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Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 6.

 

Bereits am 15. April hatte uns das Büro „Nachbar in Not“ eine weitergehende Mail geschickt, in welcher freundlicherweise sehr genau auf die Tätigkeiten und auch auf den Codex eingegangen worden war.

Zweifellos können viele Menschen froh sein, dass derartige Organisationen existieren und dass es Menschen gibt, die sich dafür geradezu aufopfern sowie in einigen Fälle sogar ihr Leben riskieren.

Nur diese eine Frage, die wir uns gestellt hatten, dieser eine problematische Aspekt, der uns beschäftigt hatte, der wurde leider auch hier nicht berührt.

 

„…bei Einsätzen in Syrien wird, wie auch in anderen vom Konflikt betroffenen Gebieten, ein konfliktsensibler Zugang gewählt, der sich auf jahrzehntelange Expertise und Erfahrung aus verschiedensten Risikogebieten stützt. Die Arbeit des SARC ist stark in die Kooperation mit dem IKRK (Internationales Komitee des Roten Kreuzes) eingebettet und die Auswahl der Projektorte, so wie der Empfänger der Hilfsmaßnahmen unterliegt sehr strengen und sorgfältigen Sicherheitsmechanismen. Vor allem durch die direkte Präsenz vor Ort kann sichergestellt werden, das Hilfsgüter die Menschen erreichen, die diese am meisten benötigen. Unsere Hilfsmaßnahmen, sowie die unserer Partner orientieren sich an den Bedürfnissen der Menschen und ziehen die Bevölkerungsgruppen vor, die durch mehrere Risiken gleichzeitig betroffen sind, wie vor allem Frauen, Kinder, ältere Personen, Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen, schwangere Frauen und stillende Mütter. Diese Risikogruppen werden prioritär ausgewählt und in erster Linie in Hilfsmaßnahmen inkludiert.

Gleichzeitig stützen sich Organisationen bei ihrer Arbeit vor Ort auf aktuelle Sicherheitsinformationen, die auch in Zusammenarbeit mit der UNO, staatlichen und internationalen Akteuren erstellt und täglich aktualisiert werden. Aus diesen Quellen ergeben sich genaue Informationen zu den verschiedenen Gruppen mit Sicherheitsrisiko und ermöglichen eine Risikoeinschätzung. Basierend auf der vorgenommenen Risikoerfassung werden konkrete Vorgehensweisen der Akteure bestimmt und Aktionspläne entworfen, wobei humanitäre Bedürfnisse der zivilen Bevölkerung an erster Stelle stehen, gleichzeitig aber auch Risiken berücksichtigt und Projekte kontinuierlich begutachtet werden.

Hilfsmaßnahmen in Nordwest-Syrien konzentrieren sich hauptsächlich auf die Provinz Idlib, sowie Aleppo in Hama, als hauptsächliche Zufluchtsregionen für die aus Idlib geflüchteten Syrer und Syrerinnen. SARC ist jedoch auch in er Stadt Idlib aktiv, wo die Bedürfnisse am größten sind und stützt sich dort auf die vor dem Krieg vorhandenen Netzwerke und freiwillige HelferInnen.

Letztendlich sei zu erwähnen, dass Organisationen auf die in diesem Kontext relevanten Grundsätze der Menschlichkeit, Unparteilichkeit und Neutralität zurückgreifen. Die Arbeit der involvierten Akteure basiert also in erster Linie darauf die grundlegenden Bedürfnisse der Bevölkerung anzusprechen, die durch den langwierigen Konflikt, wiederholte Vertreibung, die vielerorts nicht vorhandene Infrastruktur, Nahrungsmittelmangel, sowie die Abwesenheit von Gesundheitsdienstleistungen und Bildung, täglichen Bedrohungen ausgesetzt sind. Die bereits stark geschwächte Bevölkerung ist nun noch einer weiteren Bedrohung durch die Covid-19 Krise ausgesetzt. Um eine rasche Verbreitung des Virus die in einer humanitären Katastrophe enden könnte, ist es vor allem jetzt und in den am meisten betroffenen Gebieten notwendig Nahrungsmittel, Wasser, Hygiene- und Sanitärvorrichtungen, sowie medizinische Dienstleistungen zu Verfügung zu stellen.

Wir hoffen Ihre Frage zufriedenstellend beantwortet zu haben und wünschen Ihnen weiterhin alles Gute und viel Gesundheit.

Mit freundlichen Grüßen…“

 

Im syrischen Idlib wurde die Medientruppe von Al-Quaida unterdessen zur Abwehr von „Corona“ neu eingekleidet und ausgerüstet.

 

 

Lustig auch das „Desinfizieren“ dieser Saubermänner einer christlichen Kirche (mit halb abgedecktem Kreuz) in einem Gebiet, wo es keine Christen mehr gibt, da diese – gebrandmarkt als „Ungläubige“ – vor den islamistischen Halsabschneidern natürlich geflohen sind.

 

 

Das machen die extra für uns, für die unbedarften Sesselfurzer. Das ist Fernsehen.

 

Donnerstag
23
April 2020
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Schöne neue Welt? Teil 4

Von René Triebl.

 

Nach einem Monat halb-freiwilliger Ausgangssperre und Hinweisen auf ein Abflauen dieser Pandemiewelle zeichnen sich doch nun einige Konturen ab, und es lässt sich ein gewisses Fazit der Ereignisse ziehen.

Besonders herausragend ist zunächst die Tatsache, dass sich tatsächlich fast die gesamte Bevölkerung strikt an die Anweisungen zu sozialer Isolation gehalten hat. Ein Umstand, der offenbar von der Regierung nicht erwartet wurde und daher in Radiomeldungen auch des öfteren als „sensationell“ bezeichnet und mit großem Lob bedacht wurde.

Eingedenk der gesellschaftlichen Situation vor diesem Ereignis jedoch, drängt sich doch irgendwie die Frage auf, ob dies tatsächlich so unerwartet und sensationell war wie dargestellt.

Ich denke- es war eher eine Folge aus den neoliberalen Drangsalierungen der letzen beiden Jahrzehnte, welche diese Gesellschaft ohnedies dermaßen zugerichtet hat, dass ihr ein genereller Egoismus antrainiert wurde, der nun diesem Verhaltensmuster der Einhaltung einer „sozialen Distanz“ förderlich entgegen kam.

 

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Wir erinnern uns:

Geiz wurde geil“, und damit auch eine gewisse soziale Unverbindlichkeit und Egomanie. Sich andauernd gegeneinander auszuspielen wurde damit eben auch „geil“ und hat weitgehend auch letzten Reste unserer Solidarität zerstört.

Darin ist wohl eher der Grund für diese nun so gefeierte, angebliche „Disziplin“ zu suchen, deren es meiner Meinung gar nicht bedurfte, sondern eher in einem egoistischer Reflex. Nicht eine plötzlich erwachte Solidarität und Rücksicht auf das Schicksal des Nächsten ist der Grund, sondern eine „Einzelkämpfermentalität“, die hier zum Tragen kam, welche den Umstand der sozialen Distanz erheblich beförderte.

Die nun eilig von Parteien und Medien getätigten Aufrufe zum Zusammenhalt und die Beschwörung einer nationalen „Schicksalsgemeinschaft“, diese versuchte Kehrtwende zum Moralischen, zeigten nun auch die Flexibilität des Systems, das, wenn es unerwartet herausgefordert wird, alle Register zu ziehen im Stande ist. Diese Scheinheiligkeit kam jedoch fraglos zu spät und konnte ihre Wirkung in dermaßen kurzer Zeit ohnehin nicht entfalten. Wie hätte dies auch gelingen sollen, eine dermaßen zerrüttete, neurotisierte und infantilisierte Gesellschaft über Nacht zu einen? Ein unmäßiges, ja utopisches Verlangen, dass, wenn schon in dieser Frage nutzlos, durch seine Scheinheiligkeit und demonstrative Gutgläubigkeit jedoch dem System indirekt einen Imagegewinn bescheren sollte. Es ist der erneute und raffinierte Versuch der politischen Spindoktoren, uns zu schmeicheln, uns eine intakte Wertegemeinschaft vorzugaukeln, die es nicht mehr gibt, da sie bekanntermaßen längst auf dem Altar der Ökonomie geopfert und weitgehend zerstört wurde.

 

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Nach mehreren Jahren der uns aufgezwungenen, absoluten Gelddominanz, exzessiven Propaganda zur Rücksichtslosigkeit, um im Dauerwettbewerb zu bestehen, war es natürlich niemals zu erwarten, dass uns ein paar Aufrufe über Nacht auf einmal zu moralischen Akteuren werden lassen, die nun plötzlich aus Einsicht und Nächstenliebe in reiner Empathie erblühen.

 

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Noch vor einem Monat wurde nichts unversucht gelassen, um uns zu noch mehr Hochleistung zu zwingen. Alle anderen Erwägungen wurden als nebensächlich diskreditiert und weitgehend abgeschmettert. Wir wurden zu einer Anpassung an ein gnadenloses System gezwungen und diejenigen, die damit nicht zurechtkamen, wurden zunehmend sanktioniert, marginalisiert und von einem „Miteinander“ ausgeschlossen.

Alles, was nicht reibungslos in das Schema der Verwertungslogik passte oder der weiteren Verbreitung von Konsumsucht diente, wurde vernachlässigt, ignoriert und als „unrealistisch“ diskreditiert. Jeder gelegentliche Ruf nach Veränderung wurde abgewürgt, die Rufer und all jene, die den herrschenden „Status quo“ auch nur vorsichtig in Frage stellten, wurden als „Träumer“ verspottet, sofort ausgegrenzt, schikaniert oder sogar kriminalisiert ( in bleibender Erinnerung: Der Wiener Neustädter Tierschützer-Prozess 2010 -2011).

Wo war sie denn, die in diesen Tagen so prominent auftretende „Menschenliebe“ unserer politischen Führung, als es darum ging, zu verhindern dass unser Gesundheitssystem kaputt gespart wurde, als es darum ging, sozial benachteiligten Schichten den Zugang zu umfassender Bildung zu erleichtern und von Auflagen zu befreien, auch die Umwelt verstärkt zu schützen? Oder als es darum ging, dreist ausgebeuteten Arbeitern beizustehen und drangsalierten Minderheiten ihre Würde und Existenz wenigstens minimal zu sichern; als es darum ging, Umverteilung ernst zu nehmen und etwa die Finanzindustrie und deren Einfluss in Schranken zu weisen, welche, wie bereits in Teil 3 dieses Reihe skizziert, ungeniert mit ihren Wetten unsere Moral verhöhnt, unsere Wirtschaftsleistung, ja die ganzer Staaten in Geiselhaft nimmt?

Ich denke daher, dass – ganz im Gegenteil zu dieser „offiziellen“ Version – ein Großteil der Gesellschaft von diesem Getriebe und deren sozialen Verpflichtungen bereits weitgehend erschöpft war, diesen doch ohnehin meist ergebnisorientierten Kontakten, weit nicht so freiwillig und ganz und gar nicht in der Qualität, wie man dies nun zur Darstellung brachte.

Die nun von den Medien so sehr gerühmten „persönlichen sozialen Kontakte“ wurden in ein Licht gerückt, das ihnen ohnedies schon längst nicht mehr gebührte. An der Realität ungeniert vorbei wurde ein Bild gezeichnet von einer sich in allen Ebenen nahe stehenden Gesellschaft, deren höchste Lust und deren größtes Verlangen es wäre, ständig ihre Familien, Großmütter und Freunde zu besuchen, um sich bei jeder Gelegenheit um den Hals zu fallen.

Wo waren sie aber je wirklich, die so treuherzig dargestellten Besuche bei den „Omas“, die man nun auf einmal durch Fernbleiben schützen sollte? Nach wie vor wollte doch ohnehin vielleicht nur noch Rotkäppchen derart reinherzig die Großmutter besuchen, während sich heutzutage die Enkel, in ihrer Konsumgier ganz und gar „neoliberal“, meist nur noch im Hinblick auf deren Bankkonto gelegentlich blicken ließen..

Nein, ich glaube dieser Erfolg ist als indirekter Beweis über das Ausmaß der bereits bestehenden Vereinzelung zu verstehen und bringt uns die erschütternden Erkenntnis, wie sehr es dem wirtschaftlich –politischen System bereits gelungen ist, uns alle auseinander zu dividieren.

 

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Es drängt sich daher erneut leider der Verdacht auf, dass all die aktuellen Maßnahmen bloß wieder das Ergebnis einer gewissen Kosten-Nutzen Rechnung sind. Donald Trump hat es explizit angedeutet, als er am 23. März meinte“ ‚We Can’t Have the Cure Be Worse Than the Problem“ ( Quelle: realclearpolitics.com). Alles hat eben seinen Preis in diesem System ohne Gnade, und auch die Fürsorge soll eben gefälligst so gehalten werden, dass die Umstände nicht noch seine neoliberale Klientel zu Kasse bitten könnten. Es wäre doch unerhört, wenn diese obersten 5 % wenigsten einmal einen Promillesatz ihres Vermögens zu Gunsten der Allgemeinheit, der sie ihren Reichtum verdanken, opfern müssten.

Auch hierzulande ist die Politik fest in neoliberaler Hand. Und auch wir haben einen starken jungen Führer, der uns unmissverständlich die Richtung zeigt. Ich befürchte daher, wir alle sind erneut nur wieder Variablen in einem Spiel, dessen Verlauf wir nicht durchschauen und beeinflussen sollen, dessen Tragweite uns nicht kommuniziert wird und dessen tatsächliche Regelmacher und Profiteure sich nicht zu erkennen geben.

 

 

 

Dienstag
21
April 2020
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Corona. Und das, was bleibt. Teil 3.

 

Rauchermaske 3

 

 

Von des Geschehens Ahnungslosigkeit über die Vertrauensfrage hinsichtlich einer im Vordergrund stehenden Figur des politischen Personals („Bundeskanzler“), erweitern wir heute an einem Beispiel den Blick auf eine Struktur, welche bisherigen Fragen und Feststellungen durchaus einer Nachschärfung erlauben.

Dafür bedienen wir uns der Tageszeitung PRESSE, die uns in sprachlicher, zielgruppenorientierter, wenn auch nicht in inhaltlicher Hinsicht ein wenig Abwechselung verschafft. Die PRESSE, der schon damals der Geruch von CIA & Consorten angehaftet war und mit der staatlichen Zuwendung, „Presseförderung“ genannt, als unabhängig deklariert wird, vermittelt bis zum heutigen Tage den Eindruck, über den Status einer US-Besatzungszeitung nie hinausgekommen zu sein. Qualitätspresse findet (auch) hier seinen Höhepunkt in der Qualität einer besonders einseitigen Darstellung von…, sagen wir mal: Geschichten.

Thomas Vieregge ist einer der Redakteure, die für diese Qualität standhaft eintreten und gleichzeitig nicht verhehlen, dass sie ein Faible für eine „große Nation“ besitzen, die sich im Ausland befindet und die zufällig für diesen Geruch der PRESSE zuständig gewesen war.

Vieregge hatte viel Raum bekommen, um über einen Besuch des neuen österreichischen Außenministers Alexander Schallenberg zu schreiben. Bei all der geballten Qualität und Kompetenz entstand ein Artikel, welcher – ob beabsichtigt oder nicht – zwischen den Zeilen geradezu aufdringlich weitere Botschaften vermittelte.

„Washington-Besuch in turbulenten Zeiten.“

PRESSE; Druckausgabe, 7. Februar 2020.

Online-Format:

https://www.diepresse.com/5764409/schallenberg-bei-amerikas-neuer-nummer-zwei

https://www.diepresse.com/5768691/neuauflage-deskurz-besuchs-im-weissen-haus-im-marz

 

Natürlich war nicht Washington zu Besuch, sondern Wien in Washington, um die Verhältnisse bei den Turbulenzen gerade zu rücken. Auch die Unterzeile erzählte etwas über bestehende Verhältnisse:

„Österreichs Außenminister, Alexander Schallenberg, traf seinen US-Amtskollegen, Mike Pompeo. Auf der Agenda standen Iran und Trumps Nahost-Plan.“

Wir stellen fest, dass der wichtigste und einflussreichste Akteur nicht auf der Agenda stand: die USA selbst. Vieregge füllte das erste Fünftel seines Aufsatzes mit Belanglosigkeiten, in welchen nicht ungeschickt Stimmungsmache gegen seine Feinde eingewoben worden waren. (Crazy-Nancy von der rechtsgerichteten Oligarchenpartei „Demokraten als „Heldin“ gegenüber Twitter-Trump von der rechtsgerichteten Oligarchenpartei „Republikaner“ sowie ein für Vieregge interessanter und dümmlicher Mann draußen mit dem Schild „Putins Marionette“).

 

 

Danach geriet Thomas „Fouregge“ ins Schwärmen. Transatlantische Wertegemeinschaft, der Fluss Potomac, Business, die tolle Aussicht aus dem 7. Stockwerk des State Departments auf Monumente, Denkmäler und Heldenfriedhof. Und genau dort, wir sind ergriffen von diesem Moment, befand sich kurz auch der österreichische Außenminister.

Allerdings zeichnete Vieregge anschließend keinen Moment der Erhabenheit, er zeichnete das Gegenteil – von Schallenberg. Dieser, so wurde er zitiert, wertete seinen dortigen Empfang als „Zeichen der transatlantischen Wertegemeinschaft“. Leere Phantasie und Heuchelei in einem Halbsatz unterzubringen, zeugt von Professionalität. Der österreichische Chefdiplomat soll dann selbst ein Zeichen gesetzt haben, das Zeichen eines mit Minderwertigkeitskomplexen beladenden Österreichers im Angesicht des großen Meisters:

„“Wir sind wieder stärker auf dem Radar“, resümierte er die Sicht Washingtons auf Wien.“

Vieregge zeigte ansonsten kein Interesse an der „Allianz für Religionsfreiheit“, weswegen internationale Diplomaten erschienen waren, auch nicht an dem österreichischen Außenminister. Er hat ja auch nichts zu sagen, könnte man argwöhnen.

Dem PRESSE-Redakteur war die Person Pompeo weitaus wichtiger, den er zuerst dazu benutzte, um das „Impeachment“-Verfahren gegen Trump aufzuwärmen und unter Nutzung eines Manipulations-Werkzeuges, Gegenteiliges einfach wegzulassen, ein angebliches Fehlverhalten gegenüber der Ukraine zu suggerieren. Hauptsache, mit Dreck zu patzen, auch wenn dieser Dreck alt und kalt war, um den Schmutz an Vieregges Freunden zu kaschieren.

Im Gegensatz zu Schallenberg ist Pompeo ein tatkräftiger Mann. Vieregge stellt ihm einen Raum zum Kennenlernen zur Verfügung. Der Mann, Pompeo, ist ein Evangelikaler, der „Bibelstellen auswendig zu zitieren weiß“, natürlich ist er auch ein Militär, ein Hardliner, ein Kriegsfalke und ein Ex-CIA-Chef, angeblich die Nummer 2 in der Trump-Regierung, der Mann, der auch „die spektakuläre Tötung“ des iranischen Generals Soleimanis (und weiterer nicht erwähnter Menschen) betrieben haben soll.

Die Verbundenheit zwischen US-Behörden und der PRESSE, vertreten durch den eifrigen Vieregge, sie ist in den Zeilen spürbar. Pompeo ist groß und stark, ganz anders als der kleine, mickrige Schallenberg, der nur das redet, was von einer Hofschranze erwartet wird. Pompeo kann das Morden mit „Tötung“ verschleiern, wahlweise auch mit „Umlegen“, es spielt keine Rolle, erst recht nicht in den gleichgeschalteten Massenmedien, denen auch nach 1 Million toter Iraker höchsten der Begriff „Fehler“ entrückte. Freilich erst später, nach dem Auffliegen der Kriegslügen.

Pompeo kann dagegen sagen, was er denkt, denn er muss keine Konsequenzen fürchten. Andere müssen sich vor ihm fürchten, das weiß er, er, der Mörder und Gewohnheitsverbrecher, er kann den unterwürfigen Gästen ins Gesicht lachen, herzlich sein, ihnen die Hände schütteln, bevor er sie wieder waschen wird. Aber wehe, jemand versucht ihm auf die Füße zu treten oder seinen Leuten, die unbewaffnete Menschen gerne aus der Distanz erledigen, dann kann er auch ungemütlich werden. Pompeo klingt auch danach, irgendwie sizilianisch, irgendwie nach Mafia. Er verhält sich dann auch so, ganz Mafia-Boss, dann kann er nicht nur Richtern drohen, die sich darum bemühen, US-Verbrecher (aus seinem Syndikat) vor dem Internationalen Strafgerichtshof anzuklagen, sondern deren Familien in diese Drohung einschließen. Das wirkt viel besser, das weiß man.

https://www.state.gov/secretary-michael-r-pompeo-remarks-to-the-press-6/

 

Der österreichische Außenminister diente in dem Artikel kaum zu mehr als einen Hampelmann, zu welcher Rolle er im Angesicht des riesigen US-Verbrecher-Syndikats auch degradiert sein muss. Deswegen bemühte sich Schallenberg als Vermittler, zum Beispiel zwischen den USA und dem Iran, das soll dann mit Verantwortung zu tun haben, der er sich gleichzeitig nicht stellt, eingebettet in Phrasen.

Gipfel seiner erbärmlichen Darstellung in der PRESSE:

„Wir brauchen das aktive Engagement der USA, um die internationalen Krisen zu bewältigen.“

Schallenberg tat so, als wäre es ihm in den letzten 30 Jahren entgangen, dass die USA ständig aktiv engagiert sind, um die internationalen Krisen erst zu erschaffen. Oder war das nur diplomatisches Gerede eines Schoßhündchen gewesen? Mochte es sein US-amerikanischer „Kollege“ nicht ähnlich gesehen haben, der große und starke Pompeo? Was mag der am Abend seiner Frau gesagt haben. Da war heute ein schleimiger Wichtigtuer bei mir gewesen, wie hieß er nochmal… aus… äh, wie heißt das Land nochmal?

Diese kleine Exkursion veranschaulicht an diesem einen Beispiel einerseits die Rolle der Medien und ihrer Handlanger als Sprachrohre und Hofberichterstatter Washingtons und anderer Mächte bzw. einflussreichen Interessensgruppen sowie ihr Verhältnis zu den kleinen Duckmäusern, aber auch Zuarbeitern auf internationalem Parkett. Es soll verdeutlichen, dass die Regierung Kurz, der wir vertrauen sollen, unter dem Einfluss anderer steht, sich anbiedert und nicht im geringsten auflehnt. Und diese anderen, das wissen wir aus all den vergangenen Jahren, scheuen sich nicht, ihre Interessen auch über riesige Leichenberge hinweg durchzusetzen.

Kein Zweifel, Vertrauen lässt sich auf diese Weise definitiv nicht erwerben. Jedenfalls nicht über die Rolle eines kleinen Krämers hinaus, der darauf vertrauen muss, dass seine Schutzgeldzahlung auch tatsächlich gut angelegt ist.

Zudem sind wir nicht darüber informiert, wie viele internationalen Könige, Kanzler, Magnaten und Bosse hinter dem regionalen Kanzler stehen, denen wir unausgesprochen indirekt ebenfalls vertrauen müssten. Hintermänner und Strippenzieher, die erst gar nicht um Vertrauen ansuchen. Das brauchen sie nämlich gar nicht, sie haben ihre Laufburschen, die sie nicht einmal selbst bezahlen müssen.

Wir machen das.

 

Sonntag
19
April 2020
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Corona. Und das, was bleibt. Teil 2.

 

Rauchermaske 2

 

Mit dem Vertrauen ist es so eine Sache. Als neugeborenes Kind ist Vertrauen gegenüber der Mutter alternativlos, wie wir wissen, in Einzelfällen aber nicht unbedingt berechtigt. Danach, in der Phase des Heranwachsens, hat Vertrauen sehr oft mit Naivität zu tun, das kennen wir alle.

Manche Menschen legen auch später eine mehr oder minder große Naivität an den Tage, die auf mancherlei Ursachen fußen mögen. Bei allen anderen bildet sich als Resultat eigener Erfahrungen auch das Phänomen Misstrauen heraus, wobei das Bedürfnis nach Vertrauen bestehen bleibt. Menschen, Situationen, bestimmte Vorgänge werden je nach Individuum unterschiedlich bewertet: vertrauenswürdig, nicht vertrauenswürdig oder neutral.

Bei einem Umstand herrscht bei wenig naiven Personen allerdings Konsens: Vertrauen wird nicht geschenkt, Vertrauen wird erworben. Sei es durch Berechenbarkeit, sei es durch langjähriges entsprechendes Verhalten.

Die Behören bitten uns um Vertrauen oder fordern dieses ein. Deren Sprachrohre, die Massenmedien in ihrem gewohnten Gleichklang, transportieren diese Forderung massiv und stellen gleichzeitig dar, wie gerechtfertigt dies angeblich sei. Ja, sie erzählen sogar, dass die Mehrheit der Bevölkerung sich hinter diese Regierung und deren Maßnahmen stellen würde, deren Zuspruch nun in ungeahnte Höhen gestiegen sei. Sie transportieren somit die Botschaft einer starken Führung, die richtig handelt und die Masse hinter sich weiß. Die Botschaft der Massenmedien, soviel ist auch hier deutlich, ist mit der Botschaft der genannten Führung verschmolzen.

Der Mann, der dieser Regierung in der Rolle des österreichischen Bundeskanzlers vorsteht, heißt Sebastian Kurz. Von diesem wurden in der letzten Zeit mehrere Aussagen zitiert, die zumindest fragwürdig erscheinen.

Wir nehmen hier nur ein Beispiel heraus, fast eine Banalität, welches unlängst publiziert wurde. In diesem Fall im KURIER vom 11. April 2020:

Frage des KURIER:

„Wie fühlt es sich an, den Menschen zu sagen, dass sie trotz Schönwetters daheimbleiben müssen!“

Antwort von Sebastian Kurz:

„Natürlich ist das nicht angenehm. Aber es wäre viel schlimmer für mich, jeden Tag in der Früh berichten zu müssen, wieviele Menschen in der Nacht wieder ihr Leben lassen mussten.“

Hier ging es um die Befindlichkeit von Kurz, der auch entsprechend darauf antwortete. Seine Erwiderung beinhaltet allerdings die Behauptung, dass ohne die derzeit getroffenen Regelungen der Einschränkung viele Menschen jede Nacht sterben müssten. Diese Dramatisierung lässt sich allerdings nach wie vor nicht belegen, was… nicht vertrauenswürdig ist. Und wenn jemand etwas behauptet, was bislang von niemandem bewiesen werden konnte, diese Behauptung aber mit realen Handlungen verknüpft worden sind, bildet sich etwas von ganz alleine: Misstrauen. Zumindest bei jenen mit Verstand, somit zweifellos nicht bei allen.

Wir wollen gar nicht lange in der Vergangenheit herumwühlen, um uns anzuschauen, inwieweit Bundeskanzler Kurz zu den vertrauenswürdigen Menschen zählt. Da hatte es aber bereits zu Jahresbeginn einen hässlichen Vorfall gegeben, als die USA in der Nacht zum 3. Januar im irakischen Bagdad ein Attentat verübt und einen iranischen General samt seiner iranischen und irakischen Begleiter per Drohne heimtückisch ermordet hatten.

Sebastian Kurz hatte sich kurz danach von der deutschen BILD-Zeitung interviewen lassen, also von einem transatlantischen Hetzblatt, bei welchem jeder Arbeitsvertrag den Redakteuren eine bestimmte Sicht – die der USA – zwingend vorschreibt und „Journalismus“ zwangsläufig ausschließt.

Kurz versuchte das Massaker zuerst billig als eine „Reaktion“ (der USA) herunterzuspielen. Anschließend meinte er – auf was hinaus? – dem Hauptopfer eine Täterrolle zuzuweisen und hier zwischen „schuldigen“ und „unschuldigen“ Mordopfern zu unterscheiden. Das heißt, Kurz präsentierte hier die Sicht der Mörder, er gab ihnen Rückendeckung und ignorierte nebenbei auch die zahlreichen weiteren Mordopfer.

http://www.bollwerk.co.at/2020/01/10/feuerwerk-in-bagdad-teil-3/

 

 

Wir wollen uns hier nicht weiter darin vertiefen, können aber hinsichtlich einer Vertrauensfrage feststellen, dass Kurz eine erschreckende Rechtsauffassung dargeboten hatte, die mit Recht nichts zu tun hatte. Nicht einmal mit dem Recht auf Leben für gleich 10 Personen. Und wir beschäftigen uns hier noch gar nicht mit seinen Beziehungen zu transatlantischen Mördern, die er nicht anzupatzen gedachte. Da seine grauenhafte Selbstdarstellung keinerlei innenpolitische Folgen gezeitigt hatte, ist es nicht abwegig, auch das hiesige politische Establishment entsprechend zu bewerten.

Obwohl es nicht mehr notwendig wäre, wollen wir hier noch eine weitere Handlung darlegen, welche innen- wie außenpolitisch nicht unwichtig ist, auch wenn diese auf den ersten Blick wenig relevant erscheint. Es ist die Geschichte einer Heuchelei. 

Die österreichische Regierung hatte groß angekündigt, das Spendengeld für die Aktion „Nachbar in Not“ mit Thema Idlib (in Syrien) entsprechend dem Spendenaufkommen zu verdoppeln. Anfang März wurde zudem angekündigt, aus dem Auslandskatastrophenfond 3 Millionen Euro für die Hilfe vor Ort in Syrien an das Internationale Komitee des Roten Kreuzes zu spenden.

https://www.derstandard.at/story/2000115430231/wie-die-drei-millionen-euro-spende-der-regierung-fuer-syrien

https://www.bundeskanzleramt.gv.at/bundeskanzleramt/nachrichten-der-bundesregierung/2020.html (Unter Stichwort „Idlib“).

 

Das ist eine Hilfsbereitschaft, die gut ausschaut. Medial wurde auch hinreichend darauf aufmerksam gemacht, dass dort Hilfe benötigt wird – wenn auch nur in einer ganz bestimmten, sehr speziellen Region.

Der entscheidende Punkt ist allerdings der, welcher nicht herausgestellt wird. Als Mitglied der EU ist auch Österreich Teil eines brutalen, von den USA initiierten Sanktionsregimes gegenüber dem Staat Syrien und natürlich auch seiner Bevölkerung. Es war auch das von der EU erklärte Ziel gewesen, mit dieser Bestrafung den Leidensdruck der dortigen Bevölkerung zu erhöhen, in der Hoffnung, diese würde dann den durch die Transatlantiker und ihren Helfern forcierten Umsturz fördern.

Es hat nicht funktioniert, die Sanktionen wurden dennoch verlängert. Die Menschen sterben dort unter anderem wegen nicht vorhandener Medikamente, wegen fehlendem medizinischen Gerät sowie Ersatzteilen Und die österreichische Regierung möchte in ihrer Doppelzüngigkeit dort helfen, wo sie selbst ein Teil der Verursacher sind – im Verbund mit den USA , dem Drahtzieher.

Die Vertrauensfrage lässt sich zumindest von uns eindeutig beantworten.

 

Ergänzung:

Das auch von der EU (mit Österreich) gegen den Staat Syrien verhängte Sanktionsregime, unter dem vor allem die sozial eher schwächeren Gesellschaftsschichten zu leiden haben, ist natürlich völkerrechtswidrig.

https://www.german-foreign-policy.com/news/detail/8200/

https://www.sanctionsmap.eu/api/v1/pdf/regime?id[]=32&id[]=34&include[]=lists&lang=en

Die politische Absicht, die syrische Bevölkerung in ein Elend zu stürzen, um diese zu einer Revolte gegenüber der Regierung zur Unterstützung ausländischer Kriegsziele zu animieren, erfüllt den Tatbestand eines Kriegsverbrechens.

https://www.eda.admin.ch/eda/de/home/aussenpolitik/voelkerrecht/humanitaeres-voelkerrecht/genfer-konvention.html

 

 

Freitag
17
April 2020
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Schöne Neue Welt ? Teil 3.

 

Von René Triebl

 

Wir werden nicht zur Normalität zurückkehren,

denn die Normalität war das Problem!“

Vijay Prashad, März 2020

 

Kaum ein Zitat verdichtet die Synopsis und den Ausblick auf die Zukunft nach dieser Krise stichhaltiger, als das des indischen Historikers, der uns unmissverständlich vor Augen führt, was bereits führende Wissenschaftler, Intellektuelle und verantwortliche Politiker seit langem zum Ausdruck gebracht haben: „So kann es nicht weitergehen“.

Nach diesem quasi von der Staatsmacht erzwungenen „Generalstreik“ ist nun auch den „blau-äugigsten“ Volksvertretern und Verfechtern einer ultra-konservativen Linie klar geworden, dass es ohne eine intakte, arbeitende Bevölkerung nicht geht. Die Menge der aktuellen Insolvenzen führt deutlich vor Augen, dass es tatsächlich die Arbeiter sind, welche den Mehrwert und damit den Wohlstand herstellen, und nicht nur die Ideen die Unternehmer und das „outsmarting“ der Spekulanten, die sich so gerne dafür feiern und wovon sich ja bereits einige im Überschwang ihrer Börsengewinne „als die Herren des Universums“ bezeichneten.

 

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Es sind eben nicht nur die Konzepte, die die Welt am Laufen halten, sondern es sind die Millionen Werktätigen, die diesen folgen und sie auch umsetzen. In aller Deutlichkeit wurde dieser Tage jedoch auch klar, in welchem Ausmaß die globale Ungleichverteilung des Reichtums der Welt bereits gediehen ist.

Laut einer Untersuchung der US Notenbank im Jahr 2018 haben 40% der US –amerikanischen Haushalte nicht die Mittel um eine unvorhergesehene Ausgabe von $400.- handzuhaben, und das in einem der reichsten Länder der Welt, das bekanntermaßen so stolz auf seine „demokratisch“ bezeichneten Werte sich stets unermüdlich allen anderen als Vorzeigeland par excellence präsentiert.

Diese so gern als „Amerikanischer Traum“ bezeichnete Vision wird seit jeher in ihren Möglichkeiten weit überschätzt und ist seit geraumer Zeit einer der größten Selbsttäuschungen unserer Zeit. Die mediale Zurichtung der öffentlichen Meinung hat in den USA quasi religiöse Ausmaße erreicht und erklärt die merkwürdige Duldung der dortigen eklatanten Ungleichheit.

Wiederum steht daher zu befürchten, dass es nicht nur in den USA, sondern weltweit erneut die Masse der kleinen Angestellten und Arbeiter sein werden, die insbesondere auf lange Sicht den Preis für diese Krise zahlen werden, wie schon nach der Bankenkrise 2008. Dort hatte man obszönerweise Milliarden in das Bankensystem gepumpt, in den Verursacher wohlgemerkt, um alle anderen mit ihren sich daraus resultierenden Problemen weitgehend allein zu lassen.

Wie immer trifft es dann die Ärmsten, etwa die Pensionisten am Existenzminimum, die am allerwenigsten dafür können, am Härtesten. Während die eigentlich Schuldigen, wie etwa in Griechenland geschehen, sich dann einfach ins Ausland absetzen, von wo sie, durch lokale Gesetze und korrupte Politik vor Regress und Zugriff geschützt, auf ihren luxuriösen Besitzungen das verzweifelte Ringen ihrer im Stich gelassenen Landsleute ignorieren.

Bereits jetzt zeigen sich leider massive Anzeichen auf eine Fortführung dieser alten „Normalität“, all der Fehlentwicklungen und Auswüchse, die das neoliberale Wirtschaftssystem in unerträglicher Art produziert hatte. Der US Hedgefonds „Bridgewater Associates“ zum Beispiel hat dieser Tage mit sogenannten „Leerverkäufen“ 15 Milliarden Dollar auf fallenden Kurse europäischer Unternehmen gesetzt ( aus: „Hoffen auf den Crash“, in: „DIE ZEIT“ Nr.16 2020, Seite 24 ). Wiederum eine unfassbare Provokation der Weltgemeinschaft, die uns erneut die dreiste Rücksichtslosigkeit der Finanzindustrie vor Augen führt. Selbst mit dem Elend anderer werden Geschäfte gemacht.

 

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Gehaltsschema bei Bridgewater Associates (2018):

Ray Dalio, ( b. 1949, net worth $20 billion/April 2020* )

founder and CEO: estm. 2 billion $ /year

Job Title

Average salary

Sample siz

Portfolio strategist $234k 1
Mission manager $185k 1
Research associate, government policy $153k 3
Product manager $138k 1
Software developer $138k 1
Senior management associate $133k 5
Senior algorithmic investment engineer $131k 1
Investment engineer $124k 1
Software engineer $123k 6
Network engineering associate $123k 1
Investment engineer computer scientist $116k 1
Tech lead $116k 1
Technology associate $116k 2
Site reliability engineer $115k 2
Client service research associate $110k 4
Portfolio associate $110k 2
Algorithmic investment engineer $107k 1
Trading associate $107k 1
Research associate $105k 3
Cyber security analyst $104k 2
Investment associate policy analyst $98k 5
Investment associate economic analyst $96k 7
Investment associate mathematical analyst $96k 4
Management associate $87k 3
Strategy associate $87k 1
Investment associate computer scientist $84k 1

Source: eFinancialCareers Ltd., H1B database

*) Quelle : Wealthypersons.com

 

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Vergessen ist die Tatsache, dass wir sie alle – aus Steuermitteln – erst vor 10 Jahren mit Milliarden vor ihrem selbstverschuldetem Untergang zwangsweise retten mussten!

Es wäre daher längst an der Zeit, ihre Ausreden („Marktbereinigung“) zu ignorieren und ihnen ihre Instrumente, mit der sie diese obszönen Wetten tätigen können, aus der Hand zu schlagen! Weil lange kann die Weltgemeinschaft noch zusehen, dass diese Praktiken das Unglück anderer benützen, verhöhnen, und durch die Signalwirkung solcher Aktionen in vieler Hinsicht auch noch verstärken?

Weiterhin wird jedoch von Massenmedien der Staus quo gestützt, Medien die jedoch allesamt als Instrumente der Sicherung von Macht missbraucht und den Interessen dieser sog. Eliten in vollem Umfang unterworfen wurden. Ständig wird versucht uns weiszumachen, dass es die alleine Aufgabe der Wirtschaft wäre, die Gewinnmaximierung und eine Abweichung dieser Doktrin würde die Grundlagen unserer zivilisierten Welt zerstören. Selbst bei kleinsten Versuchen, diese Machtkonzentration aufzubrechen oder wenigstens zu kritisieren, wird vor Chaos und Anarchie gewarnt.

Die Corona Krise ist jedoch der historische Augenblick der heutigen politischen Generation!

Wir alle sind unmissverständlich aufgefordert, diesem menschenverachtenden Treiben des alten Systems ein Ende zu setzten. Erkennen wir endlich den Wert und die Macht der sozialen Gemeinschaft anstatt wieder in das Schema des ohnehin aussichtslosen Kampfes „Jeder gegen jeden“ hineinzukippen. Erfinden wir unsere Gesellschaft und unser Sozialwesen neu und nehmen wir die Herausforderung zu einer Neuordnung an!

Eine Minimalkonsequenz aus dieser Krise wäre etwa in jedem Fall die Umsetzung einer weitreichenden Beteiligung der Arbeitnehmer am betrieblichen Management wie auch ein sofortiges Verbot von Aktienrückkäufen für Konzerne.

Die Verwesung der modernen Welt nicht zu spüren, ist ein Indiz der Ansteckung.“


Nicolás Gómez Dávila ( 1913 – 1994 )

 

 

Dienstag
14
April 2020
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Corona. Und das, was bleibt. Teil 1.

 

Rauchermaske 1

 

 

„Corona kann kommen.“

Gisela R., Pensionistin, 90 Jahre.

 

Ich sitze auf einen Stuhl und denke einmal nach, ganz rational und ohne all dem Zeug, welcher als Bewusstseinsteppich in die gedanklichen Räume gelegt wird.

1.

Ich stelle fest, dass ich keine Ahnung von dem haben, was da vor sich geht.

Aber ich habe von Anfang an ein schlechtes Gefühl gehabt, allerdings nicht nur wegen diesem Convid-19-Virus. Nennen wir das Intuition bei aller Ahnungslosigkeit.

2.

Ich stelle meine groben Kenntnisse über das Phänomen Viren fest, was das überhaupt ist, welche ich in mir tragen könnte, wozu sie dienen, wie sie sich gewöhnlich verbreiten und für wen Arten und Mutationen derselben gefährlich werden können.

3.

Ich stelle auch fest, dass ich Viren nicht sehen, riechen oder haptisch greifen kann. Das könnte bestimmte Viren für bestimmte und geschwächte Menschen auf eine heimtückische Weise gefährlich machen. Wie etwa Keime im Krankenhaus oder Strahlungen in nuklear verseuchten Gebieten.

4.

Ich stelle fest, dass vor dem Ausbruch einer durch bestimmte Viren verursachte Erkrankung – sollte es dazu unglücklicherweise kommen – eine Inkubationszeit vorangegangen sein muss, die etwas kürzer oder etwas länger angedauert haben mag. In dieser Zeit kann unwissentlich der Virus auf andere Menschen übertragen werden, was aber nicht zwingend eine Krankheit zur Folge haben muss.

5.

Nun stelle ich fest, dass weder im nahen noch im weiten Umfeld jemand erkrankt ist, was durchaus den Eindruck vermitteln könnte, dieser Virus würde gar nicht real existieren. Wohlgemerkt als Wahrnehmung, nicht als eine Tatsächlichkeit und medizinisch nachgewiesene Realität. Denn ich sehe ihn nicht, rieche ihn nicht, fühle ihn nicht.

6.

Was bleibt ist das, was in der Zeitung steht, was im TV gesagt wird, was die Leute auf der Straße reden und was über die Behörden kommuniziert wird. Und ich beobachte gewisse Reaktionen in meiner Umwelt.

7.

Und dann stelle ich noch fest, dass ich hier ein Ereignis glauben soll, welches sich außerhalb meiner Wahrnehmung befindet. Es kann einer Realität entsprechen, aber ich weiß es nicht. Ich weiß es nicht wirklich. Mir fehlt das eigene Erlebnis, die eigene Erfahrung.

8.

Ich stelle fest, dass ich nun Vertrauen haben und am besten auch zeigen soll. In erster Linie den Behörden gegenüber, welche dazu bitten oder auch auffordern.

9.

Ich stelle fest, dass ich nun vor einem ganz anderen Problem stehe. Dieses Problem hat mit einem Virus nichts zu tun. Es hat mit Vertrauen zu tun, denn das fehlt mir.

10.

Dazu stelle ich fest, dass Zeitungen, Magazine und TV als Informationsquelle gänzlich untauglich sind, da durch die Interessen einiger Weniger gesteuert, welche mich tagtäglich zu bestimmten Themen belügen und zu manipulieren versuchen.

Zum politischen Tagesgeschäft gehört wiederum die Lüge. Diese muss nicht immer mit einem negativen Kontext versehen sei, denn Lüge kann auch ein Mittel sein, um zum Beispiel Panik zu vermeiden oder grundsätzlich kontraproduktivem Handeln entgegenzuwirken.

Jahrelange Erfahrungen und Beobachtungen des politischen Establishments haben zu bestimmten Erkenntnissen geführt.

Wie verhält es sich nun mit dem Vertrauen? Ich werde darüber nachdenken.

 

 

Nachtrag vom 26. April 2020:

Leser Günther L. machte auf folgenden Sachverhalt bezüglich dem oben angeführten Punkt 2 aufmerksam:

„… lt. Wissenschaftlicher Beschreibung (Zitat Pschyrembel = medizinisches Wörterbuch): ist ein Virus ein „Organisches Material und besitzt DNA oder RNA“ bzw. lediglich Fragmente des einen oder anderen. Lebewesen haben jedoch stets eine vollständige DNA und RNA. Um den Unterschied klarer zu machen ein Beispiel: Es verhält sich ungefähr so wie ein lebender Baum zu einem Brett.

Da ein Virus also keine vollständige DNA und RNA besitzt kann es sich auch nicht vermehren, kann somit auch nicht „mutieren“!“

 

Montag
13
April 2020
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Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 5.

 

Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 5.

In diesem Teil unserer Fragestellung werfen wir einen Blick auf die Organisation „Syrisch-Arabischer Roter Halbmond“ (SARC), die gänzlich vor Ort in Syrien ist.

Hier als Kurzinfo jene, die auf „Wikipedia“ zu finden ist:

https://de.wikipedia.org/wiki/Syrisch-Arabischer_Roter_Halbmond

Und hier deren Web-Auftritt:

http://sarc.sy/

Dort gibt es auch Video:

 

 

SARC ist im gesamten Syrien tätig, so gut es eben geht. Auch in der Provinz Idlib, wie beispielsweise in Sinjar, welches im Vorjahr vom Terrorismus durch die Syrische Armee befreit worden war.

http://sarc.sy/winter-clothes-awareness-sessions-children-returned-school-idleb/

 

Die Hilfeleistung stößt nicht immer auf Gegenliebe, wie SARC erst kürzlich auf ihrer Homepage signalisiert, ohne die Verantwortlichen zu benennen:

I am not a target

 

SARC unterhält tatsächlich einige Büros in der Stadt Idlib, im Carlton Hotel, welches 2017 beschädigt wurden:

 

Unbenannt

https://media.ifrc.org/ifrc/?s=idlib

 

Aus einem Text des Internationalen Kommitees der Roten Kreuzes geht hervor, dass SARC in der Stadt Idlib ein Notfall-Zentrum und im Kinderkrankenhaus eine Intensivstation für Neugeborene unterhält:

https://reliefweb.int/report/syrian-arab-republic/syria-alarming-humanitarian-situation-northwest

 

Die Hilfsorganisation betreibt tatsächlich Stützpunkte in Idlib, aber es bleibt der eigenen Phantasie überlassen, wie die Hilfeleistung dort konkret funktioniert, wie sie organisatorisch bewältigt wird und wie es mit den dortigen Al-Quaida-Strukturen vonstatten gehen mag.

Wir wissen nicht, inwieweit sich sämtliche in der Provinz Idlib befindlichen Menschen aus dem Land ernähren können. Aufgrund der kriegerischen Tätigkeiten, der Zerstörung von Infrastruktur, der Flucht von Teilen der ehemals ansässigen Bevölkerung einerseits und einer abseits jeglicher Produktivität stehenden Menschenansammlung sollte es zumindest problematisch sein. Anderes wird auch nicht kommuniziert.

Sie alle sind auf die Lieferungen von außerhalb angewiesen: vor allem die Flüchtlinge und natürlich auch das ausländische Kriegsvolk, Söldner und Terroristen. Wobei letztere natürlich durch ihre Unterstützer vor allem über die Türkei gespeist und versorgt werden.

(Anmerkung: Der österreichische Brigadier Walter Feichtinger referierte Anfang 2019 über die Situation in der Region Idlib. Nach seiner Darstellung halten sich dort 70.000 (!) „Rebellen“ auf, ungefähr zur Hälfte der „Komitee zur Eroberung der Levante“ (also HTS, Al-Quaida) zugehörige, die andere Hälfte der türkischen Armee eingewoben, also Söldner mit entsprechendem Backround). 

Al-Quaida muss also ein großes Interesse daran haben, dass die Hilfslieferungen auch in Form des alltäglichen Bedarfs ins Land kommen. Zum einen zwecks der Eigenversorgung, zum anderen um neben den Hilfsorganisationen eigene Monopole zu errichten und die Waren dann teuer an die Notleidenden zu verkaufen – wie beispielsweise in Madaya, Ost-Aleppo und sonstwo zu beobachten gewesen war.

Wir wissen es nicht, aber es erscheint logisch, dass auf einer bestimmten Basis ein Abkommen zwischen SARC und Al-Quaida existieren muss, welche auch der Terrororganisation zum Vorteil gereicht.

Zuletzt scheinen aber einige Al-Quaida-Banden mit ihrem Anteil die Geduld verloren zu haben, die Mitte März organisiert und zugleich die SARC-Stützpunkte in Idlib und Ariha überfallen, das Personal verprügelt und die Depots der Hilfslieferungen geplündert hatten.

https://www.islamtimes.org/en/news/850563/sarc-condemns-terrorists-assault-on-its-volunteers-and-hijacking-of-properties-in-idlib

 

Der hier von SARC angeführte Feststellung, dass es sich hierbei um ein Kriegsverbrechen handeln würde, und auch ihr naiver Appell, das „humanitäre Völkerrecht“ und die Genfer Konventionen einzuhalten, lässt die Tatsache außer Betracht, dass Terroristen außerhalb all dessen stehen.

Die staatliche syrische Nachrichtenagentur SANA hatte folglich dieser Meldung ihre eigene Feststellung hinzugefügt:

„Die Städte Idlib und Ariha stehen unter der Kontrolle terroristischer Gruppen, von denen die meisten der Terrororganisation Jabhat al-Nusra angeschlossen sind. Sie belagern Einheimische, verwenden sie als menschliche Schutzschilde, verhindern, dass sie über humanitäre Korridore abreisen, und entführen Hilfskonvois.“

Auch das Internationale Rote Kreuz vermittelte in ihrer Erklärung zu diesem Vorfall, als wäre auf dem von Al-Quaida besetzten Territorium irgendwo so etwas wie eine Rechtsstaatlichkeit vorhanden. Weltfremd.

https://www.icrc.org/en/document/syria-humanitarian-aid-workers-and-property-must-be-respected-and-protected

 

Ein Artikel von „Global Research“ wies bei dieser Gelegenheit daraufhin, dass in der westlichen „Qualitätspresse“ derartige Vorkommnisse, die ihre Schützlinge von Al-Quaida in ein schlechtes Licht rücken könnten, wie gewohnt unterschlagen werden. Dazu noch einige andere Informationen zu Aspekten (wie das Treffen zwischen Kinik vom IRFC und dem gesuchten Verbrecher „Dr. Islam“), von denen jene, die den Massenmedien anhängen, nie erfahren würden:

https://www.globalresearch.ca/armed-terrorists-storm-sarc-offices-idlib-attack-volunteers-loot-humanitarian-aid/5706564

 

Um hier noch zu unserer Fragestellung zurückzukommen: Spenden und sonstige Hilfsleistungen sind gut und wichtig für Menschen in Syrien, sofern sie tatsächlich jenen außerhalb der von Al-Quaida kontrollierten Gebiete zukommt. Innerhalb dessen werden auch die Söldner und Terroristen unfreiwillig unterstützt.

Das Problem ist eindeutig: wer kann garantieren, dass dies nicht geschieht? Erst recht, wenn sich Spenden-Kampagnen direkt auf Idlib beziehen?

 

 

Samstag
11
April 2020
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Schöne Neue Welt ? Teil 2.

 

Gedanken zu den Ereignissen im Zuge der Corona-Pandemie

von René Triebl

 

HUXLEY-Brave-new-world-Buch

 

Wie jede massive Krise birgt jedoch auch diese Pandemie eine große Chance zur Neugestaltung der Welt, zu einer Neuordnung von Wertestrukturen und Prioritäten.

Wie bereits nach dem 2. WK, nach dem Zusammenbruch des Ostblocks oder etwa nach der Bankenkrise von 2008, gäbe es nun wieder die Chance zu erkennen, wie sehr die heutige Welt und ihr globales Wirtschaftssystem bereits ausgereizt, wie sehr sie in gegenseitigen Abhängigkeiten steht, um daraus die Notwendigkeit zu größerer internationaler Zusammenarbeit ernst zu nehmen.

Diese Pandemie ist ja im Grunde ein Destillat aus all den bereits eskalierten Fehlentwicklungen dieser völlig zügellosen und überhitzen Globalisierung, mit all ihren bisherigen Erscheinungen wir Flüchtlingskrise, Terroranschlägen und Klimakatastrophen.

Jetzt zeigt sich erneut, dass wir natürlich schon immer in einer „Weltgefahrengesellschaft“ leben, die politische Regulierungen braucht. Viel zu lange haben sich alle Länder im Geist der neoliberalen Revolution darauf verlassen, der bloße Markt werde wie von alleine eine gerechte Weltordnung entstehen lassen.

Wäre es nicht endlich an der Zeit anzudenken, die ungeheuerlich aufwändigen nationalen Egomanien endlich mal zu Gunsten der gesamten Menschheit hinten anzustellen?

Es wird ständig in unfassbar obszöner und wahnsinniger Art und Weise fast der gesamte Output von Volkswirtschaften verschleudert, vor allem auf Kosten der dritten Welt, auf Kosten ganzer Völker, die in bitterer Armut dahinsiechen, auf Kosten der Lebenserwartung, der kulturellen Vielfalt der Welt und letztlich auf Kosten von uns allen. Wie viel Unglück und Irrsinn muss die Welt eigentlich noch ertragen, bis sich eine internationale Staatengemeinschaft eines Besseren besinnt?

Wie schön wäre es, in einer gerechteren Welt zu leben, vielleicht mit weniger Produktvielfalt, weniger „Hypes“ und „Lifestylegirlanden“ aller Art, dafür aber mit mehr Substanz an tatsächlicher Lebensqualität und ohne den Wahnsinn einer totalen Wettbewerbs- und Neidgesellschaft, der es ohnehin nicht wirklich erlaubt diesen Konsum mit wirklicher Freude, mit gutem Gewissen und in völliger Offenheit zu genießen.

 

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Unter diesem unaufhörlich angefachten Wettbewerbsdruck ist unsere Gesellschaft inzwischen so misstrauisch geworden, auch sich selbst gegenüber, dass sie eine Art Scheinheiligkeit erzwingt, die sie dazu förmlich auffordert sich gegeneinander auszuspielen, ständig auf der Suche nach Verfehlungen im Umgang miteinander. Sie ist darin so eifernd und derart erfindungsreich, dass gerade in einem Milieu, in dem das freie Denken und das freie Wort die Bedingungen der Existenz darstellen, eben das bei Höchststrafe unterbunden wird.

Anstatt unser „Menschsein“, also die Wonnen von Freundschaft, Solidarität und Kreativität, ausreichend erleben zu können, sind wir hineingezwungen in eine Hochleistungsgesellschaft, dem Angst-Milieu einer vorgeblich „politischen Korrektheit“. Zudem werden alle unsere Freiräume beschnitten und dem ständigen Zwang zum Denken in Renditen unterworfen, um wenigstens irgendwie über die Runden zu kommen.

Es wurde gerade in den letzten Jahren nur allzu deutlich, dass dieses System wesentlich mehr Verlierer als Gewinner produzierte und die meisten trotz Wohlverhalten und Anpassung zunehmend auf der Strecke blieben. Wie zum Hohn wurden diese Zumutungen dann auch noch durch frotzelnde und arrogante Lotto-Werbung mit lauten Getöse begleitet, die in ihrer zynischen Menschenverachtung kaum noch zu überbieten war!

 

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Dieses System maßloser Ausbeutung ist jedoch, wie wir alle wissen, kein „Schicksal“! Es basiert im Wesentlichen nur auf unserer Duldung, der Duldung eines Zustandes, dass diejenigen Wenigen, die den meisten Profit daraus ziehen, partout nicht mit denen, die ihren Reichtum tatsächlich erarbeiten, teilen wollen.

Diese Krise wäre nun wieder eine echte Chance auf Neubesinnung, und wir alle sind aufgerufen sie jetzt auch massiv von unseren politischen Vertretern einzufordern!

Wir alle zahlen ja derzeit schon wieder den Preis für die ungleich verteilten Reichtumsgewinne der letzten Jahre!

Wiederum zeigen sich zudem bereits jetzt Anzeichen, dass trotz scheinheiliger Beteuerungen und Ansätzen von internationaler Solidarität, besonders Italien gegenüber, alle Anstrengungen im Grunde nur darauf zielen, den „Status quo“ irgendwie doch zu halten.

Den USA ist es erneut das erklärte Ziel, das völlig überhitze, turbo-kapitalistische Getriebe aufrecht zu erhalten, weil eben einige wenige daraus gigantische Profite lukrieren, und sie dies nur können, solange der globalisierte Rummel eben in dieser Art weitergeht. Trump ( „Amerika first“) wollte unlängst ein Corona-Forschungslabor in Deutschland kurzerhand für sich aufkaufen! ( Meldung aus: „DIE ZEIT“ Nr.14, 2020 ).

Sollten wir daher diese Chance wieder versäumen, wird alles wieder weitergehen wie zuvor.

Die Weltwirtschaft wird neu anspringen, sich weiter explosionsartig ausbreiten und die Börsenkurse wieder raketenhaft steigen. Die Politiker werden sich selber hochfeiern wie nie zuvor und wir werden wiederum in dieses System aus Ausbeutung und Konsumdominanz hineingezwungen, welches alles wiederum auf seinen bloßen Geldwert reduziert. Die Opfer aber werden in Vergessenheit geraten, all die ruinierten Existenzen, die Armut und das Unglück von Millionen.

 

 

Donnerstag
09
April 2020
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Schöne neue Welt ? Teil 1

 

Gedanken zu den Ereignissen im Zuge der Corona-Pandemie

von René Triebl

 

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Die perfekte Diktatur wird den Anschein einer Demokratie machen,

einem Gefängnis ohne Mauern, in dem die Gefangenen nicht einmal davon träumen auszubrechen.

Es ist ein System der Sklaverei, bei dem die Sklaven dank Konsum und Unterhaltung ihre Liebe zur Sklaverei entwickeln.“

Aldous Huxley, 1931

 

Die politischen Ereignisse dieser Tage sind dermaßen außergewöhnlich, dass ich mir jeden Tag mehrmals die Augen reiben musste, um mich zu überzeugen dass ich nicht träume. Fast über Nacht brach eine nie dagewesene Flut aus Warnungen, Hinweisen, Verboten, Regeländerungen, ja sogar expliziten Handlungsanweisungen über uns her, dass man aus dem Staunen nicht mehr heraus kam. Auf einmal gab es das volle Programm, dazu alle Medien – wie üblich – in totalem Gleichklang, und das nur, um uns vor einem unsichtbaren Feind in Schutz zu nehmen.

 

 

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Was war geschehen?

Haben sich etwa die von uns eingesetzten Volksvertreter endlich ihrer Verantwortung besonnen und sich zur Überzeugung durchgerungen, dass unser Alltag langsam unerträglich wurde, wir alle wie Galeerensklaven in einen Dauerwettbewerb gehetzt, mit sich ständig steigender Taktzahl in einem System, was den Ausdruck „genug“ nicht mehr kannte, und wo es nur noch darum ging, sich ständig gegeneinander auszuspielen, unser soziales Leben nur noch von Misstrauen und Neid durchdrungen war.

Hatte sich endlich die Erkenntnis durchgesetzt, es wäre an der Zeit zu einer radikalen Umkehr und Einführung anderer Werte? Nicht zuletzt, um wenigsten den Klimakollaps abzuwehren?

Nein, zum großen Erstaunen war es ein obskurer Virus, der auf der Stelle all diese Veränderungen zu Wege brachte, woran zuvor bereits mehrere Generationen von sozialdemokratischen und linksstehenden Politikern weitgehend gescheitert waren.

Dieser Virus hat nun die Politiker der Welt schlagartig aufgerüttelt und gezeigt, dass die Konsequenzen im Hier und Jetzt stattfinden. Gerissen aus mehr oder weniger nationalstaatlichen Träumen wurde ihnen aufgezeigt, dass in einer hypermobilen, globalisierten und neoliberal entfesselten Wirtschaft alles mit allem zusammenhängt. Ähnlich wie schon bei einem Szenario einer atomaren Bedrohung sind heute Ereignisse weltumspannend.

Was wir dieser Tage in allen Ländern erleben, ist nicht mehr und nicht weniger als die völlig überraschende Wiederauferstehung eines starken Staates, einer Institution, deren tatsächliche Existenz wir fast schon irgendwie bezweifelten oder die meist nur noch als Fassade zur Repräsentation in Erscheinung trat.

So sehr haben wir uns inzwischen an den Gedanken gewöhnt, dass die Politiker, die diesen Staat eigentlich mit ihrem unabhängigen Engagement auskleiden sollten, ohnedies zu weitgehenden Handlangern und Dienern einer sogenannten „Wirtschaft“ geworden sind. Nur dazu da, um die Vorstellungen dieser umzusetzen: durch die Technik der Ablenkung auf Nebensächlichkeiten, durch das Aufwerfen von Scheinproblematiken, aggressiver Konsumpropaganda und Spiegelfechtereien jedweger Art.

Dieser Staat, der sich in erster Line vor allem um gerechten Ausgleich bemühen und der uns eigentlich immer vor den Phantasien der allzu Mächtigen in Schutz nehmen sollte, erschien uns zunehmend als ein Marionettentheater, welches völlig von den Wünschen der Konsumindustrie mit all ihren Konzernen, Strukturen und globalisierten Verflechtungen dominiert wird.

Kein Opfer schien zu groß um, diesem immer aggressiveren System aus Ausbeutung Gier und Wettbewerb zu dienen und es immer weiter zu steigern, koste es was es wolle.

Und nun auf einmal diese fast überbordende Fürsorge, die uns in blankes Staunen versetzt.

 

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Auch Geld ist plötzlich, quasi über Nacht, in einer ungeahnten Fülle vorhanden, um bestehende Strukturen wenigsten teilweise zu retten. Geld, welches sonst immer derart knapp gehalten wurde, dass es oft nicht mal für die Deckung essentieller Notwendigkeiten reichte, etwa in den Themenbereichen Bildung, Forschung, Gesundheitswesen, Armutsbekämpfung, Naturschutz, Entwicklungshilfe und Schutz von Minderheiten.

Ähnlich wie während der „Banken-Krise“ stehen wie aus dem Nichts zig Milliarden Euro und Dollar zur Verfügung – um das zu stützen, was als „systemrelevant“ angesehen wird. Dieses System zeigt sich dehnbar, wenn es um ihren eigenen Erhalt geht, es zeigt aber auch auf die vergangenen Lügen und Ausflüchte, die den Bürgern glauben machen sollten, es wäre nichts mehr übrig und möglich.

Und es zeigt sich, wie einfach es mittels einer äußeren Bedrohung gelingt, in kürzester Zeit Standards zu ändern, ja das gesamte „Mindset“ der Bevölkerung in eine bestimmte Richtung zu lenken.

In einem unmittelbaren Erleben dessen beschleicht einem das unheimliche Gefühl, dass es wohl in den 30er Jahren so ähnlich gewesen sein mochte. Es macht auch verständlicher, wie es damals das NS Regime schaffen konnte, in derart kurzer Zeit fast die gesamte Bevölkerung zu überrumpeln und für sich einzunehmen.

Damals ging es anfangs sehr ähnlich um die bloße Idee eines unsichtbaren, imaginierten Feindbildes, dass die Nazis anfangs in die Köpfe der Bevölkerung pflanzte, um ihre drastischen Maßnahmen zu legitimieren. Es ist frappierend, wie man es damals wie heute schafft, mit Angst – und sei es heute mit dem Argument der Sorge um die „Volksgesundheit“ – unmittelbar Gehorsam und Gleichschaltung zu erzwingen, also etwas, das sonst unter den Bedingungen bloßer Freiwilligkeit niemals zu erreichen wäre.

95% der Bevölkerung befolgen die neuen Regeln, welche aktuell auch wirklich sinnvoll erscheinen – trotz des erwähnten Beigeschmacks.

Es ist alarmierend und bedrückend zu erleben, dass Politik wohl langsam überhaupt nur noch über Feindbilder mehrheitsfähig zu führen ist, so sehr hat sich dieser Effekt bereits durchgesetzt. Ähnlich wie bei den Populisten der politischen Rechten, denen es gelingen konnte, mit dem Feinbild „Migranten“ einen derart raschen und durchschlagenden Erfolg zu erzielen.

 

Landbauer-m---1

 

Hauptsache ein Feind wird präsentiert – und sofort sind sich alle einig. Auch heute wieder sind wir bereit, massive Einschränkungen unserer Freiheitsrechte hinzunehmen nur um diesen neuen Feind zu besiegen.

Doch was wird bleiben, wenn der Feind verschwunden ist?

 

PS:

Ich danke meinem Freund Thomas Fröch für den Hinweis auf die dazu passenden Zitate von Aldous Huxley.

 

Dienstag
07
April 2020
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Anti-SPÖler der Woche: SPÖ-„Noldi“

 

Auf dem kurzen Weg zwischen Postfach und dem Karton für Altpapier darunter sprang der Anti-SPÖler doch noch in die Augen: Arnold „Noldi“ Grabner in einem Whirlpool.

 

Noldi rät

Quelle: Bezirksblätter, Ausgabe 14 vom 2. April 2020, Titelblatt.

 

Sein Rat während seines „Zeitvertreibes“ als selbstgefälliger Luxus-Sozialist und eitler Selbstdarsteller, während derzeit viele Menschen in Konkurs gehen oder arbeitslos werden:

„Bitte bleiben Sie zu Hause!“

Unser Rat hält dagegen: „Bleiben Sie zu Hause“! Dort ist nämlich diese Form ärmlicher Empathie gut aufgehoben. Vor dem Spiegel.

 

 

Samstag
04
April 2020
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Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 4.

 

Nachdem wir hinterfragt haben, wer sich in der Provinz Idlib befindet und wie viele, dieses aber genauso wenig wie andere konkret beantworten können, so bleibt doch die Tatsache bestehen, dass sehr viele Menschen außerhalb der terroristischen Strukturen eine arge Not leiden. Die Provinz verlassen können sie nicht, weil die Grenzen zur Türkei geschlossen sind, und weil die von der syrischen Regierung sowie den russischen Militärs eingerichteten Fluchtkorridore durch die Extremisten versperrt und beschossen werden.

Zivilisten und Flüchtlinge bilden das Faustpfand für die vom Ausland gesteuerten Söldner und Terroristen. Sie dienen als Deckung und als Geisel gleichzeitig, zudem lässt sich das Elend politisch und medial propagandistisch ausschlachten. Zumindest bei jenen, die immer noch nichts mitbekommen haben.

„Es ist die bislang größte Welle der Vertreibung seit 2011 – dem Jahr, in dem der Bürgerkrieg offiziell begann“, wird im Text der CARITAS International behauptet, was schlichtweg falsch ist. Weder handelt es sich um einen Bürgerkrieg noch um eine Vertreibung. Und von der größten Fluchtwelle seit 2011 kann ebenfalls keine Rede sein.

„Die Caritas stand den Betroffenen des Kriegs von Anfang an zur Seite und tut dies auch heute in der Region Idlib: Eine lokale Partnerorganisation verteilt täglich 12.000 Mahlzeiten an die Vertriebenen, gibt ihnen warme Kleidung und Decken. Zudem werden Waisenhäuser mit Lebensmitteln beliefert.“

Dieser Absatz berührt nun unsere anfängliche Fragestellung, gibt aber keine befriedigende Antwort. Es wird weder genannt, um welche Partnerorganisation es sich handelt, noch die konkrete Bewerkstelligung angeführt, was woanders ja möglich gewesen ist.

Unterm Strich bleibt bei uns eine gewisse Ratlosigkeit zurück. Wenn es auch hier und da bei ihren thematischen Artikeln und Angaben etwas zu kritisieren gibt, so steht das redliche Engagement vom Roten Kreuz, der CARITAS und allen anderen bei „Nachbar in Not“ angeführten Organisationen außer Frage.

Aber unsere Frage, wie den Flüchtlingen innerhalb der Provinz Idlib unter Al-Kaida-Herrschaft geholfen werden kann oder wird, konnte hier nicht beantwortet werden. Das ist insofern bedauerlich, wenn man als potentieller Spender verhindern möchte, dass die Spende oder zumindest ein Teil derselben in falsche Hände gerät.

„Ein schnelles Ende der Situation ist nicht in Sicht“, so CARITAS mit einer Einschätzung, womit die eigentliche Katastrophe beschrieben wird. Jene Mächte, welche hinter dem Kriegsvolk in der Provinz Idlib stehen, haben daran (noch) kein Interesse. Ganz abgesehen davon, dass kein Staat dieses islamistische Söldnergesindel wieder zurückhaben möchte. Es sei denn, es würde sich ein neuer Kriegsschauplatz finden lassen. Die Türkei soll bereits 2.000 Mann ihrer Islamisten nach Libyen verlegt haben.

https://kurier.at/politik/ausland/warum-der-frieden-in-libyen-noch-in-weiter-ferne-ist/400729353

 

Quelle: YouTube. Völkerrechtswidrig in Syrien: türkisches Militär. Zusammen mit Al-Kaida.

 

Unterdessen hat uns am 28. März das Antwortschreiben von „Nachbar in Not“ erreicht:

„…vorrangig ist geplant, mit dieser Aktion direkt Projekte in der Region Idlib zu unterstützen. Insgesamt erstreckt sich die NACHBAR IN NOT-Hilfeleistung jedoch auf ganz Syrien.

Die Mehrheit der NIN- Mitgliedsorganisationen haben Projekte in Syrien:

1) Der Syrisch-Arabische Rote Halbmond (SARC), der vom Internationalen Komitee vom Roten Kreuz (IKRK)unterstützt wird, versorgt in Idlib, die von Idlib in die umliegenden Gebiete (u.a. Hama und Aleppo) geflüchtet sind, u.a. mit medizinischer Hilfe, Verteilung von Lebensmitteln und Hygieneartikeln in Flüchtlingscamps, Wiederherstellung der Wasserversorgung und Sanitäreinrichtungen.

2) Die Malteser sind auf die Bereiche Gesundheit, WASH und Verteilung von NFI (Non Food Item) Kits spezialisiert. Sie betreiben mit zwei syrischen Partnerorganisationen ein Netzwerk von Gesundheitsstationen und Krankenhäusern in Idlib, West- und Nord-Aleppo. Zum Versuch, die medizinische Versorgung der Menschen aufrecht zu erhalten, gehört nicht nur Notfallchirurgie, sondern auch lebensrettende Gesundheitsdienste wie Dialyse.

3) CARE hat einen Schwerpunkt auf sauberes Wasser, Grundnahrungsmittel und Hygiene-Sets. Um direkt auf die Bedürfnisse der besonders stark Betroffenen – Kinder, Schwangere, stillende Mütter und ältere Personen – eingehen zu können, wird vor Ort laufend analysiert, was am dringendsten benötigt wird, und die Hilfe entsprechend angepasst.

4) Die Caritas Österreich arbeitet in Syrien schwerpunktmäßig in Hassake, Aleppo und in Damaskus. Dabei geht es einerseits um Nothilfe, in dem vulnerable, vom Krieg betroffene Menschen in Damaskus und Aleppo Bargeldzahlungen erhalten. In Ost-Ghouta wurde Winterhilfe geleistet, in Damaskus lag der Fokus auf Gesundheitsversorgung, Bildung und Wiederaufbau der Lebensgrundlagen besonders vulnerabler Personen. In Aleppo werden die Menschen in der Gesundheitsversorgung und Wiederaufbau der Lebensgrundlagen sowie Bildung für Kinder und Kinderschutz unterstützt. In Idlib wird die Nothilfe über lokale Partner und das internationale Caritas Netzwerk unterstützt.

Gemäß unseren Werte sind wir verpflichtet dort Hilfe zu leisten, wo sie am dringendsten benötigt wird und enthalten uns an politischen, ethischen, religiösen und ideologischen Auseinandersetzungen.

Ich hoffe somit Ihre Frage beantwortet zu haben und wünsche Ihnen für die Zukunft alles Gute!

Mit freundlichen Grüßen…“

 

Da uns die hier thematisierte Information fehlte, haben wir eine weitere Mail abgeschickt.

 

„…vorweg herzlichen Dank für Ihre genaue Auskunft und für Ihre Mühe!

Mittlerweile habe ich erfahren, dass SARC in jenen Gebieten der Provinz Idlib tätig ist, welche wieder unter der Kontrolle der syrischen Regierung stehen. Aber wie verhält es sich mit den Gegenden, die vonHayat Tahrir al-Sham“ und anderen islamistischen Söldnergruppen besetzt sind?

Wie Sie sicherlich wissen, sind in der vergangenen Jahren zahlreiche Hilfsgüter in die falschen Hände gekommen, mit denen sich dann Extremisten selbst versorgt und alles übrige teuer an die Zivilbevölkerung verkauft haben.

Aus diesem Grund trage ich Sorge, dass Teile von Spenden und Hilfsgütern bei Transporten in von der „HTS“ und anderen ähnlichen Organisationen gehaltenen Gebieten ebenfalls dieses Schicksal erleiden könnten.

Daher ist mir eine Antwort auf die Fragen wichtig, ob die Waren tatsächlich in diese besetzten Gebiete geliefert werden (oder doch nur um diese herum) und wenn ja, um welche lokalen Partner es sich dort handelt. Diese konnte ich bislang noch nicht eruieren.

Auf eine Antwort würde ich mich sehr freuen!

Mit den besten Grüßen…“

 

 

Donnerstag
02
April 2020
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Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 3.

 

Bei der CARITAS Österreich entdeckten wir auf deren Homepage unter der Rubrik „Auslandshilfe“ beim Schauplatz Syrien die Spendenaktion „Nachbar in Not“ wieder. Der Text der CARITAS erwähnte die prekäre Lage im Norden Syriens und die Fluchtbewegung im Nordwesten.

https://www.caritas.at/

https://www.caritas.at/aktuell/news/detail/news/86203-9-jahre-krieg-in-syrien-caritas-hilft-menschen-vor-ort/

Und hier unter „Auslandshilfe“ und „Syrien“:

https://www.caritas.at/auslandshilfe/katastrophenhilfe-humanitaere-hilfe/laender-brennpunkte/syrien/

Über „CARITAS Österreich“ nun zu „CARITAS International“, die auf ihrer Homepage unter „Syrien: Nothilfe im Kriegsgebiet“ einige Artikel stehen hatte, die von Schicksalen und von Hilfe berichten. Auch hier ist jede Seite mit einem Feld für eine Direktspende versehen, welche die Menschen vor Ort zweifellos bitter nötig haben.

https://www.caritas-international.de/

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/humanitaere-hilfe-syrien

Da wäre die Geschichte von Fuzia mit ihren fünf Kindern und dem verschwundenen Mann in Jabal Badro bei Aleppo:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/kampf-ums-ueberleben-in-aleppo

Tragisch die Geschichte eines Kindes, Amal, die in Aleppo durch eine Mörsergranate ein Bein verlor und von der CARITAS immerhin eine Prothese erhalten hatte:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/reportage-amal-aleppo

Dann die Familie Hamud aus einem Dorf in der Nähe von Aleppo, die in einen Vorort von Damaskus geflohen waren:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/reportage-binnenvertreibung

In dem Beitrag „Wann ist der Krieg endlich vorbei?“ ist zu erfahren, dass die CARITAS in einem zerstörten Stadtteil von Aleppo einen Stützpunkt unterhält und dort vor Ort die Bewohner unterstützt. Hier wird auch erzählt, wie diese Hilfe in welcher Form erfolgt:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/wann-endet-der-krieg-in-syrien

Diese Reportagen sind auf eine Seite der CARITAS International eingebettet, die sich unter „Projekt“ findet:

https://www.caritas-international.de/hilfeweltweit/naherosten/syrien/humanitaere-hilfe-syrien

Der Umfang der Flüchtlingsbewegung, angeblich die größte seit 2011, wird allerdings unserer Ansicht nach stark übertrieben. Syrien hatte vor dem Krieg eine Einwohnerzahl von ungefähr knapp 21. Mio. Menschen. Von denen waren bis 2017 bereits 5,3 bis 5,6 Mio. ins Ausland geflüchtet, rund 6,3 Mio. wurden als Binnenflüchtlinge registriert. Über den größten Teil der Ballungsräume hatte die Regierung nie die Kontrolle verloren. Andere Gebiete sind nach wie vor durch US-Truppen, SDF-Verbände oder jene der Türkei besetzt. Da auch noch über 550.000 Menschen ums Leben gekommen sein sollen, sind wir doch sehr skeptisch über Zahlen, die noch eine ganze weitere Million allein an Flüchtlingen in der Provinz Idlib ausmachen möchten.

Die Provinz Idlib soll im Jahre 2010 rund 1,85 Mio. Einwohner besessen haben. Die ersten Kampfhandlungen dort hatten bereits eine Fluchtbewegung ausgelöst, die sich noch verstärkt hatte, als islamistische Kampfverbände von der Türkei her eine Invasion unternommen und im März die Provinz unter ihre Kontrolle gebracht hatten. Die Bevölkerung hatte sich demnach reduziert, die ausländischen Söldner sich aber zusammen mit ihrem familiären Anhang vermehrt.

Die Operationen des türkischen Militärs im Norden Syriens hatte ebenfalls viele Menschen flüchten lassen, vor allem Kurden, zumal die türkischen Truppen ihre zuvor verdeckt unterhaltenen islamistischen Söldner und Halsabschneider nun ganz offiziell neu organisiert, ausgerüstet und in ihre Militärstruktur eingegliedert hatte. Dort sind auch IS-Logos äußeres Bestandteil einer islamistischen Söldner-Kultur. Die dortigen Flüchtlinge mögen überall hin geflüchtet sein, nur nicht in die Provinz Idlib.

https://orbisnjus.com/2020/02/15/in-video-tuerkisch-gestuetzter-rebell-traegt-offenkundig-insignien-von-der-isis-bekaempft-ankara-den-is-nicht/

https://orbisnjus.com/2020/02/16/in-video-weitere-tuerkisch-gestuetzte-rebellen-mit-isis-insignien-gesichtet/

Bei dem „Reporter“ handelt es sich um den türkisch-stämmigen Abdussamed Dagül alias Samet Dagül, welcher zuvor in der deutschen Stadt Hanau gelebt hatte.

https://www.deutschlandfunk.de/salafisten-von-hanau-aus-in-den-dschihad.862.de.html?dram:article_id=327557

Er ist Bestandteil der Terrororganisation „Jabhat al-Nusra“ oder „Ahrar al-Sham“, was sich anhand seiner jahrelangen Selbstdarstellung nachvollziehen lässt.

https://www.heise.de/tp/features/Aleppo-Das-neue-Srebrenica-3570656.html?seite=all

 

Nun kommt auch noch hinzu, dass in den vergangenen Jahren die syrische Regierung – freilich auch aus der eigenen Not heraus – das feindliche Kriegsvolk bei einer eingetretenen aussichtslosen Lage angeboten hatte, die besetzten Gebiete wie in Ost-Aleppo oder in Ost-Ghouta vorzeitig gegen freien Abzug in die Provinz Idlib zu räumen. Im Verlauf der Jahre waren zehntausende Söldner und Terroristen einschließlich ihrer Familien nach Idlib umquartiert worden, dafür aber letztlich Zentralsyrien wieder befriedet worden.

Die Provinz Idlib beherbergt nun die größte Ansammlung von Al-Kaida-Terroristen weltweit, aber „erstaunlicherweise“ interessiert es die Westmächte und allen voran die USA nicht, die doch 2001 noch den Krieg gegen den Terror verkündet hatten, aber für alle sichtbar Kriege mit ihnen führen.

 

 

Montag
30
März 2020
Kommentare deaktiviert für Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 3.

Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 2.

 

„Nachbar in Not“ hatte eine Mailadresse angegeben, welcher dem Rotem Kreuz Österreich zuzuordnen ist: nachbarinnot@roteskreuz.at

Eine Antwort auf unsere Frage traf bis dato nicht ein.

Wir wissen nicht, ob man beim Roten Kreuz nun ein Problem erkannt hat oder ob wegen der „Corona-Welle“ eine Überlastung in der Verwaltung herrscht und die Spendenanliegen für die Nachbarn in Syrien nicht mehr jene Priorität genießen, die man ihnen hatte zuvor zubilligen wollen.

Ohne eine vom Roten Kreuz erhaltene Erklärung versuchten wir, für unser Anliegen eine eigene Antwort zu finden. Auf der Homepage vom Roten Kreuz Österreich werden für Afrika zwei Kampagnen von „Nachbar in Not“ aufgelistet:

https://www.roteskreuz.at/katastrophenhilfe/wo-wir-helfen/hunger-in-afrika/

Unter der Rubrik „Rotkreuzhilfe in der Syrien-Krise“ findet sich dagegen aus irgendeinem Grund keine Kampagne von „Nachbar in Not“:

https://www.roteskreuz.at/katastrophenhilfe/wo-wir-helfen/hilfe-in-der-syrien-krise/

Es war nur eine vergangene von Oktober 2016 zu finden.

https://www.roteskreuz.at/news/datum/2016/10/05/nachbar-in-not-bittet-um-spenden-fuer-kriegsopfer-in-syrien/

Die Seite vom Roten Kreuz bezog sich allgemein auf die Lage in Syrien, ohne auf die Provinz Idlib fixiert zu sein, und weist auch ein Spendenkonto aus.

Auf der Suche nach dem Verbleib von „Nachbar in Not“ schauten wir nun bei dem Internationalen Roten Kreuz nach, welcher in Syrien mit dem arabischen Gegenstück, dem Roten Halbmond, engagiert ist. Grundsätzliche Information über diese beiden Organisationen der Einfachheit halber hier auf Wikipedia:

https://de.wikipedia.org/wiki/Internationale_Rotkreuz-_und_Rothalbmond-Bewegung

 

 

Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz hat auf der Hauptseite der Webseite einen Spendenaufruf für den Irak:

https://www.icrc.org/de

Unter „Wo wir arbeiten“ findet sich bei „Syrien“ die Rubrik „Syrien im Fokus“, wo ebenfalls ein Spendenaufruf zu finden ist:

https://www.icrc.org/de/wo-wir-arbeiten/naher-osten/syrien

Hier gab es einige zumeist überholte Artikel, von denen der neueste vom 20. Januar 2020 stammt: Syrien: „Eine Welle von zivilen Opfern, Massenvertreibungen im Nordwesten des Landes“:

https://www.icrc.org/de/document/syrien-welle-von-zivilen-opfern

Oben in der Menü-Leiste führte uns die Rubrik „Helfen Sie uns“ zu einem aktuellen Spendenaufruf für Syrien: Dringender Spendenaufruf für Syrien:

https://www.icrc.org/de/spende/dringender-aufruf-fur-syrien

Hier bezog man sich auf die „Region Idlib“ und auf die eingeschlossenen Flüchtlinge. Der Text ist knapp gehalten und bewahrt eine Neutralität, indem die Kriegsparteien nicht genannt werden. Nicht genannt werden auch die genauen Umstände der Flucht sowie die Ursache einer für Flüchtlinge „eingeschlossenen“ Situation.

Leider wird auch hier nicht aufgeklärt, wie innerhalb der Provinz Idlib geholfen werden könnte. Von der Aktion „Nachbar in Not“ war auch nichts mehr zu entdecken gewesen.

Das „Schweizerische Rote Kreuz“ unterhält mit dem „Roten Halbmond“ ihren Angaben nach u. a.  Stützpunkte in Damaskus, bei Aleppo, bei Ar-Raqqa und im Süden bei As-Suwaida an der jordanischen Grenze:

https://www.redcross.ch/de/katastrophen-chronologie/syrien-konflikt/hilfe-fuer-die-opfer-des-buergerkriegs

Hier wurde auch eine „Nothilfe für Idlib“ erwähnt, mehr aber auch nicht:

https://www.redcross.ch/de/gesundheit/wasserversorgung/das-srk-baut-die-hilfe-im-norden-syriens-aus

 

 

Idlib ist auf dieser Seite des SRK das Thema:

https://www.redcross.ch/de/organisation/fluechtlinge/ein-nicht-enden-wollender-krieg

Bedauerlicherweise behauptet hier das Schweizerische Rote Kreuz, dass es sich bei der Provinz Idlib um den letzten Rückzugsort der „Opposition“ handeln würde. Bei dieser „Opposition“ handelt es sich allerdings, wie wir wissen, um Al-Kaida. 

Ansonsten ist zu erfahren, dass der Syrisch-Arabische Rote Halbmond (SARC) unter anderem in der Provinz Idlib Hilfe geleistet haben soll:

„2019 hat der SARC 23 000 Familien in verschiedenen Bezirken der Provinz Idlib mit Nahrungsmitteln, Wasser, Material und Zugang zu medizinischen Leistungen unterstützt. 3 000 Familien haben insgesamt 5 000 Nahrungsmittelpakete erhalten und dank einer Gemeinschaftsküche konnten 750 000 Mahlzeiten abgegeben werden. In den beiden Gesundheitszentren und Erste-Hilfe-Stationen sowie in der Neugeborenen-Station des SARC wurden 19 000 Menschen medizinisch versorgt. Das SRK beteiligt sich an der Finanzierung dieser Hilfe. Zudem hat (sic!) einen Beitrag an die Verlegung des Büros des SARC geleistet. Denn die Situation war derart gefährlich, dass das Personal der Regionalstelle in Idlib in Sicherheit gebracht werden musste.“

Wie und wo diese Hilfe geleistet wurde, wird nicht beschrieben. Auch wird nicht erklärt, warum es in Idlib für das Personal von SARC so gefährlich gewesen sein soll, hatten wir doch zuvor gehört, dass sich dort doch nur die „Opposition“ konzentriert haben soll.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland weiß mehr. In ihrer Reisewarnung bezüglich Syrien heißt es dort:

„Die Al-Kaida-nahe Hayat Tahrir al-Sham (vormals Dschabhat Fatah al-Sham bzw. Dschabhat al-Nusra) kontrolliert insbesondere weitgehend die Provinz Idlib sowie nördliche Gebiete der Provinz Hama und westliche Gebiete der Provinz Aleppo.“

https://www.auswaertiges-amt.de/de/aussenpolitik/laender/syrien-node/syriensicherheit/204278

Das ist erstaunlich ehrlich, denn die BRD gehört zu den Unterstützern des dortigen islamistischen Kriegsvolkes, vor dem gleichzeitig gewarnt wird.

 

Fortsetzung folgt.

 

Mittwoch
25
März 2020
Kommentare deaktiviert für Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 2.

Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 1

 

Während aller Aufmerksamkeit auf den sog. Corona-Virus bzw. den offiziellen Verlautbarungen etc. gerichtet ist, können wir hier einen Blick auf ein anderes „Sujet“ werfen, welches der Wahrnehmung wieder entronnen ist.

Die Organisation „Nachbar in Not“ ruft derzeit zu einer Spendenaktion auf, welche auch politisch durch die österreichische Regierung gestützt wird, auch finanziell unterstützt werden soll. Unlängst war einer Ausgabe der Tageszeitung KURIER der Spendenaufruf samt einem Erlagschein von „Nachbar in Not“ beigefügt. Neben dem Logo vom KURIER war auch eines vom ORF zu finden, die offensichtlich als Kooperationspartner fungieren.

Der Zeitpunkt für diese Kampagne ist derzeit zweifellos ungelegen. Die Menschen hier haben derzeit andere Sorgen. Bei vielen von ihnen wird es sich bald um Nachbarn in Not handeln, vor allem in wirtschaftlicher Hinsicht.

Die Spendenaktion von „Nachbar in Not“ bezieht sich allerdings auf „Nachbarn“, die sich recht weit entfernt befinden: in Syrien. Genauer gesagt: in der nordwestlichen Provinz Idlib. „Katastrophe in Idlib“ titelt das Spendenblatt. Das Foto von einem Kind mit einem ängstlichen Gesichtsausdruck und nassen Haaren soll hier versuchen, den geneigten Spender über die emotionale Ebene zu erreichen. Es soll Hilfsbereitschaft generieren.

 

Spendenaufruf Nachbar in Not 1

 

„Nachbar in Not“ sind eine Reihe von etablierten Hilfsorganisationen angeschlossen, von der CARITAS bis zur VOLKSHILFE.

https://nachbarinnot.orf.at/?story=230

https://nachbarinnot.orf.at/?story=91

Die Spendenkampagne online:

https://nachbarinnot.orf.at/?story=281

Das Versprechen der österreichischen Regierung, die eingezahlten Spenden aus staatlichen Mitteln zu verdoppeln:

https://nachbarinnot.orf.at/?story=284

https://kurier.at/politik/inland/nachbar-in-not-wer-bis-ostern-spendet-gibt-doppelt/400776212

 

Und doch hat diese Spendenkampagne einen gewaltigen Haken. Den ausgegebenen Informationen nach soll den Flüchtlingen innerhalb der syrischen Provinz Idlib geholfen werden. In dieser Provinz existieren allerdings keine staatlichen Strukturen, sie wird von Al-Kaida beherrscht, wobei es gleichgültig ist, unter welchem Label deren Verbände (Hai‘ at Tahrir asch-Scham/Nusra-Front/Ahrar al-Sham etc.) auftreten. Und es spielt auch keine Rolle, dass dort türkische Kriegstechnik hineingestopft wurde, von westlichen geheimdienstlichen Strukturen ganz zu schweigen.

Da aufgrund dieser Umstände erhebliche Zweifel an einer Durchführung des von „Nachbar in Not“ geplanten Unternehmens bestehen, wahrscheinlich aber dennoch einige Spendengelder von uninformierten und naiven Menschen eingesammelt werden, fragten wir per Mail einfach mal nach:

 

Hier die Mail vom 18. März 2020, 11.13 Uhr an: nachbarinnot@roteskreuz.at

Sehr geehrte Damen und Herren!

Einer Ausgabe der Tageszeitung KURIER war unlängst eine Spendenaufruf-Aktion von „Nachbar in Not“ beigelgt. Der fehlerhafte Begleittext zum Thema „Katastrophe in Idlib“ hatte mich dazu veranlasst, einen Blick auf die Homepage von „Nachbar in Not/ORF“ zu werfen.

Nach Durchsicht derselben wird deutlich, dass mit den eingesammelten Spenden den Flüchtlingen und Hilfsbedürftigen innerhalb der syrischen Provinz Idlib geholfen werden soll.

Hierin sehe ich eine gewisse Problematik, weil die Provinz Idlib über keinerlei staatliche Strukturen verfügt und es mir schleierhaft ist, wie dort Hilfsgelder und Hilfsgüter seine Bestimmung finden könnten.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mich darüber aufklären könnten.

Mit besten Grüßen,

 

Anmerkung zu der obigen Feststellung eines fehlerhaften Begleittextes:

a) Die Dauer des Krieges in Syrien wird mit 10 statt richtigen 9 Jahren angegeben. (Auf der Homepage richtig: 9 Jahre).

b) Ob der Krieg „unfassbar“ ist oder nicht, bleibt sicherlich dem Autor und dessen Wahrnehmung überlassen, allerdings vermittelt „unfassbar“ ein unglaubliches Ereignis wie etwa ein Naturphänomen und ignoriert den Umstand, dass dieser Krieg ein von den Kriegstreibern bewusst herbeigeführtes Ereignis ist, dessen Beendigung nicht in ihrem Interesse erscheint.

c) Die Angabe, dass sich angeblich „hunderttausend Menschen“ aufgrund der Bombenangriffe auf der Flucht befinden würden, impliziert die Behauptung, dass diese nicht wegen dem Krieg allgemein, vernichteten Existenzgrundlagen, Hunger, Islamisten-Terror, sondern angeblich vor Verbänden der syrischen Armee und deren Unterstützern in Form von russischen Luftstreitkräften fliehen würden. Tatsache ist, dass es sich bei der Syrischen Armee auf dem syrischen Staatsgebiet nicht um den Aggressor handelt, sondern diese bei den durch das Ausland gestützten Invasoren in der Provinz Idlib zu finden sind.

d) Die auf der Website getätigte Behauptung, dass es sich bei dem Krieg in Syrien um einen „Bürgerkrieg“ handeln würde, ist falsch.

e) Die auf der Website getätigte Behauptung, dass in der Provinz Idlib hunderttausende Menschen vom Krieg bedroht wären, ist in sofern unvollständig, weil die Tatsache unterschlagen wird, dass diese Provinz 2015 von Kampfverbänden aus vor allem ausländischen Söldnern und Terroristen eingenommen worden war, welche übrigens von der Türkei aus dort eingedrungen waren.

f) Auf der Website geht an keiner Stelle hervor, dass die Provinz Idlib von Al-Kaida und den hinter ihnen stehenden Strukturen besetzt worden ist, die kein Interesse am Ende der Gewalt haben.

 

 

Fortsetzung folgt.

 

Freitag
20
März 2020
Kommentare deaktiviert für Nachbar in Not! Welcher Nachbar? Teil 1

Musik-Video-Ecke 68

 

Nachdem hier eine Weile nichts passiert ist, gibt es eine kurze Ablenkung mit Musik: „Night Time Falls“ von PHANTOM FORTH von 1984. Da passt auch die Jahreszahl. 

 

 

 

Dienstag
17
März 2020
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Die Chefredaktion verstrickt im Netz der eigenen Verschwörungstheorien

 

Martina Salomon, seit dem erfreulichen Abgang von Brandstätter die aktuelle Chefredakteurin des Blattes KURIER, hatte am vergangenen Sonntag, 9. Feber, ihre geballte Kompetenz der Kurier-Leserschaft demonstriert.

In ihrem als „Leitartikel“ deklarierten Text, eine Meinung, war es ihr ein Anliegen gewesen, gewisses Gerede über die Herkunft des sog. „Corona-Virus“ zu unterbinden bzw. lächerlich zu machen. Nun ist allerdings dieser Versuch allein für Frau Salomon lächerlich genug in Anbetracht ihrer eigenen Unkenntnis, die sie übrigens mit uns allen teilt. Im Gegensatz zu ihr entblöden wir uns allerdings nicht – und machen uns lächerlich.

https://kurier.at/meinung/verschwoerungstheorien-fast-wie-vor-400-jahren/400748763

 

„Verschwörungstheorien fast wie vor 400 Jahren“, titelte sie, doch zeigte sie sich nicht einmal in der Lage, irgendetwas konkret zu benennen, was „fast“ hätte sein können, oder wenigstens das Jahr 1620 richtig einzuordnen, von einer möglichen mathematischen Schwäche abgesehen. Für Frau Salomon, die sich selbst in einem „aufgeklärten Info-Zeitalter“ wähnt, ist 1620 das Mittelalter – welches in Österreich etwa 1500 geendet hatte.

„Würden wir im Mittelalter leben, hätte man bereits die Scheiterhaufen angezündet…“ usw.

Die Zeit der Hexenverbrennung war aber ein Phänomen der frühen Neuzeit und nicht des Mittelalters, doch man muss nicht alles wissen. Frau Salomon scheint es zu reichen, selbst in einer „aufgeklärten“ Zeit zu leben, zu welcher sie freilich nichts beizutragen hat.

Doch diese aufgeklärte Zeit hat auch seine Tücken. Salomon denkt, dass es noch nie so einfach gewesen wäre, sich Informationen zu beschaffen. Doch hatte sie feststellen müssen, dass sich auch „Verschwörungstheorien“ leichter verbreiten würden. Und, oh weh, diese würden manchmal eine stärkere Glaubwürdigkeit entwickeln als die „Fakten“.

Abgesehen von dem CIA-Begriff „Verschwörungstheorie“, seit dem Attentat an John F. Kennedy als Memo an die Massenmedien ausgegeben, um medial Kritiker und die Meinungen selbständig Denkender zu unterdrücken, von welchen „Fakten“ sprach Salomon? Sie besaß keine. Sie stellte nur etwas in den Raum und tat so, als würden diese, also bewiesene Umstände etc., existieren. Und ignorierte die Tatsache, dass der Mangel an Fakten eben auch andere Überlegungen zeitigt, mit denen sie in ihrer Beschränktheit nichts anzufangen weiß (oder es nicht will). Immerhin deutete sich eine diffuse Irritation an:

„Noch dazu, wenn etwas nicht zweifelsfrei geklärt ist oder doch ein Körnchen Wahrheit enthält.“

Mit anderen Worten: die Ahnungslosigkeit ist ein Faktum, vor allem die ihre. Salomon verbrauchte anschließend eine Reihe von Zeilen, um anzuführen, dass irgendjemand irgendetwas geredet habe, ohne eine Quelle anzuführen. Es klang aber nach „Facebook“ und anderen Mülleimern ähnlichem Kalibers oder nach der KURIER-Kantine. Das alles war nicht der Rede wert und vollkommen belanglos, weil nicht ein gegenteiliges Gerede angeführt wurde. Gerede über Ereignisse, wo sich dann das Gerede als Realität herausgestellt hatte. Der Ausgewogenheit halber, zumindest bei einem Bedürfnis nach „Qualität“.

Aber ging es in diesem Leitartikel ohnehin nur um eine einseitige Meinung. Was Salomon hier verzapfte, war nichts weiter als hohles Geschwätz, welches einzig der Verankerung einer politischen Agenda mit dem Unwort „Verschwörungstheorie“ als Trigger diente. Das zeigte sich im letzten Absatz, als Salomon ihre anti-russische Propaganda anzubringen gedachte.

„Real sind hingegen Vermutungen, dass es Cyber-Angriffe auf Staaten gibt. Russland scheint da eine spezielle Rolle zu spielen – siehe den Wahlkampf Hillary Clinton gegen Donald Trump 2016. Clintons privater Server wurde gehackt, Tausende Mails geleakt. Die US-Geheimdienste bezichtigen Russland, dessen Regierung dementierte…“

Nun haben reale Vermutungen, mit den Salomon hier hantieren möchte, nichts mit Fakten zu tun. Sie selbst ist es, die hier mit schon seit langem widerlegten Verdächtigungen eine „Verschwörungstheorie“ in den Raum zu stellen versuchte, in der Hoffnung, der permanent ausgeworfene Dreck würde in den Köpfen der Leser hängen bleiben.

Salomon zeigte hier ganz offen, dass die Mittel für ihre Kampagnen mit Manipulation, Lügen, Verdrehungen, Verzerrungen oder dem einfachen Weglassen (z.B. Der Cyperangriff der USA gegen den Iran ist nachgewiesen) ihr Limit erreicht haben. Es sind nur noch widersinnige und erbärmliche Ausdünstungen einer durch und durch verkommenen massenmedialen Branche.

„Elvis lebt“ – sie scheinen alle den selben Zettel auf den Tisch gelegt bekommen zu haben. Frau Salomon sollte sich bei ihren Geldgebern um einen neuen Zettel bemühen.

 

Freitag
14
Februar 2020
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Ausgewählt. Teil 2

 

Gedanken zur Gemeinderatswahl 2020, Teil 2

von Archimbaldo

Besondere Beachtung verdient meiner Meinung nach das Exitplakat der nun zu Ende gehenden ÖVP Kampagne in Wiener Neustadt: „ Weiterarbeiten“.

 

Exitplakat-m---1

Die Realität sieht anders aus: keine Gemeinsamkeit im Neoliberalismus. 

 

Damit entlässt nun die siegreiche Partei die Bürger der Stadt wieder in einen neoliberalen Alltag, der ihnen alles andere als eine Gemeinsamkeit bieten wird. Auch hierbei handelt es sich wieder um einen typischen, manipulativen Akt: die Massen werden mit einer „Aufgabe“ entlassen. Abschied und „Dank“ werden mit einer zynischen Aufforderung begleitet.

Die Ausdrücke „weiterarbeiten“ und „gemeinsam“ sollen zum einen den Begriff Arbeit positiv besetzen, zum anderen eine Art Solidarität und Gemeinschaftlichkeit beschwören, von der jedoch jeder weiß, dass es diese durch das Wirtschaftsmodell eines zügellosen Turbo-Kapitalismus mit all seinen sozialen Verheerungen – den eben diese Partei vertritt – bereits schon länger nicht mehr gibt.

Im sich immer weiter zuspitzenden Wettbewerb wird zudem ein gemeinsames und auch sinnvolles Arbeiten immer seltener. Insofern überhaupt Arbeitsplätze vorhanden sind, beschränken sich diese für die meisten zunehmend auf das fremdbestimmte Ausführen von schematischen Vorgaben zur reinen Effizienz- und Profitsteigerung anderer. In dieser aufgewiegelten Neid-Gesellschaft findet Gemeinsamkeit, wenn überhaupt, nur noch in Kleingruppen und zu eindeutigen Zielen statt, wie etwa bei Kartellen und Burschenschaften. Die immer noch beschworene Solidargemeinschaft, deren Ziel es war, alle irgendwie mitzunehmen und einzubinden, ist längst zum belächelten Klischee verkommen, einem inzwischen verblassten Abziehbild der Nachkriegszeit.

Dieses Abschlussplakat der ÖVP wirkt unter all diesen Gegebenheiten fast wie eine Verhöhnung und ist der Gipfel des manipulativen „spin-doctoring“ US-Amerikanischen Zuschnitts. Es ist der erneute Versuch, selbst im Dank die Leute zu blenden und sie mit Durchhalteparolen im System zu halten, eine Art Gerechtigkeit zu suggerieren die es nicht gibt, und der oberen Schicht insbesondere der Regierenden ihre Privilegien und Vorrechte zu erhalten wie bisher. Das sind die eigentlichen Ziele, die hinter solchen Parolen stehen. Der Slogan soll die Mehrheit vergessen machen, dass hauptsächlich sie selbst diesen Karren zieht, auf dem sich ganze Gruppen von Nutznießern und Ausbeutern inzwischen bequem gemacht haben und sich ungeniert weiter ziehen lassen – unter dem Zuruf von noch mehr Geschwindigkeit und Effizienz.

Die derart zugerichteten Massen werden ungetröstet in einen spätkapitalistischen Alltag entlassen, „sollen wollen“, was sie eigentlich nur sollen, und sich dafür einzig in einem falschen Stolz wiegen. Dieser bringt ihnen im Alltag jedoch herzlich wenig, wo sich die meisten Menschen weiter unter immer schwierigeren Bedingungen für ein besseres Überleben abstrampeln können. Und dies bei weiter steigenden Zumutungen, den oft höchsten Gebühren, Abgaben , Strafen und einer der teuersten Lebenshaltungskosten (im Verhältnis zum Einkommen) und Rahmenbedingungen in ganz Europa. Immer im Dienste des Kapitals, verniedlicht „Wirtschaft“ genannt.

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„neu stadt stolz“ – Orthographie mit dem Bürgermeister: zum Schämen.

Zu alledem werden sie dazu angehalten, bestimmte Produkte zu kaufen, welche Leistungssteigerungen suggerieren. Zum Beispiel kleine, überteuerte Dosen mit Gummibärchen-Kracherln als legalen Aufputscher oder andere „Lifestylehabits“. Konsumsüchtige dürfen sich dem hingeben, dürfen sich „modern“ und „in“ fühlen, nebenbei jedoch die Gesundheit ruinieren und den Herstellern zu weiterem Reichtum verhelfen.

Einer dieser superreichen Hersteller von Aufputschmitteln aus der Dose wendet erhebliche Mittel auf, um mit Botschaften über die scheinbare Mittelmäßigkeit seiner Jünger dieselbigen zu mehr Leistung anzuspornen, und dies nicht zuletzt mit Hilfe des von ihm hergestellten Produktes. Mit einer als Unterhaltung getarnten Scheinwelt aus bewundernswerten Ausnahmetalenten und Extrem-Sportlern, aus einigen wenigen unter Millionen, wird zu einem Nacheifern animiert. Mit großem Aufwand wird auf perfide Art und Weise versucht, das staunende Publikum in ein „Mindset“ hineinzutheatern, welches Höchstleistung als Dauerzustand und einen gnadenlosen Wettbewerb als normal und erstrebenswert erscheinen lassen sollen.

Der Konsum dient als Hilfestellung und Erleichterung für eine Welt, die vor allem der Profitmaximierung nützlich ist. Zur Scheinwelt das passende Getränk: unnötig, billig in der Herstellung und teuer an eine Masse verkauft. Für den Lemming, der sich inmitten seiner Herde als Individualist fühlt. Mit dem Lemming-Getränk.

Es gibt kein Genug im Kapitalismus. Und deswegen heißt es: weiterarbeiten!

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Ein Plakat der letzten SPÖ-Kampagne: Trotz dynamischem Auftritt , neuen jungen Gesichtern und guter Problemanalyse scheiterte das „Team Margarethe Sitz“ unverdient an der Sehnsucht nach einem „starken Mann“.

Die ganze Gesellschaft ist durch dieses Wirtschaftssystem inzwischen völlig entstellt, dekadent, infantil und kurzsichtig geworden, und wir alle, nicht nur etwa die SPÖ, stehen vor einer fast unlösbaren Herausforderung. Es wäre die Aufgabe der Stunde, dieser Mehrheit an Leuten emphatisch und wohlwollend gegenüber zu treten, ohne uns selbst völlig zu verraten, sie mit unseren humanistischen Werten zu konfrontieren und zu überzeugen, ohne jedoch selber dabei völlig unterzugehen.

Wenn uns dies jedoch nicht bald gelingt werden wir auf Jahrzehnte hinaus dem Wahnsinn der neoliberalen Kräfte ausgesetzt sein, die uns zunehmend zu Skalven der Industie und ihrer Hintermänner werden läßt, um letztlich nur die ohnehin schamlos Reichen dann noch reicher zu machen und die Armen noch ärmer und wehrloser. Ein neofeudaler, sozialer Albtraum und eine horrende Dystopie, die hoffentlich doch noch irgendwie abgewendet werden kann, zur Rettung der Welt, des Humanismus, der Menschheit und zum Wohle von uns allen.

 

Montag
03
Februar 2020
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Ausgewählt. Teil 1

 

Ausgewählt – Gedanken zur Gemeinderatswahl 2020

von Archimbaldo

 

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Fast 48% der potentiellen Wähler hatten anderes zu tun. 

 

Das Ergebnis dieser Gemeinderatswahl 2020 ist in verschiedener Hinsicht niederschmetternd, nicht nur aus der Sicht der SPÖ. Erneut hat sich gezeigt, dass die Regeln der Demokratie für eine wirklich objektive Wahl im Sinne der gleichmäßigen Verteilung von wirklicher Information zur Bildung eines persönlichen Urteils nicht ausreichend bzw. durch immer perfidere psychologische Techniken ihres eigentlichen Sinnes entfremdet, ja zunehmend missbraucht und in ihr Gegenteil gekehrt werden.

Wahlen werden zunehmend zur reinen Propagandashows und Festivals massenpsychologischer Manipulationstechniken, in der verschiedene Parteien darin wetteifern, wer es am meisten schafft, die Leute an der Nase herumzuführen, sie dreist zu belügen, sie mit emotionalisierten Banalitäten abzulenken, sie gegen imaginäre Feinde aufzustacheln, sie dennoch elegant und unbemerkt gegeneinander auszuspielen. In Stil und Antragung hat eine Wahlkampagne inzwischen das Erscheinungsbild einer Supermarktwerbung angenommen, wie überhaupt eine rein marktwirtschaftliche Diktion dieses wesentliche Instrument der Demokratie inzwischen total bestimmt. Politik wird wie eine Marke präsentiert, wobei immer mehr die Kommunikation wichtiger wird als der Inhalt, augenscheinlich um überhaupt noch Leute ansprechen zu können, sie aus ihrer apolitischen Lethargie zu reißen und sie überhaupt noch aktiv zu einer Wahl zu bringen.

 

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Verstümmelte Sprache, angestrengtes Zuhören der Komparsen und der Blick über diese hinweg in die Ferne – alles klar, Klaus. 

 

Alarmierende 52% Wahlbeteiligung, bei einzelnen Sprengeln sogar oft nur knapp 30%, sprechen eine deutliche Sprache bei dieser letzten Wahl und sind wirklich unfassbare und eigentlich unakzeptable Phänomene für ein Land wie Österreich, welches sich „zivilisiert“ und „aufgeklärt“ nennt.

Wie man auf den Plakaten erneut sehen konnte, entwickeln sich auch alle politischen Wahlen zu reinen Persönlichkeitswahlen, wo die Frisur oder ein bestimmtes Lächeln wichtiger ist als jeder andere Inhalt. Oft nur noch von meist völlig inhaltsleeren und unverbindlichen Schlagwörtern und Slogans begleitet, verkommen Wahlen zusehends zu einer Art „Miss/ Mister-wahl“, und das in einer so entscheidenden und für die unmittelbare Lebenswelt des Einzelnen überaus wichtigen Entscheidungsfindung.

 

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Rechtzeitig zum Wahltermin: der Bürgermeister – die Güte selbst. 

 

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Verkauft nicht Fenster, sondern sich selbst als Verkäufer für… irgendetwas. 

 

Die Mehrheit der Bevölkerung erscheint zudem inzwischen durch eine völlig zügellose Werbeindustrie im Dienste des Kapitalismus derart indoktriniert, fehlgeleitet, und in ihrer selbstsüchtigen Egomanie bestärkt, dass sie in menschlich angemessener Art und Weise und mit vernünftigen Argumenten nicht mehr ansprechbar und erreichbar scheint, und sie dieses nun völlig absurde und unwürdige Spektakel widerstandslos als eine Art unveränderliche Gegebenheit einfach zur Kenntnis nimmt, anstatt ihr Recht auf Information vehement einzufordern.

Die meisten sind zudem inzwischen so so sehr auf maximalen Egoismus dressiert, dass ihnen jeder Anstand und jedwege Selbstkritik abhanden gekommen sind, sie jede historische Rückschau und Geschichtlichkeit vermissen lassen. Da ihnen reflexives Denken und Kritikfähigkeit inzwischen von einer ihnen ständig schmeichelnden Werbeindustrie wegtrainiert wurde, einer Industrie, die den Alltag inzwischen völlig dominiert und sie ständig weiter von der eigentlichen Wahrheit entfremdet. „Geiz ist geil“ und mit ihm die Rücksichtslosigkeit, der Egozentrismus, die Radikalisierung und ungenierte Nabelschau, die Fixierung auf den totalen Wettbewerb „jeder gegen jeden“ und das rein Materielle.

Es obsiegen nun die, die sie mit neuesten Techniken der Massenpsychologie, oft direkt entlehnt aus der NS-Zeit, scheinbar trösten und ihnen noch weiter schmeicheln anstatt sie als Bedrängte und Manipulierte zu benennen, sie zum Widerstand und Solidarität gegen diese dreiste Art der Manipulation auffordern, sie in dieser Weise jedoch auch ernst nehmen, Ihnen die wirklichen Verhältnisse und deren Verursacher darzustellen und ihnen realistische Vorschläge zur Verbesserung anzubieten.

Die Massen werden stattdessen mit plumpem Patriotismus und Angstmacherei durch Feindbildkonstruktionen samt zugehöriger Hysterisierung von ihren wirklichen Problemen abgelenkt und mit billiger, oft genug völlig inhaltsleerer Propaganda abgespeist.

 

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Hat außer Leere nichts zu bieten – und das weiß er auch, wie uns sein Gesichtsausdruck verrät. Für zahlreiche Wiener Neustädter war das Nichts bereits genug.

 

 

Noch leben unter uns Zeitzeugen, die sich mit Schaudern auf diese Art Personenfixierung und Propaganda erinnern können, mit all ihren nachfolgenden, hinlänglich bekannten katastrophalen Folgen, welche zu einem veritablen Totalzusammenbruch der Zivilisation geführt haben.

Doskozil (SPÖ) hat die Wahl im Burgenland im Wesentlichen wohl auch nur gewonnen weil er sich mehr als alle anderen Kandidaten als hemdsärmeliger, „bäriger“ Mann, als Marke vom Typ „einfacher Zupacker“, „hilfsbereiter Nachbar“ etc., im Grunde jedoch letztlich als auch nur „starker Mann“ entsprechend glaubwürdig in Szene setzen konnte.

 

Freitag
31
Januar 2020
Kommentare deaktiviert für Ausgewählt. Teil 1

Wahlkampfkunst

 

Gedanken zu den „Tagen der offenen Tür“ in den Kasematten Wiener Neustadt, 18 & 19. Jänner 2020.

von Archimbaldo

 

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Der Initiative des Wochenendes: der Bürgermeister. 

 

 

Es ist an der Zeit die Kultur in Verruf zu bringen,

damit es sich nicht mehr lohnt,

sie im Dienste der Politik oder der Industrie zu erniedrigen.“

Nicolás Gómez Dávila ( 1913 – 1994)

 

 

Der Wahlkampf um die Macht in Wiener Neustadt und damit auch um die Deutungshoheit über Kunst und Kultur ging in diesen Tagen in die heiße Endphase, und so ließ natürlich auch die derzeitige Schwarz-Blaue- Stadtregierung unter Bürgermeister Schneeberger keine Gelegenheit aus, sich wieder einmal als scheinbar so vielfältig und „bunt“ zu präsentieren.

Um sich dem im öffentlichen Bewusstsein doch angekommenen Eindruck einer langsam völlig zubetonierten, verdichteten Stadt entgegen zu treten, wurde die Stadtregierung angesichts des bevorstehenden Wahltermins aktiv: die mit vielen Millionen renovierten Kasematten wurden nun zur Schauplatz politischer Inszenierung.

 

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Eine Breitseite „Kunst“ aus künstlichem Interesse.

 

 

Wie mehrmals zuvor, wurden erneut auch „Kunst und Kultur“, bekanntermaßen ja ansonsten durchwegs marginalisiert, plötzlich ins Rampenlicht gestellt, um sie im Dienste der aktuellen Verschränkung von Politik und Kapital als Imageverbesserer einzusetzen.

Bereits bei der sogenannten „Kunst in Bewegung“- Ausstellung in der Sparkassenfiliale Neunkirchnerstraße im Juli des vorherigen Jahres wurde versucht, Kunst in eindeutiger Absicht zu missbrauchen.

http://www.bollwerk.co.at/2019/05/16/des-kaisers-neue-kleider-ii-teil-1/

http://www.bollwerk.co.at/2019/05/19/des-kaisers-neue-kleider-ii-teil-2/

So auch dieses Mal.

Jene Verheerungen, die ein rein profitorientiertes Kapitalwesen in der Stadt angerichtet hat, sollten durch eine aus der Versenkung hervorgeholten „Kunst“ aufgelockert, weichgezeichnet und kaschiert werden. Ihrem eigentlichen Charakter entstellt, sollte „Kunst“ als Aufhübschung der strukturellen Tristesse benutzt werden.

 

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Hübsch.

 

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Stimmiges Arrangement. 

 

 

Im weiteren Sinn wird, so die Absicht, von der dramatischen Tatsache abgelenkt, dass sich Wiener Neustadt zunehmend zu einer freudlosen Schlafstadt entwickelt, wo man sein Menschsein nur mehr durch überteuerten Edelkonsum – wie etwa am Marienmarkt – erleben soll. Brav sich den neoliberalen Gegebenheiten fügen, sich im Dienste des Kapitals aufreiben und im Hochleistungswettbewerb seine kostbare Lebenszeit zügig und ohne weitere Ansprüche „verarbeiten“.

Die letzten 5 Jahre haben in aller Deutlichkeit deutlich gezeigt, wie sich eine neoliberal- rechtsgerichtete Stadtregierung auf unser aller Alltag auswirkt.

Eine radikale Welle der aggressiven Gentrifizierung und Bewirtschaftung hat fast alle Teile der Stadt erfasst und droht die letzten Freiräume und leistbaren Möglichkeiten zum Erleben und Benützen der Stadt sukzessiv hinwegzufegen.

Die neoliberalen Rahmenbedingungen und die nun ungeniert geförderten Vorrechte des Großkapitals erschweren massiv die Entwicklung niederpreisiger Geschäfts- und Freizeitmöglichkeiten und haben bereits fast dir ganze Innenstadt in ein Geisterhaus verwandelt.

Kein Wunder, wenn allein der Prozentsatz, den man in dieser Stadt für Wohnen ausgeben muss, für viele Mitbürger bereits bei über 50% ihres Einkommens liegt. Die meisten werden, um diese Forderungen erfüllen zu können, in einen gnadenlosen Hochleistungswettbewerb gehetzt, der ihnen überhaupt wenig Raum, Kraft und Zeit überlässt – Zeit zum Nachdenken, um Interesessen und eigene Bestimmungen zu suchen und zu finden.

Für die nun solcherart Zugerichteten werden nun von dieser Stadtregierung, insbesondere vor Wahlen, in kalkulierter Absicht ein paar Gnadengeschenke verteilt, Gratifikationen, wie etwa diese ohnedies nur auf zwei Tage beschränkten „Tage der offenen Tür“, wo man dann scheinbar eine Art vorgeblicher „Stadtkultur“ instant konsumieren darf und soll.

 

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Bereit zum Konsumieren. Das geht schnell. Ganz schnell. 

 

 

Wie bereits in allen ähnlichen zum „Event“ hochgepuschten Lappalien dieser Art, wird dann in immer der gleichen Art versucht, Kunst ihres eigentlichen fordernden, anregenden und kritischen Charakters zu entledigen und uns in dreister Manier Kitsch als Kunst zu verkaufen. Kunst soll uns als bessere Dekoration erscheinen, als zierliche Behübschung, als Möglichkeit zur Harmonisierung einer durch die neoliberalen Drangsalierungen des Alltags bereits völlig zum Erliegen gekommenen persönlichen Lebenskultur.

Es tut wenig zur Sache, hier die erneut völlig unzureichende und klar misslungene Präsentation zu diskutieren oder gar näher auf die einzelnen ausgestellten Werke einzugehen. Ohnedies handelt es sich dabei um den seit Jahren immer wieder dazu herangezogenen Einheitsbrei aus mehr oder minder talentierten malenden Hausfrauen, Stadt- Parade und anderen HobbykünstlerInnen, die kreatives Werken für sich als Möglichkeit für eine Freizeitgestaltung oder gar zum Auffüllen innerer Leere entdeckt haben und sich nun in diesem Rahmen privilegiert fühlen, auch andere mit ihren therapeutischen Ergebnissen beglücken zu dürfen.

 

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Wie eine Auftragsarbeit vom Bürgermeister an seine Urenkel. 

 

In raffinierter Weise werden diese vermeintlichen „Kulturperlen“ jedoch auch immer wieder durch das wohl gezielte Einstreuen von tatsächlicher Kunst, in diesem Fall etwa mit mächtigen und beeindruckenden Werken von Hannes Winkler und Kurt Foith aufgelockert.

 

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Von Kurt Foith.

 

Vielleicht auch um etwas Verwirrung zu stiften und das sonst so dominierende, grellbunte Unvermögen des mehrheitlich Dargebrachten wenigsten etwas zu kontrastieren, wird hier stets auch versucht, einen gewissen Schein zu waren und den Gesamtcharakter dann doch noch als irgendwie „künstlerisch“ zu legitimieren.

 

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Von Hannes Winkler.

 

In jedem Fall ist es immer die gleiche Augenauswischerei, mit der hier in fast schon „orwellscher Manier“ versucht wird unsere Wahrnehmung zu manipulieren, uns das Wesentliche vorzuenthalten, uns mit Substiuten abzuspeisen und aus uns allen bloß willfährige und angepasste Konsumenten zu machen.

Wohltätigkeit ist das Ersaufen des Rechts im Mistloch der Gnade“

Johann Heinrich Pestalozzi ( 1746 – 1827)

 

Freitag
24
Januar 2020
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Musik-Video-Ecke 67

 

AND ALSO THE TREES mit „Midnight Garden“ aus dem Jahre 1984:

 

 

 

 

 

Mittwoch
15
Januar 2020
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Feuerwerk in Bagdad. Teil 3.

 

Kurz

Sebastian Kurz mit äußerst bedenklichem Gerede im Gespräch mit zwei BILD-Redakteuren.

 

Aus Österreich gab es zu dem US-Mordanschlag eine Meinung von Sebastian Kurz, die wir hier nicht vorenthalten wollen. Zuvor wollen wir aber neben den zuvor aufgezählten Beispielen des „Wordings“ einen Blick auf die Reaktion der deutschen Bundesregierung werfen.

Ulrike Demmer, die stellvertretende Sprecherin der Bundeskanzlerin Merkel, hat sich dazu folgendermaßen geäußert:

„Das amerikanische Vorgehen ist eine Reaktion auf eine Reihe von militärischen Provokationen, für die der Iran die Verantwortung trägt.“

https://deutsch.rt.com/inland/96399-bundesregierung-rechtfertigt-ermordung-von-soleimani-durch-usa/

 

Demmer distanzierte sich von dem Mordanschlag nicht, sondern zeigte Verständnis, wobei sie das Opfer zum Täter umformulierte.

Aus dem iranischen Außenministerium wurde umgehend geantwortet:

In a statement on Friday, Seyyed Abbas Mousavi said such remarks show Germany is not aware of realities.

Such comments indicate Berlin is not aware of realities on the ground in the region, and will, intentionally or unintentionally, align this country (Germany) with the United States’ state terrorism,” said the spokesman.

The Islamic Republic of Iran regards the German government’s stances in support of brutal and unilateral US actions which are against international law as complicity in these actions, and Iran reminds the German government of General Soleimani’s key role in fighting the terrorism of ISIS, whose continued existence would have endangered the lives of countless number of people even in Europe,” he said.

https://en.mfa.ir/portal/NewsView/570712

 

Das ist nachvollziehbar. Die Mittäterschaft Deutschlands bei US-Verbrechen ist allerdings nicht neu. Der Regierungssprecher Steffen Seibert ist in seiner Funktion das Lügen und Verdrehen daher gewohnt. Wie auch dieses Mal:

 

 

Kommen wir zu Sebastian Kurz, welcher ausgerechnet dem transatlantischen Hetzblatt „BILD“ ein Interview gegeben hatte, also dort, wo die US-Agenda in jedem Arbeitsvertrag verankert ist. In diesem Interview wurde Kurz auch nach dem US-Mordanschlag gefragt, ohne dass dieser natürlich als solcher bezeichnet wurde. BILD titelte stattdessen entsprechend seines Niveaus mit einer Diffamierung: „Darf man sich über den Tod eines Terroristen freuen?“

Sebastian Kurz:

„Ich würde sagen, dass ist eine Reaktion gewesen auf das iranische Vorgehen und des iranischen Verhalten in der Zeit zuvor; es gab immer wieder Anschläge auf US-Diplomaten, und insofern ist es als das zu bewerten, was es war, nämlich eine Reaktion.“

Kurz schien außerdem immer noch nicht mitbekommen zu haben, dass die USA das Iran-Abkommen gebrochen und die involvierten NATO-Staaten nicht ihren Verpflichtungen nachgekommen waren – im Gegensatz zu dem Iran. Das Abkommen war also tot.

„Jetzt ist trotzdem wichtig, dass die Situation nicht weiter eskaliert, und daher sollte man den Krisenmechanismus nutzen, den das Iran Abkommen auch vorsieht.“

Beschämend auch die folgende Entgleisung:

„Freude ist bei einem Tod immer das falsche Gefühl, aber… natürlich…glaube ich, ist es wichtig zu unterscheiden, ob es Unschuldige trifft oder ob es Personen trifft, die durchaus auch für Anschläge, für Entführungen und anderes verantwortlich war.“

Sebastian Kurz vertrat hier demnach die Auffassung, dass es zu unterscheiden wäre, dass der Mordanschlag auf einer Person, unschuldig oder im Sinne von Washington als „schuldig“ bezeichnet werden würde.

 

 

Und auch hier gab Kurz brav das Pfötchen den Kriegstreibern aus Übersee:

„Der Iran tut alles, um keine positive Rolle in der Region zu spielen…“

https://www.bild.de/video/clip/politik-ausland/oesterreichs-bald-kanzler-bild-trifft-sebastian-kurz-67099130.bild.html

Sebastian Kurz war offensichtlich sehr bemüht, der US-Regierung, den Tätern, nicht ans Bein zu pinkeln. Er offenbarte dabei eine sehr gegensätzliche Wahrnehmung zur Realität, ohne diese freilich zu belegen. Auffallend auch hier, dass er einerseits fast wörtlich den Kommentar der deutschen Regierung wiedergab, andererseits das sichtlich vorgegebene „Wording“ der deutschsprachigen Massenmedien verwendete. Er verkaufte somit nicht nur die verlogene Meinung anderer, sondern äußerte Verständnis für den US-Mordanschlag. Dieses „Verständnis“ des Kurz artikulierten sogar, ob nun aus Kalkül oder nicht, auch die Nachrichtenagenturen APA/Reuters/dpa.

https://www.apa.at/Site/News.de.html?id=6452462690

Um es hier noch einmal ganz deutlich herauszustellen: Sebastian Kurz, der wieder die Rolle als Bundeskanzler Österreichs inne hat, übernimmt die Sichtweise der Aggressoren und hat kein Problem damit, für Massenmord Verständnis zu äußern. Sein Gerede, die Situation nicht weiter eskalieren zu lassen, erweist sich somit als leeres Gewäsch, da er jene, welche eskalieren, unterstützt.

Der Politologe Gerhard Mangott sah in den Äußerungen von Kurz ein Problem:

„Das geht nicht zusammen: Kurz äußert Verständnis für das US-Attentat auf Soleimani und schlägt gleichzeitig Österreich als Vermittler zwischen beiden Seiten vor. Ein potenzieller Vermittler sollte sich öffentlicher Parteinahme enthalten.“

https://www.diepresse.com/5747470/politologe-mangott-wirft-kurz-pr-gag-mit-iran-gipfel-in-wien-vor

 

Es gab in der Vergangenheit nicht viele Momente, in welchen Sebastian Kurz außenpolitisch einzuordnen war, denn zu bemüht war er gewesen, sich nicht zu positionieren und niemandem auf die Füße zu treten. Hier hatten wir die Gelegenheit zu beobachten, dass Kurz, der Kanzler aus Österreich, Berlin und Washington untergeordnet ist. Souveränität schaut anders aus.

 

Freitag
10
Januar 2020
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