wird. Übrig bleiben werden in ungebildeten Hirnen einige Begriffe, die vielleicht in einem Supermarktregal gesucht werden, ohne dem Wissen nach dem Grund. Nutella, Iglo, IS und nun auch wieder Al-Kaida. Es ist einfach da, da oben drin, alles andere spielt keine Rolle.

 

Setzen wir den medialen Rückblick fort.

 

Für das den USA äußerst verbundene Blatt „STANDARD“ sitzt ein gewisser Frank Herrmann in Washington, um den Lesern das weiterzureichen, was ihm aufgetragen wird. Nachdem aus den verbündeten ISIL/ISIS/IS per Beschluß eine Terrorgruppe geworden war, stellte Herrmann im vergangenen Herbst bei dieser Gelegenheit ein neues Buch von Henry Kissinger vor, der von ihm als „elder statesman“ und „kühlen Realpolitiker“ bezeichnet wurde. Das ist eine sehr freundliche Werbung für einen sehr freundlich bezeichneten ehemaligen US-Außenminster, der vor allem als Kriegsverbrecher in Erinnerung geblieben ist. Mitverantwortlich für unglaubliche Massenmorde in Asien und Südamerika verkaufte er auch den US-Angriffskrieg gegen den Irak 2003 als eine „Intervention“ zum „Demokratieexport“. Das muss man nicht extra erwähnen, auch Herrmann sieht davon ab.

STANDARD, 10. September 2014

http://derstandard.at/2000005367873/Das-globale-Chaos-und-der-Rat-des-alten-Strategen

 

 

Am darauffolgenden Tag gab es einen Bericht über die Rede des US-Präidenten Obama an die „Nation“, an die auserwählte Nation, wie wir heute genauer wissen. Auch am 12. September 2014 drehte sich in einem Artikel von Herrmann alles um diese Rede des Drohnenkillers, unreflektiert wie gewohnt. Das Datum hat Symbolcharakter, zumindest für die Naiven unter uns: der 11. September.

STANDARD, 11. September 2014:

http://derstandard.at/2000005431656/USA-weiten-Luftangriffe-auf-Syrien-aus-und-wollen-Rebellen-ausbilden

„Die außenpolitische Wende eines Getriebenen.“ STANDARD, 12. September 2015:

http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/STA/20140912/die-aussenpolitische-wende-eines-ge/0830840650780680650820680%209520140912194002287250061.html

 

Bereits die Überschrift ist falsch, denn es gibt keine außenpolitische Wende. Die nun zu Terroristen erklärten Personen hinter dem Label ISIS/ISIL/IS bleiben das, was sie vorher schon waren: ein Produkt des angloamerikanischen Überfalls auf den Irak 2003, finanziert durch die GCC-Staaten, vor allem Saudi-Arabien, und im Kern nichts weiter als eine verdeckt operierende Söldnerbande.

 

Die Ankündigung Obamas, die angebliche Bekämpfung dieser Terrorformation auch auf das Territorium Syriens auszuweiten, entspricht der aktuellen Agenda. Da es die Söldner, Banditen und Halsabschneider bislang nicht geschafft haben, den syrischen Staat zum Einsturz zu bringen, ist der offizielle Übergriff auf syrische Gebiet der logische Schritt, um die eigenen Terroristen bei der Stange zu halten. Mit der Option auf mehr in Richtung Damaskus. Von dort wurde diese Ankündigung natürlich als (weitere) Aggression gewertet.

 

Abseits jeglicher Norm für ein friedliches Zusammenleben wurde angekündigt, eine „breite Allianz“ zu schmieden und auf entsprechender Ebene sondiert und verhandelt. Dabei handelte es sich, vom Irak abgesehen, um US-amerikanische Bündnispartner, die bereits in dem verdeckten Krieg gegen Syrien involviert sind. Die Ankündigung zur Aufrüstung der angeblich „gemäßigten Opposition“ bedeutet ohnehin nichts anderes und ist alles andere als neu.

 

Besonders zynisch muss für die Syrer der Plan sein, ausgerechnet in Saudi-Arabien eine (weitere) Söldnertruppe für den Krieg in Syrien aufzubauen, welcher die in den Hintergrund gedrängten „moderaten“ FSA-Terroristen unterstützen soll. Das ist so, als würde Berlin 1942 eine Nazitruppe aufstellen, um moderate ukrainische Faschisten zu unterstützen, deklariert als „Freiheitsbewegung“.

STANDARD, 12. September 2014:

http://derstandard.at/2000005471363/Kerry-will-arabische-Staaten-ins-Boot-holen

 

Kommentare gab es natürlich auch, zum Beispiel von Gudrun Harrer, um beim STANDARD zu bleiben.

http://derstandard.at/2000005468766/Obamas-Spagat

 

Für Harrer ist es vollkommen normal, dass die USA in einem fremden Staat die Opposition unterstützen müssen. Haben sie ja auch überall gemacht, wenn die Regierung ihren Interessen im Weg gestanden ist. Ebenso in Ordnung auch das „Trainieren von Rebellen“ bei den Saudis. Was sollen sie dort trainieren? Das Plakatieren von Protestplakaten oder das Töten? Aber soweit geht Harrer vorsichtshalber nicht. Dafür gerade zu frech, dass von ihr die saudische Diktatur als Sponsor von „Demokratie“ bezeichnet wird, „Paradoxum“ hin oder her. Nach Harrer geht es immer noch um Demokratie, welche endloses Massenmorden irgendwie rechtfertigen soll. Auch nicht schlecht der Hinweis, dass „Assad dank IS obenauf schwimmen“ soll. Was hier aber phantastisch realitätsfern daherkommt, soll noch in ganz besonders abstrusen Behauptungen gipfeln, wie wir zu einem späteren Zeitpunkt sehen werden.

 

Auch Alexandra Förderl-Schmid mochte sich den Kampf gegen die IS anschließen.

http://derstandard.at/2000005530658/Der-Kampf-gegen-IS-beginnt-zu-Hause

„… Zehn arabische Staaten – darunter Saudi-Arabien – sagten unter anderem zu, die Finanzströme der Extremisten und den Zulauf ausländischer Kämpfer zu stoppen…“

 

Das war sehr nett von denen. Vorher haben sie dies offenbar nicht getan.

 

 

Montag
16
März 2015

Paris, Januar 2015. Teil 15.

Die gedruckten Massenmedien in Österreich III. 

Zentrales Thema war in den Gazetten dabei die Organisation „Al Kaida“, die in allen Medien so etwas wie eine Auferstehung erhielt. Allerdings nur in Form der vorherrschenden US-Legende, dessen Gegenteil beweisbar ist. Spielt aber keine Rolle bei Massenmedien, welche nur noch als immer billiger werdende Propagandasprachrohre der Eliten dient, um die Gläubigen zu beschallen.

Mit „Al Kaida“ steht und fällt die ganze „Vision“ der westlichen Kriegstreiber und einiger GCC-Staaten, die parallel dazu den fundamentalistischen Söldnerhaufen „IS“ gebildet haben, welcher zumindest in Teilen mit „Al Kaida“ austauschbar ist. Doppel-Terror scheint hier einfach besser zu halten.

Da es aber nicht gewünscht ist, dass sich der Durchschnittsbürger selbst schlau macht, wurde dessen Faulheit mit „Informationen“ und Meinungen der so genannten „Terrorexperten“ bedient. Denn die müssen das ja wissen, deren kompetente Expertisen ist man seit 2001 gewohnt.

 

Nach den Anschlägen von Paris wurde besonders ein „Terrorexperte“ medial positioniert: Peter Neumann. In Deutschland wie auch in Österreich bekam er für viele Tage überall reichlich Raum für sein Gerede, um dort die große Bedrohung gleich für die nächsten 20 Jahre herbeizudrohen.

 

 

Neumann wird als „Professor für Kriegsstudien“ und als „Direktor des Internationalen Zentrums für Studien für Radikalisierung am King’s College in London“ geführt, was diesem Mann einen seriösen Anstrich verleihen soll.

„Al-Qaida weiß, dass sie den Islamischen Staat nur im Westen toppen kann.“

Interview mit dem Extremismusforscher Peter Neumann.

Von Julia Raabe. PRESSE, 9.1.2015.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4633807/AlQaida-weiss-dass-sie-den-IS-nur-im-Westen-toppen-kann

 

Genau das ist Neumann nicht. Würde er tatsächlich nach den Ursachen von Radikalisierung in der muslimischen Welt forschen, sollte ihm der Blowback-Effect geläufig sein. Wer Terror sät wird Terror ernten. Normalerweise.

Ein interessanter Forschungsgegenstand wäre somit die Frage, warum es diesen Blowback-Effect bislang nicht gab, obwohl die westlichen Kriegstreiber bereits Millionen von Moslems ungestraft massakriert haben. Scheint aber kein populärer Forschungsgegenstand in diesem „Institut“ zu sein.

 

Neumann hat einige Bücher publiziert, „Studien“ verfasst und eine Reihe von Artikeln verkauft. Hier eine kleine Auswahl bei den Artikeln:

Neumann als Vertreter der unbewiesenen US-Verschwörungstheorie:

http://www.nytimes.com/2004/03/27/opinion/why-nobody-saw-9-11-coming.html?pagewanted=allHYPERLINK „http://www.nytimes.com/2004/03/27/opinion/why-nobody-saw-9-11-coming.html?pagewanted=all&src=pm“&HYPERLINK „http://www.nytimes.com/2004/03/27/opinion/why-nobody-saw-9-11-coming.html?pagewanted=all&src=pm“src=pm

 

Hier schiebt Neumann den Anschlag von Madrid ebenfalls der Phantomorganisation „Al Kaida“ zu, „vergisst“ aber die Rolle des spanischen Geheimdienstes.

http://www.welt.de/debatte/kommentare/article6074897/Terrorwarnungen-plausible-Orakel.html

 

Und hier ein Artikel von Neumann im NATO-Sprachrohr SPIEGEL, eine perfekte Verbindung. Sie arbeiten ohnehin alle zusammen.

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/debatte-ueber-flugsicherheit-passagierselektion-macht-es-terroristen-leicht-a-736968.html

 

Die Grundlage für Neumann fußt ebenfalls auf „AL Kaida“, wobei er immer wieder gerne die Anschläge von New York, Madrid und London sowie die Karnevalstruppe „Sauerland-Gruppe“ heranzieht, allesamt Geheimdienst-Unternehmen.

Ein Blick auf seine Homepage informiert uns zusätzlich darüber, dass er und sein Büro von denen finanziert wird, die ihre Verbrechen als jene von anderen verkaufen möchten.

http://icsr.info/about-us-2/staff/peter-neumann-director/

 

Der herumgereichte „Terrorexperte“ ist nichts weiter als ein Diener seiner Herren in Washington und London. Demzufolge kaut er nur deren Sichtweise wider, ohne auch nur irgendetwas zu hinterfragen. Da wird nichts wirklich geforscht, da wird Meinung verkauft. Für seine Auftraggeber, für die Massenmedien als deren Lautsprecher, für den Pöbel auf der Straße.

 

Forscher Neumann verbreitet seine Forschungsergebnisse natürlich auch über BILD, also jenem Medium, welches in den Dienstverträgen seiner Mitarbeiter negative „Forschungsergebnisse“ bezüglich USA, Israel und NATO untersagt.


Für Neumann ist Al-Kaida das, wie es von Langley aus behauptet wird. Das ist wie ein Naturgesetz. Er geht entblödend sogar soweit, angeblich über das seelische Befinden dieser Organisation Bescheid zu wissen. Seine Botschaft ist die gleiche, wie sie seit 2001 von der US-Administration und auch von ihm beschworen wird: es wären weitere Anschläge zu erwarten.

Vielleicht weiß Neumann tatsächlich dazu mehr als wir. Wir können es nämlich nur erahnen, während der Dienstweg des „Experten“ in London nicht so lang ist.


Mittwoch
11
März 2015

Paris, Januar 2015. Teil 14.

 

Die gedruckten Massenmedien in Österreich II.

 

Nachdem wir festgestellt haben, dass die Massenmedien auch dort keine Fragen stellen, wo sich letztere geradezu aufdrängen, und sich festgelegt statt Ergebnis offen orientieren, bemerken wir ebenfalls, dass bereits während der Fahndung nach den Attentätern, nach der sehr verfrühten Veröffentlichung eines Indizes und der durch Polizei und Geheimdienste daraufhin flugs präsentierten Dossiers der Tatverdächtigen eine Vorverurteilung zustande kam, welche anstandslos von den Massenmedien übernommen und verbreitet wurde. Das war nichts anderes als der miese Botendienst für das frz. Innenministerium.

Die vermeintlichen Täter waren noch gar nicht gestellt bzw. ums Leben gekommen, als auch die österreichischen Massenmedien eine Reihe von Artikeln brachten, welche vor allem Angstmacherei zum Inhalt hatten und weniger mit Fakten dienten. Hier eine mediale Unterstützung für eine „Strategie der Spannung“ zu entdecken, scheint alles andere als abstrakt.

Siehe zum Beispiel Dr. Daniele Ganser.

http://www.danieleganser.ch/NATO_Geheimarmeen_in_Europa_1352499862.html

 

Die PRESSE brachte am 8. Jänner 2015 neben einen Artikel über das am 7. Jänner durchgeführten Attentat einen weiteren, der mit seiner Überschrift „Europa fürchtet sich vor Schläferzellen“ die Intention feil bot.

So waren dann die „Dschihadisten“ Thema, die zum „IS“ oder zur „Al Kaida“ in den Irak und nach Syrien gehen würden, und selbstredend die gemeingefährlichen „Rückkehrer“. Dass es einen Zusammenhang zwischen frz. „Dschihadisten“ und dem verdeckten Krieg gegen Syrien, an dem auch Frankreich beteiligt ist, geben könnte, wurde wie immer unterschlagen.

Die Existenz einer Bedrohung wurde durch vergangene Anschläge und Attentate untermauert. Diese wurden trotz gewaltiger Fragwürdigkeit der einzelnen Fälle schön aufgezählt (Merah in Toulouse, Nemmouche in Brüssel, die Brüder Tsarnaev in Boston) und mit gewöhnlichen Raubüberfällen von Tätern aus einem Migrantenmilieu aufgefüllt.

http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/4633132/Terrorgefahr_Europa-furchtet-sich-vor-Schlaeferzellen

http://derstandard.at/2000010095763/Anschlag-auf-Charlie-Hebdo-Tiefpunkt-einer-schwarzen-Serie

 

„Al-Suri und der „Jihad der Armen““. Von Rudolf Balmer in der PRESSE am 9. Jänner 2015. Der gleiche Artikel von Balmer auch in der Neuen Züricher Zeitung:

http://www.nzz.ch/international/frankreich-als-zielscheibe-1.18457321

 

Alarmstufe Rot in Paris: Eine Stadt im Ausnahmezustand. Reportage von Ph. Hacker-Walton. Sicherheitsvorkehrungen. KURIER, 10.1.2015.

http://kurier.at/politik/ausland/charlie-hebdo-paris-24-stunden-nach-dem-attentat/106.894.130

http://kurier.at/politik/ausland/paris-trauert-die-solidaritaet-steht-ueber-der-angst/106.950.929

http://kurier.at/politik/inland/vergleich-ist-oesterreich-sicher-vor-terror/107.333.101

 

Es mussten vor allem Überlegungen herhalten, was geschehen könnte. Herhalten musste auch eine anonyme Audioaufnahme, auf welcher angeblich gedroht wurde. Und nicht zu vergessen diese hinterlistigen Schläfer, diese Schlafmützen.

Auf den grauenhaften Artikel von Ingrid Steiner-Gashi im KURIER vom 10. Januar 2015 wurde bereits oben in Teil 9 eingegangen.

http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/KUR/20150110/gefuerchtete-rueckkehrer-zum-toeten/0750850820730690820952015%2001101831160007.html

 

Wie auch auf den Artikel vom PRESSE-Leitartikler Ultsch, in welcher dieser Angstmacherei mir der Ermahnung zur Vernunft verrührt hatte. Die Übernahme eines Zitates des frz.- Ex-Präsidenten und Kriegsverbrechers Sarkozy, der während seiner Amtzeit kein Problem damit gehabt hatte, zusammen mit (neben der USA) „Al-Kaida“-Verbänden und anderen Radikalen und Söldnern den libyschen Staat zu zerstören und einen riesigen Berg von Leichen zu hinterlassen, bleibt ein besonderes „Schmankerl“.

Da es der Masse da draußen schon während der damaligen Kriegshandlungen gegen Libyen schwer zu erklären gewesen war, dass NATO und „Al Kaida“ für alle sichtbar kooperiert hatten, hatte man es auch medial gleich ganz weggelassen.

http://diepresse.com/home/meinung/kommentare/leitartikel/4633155/Frei-sind-wir-nur-solange-wir-uber-alles-lachen-durfen?direct=4636374

 

Schließlich wurde gewarnt. „Geheimdienste warnen vor weiteren Attenaten in Europa“, titelte der STANDARD in seiner Ausgabe vom 10./11. Jänner.

„Der Chef des britischen Inlandsgeheimdienstes MI5, Andrew Parker, warnt vor Terroranschlägen mit einer großen Opferzahl in westlichen Ländern. Eine Kerntruppe militanter Islamisten in Syrien, die dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahestehe, plane derzeit umfangreiche „Angriffe gegen den Westen.““

 

Das ist herrlich unbestimmtes Insiderwissen, mit den eingewobenen roten Knöpfen für die Lämmer auf der Straße: „Terroranschläge“, „große Opferzahl“, „Al-Kaida“. Das reicht vollkommen aus, um die meisten Leute in dumpfe Panik zu versetzen. Die britischen Verbindungsoffiziere bei den „Al-Kaida nahe stehenden Islamisten“ lachen sich schlapp.

„Geheimdienste warnen vor weiteren Attentaten in Europa.“ Standard, 10./11. Jänner 2015. Online-Version:

http://derstandard.at/2000010218920/Nach-Anschlag-auf-Charlie-Hebdo-Drei-Attentaeter-und-vier-Geiseln

 

In dem Artikel des KURIER „Kampf gegen Rassismus und Antisemitismus“ vom 11. Januar 2015 wurde der französische Premier Manuel Valls zitiert, der seiner Bevölkerung auf das einzustimmen versuchte, was seiner Ansicht nach nun kommen würde.

„… kann nur der Beginn eines langen und komplizierten Abwehrkampfes der Republik sein. Lange, weil Frankreich durch seine Militäreinsätze gegen die Dschihadisten in Afrika und im Irak in Kriege verwickelt ist, die so bald nicht beendet werden können, und bei denen der islamistische Feind seinerseits Frankreich zum Schlachtfeld machen möchte. Kompliziert, weil jetzt der Kampf um die Köpfe jener vielen, meistens jungen Menschen vollends entbrannt ist, die den Kundgebungen ganz bewusst fernblieben. So wie sie sich schon die längste Zeit von den demokratischen Parteien abgewendet und von der Informationswelt der verantwortungsbewussten Medien abgekoppelt haben.“

http://kurier.at/politik/ausland/kundgebungen-in-paris-kampf-gegen-rassismus-und-antisemitismus/107.346.001

 

Langwierige Kriege nach außen und Gefahrendeklaration nach innen – mit allen nicht genannten Konsequenzen. Das ist die eine Botschaft. Die andere richtet sich an jene Bürger, die sich von der verbrecherischen, äh, demokratischen Politik und den verlogenen, äh, verantwortungsbewussten Medien abgewendet haben. Diese erfreuliche Entwicklung wird offenbar mit Sorge beobachtet.

 

Donnerstag
05
März 2015

Paris, Januar 2015. Teil 13.

Die gedruckten Massenmedien in Österreich I.

Der österreichische STANDARD titelte nach dem Anschlag auf „Charlie Hebdo“ am folgenden Tag seinen Artikel mit der Schlagzeile: „Terror gegen islamkritische Zeitung.“

Der STANDARD war sich zu diesem Zeitpunkt bereits sicher, in welche Richtung es ging. Denn „Terror gegen die katholisch-kritische Zeitung“ wäre ebenfalls nicht falsch gewesen. Die maskierten Täter hatten sich aber während ihrer Tat und bei sprichwörtlich jeder Gelegenheit als „Islamisten“ zu erkennen gegeben. Ohne diese penetrante Bezichtigung der Täter wäre es schwierig gewesen. So aber konnte natürlich ein entsprechender Kontext hergestellt werden.

http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/STA/20150108/terror-gegen-islamkritische-zeitung/0830840650780680650820680%209520150108040505231210088.html

http://www.genios.de/presse-archiv/artikel/STA/20150108/-wir-haben-den-propheten-geraecht/0830840650780680650820680%209520150108194001144750092.html

 

 

Der STANDARD wie auch alle anderen Massenmedien nahmen den Ball gerne auf und verbreiteten dies und das über die Organisation „Al-Kaida“, die eben aufgrund der Selbstbezichtigungen durch die Täter eine mediale Wiederkehr erlebte.

Die Geschichte schien für einfache Gemüter schlüssig. Islamistische Attentäter überfallen aus Rache die Redaktion eines Satire-Magazins, welche vor Jahren den Propheten Mohammed auf ihr (zumeist geschmackloses) Korn genommen hatte. Für diese zeitlich sehr verzögerte Rache hatten die beiden Killer weniger sich selbst, als „Al Kaida im Jemen“ verantwortlich gemacht.

Neben der freundlichen Offenheit der Täter, alle Menschen, denen sie begegneten, diese Information zukommen zu lassen, ging ihr Narzißmus nicht so weit, sich selbst zu erkennen zu geben.

 

An diesem Punkt tritt der kriminalistische Aspekt ein. Diese Bekenner-Täter waren maskiert. Ihre Behauptung, für irgendwelche Organisationen zu „arbeiten“, ohne sich selbst identifizieren zu lassen, ist erst einmal auch nichts weiter als eine Behauptung.

Auch ohne die Umstände ihrer bereits geschilderten und fragwürdigen „Flucht“ und dem unmaskierten Erscheinen erst am folgenden Tag, wäre hier bereits die Frage und die Feststellung geboten, ob es sich bei den beiden Killern bei „Charlie Hebdo“ beweisbar um die später dargestellten Kouachi-Brüder handelt.

Der einzige „Beweis“, der (entgegen aller polizeilichen Regeln) schleunigst den Medien zugespielt wurde, war dieser suspekte Glücksfund einer Identitätskarte im stehen gelassenen Fluchtfahrzeug. Nur war dies nicht einmal ein Beweis, erst recht nicht zu diesem Zeitpunkt, sondern maximal ein Indiz, weil kurioserweise bis heute nicht der Fahrzeughalter bekannt gemacht wurde (…) und es unklar war, wer überhaupt in den vergangenen Tagen das Fahrzeug verwendet hatte.

 

Die Medien stellten allerdings nicht einmal ansatzweise die (verdächtige) polizeiliche „Ermittlungsarbeit“ und Medienpolitik in Frage, obwohl diese – erst recht nach dem anschließend sofort veröffentlichten „Täterdosiers“ durch Polizei und Geheimdienst noch während der Fahndung – ganz deutlich zu hinterfragen gewesen wäre.

Noch dazu war es – mit einem Blick in die Vergangenheit – alles andere als selten, dass Attentate aus politischem Kalkül gerne anderen in die Schuhe geschoben wurden. Wie überhaupt fast alle kriegerische Aggressionen darauf aufbauten, zuvor mit einer inszenierten Aktion einen Vorwand zu schaffen, der sich der Bevölkerung als „Verteidigung“ verkaufen ließ. Hierbei ist noch nicht einmal von den zahlreichen Attentaten die Rede, die bis zum heutigen Tag nicht aufgeklärt wurden, auch wenn penetrant das Gegenteil behauptet wird – auch durch die Massenmedien als Sprachrohre einiger Interessensgruppen.

 

Kann sich jemand daran erinnern, dass sich zum Beispiel die Attentäter vom Bombenanschlag in Bologna 1980 mit 85 Toten als CIA-Agenten oder Angehörige von GLADIO oder des italienischen Geheimdienstes bekannt hätten? Nein, es wurde damals sofort den (bereits geheimdienstlich unterwanderten linksextremistischen) Roten Brigaden untergeschoben. Heute ist es gerichtlich erwiesen, dass es ein durch die Geheimloge P2 und Geheimdienste inszenierter Anschlag gewesen war, der ausgeführt wurde, um die italienische Bevölkerung mit Terror die linken Parteien zu diskreditieren, die einen erheblichen Zulauf erhalten hatten. Mit Erfolg übrigens, die rechten Parteien (und ihre Hintermänner, Finanziers, faschistische Strukturen) konnten sich anschließend doch noch behaupten. Sie versprachen auch Sicherheit und „Schutz vor dem Terror“.

 

Bologna, 1980. Foto: Beppe Briguglio, Patrizia Pulga, Medardo Pedrini, Marco Vaccari

 

Der damalige Drahtzieher Licio Gelli selbst hatte ein „Erneuerungsprogramm“ erstellt (bei Gelli beschlagnahmt), der eine Anleitung zum Staatsstreich beinhaltete. Terror sollte als Mittel für eine „Strategie der Spannung“ dienen, wobei ausdrücklich den Massenmedien die Rolle zukam, diese „Spannung“ medial massiv zu verkaufen und die Machtübernahme vorzubereiten.

Aber es war massenmedial nicht einmal der Ansatz einer derartigen Überlegung zu finden, was freilich wenig erstaunlich ist. Die Mainstream-Medien gaben (und geben) nur das vollkommen unreflektiert wieder, was ihnen zu- und aufgetragen wurde. Und nach wie vor wird.

Das macht sie entbehrlich.

 

Montag
02
März 2015

IS-Propaganda?

Medien und Politiker reden seit Monaten gerne von der „IS-Propaganda“, auf welche hier und da einige zumeist junge Leute anspringen würden. Irgendwie scheint überhaupt alles Propaganda zu sein, was mit der IS zu tun hat.

Auswahl:

http://www.weser-kurier.de/deutschland-welt_artikel,-Analyse-De-Maizi%C3%A8re-will-IS-Propaganda-Feldzug-stoppen-_arid,941183.html

http://kurier.at/politik/ausland/is-propaganda-oesterreich-will-is-terroristen-waffe-internet-nehmen/93.110.677

http://kurier.at/politik/ausland/is-propaganda-krieg-der-bilder/102.031.779/slideshow

http://www.nordkurier.de/nachrichten/ticker/berlin/weiteres-is-propagandavideo-mit-britischer-geisel-cantlie-2710680310.html

Das ist alles „propagandistisch“ falsch, in anderer Hinsicht aber vollkommen richtig.

 

Auch hier kann es nützlich sein, einmal alles Geschreibsel und Gesende der Medienanstalten wegzulassen und für eine Minute gegen die Decke zu schauen. Oder ins Klo. Um zu denken, um in Ruhe zu denken.


 

Einen Wink als Hilfestellung hatte der Redakteur Fabian Schmid vom STANDARD am 22. August 2014 geliefert. In zwei Artikeln ging es um die äußerst späte Reaktion von Sozialen Netzen, welche Videos und Bildmaterial bezüglich dem Enthauptungsvideo des US-Amerikaners Foley gesperrt hatten. Dies wurde anscheinend sehr zwiespältig aufgenommen. Abartig ist natürlich der Umstand, dass alle anderen Tötungs- und Leichenmaterialen zuvor nie zu einer Debatte geführt hatten. Richtig, es waren ja immer nur irgendwelche Iraker oder Syrer gewesen, also Menschen dritter Klasse, welche gequält, gefoltert und ermordet worden sind.

http://derstandard.at/2000004635750/Diaspora-Torrents-IS-Terroristen-setzen-auf-Alternativen

http://derstandard.at/2000004653503/Zensur-Netzaktivisten-kritisieren-Bann-von-Enthauptungsvideo

 

„Denn bei den schockierenden Fotos und Videos handelte es sich um die neueste Social-Media-Kampagne der Terrorgruppe IS, die bereits seit Monaten soziale Netzwerke mit ihren Inhalten überschwemmt…“

Schmid kommt ebenfalls nicht umhin, ein Enthauptungsvideo, ob echt oder manipuliert, als ein Propaganda-Instrument des IS darzustellen. Das machen die anderen, die Kollegen, schließlich auch.


So auch in einem weiteren Artikel des STANDARD, welcher innerhalb einer „Analyse“ zumindest eine richtige Überlegung beinhaltet, ansonsten aber Propaganda andrehen möchte.

http://derstandard.at/2000004554409/Nach-Tod-von-US-Journalist-reagieren-Twitter-und-Co-auf

Der STANDARD-Redakteur Fabian Schmid schrieb sich im folgenden Artikel in einen regelrechten Rausch über die „IS-Medienkampagne“, bestens versorgt von US-Quellen.

http://derstandard.at/2000004973680/Jihad-30-Die-Terror-Propaganda-der-IS-birgt-einige-Ueberraschungen

 

Unsere Frage ist dagegen die: handelt es sich hierbei tatsächlich um Propaganda?

Wir haben uns nicht die Mühe gemacht, das Netz nach dieser „Propaganda“ zu durchsuchen. Vielleicht gibt es tatsächlich soetwas. Was wir gesehen haben, war das, was uns Medien zur Verfügung gestellt haben. Es waren Videos, die jeden Menschen abstoßen müssen, sofern er nicht auf die eine oder andere Art pervers veranlagt ist.

Zudem scheint der Sinn einer Propaganda verfehlt zu sein, wenn erst langwierig danach gesucht werden muss. Es macht sie dann überflüssig. Propaganda wird, wie wir selbst in unserem Umfeld beobachten können, in den eigenen Lebensraum eingeschleust. Flächendeckend und ungefragt.

 

Dies lässt uns zu der zweiten Frage kommen: wer behauptet, dass es sich bei den aufgefundenen/gezeigten/präsentierten Videos etc. um Propaganda (des IS) handelt?

Es sind die Politiker und es sind die Medien, was in etwa dasselbe ist. Nach deren Ansicht handelt es sich auch bei den abstoßenden Videos um Propaganda.

Dies steht allerdings konträr zueinander. Schon im 3. Reich hatte das Propagandaministerium dafür gesorgt, in den Kriegswochenschauen die Leichen von getöteten russischen Soldaten eher sekundär darzustellen. Aus einem einfachen wie sinnvollen Grund: es sollte vermieden werden, dass sich in der deutschen Bevölkerung Mitleid gegenüber Russen bilden würde.

 

Wir stellen also fest, dass das Widerliche, was als IS-Propaganda bezeichnet wird, in Wirklichkeit keine ist. Es handelt sich dabei nur um eine Behauptung, der natürlich eine Ursache zugrunde liegt. Politiker und Medien wollen der Bevölkerung etwas verkaufen. Eine Meinung über etwas Schreckliches, was zum Entsetzen führt, zur Furcht. Dies ist die Essenz der Artikel.

 

Für die Massenmedien ist dies Propaganda. Für uns ist das Scheiße (zensiert), selbst wenn es auf einem Teller serviert wird.

 

Wer jetzt einen Schritt weiter denkt, muss unweigerlich zu der nächsten Frage kommen, warum und auf welche Weise diese Greul überhaupt in „unsere“ Haushalte gelangt.


Diese IS-Leute und alle anderen besitzen keine Medienhoheit, sie besitzen überhaupt keine Medien. Sie können ausschließlich als Nutzer andere Plattformen verwenden.

Der Transport von Videos über beispielsweise YouTube, das Füttern der sozialen Netzwerke wie Twitter geschieht reibungslos. Es wäre ganz einfach, all das einfach abzustellen, dann würde hier kein Mensch mit IS etwas anzufangen wissen. Genau das geschieht aber nicht, es wurde nur ein wenig korrigiert, hier und da etwas gesperrt und eine Diskussion angestimmt, nachdem ein US-Amerikaner ein Opfer gewesen sein mag.

 

Videoplattformen wie YouTube und die sozialen Medien gehören US-Konzernen, und es sind die USA, die vor Ort, dort, wo eine IS agiert, handfeste Interessen besitzen. Das sollte zu denken geben. Erst recht, wenn genau diese Plattformen über Verbindungen zu US-Regierungseinrichtungen verfügen.

Und wenn überhaupt von Propaganda gesprochen wird, welche angeblich der IS unter das Volk bringt, wird die wesentliche Propaganda-Maschinerie wie immer beiseite gelassen: die des Westens.

Die steht hier an erster Stelle. Wenn sich Blätter wie STANDARD, PRESSE und KURIER heuchlerisch über einen IS empören, so waren und sind sie es, welche den Krieg gegen Syrien (und zuvor Irak) medial unterstützen.

 

Aus diesem Blickwinkel mag es dann nicht mehr verwunderlich sein, wenn sich einige ungebildete Spinner tatsächlich mit Raub und Mord in Syrien engagieren möchten. Es geht ja schließlich gegen einen wahnsinnigen Diktator, der sein „eigenes Volk“ bombardiert und überhaupt die ganze Welt bedroht. Das wird ihnen täglich von „unseren“ westlichen Propagandamedien eingetrichtert.

Wenn ein unterbelichteter junger Mann unbedingt einer Terrorgruppe beitreten möchte, die hier nicht als Terrorgruppe, sondern wahlweise als Freiheitskämpfer oder Rebellen bezeichnet werden, was könnte aus deren Sicht falsch für ein Mittun sein?

http://diepresse.com/home/panorama/oesterreich/3864463/Verhaftete-Jihadisten_Absicht-in-den-heiligen-Krieg-zu-gehen

 

Oje, da haben wir nun einen fetten Widerspruch gefunden, der sogar bei aller Deutungshoheit der westlichen Massenmedien so klar ersichtlich ist, dass es den Mediennutzern mit ihrer Wahrnehmungs- und Bildungstiefheit offensichtlich überfordert.

 

Der einzige Konflikt, zu dem es mit den Terroristen aka Freiheitskämpfern kommen könnte, ist der mit dem österreichischen Strafgesetzbuch. Doch ist dies nur Papier, wenn die Behörden untätig bleiben. Einzig bei einer Organisation, die sich IS nennt, wurde vor einiger Zeit in der NATO eine Ausnahme gemacht. Und das noch nicht einmal richtig.

 

Insofern ist alles zu diesem Propaganda-Thema, wie es uns Medien und Politiker glauben machen wollen, ein vorsätzlich dargelegter Blödsinn. Wie alles andere ebenfalls. Es wird alles nur benutzt, um den Wünschen einiger Interessengruppen und Geldgeber nachzukommen und alle anderen, dass sind die vor der Glotze, mit der Zeitung in der U-Bahn etc., weiterhin zu verblöden. Damit es ja so bleibt.


Wer dies nicht verstanden hat, ist unter anderem der relativ neue österreichische Außenminister:

http://diepresse.com/home/panorama/welt/3872431/Kurz_Kampf-gegen-IS-in-Facebook-und-Kindergaerten

http://derstandard.at/2000005735971/Kurz-will-breit-angelegte-Aufklaerungskampagne-gegen-Jihadismus

 

Dabei sind die Dinge manchmal so banal gelagert. Propaganda? Vielleicht ist es eben doch nur das Angebot an Halbwüchsige, einen nagelneuen, tollen Toyota-Pick-up fahren zu dürfen. Die gibt es in Syrien nicht nur schon in Massen, es werden immer mehr. Und immer ganz neu.


Nagelneu und gepflegt. Ordnung muss sein.

 

Deswegen auch Licht am Tag.

 

Der Vater im Himmel muss es gut mit seinen häufig schwarz gekleideten Schafen gemeint haben, welcher die Fahrzeuge und die Waffen nebst Munition an den Bäumen wachsen ließ. So ist es im Orient, so ist es auch in einem irdischen Paradies.


Mittwoch
25
Februar 2015
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