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Der Berufsidiot.

 

„In der Tat, das Coronavirus ist ein Beweis dafür, dass autokratische Systeme gerade auch in Krisenzeiten nicht funktionieren, weil Diktaturen die Menschen nicht ehrlich informieren.“

 

Helmut Brandstätter, ehemaliger Chef-Redakteur und Herausgeber des KURIER sowie jetziger Abgeordneter der Partei NEOS, in Anspielung auf China in:

„Außenpolitik ist mehr als Photo-Ops“, STANDARD, Druckausgabe vom 20. Februar 2020.

https://www.derstandard.at/story/2000114773759/aussenpolitik-ist-mehr-als-photo-ops

 

 

Donnerstag
14
Mai 2020
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Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 7.

 

Als negatives Beispiel soll hier die Organisation „MEDICO“ mit Sitz in Frankfurt/Main stehen, welcher als gemeinnütziger Verein eingetragen ist.

https://www.medico.de/

„MEDICO“ präsentiert sich als eine Hilfsorganisation, wobei Grundsätze und auch Partnerschaften hier zu entnehmen sind:

https://www.medico.de/wir/grundsaetze/#c17815

Auf dieser Seite geht auch hervor, dass diese Organisation vor allem durch das deutsche Außenamt sowie dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert wird. Warum dem so ist, wird anhand der Feststellung deutlich, worin diese Zusammenarbeit besteht.

„MEDICO“ ist auch in Syrien tätig, weswegen es hier von Interesse sein soll.

https://www.medico.de/projekte/syrien/

Die Organisation behauptet von sich, dort zu „helfen“, wobei sich hier ein erster Widerspruch ergibt. Da die Bundesrepublik Deutschland in seiner Feindschaft zum syrischen Staat zusammen mit seinen Bündnispartnern eines der brutalsten Sanktionsregimes unterhält und neben dem Wirtschaftskrieg auch politisch, medial und eingeschränkt auch militärisch gegen Syrien operiert, soll die vor allem von Deutschland finanzierte Organisation „MEDICO“ angeblich genau dort „helfen“.

Hier einige entlarvende Eindrücke von den Sprechern der „helfenden“ Bundesregierung Deutschlands, die an Verlogenheit, Heuchelei, Verkommenheit und krimineller Energie kaum zu überbieten sind. 

 

 

 

 

Auf der Homepage dieser Organisation wird schnell deutlich, dass „MEDICO“ mit den bisher erwähnten Hilfsorganisationen absolut nichts gemein hat.

Auf ihrer Seite zum Thema Syrien („Projekte und Partner“) ist folgendes als eine Art „Vorinformation“ zu lesen:

„Die mit dem Aufstand gegen das Assad-Regime geweckte Hoffnung auf eine zivile und demokratische Entwicklung Syriens ist in einem immer grausamer werdenden Bürgerkrieg zerrieben worden. Doch nach wie vor gibt es eine Zivilgesellschaft, die sowohl dem allgegenwärtigen Terror des Regimes als auch dem religiösen Extremisten standhält – in Syrien ebenso wie in Syrisch-Kurdistan. Genau diese zivilen Kräfte unterstützt medico und steht den Menschen auf der Flucht über die Nothilfe lokaler Partner zur Seite.“

Was möchte „MEDICO“ hiermit zum Ausdruck bringen? Eindeutig ist hier die Zuweisung der syrischen Regierung in die Rolle des (alleinigen) Täters, welche hier mit antisyrischer Propagandasprache als „Assad-Regime“ verunglimpft wird. Die vom „Merkel-Regime“ finanzierte Organisation vermacht dort den Terror, sogar „allgegenwärtig“. Sie behauptet einen Aufstand durch eine Zivilgesellschaft, angeblich wegen – unbelegter – demokratischer Bedürfnisse. „MEDICO“ behauptet auch die Existenz eines Bürgerkrieges in Syrien, obwohl sämtliche antisyrische Bewaffnete von ausländischen Kriegstreibern unterhalten werden, die sich ganz offiziell dem Sturz der syrischen Regierung verschrieben haben. Sämtliche Aspekte, welche nicht in das vom deutschen Auswärtigen Amt gepflegte Bild passen, werden unterschlagen.

„MEDICO“ behauptet weiters, jene Zivilgesellschaft zu unterstützen, welche sich außerhalb der staatlichen syrischen Strukturen sowie jenen der „religiösen Extremisten“ befinden würde. Wo diese sich befinden soll, wird nicht konkret genannt, kann sich aber nur auf jene Gebiete erstrecken, die noch von den syrischen Kurden gehalten werden. Diese wurden und werden zumindest zeitweise von den USA unterstützt.

Bereits dieser Einleitungstext disqualifiziert „MEDICO“ als neutrale Hilfsorganisation. Ihre gezeigte Vorliebe für das kurdische Projekt „Rojava“ sowie ihre gleichzeitige antisyrische Haltung wird auch in weiteren Bereichen überdeutlich.

Ein gewisser Till Küster zeigt sich für einige Artikel verantwortlich, welche durch eine extrem einseitige Sicht „bestechen“. Hier werden Inhalte von BILD-Zeitung bis SPIEGEL, von Washington über Berlin bis Riad wiedergegeben, einschließlich der Verlautbarungen durch Al-Quaida-Medienstützpunkte, welche durch eben diese und andere Gegner Syrien finanziert werden.

Kurzum: die Sicht aller Beteiligter, welche den Krieg auf allen Ebenen gegen Syrien und dessen Regierung führen. Eine andere Darstellung, wie jene der syrischen oder russischen Seite, kommt darin nicht vor. Küster, und das muss man ihm lassen, deklariert sich hier eindeutig als der Partei der Aggressoren zugehörig.

Zum Beispiel der Artikel „Das Leben geht zu Ende“ vom 15. Januar 2020:

https://www.medico.de/blog/das-leben-geht-zu-ende-17616/

Dieser Propagandadreck beinhaltet die üblichen Textbausteine wie „Tötung“ statt Ermordung, „Rebellen-Enklave“ statt Terroristen-Hochburg, „Regime“ statt Regierung. Der syrische Staat, der berechtigterweise seine Souveränität wieder herzustellen und die besetzten Gegenden gegenüber den ausländischen Invasoren zurückzugewinnen versucht, ist auch bei Küster derjenige, der bombardiert, Schäden anrichtet, Menschen in die Flucht schlägt und gerne Krankenhäuser und Schulen sinnlos bombardiert. Von der anderen Seite ist nichts zu erfahren. „Assad“ – das Böse muss immer personifiziert werden – führt natürlich Krieg gegen das eigene Volk, lässt mit Vorliebe kleine Kinder misshandeln und gleichzeitig ihnen keine Winterkleidung zukommen.

Jene Leute, die in den letzten Jahren in militärisch wenig aussichtsreicher Lage das Angebot der syrischen Regierung angenommen hatten, sich gegen freies Geleit nach Idlib evakuieren zu lassen – und das waren und sind allesamt Al-Quaida-Terroristen, Söldner, Verbrecher und Mörder (einschließlich des familiären Anhangs), wären, so erfährt man von Küster, „Aktivisten“ der Partnerorganisationen von „MEDICO“.

In Idlib wiederum, was auch Küster nicht leugnen kann, herrscht die „radikale Miliz HTS“, die er fälschlicherweise als Ableger von Al-Nusra betitelt. Es handelt sich aber nur um eine Umbenennung dieser Al-Quada-Gruppe, welche natürlich keine Miliz ist, sondern eine Terror-Verband. Von wem diese gesteuert, finanziert und bewaffnet wird, nennt Küster nicht. Stattdessen hatte er eine andere „Rebellen-Gruppe“ ausgemacht, welche – und das ist richtig – von der Türkei unterstützt wird. Allerdings handelt es sich bei diesen Gruppierungen von „Ahrar al-Sham bis zur „Islamic-Party“ ebenfalls um Terroristen und Söldner, was kein Geheimnis ist.

Wo sich bei all diesen vom Ausland gestützten „Aktivisten“ der verschiedenen Al-Quaida-Banden die syrischen „Demokraten“ befinden sollen, die es dort für „MEDICO“ zu unterstützen gilt, bleibt auch in Küster seiner Legende schleierhaft.

Die antisyrische Propaganda sollte am Ende so etwas wie eine rechtliche Fassade erhalten, indem Küster auf die UN-Resolution 2254 hinwies:

„Grundlage aller UN-Initiativen zu Syrien ist die Sicherheitsratsresolution 2254 aus dem Jahr 2015: Im Kern beinhaltet sie eine Friedenslösung per Machtübergabe von Präsident Baschar Al-Assad an eine Nachfolge. Ein Rücktritt Assads war einst die Minimalanforderung der Vereinten Nationen für eine friedensorientierte Nachkriegsordnung in Syrien.“

Küster suggerierte hier, dass nach dieser Resolution ein Rücktritt der syrischen Regierung um Assad eine Voraussetzung für eine Friedenslösung wäre. Dem ist allerdings nicht so. Vorgesehen war ein politischer Prozess, die Ausarbeitung einer neuen Verfassung und freien Wahlen. Russland hatte von Anfang an deutlich gemacht, dass das syrische Volk selbst über ihre Regierung abstimmen sollte, also einschließlich der Möglichkeit, die Regierung Assad im Amt zu bestätigen. Und nur deswegen war diese Resolution einstimmig erfolgt.

https://en.wikipedia.org/wiki/United_Nations_Security_Council_Resolution_2254

https://www.rt.com/news/326466-un-syria-resolution-terror/

Weil Küster den Inhalt dieser Resolution verfälscht, zeigt auch er auf, dass er an freien Wahlen in Syrien kein Interesse hat. Genauso wenig wie jene, die ihn dafür bezahlen. Denn die Mehrheit der Syrer würde in freien Wahlen eben nicht die syrischen Handlanger der Aggressoren zu einem Wahlerfolg verhelfen. Ein wesentlicher Aspekt, der die Bekämpfung der Al-Quaida-Gruppen ausdrücklich autorisiert, wird von Küster erst gar nicht erwähnt.

Und so ist diese Resolution 2254 nicht das Papier wert, auf welchem diese geschrieben steht. Die ausländischen Aggressoren unterhalten diesen Krieg nach wie vor auf allen Ebenen, obwohl dieser de facto ihre Kriegsziele nicht mehr erreichen kann. Aber er wird noch am Kochen gehalten, und das ist sicherlich nicht das Bedürfnis einer syrischen Regierung.

 

 

Montag
11
Mai 2020
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Schöne Neue Welt ? Teil 6.

Von René Triebl

 

Betrachtet man die Umstände dieser Krise genauer, drängen sich immer wieder Vergleiche mit 9/11, mit den Ereignissen nach den Anschlägen in New York im Jahre 2001 auf. Erinnerungen an diesen weltweiten Ausnahmezustand werden wach, wobei heute wie damals der Fokus gar nicht so sehr auf der Frage der Ursächlichkeit oder der Schuldfrage liegt, sondern auf Handhabung und Reaktion.

Heute wie damals trifft die Krise unvorbereitet und mit ungeahnter Wucht, bringt eine unerwartet hohe Opferzahl mit sich, erzeugt Unsicherheit, Verwirrung, Überforderung, erzwingt einen Ausnahmezustand.

Damals wie heute folgten die sofortigen Appelle zum „Nationalen Zusammenhalt“ zu Gemeinsamkeit usw. und der Ruf nach tiefgreifenden Konsequenzen.

 

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Wir alle konnten jedoch bereits beobachten, wie diese „Konsequenzen“ tatsächlich gestaltet wurden: Der öffentliche Diskurs wurde augenblicklich von den Freiheitsthemen zu den Sicherheitsthemen verlagert, bis dorthin unantastbare Freiheits- und Bürgerrechte wurden für alle massiv und bis zum heutigen Tag eingeschränkt. Unter dem damals neu etablierten Begriff „War on terror“, einer Art Blaupause zur Legitimierung der gesamten Politik in Folge, kam es zu einem gewissermaßen „undeklariertem“ nationalen „Ausnahmezustand“. Eine ganze Serie restriktiver Maßnahmen kamen zur Anwendung, die sich bis dorthin in den Schubladen vor allem ultrarechter Politiker befanden, und die sich unter regulären demokratischen Verhältnissen nie hätten durchsetzen lassen.

Heute wissen wir: Die darauf folgenden Einschränkungen waren teils ungerechtfertigt, drastisch überzogen und die dabei eingeschränkten Rechte, welche eine funktionierende Demokratie maßgeblich auszeichnet und legitimiert, blieben derart dauerhaft bestehen.

Die Geschehnisse nach 9/11 sind daher heute ein bedrückendes Beispiel, wie ein elitäres, neoliberales Establishment es vermag, den Zusammenhalt und das Gefühl nationaler Einigkeit in einem Land zu ruinieren und dieses langfristig zu spalten. Unmittelbar nach den Anschlägen konnte man sehen, wie groß noch die Anteilnahme in den ganzen USA war. Feuerwehrleute etwa aus Indiana legten spontan über 1200 km zurück, um sich an den Rettungsarbeiten am Ground Zero zu beteiligen.

New York galt damals als großartige Stadt, eine insgeheime „Hauptstadt“, die im Namen der ganzen Nation einen schweren Schlag erlitten hatte, und ganz Amerika trauerte gemeinsam und geschlossen. Durch katastrophale politische Entscheidungen, nicht nur hinsichtlich des Irak-Krieges, sondern auch innerhalb der USA, wurde diese nationale Einheit systematisch ausgelöscht und eine Verbitterung gegenüber der politischen Führung gefördert, die nie ganz abgeklungen ist. Heute gilt daher New York als abgehoben, als Hort überspitzt liberaler Intellektueller und Einwanderer, denen nun recht geschieht und die sich ihr trauriges Schicksal verdient haben. Niemand aus Indiana würde ihnen mehr zu Hilfe eilen.

Es ist leider dringend zu vermuten, dass diese Spaltung aus parteipolitischem Kalkül sogar in voller Absicht angestrebt wurde, um eine Situation zu schaffen in der eine weitgehend erschöpfte und abgelenkte Bevölkerung dadurch leichter in die Arme korrupter, rechtsgerichteter Populisten getrieben werden kann.

Für Europäer nicht so leicht zu erkennen herrscht in den USA tatsächlich eine Art Oligarchie, deren trotz Propaganda niedrige demokratische Fassade durch die Existenz zweier ähnlicher, im Grunde rechtsgerichteter Parteien gebildet wird und die beide in letzter Konsequenz der Finanzindustrie sowie dem militärisch-industriellen Komplex bedingungslos verpflichtet sind. Eine dieser Tage erschienene Videobotschaft des vormaligen Präsidenten Bush geht darauf sehr deutlich ein, indem er die Corona Krise dazu benützen will, die vorhandene Spaltung kleinzureden.

 

Quelle: Twitter.

Die zentrale Aussage: „ We all are Americans and finally our differences are so small“.

 

Die Wahl einer Figur wie Donald Trump aus der Partei „Republikaner“ in das Amt des US-Präsidenten war einem Protestverhalten der Wählerschaft gegenüber bereits diesem einheitlichen Establishment geschuldet. Breite Bevölkerungsschichten haben in ihrer Enttäuschung Donald Trump als einen Gegner des politischen Establishments wahrgenommen, ohne zu erkennen, dass natürlich auch er, der Milliardär, ein prominenter Bestandteil derselbigen ist – bloß einer anderen Lobbygruppe zugehörig. Sie haben, ohne es zu ahnen, den Bock zum Gärtner gemacht!

Was die Neocon-Regierung des George W. Bush („Republikaner“) als innenpolitisches Konzept vorbereitet hatte, scheint aufgegangen zu sein. Eine Allianz aus Rechtskonservativen, Finanzmagnaten und Sponsoren der Repulikaner verfolgen nun ungeniert und fast ungebremst ihre Interessen durch das Herunterfahren der Aufwendungen für das Gemeinwohl und die Ausbeutung öffentlicher Finanzen und Vermögen zu Gunsten privater Interessen.

Trotz der Wahl von Barack Obama („Demokraten“) 2009, auf den viele Bürgerrechtler und vor allem linke Intellektuelle große Hoffnungen gesetzt hatten, blieben nämlich viele dieser massiven Eingriffe in die Grundrechte im Wesentlichen aufrecht. Die USA wurden nie mehr das offene Land mit den Rahmenbedingungen zur weitgehender Selbstbestimmung wie zuvor. Im Gegenteil, die Regierung Obama/Clinton hatte außenpolitisch den übernommenen Kriegen noch einige hinzugefügt (Libyen, Jemen, Syrien), den Drohnen-Terror ausgeweitet und innenpolitisch die Umverteilung der Steuergelder von unten nach oben weiter fortgesetzt.

Als ein hässliches Symbol der damit einhergehenden Entrechtung steht das berüchtigte Folter-Lager Guantanamo (auf Kuba), welches sich bis zum heutigen Tag in Betrieb befindet.

Die Geschichte dieses Lagers ist eine Kette von Fehlannahmen und Entscheidungen, die nur aus der jeweiligen Situation heraus verständlich sind, aber im Rückblick oft widersinnig erscheinen. Es ist auch die Geschichte eines Propagandakriegs und ein Beispiel, wie unterschiedlich die Urteile ausfallen, je nachdem aus welcher Perspektive man darauf blickt. Der damalige Präsident Bush wählte die Militärbasis auf Kuba, weil dort angeblich Amerikas Rechtssystem nicht gilt. Es war seine Absicht, die Gefangenen rechtlos zu machen.

Nach den regelmäßigen „Verhören“ der bis zu 779 Insassen, bei denen zum Teil körperliche Gewalt angewendet wurde, muss die Regierung Bush nach gewisser Zeit gewusst haben, dass die meisten Insassen keine Terroristen sind. Dennoch blieb das Lager auch unter der Regierung Obama weiter bestehen, obwohl er dessen Schließung versprochen hatte. Weite Teile der US-amerikanischen Öffentlichkeit hatten allerdings den Fortbestand begrüßt, was nicht verwundert, wurde diese jahrelang massiv propagandistisch bearbeitet.

 

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Wie bereits schon in Deutschland nach dem berüchtigten Herbst´77 wurden die Aktionen einer Handvoll von Leuten als Vorwand benutzt, die Lebenswelt einer ganzen Bevölkerung umzustrukturieren und diese im Zuge der Ereignisse ohne nennenswerten Widerstand legal auszubremsen. Alles stets nicht nur mit Blick auf den gerade deklarierten Hauptfeind, sondern insgeheim auch darauf, mögliche zukünftige Systemkritiker oder Dissidenten bereits im Vorfeld abzuschrecken und mundtot zu machen.

Es frappiert uns daher in diesen Tagen besonders, wie leicht es auch in unserem geworden Land ist eine Zwangskollektivierung (Masken tragen im weiter aufrechten Verhüllungsverbot) praktisch über Nacht durchzusetzen, wenn man nur die Bevölkerung in ein entsprechendes „Mindset“ dazu setzt und besonders durch das Mittel des gezielten Schürens von „Angst“ gefügig macht. Daran wird erneut ebenso deutlich, wie es populistischen Parteien immer wieder gelingen kann, ihre konstruierten, teilweise absurden und ekelhaften Botschaften mit Erfolg in der Bevölkerung unterzubringen.

 

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Diese von den USA entlehnten Techniken der Manipulation führten auch hierzulande zu bizarren Wahlergebnissen und in Folge zu neoliberalen Bedingungen, welche die Ungleichheit immer weiter verstärkten und vor allem die Mitte und den unteren Rand unserer Gesellschaft massiv unter Druck setzte.

Dies alles sollte uns entsprechend alarmieren! Wir sollten nicht zulassen, dass unsere kritische Aufmerksamkeit und unsere berechtigten Vorbehalte erneut durch gezielte Propaganda, falsche Überschriften, und eine pervertierte Sündenbock-Politik vernebelt werden.

 

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Es ist nicht zum ersten Mal, dass wir dringend gefordert sind, aus der unmittelbaren Geschichte zu lernen! Österreich darf nicht zu einem zweiten USA werden!

Kolportierte 38 Milliarden Euro kommen nun in Österreich nach der akuten Phase dieser Pandemie zur Verteilung. Während andere noch trauern und ums Überleben kämpfen, bringen sich die „big player“ bereits in Stellung.

Es ist das Gebot der Stunde volle Transparenz einzufordern und ganz genau hinzuschauen, wohin dieses Geld fließt, damit wir nicht später erkennen müssen, dass es sich wieder um eine inszenierte und kaschierte Umverteilung von unten nach oben gehandelt hat.

Wie unsere Lebenswelt in Zukunft aussehen wird, in welchem rechtlichen Rahmen wir für unsere Freiräume noch ausleben können, die wir seit der französischen Revolution für uns mühsam erkämpft hatten, das entscheidet sich jetzt! Versäumte politische Gelegenheiten lassen sich meist nur sehr schwer nachholen. Wir können daher nicht wachsam genug sein, um nicht eventuell sogar plötzlich übermorgen in einem Land mit totalitären Zügen aufzuwachen, wie es in unserem Nachbarland Ungarn bereits geschehen ist.

Vergessen wir niemals: Unsere Lebenswelt basiert nur auf Vereinbarungen, auf Regeln, mit denen wir einverstanden sind oder eben nicht, und wir alle können sie entsprechend mitgestalten. Staats- und Gesellschaftssysteme sind kein „Schicksal“! Nur ein paar Wochen Einigkeit und Solidarität sind bereits genug um vormals unumstößlich Geglaubtes ins Wanken zu bringen. Gerade konnten wir alle das unmittelbar miterleben…….!

 

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Mittwoch
06
Mai 2020
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Anti-SPÖler einer weiteren Woche

Von Redaktion.

 

Er ist – Tusch! – erneut der LH-Stv. Niederösterreich Franz Schnabl, SPÖ. Und nein, wir sind uns keiner Manipulation bewusst, dass ihm ein zweites Mal die Unehre zuteil wurde. Das ist Zufall.

 

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Spaßige Ernsthaftigkeit, natürlich konservativ.

 

Franz Schnabl lädt für den heutigen Tag zum Dialog/Zukunft der Niederösterreichischen Bildungsakademie. Diese Veranstaltung, ein „Online-Livetalk“, wird auch vom Renner-Institut getragen.

 

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https://www.facebook.com/events/704301360374737/

 

In Anbetracht der derzeitigen Krise, die ein Virus verursacht haben soll, möchte man in dem Dialog über die Krise als Chance wie auch über eine neue Gesellschaftsordnung nachdenken.

Das Nachdenken ist sicherlich nicht verkehrt, wenn auch dieses etwas spät erfolgt, da mittlerweile die Handlungsfähigkeit an die ÖVP abgegeben worden ist. Die hatten bereits vorher nachgedacht – und gehandelt.

Unter den Teilnehmern des von der SPÖ anberaumten Dialogs ist von der Regierungspartei ÖVP niemand vertreten, nicht einmal von den Grünen. Stattdessen finden wir neben Franz Schnabl den Präsidenten der Arbeiterkammer NÖ, Markus Wieser, den Präsidenten der Industriellenvereinigung NÖ, Thomas Salzer, auch den Landtagsabgeordneten Helmut Hofer-Gruber von der neoliberalen Haselsteiner-Partei Neos NÖ.

Und wir finden tatsächlich auch noch den FPÖ-Landtagsabgeordneten Udo Landbauer wieder, also den Mann, der seinen Wählern so gerne „Sicherheit“ zu verkaufen trachtete, aber durch die eklige sog. „Liederbuchaffäre“ der rechtsextremen Burschaft Germania Wiener Neustadt diskreditiert ist.

Kein Zweifel, das ist ein starkes Stück, dass ausgerechnet eine derartige Unperson vom SPÖ-LH-Stv. dazu eingeladen wurde, über eine neue Gesellschaftsordnung mitzureden. Selbst unter dem Aspekt, Funktionäre anderer Parteien hören zu lassen, vermissen wir bei Landbauer jegliche Kompetenz und auch persönliche Integrität.

Offensichtlich wurde darauf keine Rücksicht genommen oder es schien zumindest eine von der SPÖ zu vernachlässigende Tatsache. Wenn nun in einer politischen Kultur einzig und allein die Legitimität auf einer bestimmten Funktion beruht und nicht auf die besagte Kompetenz und Integrität, wird sich die SPÖ weiterhin in der Öffentlichkeit demontieren. Da kann man die Hände waschen, wie man will, denn der Schmutz wird in den Köpfen in Erinnerung bleiben. 

 

Hände waschen

 

Mittlerweile scheint die eigene Demontage so etwas wie eine Kernkompetenz der SPÖ darzustellen.

 

Dienstag
05
Mai 2020
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Corona und das, was bleibt. Teil 4.2.

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Der erwähnte Artikel, „Coronavirus: Die Faszination der Angst“, stammt von den Redakteurinnen Valerie Krb und Barbara Mader, die anfänglich auf der einen Seite Medienmeldungen und auf der einen Seite ängstliche und besorgte Österreicher schilderten. Hierbei handelte es sich um einen Stimmungsbericht. Anschließend kamen sie auf „soziale Medien“ zu sprechen und den dort kursierenden (echten oder falschen) Falschmeldungen. Die beiden Damen vom KURIER hatten zwar selbst keinen blassen Schimmer, was als Teilnehmer von „sozialen Medien“ wenig erstaunlich wirkt, traten aber entschieden „Verschwörungstheorien“ entgegen, was sich natürlich einer Vertrauensbildung beim weniger einfältigen Leser konträr auswirken muss. Aber dieser Preis muss gezahlt werden, denn die Verteidigung der Deutungshoheit, und mag diese noch so sehr den Verstand ihrer Leser beleidigen, ist ihr Beruf.

Online mit verändertem Titel:

https://kurier.at/chronik/oesterreich/panik-vor-dem-coronavirus-warum-die-angst-viral-wird/400742661)

 

Die Redakteurinnen selbst zeigten kein Bedürfnis, irgendetwas herauszufinden oder wenigstens Fragen zu stellen, mussten aber festhalten, dass in Österreich noch kein „Verdachtsfall“ bestätigt worden sei. Weniger infektiös als Masern soll der Corona-Virus sein, hieß es da noch. Ein Biochemiker wurde zitiert, der keine Panik für gerechtfertigt hielt und sagte, dass eine normale Grippe gefährlicher sei. 2019 habe es in Österreich 1.600 Influenza-Tote gegeben. Es folgte in dem Artikel noch Küchenpsychologie und Erinnerungen an Terror, um die noch nicht hingestellte vermeintliche Gefährlichkeit des Corona-Virus dafür mit anderen Befürchtungen zu stimulieren.

 

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Rückblickend ist es interessant zu beobachten, dass um den 1. Februar 2020 medial eine Hysterie geschürt wurde, in Österreich aber (noch) kein Anlass zur Beunruhigung vorgelegen hatte. Ein Virus im Anmarsch, aber nicht gefährlicher als irgendein Grippe-Virus.

Als weiterer Aspekt ist das Bedürfnis der Massenmedien (und ihrer Eigentümer) zu nennen, aufgrund der vermeintlichen Herkunft ihre anti-chinesische Kampagne fortzuführen. (Neben den Kampagnen gegen Russland).

Das ist bekannt, und wir müssten nicht gesondert darauf eingehen, wenn es nicht auch zu unserem Thema den gewohnten Doppelstandard offenbaren würde. In diesem Fall ist es freilich nur aus einer Nachbetrachtung möglich.

Der auf Seite 4 befindliche Artikel, welcher von den Redakteurinnen Susanne Bobek und Evelyn Peternel verfasst wurde, titelte „Viele Chinesen haben Angst vor Hunger“.

https://kurier.at/politik/ausland/coronavirus-viele-chinesen-haben-angst-vor-hunger/400742547

 

Das haben viele Afrikaner ebenfalls, allerdings berechtigt. Eindeutig sollte der Leser abermals mit dem Titel emotional erfasst werden, denn in dem Artikel fand sich nichts, was mit der Einleitung angedeutet worden war. Da wurde nur von befristet geschlossenen Supermärkten in China berichtet, das war alles, kein Hunger, keine Angst, kein Chinese.

Was Bobek und Peternel hier verbreiteten war ebenfalls nichts anderes als Stimmungsmache. Ihr Anliegen war es dann auch, ein wenig Dreck in Richtung chinesischer Regierung zu werfen.

„Das Misstrauen der Chinesen in ihre Führung ist sehr, sehr groß, viele haben das Gefühl, dass nicht alles gesagt wird, sagt Susanne Weigelin-Schwiedrzik, China-Expertin im Institut für Ostasienwirtschaft an der Uni Wien.“

Was sagt uns das? Das Gefühl haben wir doch alle, weltweit, das ist vollkommen unabhängig und bezieht sich nicht nur auf China. Und wenn der durchschnittliche Chinese gegenüber der Regierung aus dem genannten Grund misstrauisch sei, wie ist es um den Durchschnittsösterreicher gegenüber der hiesigen „Führung“ bestellt?

Das lässt sich durchaus ins Gegenteil verkehren. Hier der skeptische, fragende Chinese, dort der trottelige Naivling aus Österreich, der alles glaubt, was er gesagt bekommt.

In Ermangelung von Informationen konzentrierten sich die KURIER-Redakteurinnen auf das Geschwätz anderer. Dann wurden aus dem Widerspruch des Bürgermeisters von Wuhan gegenüber der Regierung „erhebliche Verwerfungen“ abgeleitet. Die Anordnung an einen Untergebenen, erst einmal die Klappe zu halten, wurden als „schwere politische Krise“ gedeutet.

Aber so sind sie eben, diese Chinesen, und besonders die dortige Regierung, die auch noch zu „wahnsinnig radikalen Maßnahmen“ gegriffen habe. Die ganze Wirtschaft hätten sie heruntergefahren, was für die Damen vom KURIER darauf hindeutete, „dass das Regime derzeit gar nichts im Griff“ habe. Eine erwähnte „Expertin“ verortete sogar „Chaos“.

Hierbei handelt es sich nur um ein Beispiel von unzähligen, wo Beobachtungen oder auch Verhaltensweisen anderer angeprangert oder diffamiert werden, das gleiche Verhalten bei der eigenen Regierung gepriesen oder verschleiert wird. Das wurde uns in den letzten Wochen ebenfalls deutlich vor Augen geführt.

„Das chinesische Regime lässt dort massenhaft löschen, was nicht zur offiziell veröffentlichten Meinung passt.“

Bei uns würde so etwas natürlich nie und nimmer geschehen, wurde hier suggeriert. Abseits dieser Scheinwelt sieht es freilich ganz anders aus, auch im „Wertewesten“ wird fleißig gelöscht, zensiert, andere Meinungen diskreditiert und übel verleumdet. 

 

Die PRESSE hatte am selben Tag, 1. Februar 2020, einen neutral gehaltenen Artikel mit dem Titel: „Coronavirus-Epidemie: Gesundheitsnotstand ein „symbolischer Akt““. Köksal Baltaci berichtet hier von der WHO und die ausgerufene „gesundheitliche Notlage“, aber auch davon, dass dem keine konkrete Handlungsanweisungen folgten. Weiteres dazu hier:

https://www.diepresse.com/5761805/coronavirus-epidemie-gesundheitsnotstand-ein-symbolischer-akt

 

Gleiches gilt auch für den Artikel auf der Titelseite von Madlen Stottmeyer: „Niest China, hustet dann die Welt?“

https://www.diepresse.com/5761879/niest-china-hustet-dann-die-welt

 

Es war dann Burkhart Bischof vorbehalten, in seinem als „Leitartikel“ benannten Meinungsbeitrag anti-chinesische Ressentiments den Lesern unter die Nase zu reiben. „Der Virus, das auch noch Chinas starken Mann anstecken könnte“, frohlockte Bischof, der über eine jahrelange Erfahrung als Sprachrohr Washingtons verfügt.

https://www.diepresse.com/5761856/das-virus-das-auch-noch-chinas-starken-mann-anstecken-konnte

 

Er schwadronierte über „Stärken und Schwächen eines totalitären Systems“ und kritisierte die eineinhalbmonatige vermeintliche Tatenlosigkeit nach dem ersten Corona-Erkrankten, bevor die „Machthaber“ reagiert hätten. Und wie! Städte abgeriegelt, Menschen von der Außenwelt abgeschnitten, neue Krankenhäuser aus dem Boden gestampft, Reisetätigkeit eingeschränkt, Desinfektionsmaßnahmen eingeleitet.

Ist das gut, ist das schlecht? Bischof scheint sich selbst nicht sicher, deswegen hält er es fraglich, ob das reichen wird. Er wirft von seinem übersichtlichen Schreibplatz in Wien den chinesischen Behörden vor, nicht „rasch und die richtigen Gegenmaßnahmen getroffen“ zu haben. Denn damit kennt sich Bischof aus, mit Viren, Chinesen, Russen und anderen Schädlingen.

Zum Glück für Bischof hat das chinesische System nun seine Schwächen offenbart. Mit einem defacto Alleinherrscher auf Lebenszeit, Politbüro und 80 Millionen kommunistische Kader, die buckeln, auf Anweisungen warten. So sind sie, die Kommunisten, wie es sich ein Bischof gerne vorzustellen vermag. Aber nicht alle, die KP-Bonzen hätten natürlich auf irgendwelchen Bällen getanzt.

Informationspolitik? Streng kontrolliert! Von wem? Von chinesischen Kommunisten. Immerhin besser als zu SARS-Zeiten, wie Bischof befand, doch der Schaden wäre bereits angerichtet gewesen. Durch die „Machthaber“. Der gewöhnliche Chinese würde nun den staatlichen Medien misstrauen.

Keine Frage, die Chinesen sind dem Bischof weit voraus.

 

 

Samstag
02
Mai 2020
Kommentare deaktiviert für Corona und das, was bleibt. Teil 4.2.

Anti-SPÖler dieser Woche: SPÖ-Schnabl.

Von Redaktion.

 

Franz Schnabel

Quelle: Screenshot von der Homepage der SPÖ NÖ.

 

Da lacht er, der Franz Schnabl, wie ihm derselbige gewachsen ist, er, der SPÖ-Chef in Niederösterreich; die Sonne scheint ihm ins Gesicht, irgendwelche Leute ohne Mindestabstand und Gesichtsmasken suggerieren ein wenig Volk, ein wenig Geselligkeit und keine Quarantäne. Ein schnelles Foto wie aus dem Urlaub, danach sicherlich in die Hütte zum „Schnabulieren“.

Den Rest haben offensichtlich inkompetente Handlanger übernommen, die unreflektiert und geschmacklos ein Sujet zusammengepantscht haben, bei dem sogar das klitzekleine, idiotische Wortspiel treffsicher daneben liegt.

Ein Plakat wie ein Geständnis. Weder der Herr Schnabel noch die gänzlich desolate PR-Abteilung der SPÖ (oder war es die von der ÖVP?) scheinen erfahren zu haben, was gerade geschieht, was auch „seinen “ Arbeitern und den sog. „kleinen Leuten“ geschieht.

Als was kann dies bezeichnet werden? Als Ignoranz? Als Arroganz? Als eine in Ideenlosigkeit und Geschmacklosigkeit eingebettete Abgehobenheit? Als eine Antwort auf eine echte Krise seiner Klientel?

Oder sollte hier der 1. Mai, der Tag der Arbeit und Ikone der echten Sozialdemokratie, aus den Angeln genommen werden?

Wie will eine SPÖ mit diesem Personal, mit den unfähigsten Beratern, mit grauenhafter PR, ohne einem echten alternativen Programm jemals die Dominanz der ÖVP jemals auch nur gefährden?

Wie ist es möglich, dass auch auf Bundesebene die derzeitige Situation nicht genutzt wird, um sich außerhalb des ÖVP-Fahrwassers zu positionieren, ja, nicht einmal in der Lage ist, die richtigen Fragen zu stellen?

Wie in Deutschland bereits die SPD überflüssig geworden ist, da dort gleich die CDU gewählt werden kann, scheint hier in Österreich auf ein ähnliches Schicksal hingearbeitet zu werden.

Als einzige Opposition stellt sich in der Alpenrepublik erschreckenderweise die FPÖ dar. Ganz abgesehen von der Glaubwürdigkeit werden dort die richtigen Fragen gestellt. Und wer beispielsweise, ganz einfach gesagt, in Zukunft eine Zwangsimpfung durch das neoliberale Establishment verhindern möchte, der wählt FPÖ.

Das wird ein trauriger 1. Mai.

 

 

Donnerstag
30
April 2020
Kommentare deaktiviert für Anti-SPÖler dieser Woche: SPÖ-Schnabl.

Schöne Neue Welt , Teil 5.

 

von René Triebl

 

In diesem fünften und in den nächsten Teilen der Serie möchte ich mich mit den langfristigen Ausblicken und Perspektiven dieser Krise beschäftigen, bieten ja bekanntermaßen solche Ausnahmesituationen leider auch willkommene Gelegenheiten für manche Politiker, die Zeit zurückzudrehen und unsere Gesellschaft entsprechend ihrer autoritärer Vorstellungen herzurichten.

Die derzeit ja immer weiter ausgreifenden Beschwörungen und Beteuerungen sind dafür ein untrügliches Anzeichen. Sie sind in ihrer Übertriebenheit mit Absicht so gesetzt, dass wir uns als Individuen ernst genommen und in völliger Umsorgung wähnen sollen. 

 

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Trotz dieser scheinbaren Umschmeichelungen unseres Egos und der massiven Aufrufe zur Rücksicht und Solidarität, sollten wir jedoch nicht ganz vergessen, dass wir immer noch in einem entfesselt kapitalistisch-globalisiertem System eingebunden sind, das keine Menschenliebe, keinen Zusammenhalt und vor allem auch keinerlei Gnade kennt. Dieses System, was uns noch vor einem Monat das Letzte oft völlig unbedankt abverlangt hat, ist auch nach wie vor darauf aus, uns für ihre Zwecke der Profitsteigerung weiter zu versklaven, wo und wie es nur immer möglich ist. Wir erinnern uns an den eben noch ein paar Tage zurückliegenden neoliberalen Alltag, wo jede kleine Unaufmerksamkeit, jede Unsicherheit, Verwirrung oder Naivität sofort gegen uns verwendet und ausgenutzt wurde, um uns zu bestrafen oder einzuschränken.

Für viele von uns sicher ein inzwischen abgedroschener Allgemeinplatz, aber wir sollten uns ganz besonders in diesen Tagen wieder vor Augen halten: Für dieses System sind wir Menschen meist nur Ware und Kostenfaktor, Arbeitskraft und Konsumteilnehmer. Andere Kategorien sind in einem neoliberalen System von untergeordneter Bedeutung.

 

It is possible to make people content with their servitude.

I think this can be done. I think it has been done in the past.

I think it can be done even more effectively now, because you can

easily provide them with bread and circuses and you can provide them

with endless amount of distractions and propaganda.“

Aldous Huxley ( in a comment to his novel „Brave New World“, 1932 )

 

Das System kümmert sich nicht um unser Lebensglück, um die Gesundheit unserer Seele, unsere Entwicklung zu einem umfassenden Menschsein, unsere Sehnsüchte nach Selbstverwirklichung und Anerkennung.

Wir sollen nur gerade soweit hergerichtet werden, damit wir möglichst reibungslos funktionieren. Nichts sollte sich letztlich ohne einen wirtschaftlichen Profitanspruch entfalten können und dürfen, und dieses Konzept soll uns als die einzig lebbare Normalität erscheinen.

Weiterreichende Ansprüche werden nur noch in kleinen und von der Mehrheit völlig abgeschotteten Eliten gepflegt. Der Hauptteil der Bevölkerung jedoch soll diese eigentlich urmenschlichen Bedürfnisse mit billiger Zerstreuung und Unterhaltung verdrängen, oder mit zum Konsum umgewandelten Ersatzangeboten ausleben. Sollte das manchmal doch nicht genügen, werden sie in Scheintherapien eingehegt oder an Religionen bzw. Sekten verwiesen.

Nicht nur aus diesem Grund ist den jetzt so treuherzig angetragenen Aufrufen zu Zusammenhalt und Gemeinsamkeit mit Vorsicht und Skepsis zu begegnen. Über Nacht sollen wir nun all die jahrelangen Drangsalierungen vergessen, uns milde stimmen lassen, und uns in völliger Hingabe zu absoluter Gemeinsamkeit und Gegenseitigkeit bekennen.

Diese mediale Zurichtung, begleitet von Hysterisierung und einer an Kriegspropaganda erinnernde Diktion, soll uns von reflektierter Nachfrage abhalten und unser, von einer aufgestachelten Hochleistungs- und Neidgesellschaft ohnehin bereits überfordertes kritisches Bewusstsein weiter abschwächen.

Dies deutet auf die Vorbereitung der Umsetzung gewisser Ideen hin und wir wissen natürlich nur allzu gut, dass bei Aktionen in diesem Maßstab rein gar nichts ohne verborgene Absichten geschieht, insbesondere wenn es von Konzernen und den sie unterstützenden Strukturen kommt!

Wir haben nicht vergessen: Selten sind die Gegebenheiten wirklich so, als was sie uns verkauft werden. Es handelt sich meistens um Fassaden, die uns einlullen, die unsere gesunde Neugier, unser berechtigtes Misstrauen und unsere Reflexe zu Widerstand unterlaufen sollen, und deren weiterreichende Hintergedanken sich hinter wohl kalkulierter Manipulation verbergen. 

 

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Montag
27
April 2020
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Corona. Und das, was bleibt. Teil 4.1.

 

Rauchermaske 4

 

In dieser Folge richtet sich unsere Wahrnehmung ausschließlich auf einen Kontext zwischen Massenmedien und „Corona-Virus“. Stellvertretend für die anderen austauschbaren Massenmedien der Qualitäts-Branche, haben wir uns dieses Mal aus dem KURIER geschöpft.

Für diesen Rückblick kehren wir an den Anfang von dem zurück, was nicht nur in Werbeagenturen, sondern auch beim durchorganisierten Militär als Kampagne bezeichnet wird. Kehren wir zum 1. Februar 2020 zurück.

Der KURIER titelte an diesem Tag:

„BSE, Vogelgrippe, Coronavirus: Warum wir in Panik geraten.“

https://www.pressreader.com/austria/kurier-samstag/20200201/281492163299780

 

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Eben erst begonnen, schon erwischt! Am 1. Februar 2020 gab es hier bei uns in Österreich keine Panik. Auch später nicht. In Teilen der Bevölkerung konnte eine mehr oder minder starke Verunsicherung ausgemacht werden, aber keine Panik.

Es ist einzig und alleine der KURIER, welcher eine nicht existierende Panik vorgaukelte. In dieser Botschaft wurden die Begriffe „BSE“ und „Vogelgrippe“ als emotionale Trigger benutzt, um die Behauptung zu unterstützen. Das mag bei manchen durchaus verfangen, bei jenen Desinteressierten, Dementen und Verblödeten, die sich an ein bestimmtes Gefühl zu erinnern vermeinen, welches auch damals eine Illusion gewesen war. Andere wiederum, die aufmerksamen Mitmenschen, können sich daran erinnern, dass außer einem großen medialen Wirbel fast nichts gewesen war. Pharmakonzerne waren auf ihren Impfstoffen sitzen geblieben, Manipulationen öffentlich geworden, einige Milliarden Euro an Steuergeldern quasi ohne Gegenleistung an Pharmakonzerne verschoben worden.

Gleichzeitig, und auch dies ist eine Sprache der Werbung, die über keinerlei Information verfügt, verwendete der KURIER das „Wir“, um mit der eigenen vorgeblichen Einbeziehung das Vertrauen ihrer Konsumenten zu erschleichen. Hier wurde im Kontext versucht, eine Bedrohung zu kreieren, die in dem suggerierten Ausmaß nicht vorlag und auch heute nicht vorliegt, eine, die uns alle angehen sollte.

Auf einer Doppelseite, Seite 6 und 7, war dann das „Thema“ zu finden: „Coronavirus: Die Faszination der Angst.“

Links außen eine Spalte mit verschieden aneinander gegliederten Texten unter der Überschrift „Wovor wir uns gefürchtet haben.“ Auch hier wurde wenig diskret verallgemeinert: wir, das gibt das Gefühl nach einer Gemeinschaft. Doch das ist nichts weiter als ein Verkaufsschwindel, ähnlich wie der Quatsch „Wir sind Papst“ (Zitat von BILD).

 

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Als erster Punkt kam „BSE“ mit 230 Toten und keinem Fall in Österreich.

Erzielter Furchteffekt: 3 von 100.

Als zweiter Punkt folgte mit „Anthrax“ die Behauptung, dass der US-Biologe Bruce Ivins die Anthrax-Anschläge im Oktober 2001 und den USA durchgeführt haben soll. Diese Information, welche auf gewisse und in dem Fall selbst verstrickte US-Ermittlungsbehörden fußt, ist allerdings falsch. Nicht erwähnt wird der entscheidende Zusammenhang, dass jene zwei US-Senatoren die vergifteten Briefe zugestellt bekamen, die sich gegen den Patriot-Act ausgesprochen hatten. Diese beiden Gesetzespakete wandelten die USA nach 9/11 in einen Polizeistaat um und hatten bereits fix und fertig in der Schublade gelegen. Irving war später das Bauernopfer, der – wenig erstaunlich – tot aufgefunden wurde. So ähnlich wie Epstein und andere.

Furchteffekt: 0 von 100.

Dritter Punkt war „Der Millenium-Fehler“ für das Computer-Jahr 2000.

Furchteffekt: 2 von 100, für jene ohne PC gar 0 von 100.

Vierter Punkt war „Ebola“, eine scheußliche Infektion mit über 11.000 Toten und damit gravierend. Allerdings in Westafrika.

Furchteffekt in Österreich: 0 von 100.

Fünfter Punkt mit „SARS“ eine Epidemie, an die heute medial wieder gerne erinnert wird. Als Ergebnis um die 800 Tote, was aber auch im Verhältnis zu anderen Epidemien eher glimpflich verlief.

Furchteffekt: 3 von 100.

Sechster Punkt die „Vogelgrippe“, bei der außer dem Mediengetrommel und den penetranten Versuchen, den Leuten Impfstoffe anzudrehen, kaum etwas passiert war.

Furchteffekt: gefühlte 1 von 100.

Als siebenter und letzter Punkt folgte mit „Terror“ ein unvermeidliches Sujet, das neben „Millenium“ nicht zu den übrigen Befürchtungen passte, aber notwendig erschien. Ein wenig Gemurmel, dass es auch in in den 70ern und 80gern Terror gegeben habe, wobei die wichtigen 90ger unterschlagen wurden, um auf das unvermeidliche 9/11 zu kommen und dieses mit den Anschlägen in Frankreich, Deutschland etc. fortzuführen.

Wer den Terror überhaupt durchgeführt hatte, wurde nicht erwähnt oder in Frage gestellt, es wurde eigenartigerweise auch nur der Terror im Westen angeführt, aber nicht der aus dem Westen exportierte permanente und maximale Terror in anderen Ländern. Um die anderen Menschen ging es aber gar nicht, das war offensichtlich gleichgültig, es ging nur um die eine an uns gerichtete Botschaft:

„Die Angst vor Terror ist heute ein ständiger Begleiter.“

Das würden sie gerne so haben, aber es ist eine Fiktion. Zweifellos wurde und wird auf den Zustand einer verängstigten Masse hingearbeitet, am besten auch noch verblödet, eine Masse, die das Maul hält, demütig allen Anweisungen folgt und die Schweinereien ihrer Regierung und den Strippenziehern hinter ihnen nicht kritisiert.

Furchteffekt: 10 von 100.

Dies allerdings nur aufgrund der Kampagne von Politik, Polizei und Medien und der Dummheit der Menschen, die es immer noch nicht begriffen haben, dass der Terror hausgemacht ist. Denn dann kämen wir vielleicht auf einen Furchteffekt von mindesten 25 von 100 – allerdings gegenüber den eigenen Regierungen und ihren „Partnern“.

Die Liste des KURIER hat nichts mit Realitäten zu tun, mit „Information“ ohnehin nicht, sie soll bei ihrer Leserschaft ausschließlich das dumpfe Gefühl schüren, dass es Gründe zur Furcht geben soll. Quasi als Matratze, um das „Corona-Zeug“ mit einer Steigerung von Angst hineinzubetten.

Wie billig und schlecht sich der Manipulationsversuch des KURIER darstellt, lässt sich im eigenen Umkreis erfassen. Ohne von außen aufgedrängte Themen würde die Liste der Furcht nämlich ganz anders aussehen. Nach einer Umfrage vor Ort kam das Folgende heraus:

Furcht vor

  1. Verlust von Arbeit, Einkommen und sozialem Abstieg
  2. Eigener Erkrankung an einer unheilbaren Krankheit wie Krebs
  3. Verlust der Eltern, Kinder, Lebenspartner durch Tod
  4. Von der Freundin/Freund bzw. Frau/Mann verlassen zu werden
  5. Einen Autounfall mit Todesfolge zu verursachen
  6. Zerstörung der Umwelt, Tierwelt, Wasser, Luft etc.
  7. Krieg

Das sind persönliche, normale, geradezu ganz gewöhnliche Sorgen, die tatsächlich jeden berühren. Es ist nicht das, was die billigen Marktschreier im Auftrag ihrer Eigentümer und Interessensgruppen einem verkaufen wollen. 

 

 

Samstag
25
April 2020
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Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 6.

 

Bereits am 15. April hatte uns das Büro „Nachbar in Not“ eine weitergehende Mail geschickt, in welcher freundlicherweise sehr genau auf die Tätigkeiten und auch auf den Codex eingegangen worden war.

Zweifellos können viele Menschen froh sein, dass derartige Organisationen existieren und dass es Menschen gibt, die sich dafür geradezu aufopfern sowie in einigen Fälle sogar ihr Leben riskieren.

Nur diese eine Frage, die wir uns gestellt hatten, dieser eine problematische Aspekt, der uns beschäftigt hatte, der wurde leider auch hier nicht berührt.

 

„…bei Einsätzen in Syrien wird, wie auch in anderen vom Konflikt betroffenen Gebieten, ein konfliktsensibler Zugang gewählt, der sich auf jahrzehntelange Expertise und Erfahrung aus verschiedensten Risikogebieten stützt. Die Arbeit des SARC ist stark in die Kooperation mit dem IKRK (Internationales Komitee des Roten Kreuzes) eingebettet und die Auswahl der Projektorte, so wie der Empfänger der Hilfsmaßnahmen unterliegt sehr strengen und sorgfältigen Sicherheitsmechanismen. Vor allem durch die direkte Präsenz vor Ort kann sichergestellt werden, das Hilfsgüter die Menschen erreichen, die diese am meisten benötigen. Unsere Hilfsmaßnahmen, sowie die unserer Partner orientieren sich an den Bedürfnissen der Menschen und ziehen die Bevölkerungsgruppen vor, die durch mehrere Risiken gleichzeitig betroffen sind, wie vor allem Frauen, Kinder, ältere Personen, Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, schwangere Frauen und stillende Mütter. Diese Risikogruppen werden prioritär ausgewählt und in erster Linie in Hilfsmaßnahmen inkludiert.

Gleichzeitig stützen sich Organisationen bei ihrer Arbeit vor Ort auf aktuelle Sicherheitsinformationen, die auch in Zusammenarbeit mit der UNO, staatlichen und internationalen Akteuren erstellt und täglich aktualisiert werden. Aus diesen Quellen ergeben sich genaue Informationen zu den verschiedenen Gruppen mit Sicherheitsrisiko und ermöglichen eine Risikoeinschätzung. Basierend auf der vorgenommenen Risikoerfassung werden konkrete Vorgehensweisen der Akteure bestimmt und Aktionspläne entworfen, wobei humanitäre Bedürfnisse der zivilen Bevölkerung an erster Stelle stehen, gleichzeitig aber auch Risiken berücksichtigt und Projekte kontinuierlich begutachtet werden.

Hilfsmaßnahmen in Nordwest-Syrien konzentrieren sich hauptsächlich auf die Provinz Idlib, sowie Aleppo in Hama, als hauptsächliche Zufluchtsregionen für die aus Idlib geflüchteten Syrer und Syrerinnen. SARC ist jedoch auch in er Stadt Idlib aktiv, wo die Bedürfnisse am größten sind und stützt sich dort auf die vor dem Krieg vorhandenen Netzwerke und freiwillige HelferInnen.

Letztendlich sei zu erwähnen, dass Organisationen auf die in diesem Kontext relevanten Grundsätze der Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Neutralität zurückgreifen. Die Arbeit der involvierten Akteure basiert also in erster Linie darauf die grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung anzusprechen, die durch den langwierigen Konflikt, wiederholte Vertreibung, die vielerorts nicht vorhandene Infrastruktur, Nahrungsmittelmangel, sowie die Abwesenheit von Gesundheitsdienstleistungen und Bildung, täglichen Bedrohungen ausgesetzt sind. Die bereits stark geschwächte Bevölkerung ist nun noch einer weiteren Bedrohung durch die Covid-19 Krise ausgesetzt. Um eine rasche Verbreitung des Virus die in einer humanitären Katastrophe enden könnte, ist es vor allem jetzt und in den am meisten betroffenen Gebieten notwendig Nahrungsmittel, Wasser, Hygiene- und Sanitärvorrichtungen, sowie medizinische Dienstleistungen zu Verfügung zu stellen.

Wir hoffen Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und viel Gesundheit.

Mit freundlichen Grüßen…“

 

Im syrischen Idlib wurde die Medientruppe von Al-Quaida unterdessen zur Abwehr von „Corona“ neu eingekleidet und ausgerüstet.

 

 

Lustig auch das „Desinfizieren“ dieser Saubermänner einer christlichen Kirche (mit halb abgedecktem Kreuz) in einem Gebiet, wo es keine Christen mehr gibt, da diese – gebrandmarkt als „Ungläubige“ – vor den islamistischen Halsabschneidern natürlich geflohen sind.

 

 

Das machen die extra für uns, für die unbedarften Sesselfurzer. Das ist Fernsehen.

 

Donnerstag
23
April 2020
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Schöne neue Welt? Teil 4

Von René Triebl.

 

Nach einem Monat halb-freiwilliger Ausgangssperre und Hinweisen auf ein Abflauen dieser Pandemiewelle zeichnen sich doch nun einige Konturen ab, und es lässt sich ein gewisses Fazit der Ereignisse ziehen.

Besonders herausragend ist zunächst die Tatsache, dass sich tatsächlich fast die gesamte Bevölkerung strikt an die Anweisungen zu sozialer Isolation gehalten hat. Ein Umstand, der offenbar von der Regierung nicht erwartet wurde und daher in Radiomeldungen auch des öfteren als „sensationell“ bezeichnet und mit großem Lob bedacht wurde.

Eingedenk der gesellschaftlichen Situation vor diesem Ereignis jedoch, drängt sich doch irgendwie die Frage auf, ob dies tatsächlich so unerwartet und sensationell war wie dargestellt.

Ich denke- es war eher eine Folge aus den neoliberalen Drangsalierungen der letzen beiden Jahrzehnte, welche diese Gesellschaft ohnedies dermaßen zugerichtet hat, dass ihr ein genereller Egoismus antrainiert wurde, der nun diesem Verhaltensmuster der Einhaltung einer „sozialen Distanz“ förderlich entgegen kam.

 

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Wir erinnern uns:

Geiz wurde geil“, und damit auch eine gewisse soziale Unverbindlichkeit und Egomanie. Sich andauernd gegeneinander auszuspielen wurde damit eben auch „geil“ und hat weitgehend auch letzten Reste unserer Solidarität zerstört.

Darin ist wohl eher der Grund für diese nun so gefeierte, angebliche „Disziplin“ zu suchen, deren es meiner Meinung gar nicht bedurfte, sondern eher in einem egoistischer Reflex. Nicht eine plötzlich erwachte Solidarität und Rücksicht auf das Schicksal des Nächsten ist der Grund, sondern eine „Einzelkämpfermentalität“, die hier zum Tragen kam, welche den Umstand der sozialen Distanz erheblich beförderte.

Die nun eilig von Parteien und Medien getätigten Aufrufe zum Zusammenhalt und die Beschwörung einer nationalen „Schicksalsgemeinschaft“, diese versuchte Kehrtwende zum Moralischen, zeigten nun auch die Flexibilität des Systems, das, wenn es unerwartet herausgefordert wird, alle Register zu ziehen im Stande ist. Diese Scheinheiligkeit kam jedoch fraglos zu spät und konnte ihre Wirkung in dermaßen kurzer Zeit ohnehin nicht entfalten. Wie hätte dies auch gelingen sollen, eine dermaßen zerrüttete, neurotisierte und infantilisierte Gesellschaft über Nacht zu einen? Ein unmäßiges, ja utopisches Verlangen, dass, wenn schon in dieser Frage nutzlos, durch seine Scheinheiligkeit und demonstrative Gutgläubigkeit jedoch dem System indirekt einen Imagegewinn bescheren sollte. Es ist der erneute und raffinierte Versuch der politischen Spindoktoren, uns zu schmeicheln, uns eine intakte Wertegemeinschaft vorzugaukeln, die es nicht mehr gibt, da sie bekanntermaßen längst auf dem Altar der Ökonomie geopfert und weitgehend zerstört wurde.

 

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Nach mehreren Jahren der uns aufgezwungenen, absoluten Gelddominanz, exzessiven Propaganda zur Rücksichtslosigkeit, um im Dauerwettbewerb zu bestehen, war es natürlich niemals zu erwarten, dass uns ein paar Aufrufe über Nacht auf einmal zu moralischen Akteuren werden lassen, die nun plötzlich aus Einsicht und Nächstenliebe in reiner Empathie erblühen.

 

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Noch vor einem Monat wurde nichts unversucht gelassen, um uns zu noch mehr Hochleistung zu zwingen. Alle anderen Erwägungen wurden als nebensächlich diskreditiert und weitgehend abgeschmettert. Wir wurden zu einer Anpassung an ein gnadenloses System gezwungen und diejenigen, die damit nicht zurechtkamen, wurden zunehmend sanktioniert, marginalisiert und von einem „Miteinander“ ausgeschlossen.

Alles, was nicht reibungslos in das Schema der Verwertungslogik passte oder der weiteren Verbreitung von Konsumsucht diente, wurde vernachlässigt, ignoriert und als „unrealistisch“ diskreditiert. Jeder gelegentliche Ruf nach Veränderung wurde abgewürgt, die Rufer und all jene, die den herrschenden „Status quo“ auch nur vorsichtig in Frage stellten, wurden als „Träumer“ verspottet, sofort ausgegrenzt, schikaniert oder sogar kriminalisiert ( in bleibender Erinnerung: Der Wiener Neustädter Tierschützer-Prozess 2010 -2011).

Wo war sie denn, die in diesen Tagen so prominent auftretende „Menschenliebe“ unserer politischen Führung, als es darum ging, zu verhindern dass unser Gesundheitssystem kaputt gespart wurde, als es darum ging, sozial benachteiligten Schichten den Zugang zu umfassender Bildung zu erleichtern und von Auflagen zu befreien, auch die Umwelt verstärkt zu schützen? Oder als es darum ging, dreist ausgebeuteten Arbeitern beizustehen und drangsalierten Minderheiten ihre Würde und Existenz wenigstens minimal zu sichern; als es darum ging, Umverteilung ernst zu nehmen und etwa die Finanzindustrie und deren Einfluss in Schranken zu weisen, welche, wie bereits in Teil 3 dieses Reihe skizziert, ungeniert mit ihren Wetten unsere Moral verhöhnt, unsere Wirtschaftsleistung, ja die ganzer Staaten in Geiselhaft nimmt?

Ich denke daher, dass – ganz im Gegenteil zu dieser „offiziellen“ Version – ein Großteil der Gesellschaft von diesem Getriebe und deren sozialen Verpflichtungen bereits weitgehend erschöpft war, diesen doch ohnehin meist ergebnisorientierten Kontakten, weit nicht so freiwillig und ganz und gar nicht in der Qualität, wie man dies nun zur Darstellung brachte.

Die nun von den Medien so sehr gerühmten „persönlichen sozialen Kontakte“ wurden in ein Licht gerückt, das ihnen ohnedies schon längst nicht mehr gebührte. An der Realität ungeniert vorbei wurde ein Bild gezeichnet von einer sich in allen Ebenen nahe stehenden Gesellschaft, deren höchste Lust und deren größtes Verlangen es wäre, ständig ihre Familien, Großmütter und Freunde zu besuchen, um sich bei jeder Gelegenheit um den Hals zu fallen.

Wo waren sie aber je wirklich, die so treuherzig dargestellten Besuche bei den „Omas“, die man nun auf einmal durch Fernbleiben schützen sollte? Nach wie vor wollte doch ohnehin vielleicht nur noch Rotkäppchen derart reinherzig die Großmutter besuchen, während sich heutzutage die Enkel, in ihrer Konsumgier ganz und gar „neoliberal“, meist nur noch im Hinblick auf deren Bankkonto gelegentlich blicken ließen..

Nein, ich glaube dieser Erfolg ist als indirekter Beweis über das Ausmaß der bereits bestehenden Vereinzelung zu verstehen und bringt uns die erschütternden Erkenntnis, wie sehr es dem wirtschaftlich –politischen System bereits gelungen ist, uns alle auseinander zu dividieren.

 

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Es drängt sich daher erneut leider der Verdacht auf, dass all die aktuellen Maßnahmen bloß wieder das Ergebnis einer gewissen Kosten-Nutzen Rechnung sind. Donald Trump hat es explizit angedeutet, als er am 23. März meinte“ ‚We Can’t Have the Cure Be Worse Than the Problem“ ( Quelle: realclearpolitics.com). Alles hat eben seinen Preis in diesem System ohne Gnade, und auch die Fürsorge soll eben gefälligst so gehalten werden, dass die Umstände nicht noch seine neoliberale Klientel zu Kasse bitten könnten. Es wäre doch unerhört, wenn diese obersten 5 % wenigsten einmal einen Promillesatz ihres Vermögens zu Gunsten der Allgemeinheit, der sie ihren Reichtum verdanken, opfern müssten.

Auch hierzulande ist die Politik fest in neoliberaler Hand. Und auch wir haben einen starken jungen Führer, der uns unmissverständlich die Richtung zeigt. Ich befürchte daher, wir alle sind erneut nur wieder Variablen in einem Spiel, dessen Verlauf wir nicht durchschauen und beeinflussen sollen, dessen Tragweite uns nicht kommuniziert wird und dessen tatsächliche Regelmacher und Profiteure sich nicht zu erkennen geben.

 

 

 

Dienstag
21
April 2020
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Corona. Und das, was bleibt. Teil 3.

 

Rauchermaske 3

 

 

Von des Geschehens Ahnungslosigkeit über die Vertrauensfrage hinsichtlich einer im Vordergrund stehenden Figur des politischen Personals („Bundeskanzler“), erweitern wir heute an einem Beispiel den Blick auf eine Struktur, welche bisherigen Fragen und Feststellungen durchaus einer Nachschärfung erlauben.

Dafür bedienen wir uns der Tageszeitung PRESSE, die uns in sprachlicher, zielgruppenorientierter, wenn auch nicht in inhaltlicher Hinsicht ein wenig Abwechselung verschafft. Die PRESSE, der schon damals der Geruch von CIA & Consorten angehaftet war und mit der staatlichen Zuwendung, „Presseförderung“ genannt, als unabhängig deklariert wird, vermittelt bis zum heutigen Tage den Eindruck, über den Status einer US-Besatzungszeitung nie hinausgekommen zu sein. Qualitätspresse findet (auch) hier seinen Höhepunkt in der Qualität einer besonders einseitigen Darstellung von…, sagen wir mal: Geschichten.

Thomas Vieregge ist einer der Redakteure, die für diese Qualität standhaft eintreten und gleichzeitig nicht verhehlen, dass sie ein Faible für eine „große Nation“ besitzen, die sich im Ausland befindet und die zufällig für diesen Geruch der PRESSE zuständig gewesen war.

Vieregge hatte viel Raum bekommen, um über einen Besuch des neuen österreichischen Außenministers Alexander Schallenberg zu schreiben. Bei all der geballten Qualität und Kompetenz entstand ein Artikel, welcher – ob beabsichtigt oder nicht – zwischen den Zeilen geradezu aufdringlich weitere Botschaften vermittelte.

„Washington-Besuch in turbulenten Zeiten.“

PRESSE; Druckausgabe, 7. Februar 2020.

Online-Format:

https://www.diepresse.com/5764409/schallenberg-bei-amerikas-neuer-nummer-zwei

https://www.diepresse.com/5768691/neuauflage-deskurz-besuchs-im-weissen-haus-im-marz

 

Natürlich war nicht Washington zu Besuch, sondern Wien in Washington, um die Verhältnisse bei den Turbulenzen gerade zu rücken. Auch die Unterzeile erzählte etwas über bestehende Verhältnisse:

„Österreichs Außenminister, Alexander Schallenberg, traf seinen US-Amtskollegen, Mike Pompeo. Auf der Agenda standen Iran und Trumps Nahost-Plan.“

Wir stellen fest, dass der wichtigste und einflussreichste Akteur nicht auf der Agenda stand: die USA selbst. Vieregge füllte das erste Fünftel seines Aufsatzes mit Belanglosigkeiten, in welchen nicht ungeschickt Stimmungsmache gegen seine Feinde eingewoben worden waren. (Crazy-Nancy von der rechtsgerichteten Oligarchenpartei „Demokraten als „Heldin“ gegenüber Twitter-Trump von der rechtsgerichteten Oligarchenpartei „Republikaner“ sowie ein für Vieregge interessanter und dümmlicher Mann draußen mit dem Schild „Putins Marionette“).

 

 

Danach geriet Thomas „Fouregge“ ins Schwärmen. Transatlantische Wertegemeinschaft, der Fluss Potomac, Business, die tolle Aussicht aus dem 7. Stockwerk des State Departments auf Monumente, Denkmäler und Heldenfriedhof. Und genau dort, wir sind ergriffen von diesem Moment, befand sich kurz auch der österreichische Außenminister.

Allerdings zeichnete Vieregge anschließend keinen Moment der Erhabenheit, er zeichnete das Gegenteil – von Schallenberg. Dieser, so wurde er zitiert, wertete seinen dortigen Empfang als „Zeichen der transatlantischen Wertegemeinschaft“. Leere Phantasie und Heuchelei in einem Halbsatz unterzubringen, zeugt von Professionalität. Der österreichische Chefdiplomat soll dann selbst ein Zeichen gesetzt haben, das Zeichen eines mit Minderwertigkeitskomplexen beladenden Österreichers im Angesicht des großen Meisters:

„“Wir sind wieder stärker auf dem Radar“, resümierte er die Sicht Washingtons auf Wien.“

Vieregge zeigte ansonsten kein Interesse an der „Allianz für Religionsfreiheit“, weswegen internationale Diplomaten erschienen waren, auch nicht an dem österreichischen Außenminister. Er hat ja auch nichts zu sagen, könnte man argwöhnen.

Dem PRESSE-Redakteur war die Person Pompeo weitaus wichtiger, den er zuerst dazu benutzte, um das „Impeachment“-Verfahren gegen Trump aufzuwärmen und unter Nutzung eines Manipulations-Werkzeuges, Gegenteiliges einfach wegzulassen, ein angebliches Fehlverhalten gegenüber der Ukraine zu suggerieren. Hauptsache, mit Dreck zu patzen, auch wenn dieser Dreck alt und kalt war, um den Schmutz an Vieregges Freunden zu kaschieren.

Im Gegensatz zu Schallenberg ist Pompeo ein tatkräftiger Mann. Vieregge stellt ihm einen Raum zum Kennenlernen zur Verfügung. Der Mann, Pompeo, ist ein Evangelikaler, der „Bibelstellen auswendig zu zitieren weiß“, natürlich ist er auch ein Militär, ein Hardliner, ein Kriegsfalke und ein Ex-CIA-Chef, angeblich die Nummer 2 in der Trump-Regierung, der Mann, der auch „die spektakuläre Tötung“ des iranischen Generals Soleimanis (und weiterer nicht erwähnter Menschen) betrieben haben soll.

Die Verbundenheit zwischen US-Behörden und der PRESSE, vertreten durch den eifrigen Vieregge, sie ist in den Zeilen spürbar. Pompeo ist groß und stark, ganz anders als der kleine, mickrige Schallenberg, der nur das redet, was von einer Hofschranze erwartet wird. Pompeo kann das Morden mit „Tötung“ verschleiern, wahlweise auch mit „Umlegen“, es spielt keine Rolle, erst recht nicht in den gleichgeschalteten Massenmedien, denen auch nach 1 Million toter Iraker höchsten der Begriff „Fehler“ entrückte. Freilich erst später, nach dem Auffliegen der Kriegslügen.

Pompeo kann dagegen sagen, was er denkt, denn er muss keine Konsequenzen fürchten. Andere müssen sich vor ihm fürchten, das weiß er, er, der Mörder und Gewohnheitsverbrecher, er kann den unterwürfigen Gästen ins Gesicht lachen, herzlich sein, ihnen die Hände schütteln, bevor er sie wieder waschen wird. Aber wehe, jemand versucht ihm auf die Füße zu treten oder seinen Leuten, die unbewaffnete Menschen gerne aus der Distanz erledigen, dann kann er auch ungemütlich werden. Pompeo klingt auch danach, irgendwie sizilianisch, irgendwie nach Mafia. Er verhält sich dann auch so, ganz Mafia-Boss, dann kann er nicht nur Richtern drohen, die sich darum bemühen, US-Verbrecher (aus seinem Syndikat) vor dem Internationalen Strafgerichtshof anzuklagen, sondern deren Familien in diese Drohung einschließen. Das wirkt viel besser, das weiß man.

https://www.state.gov/secretary-michael-r-pompeo-remarks-to-the-press-6/

 

Der österreichische Außenminister diente in dem Artikel kaum zu mehr als einen Hampelmann, zu welcher Rolle er im Angesicht des riesigen US-Verbrecher-Syndikats auch degradiert sein muss. Deswegen bemühte sich Schallenberg als Vermittler, zum Beispiel zwischen den USA und dem Iran, das soll dann mit Verantwortung zu tun haben, der er sich gleichzeitig nicht stellt, eingebettet in Phrasen.

Gipfel seiner erbärmlichen Darstellung in der PRESSE:

„Wir brauchen das aktive Engagement der USA, um die internationalen Krisen zu bewältigen.“

Schallenberg tat so, als wäre es ihm in den letzten 30 Jahren entgangen, dass die USA ständig aktiv engagiert sind, um die internationalen Krisen erst zu erschaffen. Oder war das nur diplomatisches Gerede eines Schoßhündchen gewesen? Mochte es sein US-amerikanischer „Kollege“ nicht ähnlich gesehen haben, der große und starke Pompeo? Was mag der am Abend seiner Frau gesagt haben. Da war heute ein schleimiger Wichtigtuer bei mir gewesen, wie hieß er nochmal… aus… äh, wie heißt das Land nochmal?

Diese kleine Exkursion veranschaulicht an diesem einen Beispiel einerseits die Rolle der Medien und ihrer Handlanger als Sprachrohre und Hofberichterstatter Washingtons und anderer Mächte bzw. einflussreichen Interessensgruppen sowie ihr Verhältnis zu den kleinen Duckmäusern, aber auch Zuarbeitern auf internationalem Parkett. Es soll verdeutlichen, dass die Regierung Kurz, der wir vertrauen sollen, unter dem Einfluss anderer steht, sich anbiedert und nicht im geringsten auflehnt. Und diese anderen, das wissen wir aus all den vergangenen Jahren, scheuen sich nicht, ihre Interessen auch über riesige Leichenberge hinweg durchzusetzen.

Kein Zweifel, Vertrauen lässt sich auf diese Weise definitiv nicht erwerben. Jedenfalls nicht über die Rolle eines kleinen Krämers hinaus, der darauf vertrauen muss, dass seine Schutzgeldzahlung auch tatsächlich gut angelegt ist.

Zudem sind wir nicht darüber informiert, wie viele internationalen Könige, Kanzler, Magnaten und Bosse hinter dem regionalen Kanzler stehen, denen wir unausgesprochen indirekt ebenfalls vertrauen müssten. Hintermänner und Strippenzieher, die erst gar nicht um Vertrauen ansuchen. Das brauchen sie nämlich gar nicht, sie haben ihre Laufburschen, die sie nicht einmal selbst bezahlen müssen.

Wir machen das.

 

Sonntag
19
April 2020
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Corona. Und das, was bleibt. Teil 2.

 

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Mit dem Vertrauen ist es so eine Sache. Als neugeborenes Kind ist Vertrauen gegenüber der Mutter alternativlos, wie wir wissen, in Einzelfällen aber nicht unbedingt berechtigt. Danach, in der Phase des Heranwachsens, hat Vertrauen sehr oft mit Naivität zu tun, das kennen wir alle.

Manche Menschen legen auch später eine mehr oder minder große Naivität an den Tage, die auf mancherlei Ursachen fußen mögen. Bei allen anderen bildet sich als Resultat eigener Erfahrungen auch das Phänomen Misstrauen heraus, wobei das Bedürfnis nach Vertrauen bestehen bleibt. Menschen, Situationen, bestimmte Vorgänge werden je nach Individuum unterschiedlich bewertet: vertrauenswürdig, nicht vertrauenswürdig oder neutral.

Bei einem Umstand herrscht bei wenig naiven Personen allerdings Konsens: Vertrauen wird nicht geschenkt, Vertrauen wird erworben. Sei es durch Berechenbarkeit, sei es durch langjähriges entsprechendes Verhalten.

Die Behören bitten uns um Vertrauen oder fordern dieses ein. Deren Sprachrohre, die Massenmedien in ihrem gewohnten Gleichklang, transportieren diese Forderung massiv und stellen gleichzeitig dar, wie gerechtfertigt dies angeblich sei. Ja, sie erzählen sogar, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich hinter diese Regierung und deren Maßnahmen stellen würde, deren Zuspruch nun in ungeahnte Höhen gestiegen sei. Sie transportieren somit die Botschaft einer starken Führung, die richtig handelt und die Masse hinter sich weiß. Die Botschaft der Massenmedien, soviel ist auch hier deutlich, ist mit der Botschaft der genannten Führung verschmolzen.

Der Mann, der dieser Regierung in der Rolle des österreichischen Bundeskanzlers vorsteht, heißt Sebastian Kurz. Von diesem wurden in der letzten Zeit mehrere Aussagen zitiert, die zumindest fragwürdig erscheinen.

Wir nehmen hier nur ein Beispiel heraus, fast eine Banalität, welches unlängst publiziert wurde. In diesem Fall im KURIER vom 11. April 2020:

Frage des KURIER:

„Wie fühlt es sich an, den Menschen zu sagen, dass sie trotz Schönwetters daheimbleiben müssen!“

Antwort von Sebastian Kurz:

„Natürlich ist das nicht angenehm. Aber es wäre viel schlimmer für mich, jeden Tag in der Früh berichten zu müssen, wieviele Menschen in der Nacht wieder ihr Leben lassen mussten.“

Hier ging es um die Befindlichkeit von Kurz, der auch entsprechend darauf antwortete. Seine Erwiderung beinhaltet allerdings die Behauptung, dass ohne die derzeit getroffenen Regelungen der Einschränkung viele Menschen jede Nacht sterben müssten. Diese Dramatisierung lässt sich allerdings nach wie vor nicht belegen, was… nicht vertrauenswürdig ist. Und wenn jemand etwas behauptet, was bislang von niemandem bewiesen werden konnte, diese Behauptung aber mit realen Handlungen verknüpft worden sind, bildet sich etwas von ganz alleine: Misstrauen. Zumindest bei jenen mit Verstand, somit zweifellos nicht bei allen.

Wir wollen gar nicht lange in der Vergangenheit herumwühlen, um uns anzuschauen, inwieweit Bundeskanzler Kurz zu den vertrauenswürdigen Menschen zählt. Da hatte es aber bereits zu Jahresbeginn einen hässlichen Vorfall gegeben, als die USA in der Nacht zum 3. Januar im irakischen Bagdad ein Attentat verübt und einen iranischen General samt seiner iranischen und irakischen Begleiter per Drohne heimtückisch ermordet hatten.

Sebastian Kurz hatte sich kurz danach von der deutschen BILD-Zeitung interviewen lassen, also von einem transatlantischen Hetzblatt, bei welchem jeder Arbeitsvertrag den Redakteuren eine bestimmte Sicht – die der USA – zwingend vorschreibt und „Journalismus“ zwangsläufig ausschließt.

Kurz versuchte das Massaker zuerst billig als eine „Reaktion“ (der USA) herunterzuspielen. Anschließend meinte er – auf was hinaus? – dem Hauptopfer eine Täterrolle zuzuweisen und hier zwischen „schuldigen“ und „unschuldigen“ Mordopfern zu unterscheiden. Das heißt, Kurz präsentierte hier die Sicht der Mörder, er gab ihnen Rückendeckung und ignorierte nebenbei auch die zahlreichen weiteren Mordopfer.

http://www.bollwerk.co.at/2020/01/10/feuerwerk-in-bagdad-teil-3/

 

 

Wir wollen uns hier nicht weiter darin vertiefen, können aber hinsichtlich einer Vertrauensfrage feststellen, dass Kurz eine erschreckende Rechtsauffassung dargeboten hatte, die mit Recht nichts zu tun hatte. Nicht einmal mit dem Recht auf Leben für gleich 10 Personen. Und wir beschäftigen uns hier noch gar nicht mit seinen Beziehungen zu transatlantischen Mördern, die er nicht anzupatzen gedachte. Da seine grauenhafte Selbstdarstellung keinerlei innenpolitische Folgen gezeitigt hatte, ist es nicht abwegig, auch das hiesige politische Establishment entsprechend zu bewerten.

Obwohl es nicht mehr notwendig wäre, wollen wir hier noch eine weitere Handlung darlegen, welche innen- wie außenpolitisch nicht unwichtig ist, auch wenn diese auf den ersten Blick wenig relevant erscheint. Es ist die Geschichte einer Heuchelei. 

Die österreichische Regierung hatte groß angekündigt, das Spendengeld für die Aktion „Nachbar in Not“ mit Thema Idlib (in Syrien) entsprechend dem Spendenaufkommen zu verdoppeln. Anfang März wurde zudem angekündigt, aus dem Auslandskatastrophenfond 3 Millionen Euro für die Hilfe vor Ort in Syrien an das Internationale Komitee des Roten Kreuzes zu spenden.

https://www.derstandard.at/story/2000115430231/wie-die-drei-millionen-euro-spende-der-regierung-fuer-syrien

https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bundeskanzleramt/nachrichten-der-bundesregierung/2020.html (Unter Stichwort „Idlib“).

 

Das ist eine Hilfsbereitschaft, die gut ausschaut. Medial wurde auch hinreichend darauf aufmerksam gemacht, dass dort Hilfe benötigt wird – wenn auch nur in einer ganz bestimmten, sehr speziellen Region.

Der entscheidende Punkt ist allerdings der, welcher nicht herausgestellt wird. Als Mitglied der EU ist auch Österreich Teil eines brutalen, von den USA initiierten Sanktionsregimes gegenüber dem Staat Syrien und natürlich auch seiner Bevölkerung. Es war auch das von der EU erklärte Ziel gewesen, mit dieser Bestrafung den Leidensdruck der dortigen Bevölkerung zu erhöhen, in der Hoffnung, diese würde dann den durch die Transatlantiker und ihren Helfern forcierten Umsturz fördern.

Es hat nicht funktioniert, die Sanktionen wurden dennoch verlängert. Die Menschen sterben dort unter anderem wegen nicht vorhandener Medikamente, wegen fehlendem medizinischen Gerät sowie Ersatzteilen Und die österreichische Regierung möchte in ihrer Doppelzüngigkeit dort helfen, wo sie selbst ein Teil der Verursacher sind – im Verbund mit den USA , dem Drahtzieher.

Die Vertrauensfrage lässt sich zumindest von uns eindeutig beantworten.

 

Ergänzung:

Das auch von der EU (mit Österreich) gegen den Staat Syrien verhängte Sanktionsregime, unter dem vor allem die sozial eher schwächeren Gesellschaftsschichten zu leiden haben, ist natürlich völkerrechtswidrig.

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8200/

https://www.sanctionsmap.eu/api/v1/pdf/regime?id[]=32&id[]=34&include[]=lists&lang=en

Die politische Absicht, die syrische Bevölkerung in ein Elend zu stürzen, um diese zu einer Revolte gegenüber der Regierung zur Unterstützung ausländischer Kriegsziele zu animieren, erfüllt den Tatbestand eines Kriegsverbrechens.

https://www.eda.admin.ch/eda/de/home/aussenpolitik/voelkerrecht/humanitaeres-voelkerrecht/genfer-konvention.html

 

 

Freitag
17
April 2020
Kommentare deaktiviert für Corona. Und das, was bleibt. Teil 2.

Schöne Neue Welt ? Teil 3.

 

Von René Triebl

 

Wir werden nicht zur Normalität zurückkehren,

denn die Normalität war das Problem!“

Vijay Prashad, März 2020

 

Kaum ein Zitat verdichtet die Synopsis und den Ausblick auf die Zukunft nach dieser Krise stichhaltiger, als das des indischen Historikers, der uns unmissverständlich vor Augen führt, was bereits führende Wissenschaftler, Intellektuelle und verantwortliche Politiker seit langem zum Ausdruck gebracht haben: „So kann es nicht weitergehen“.

Nach diesem quasi von der Staatsmacht erzwungenen „Generalstreik“ ist nun auch den „blau-äugigsten“ Volksvertretern und Verfechtern einer ultra-konservativen Linie klar geworden, dass es ohne eine intakte, arbeitende Bevölkerung nicht geht. Die Menge der aktuellen Insolvenzen führt deutlich vor Augen, dass es tatsächlich die Arbeiter sind, welche den Mehrwert und damit den Wohlstand herstellen, und nicht nur die Ideen die Unternehmer und das „outsmarting“ der Spekulanten, die sich so gerne dafür feiern und wovon sich ja bereits einige im Überschwang ihrer Börsengewinne „als die Herren des Universums“ bezeichneten.

 

Bankenwerbung---1

 

Es sind eben nicht nur die Konzepte, die die Welt am Laufen halten, sondern es sind die Millionen Werktätigen, die diesen folgen und sie auch umsetzen. In aller Deutlichkeit wurde dieser Tage jedoch auch klar, in welchem Ausmaß die globale Ungleichverteilung des Reichtums der Welt bereits gediehen ist.

Laut einer Untersuchung der US Notenbank im Jahr 2018 haben 40% der US –amerikanischen Haushalte nicht die Mittel um eine unvorhergesehene Ausgabe von $400.- handzuhaben, und das in einem der reichsten Länder der Welt, das bekanntermaßen so stolz auf seine „demokratisch“ bezeichneten Werte sich stets unermüdlich allen anderen als Vorzeigeland par excellence präsentiert.

Diese so gern als „Amerikanischer Traum“ bezeichnete Vision wird seit jeher in ihren Möglichkeiten weit überschätzt und ist seit geraumer Zeit einer der größten Selbsttäuschungen unserer Zeit. Die mediale Zurichtung der öffentlichen Meinung hat in den USA quasi religiöse Ausmaße erreicht und erklärt die merkwürdige Duldung der dortigen eklatanten Ungleichheit.

Wiederum steht daher zu befürchten, dass es nicht nur in den USA, sondern weltweit erneut die Masse der kleinen Angestellten und Arbeiter sein werden, die insbesondere auf lange Sicht den Preis für diese Krise zahlen werden, wie schon nach der Bankenkrise 2008. Dort hatte man obszönerweise Milliarden in das Bankensystem gepumpt, in den Verursacher wohlgemerkt, um alle anderen mit ihren sich daraus resultierenden Problemen weitgehend allein zu lassen.

Wie immer trifft es dann die Ärmsten, etwa die Pensionisten am Existenzminimum, die am allerwenigsten dafür können, am Härtesten. Während die eigentlich Schuldigen, wie etwa in Griechenland geschehen, sich dann einfach ins Ausland absetzen, von wo sie, durch lokale Gesetze und korrupte Politik vor Regress und Zugriff geschützt, auf ihren luxuriösen Besitzungen das verzweifelte Ringen ihrer im Stich gelassenen Landsleute ignorieren.

Bereits jetzt zeigen sich leider massive Anzeichen auf eine Fortführung dieser alten „Normalität“, all der Fehlentwicklungen und Auswüchse, die das neoliberale Wirtschaftssystem in unerträglicher Art produziert hatte. Der US Hedgefonds „Bridgewater Associates“ zum Beispiel hat dieser Tage mit sogenannten „Leerverkäufen“ 15 Milliarden Dollar auf fallenden Kurse europäischer Unternehmen gesetzt ( aus: „Hoffen auf den Crash“, in: „DIE ZEIT“ Nr.16 2020, Seite 24 ). Wiederum eine unfassbare Provokation der Weltgemeinschaft, die uns erneut die dreiste Rücksichtslosigkeit der Finanzindustrie vor Augen führt. Selbst mit dem Elend anderer werden Geschäfte gemacht.

 

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Gehaltsschema bei Bridgewater Associates (2018):

Ray Dalio, ( b. 1949, net worth $20 billion/April 2020* )

founder and CEO: estm. 2 billion $ /year

Job Title

Average salary

Sample siz

Portfolio strategist $234k 1
Mission manager $185k 1
Research associate, government policy $153k 3
Product manager $138k 1
Software developer $138k 1
Senior management associate $133k 5
Senior algorithmic investment engineer $131k 1
Investment engineer $124k 1
Software engineer $123k 6
Network engineering associate $123k 1
Investment engineer computer scientist $116k 1
Tech lead $116k 1
Technology associate $116k 2
Site reliability engineer $115k 2
Client service research associate $110k 4
Portfolio associate $110k 2
Algorithmic investment engineer $107k 1
Trading associate $107k 1
Research associate $105k 3
Cyber security analyst $104k 2
Investment associate policy analyst $98k 5
Investment associate economic analyst $96k 7
Investment associate mathematical analyst $96k 4
Management associate $87k 3
Strategy associate $87k 1
Investment associate computer scientist $84k 1

Source: eFinancialCareers Ltd., H1B database

*) Quelle : Wealthypersons.com

 

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Vergessen ist die Tatsache, dass wir sie alle – aus Steuermitteln – erst vor 10 Jahren mit Milliarden vor ihrem selbstverschuldetem Untergang zwangsweise retten mussten!

Es wäre daher längst an der Zeit, ihre Ausreden („Marktbereinigung“) zu ignorieren und ihnen ihre Instrumente, mit der sie diese obszönen Wetten tätigen können, aus der Hand zu schlagen! Weil lange kann die Weltgemeinschaft noch zusehen, dass diese Praktiken das Unglück anderer benützen, verhöhnen, und durch die Signalwirkung solcher Aktionen in vieler Hinsicht auch noch verstärken?

Weiterhin wird jedoch von Massenmedien der Staus quo gestützt, Medien die jedoch allesamt als Instrumente der Sicherung von Macht missbraucht und den Interessen dieser sog. Eliten in vollem Umfang unterworfen wurden. Ständig wird versucht uns weiszumachen, dass es die alleine Aufgabe der Wirtschaft wäre, die Gewinnmaximierung und eine Abweichung dieser Doktrin würde die Grundlagen unserer zivilisierten Welt zerstören. Selbst bei kleinsten Versuchen, diese Machtkonzentration aufzubrechen oder wenigstens zu kritisieren, wird vor Chaos und Anarchie gewarnt.

Die Corona Krise ist jedoch der historische Augenblick der heutigen politischen Generation!

Wir alle sind unmissverständlich aufgefordert, diesem menschenverachtenden Treiben des alten Systems ein Ende zu setzten. Erkennen wir endlich den Wert und die Macht der sozialen Gemeinschaft anstatt wieder in das Schema des ohnehin aussichtslosen Kampfes „Jeder gegen jeden“ hineinzukippen. Erfinden wir unsere Gesellschaft und unser Sozialwesen neu und nehmen wir die Herausforderung zu einer Neuordnung an!

Eine Minimalkonsequenz aus dieser Krise wäre etwa in jedem Fall die Umsetzung einer weitreichenden Beteiligung der Arbeitnehmer am betrieblichen Management wie auch ein sofortiges Verbot von Aktienrückkäufen für Konzerne.

Die Verwesung der modernen Welt nicht zu spüren, ist ein Indiz der Ansteckung.“


Nicolás Gómez Dávila ( 1913 – 1994 )

 

 

Dienstag
14
April 2020
Kommentare deaktiviert für Schöne Neue Welt ? Teil 3.

Corona. Und das, was bleibt. Teil 1.

 

Rauchermaske 1

 

 

„Corona kann kommen.“

Gisela R., Pensionistin, 90 Jahre.

 

Ich sitze auf einen Stuhl und denke einmal nach, ganz rational und ohne all dem Zeug, welcher als Bewusstseinsteppich in die gedanklichen Räume gelegt wird.

1.

Ich stelle fest, dass ich keine Ahnung von dem haben, was da vor sich geht.

Aber ich habe von Anfang an ein schlechtes Gefühl gehabt, allerdings nicht nur wegen diesem Convid-19-Virus. Nennen wir das Intuition bei aller Ahnungslosigkeit.

2.

Ich stelle meine groben Kenntnisse über das Phänomen Viren fest, was das überhaupt ist, welche ich in mir tragen könnte, wozu sie dienen, wie sie sich gewöhnlich verbreiten und für wen Arten und Mutationen derselben gefährlich werden können.

3.

Ich stelle auch fest, dass ich Viren nicht sehen, riechen oder haptisch greifen kann. Das könnte bestimmte Viren für bestimmte und geschwächte Menschen auf eine heimtückische Weise gefährlich machen. Wie etwa Keime im Krankenhaus oder Strahlungen in nuklear verseuchten Gebieten.

4.

Ich stelle fest, dass vor dem Ausbruch einer durch bestimmte Viren verursachte Erkrankung – sollte es dazu unglücklicherweise kommen – eine Inkubationszeit vorangegangen sein muss, die etwas kürzer oder etwas länger angedauert haben mag. In dieser Zeit kann unwissentlich der Virus auf andere Menschen übertragen werden, was aber nicht zwingend eine Krankheit zur Folge haben muss.

5.

Nun stelle ich fest, dass weder im nahen noch im weiten Umfeld jemand erkrankt ist, was durchaus den Eindruck vermitteln könnte, dieser Virus würde gar nicht real existieren. Wohlgemerkt als Wahrnehmung, nicht als eine Tatsächlichkeit und medizinisch nachgewiesene Realität. Denn ich sehe ihn nicht, rieche ihn nicht, fühle ihn nicht.

6.

Was bleibt ist das, was in der Zeitung steht, was im TV gesagt wird, was die Leute auf der Straße reden und was über die Behörden kommuniziert wird. Und ich beobachte gewisse Reaktionen in meiner Umwelt.

7.

Und dann stelle ich noch fest, dass ich hier ein Ereignis glauben soll, welches sich außerhalb meiner Wahrnehmung befindet. Es kann einer Realität entsprechen, aber ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht wirklich. Mir fehlt das eigene Erlebnis, die eigene Erfahrung.

8.

Ich stelle fest, dass ich nun Vertrauen haben und am besten auch zeigen soll. In erster Linie den Behörden gegenüber, welche dazu bitten oder auch auffordern.

9.

Ich stelle fest, dass ich nun vor einem ganz anderen Problem stehe. Dieses Problem hat mit einem Virus nichts zu tun. Es hat mit Vertrauen zu tun, denn das fehlt mir.

10.

Dazu stelle ich fest, dass Zeitungen, Magazine und TV als Informationsquelle gänzlich untauglich sind, da durch die Interessen einiger Weniger gesteuert, welche mich tagtäglich zu bestimmten Themen belügen und zu manipulieren versuchen.

Zum politischen Tagesgeschäft gehört wiederum die Lüge. Diese muss nicht immer mit einem negativen Kontext versehen sei, denn Lüge kann auch ein Mittel sein, um zum Beispiel Panik zu vermeiden oder grundsätzlich kontraproduktivem Handeln entgegenzuwirken.

Jahrelange Erfahrungen und Beobachtungen des politischen Establishments haben zu bestimmten Erkenntnissen geführt.

Wie verhält es sich nun mit dem Vertrauen? Ich werde darüber nachdenken.

 

 

Nachtrag vom 26. April 2020:

Leser Günther L. machte auf folgenden Sachverhalt bezüglich dem oben angeführten Punkt 2 aufmerksam:

„… lt. Wissenschaftlicher Beschreibung (Zitat Pschyrembel = medizinisches Wörterbuch): ist ein Virus ein „Organisches Material und besitzt DNA oder RNA“ bzw. lediglich Fragmente des einen oder anderen. Lebewesen haben jedoch stets eine vollständige DNA und RNA. Um den Unterschied klarer zu machen ein Beispiel: Es verhält sich ungefähr so wie ein lebender Baum zu einem Brett.

Da ein Virus also keine vollständige DNA und RNA besitzt kann es sich auch nicht vermehren, kann somit auch nicht „mutieren“!“

 

Montag
13
April 2020
Kommentare deaktiviert für Corona. Und das, was bleibt. Teil 1.

Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 5.

 

Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 5.

In diesem Teil unserer Fragestellung werfen wir einen Blick auf die Organisation „Syrisch-Arabischer Roter Halbmond“ (SARC), die gänzlich vor Ort in Syrien ist.

Hier als Kurzinfo jene, die auf „Wikipedia“ zu finden ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/Syrisch-Arabischer_Roter_Halbmond

Und hier deren Web-Auftritt:

http://sarc.sy/

Dort gibt es auch Video:

 

 

SARC ist im gesamten Syrien tätig, so gut es eben geht. Auch in der Provinz Idlib, wie beispielsweise in Sinjar, welches im Vorjahr vom Terrorismus durch die Syrische Armee befreit worden war.

http://sarc.sy/winter-clothes-awareness-sessions-children-returned-school-idleb/

 

Die Hilfeleistung stößt nicht immer auf Gegenliebe, wie SARC erst kürzlich auf ihrer Homepage signalisiert, ohne die Verantwortlichen zu benennen:

I am not a target

 

SARC unterhält tatsächlich einige Büros in der Stadt Idlib, im Carlton Hotel, welches 2017 beschädigt wurden:

 

Unbenannt

https://media.ifrc.org/ifrc/?s=idlib

 

Aus einem Text des Internationalen Kommitees der Roten Kreuzes geht hervor, dass SARC in der Stadt Idlib ein Notfall-Zentrum und im Kinderkrankenhaus eine Intensivstation für Neugeborene unterhält:

https://reliefweb.int/report/syrian-arab-republic/syria-alarming-humanitarian-situation-northwest

 

Die Hilfsorganisation betreibt tatsächlich Stützpunkte in Idlib, aber es bleibt der eigenen Phantasie überlassen, wie die Hilfeleistung dort konkret funktioniert, wie sie organisatorisch bewältigt wird und wie es mit den dortigen Al-Quaida-Strukturen vonstatten gehen mag.

Wir wissen nicht, inwieweit sich sämtliche in der Provinz Idlib befindlichen Menschen aus dem Land ernähren können. Aufgrund der kriegerischen Tätigkeiten, der Zerstörung von Infrastruktur, der Flucht von Teilen der ehemals ansässigen Bevölkerung einerseits und einer abseits jeglicher Produktivität stehenden Menschenansammlung sollte es zumindest problematisch sein. Anderes wird auch nicht kommuniziert.

Sie alle sind auf die Lieferungen von außerhalb angewiesen: vor allem die Flüchtlinge und natürlich auch das ausländische Kriegsvolk, Söldner und Terroristen. Wobei letztere natürlich durch ihre Unterstützer vor allem über die Türkei gespeist und versorgt werden.

(Anmerkung: Der österreichische Brigadier Walter Feichtinger referierte Anfang 2019 über die Situation in der Region Idlib. Nach seiner Darstellung halten sich dort 70.000 (!) „Rebellen“ auf, ungefähr zur Hälfte der „Komitee zur Eroberung der Levante“ (also HTS, Al-Quaida) zugehörige, die andere Hälfte der türkischen Armee eingewoben, also Söldner mit entsprechendem Backround). 

Al-Quaida muss also ein großes Interesse daran haben, dass die Hilfslieferungen auch in Form des alltäglichen Bedarfs ins Land kommen. Zum einen zwecks der Eigenversorgung, zum anderen um neben den Hilfsorganisationen eigene Monopole zu errichten und die Waren dann teuer an die Notleidenden zu verkaufen – wie beispielsweise in Madaya, Ost-Aleppo und sonstwo zu beobachten gewesen war.

Wir wissen es nicht, aber es erscheint logisch, dass auf einer bestimmten Basis ein Abkommen zwischen SARC und Al-Quaida existieren muss, welche auch der Terrororganisation zum Vorteil gereicht.

Zuletzt scheinen aber einige Al-Quaida-Banden mit ihrem Anteil die Geduld verloren zu haben, die Mitte März organisiert und zugleich die SARC-Stützpunkte in Idlib und Ariha überfallen, das Personal verprügelt und die Depots der Hilfslieferungen geplündert hatten.

https://www.islamtimes.org/en/news/850563/sarc-condemns-terrorists-assault-on-its-volunteers-and-hijacking-of-properties-in-idlib

 

Der hier von SARC angeführte Feststellung, dass es sich hierbei um ein Kriegsverbrechen handeln würde, und auch ihr naiver Appell, das „humanitäre Völkerrecht“ und die Genfer Konventionen einzuhalten, lässt die Tatsache außer Betracht, dass Terroristen außerhalb all dessen stehen.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA hatte folglich dieser Meldung ihre eigene Feststellung hinzugefügt:

„Die Städte Idlib und Ariha stehen unter der Kontrolle terroristischer Gruppen, von denen die meisten der Terrororganisation Jabhat al-Nusra angeschlossen sind. Sie belagern Einheimische, verwenden sie als menschliche Schutzschilde, verhindern, dass sie über humanitäre Korridore abreisen, und entführen Hilfskonvois.“

Auch das Internationale Rote Kreuz vermittelte in ihrer Erklärung zu diesem Vorfall, als wäre auf dem von Al-Quaida besetzten Territorium irgendwo so etwas wie eine Rechtsstaatlichkeit vorhanden. Weltfremd.

https://www.icrc.org/en/document/syria-humanitarian-aid-workers-and-property-must-be-respected-and-protected

 

Ein Artikel von „Global Research“ wies bei dieser Gelegenheit daraufhin, dass in der westlichen „Qualitätspresse“ derartige Vorkommnisse, die ihre Schützlinge von Al-Quaida in ein schlechtes Licht rücken könnten, wie gewohnt unterschlagen werden. Dazu noch einige andere Informationen zu Aspekten (wie das Treffen zwischen Kinik vom IRFC und dem gesuchten Verbrecher „Dr. Islam“), von denen jene, die den Massenmedien anhängen, nie erfahren würden:

https://www.globalresearch.ca/armed-terrorists-storm-sarc-offices-idlib-attack-volunteers-loot-humanitarian-aid/5706564

 

Um hier noch zu unserer Fragestellung zurückzukommen: Spenden und sonstige Hilfsleistungen sind gut und wichtig für Menschen in Syrien, sofern sie tatsächlich jenen außerhalb der von Al-Quaida kontrollierten Gebiete zukommt. Innerhalb dessen werden auch die Söldner und Terroristen unfreiwillig unterstützt.

Das Problem ist eindeutig: wer kann garantieren, dass dies nicht geschieht? Erst recht, wenn sich Spenden-Kampagnen direkt auf Idlib beziehen?

 

 

Samstag
11
April 2020
Kommentare deaktiviert für Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 5.

Schöne Neue Welt ? Teil 2.

 

Gedanken zu den Ereignissen im Zuge der Corona-Pandemie

von René Triebl

 

HUXLEY-Brave-new-world-Buch

 

Wie jede massive Krise birgt jedoch auch diese Pandemie eine große Chance zur Neugestaltung der Welt, zu einer Neuordnung von Wertestrukturen und Prioritäten.

Wie bereits nach dem 2. WK, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks oder etwa nach der Bankenkrise von 2008, gäbe es nun wieder die Chance zu erkennen, wie sehr die heutige Welt und ihr globales Wirtschaftssystem bereits ausgereizt, wie sehr sie in gegenseitigen Abhängigkeiten steht, um daraus die Notwendigkeit zu größerer internationaler Zusammenarbeit ernst zu nehmen.

Diese Pandemie ist ja im Grunde ein Destillat aus all den bereits eskalierten Fehlentwicklungen dieser völlig zügellosen und überhitzen Globalisierung, mit all ihren bisherigen Erscheinungen wir Flüchtlingskrise, Terroranschlägen und Klimakatastrophen.

Jetzt zeigt sich erneut, dass wir natürlich schon immer in einer „Weltgefahrengesellschaft“ leben, die politische Regulierungen braucht. Viel zu lange haben sich alle Länder im Geist der neoliberalen Revolution darauf verlassen, der bloße Markt werde wie von alleine eine gerechte Weltordnung entstehen lassen.

Wäre es nicht endlich an der Zeit anzudenken, die ungeheuerlich aufwändigen nationalen Egomanien endlich mal zu Gunsten der gesamten Menschheit hinten anzustellen?

Es wird ständig in unfassbar obszöner und wahnsinniger Art und Weise fast der gesamte Output von Volkswirtschaften verschleudert, vor allem auf Kosten der dritten Welt, auf Kosten ganzer Völker, die in bitterer Armut dahinsiechen, auf Kosten der Lebenserwartung, der kulturellen Vielfalt der Welt und letztlich auf Kosten von uns allen. Wie viel Unglück und Irrsinn muss die Welt eigentlich noch ertragen, bis sich eine internationale Staatengemeinschaft eines Besseren besinnt?

Wie schön wäre es, in einer gerechteren Welt zu leben, vielleicht mit weniger Produktvielfalt, weniger „Hypes“ und „Lifestylegirlanden“ aller Art, dafür aber mit mehr Substanz an tatsächlicher Lebensqualität und ohne den Wahnsinn einer totalen Wettbewerbs- und Neidgesellschaft, der es ohnehin nicht wirklich erlaubt diesen Konsum mit wirklicher Freude, mit gutem Gewissen und in völliger Offenheit zu genießen.

 

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Unter diesem unaufhörlich angefachten Wettbewerbsdruck ist unsere Gesellschaft inzwischen so misstrauisch geworden, auch sich selbst gegenüber, dass sie eine Art Scheinheiligkeit erzwingt, die sie dazu förmlich auffordert sich gegeneinander auszuspielen, ständig auf der Suche nach Verfehlungen im Umgang miteinander. Sie ist darin so eifernd und derart erfindungsreich, dass gerade in einem Milieu, in dem das freie Denken und das freie Wort die Bedingungen der Existenz darstellen, eben das bei Höchststrafe unterbunden wird.

Anstatt unser „Menschsein“, also die Wonnen von Freundschaft, Solidarität und Kreativität, ausreichend erleben zu können, sind wir hineingezwungen in eine Hochleistungsgesellschaft, dem Angst-Milieu einer vorgeblich „politischen Korrektheit“. Zudem werden alle unsere Freiräume beschnitten und dem ständigen Zwang zum Denken in Renditen unterworfen, um wenigstens irgendwie über die Runden zu kommen.

Es wurde gerade in den letzten Jahren nur allzu deutlich, dass dieses System wesentlich mehr Verlierer als Gewinner produzierte und die meisten trotz Wohlverhalten und Anpassung zunehmend auf der Strecke blieben. Wie zum Hohn wurden diese Zumutungen dann auch noch durch frotzelnde und arrogante Lotto-Werbung mit lauten Getöse begleitet, die in ihrer zynischen Menschenverachtung kaum noch zu überbieten war!

 

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Dieses System maßloser Ausbeutung ist jedoch, wie wir alle wissen, kein „Schicksal“! Es basiert im Wesentlichen nur auf unserer Duldung, der Duldung eines Zustandes, dass diejenigen Wenigen, die den meisten Profit daraus ziehen, partout nicht mit denen, die ihren Reichtum tatsächlich erarbeiten, teilen wollen.

Diese Krise wäre nun wieder eine echte Chance auf Neubesinnung, und wir alle sind aufgerufen sie jetzt auch massiv von unseren politischen Vertretern einzufordern!

Wir alle zahlen ja derzeit schon wieder den Preis für die ungleich verteilten Reichtumsgewinne der letzten Jahre!

Wiederum zeigen sich zudem bereits jetzt Anzeichen, dass trotz scheinheiliger Beteuerungen und Ansätzen von internationaler Solidarität, besonders Italien gegenüber, alle Anstrengungen im Grunde nur darauf zielen, den „Status quo“ irgendwie doch zu halten.

Den USA ist es erneut das erklärte Ziel, das völlig überhitze, turbo-kapitalistische Getriebe aufrecht zu erhalten, weil eben einige wenige daraus gigantische Profite lukrieren, und sie dies nur können, solange der globalisierte Rummel eben in dieser Art weitergeht. Trump ( „Amerika first“) wollte unlängst ein Corona-Forschungslabor in Deutschland kurzerhand für sich aufkaufen! ( Meldung aus: „DIE ZEIT“ Nr.14, 2020 ).

Sollten wir daher diese Chance wieder versäumen, wird alles wieder weitergehen wie zuvor.

Die Weltwirtschaft wird neu anspringen, sich weiter explosionsartig ausbreiten und die Börsenkurse wieder raketenhaft steigen. Die Politiker werden sich selber hochfeiern wie nie zuvor und wir werden wiederum in dieses System aus Ausbeutung und Konsumdominanz hineingezwungen, welches alles wiederum auf seinen bloßen Geldwert reduziert. Die Opfer aber werden in Vergessenheit geraten, all die ruinierten Existenzen, die Armut und das Unglück von Millionen.

 

 

Donnerstag
09
April 2020
Kommentare deaktiviert für Schöne Neue Welt ? Teil 2.

Schöne neue Welt ? Teil 1

 

Gedanken zu den Ereignissen im Zuge der Corona-Pandemie

von René Triebl

 

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Die perfekte Diktatur wird den Anschein einer Demokratie machen,

einem Gefängnis ohne Mauern, in dem die Gefangenen nicht einmal davon träumen auszubrechen.

Es ist ein System der Sklaverei, bei dem die Sklaven dank Konsum und Unterhaltung ihre Liebe zur Sklaverei entwickeln.“

Aldous Huxley, 1931

 

Die politischen Ereignisse dieser Tage sind dermaßen außergewöhnlich, dass ich mir jeden Tag mehrmals die Augen reiben musste, um mich zu überzeugen dass ich nicht träume. Fast über Nacht brach eine nie dagewesene Flut aus Warnungen, Hinweisen, Verboten, Regeländerungen, ja sogar expliziten Handlungsanweisungen über uns her, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Auf einmal gab es das volle Programm, dazu alle Medien – wie üblich – in totalem Gleichklang, und das nur, um uns vor einem unsichtbaren Feind in Schutz zu nehmen.

 

 

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Was war geschehen?

Haben sich etwa die von uns eingesetzten Volksvertreter endlich ihrer Verantwortung besonnen und sich zur Überzeugung durchgerungen, dass unser Alltag langsam unerträglich wurde, wir alle wie Galeerensklaven in einen Dauerwettbewerb gehetzt, mit sich ständig steigender Taktzahl in einem System, was den Ausdruck „genug“ nicht mehr kannte, und wo es nur noch darum ging, sich ständig gegeneinander auszuspielen, unser soziales Leben nur noch von Misstrauen und Neid durchdrungen war.

Hatte sich endlich die Erkenntnis durchgesetzt, es wäre an der Zeit zu einer radikalen Umkehr und Einführung anderer Werte? Nicht zuletzt, um wenigsten den Klimakollaps abzuwehren?

Nein, zum großen Erstaunen war es ein obskurer Virus, der auf der Stelle all diese Veränderungen zu Wege brachte, woran zuvor bereits mehrere Generationen von sozialdemokratischen und linksstehenden Politikern weitgehend gescheitert waren.

Dieser Virus hat nun die Politiker der Welt schlagartig aufgerüttelt und gezeigt, dass die Konsequenzen im Hier und Jetzt stattfinden. Gerissen aus mehr oder weniger nationalstaatlichen Träumen wurde ihnen aufgezeigt, dass in einer hypermobilen, globalisierten und neoliberal entfesselten Wirtschaft alles mit allem zusammenhängt. Ähnlich wie schon bei einem Szenario einer atomaren Bedrohung sind heute Ereignisse weltumspannend.

Was wir dieser Tage in allen Ländern erleben, ist nicht mehr und nicht weniger als die völlig überraschende Wiederauferstehung eines starken Staates, einer Institution, deren tatsächliche Existenz wir fast schon irgendwie bezweifelten oder die meist nur noch als Fassade zur Repräsentation in Erscheinung trat.

So sehr haben wir uns inzwischen an den Gedanken gewöhnt, dass die Politiker, die diesen Staat eigentlich mit ihrem unabhängigen Engagement auskleiden sollten, ohnedies zu weitgehenden Handlangern und Dienern einer sogenannten „Wirtschaft“ geworden sind. Nur dazu da, um die Vorstellungen dieser umzusetzen: durch die Technik der Ablenkung auf Nebensächlichkeiten, durch das Aufwerfen von Scheinproblematiken, aggressiver Konsumpropaganda und Spiegelfechtereien jedweger Art.

Dieser Staat, der sich in erster Line vor allem um gerechten Ausgleich bemühen und der uns eigentlich immer vor den Phantasien der allzu Mächtigen in Schutz nehmen sollte, erschien uns zunehmend als ein Marionettentheater, welches völlig von den Wünschen der Konsumindustrie mit all ihren Konzernen, Strukturen und globalisierten Verflechtungen dominiert wird.

Kein Opfer schien zu groß um, diesem immer aggressiveren System aus Ausbeutung Gier und Wettbewerb zu dienen und es immer weiter zu steigern, koste es was es wolle.

Und nun auf einmal diese fast überbordende Fürsorge, die uns in blankes Staunen versetzt.

 

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Auch Geld ist plötzlich, quasi über Nacht, in einer ungeahnten Fülle vorhanden, um bestehende Strukturen wenigsten teilweise zu retten. Geld, welches sonst immer derart knapp gehalten wurde, dass es oft nicht mal für die Deckung essentieller Notwendigkeiten reichte, etwa in den Themenbereichen Bildung, Forschung, Gesundheitswesen, Armutsbekämpfung, Naturschutz, Entwicklungshilfe und Schutz von Minderheiten.

Ähnlich wie während der „Banken-Krise“ stehen wie aus dem Nichts zig Milliarden Euro und Dollar zur Verfügung – um das zu stützen, was als „systemrelevant“ angesehen wird. Dieses System zeigt sich dehnbar, wenn es um ihren eigenen Erhalt geht, es zeigt aber auch auf die vergangenen Lügen und Ausflüchte, die den Bürgern glauben machen sollten, es wäre nichts mehr übrig und möglich.

Und es zeigt sich, wie einfach es mittels einer äußeren Bedrohung gelingt, in kürzester Zeit Standards zu ändern, ja das gesamte „Mindset“ der Bevölkerung in eine bestimmte Richtung zu lenken.

In einem unmittelbaren Erleben dessen beschleicht einem das unheimliche Gefühl, dass es wohl in den 30er Jahren so ähnlich gewesen sein mochte. Es macht auch verständlicher, wie es damals das NS Regime schaffen konnte, in derart kurzer Zeit fast die gesamte Bevölkerung zu überrumpeln und für sich einzunehmen.

Damals ging es anfangs sehr ähnlich um die bloße Idee eines unsichtbaren, imaginierten Feindbildes, dass die Nazis anfangs in die Köpfe der Bevölkerung pflanzte, um ihre drastischen Maßnahmen zu legitimieren. Es ist frappierend, wie man es damals wie heute schafft, mit Angst – und sei es heute mit dem Argument der Sorge um die „Volksgesundheit“ – unmittelbar Gehorsam und Gleichschaltung zu erzwingen, also etwas, das sonst unter den Bedingungen bloßer Freiwilligkeit niemals zu erreichen wäre.

95% der Bevölkerung befolgen die neuen Regeln, welche aktuell auch wirklich sinnvoll erscheinen – trotz des erwähnten Beigeschmacks.

Es ist alarmierend und bedrückend zu erleben, dass Politik wohl langsam überhaupt nur noch über Feindbilder mehrheitsfähig zu führen ist, so sehr hat sich dieser Effekt bereits durchgesetzt. Ähnlich wie bei den Populisten der politischen Rechten, denen es gelingen konnte, mit dem Feinbild „Migranten“ einen derart raschen und durchschlagenden Erfolg zu erzielen.

 

Landbauer-m---1

 

Hauptsache ein Feind wird präsentiert – und sofort sind sich alle einig. Auch heute wieder sind wir bereit, massive Einschränkungen unserer Freiheitsrechte hinzunehmen nur um diesen neuen Feind zu besiegen.

Doch was wird bleiben, wenn der Feind verschwunden ist?

 

PS:

Ich danke meinem Freund Thomas Fröch für den Hinweis auf die dazu passenden Zitate von Aldous Huxley.

 

Dienstag
07
April 2020
Kommentare deaktiviert für Schöne neue Welt ? Teil 1

Anti-SPÖler der Woche: SPÖ-„Noldi“

 

Auf dem kurzen Weg zwischen Postfach und dem Karton für Altpapier darunter sprang der Anti-SPÖler doch noch in die Augen: Arnold „Noldi“ Grabner in einem Whirlpool.

 

Noldi rät

Quelle: Bezirksblätter, Ausgabe 14 vom 2. April 2020, Titelblatt.

 

Sein Rat während seines „Zeitvertreibes“ als selbstgefälliger Luxus-Sozialist und eitler Selbstdarsteller, während derzeit viele Menschen in Konkurs gehen oder arbeitslos werden:

„Bitte bleiben Sie zu Hause!“

Unser Rat hält dagegen: „Bleiben Sie zu Hause“! Dort ist nämlich diese Form ärmlicher Empathie gut aufgehoben. Vor dem Spiegel.

 

 

Samstag
04
April 2020
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Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 4.

 

Nachdem wir hinterfragt haben, wer sich in der Provinz Idlib befindet und wie viele, dieses aber genauso wenig wie andere konkret beantworten können, so bleibt doch die Tatsache bestehen, dass sehr viele Menschen außerhalb der terroristischen Strukturen eine arge Not leiden. Die Provinz verlassen können sie nicht, weil die Grenzen zur Türkei geschlossen sind, und weil die von der syrischen Regierung sowie den russischen Militärs eingerichteten Fluchtkorridore durch die Extremisten versperrt und beschossen werden.

Zivilisten und Flüchtlinge bilden das Faustpfand für die vom Ausland gesteuerten Söldner und Terroristen. Sie dienen als Deckung und als Geisel gleichzeitig, zudem lässt sich das Elend politisch und medial propagandistisch ausschlachten. Zumindest bei jenen, die immer noch nichts mitbekommen haben.

„Es ist die bislang größte Welle der Vertreibung seit 2011 – dem Jahr, in dem der Bürgerkrieg offiziell begann“, wird im Text der CARITAS International behauptet, was schlichtweg falsch ist. Weder handelt es sich um einen Bürgerkrieg noch um eine Vertreibung. Und von der größten Fluchtwelle seit 2011 kann ebenfalls keine Rede sein.

„Die Caritas stand den Betroffenen des Kriegs von Anfang an zur Seite und tut dies auch heute in der Region Idlib: Eine lokale Partnerorganisation verteilt täglich 12.000 Mahlzeiten an die Vertriebenen, gibt ihnen warme Kleidung und Decken. Zudem werden Waisenhäuser mit Lebensmitteln beliefert.“

Dieser Absatz berührt nun unsere anfängliche Fragestellung, gibt aber keine befriedigende Antwort. Es wird weder genannt, um welche Partnerorganisation es sich handelt, noch die konkrete Bewerkstelligung angeführt, was woanders ja möglich gewesen ist.

Unterm Strich bleibt bei uns eine gewisse Ratlosigkeit zurück. Wenn es auch hier und da bei ihren thematischen Artikeln und Angaben etwas zu kritisieren gibt, so steht das redliche Engagement vom Roten Kreuz, der CARITAS und allen anderen bei „Nachbar in Not“ angeführten Organisationen außer Frage.

Aber unsere Frage, wie den Flüchtlingen innerhalb der Provinz Idlib unter Al-Kaida-Herrschaft geholfen werden kann oder wird, konnte hier nicht beantwortet werden. Das ist insofern bedauerlich, wenn man als potentieller Spender verhindern möchte, dass die Spende oder zumindest ein Teil derselben in falsche Hände gerät.

„Ein schnelles Ende der Situation ist nicht in Sicht“, so CARITAS mit einer Einschätzung, womit die eigentliche Katastrophe beschrieben wird. Jene Mächte, welche hinter dem Kriegsvolk in der Provinz Idlib stehen, haben daran (noch) kein Interesse. Ganz abgesehen davon, dass kein Staat dieses islamistische Söldnergesindel wieder zurückhaben möchte. Es sei denn, es würde sich ein neuer Kriegsschauplatz finden lassen. Die Türkei soll bereits 2.000 Mann ihrer Islamisten nach Libyen verlegt haben.

https://kurier.at/politik/ausland/warum-der-frieden-in-libyen-noch-in-weiter-ferne-ist/400729353

 

Quelle: YouTube. Völkerrechtswidrig in Syrien: türkisches Militär. Zusammen mit Al-Kaida.

 

Unterdessen hat uns am 28. März das Antwortschreiben von „Nachbar in Not“ erreicht:

„…vorrangig ist geplant, mit dieser Aktion direkt Projekte in der Region Idlib zu unterstützen. Insgesamt erstreckt sich die NACHBAR IN NOT-Hilfeleistung jedoch auf ganz Syrien.

Die Mehrheit der NIN- Mitgliedsorganisationen haben Projekte in Syrien:

1) Der Syrisch-Arabische Rote Halbmond (SARC), der vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)unterstützt wird, versorgt in Idlib, die von Idlib in die umliegenden Gebiete (u.a. Hama und Aleppo) geflüchtet sind, u.a. mit medizinischer Hilfe, Verteilung von Lebensmitteln und Hygieneartikeln in Flüchtlingscamps, Wiederherstellung der Wasserversorgung und Sanitäreinrichtungen.

2) Die Malteser sind auf die Bereiche Gesundheit, WASH und Verteilung von NFI (Non Food Item) Kits spezialisiert. Sie betreiben mit zwei syrischen Partnerorganisationen ein Netzwerk von Gesundheitsstationen und Krankenhäusern in Idlib, West- und Nord-Aleppo. Zum Versuch, die medizinische Versorgung der Menschen aufrecht zu erhalten, gehört nicht nur Notfallchirurgie, sondern auch lebensrettende Gesundheitsdienste wie Dialyse.

3) CARE hat einen Schwerpunkt auf sauberes Wasser, Grundnahrungsmittel und Hygiene-Sets. Um direkt auf die Bedürfnisse der besonders stark Betroffenen – Kinder, Schwangere, stillende Mütter und ältere Personen – eingehen zu können, wird vor Ort laufend analysiert, was am dringendsten benötigt wird, und die Hilfe entsprechend angepasst.

4) Die Caritas Österreich arbeitet in Syrien schwerpunktmäßig in Hassake, Aleppo und in Damaskus. Dabei geht es einerseits um Nothilfe, in dem vulnerable, vom Krieg betroffene Menschen in Damaskus und Aleppo Bargeldzahlungen erhalten. In Ost-Ghouta wurde Winterhilfe geleistet, in Damaskus lag der Fokus auf Gesundheitsversorgung, Bildung und Wiederaufbau der Lebensgrundlagen besonders vulnerabler Personen. In Aleppo werden die Menschen in der Gesundheitsversorgung und Wiederaufbau der Lebensgrundlagen sowie Bildung für Kinder und Kinderschutz unterstützt. In Idlib wird die Nothilfe über lokale Partner und das internationale Caritas Netzwerk unterstützt.

Gemäß unseren Werte sind wir verpflichtet dort Hilfe zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird und enthalten uns an politischen, ethischen, religiösen und ideologischen Auseinandersetzungen.

Ich hoffe somit Ihre Frage beantwortet zu haben und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen…“

 

Da uns die hier thematisierte Information fehlte, haben wir eine weitere Mail abgeschickt.

 

„…vorweg herzlichen Dank für Ihre genaue Auskunft und für Ihre Mühe!

Mittlerweile habe ich erfahren, dass SARC in jenen Gebieten der Provinz Idlib tätig ist, welche wieder unter der Kontrolle der syrischen Regierung stehen. Aber wie verhält es sich mit den Gegenden, die vonHayat Tahrir al-Sham“ und anderen islamistischen Söldnergruppen besetzt sind?

Wie Sie sicherlich wissen, sind in der vergangenen Jahren zahlreiche Hilfsgüter in die falschen Hände gekommen, mit denen sich dann Extremisten selbst versorgt und alles übrige teuer an die Zivilbevölkerung verkauft haben.

Aus diesem Grund trage ich Sorge, dass Teile von Spenden und Hilfsgütern bei Transporten in von der „HTS“ und anderen ähnlichen Organisationen gehaltenen Gebieten ebenfalls dieses Schicksal erleiden könnten.

Daher ist mir eine Antwort auf die Fragen wichtig, ob die Waren tatsächlich in diese besetzten Gebiete geliefert werden (oder doch nur um diese herum) und wenn ja, um welche lokalen Partner es sich dort handelt. Diese konnte ich bislang noch nicht eruieren.

Auf eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Mit den besten Grüßen…“

 

 

Donnerstag
02
April 2020
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Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 3.

 

Bei der CARITAS Österreich entdeckten wir auf deren Homepage unter der Rubrik „Auslandshilfe“ beim Schauplatz Syrien die Spendenaktion „Nachbar in Not“ wieder. Der Text der CARITAS erwähnte die prekäre Lage im Norden Syriens und die Fluchtbewegung im Nordwesten.

https://www.caritas.at/

https://www.caritas.at/aktuell/news/detail/news/86203-9-jahre-krieg-in-syrien-caritas-hilft-menschen-vor-ort/

Und hier unter „Auslandshilfe“ und „Syrien“:

https://www.caritas.at/auslandshilfe/katastrophenhilfe-humanitaere-hilfe/laender-brennpunkte/syrien/

Über „CARITAS Österreich“ nun zu „CARITAS International“, die auf ihrer Homepage unter „Syrien: Nothilfe im Kriegsgebiet“ einige Artikel stehen hatte, die von Schicksalen und von Hilfe berichten. Auch hier ist jede Seite mit einem Feld für eine Direktspende versehen, welche die Menschen vor Ort zweifellos bitter nötig haben.

https://www.caritas-international.de/

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/humanitaere-hilfe-syrien

Da wäre die Geschichte von Fuzia mit ihren fünf Kindern und dem verschwundenen Mann in Jabal Badro bei Aleppo:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/kampf-ums-ueberleben-in-aleppo

Tragisch die Geschichte eines Kindes, Amal, die in Aleppo durch eine Mörsergranate ein Bein verlor und von der CARITAS immerhin eine Prothese erhalten hatte:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/reportage-amal-aleppo

Dann die Familie Hamud aus einem Dorf in der Nähe von Aleppo, die in einen Vorort von Damaskus geflohen waren:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/reportage-binnenvertreibung

In dem Beitrag „Wann ist der Krieg endlich vorbei?“ ist zu erfahren, dass die CARITAS in einem zerstörten Stadtteil von Aleppo einen Stützpunkt unterhält und dort vor Ort die Bewohner unterstützt. Hier wird auch erzählt, wie diese Hilfe in welcher Form erfolgt:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/wann-endet-der-krieg-in-syrien

Diese Reportagen sind auf eine Seite der CARITAS International eingebettet, die sich unter „Projekt“ findet:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/humanitaere-hilfe-syrien

Der Umfang der Flüchtlingsbewegung, angeblich die größte seit 2011, wird allerdings unserer Ansicht nach stark übertrieben. Syrien hatte vor dem Krieg eine Einwohnerzahl von ungefähr knapp 21. Mio. Menschen. Von denen waren bis 2017 bereits 5,3 bis 5,6 Mio. ins Ausland geflüchtet, rund 6,3 Mio. wurden als Binnenflüchtlinge registriert. Über den größten Teil der Ballungsräume hatte die Regierung nie die Kontrolle verloren. Andere Gebiete sind nach wie vor durch US-Truppen, SDF-Verbände oder jene der Türkei besetzt. Da auch noch über 550.000 Menschen ums Leben gekommen sein sollen, sind wir doch sehr skeptisch über Zahlen, die noch eine ganze weitere Million allein an Flüchtlingen in der Provinz Idlib ausmachen möchten.

Die Provinz Idlib soll im Jahre 2010 rund 1,85 Mio. Einwohner besessen haben. Die ersten Kampfhandlungen dort hatten bereits eine Fluchtbewegung ausgelöst, die sich noch verstärkt hatte, als islamistische Kampfverbände von der Türkei her eine Invasion unternommen und im März die Provinz unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Die Bevölkerung hatte sich demnach reduziert, die ausländischen Söldner sich aber zusammen mit ihrem familiären Anhang vermehrt.

Die Operationen des türkischen Militärs im Norden Syriens hatte ebenfalls viele Menschen flüchten lassen, vor allem Kurden, zumal die türkischen Truppen ihre zuvor verdeckt unterhaltenen islamistischen Söldner und Halsabschneider nun ganz offiziell neu organisiert, ausgerüstet und in ihre Militärstruktur eingegliedert hatte. Dort sind auch IS-Logos äußeres Bestandteil einer islamistischen Söldner-Kultur. Die dortigen Flüchtlinge mögen überall hin geflüchtet sein, nur nicht in die Provinz Idlib.

https://orbisnjus.com/2020/02/15/in-video-tuerkisch-gestuetzter-rebell-traegt-offenkundig-insignien-von-der-isis-bekaempft-ankara-den-is-nicht/

https://orbisnjus.com/2020/02/16/in-video-weitere-tuerkisch-gestuetzte-rebellen-mit-isis-insignien-gesichtet/

Bei dem „Reporter“ handelt es sich um den türkisch-stämmigen Abdussamed Dagül alias Samet Dagül, welcher zuvor in der deutschen Stadt Hanau gelebt hatte.

https://www.deutschlandfunk.de/salafisten-von-hanau-aus-in-den-dschihad.862.de.html?dram:article_id=327557

Er ist Bestandteil der Terrororganisation „Jabhat al-Nusra“ oder „Ahrar al-Sham“, was sich anhand seiner jahrelangen Selbstdarstellung nachvollziehen lässt.

https://www.heise.de/tp/features/Aleppo-Das-neue-Srebrenica-3570656.html?seite=all

 

Nun kommt auch noch hinzu, dass in den vergangenen Jahren die syrische Regierung – freilich auch aus der eigenen Not heraus – das feindliche Kriegsvolk bei einer eingetretenen aussichtslosen Lage angeboten hatte, die besetzten Gebiete wie in Ost-Aleppo oder in Ost-Ghouta vorzeitig gegen freien Abzug in die Provinz Idlib zu räumen. Im Verlauf der Jahre waren zehntausende Söldner und Terroristen einschließlich ihrer Familien nach Idlib umquartiert worden, dafür aber letztlich Zentralsyrien wieder befriedet worden.

Die Provinz Idlib beherbergt nun die größte Ansammlung von Al-Kaida-Terroristen weltweit, aber „erstaunlicherweise“ interessiert es die Westmächte und allen voran die USA nicht, die doch 2001 noch den Krieg gegen den Terror verkündet hatten, aber für alle sichtbar Kriege mit ihnen führen.

 

 

Montag
30
März 2020
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