Blog

Der Gesang der US-Marschflugkörper 25.

 

In der Printausgabe der PRESSE vom 8. April 2017, online bereits am 7. April verfügbar, versuchten sich die Hobby-Strategen Wolfgang Greber und Jutta Sommerbauer an etwas, das sie als „Analyse“ verkaufen versuchten.

Vorweg gab es ein Schaubild, um die potentielle Leserschaft einzustimmen. Der Informationsgehalt war allerdings recht dürftig, dafür wurde wieder einmal die Gelegenheit genutzt, um eine erste Kriegspropaganda zu platzieren.

 

Greber-Sommerbauer-Schaubild

Screenshot, PRESSE, 7. April 2017.

 

Die syrische Armee, die SAA, war auf der Abbildung nirgends zu entdecken. Stattdessen sollen in Syrien „Assad-Truppen“ operieren, was den Eindruck erwecken sollte, es würde sich hierbei um dessen persönliche Leibgarde handeln. Das war natürlich falsch, denn bei der syrischen Armee handelt es sich um eine die Armee des Staates Syrien, welche ihre Heimat verteidigt.

Dieser bewussten Verunglimpfung durch die Aggressoren und ihren medialen Sprachrohren wurde wie üblich die Verharmlosung der Al-Kaida-Terroristen gegenübergestellt, die als „Rebellen/Opposition“ bezeichnet wurde. Sogar aus den Terror-Söldnern des „IS“ wurden nur „Kämpfer“.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197705/Russlands-Luftabwehr-blieb-passiv

 

„Die erste Reaktion aus Moskau war entrüstet, aber nicht von großer Härte und ohne Androhung drakonischer Folgen“, schrieben Greber/Sommerbauer, gänzlich gefeit gegenüber jeglicher Form einer Entrüstung aufgrund der Kriegseskalation durch die USA. Da Russland auf „drakonische Folgen“ verzichtete, wurde von dieser Seite her offensichtlich deeskalierend gewirkt, was allerdings nicht gesondert herausgestellt wurde. Greber/Sommerbauer zitierten den richtigen Rechtsstandpunkt durch den russischen Regierungssprecher Peskow und berichteten über eine Reaktion Russlands: das Aussetzen der Vereinbarung bezüglich des Luftraumes.

„Peskow gab freilich zu, man sei vom Angriff vorab informiert worden.“

Bei dem russischen Sprecher handelte es sich nicht um einen Dieb, der etwas zugeben musste. Greber/Sommerbauer hatten hier nur sprachlich versucht, der von Peskow getätigten Aussage ein negatives Gefühl beizugeben. Für den Inhalt dieser Aussage und den daraus abzuleitenden Rückschlüssen, schienen die beiden Lohnschreiber offensichtlich auch gemeinschaftlich zu dumm. Sie hielten sich streng an den Propagandaplot, der „freilich“ auch mit Verzerrungen arbeitete.

„Russlands Präsenz im Land gründet sich in Moskaus Augen auf eine Einladung von Präsident Bashar al-Assad, der dank Moskaus Schützenhilfe seine Kontrolle über bestimmte Teile Syrien ausbauen konnte.“

Greber/Sommerbauer versuchten hier, die Legalität der russischen Militärs in Syrien in Zweifel zu stellen. Nur hat dies mit der Sicht Moskaus nichts zu tun, sondern entspricht den internationalen Gesetzen. Der widerrechtliche Aufenthalt von Nato-Truppen und Terror-Fomationen wie Al-Kaida wurde dagegen nicht angesprochen.

„Doch in naher und mittlerer Zukunft könnte Assads Machtbeharren für den Kreml zum Problem werden“, orakelten Greber/Sommerbauer. Dass sich der legitime syrische Staatschef der ausländischen Invasion widersetzte, deren offen kommuniziertes Ziel der Staatstreich war, wurde auf dümmliches „Machtbeharren“ reduziert.

Ähnlich dümmlich setzte sich der Artikel fort. Zuerst wurde der russische Außenminister Lawrow angeführt, welcher sich an den 2003 gegen den Irak geführten Krieg durch die USA, England und ihre Verbündeten erinnert fühlte, dann wurde die Feststellung getroffen, dass die damalige US-Regierung von George W. Bush ihren Angriffskrieg („Invasion“) mit „vermuteten Chemiewaffen begründet“ hatte.

„Belege dafür erwiesen sich später als falsch.“

Eine Million Menschen tot, eine weitere körperlich und seelisch verstümmelt, das Land zerstört und ausgeraubt. Die Verantwortlichen und Mörder stehen bis zum heutigen Tag nicht vor Gericht. Dies wurde auch durch Medien wie die „PRESSE“ bislang nie gefordert. Diese Forderungen hatten sich – wie entlarvend – immer nur auf die Gegner des USA und seiner Handlanger beschränkt.

Obwohl hier ein Beispiel – eines von sehr vielen – vorlag, bei welchem ein Angriffskrieg nach Platzierung von Lügen und Täuschungen geführt worden war, sahen sich Greber/Sommerbauer nicht dazu befähigt, daraus einen Rückschluß zu ziehen geschweige denn eine primitive Überlegung anzustellen.

„Diesmal haben die USA Syrien wegen des mutmaßlichen Giftgasangriffs durch dessen Luftwaffe bombardiert.“

Das war alles. Danach wurde sofort wieder der Propaganda-Modus aktiviert.

„Moskau vertritt die Position, dass der Angriff auf Idlib durch die Regimeseite nicht bewiesen ist.“

Die syrische Regierung wurde wie gewohnt als „Regime“ diffamiert, während „Moskau“ als eine Partei dargestellt wurde, welche eine bestimmte Position inne haben würde. Das war falsch, denn die Urheberschaft des Giftgasvorfalles bzw. des dargestellten Szenarios war tatsächlich nicht bewiesen. Greber/Sommerbauer entblödeten sich nicht, ihre propagandistische Formulierung mit einem „Mutmaßlich“ zu konterkarieren. Es kam aber noch dümmer, denn die Mittel der faktenfreien Propaganda waren für die Autoren offensichtlich begrenzt.

Das Unterschlagen von Al-Kaida in der Provinz Idlib war das eine, das Spekulieren das andere.

„Sollte das aber so sein, heißt das, dass Moskau Damaskus nicht unter Kontrolle hat.“

Nur heißt das eben nichts. Das einzige, was sich ableiten ließe ist, dass Moskau die Schreiberlinge wie Greber/Sommerbauer nicht unter Kontrolle hat. Denn die setzten noch eine als Frage gestaltete Spekulation auf die vorherige auf.

„Womöglich erklärt das die abwartende Reaktion.“

Da fragt man sich, was Greber/Sommerbauer erwartet hatten. Den totalen Krieg? Russland hatte bei der UNO sofort eine Protestnote eingebracht, Russland hatte auch das Luftabkommen ausgesetzt. Und: bei Russland handelt es sich – im Gegensatz zu den USA und dessen Verbündeten – nicht um den Aggressor.

Offensichtlich hatten Greber/Sommerbauer außerdem mit dem Umstand ein Problem, dass die USA zuvor Russland über ihren Raketenüberfall informiert haben wollen. Sie wurden nicht schlau aus dieser Situation.

„Wie lange vorher die USA den Angriff angekündigt hatten, blieb unklar. Die Rede war von 30 Minuten, was wenig glaubwürdig scheint, bis zu mehreren Stunden. Immerhin galt es auch, Russen, die bekanntermaßen auf der al-Shayrat-Basis sind, sowie dort laut Informanten des Militärmagazins „Jane’s Defence“ abgestellte russische Helikopter zu verschonen.“

Auf die Idee, dass Vertreter der USA und Russlands hinter den Kulissen eine Vereinbarung getroffen haben könnten, um die Kriegshetzer in Politik, Wirtschaft, Militär und Medien kurzzeitig zu befriedigen und um den US-Präsidenten Trump bei seinem offensichtlichen Kurswechsel in Nahost vor allem innenpolitisch zu stützen, kamen die Lohnschreiber nicht. Oder sie ignorierten diese Überlegung, nachdem sie jahrelang gewohnt waren, nach Washingtons Kriegspfeiffen zu tanzen.

Den größten Raum nahmen in dem Artikel schließlich Überlegungen zu den US-Marschflugkörpern und der russischen Luftabwehr ein, was uns hier aber nicht weiter tangieren soll.

 

Freitag
02
Februar 2018

Die Musik-Video-Ecke 52.

 

RED LORRY YELLOW LORRY mit „Beating my head“ aus dem Jahre 1982:

 

 

 

Donnerstag
01
Februar 2018

Der Gesang der US-Marschflugkörper 24.

 

Der Schreibtischtäter und Kriegspropagandist Martin Gehlen durfte gemeinsam mit Duygu Özkan für die PRESSE-Ausgabe vom 8. April 2017 ein zweites Propagandastückchen veröffentlichen. „Die Türkei und Saudiarabien zollen US-Militärschlag Beifall“, hieß der Artikel, welcher eine logische Reaktion beinhaltete.

Gehlen/Özkan malten zuerst ein zerstörerisches Bild von der syrischen Luftwaffenbasis Al-Shayrat aus, dann ließen sie den syrischen Präsidenten zitieren:

„Diktator Bashar al-Assad ließ verlauten, der US-Angriff sei „verrückt und unverantwortlich.““

Das vorangestellte Attribut „Diktator“ sollte mal wieder dazu dienen, die Legitimität des Präsidenten Assad in Frage zu stellen, welche, wie wir wissen, vor dem Krieg nie in Frage gestellt worden war. In diesem Kontext gesetzt, sollte dessen Meinung einen eher lächerlichen Eindruck gewinnen. Denn dieser Mann, dieser Diktator, hatte zumindest teilweise recht mit seiner Meinung. Nur verrückt war der US-Angriff nicht gewesen, dieser war einem Kalkül gefolgt. Wie der westliche Medienkonsument nach jahrelangem Dauerfeuer schließlich weiß, hat das Verrückte nur der Diktator gepachtet. Selbstverständlich ausgenommen „unsere“ Diktatoren“.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197724/Die-Tuerkei-und-Saudiarabien-zollen-USMilitaerschlag-Beifall

 

Nach dieser Einleitung wurde zum wiederholten Male das Narrativ herbei gelogen, dass die USA in und gegen Syrien kaum involviert wären, es sich zudem angeblich um einen Bürgerkrieg handeln würde.

„Mit ihrem nächtlichen Beschuss griffen die USA zum ersten Mal seit 2011 aktiv in den Bürgerkrieg ein, nachdem drei Tage zuvor wohl die syrische Luftwaffe die Ortschaft Khan Sheikhoun mit Giftgasgranaten beschossen und 86 Menschen getötet hatte.“

Wie das bisherige „passive“ Eingreifen der USA ausgesehen haben soll, wurde nicht genannt. Selbst ein politischer und wirtschaftlicher Krieg wurde und wird aktiv geführt, die Ausbildung, Ausrüstung und Finanzierung von Proxy-Truppen (und Terroristen) ebenfalls. Gehlen/Özkan waren darum bemüht, die Kriegsbeteiligung der USA verschwinden zu lassen, um den Kriegsgegner, die personifizierte Regierung Syriens, als „Schuldigen“ zu isolieren und darzustellen. Die Tatsache, dass die USA seit 2014 widerrechtlich in Syrien bomben und mit Spezialkommandos operieren, wurde gleichfalls verschwiegen.

Bei der Urheberschaft des Giftgasvorfalles in Khan Sheikhoun schien sich aber nun eine kleine Unsicherheit eingestellt haben, schrieben sie, dass „wohl“ die syrische Luftwaffe dafür verantwortlich wäre. Es gab ja auch keinen Beweis, was die Autoren dennoch nicht daran hinderte, gemäß der Propaganda von Al-Kaida und den USA in krimineller Absicht ins Kriegshorn zu blasen. Deren Verbrechen wurden gleichzeitig verharmlost.

„Der Angriff war als Warnschuss gegen Assad gedacht.“

Sagt wer? Sagt die USA-Regierung. Deswegen plapperten dies unreflektiert Gehlen/Özkan nach, ohne sich mit der Tragweite des Geredes auseinanderzusetzen. Ein nächtlicher Raketenüberfall auf ein anderes Land, welches sich außerdem in Bündnis mit einem Atomwaffenstaat befindet; nur ein „Warnschuss“, sonst nichts. Wer war hier nun verrückt? Der von den Aggressoren als „Diktator“ verunglimpfte und angegriffene Staatschef, der den Angriff als „unverantwortlich“ bezeichnete, oder der Angreifer mit einer unbewiesenen Behauptung? Einschließlich natürlich all jener, welche die US-Meinung hörig weiterverbreiteten?

An der Klärung der Situation bestand wie immer bei Kriegsanlässen bei den Aggressoren und ihren Handlangern kein Bedarf. In diesem Fall reichte die Meinung der US-Regierung vollkommen aus, verbreitet über die modernen Volksempfänger. Dazu gehören die Meinungen ihrer Medienhelfer wie Gehlen & Co., die immer wieder die Legende zu spinnen versuchen, dass die USA mit den zahllosen Kriegen eigentlich gar nichts zu tun haben wollen.

„Washington will sich weiterhin nicht in den Krieg hineinziehen lassen…“

Das war eine glatte Verdrehung der Tatsachen und eine sich bei Aggressoren ständig wiederholende Behauptung der Kriegspropaganda.

„…hofft jedoch darauf, dass der Angriff einen Schockeffekt bei dem Regime in Damaskus und seinen Verbündeten in Moskau und Teheran hinterlassen hat – und die Verhandlungsbereitschaft steigt.“

Verhandlungsbereitsschaft mit Gewalt und „Schock“? Verhandlungsbereitschaft hinsichtlich was? Gehlen und Özkan erklären nicht, sie interpretieren wie Wahnsinnige das, was ein Wahnsinniger in Washington gedacht haben könnte. Denn weder wissen sie darum noch hatte dies jemand in Washington verlautbart.

„Nachdem die Trump-Regierung noch in der Vorwoche durch Tillerson ihre Abneigung gegen einen Sturz des Regimes in Damaskus signalisiert hatte, erklärte der US-Präsident Mitte der Woche nun, Assad habe eine rote Linie überschritten.“

Das war Hofberichterstattung. Echte Jounalisten würden diesen Umstand näher zu beleuchten zu versuchen, drängte sich doch die Frage auf, welches Motiv die syrische Regierung haben sollte, die ersten Entspannungssignal der US-Regierung sogleich zuwiderzulaufen, wissentlich, dass die Kriegstreiber in Washington genau auf diese Gelegenheit warten würden?

Zu kompliziert für Gehlen/Özkan, welche ihre „Informationen“ ausschließlich durch die US-Regierung speisten. Aber nicht zu kompliziert, um ihre eigene dümmliche Spekulation mit einer noch dümmeren Überlegung zu garnieren.

„Offenbar hofft das Regime, dass Trump es bei dieser einmaligen Militäraktion belässt. Darum will man den US-Präsidenten nicht weiter reizen.“

Das sollte zweifellos niemand, Millionen von Toten und Dutzende umgepflügte, zerstörte und ausgeraubte Länder legen Zeugnis davon ab. Deswegen „reizt“ auch niemand. Und weil niemand „reizt“, müssen diese Reize erfunden und durch das Verbrecherpack in den Massenmedien verkauft werden. 

Der einzige Satz von Gehlen/Özkan, welcher der Richtigkeit entsprach, war folgender:

„Die Reaktionen im Nahen Osten entsprachen den üblichen Frontstellungen.“

Russland und der Iran verurteilten den US-Angriff richtigerweise als einen Akt der Aggression gegenüber einer souveränen Nation“. Das entsprach auch der internationalen Rechtsordnung. Die verbrecherischen Regierung der Aggressoren wie Saudi-Arabien, Israel und die Türkei bekamen mit ihren Meinungen allerdings ungleich mehr Raum – mit Meinungen abseits jeglicher Rechtsgrundlage.

Gehlen/Özkan wussten anschließend neues zu berichten:

„Ankara bereitet sich offenbar selbst auf eine weitere Operation in Syrien vor.“

Die Türkei operiert also mit ihren Truppen in Syrien. Für Gehlen/Özkan war das offenbar irgendwie normal, sie hatten dazu nichts anzumerken.

„Erst Ende März hat das türkische Militär die Operation Schutzschild Euphrat beendet, nachdem der Islamische Staat und kurdische Gruppen teilweise von der türkischen Grenzregion zurückgedrängt worden sind.“

Der Aggressor Türkei, welcher in Syrien Krieg führt, ist allerdings der selbe Staat, welcher bislang die Jihadi-Söldner des sog. „IS“ zuvor reichlich unterstützt und versorgt hatte. Diese Tatsache sollte unter allen Umständen nicht verbreitet werden, weil die offizielle Geschichte auf der Lüge beruhte, dass es sich beim „IS“ quasi um eine selbständige Formation handeln würde.

„Das erklärte Ziel der nächsten Militäroperation ist die Stadt Manbij im Norden des Bürgerkriegslandes, unweit von al-Bab, wo das Zentrum von Schutzschild Euphrat lag. In Manbij haben kurdische Truppen den IS verdrängt.“

Gehlen und Özkan nun auch als Hofberichterstatter Erdogans. Es waren kurdisch-arabische Verbände der SDF gewesen, welche die türkischen Proxy-Truppen in Gestalt von „IS“ vertrieben haben. Für derlei Kleinigkeiten hatte die Vorgabe offenbar keinen Raum mehr gehabt.

 

 

 

 

 

 

 

Freitag
26
Januar 2018

Der Gesang der US-Marschflugkörper 23.

 

Zur weiteren Dokumentation nun wieder die PRESSE, hier mit der Druckausgabe vom 8. April 2017. Das in Österreich hergestellte Blatt bot zu dem Thema vier Artikel sowie einen an Widerwärtigkeit kaum zu überbietenden „Leitartikel“ auf.

Der erste Artikel stammte von Oliver Grimm und nannte sich „Trumps syrische Warnung“. Grimm erzählte hier von der angeblichen Wirkung des US-Raketenangriffs auf der syrischen Luftwaffenbasis Al-Shayrat und von dem, was die US-Regierung dazu zu sagen hatte. Er fügte dem nichts neues hinzu, sondern konzentrierte sich allein auf die Meinung der USA. Eine andere Seite, um wenigstens so etwas wie eine Ausgewogenheit zu simulieren, fand genau so wenig statt wie die juristische Betrachtung eines vorliegenden Verbrechens.

Innerhalb von Mord und Totschlag war es Grimm dagegen wichtig zu fragen, ob der Täter, US-Präsident Trump, eine Sichtweise geändert haben könnte. Dies führte in weiterer Folge zur erneuten Verletzung jeglicher journalistischer Grundstandards:

„Trump bezog sich in seiner kurzen Stellungnahme in der Nacht zum Freitag ausschließlich auf den Chemiewaffeneinsatz durch die Streitkräfte von Präsident Bashar al-Assad.“

Grimm hatte hier das Wörtchen „mutmaßlich“ vergessen, um sich von der unbewiesenen Behauptung des Aggressors USA abzugrenzen. Nun, Grimm hat ohnehin mit Jounalismus nichts zu tun, und für eine Hofberichterstattung existieren nur die Anordnungen des Dienstgebers. Und dies hieß: verkaufe deren Meinung als Tatsache.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197746/Trumps-syrische-Warnung

 

In seiner moralischen Erbärmlichkeit freute sich Grimm über ein Bild, welches er wie ein ahnungsloser Idiot herbei phantasierte:

„Außenpolitisch machte Trump klar, dass er die Verletzung sicherheitspolitischer roter Linien mit Gewalt zu ahnden bereit ist – anders als sein Vorgänger Obama.“

Bevor wir es vergessen: hier ging es um einen mit Vorwand durchgeführten Kriegsakt der USA und um die Verschärfung einer Eskalationsspirale, in welcher unter anderem der Atomwaffenstaat Russland gegenüber saß. Grimm huldigte seinen kriegsgeilen Law-and-Oder-Herren in Übersee mit Übereifer:

„Die Regime in Pjöngjang und Teheran – Trumps erklärte Erzfeinde – dürften nun einiges zu bedenken haben.“

Grimm in heller Freude bei dem Anflug von Gewaltphantasien, die seine Mentoren in Übersee durchaus auszuleben pflegten – ungestraft. Da durfte auch die Erwähnung der US-Botschafterin Haley nicht fehlen, die weitere Luftschläge angedroht hatte, als wäre das irgendwie gesellschaftsfähig und nicht kriminell.

Der „Korrespondent“ blieb am Ende seiner Parteinahme den Hinweis nicht schuldig, dass es sich bei seiner Person um nichts weiter als einen durch und durch verkommenen Kriegspropagandisten handelte.

„An der Fähigkeit des Assad-Regimes, Chemiewaffen gegen die eigenen Bürger einzusetzen, hat der Angriff auf Shayrat nichts geändert.“

Es beinhaltete einerseits die Lüge, dass Syrien Giftgas eingesetzt habe, und andererseits das ständig wiederholte verlogene Narrativ, dass die syrische Regierung angeblich ihre eigenen Bürger bekriegen und ermorden würde. Dies dient bekanntlich als Begründung für den gegen Syrien geführten Krieg mit Terroristen. 

 

 

Nach Grimm durfte Martin Gehlen den nächsten kriegstreiberischen Artikel in der PRESSE platzieren, der bereits in der Überschrift scheinheilig fragte: „Woher hat Assad das Giftgas?“ (Gemäß der Druckausgabe; online hieß der Artikel noch „Woher hat Syriens Regime seine Giftgas-Bestände?“).

So funktioniert verbrecherische Kriegspropaganda: zuerst der Versuch, die syrische Regierung mit der Bezeichnung „Regime“ zu delegitimieren, dann die Unterstellung, dass diese mit Giftgas-Vorfall in Khan-Sheikhoun etwas zu tun hatte. Die Fragestellung suggerierte hier eine Tatsache, die niemals festgestellt worden war.

Gehlen betrieb sein schmutziges Handwerk mit Nachdruck, indem er seine potentielle Leserschaft mit einer entsprechenden Unterzeile und dem gleichen Muster weiter einzustimmen versuchte.

„Eigentlich hätte Diktator Assad seine Chemiewaffendepots leeren sollen – doch immer mehr deutet darauf hin, dass das Regime seine Bestände zurückgehalten hat.“

Zuerst der „Diktator“, um die syrische Seite mit negativen, unrechtmäßig wirkenden Attributen zu versehen, dann eine Behauptung als Andeutung. Es gab keine Andeutung, von einem Beweis ganz zu schweigen.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5197494/Woher-hat-Syriens-Regime-seine-GiftgasBestaende

 

In der Druckausgabe hatte es eine andere, aber ähnlich gelagerte Unterzeile gegeben:

„Laut Experten handelt es sich um Sarin-Restbestände, die Damaskus versteckt hielt.“

Diese Behauptung konnte und kann nicht belegt werden, sie diente aber einer Schuldzuweisung. Wer waren diese „Experten“?

 

Weißhelm-Al-Kaida-Gehlen

Screenshot: PRESSE. Ein gestelltes Bildexemplar aus dem „Mediencenter Idlib“ von Al-Kaida, welches bereits am 4. April eiligst über die westlichen Nachrichtenagenturen verteilt worden war.

 

Bildsprache 3

Foto: wie angegeben. Der Fotograf Ammar Abdullah hatte zuvor für hübsche Al-Kaida-Fotos aus Aleppo gesorgt. Angeblich seriöse Medien wie die PRESSE haben kein Problem damit, Propaganda von Terroristen zu verbreiten. 

 

 

 

Online wurde von der PRESSE ein Foto beigestellt, dessen Herkunft mit „Reuters“ angegeben wurde, die offenbar das Bildrecht erworben hatte. Es zeigt einem Man der unter anderem durch England finanzierten Al-Kaida-Organsisation „Weißhelme“ mit einer Sauerstoffmaske. Dieser Mann soll angeblich mit Giftgas in Kontakt gekommen sein, mit Sarin, wie behauptet wurde, mit der sich mit der lächerlichen Staubmaske geschützt haben will. Das versuchte zumindest Al-Kaida-Fotograf Ammar Abdullah darzustellen. 

Gehlen schrieb, dass sich die westlichen Aggressoren („US-Regierung und ihre westlichen Verbündeten“) in der Schuldfrage „sicher“ sein würden. Er begleitete dies mit der Meinung von den „meisten Chemiewaffenexperten“, welche die russische Behauptung, es wurde ein „Kampfstoffdepot der Rebellen“ getroffen, widersprochen hätten.

Aus gutem Grund wurden die durch die Kriegsmächte ausgehaltenen Al-Kaida-Söldner zu „Rebellen“ umgelogen, da Terroristen und Giftgas der Leserschaft schlüssiger erscheinen musste. Die Meinung der angeblichen „Experten“ wurde auch nicht begründet, sie wurde einfach nur hingeschrieben. Immerhin bot Gehlen wenigstens eine einzige zitierte Meinung auf, vorgetragen von einem britischen Exmilitär, Hamish de Bretton-Gordon. Es war eine Meinung ganz im Sinne der britischen Regierung, die am Krieg gegen Syrien beteiligt ist. Es war eine Meinung, die nichts weiter als eine lächerlich stumpfsinnige Gegenbehauptung beinhaltete.

Dieses Nichts war für Gehlen als Vorlage ausreichend genug, um eine rhetorische Frage zu stellen, die auch bei oberflächlicher Betrachtung entweder die eines Idioten oder die eines Medienverbrechers sein musste:

„Woher aber kommt dieses Giftgas, das doch angeblich 2013 und 2014 unter der Aufsicht der „Organisation für das Verbot von Chemiewaffen“ (OPCW) komplett außer Landes geschafft und vernichtet wurde?“

Die Möglichkeit, dass auch andere Kriegsparteien oder gar Terroristen mit Giftgas hantieren könnte, wurde kurzerhand ausgeschlossen – wider besseren Wissens. Gehlen schickte stattdessen den aggressiven Apartheitsstaat Israel vor, welcher ebenfalls in dem Krieg gegen Syrien involviert ist und von dem übrigen Kriegstreiber-Staaten natürlich nie dafür verurteilt wurde. Anonyme israelische Sicherheitskreise sollen da von irgendetwas ausgehen. Ebenso substanzlos waren die angeblichen Hinweise auf nicht gemeldete Giftgasbestände durch die syrische Regierung.

Gehlen versuchte hier, ein Nichts auf das andere Nichts zu stapeln, um für die USA eine Rechtfertigung für deren Kriegsakt zu konstruieren. Dazu gehörte eine uns unbekannte Äußerung („intern“) des OPCW-Chefs Ahmet Üzümcü über „irreführende Informationen“, was nur leider auch nichts besagte. Derselbe Üzümcü hatte allerdings Anfang 2016 die vollständige Vernichtung der syrischen Giftgasbestände vermeldet gehabt.

https://www.freenet.de/nachrichten/topnews/von-syrien-deklarierte-chemiewaffen-vollstaendig-zerstoert_5161362_4702792.html

 

Derselbe Üzümcü wollte auch noch herausgefunden haben, dass die Al-Kaida-Filiale IS möglicherweise selbst Senfgas hergestellt haben soll. Also das, was der Al-Kaida-Filiale in der Provinz Idlib laut den westlichen Kriegstreiber nie und nimmer in den Sinn kommen würde.

https://www.freenet.de/nachrichten/topnews/opcw-is-stellte-womoeglich-selbst-senfgas-fuer-angriffe-im-irak-und-in-syrien-her_5822822_4702792.html

 

In der Hoffnung, dass beim Publikum irgendetwas hängen bleiben würde, schob Gehlen in seiner betrügerischen Art den deutschen Toxokologen Ralf Trapp mit einer verstümmelten Aussage hinterher.

„Man habe daher versucht, „den Syrern unter die Arme zu greifen und ihnen zu helfen, ihre Meldung zu vervollständigen. Das hat aber nie zu Ergebnissen geführt“, bestätigte der Gründer von OPCW, der Chemiewaffen-Experte und Toxikologe Ralf Trapp, gegenüber dem Deutschlandfunk.“

Lassen wir die Sprecher der Kriegstreiber außen vor und hören uns Ralf Trapp zu, welcher am 10. April 2017 im ARD-Nachtmagazin zu Wort kam. Hier versuchte die Moderatoren bezüglich der Schuldfrage ihn zu einer der ARD geneigten Antwort zu drängen. Trapp vermochte diese aber nicht zu artikulieren, weil es bislang an einer Untersuchung vor Ort mangelte.

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-277799.html

 

Abseits dieser Stellungnahme von Trapp, versuchte Gehlen ein weiteres Nichts aufzusetzen, um einen Verdacht in Richtung der syrischen Regierung zu lenken.

„Zudem ist nach seinen Worten unklar, „ob nicht inzwischen versucht worden ist, neue Kampfstoffe oder zumindest neue Vorstufen für Kampfstoffe zu bevorraten“.“

Vollkommen unklar. Kann sein, kann nicht sein. Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Doch Gehlen glaubt, was man ihm von interessierter Seite zugeraunt haben will: eine Ansicht.

„Es ist eine Ansicht, die auch die israelische Experten teilen, die Syrien besonders auf dem Radar haben.“

Natürlich hat das israelische Militär Syrien auf dem Radar, denn sie bomben dort, wann es ihnen beliebt, und unterstützen Al-Kaida-Banden am Boden.

 

 

Donnerstag
18
Januar 2018

Die Literatur-Ecke – 8.

 

In loser Reihenfolge möchten wir hier einige Bücher zum Thema Syrien-Krieg kurz vorstellen, die eine andere Sicht auf die Dinge ermöglichen. Diese hat wenig mit dem gemein, was durch westliche Massenmedien an deren Konsumenten als „Nachricht“ oder gar „Informationen“ verkauft wird. 

Grundsätzlich gilt natürlich immer, dass mehrere Quellen zu verwenden sind, wie auch die Überprüfbarkeit gewährleistet sein sollte. 

Wir beginnen hier mit dem Buch von Tim Anderson: „Der schmutzige Krieg gegen Syrien“. 

 

51H7JRESrUL._SX350_BO1,204,203,200_

 

  • Verlag: Ploppa, Hermann-Theodor; Auflage: 1 (24. Juni 2016)
  • Herausgeber: Liepsen
  • ISBN-10: 3981270398
  • ISBN-13: 978-3981270396

 

Sonntag
14
Januar 2018

Die Musik-Video-Ecke 51.

 

The CHAMELEONS mit „In Shreds“ aus dem Jahre 1981:

 

 

Und live 1985:

 

 

 

 

Freitag
12
Januar 2018

NATO-Weihnachtsmärchen 2017.

 

U-Boote und Datenkabel

Screenshot: PRESSE, 23. Dezember 2017.

 

Weihnachten 2017 ist vorüber, Silvester und Neujahr stehen unmittelbar bevor. Bevor alles wieder von vorne beginnen kann, musste offenbar das so gut wie vergangene Jahr wie immer beendet werden. Rechtzeitig vor den Weihnachtsfeiertagen, welche von vielen Menschen als ein Fest des Friedens empfunden werden, sollte die Bevölkerung noch einmal mit einem verleumderischen Bedrohungsszenario und Kriegshetze überzogen werden.

Das aggressive Kriegsbündnis NATO, deren Feind nach alter Tradition immer noch im Osten saß, hatte einmal mehr die Gefahr vor den gemeinen „Russen“ beschworen. Der politische Chef dieser Militärorganisation, Jens Stoltenberg, hatte in einer dieser zahlreichen Agitationen festgestellt, dass die russische Marine die Anzahl ihrer U-Boote aufgestockt haben. Dieser Umstand sowie die Frechheit, dass diese im Atlantik – überall sogar – herumschwimmen würden, wurde als Bedrohung formuliert. Denn die NATO-U-Boote, zahlenmäßig hoffnungslos überlegen, dienen schließlich auf allen Weltmeeren – überall – nur der Verteidigung. Mit Bedrohung hat deren gewaltiges Waffenarsenal überhaupt nichts zu tun.

https://www.focus.de/politik/videos/elf-weitere-sollen-folgen-platz-fuer-72-tomahawks-usa-praesentieren-neues-super-u-boot_id_7717277.html

 

Die russischen U-Boote dagegen würden sich angeblich immer häufiger in der Nähe wichtiger Datenkabel im Nordatlantik“ aufhalten, so Stoltenberg. Aus dieser substanzlosen Behauptung wurde das Märchen in die Welt gesetzt, dass, sollten die Russen diese Kabel kappen, ein enormer Schaden entstehen würde. Womöglich kriegsentscheidend. Vielleicht aber, so eine weitere Überlegung, würde der „Russe“ sich mit einem U-Boot in die Kabel auch nur einhacken, um wichtige Date abzusaugen.

In Anbetracht der Tatsache, dass es die USA selbst sind, welche diese Daten (allerdings an den Datenknotenpunkten) absaugen, diente dieser spekulative Schwachsinn nur der weiteren Dämonisierung des „Ostmenschen“ aus dem „Reich des Bösen“ (Zitat: Reagen). Dem wurde noch eine richtig wichtige Erkenntnis beigefügt, als würde es um einen Beleg handeln:

„“Russland zeigt klar ein Interesse an der Unterwasser-Infrastruktur der Nato und Nato-Länder“, zitierte die „Washington Post“ US-Admiral Andrew Lennon, den Kommandant der U-Boot-Streitmacht des westlichen Bündnisses.“

Das Interesse der US-Amerikaner an russische Unterwasser-Infrastrukturen fiel irgendwie unter den Tisch, obwohl gleichzeitig offensichtlich. Außer Hetze und Verleumdung hatte NATO-Stoltenberg nichts zu bieten, sollte aber reichen, um angeblich Nervosität im Hauptquatier zu verursachen. Offizielle 611 Milliarden Dollar an US-Militärausgaben standen 2016 gerade mal 69,2 Milliarden Dollar Russlands gegenüber. Frankreich, England und Deutschland alleine hatten allerdings auch schon 145,1 Milliarden Dollar verprasst bzw. in die „Sicherheit“ investiert.

https://de.statista.com/statistik/daten/studie/157935/umfrage/laender-mit-den-hoechsten-militaerausgaben/

 

 

Aber was soll’s? Stoltenberg seine Hetze hatte einen realpolitischen Hintergrund, wie in den Artikeln nicht verhehlt wurde: weitere Aufrüstung. Und die musste darin begründet werden, dass der böse Russe weiterhin existierte – bis zum Endsieg.

In Österreich ist diese Kriegshetze in der PRESSE und im STANDARD nachzulesen; die Artikel wurden kaum bearbeitet von der „APA“ und der „dpa“ übernommen.

https://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5343555/Nato-besorgt-ueber-Operationen-russischer-UBoote-im-Atlantik

https://derstandard.at/2000070955816/Russische-U-Boote-immer-haeufiger-in-der-Naehe-wichtiger-Datenkabel

Oder auch im Staatsmedium „ORF“:

http://orf.at/stories/2420030/2420032/

 

Der alles andere als friedliche Dreck wurde natürlich flächendeckend an sämtliche Massenmedien verteilt; als Beispiel:

http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/nato-generalsekretaer-besorgt-ueber-russische-u-boote-15356381.html

https://www.welt.de/politik/ausland/article171879831/Wegen-Datenkabeln-Nato-ist-besorgt-ueber-russische-U-Boote-im-Atlantik.html

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2017-12/atlantik-nato-besorgt-russische-u-boote-datenkabel

 

Die widerliche Hetze erschien ursprünglich in der Propagandaschleuder „Washington-Post“:

https://www.washingtonpost.com/world/europe/russian-submarines-are-prowling-around-vital-undersea-cables-its-making-nato-nervous/2017/12/22/d4c1f3da-e5d0-11e7-927a-e72eac1e73b6_story.html?utm_term=.f8888f77654f

 

Auch 2018 wird es Regierungen und Lobby-Verbände geben, die an ein friedliches Zusammenleben kein Interesse haben. Da passte eine eigenwillige Interpretation eines Weihnachtsliedes ganz gut, auch wenn es sich hierbei um einen – groben – Spaß handelt:

 

Quelle: YouTube. 

 

Sonntag
31
Dezember 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 22.

 

Alexandra Föderl-Schmid hatte am 7. April 2017 einen zweiten Artikel im STANDARD veröffentlicht, welcher online um 18.20 Uhr erschien sowie in der Printausgabe am folgenden Tag. Es handelte sich hierbei um einen Kommentar, welcher die Überschrift „Trump agiert nach Bauchgefühl“ trug.

http://derstandard.at/2000055585350/Trump-agiert-nach-Bauchgefuehl

 

Ihre Meinung begründete Föderl-Schmid mit ihrer persönlichen Eigenart, die US-Politshow tatsächlich ernst zu nehmen, und mit der groben Fehleinschätzung, dass in der US-Regierung irgendetwas spontan und unüberlegt geschehen könnte. Ihre – bestenfalls – Inkompetenz hatte sie bereits eingangs belegt, in dem sie unter anderem die rhetorische Frage gestellt hatte:

„Lassen sich die USA in den Krieg in Syrien weiter hineinziehen?“

Diese Frage war verlogen. Lag dem keine Absicht zugrunde, muss es sich um Unkenntnis und vor allem um eine extreme Dummheit gehandelt haben. Denn niemand wird in einen Krieg „hineingezogen“, wenn hierbei von dem eindeutigen Aggressor die Rede ist. Der Raketenüberfall war eine Aggression wie die USA seit Anfang an als die treibende Kraft hinter der Aggression gegen den Staat Syrien steht. Davon abgesehen, war bereits vor 2011 aus dem Vorhaben kein Geheimnis gemacht worden, unter anderem im Plan „Greater Middle East“ dargelegt. Für die linientreuen Massenmedien war dies natürlich kein Thema.

Der Kommentar von Föderl-Schmid gestaltete sich somit auf eine Weise, als würde sich ihre Leserschaft aus einer hirnlosen Masse formen. So behauptete sie:

„Trump demonstriert mit diesem Militärschlag in Syrien Entschlossenheit und sendet damit ein Signal an Assad, aber auch an die Russen und Iraner aus.“

Das einzige Signal, welches hier allerdings ausgesendet wurde, war die Selbst-Deklaration seitens der USA als verbrecherische Kriegstreiber. Das war eine schlichte Feststellung, zu der sich Föderl-Schmid nicht in der Lage sah bzw. nicht in der Lage sein durfte. Das war kein Versehen, denn sie log anschließend:

„Sechs Jahre lang hat Trumps Vorgänger Barack Obama dem Abschlachten von Syrien zugesehen und auch dann nicht eingegriffen, als die von ihm definierte rote Linie durch einen Giftgasangriff 2013 in Syrien überschritten worden war.“

Natürlich hatte der ehemalige US-Präsident Obama nicht „zugesehen“, denn unter seiner Regierung war der Krieg gegen Syrien mit mehr oder weniger offensichtlichen Proxy-Truppen erst durchgeführt worden. Der Giftgasangriff aus dem Jahre 2013 wurde bei dieser Gelegenheit einmal mehr indirekt der syrischen Regierung angelastet, obwohl es dafür keinen Beweis gab. Es war ein Ereignis, welches durchaus Parallelen zu jenem von Khan Sheikhoun aufwies – einschließlich aller Reaktionen der Kriegstreiber aus dem Westen und den Golf-Dikaturen samt ihrer Medienmeute.

„Mit seinem Befehl setzt sich der Republikaner Trump vom Demokraten Obama ab und stellt sich in eine Tradition von Ronald Reagen und George W. Bush.“

Föderl-Schmid versuchte hier, einen Zusammenhang zwischen einen angeblich „guten“, aber etwas „weichen“ US-Präsidenten Obama und der US-Partei „Demokraten“ herbeizuschreiben, dem sie als Kontrast vermeintlich (noch) kriegerische Präsidenten der Partei „Republikaner“ gegenüberstellte. Sie versuchte, einen Unterschied zwischen den beiden US-Parteien herauszustreichen, den es schlichtweg nicht gab und nicht gibt. (Es handelt sich hier nur um oligarchische Interessengruppen in beiden Parteien). Die Regierung Obama hatte in mehreren Ländern Krieg geführt, Obama selbst ist zudem maßgeblich und persönlich für das Massenmorden per Drohne verantwortlich. Das wissen die Schreibtischtäter natürlich selbst, denn zuvor hatten sie einen George W. Bush bei seinen Kriegen nicht weniger unterstützt.

Für die medialen Dienstleister der kriegerischen Interessengruppen schien es dagegen ein Problem zu sein, dass ausgerechnet mit Trump ein Vertreter einer konkurrierenden Interessengruppe, welche täglich von den ersteren bekämpft wurde, scheinbar eine Eskalation in Gang gesetzt hatte, die von den zuvor etablierten US-Interessengruppen erwünscht gewesen war.

So kam Föderl-Schmid doch nicht um die Feststellung herum, dass es sich bei dem US-Raketenangriff um einen Völkerrechtsbruch handelte. Und dass dieser von der EU und europäischen Regierungen auch noch positiv bewertet wurde. Das gab einen Blick auf Personen in europäischen Entscheidungs-Positionen frei, die mit den von ihnen propagierten Werten plötzlich absolut nichts mehr zu tun hatten. Es wurde ein Verbrechen beklatscht.

Die auch von Föderl-Schmid erwähnte Reaktion Russlands war dagegen für den angeblichen „Werte-Westen“ eher peinlich. Es wurde ein Abkommen ausgesetzt, gleichzeitig aber sämtliche Kanäle offen gelassen, um deeskalierend wirken zu können. Die Russen, bei jeder Gelegenheit als böse und aggressiv hingestellt, schienen tatsächlich noch einer Hoffnung auf eine gute Beziehung mit den USA nachzugehen, wie auch von Föderl-Schmid angemerkt wurde.

Es war im Gegensatz zur Regierung Obama die Regierung Trump gewesen, die bezüglich Syrien von US-amerikanischer Seite einen ersten Schritt zu einer Deeskalation markiert hatte. Das Fallenlassen des Ziels, in Syrien einen Regierungswechsel zu erreichen, soll ja angeblich ausgerechnet von der syrischen Regierung sabotiert worden sein, sollte man den im Krieg gegen Syrien involvierten Politikern und den Massenmedien Glauben schenken.

Die Irritation einer Föderl-Schmid war jedenfalls offensichtlich. Sie hatte nicht den blassesten Schimmer über das, was sich in Syrien ereignet hatte. Sie schrieb dann von ihrem Glauben, dass „Assad“ – als würde es um „Assad“ gehen – aus US-amerikanischer Sicht nicht mehr das „geduldete kleinere Übel“ im Vergleich zur „IS“ sein dürfte. Das war Glaube und möglicherweise auch Hoffnung zugleich.

Frank Herrmann berichtete aus Washington (online am 7., gedruckt am 8. April) davon, wie sich die US-Regierung nach dem befohlenen Raketenangriff präsentierte: „Donald Trumps Wandel zum Kriegsführer.“ Das soll uns hier aber weiter nicht interessieren.

http://derstandard.at/2000055584968/Donald-Trumps-Wandel-zum-Kriegsfuehrer

 

Bei der letzten Autorin des Tages im STANDARD handelte es sich um Gudrun Harrer, deren Beitrag „Trump steigt ins syrische Spiel ein“ am folgenden Tag ebenfalls abgedruckt werden sollte. Obwohl erst um 20.56 Uhr online gestellt, schient Harrer nicht mehr aktuell gewesen zu sein. Sie redete davon, dass die durch den US-Raketenangriff angerichteten Schäden auf der syrischen Luftwaffenbasis beträchtlich gewesen sein dürften, und mutmaßte aufgrund zu weniger – angeblicher – Opfer, dass es offenbar eine Verständigung zwischen den USA und Russland/Syrien gegeben haben könnte.

Frau Harrer waren anscheinend sämtliche Presseerklärungen aller Seiten mindestens 12 Stunden zuvor abhanden gekommen, doch wusste sie von der US-Erklärung aus genau diesen Quellen, dass eine (offizielle) „Militärintervention“ nicht geplant gewesen sein soll. Harrer nutzte jedenfalls die Gelegenheit, um in diesem Zusammenhang ein verlogenes Narrativ der Kriegstreiber anzubringen:

„Ein amerikanisches militärisches Engagement in Syrien gibt es ja bereits, auch mit Bodentruppen, aber gegen den „Islamischen Staat“.

Den gegen den syrischen Staat und dessen Bevölkerung geführten Krieg durch die USA und seinen Verbündeten verleugnend, fügte Harrer eine Behauptung der Kriegstreiber und seiner Bodentruppen vor Ort an, als könnte an dieser Geschichte etwas dran sein:

„Die Operation gegen den Ort, von dem die mutmaßlichen Giftgasbomber am Dienstag gegen die Stadt Khan Sheikhun in Bewegung gesetzt wurden, hatte demnach vor allem symbolischen Charakter.“

Symbolisch war es auch, anlässlich eines unbewiesenen Ereignisses über eine gleichfalls unbelegte Behauptung bezüglich einer vermeintlich urheberschaftlichen Örtlichkeit zu schwadronieren, als würde irgendwo ein gesicherter Parameter zur Verfügung stehen. Hier wurde nur über den oberflächlichen Charakter des Aggressors spekuliert, welcher gleichzeitig – welch „journalistische“ Offenbarung – als einzige Quelle benutzt wurde. Mit anderen Worten: was Harrer hier ablieferte, war wie so oft nichts weiter als dummes Gerede.

http://derstandard.at/2000055578714/Trump-steigt-ins-syrische-Spiel-ein

 

Den US-Kriegsakt wollte auch Harrer als „Bestrafung“ verstanden wissen. Der rechtliche Aspekt wurde von ihr nicht tangiert. Stattdessen befand sie:

„Die einzelne Militäraktion macht längerfristig jedoch nur Sinn, wenn sie politisch begleitet wird.“

Verbrechen machen demnach Sinn, wenn sie politisch begleitet werden. Von Frau Harrer offenbar nicht bemerkt, wurden bereits sämtliche Verbrechen politisch begleitet. Und ja, würde es „politisch“ nicht so laufen wie gewünscht, würde ja noch das Mittel Verbrechen… ähm… „Militäraktion“ zur Verfügung stehen, als „Strafe“. Das könnte dann auch politisch begleitet werden – und Sinn machen.

Das weitere Gerede zeigte auf, dass Harrer anscheinend Proleme damit hatte, den Sinn von Handlungen zu erfassen. Weder erwähnte sie, dass die Friedensgespräche in Astana zwischen Russland, der Türkei und dem Iran erste Früchte getragen hatten, noch stellte sie fest, dass diese möglich geworden waren, weil diese unter Ausschluß der Kriegstreiber wie die USA und ihre Verbündeten erfolgten (Ausnahme: Türkei). Spekulativ war der Gedanke, dass Russland nun bezüglich den USA eine Vorstellung revidieren müsse.

Harrer berichtete von der russischen Feststellung, dass es über den Giftgasvorfall in Khan Sheikhoun keine gesicherten Erkenntnisse über die Urheberschaft geben würde, dies aber für die USA „irrelevant“ sei. Das war freilich nichts neues, das war ein Phänomen seit der Gründung der Vereinigten Staaten von Amerika. Und Harrer weiter mit einem gewissen Vorausblick:

„…ebenso, dass die Aktion von den meisten Völkerrechtlern als illegal bezeichnet werden wird.“

Hier wurde etwas auf die Meinung von Völkerrechtlern reduziert, obwohl es an der auch in der UN-Charta beschriebenen Definition keinen Zweifel gibt. Harrer hatte offensichtlich ein Problem damit, ein Verbrechen als das zu bezeichnen, was es war. Sie hantierte mit „Signalen“ an die US-Verbündeten in der Golf-Region, registrierte eine Enttäuschung bei der Diktatur Saudi-Arabien, weil keine Aggression („Eindämmung“) gegen den Iran im Raume stand und anderes. Auch phantasierte sie „Signale“ an Russland herbei.

„Denn das politische Signal an Russland ist, dass es im innersyrischen Konflikt eben keine freie Hand hat: auch – und vor allem – nicht, was die iranische Rolle oder jene der schiitischen Milizen, allen voran der libanesischen Hisbollah, in einer zukünftigen syrischen Ordnung betrifft.“

Davon abgesehen, dass Harrer die von ihr wahrgenommenen „Signale“ rein spekulativ waren, sollte hier zum wiederholten Male festgestellt werden, dass sich russische und iranische Militärs legal in Syrien aufhielten, aber nicht jene der USA und ihrer Verbündeten. Die Vorstellung der USA von der „Neuordnung“ in diesem Raum war, wie erwähnt, bereits vor dem Krieg publiziert worden. Was Harrer zum besten gab, war belangloses Gequatsche über eine eindeutige Situation. An dieser wurde aber fleißig manipuliert:

„Hier ist auch Israel betroffen.“

Nur ist Israel nicht „betroffen“, sondern einer der aggressven Akteure in dem Krieg gegen Syrien, sei es mit Luftangriffen, sei es mit Unterstützung der Al-Kaida-Söldner im Südwesten des Landes. Groteskerweise hatte der auch von Israel geführte Krieg erst die iranischen und libanesischen Hilfstruppen nach Syrien rufen lassen. Die Aggressoren hatten anfangs nicht geahnt, dass sich der syrische Staat tatsächlich so lange halten würde, und natürlich hatte Israel den US-Kriegsakt begrüßt, also das, was von ihnen selbst immer wieder praktiziert wurde – ohne vom angeblichen „Wertewesten“ dafür angeklagt zu werden.

Harrer rätselte weiter, wer was denken und empfinden oder was geschehen könnte. Das Bestreben der syrischen Regierung („Assad“), das eigene Staatsgebiet von den jihadistischen Söldnern und Terroristen zu befreien, wurde von ihr als „großspurig“ lächerlich gemacht.

Ihr Standpunkt blieb der gleiche: hier das „Regime“, dort die „Opposition“. Wie zum Beispiel in der Provinz Idlib, wo sich „Rebellen“ verschanzt hätten. Al-Kaida gibt es nicht. Sagt schließlich auch Al-Kaida nach ihrer Umbenennung.

 

 

Freitag
29
Dezember 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 21.

 

Zur weiteren Dokumentation:

Der österreichische STANDARD hatte gegenüber den KURIER wie gewöhnlich am 7. April 2017 nach dem US-Raketenangriff quantitativ mehr anzubieten. Der erste Artikel wurde online am frühen Morgen auf der Grundlage der US-Nachrichtenagentur Reuters erstellt.

„Nach Giftgasangriff: US-Luftschlag gegen syrische Militärbasis.“

http://derstandard.at/2000055531713/USA-greifen-erstmals-Ziele-des-Assad-Regimes-an

 

Hier wurden eingangs die Mitteilungen der US-Regierung angeführt, dass Ergebnis des Raketenangriffs dagegen lustigerweise der vollkommen unseriösen „Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte“ überlassen, als gäbe es keine anderen und realen Quellen vor Ort. Die angeblichen fünf Toten konnten nur vom syrischen Militär genannt worden sein.

Es wurden anschließend in dem Artikel die Meinungen verschiedener Regierungen wiedergegeben, bei denen es sich allesamt um Konfliktparteien handelte. Russland und der Iran verurteilten den US-Raketenangriff mit Hinweis auf die unstrittige Rechtslage, welche wie so oft durch den Text-Baustein „Rußland steht im Syrien-Konflikt an der Seite des syrischen Staatschefs Bashar Al-Assad“ entschärft werden sollte. Der üblichen Nicht-Nennung der US-Verbündeten, bei denen es sich allesamt um die Aggressoren handelte, stand ausnahmsweise der Begriff „Präsident“ für Assad (statt „Diktator“) gegenüber.

Wenig überraschend erntete der US-Kriegsakt bei den weiteren Aggressoren – genannt wurden Israel, Saudi-Arabien und England – große Zustimmung. Diese Zustimmung wurde geteilt von den Aggressoren vor Ort, im Artikel in Gestalt einer Marionette des türkischen Militärgeheimdienstes: der „Syrischen Nationalen Koalition“. Der wiederholten Behauptung der syrischen Regierung, für den angeblichen Giftgasangriff in Khan Sheikhoun nicht verantwortlich zu sein, wurde – schwach genug – mit einer Vermutung der US-Geheimdienste gekontert.

Die Ungereimtheiten des US-Raketenangriffs, keine weitere Militäraktionen der offiziellen US-Streitkräfte sowie die Informierung der russischen Regierung über den Angriff, wurden nicht hinterfragt.

Dieser STANDARD-Artikel war überraschenderweise weitgehend neutral gehalten. Mehrere Meinungen der Konfliktparteien kamen zu Wort und es wurde keine Behauptung aufgestellt, dass es so und nicht anders gewesen sein soll. Die eindeutige Rechtslage, dass es sich bei dem US-Angriff um ein Verbrechen und um eine weitere Eskalation gehandelt hatte, wurde als Thema freilich ausgeklammert.

Der zweite Artikel am Morgen des 7. April 2017 wurde von Alexandra Föderl-Schmid als Kommentar verfasst und beinhaltete nun wieder Propaganda-Elemente. Er trug die zynische Überschrift „Trump fackelt nicht lange.“

https://derstandard.at/2000055535529/Trump-fackelt-nicht-lange

 

Föderl-Schmid schilderte zuerst ein wenig die Trump-Show, um dann allerdings festzustellen, dass bislang überhaupt kein Beweis vorgelegt worden war, welcher das syrische Militär als Täter von Khan Sheikhoun identifizierte. Für die STANDARD-Redakteurin war die schwerstkriminelle Handlung der US-Regierung allerdings kein Anliegen, sie sah stattdessen eine angebliche „Brüskierung“ Russlands, als wäre ein Raketenüberfall mit (angeblichen 59) Marschflugkörpern auf den Verbündeten Russlands keine Kriegserklärung mit allen möglichen Konsequenzen, sondern ein Schuljungen-Streich.

Dass Föderl-Schmid in einer eigenen unrealen Welt zu leben schien, unterstrich sie wie eine Schwachsinnige: „Trump wollte eine Warnung abgeben, keinen Krieg anfangen.“ Das war in etwa so, nicht das Haus eines Kontrahenten abzufackeln, sondern nur die Anwesenden einer Wohnung in demselben zu erschießen. Wegen der Warnung. Hat mit Mord nichts zu tun. Wo das Morden nur zu einer Warnung reduziert wurde, konnte es auch als „außenpolitisches Zeichen“ verstanden werden, so jedenfalls bei Föderl-Schmid.

Nach der Verharmlosung von Krieg, Mord und Zerstörung hatte die Redakteurin die Propaganda-Elemente eingefügt wie den Begriff „Assad-Regime“ und den üblichen Textbaustein „Russland an der Seite des Assad-Regimes“ auf der einen Seite und die zu „Rebellen“ verharmlosten Al-Kaida-Terroristen auf der anderen Seite. Ein Pflichtprogramm, welches noch mit der unhaltbaren Spekulation angereichert wurde, dass auch Russland keine Chemiewaffen-Angriffe billigen würde, als könnte bei der Schuldzuweisung in Richtung syrischer Regierung der Aggressoren doch etwas dran sein. Auf dem Schulhof nannte man solche Leute wie Föderl-Schmid früher „hinterfotzig“.

Ein Klacks, bei dieser Gelegenheit auch die US-Angriffskriege in Afghanistan und gegen den Irak zu „US-Militärinterventionen“ umzulügen.

Am späten Nachmittag dieses Tages (7. April 2017) wurden beim STANDARD drei Artikel gleichzeitig online gestellt, welche am folgenden Tag, am 8. April, auch in der Print-Ausgabe erschienen. „Türkei wieder zurück zum Hardliner-Kurs in Syrien“ stammte von Markus Bernath. Er gab dem Aggressor Türkei eine kleine Bühne, deren Kriegsbeteiligung gegen Syrien hier auf „Forderungen“ minimalisiert wurde.

http://derstandard.at/2000055581814/Tuerkei-wieder-zurueck-zum-Hardliner-Kurs-in-Syrien

 

Bernath kam zwar nicht umhin, bei der Türkei eine Toleranz gegenüber der Terrororganisation „IS“ zu entdecken, und zwar (nur) in Syrien, deckte aber den Mantel über die Tatsache, dass die Türkei ein Teil dieser IS-Struktur ist. Sie ist die logistische Drehscheibe für die Terror-Söldner, welche bei ihrem Angriff auf die Kurden-Gebiete damals aus dem türkischen Staatsgebiet heraus operiert hatten. Somit war auch die Behauptung, der „IS“ habe in der Türkei später Anschläge durchgeführt, höchst zweifelhaft. Eine türkische Intervention, wie von Bernath weiters behauptet, hatte sich nie ereignet.

Der Artikel „Viel Rückendeckung aus der EU“ besagte alles mit seiner Überschrift. Heuchlerisches Verbrecherpack mit „Verständnis“ für US-amerikanischen Terror in einem Land, in welchem sie selbst destruktiv involviert waren und noch sind.

Ein Lothar Deeg steuerte aus St. Petersburg den Artikel „Moskau empört über US-Angriff in Syrien“ bei. Er berichtete über die russische Sicht auf das Ereignis, welches nüchtern, eindeutig und richtig war. Ein erstaunlicher Text in einem Blatt wie den „STANDARD“.

http://derstandard.at/2000055575266/Moskau-empoert-ueber-US-Angriff-in-Syrien

 

Astrid Frevel aus Kairo war die nächste, welche einen Artikel servierte. „Rebellen hoffen auf mehr“, lautete die Überschrift. Das bezog sich auf die nicht erwähnte Terrorformation Al-Kaida, welche natürlich die Hoffnung auf mehr Unterstützung durch ihre Unterstützer hegte.

http://derstandard.at/2000055577683/Rebellen-hoffen-auf-mehr

 

Frevel, die den US-Kriegsakt als „Strafaktion“ verharmloste, leitete einige Informationen weiter, die sie woanders aufgeschnappt hatte. So von einer „Pro-Regime-Website“, was immer das sein sollte. Aus diesem Propaganda-Sprech wurde ein Stück weiter eine nicht näher bezeichnete syrische Nachrichten-Agentur, die in Syrien gewöhnlich staatlich sind. Somit kann sich ihre Quelle nur auf eine staatliche Nachrichtenagentur bezogen haben, was natürlich anders und wertfrei klingen würde.

Die STANDARD-Redakteurin zeigte auch weiterhin, dass sie ihren Auftraggebern verpflichtet war. Die syrische Regierung wurde von ihr als „Regime“ bezeichnet, die von Damaskus genannten Terroristen von Frevel mit Anführungszeichen versehen, als wäre deren Existenz auch im Raum der Ereignisse irgendwie fraglich.

Man konnte es der Frau Frevel nicht absprechen, auch Meinungen von eher unpopulären Personen zu verbreiten. So jene von Mohammed Alloush, dem Anführer der Jeish al-Islam, welche hier zu einer „bewaffneten Opposition“ verkleidet wurde, weil Al-Kaida bei den Lesern wenig Verständnis hervorgerufen hätte. Frevel bemühte sich gar, die Seriosität dieser Terroristen-Fraktion herauszustellen, indem sie hinzufügte, dass Alloush auch zur Verhandlungsdelegation in Genf gehören würde. Das war richtig, das war allerdings ein Skandal erster Güte für den vermeintlichen „Werte-Westen“, dass ein von Saudi-Arabien finanzierter Terrorist für denselben Terror-Sponsor verhandelte. Wenn auch nicht wirklich.

 

 

Frevel berichtete auch, dass von der ägyptischen Regierung keine Schuldzuweisung ausgesprochen wurde. Irgendetwas schien sie dann aber dazu veranlasst zu haben, den Schwachsinn von saudisch finanzierten Medien wiederzukauen. Vielleicht war das die Hoffnung gewesen, dass irgendetwas davon bei schwachsinnigen Lesern hängen bleiben würde.

 

Dienstag
12
Dezember 2017

Die Musik-Video-Ecke 50

 

DA! mit „Dark Rooms“ aus dem Jahre 1981:

 

 

 

Samstag
09
Dezember 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 20.

 

Für den Artikel in der Printausgabe des KURIER vom nunmehr 8. April 2017 zeichnete sich Ulrike Botzenhart verantwortlich. Dieser enthielt einige Elemente aus den Online-Artikeln, auf die wir hier nicht eingehen müssen, und einige neue Absätze.

„Trumps Warnschuss an Assad“:

https://kurier.at/politik/ausland/trumps-warnschuss-an-assad/256.996.971

 

Dazu gehörte eine Zitat aus dem russischen Verteidigungsministerium, dass nur 23 der abgeschossenen Marschflugkörper ihr Ziel erreicht hätten und angeblich nach den restlichen Raketen gesucht werden würde.

Zweifellos schien an dieser Geschichte etwas nicht der Richtigkeit zu entsprechen, da diese Fehlschuss-Quote schlichtweg auszuschließen war. Entweder waren niemals 59 Marschflugkörper abgeschossen worden oder der russische Sprecher log, um US-Waffentechnik als minderwertig darzustellen.

Zu diesem Aspekt zitierte der KURIER den Brigadier Walter Feichtinger von der österreichischen Akademie für Landesverteidigung:

„… Hingegen schließt er aus, dass 36 Marschflugkörper ihr Ziel verfehlt haben könnten. „Das US-Militär hat längst alle Ziele in Syrien genau vermessen. Und als Präsident Obama 2013 Syriens Machthaber Assad vor dem Überschreiten der ,Roten Linie‘ gewarnt hat, ist sicher die Angriffsplanung längst gemacht worden“, sagt er. Durch ständige Aufklärung seien die USA auf dem Laufenden. Nach der Befehlserteilung durch Präsident Trump wurden an Bord der zwei US-Kriegsschiffe im Mittelmeer die „Tomahawk“ mit den Zieldaten programmiert und abgefeuert.

Die Raketen mit etwa 500 Kilogramm Sprengstoff zischen mit einer Geschwindigkeit von Mach 1 in geringer Höhe auf ihr Ziel zu, schlagen Haken, um schwerer abgewehrt zu werden, und erreichen ihr Ziel „mit fünf Metern Treffgenauigkeit“, erklärt Feichtinger. „Syriens Luftabwehr kann die Cruise Missiles nicht abwehren. Ob die russischen Systeme dazu in der Lage sind, prüfen wir noch.““

Ein Rätsel. Der KURIER präsentierte ein weiteres Rätsel, auch wenn dieses als solches nicht so dargestellt wurde:

„Die Russen wurden rechtzeitig von den USA vorgewarnt, bestätigte der Kreml. Andernfalls hätte es bei 500 bis 1000 Menschen auf so einer Basis viel mehr Opfer gegeben. Laut Syriens Armee gab es sechs Tote und einige Verletzte. Das Regime meldete mehrere Tote in benachbarten Dörfern, darunter Kinder.“

Hier konnte der Leser entnehmen, dass dieser Kriegsakt in Form eines nächtlichen Raketenüberfalls von den USA gegenüber Russland angekündigt worden war. Letztere dürften danach natürlich die syrische Armee informiert haben. Ulrike Botzenhart fragte nicht nach den Sinn dieses Manövers, welcher die Effektivität eines Angriffs stark einschränken musste. Die Behauptung der syrischen Regierung, dass sie von Russland nicht informiert worden sei, kann kaum ernst genommen werden.

Unserer Ansicht nach gab es somit Anzeichen, dass es sich zumindest bei dieser US-Aggression nicht viel mehr als um eine Show gehandelt haben könnte. Die Bilder von der syrischen Luftwaffenbasis mögen eine Reihe von Zerstörungen zeigen, ob dort aber Menschen ums Leben gekommen waren, bleibt fraglich und ohne Nachweis. Eine erste Quelle hatte dies sogar bestritten:

https://twitter.com/leithfadel/status/850169932084121600

 

Die selbe Quelle hatte dann eine Opferzahl von 4 Personen angegeben, die natürlich wiederum aus einer Quelle des syrischen Militärs stammte:

https://twitter.com/leithfadel/status/850194858094579712

 

Die Angaben der US-Regierung, es bei diesem Angriff zu belassen, gehörte ebenso zu der Überlegung, dass der Kriegsakt einen anderen Hintergrund gehabt haben dürfte, als öffentlich dargestellt.

Der US-Raketenangriff hatte allerdings eine Reaktion seitens Russlands gezeitigt, wie auch der KURIER vermeldete:

„Russlands Außenminister Lawrow fühlte sich an den US-Angriff auf den Irak erinnert, und der Kreml setzte das Abkommen mit den USA für den Luftraum in Syrien aus.“

 

Flugsicherheitsabkommen ausgesetzt

 

Was bedeutete dies? Ulrike Botzenhart meinte dazu:

„Das heißt, die Russen werden die Amerikaner nicht mehr über ihre Flüge im syrischen Luftraum informieren.“

Hier lässt sich einmal mehr feststellen, dass sich russisches Militär legal in Syien aufhält, die USA dagegen nicht. Die USA gehören zu den Aggressoren. Russland muss niemanden informieren, versuchte und versucht aber eine Deeskalation. Die Aufhebung dieser genannten Vereinbarung durch Russland kam der Sperrung für bestimmte syrische Lufträume für US-Jets gleich.

Brigadier Feichtinger kommentierte:

„Das ist gefährlich“, sagt Feichtinger, „weil es zu Zusammenstößen kommen könnte.“ Fliegt doch die US-geführte Anti-Terror-Allianz immer wieder Angriffe auf den IS. “

Die Gefahr von Zusammenstößen mochte sich erhöht haben, die Behauptung, dass es sich bei den ausländischen Militärs um eine „Anti-Terror-Allianz“ handeln würde, war aber definitiv falsch. Ähnlich falsch wie die angeblichen Angriffe auf den „IS“. Feichtinger wird allerdings kaum dem offiziellen und propagierten Narritiv widersprechen können, möchte er seinen Beruf behalten. Dazu gehört auch seine Anhängerschaft zu der US-Verschwörungstheorie von Osama Bind Laden und den 19 Teppichmessern.

http://www.bundesheer.at/pdf_pool/publikationen/09_vu1_02_apk.pdf

 

Dennoch kam Feichtinger im KURIER zu einer bemerkenswerten Feststellung, welche in der Redaktion sicher anders eingestuft worden war, als wir es tun:

Feichtinger: „Im Anlassfall, etwa bei einem Giftgasangriff oder Massaker, müssen die Syrer erneut mit einem US-Angriff rechnen.“

Das hieß nichts anderes, als dass jeder der zahlreichen Akteure in Syrien irgendwelche Giftgasangriffe oder Massaker veranstalten konnte, das Opfer von US-Angriffen würde bereits feststehen: die Syrer.

Bei dem Brigadier Feichtinger handelt es sich um einen für die Medien gefragten Spezialisten. In einem Interview mit OÖN demonstrierte er, dass sein Spezialisten-Dasein freilich nur sehr eingeschränkt wirken konnte, musste er die verlogene Legende am Leben erhalten:

OÖN:

„Werden die USA in nächster Zeit zumindest ihre Unterstützung für die Assad-Gegner forcieren?“

Die Fragestellung war mit dem Begriff „Assad-Gegner“ bereits manipulativ. Feichtinger antwortete laut OÖN:

„Die Unterstützung gibt es bereits für die Kurden und die Syrian Democratic Forces – auch mit Waffen. Die Rebellen im Gebiet Idlib sind aber als Islamisten eingestuft. Für diese wird es sicher keine Unterstützung durch die USA geben.“

Man hat den Eindruck, es hier mit einem Erstklässler zu tun zu haben. Und von Al-Kaida, die sich in Idlib befindet, scheint er auch noch nie etwas gehört zu haben. Das ist eine Rolle für die Öffentlichkeit.

Die Redaktion der OÖN schien in ihrer geistigen Fähigkeit derartig beschränkt, dass sie selbst für billigste Propaganda mehr als empfänglich schien:

OÖN:

„Zurück zum eigentlichen Anlass für den Luftschlag. Wer war denn verantwortlich für den Giftgasangriff: Assad, oder gibt es zumindest eine Mitschuld der Rebellen, wie diesen unterstellt wird?“

Das war eine Selbstdeklarierung der OÖN in seiner Eigenschaft als Kriegspropagandist. Personifizierung und Verschleierung des Kriegszieles. Keine Terroristen, sondern „Rebellen“. Der Versuch, eine Frage vorzutäuschen, deren Antwort bereits mitgeliefert wurde. Der Verdacht auf Unterstellung nur gültig für die Al-Kaida-Rebellen, nicht aber gegenüber der syrischen Regierung.

http://www.nachrichten.at/nachrichten/politik/aussenpolitik/Das-ist-eine-neue-Qualitaet-des-US-Engagements;art391,2531955

 

Feichtinger gab dem Schreibtischtäter dann allerdings eine überraschende Antwort, welche auch abgedruckt wurde.

„Das sind alles Unterstellungen, ich bin da sehr vorsichtig. Im Krieg und insbesondere in diesem ist alles möglich. Auch, dass die eine Seite der anderen etwas unterschieben will, um sich selber Vorteile zu verschaffen. Beweise gibt es jedenfalls in diesem Fall in keine Richtung.“

Andere waren dagegen weniger vorsichtig. Auch der KURIER sollte in einem kleinen Beitrag unter „Reaktionen“ vermelden:

„In der gesamten westlichen Welt wurde die US-Militäraktion positiv aufgenommen.“

Einige Namen der europäischen Anhänger von der Aufhebung jeglicher Rechtsnorm, von Krieg und Terror, wurden gleich mitgeliefert: Merkel, Hollande, NATO-Stoltenberg und EU-Tusk.

 

Samstag
02
Dezember 2017

Der Gesang der US-Marschflugkörper 19.

 

Die US-Aggression gegen den Staat Syrien in Form eines nächtlichen Raketenüberfalls auf eine Luftwaffenbasis in der Nacht auf den 7. April 2017 hatte eine westliche Medienmeute in Euphorie versetzt. Völkerrechtsbruch, Kriegsakt, hinterhältiger Mord, Eskalation schien das, was förmlich in den Schreibstuben herbeigesehnt worden war, denn das Verbrechen wurde nicht verurteilt.

Anders HINTRGRUND, eines der wenigen echten und unabhängigen Nachrichten-Magazine, welches spottete, dass US-Präsident Trump nun vor dem internationalen Strafgerichtshof in Den Haag landen würde, würde es sich bei ihm um einen Schwarzafrikaner handeln.

https://www.hintergrund.de/politik/welt/nur-100-tage-im-amt-und-schon-ein-fall-fuer-den-haag-waere-er-afrikaner/

 

Doch war das Gegenteil der Fall. Trump, der ansonsten von den Massenmedien der Neocons hart bekämpft wurde, bekam einmal von ihnen ein positives Feedback. Hatte er doch die seit Jahren von diesen Massenmedien gewünschte Eskalation endlich angeordnet.

 

US-Marschflugkörper

Start eines Marschflugkörpers von einer US-Fregatte. Screenshot/YouTube. 

 

 

„Vergeltungsschlag: USA greifen syrische Luftwaffenbasis an“, hieß es im KURIER, online erschienen am 7. April 2017.

Vergeltung!

Vergeltung oder Rache ist allerdings nicht das, was innerhalb einer neuzeitlichen Rechtsordnung zu finden ist. Außerdem „Vergeltung“ für was? Waren die USA angegriffen oder in anderer Weise von Syrien geschädigt worden? Nein!

Der KURIER hinterfragte nicht, sondern setzte diese Begrifflichkeit für eine primitive, verbrecherische Handlung, um dieser einen martialischen, durchsetzungsfähigen Anstrich zu geben. Das änderte freilich nichts daran, dass jene, die angeblich „Vergeltung“ übten, nichts zu vergelten hatten, sondern vorgaben, für andere zu vergelten. Das war eine Ignoranz jeglicher Rechtsordnung gegenüber, das war Faust“recht“, Mord und Totschlag, was von den Aggressoren groteskerweise natürlich keiner anderen Partei zugebilligt wurde. Das Monopol des Mordens sollte beim übermächtigen Mörder bleiben, wobei Gegenwehr und Widerstand durchaus erwünscht sein konnte, um weitere „Vergeltung“ zu verkaufen.

Der KURIER belastete sich nicht mit derartigen Dingen und zitierte den US-Präsidenten Trump, welchen den Kriegsakt mit einer Unterstellung begründete, und einen Vertreter der Kriegspartei Türkei, der gleichfalls alles der syrischen Regierung unterstellte. Es wurde auch der US-Außenminister mit der reichlich schwachsinnigen Meinung zitiert, dass Russland bei der Aufsicht der Vernichtungsaktion von syrischen C-Waffen versagt hätte, was gleichfalls eine Unterstellung beinhaltete und nebenbei unterschlug, dass vor allem westliche Staaten daran beteiligt gewesen waren. Abgerundet wurde dies durch eine Vermutung der US-Geheimdienste.

Den Äußerungen der Aggressoren, die zwangsläufig sein mussten, wurden immerhin die Stellungnahmen der syrischen und der syrischen Regierung gegenübergestellt, welche richtig auf den Bruch des Völkerrechts hinwiesen. Der Textbaustein, dass diese beiden Staaten in Syrien zueinander stehen, durfte aber auch hier nicht fehlen.

https://kurier.at/politik/ausland/usa-greifen-syrische-luftwaffenbasis-an/256.876.653

 

Bei diesem Artikel handelt es sich um die überarbeitete Vision, wobei die angeblich „verständnisvolle Reaktion“ des österreichischen Außenministers auf den US-Terrorangriff gestrichen wurde. Interessanterweise wurde auch die Passage, in welcher die als „Opposition“ verkaufte geheimdienstlich aufgestellte Marionetten-Organisation „Syrische Nationale Koalition“ (SNC) ihrer Freude über den Terrorangriff Ausdruck verliehen hatte. Dafür wurden seinerzeit einige aktualisierte Passagen eingebaut. Zum Beispiel folgende:

„Die NATO war über den US-amerikanischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt informiert. „Wir können bestätigen, dass der Generalsekretär im Vorfeld vom Verteidigungsminister der Vereinigten Staaten informiert wurde“, teilte eine Bündnissprecherin am Freitag mit.“

Unter Freunden informiert man sich natürlich. Von einer Kritik aus dem Militärbündnis NATO ist nichts bekannt. Der KURIER tat ebenfalls so, als wäre nichts von Belang geschehen. Aus einem neuen Verbrechen wurde eine „neue Entwicklung“ und die Frage nach einer Beschäftigung mit derselben.

Ob sich NATO-Gremien mit der neuen Entwicklung im Syrien-Konflikt beschäftigen werden, blieb zunächst unklar. Man werde sich später zu dieser Frage äußern, sagte die Sprecherin.“

Eile war demnach nicht geboten gewesen, man wurde schließlich in der NATO-Spitze informiert, und dort haben die US-Militärs das Kommando. Wie praktisch.

Nach ihrem ersten und später veränderten Artikel am 7. April 2017 hatte der KURIER am Vormittag online einen kleinen Artikel wegen einer aktuellen Meldung nachgeworfen.

https://kurier.at/politik/ausland/syrien-weiterer-angriff-auf-khan-sheikhoun/256.927.742

 

Allerdings war bereits die Überschrift falsch, denn es gab keinen Beweis, dass es zuvor zu einem Angriff in Khan Sheikhoun gekommen war. Der Luftangriff gegen Mittagszeit wurde später von syrischen und russischen Militärs bestätigt, fußte hier aber noch einzig auf eine Al-Kaida-Quelle („ein Augenzeuge“) in der Provinz Idlib sowie dem mit denen befreundeten Unternehmen SOHR.

Danach schien man sich in der KURIER-Redaktion gesammelt und auf das letzte Ereignis eingestellt zu haben. Das heißt, in dem am Nachmittag online gestellten Artikel wurde massive Kriegspropaganda betrieben.

„Ein Luftangriff und dann? Assad sitzt in Syrien fest im Sattel“, lautete die Überschrift. Keine Anzeichen, dass dem weitere Bombardements, Raketenangriffe oder sonstwas folgen sollten. Der KURIER schien enttäuscht, dass noch immer kein totaler Krieg ausgerufen worden war. Angeblich wegen „Assad“.

„Der US-Luftangriff gegen die syrischen Regierungskräfte ändert die Lage im Bürgerkrieg. Bashar al-Assad muss wieder mit einer scharfen Reaktion des Westens rechnen.“

Der KURIER zeigte sich nun ein wenig versöhnt, denn immerhin schien der Krieg in und gegen Syrien wenigstens eine Eskalationsstufe hinaufgeklettert zu sein. Das Verbrechen, ein anderes Land mit Raketen anzugreifen, zu töten und zu zerstören, wurde gleichzeitig als freudige „scharfe Reaktion“ heruntergespielt. Dennoch schwang auch Enttäuschendes mit:

„Doch sein Sturz bleibt unwahrscheinlich.“

Was können wir dem KURIER empfehlen, damit dieser Sturz der syrischen Regierung endlich gelingt und den Weg frei macht für die Neuordnung des Nahen Ostens? Eine US-Invasion? Krieg gegen Russland? Grössere Massen an Al-Kaida-Söldner anwerben?

https://www.globalresearch.ca/dem-projekt-eines-neuen-nahen-ostens-kreative-zerst-rung-als-revolution-re-kraft/23196

 

Die selbsternannte „Qualitätszeitung“, deren Herausgeber gerne um eine höhere Presseförderung aus dem Fond der Steuergelder sudert, benötigt sicherlich keine Zuwendung für Stimmungsmache wie folgende:

„Die Stimme des syrischen Generals dröhnt, als er im Staatsfernsehen die Erklärung der Armeeführung verliest. Den Rücken hält er aufrecht wie ein Brett, seine Arme stützt er fest auf das Rednerpult. Auch mit seiner Körperhaltung will der Mann in Uniform deutlich machen: Die Führung in Damaskus ist nach dem US-Angriff auf einen syrischen Militärflugplatz fest entschlossen, dem Gegner die Stirn zu bieten. „Diese Aggression bestätigt, dass die Amerikaner ihre falsche Strategie fortsetzen und die Bekämpfung des Terrorismus vonseiten der syrischen Armee untergraben“, donnert der General.“

 

Sprecher SSA

Wirkt tatsächlich etwas steif. Quelle: YouTube (Screenshot). 

 

Dröhnen. Aufrecht wie ein Brett. Donnern. Für den KURIER-Autor muss sich das gut angefühlt haben. Inhaltlich hatte der syrische Militär natürlich recht, aber dazu schien dem dümmlichen Lohnschreiber nichts eingefallen zu sein.

„Die fast 60 „Tomahawk“-Marschflugkörper, die die USA am frühen Freitagmorgen abschossen, haben die Lage im syrischen Bürgerkrieg mit einem Schlag geändert.“

Hierbei handelte es sich um Wunschdenken in der KURIER-Redaktion. Geändert hatte sich nichts bzw. etwas, was im April 2017 für die Propagandisten noch nicht greifbar gewesen war. Doch dazu später am Ende dieser Reihe.

„Seit Monaten gab vor allem Russland als wichtigster Unterstützer der Regierung von Präsident Bashar al-Assad den Ton in dem Konflikt an. Den USA – und Europa – blieb nur noch die Rolle als Zaungast, politisch und militärisch mit wenig Einfluss.“

Da war wieder der Textbaustein: Russland als Bündnispartner Syriens, und das verlogene Narritiv, dass die Westmächte angeblich nur „Zaungäste“ wären.

„Russland und Syriens Regierungskräfte, die auch vom schiitischen Iran massiv unterstützt werden, konnten nicht zuletzt deswegen frei schalten und walten, weil sie mit keinerlei militärischer Reaktion der USA rechnen mussten.“

Die Kriegspropaganda des KURIER konnte nicht dumm genug sein: syrische „Regierungskräfte“ im eigenen Land, und das auch noch mit „schalten und walten“. Ungeheuerlich! Und wo waren die ausländischen Spezialkräfte, Militärs und die Armeen von Al-Kaida geblieben, welche Syrien zu zerstören trachteten?

Die gab es für den KURIER gar nicht. Dort hatte man nur „Zivilisten“ entdeckt:

„Seit langem schon greift die syrische Luftwaffe Zivilisten mit international geächteten Fassbomben an. UN-Ermittler bestätigten, dass in Rebellengebieten gezielt Kliniken bombardiert wurden und die Regierung mehrfach Chlorgas einsetzte.“

Fassbomben waren seit Jahren ein Lieblingsthema von durch das US-Außenministerium finanzierte Organisationen. Angebliche Bombardierungen auf versteckte Al-Kaida-Kliniken und Chlorgas, deren Fabrik allerdings die Nusra-Front vor Jahren erobert hatte. Die Bemühungen des KURIER, medial den Krieg zu schüren, hatte aber nicht den gewünschten Erfolg gezeitigt. Das wurde ganz offen gesagt:

„Doch der Westen beschränkte sich bisher auf scharfe Kritik.“

Das war natürlich falsch, denn westliche Staaten waren und sind aktiv am Krieg gegen Syrien beteiligt, nur nicht erfolgreich trotz großer Leichenberge und Trümmerwüsten vor Ort. Aber da war sie wieder, die Hoffnung nach einer enttäuschenden Feststellung:

„Seit dem Angriff am Freitagmorgen ist diese Vorhersehbarkeit der US-Reaktion nicht mehr gegeben, weder für Syriens autokratische Führung noch für Russland. Von jetzt an muss die Regierung in Damaskus mit Angriffen der Amerikaner rechnen, sollte sie nach US-Lesart weitere massive Verstöße begehen.“

Die Aussicht auf einen direkten Krieg mit Russland schien in der gemütlichen Redaktionsstube vernachlässigbar. In deren Propaganda-Welt schien nur noch ein weiterer Anlass zu fehlen, neue Al-Kaida-Materialien, um noch einmal zuschlagen zu können. Allerdings schien man dort zu dumm zu sein, um zu begreifen, dass der US-Raketenüberfall genau das Gegenteil bewirken sollte. Auch dazu später.

Der KURIER suhlte sich in seiner Illusion und freute sich, einen den widerlichsten US-Kriegstreiber zitieren zu dürfen:

„Die Botschaft laute, dass „die Vereinigten Staaten nicht weiter untätig zusehen werden, während Assad, mit tatkräftiger Unterstützung von Putins Russland, mit chemischen Waffen und Fassbomben unschuldige Syrer abschlachtet“, jubelt der US-Republikaner John McCain. Das allerdings setzt voraus, dass US-Präsident Donald Trump auch künftig Vergeltung anordnet, etwa wenn gezielt eine Klinik bombardiert wird.“

Das Lager um Trump stand allerdings in scharfer Gegnerschaft zu den Verbrechern der Kriegs- und Finanzlobby um McCain-Clinton-Bush und anderen. Dieser Machtkampf in den USA wurde in den Massenmedien außen vor gelassen, denn es würde zum Verständnis für innen- und außenpolitische Handlungsweisen der Akteure führen.

„So könnte sogar die Blockade der Genfer Friedensgespräche wieder gelöst werden, bei denen sich die Vertreter der syrischen Regierung bisher wenig geneigt zeigten, ernsthaft zu verhandeln.“

Auch das war eine fette Lüge. Die Genfer-Gespräche waren seitens der Aggressoren (USA, England, Frankreich, Deutschland, Israel, Golf-Staaten sowie die von ihnen unterstützten Al-Kaida-Formationen) immer mit für Syrien nicht annehmbaren Vorbedingungen gekoppelt worden. Dazu ereigneten sich in Syrien immer zu dieser Zeit publikumswirksame Massaker, welche der syrischen Regierung in die Schuhe geschoben wurden. Die Aggressoren hatten nie einen Willen für einen Frieden gezeigt, was auch die Friedensgespräche von Astana bewiesen haben – unter Ausschluss der obgenannten Aggressoren.Hier sei auf den ausgezeichneten Artikel von Peter Frey verwiesen:

https://peds-ansichten.de/2017/05/luegen-vom-auswaertigen-amt-martin-schaefer/

 

Die Idee, mit Terrorangriffen gegebenfalls einen Verhandlungsweg zu finden, hatte aber schon etwas für sich. Zumindest beim KURIER.

„Schließlich sitzt Assad aufgrund russischer und iranischer Unterstützung und seit wichtigen militärischen Erfolgen derzeit wieder fest im Sattel. Im besten Fall könnte der Militärschlag der Diplomatie den Weg öffnen.“

Wir können froh darüber sein, dass nicht die Al-Kaida-Söldner und deren ausländische Drahtzieher im syrischen Sattel sitzen. Dann schreckte der KURIER plötzlich bei dem Gedanken zurück, dass es zu einer direkten Eskalation mit Russland kommen könnte.

„Doch es zeichnen sich auch gegenteilige Szenarien ab, schließlich spielt Trump mit dem Feuer. Die Militärintervention verschärft die Konfrontation mit Russland, das in Syrien selbst Truppen im Einsatz hat. Hier kann eine Dynamik entstehen, die nicht mehr zu kontrollieren ist. Ein Zusammenstoß mit Moskaus Kräften eingeschlossen.“

Köstlich. Kriegspropaganda auf allen Ebenen, aber sollte es schief gehen, dann würde Trump schuld sein.

Der KURIER stellte noch diverse Überlegungen eines Szenarios an, ohne auch nur den Hauch einer kritischen Betrachtung zu erkennen geben, faselte etwas von angeblich „moderaten Kräften“, die niemand zeigen konnte, und dass nun „radikale Milizen“ das Kommando übernommen hätten. Der KURIER vermied es auch hier, Al-Kaida und Terroristen beim Namen zu nennen, mit denen man angeblich nichts zu tun haben will. Deswegen endete das Gedankenspiel mit folgendem Satz:

„Bliebe eine breite amerikanische Militärintervention am Boden wie 2003 im Irak.“

Genau, ein toller Angriffskrieg unter verlogenem Vorwand mit einer Million Toten am Ende und einer fetten Beute. War aber nur eine Überlegung, und überlegen kann man ja, wenn selbst für das reale Massenmorden die Täter bis zum heutigen Tage nicht vor Gericht gestellt worden sind. Doch so einfach ist es nicht mehr, weil unter anderem Russland dieses Morden zu verhindern versucht. Das weiß man auch beim KURIER:

„Doch die Folgen wären unkalkulierbar.“

Und so bleibt die Sorge:

„Sollten Trumps Drohungen und dem Luftangriff keine weiteren Schritte folgen, laufen die USA sogar Gefahr, wieder als machtlos entlarvt zu werden.“

Und dann schwante dem Autoren offenbar, dass die Geschichte anders verlaufen könnte:

„Russland dürfte sich nach dem Bombardement noch enger an Assad binden, will sich Moskau in dem Konflikt von Washington nicht düpieren lassen und seinen starken Einfluss bewahren. Am Ende könnte Assad sogar profitieren.“

https://kurier.at/politik/ausland/ein-luftangriff-und-dann-assad-sitzt-in-syrien-fest-im-sattel/256.964.872

 

Mittwoch
22
November 2017

Die Musik-Video-Ecke 49.

 

KOMMUNITY FK mit dem 1985 veröffentlichten Titel „Something inside me has died“:

 

 

 

Montag
20
November 2017

JFK und die hiesigen „Qualitätsmedien“ – Teil 5.

 

Carcano-Rifle

Quelle: Screenshot/YouTube: zuerst eine deutsche MAUSER, dann plötzlich ein ital. CARCANO-Gewehr für 29,95 $. 

 

Die Einzeltäter-Theorie zum Attentat an John F. Kennedy 1963 wurde in den Massenmedien seit damals bereits hunderte Male platziert bzw. in Erinnerung gerufen. Das Thema wurde in Bezug auf die Veröffentlichung und Nicht-Veröffentlichung von CIA- und FBI-Akten, deren Vollständigkeit ohnehin angezweifelt werden muss, nicht weiter hochgekocht.

Nachfolgende Meldungen wie jene am 29. Oktober 2017 mit dem leeren Inhalt, was US-Präsident dazu gemeint haben soll oder getwittert hatte, wurden beispielsweise vom KURIER und dem STANDARD eins zu eins von Nachrichtenagenturen ohne weitere redaktionelle Bearbeitung übernommen und ihrer Leserschaft lieblos vorgeworfen.

„Trump will auch den Rest der Kennedy-Akten freigeben.“

https://kurier.at/politik/ausland/trump-will-auch-den-rest-der-kennedy-akten-freigeben/294.952.034

„Trump will auch restliche Kennedy-Akten freigeben.“

https://derstandard.at/2000066838583/Trump-will-auch-restliche-Kennedy-Akten-freigeben

 

Wie zuvor durfte sich ein Leser darüber „informieren“, dass eine – ungenannte – Kommission zu einem Einzeltäter-Ergebnis gekommen sein soll und dass einige „Verschwörungstheorien“ im Umlauf befindlich sein sollen.

Also nichts neues an der Medien-Front, deren österreichische Blätter schon immer die Einzeltäter-Theorie vertreten bzw. an die Menge in den Straßen verteilt hatte. Unverzichtbar war immer die „Verschwörungstheorie“ gewesen – gemäß dem CIA-Memo, während für sich eine nicht bewiesene Behauptung als eine Wahrheit beansprucht wurde. 

 

Zum Beispiel hier, wo die CIA-Untersuchung unter dem Ku-Klux-Clan-Handlanger Warren als seriöser Ermittlungsbericht verkauft wird:

https://kurier.at/politik/ausland/wer-ist-kennedys-moerder/33.556.570

Zum Beispiel Georg Markus, an Dummheit kaum zu überbieten:

https://kurier.at/chronik/weltchronik/die-grosse-weltverschwoerung/162.708.455

https://kurier.at/politik/ausland/john-f-kennedy-ein-attentat-veraendert-die-welt/32.654.549

Zum Beispiel Hans Rauscher vom STANDARD:

http://derstandard.at/1381374337960/Ein-Niemand

Zum Beispiel das verlogene „Dossier“ in der PRESSE:

http://diepresse.com/layout/diepresse/files/kennedy/dossier/index.html

 

Die selben Blätter und deren Redakteure, welche vehement die Einzeltätertheorie bezüglich der Ermordung Kennedys förmlich herbeischwörten und nach wie vor beschwören, haben sich seit 2001 noch vehementer als Vertreter der Verschwörungstheorie von Osama und den 19 Teppichmessern hervorgetan, aber ihre Kritiker der „Verschwörungstheorie“ beschuldigt.  Mittlerweile lächerlich, aber immer im Sinne von Washington und Langley. 

 

Tom Osman

Laut CIA und westlichen Massenmedien der Kopf einer Verschwörungtheorie: der ehemalige Mitarbeiter Tim Osman (CIA-Deckname). 

 

Manchmal reicht es, einen Blick nur auf einen einzigen Aspekt zu werfen. Oswald trat den Job in dem Schulbuchhaus in Dallas an und soll dann das Glück gehabt haben, dass später der Polizeichef (und CIA-Agent) die Route des Präsidenten-Korsos kurzfristig an genau diesem Gebäude vorbeifahren ließ. Damit Oswald ganz bequem und unauffällig von seinem Arbeitsplatz aus den US-Präsidenten ermorden könnte. Und das noch mit einem Gewehr, aus dem ein Tag später ein anderes Gewehr wurde, mit seinem Namen, aber ohne Fingerabdrücke, die erst danach hinzu kamen, wenn auch an falscher Stelle, was aber keine Rolle spielte, weil es nur 29,95 $ gekostet hatte.

Der geringe Preis und Qualitätsmängel soll dann durch die außerordentliche Fähigkeiten Oswalds als Scharfschütze, obwohl Funker gewesen, ausgeglichen worden sein, hatte dieser es sogar vermocht, die erste ruhige Schussabgabe zu vermasseln und erst das dritte Geschoss hektisch ins bewegliche Ziel zu bringen. 

Gut, das erscheint etwas unglaubwürdig und es sollte zu denken geben, zumal Oswald zur Tatzeit im I: Stockwerk statt im VI. des im Gebäudes gesichtet wurde, doch gab es einige Widersprüche, auch Möglichkeiten. Irgendein FBI-Agent hatte bei Oswald nach seiner Festnahme einen Parrafin-Test unterzogen, wie der Staatsanwalt Garrison herausgefunden hatte, um mit den Nachweis von Schmauchspuren einen Beweis gegen Oswald in der Hand zu haben. Diese Schmauchspuren konnten beim angeblichen Einzeltäter Oswald nicht festgestellt werden, der Test verlief negativ. Oje!

In einem ordentlichen Rechtsstaat fällt ein derartiger Befund nicht einfach unter den Tisch, weil er interessierten Kreisen nicht gelegen kommt. Bei diesem Befund handelt es sich um einen BEWEIS, der vor jedem ordentlichen Gericht FÜR den Angeklagten verwendet werden muss. Dieser Test bewies schon damals, dass Oswald am 22. November 1963 weder auf Kennedy noch auf den Polizisten Tippit, weswegen er ebenfalls beschuldigt worden war, geschossen haben kann. 

Und das ist nur der Anfang.

 

 

Freitag
10
November 2017

Die Musik-Video-Ecke 48.

 

SKELETAL FAMILY mit „This Time“ aus dem Jahre 1983: 

 

 

Donnerstag
09
November 2017

Freies Kino im Stadtkino des Künstlerhauses Wien: Jochen Kuhn.

 

Freies Kino im Stadtkino des Künstlerhauses Wien! Freier Eintritt!

Dienstag, den 7. November 2017, 19.00 Uhr!

 

Screenshot Sonntag 3

Screenshot aus dem Kurzfilm „Sonntag 3″ von Jochen Kuhn. 

 

Das Kurzfilmprogramm des deutschen Malers, Komponisten, Fotografen, Drehbuchautors und Filmemachers Jochen Kuhn wird präsentiert von Hubert Sielecki und Kurt Brazda.

Kurzfilme:

1. Der Weg zur Baustelle

2. Neulich 1

3. Sonntag Null

4. Sonntag 1

5. Sonntag 2

6. Sonntag 3

7. Immer müder

8. Zentralmuseum

Im Anschluss folgt das Publikumsgespräch mit dem anwesenden Jochen Kuhn.

http://www.k-haus.at/de/kuenstlerhaus/aktuell/veranstaltung/634/freies-kino-eintritt-frei.html

 

19.00 Uhr, 7. November 2017, Stadtkino.

Künstlerhaus Wien/Karlsplatz 5/1010 Wien.

Homepage von Jochen Kuhn:

http://www.jochenkuhn.de/

 

Montag
06
November 2017

JFK und die hiesigen „Qualitätsmedien“ – Teil 4.

 

Secret

 

Der zweite Artikel der PRESSE zum Thema Kennedy-Akten stammt von Thomas Selbert. „Kennedy-Mord: Neue Dokumente, aber kaum neue Antworten“ nahm hier etwas voreilig ein Ergebnis vorweg, welches noch nicht vorlag.

„Bisher unter Verschluss gehaltene Akten zum Mord an John F. Kennedy bringen kaum neue Erkenntnisse.“

Was grundsätzlich nicht überraschen sollte, liegt es doch nahe, dass sich die interessanteren Akten, sofern noch nicht vernichtet, nach wie vor unter Verschluss befinden sollten. Daher stellte auch Selbert fest:

„Das Rätselraten geht indessen weiter.“

Das Erkennen von Rätseln kann als Fortschritt in einem PRESSE-Artikel gewertet werden. Manches schien demnach nicht so klar, wie bislang dargestellt. Leider bezogen sich diese Rätsel anscheinend nur auf Fragmente der wenigen „neuen“ Materialien, deren Relevanz außerhalb eines Kontextes unkenntlich bleiben mussten. Das Narrativ der Einzeltätertheorie wurde hierbei nicht angekratzt, was auch Selbert mit seine Benennung Oswalds als angeblichen Kennedy-Mörder klar stellte.

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5310597/KennedyMord_Neue-Dokumente-aber-kaum-neue-Antworten

 

Rätsel werden natürlich für Selbert weiterhin Rätsel bleiben, wenn nicht einmal ein Versuch erfolgt, diese zu lösen bzw. aufzuklären. Zum Beispiel das Rätsel um das Loch in der Windschutzscheibe der Präsidenten-Limousine. Erwähnt wird dies unter anderem im folgenden „neuen“ Dokument (von einem recht zwielichten Potito), was zwar – isoliert vermerkt – nicht als Beweis taugt, doch weitere Nachforschung veranlassen sollte. (Was übrigens andere bereits getan haben).

https://www.archives.gov/files/research/jfk/releases/docid-32144493.pdf

 

Selbert zog es aber vor, weiterhin an der Oberfläche der Einzeltäter-Theorie zu schwimmen.

„Mehr als ein halbes Jahrhundert nach Kennedys Tod am 22. November 1963 sorgt der Mord für neue Fragen und neue Verschwörungstheorien“, meinte Selbert weiter, ohne zu erklären, wo er „neue Verschwörungstheorien“ beobachtet haben will. Und warum.

Einem Gesetz aus dem Jahr 1992 folgend hat Präsident Donald Trump fast 3000 bisher geheimgehaltene Dokumente über den Kennedy-Mord auf der Internetseite des Nationalarchivs (www.archives.gov) veröffentlichen lassen.“

Der Punkt war allerdings, dass dieses Gesetz, welches die Veröffentlichung sämtlicher Materialien bestimmt hatte, nicht eingehalten worden war. Es wurde nur ein Bruchteil vor kurzem veröffentlicht, von denen wiederum die Masse bekannt gewesen und nur neu editiert worden war. Tatsächlich neu sollen nur 52 Dokumente gewesen sein.

https://whowhatwhy.org/2017/10/28/happened-thursday-jfk-records/

http://readersupportednews.org/opinion2/277-75/46528-focus-trump-promised-the-jfk-files-but-the-big-dogs-ate-his-homework

 

Diese 52 bislang unbekannten Datensätze sind hier zu finden:

https://www.maryferrell.org/php/showlist.php?docset=1966

 

Anschließend langweilte Selbert seine Leser mit unwichtigen Meinungen zweier der US-Regierung sehr nahe stehenden Zeitungen und dem angeblichen Tagesgespräch in den USA. Danach zitierte er den US-Präsidenten Trump und dem Gerede von „nationaler Sicherheit“. Und er war auch noch so nett, ein verständnisvolles Motiv für die weitere Zurückhaltung der Akten zu servieren.

„Die Dokumente sollen in den kommenden sechs Monaten neu überprüft werden. Bei den Bedenken geht es darum, dass die betroffenen Akten, von denen einige erst 20 Jahre alt sind, Rückschlüsse auf Geheimdienstmitarbeiter zulassen könnten.“

Als freundlicher Dienstleister der Einzeltäter-Theorie holte Selbert anschließend aus, um einen Autoren mit einer gegenteiligen Ansicht zu diffamieren:

„Verschwörungstheoretiker wie Robert Stone wittern jedoch ein neues Komplott.“

Robert Stone heißt in Wirklichkeit Roger Stone und wird in der „Washington Post“ als „Political Consultant“ bezeichnet. Ein Verschwörungsfreund plus ein Kumpel von Trump, welcher gleichfalls bei jeder Gelegenheit diffamiert wurde und wird, musste natürlich Argwohn erregen, auch wenn es mit dem Kennedy-Fall selbst absolut nichts zu tun hatte.

„Stone ist ein Freund von Trump und vertritt in einem Buch die These, Kennedy sei auf Geheiß seines Vizepräsidenten und Nachfolgers, Lyndon B. Johnson, ermordet worden.“

Richtig, Stone vertritt eine These, die er nicht beweisen kann, aber es war weitaus mehr als das tendenziöse Geschwafel von Selbert. Dieser hätte als „Korrespondent“ vielleicht noch etwas hinzufügen können, zum Beispiel auf ein von Roger Stone behandeltes Indiz, auf welchem unter anderem seine These beruhte. Hierbei ging es um einen Fingerabdruck, welcher 1963 auf einem Karton Schulbuchlager im Bereich des „Snipers Nest“ festgestellt, aber damals nicht zugeordnet werden konnte.

Dies gelang erst 1998 durch den Fingerabdruck-Spezialisten Nathan Darby. Die Person, die den Print hinterlassen hatte, wurde als Malcom Wallace identifiziert, einen verurteilten Mörder mit einem Umfeld aus politischen Strukturen (u. a. in Richtung des Kennedy nachfolgenden Präsidenten und Kriegstreibers Johnson) und dem FBI. Wallace kam Dank mächtiger Strippenzieher im Hintergrund für seinen Mord aus dem Jahre 1951 nie ins Gefängnis.

https://en.wikipedia.org/wiki/Malcolm_Wallace

 

Finger of Wallace

 

 

Wir wollen uns hier nicht näher auf dieses eine Indiz eingehen. Es sind online zahlreiche Materialien und auch Diskurse nur zu diesem einen Aspekt verfügbar, einschließlich der Möglichkeiten, dass dieses Indiz ebenfalls nur gepflanzt worden sein könnte. Wir stellen nur fest, dass Selbert seine PRESSE-Leser mit dererlei Informationen offensichtlich nicht weiter hatte belasten wollen. Fragen, die er nicht stellte, konnten anhand seiner Texte auch nicht von anderen gestellt werden. Da bleibt wie gewohnt nur die Informationsbeschaffung außerhalb der PRESSE.

„Laut der regierungsamtlichen Version der Ereignisse war Oswald, ein 24-jähriger ehemaliger Scharfschütze der Marineinfanterie, ein Einzeltäter ohne Organisation im Rücken. Oswald selbst bestritt in ersten Verhören eine Verwicklung in den Mord, konnte aber weiter nichts zur Aufklärung beitragen, weil er zwei Tage nach dem Mord an Kennedy von dem Nachtklubbesitzer Jack Ruby erschossen wurde.“

Oswald hatte sich nachweislich in einem Spinnennetz aus Militär, CIA und FBI befunden, aber wie Selbert richtig feststellte, handelte es sich bei der gegenteiligen Behauptung um eine „regierungsamtliche Version“. Die Ermordung des vermeintlichen Einzeltäters Oswald durch Jack Ruby trotz Polizeischutz scheint doch eher einer Zwangsläufigkeit geschuldet zu sein.

„In etlichen Theorien taucht auch Ruby als Teilnehmer eines Komplotts auf.“

Wie nahe liegend. Doch mit irgendwelchen unangenehmen Einzelheiten hielt sich Selbert nicht weiter auf. Er versuchte das Thema mit einer Aufzählung gröbster Komplott-Versionen zuzumüllen, um schließlich den Punkt anzubringen, um den sich auch die mediale Konkurrez befleißigt hatte:

„Die Frage nach einer Verwicklung der Sowjets dürfte nun zu den Aspekten gehören, die neu aufs Tapet kommen.“

Möglicherweise sind diese sogar für die US-amerikanischen Vertuschungen und Manipulationen einschließlich der Propaganda im Kennedy-Fall verantwortlich. Nicht auszudenken, wenn CIA, FBI, US-Regierung und deren Massenmedien seit 1963 von Sowjets und Russen infiltriert sind und diese zur Tarnung gegen die Russen arbeiten. Wer weiß, inwieweit diese Lohnschreiber mit ihrer eigenen Propaganda infiltriert worden sind.

 

Samstag
04
November 2017

Die Musik-Video-Ecke 47.

 

DANSE SOCIETY mit „Somewhere“ von 1982:

 

 

 

Freitag
03
November 2017

JFK und die hiesigen „Qualitätsmedien“ – Teil 3.

 

Lee Harvey Oswald

 

Auch das österreichische Medium PRESSE zeigte in ihrem Beitrag zum Thema, „Trump lässt Kennedy-Geheimakten – nur teilweise – veröffentlichen“, dass ein ausgeprägtes Faible für die Begriffe „Verschwörungstheorie“ und „Verschwörungstheoretiker“ bestand. Bereits die Unterzeile kündigte diese Thematik an, die der PRESSE wichtiger schien als der Rest:

„Es ist Stoff für neue Verschwörungstheorien: Der US-Präsident beugt sich in letzter Minute Warnungen der Geheimdienste, die Akten um die Ermordung John F. Kennedys nicht vollständig zu veröffentlichen.“

http://diepresse.com/home/ausland/aussenpolitik/5310014/Trump-laesst-KennedyGeheimakten-nur-teilweise-veroeffentlichen

 

Natürlich hätte auch die PRESSE-Redaktion, die ja gerne etwas mit Journalismus zu tun haben möchte, nach den möglichen Hintergründen einer weiteren Sperrung der Akten wenigstens fragen können. Nur einmal fragen. Bitte!

„Die Papiere rund um das Attentat auf Kennedy, um das sich bis heute Verschwörungstheorien ranken, enthalten unter anderem teils jahrzehntealte handschriftliche Aufzeichnungen über die Ermordung des charismatischen Präsidenten, der am 22. November 1963 in Dallas bei einer Fahrt im offenen Wagen von Schüssen tödlich getroffen wurde.“

Nein, es wurde in der warmen PRESSE-Stube nicht gefragt. Da wurde nur auf „Verschwörungstheorien“ hingewiesen, die wie bei Ränkespiele angeblich „ranken“ würden, wobei es sich natürlich um die „Verschwörungstheorien“ anderer handeln würden und nicht um jene der PRESSE. Warum diese anderen Theorien bzw. Überlegungen überhaupt existierten, wurde nicht genannt.

Nach der nicht relevanten Information bezüglich dem damaligen berüchtigten FBI-Chef Hoover und einer Morddrohung gegenüber Oswald, sah sich auch die PRESSE genötigt, abseits des eigenen Gedankengutes und einer Recherche den Grund für die von ihr vertretene Einzeltäter-Theorie zu erwähnen.

„Eine offizielle Untersuchung war nach Kennedys Tod zu dem Ergebnis gekommen, dass er von dem Einzeltäter Oswald erschossen wurde, der wiederum zwei Tage später von dem Nachtklub-Besitzer Jack Ruby getötet wurde.“

Eine offizielle Untersuchung soll es gewesen sein. Die PRESSE bezog sich wie ihre Komplizen von der Konkurrenz natürlich auf die Warren-Kommission. Das „Offizielle“ sollte hier eine Seriösität vorgaukeln, die es nie gegeben hatte. Die PRESSE selbst war ebenfalls unseriös genug, um nachfolgende Untersuchungen (Staatsanwalt Garrison 1967 war die erste derer gewesen) mit gegenteiligen Befunden zu unterschlagen. Offiziell waren diese übrigens ebenfalls gewesen.

Die PRESSE legte anschließend freundlicherweise ein Selbstzeugnis ab, in welchem sie sich als CIA-Postille deklarierte, welche nach wie vor dem CIA-Memo „Conspiraty Theory“ Folge leistete.

„Die Version wurde vor allen von Verschwörungstheoretikern immer wieder angezweifelt.“

Zu recht wird diese Version der CIA-FBI-PRESSE-Geschichte nach wie vor angezweifelt. Und sie wird auch weiterhin angezweifelt werden, bis die Manipulationen beendet werden und das Gegenteil bewiesen worden ist. Nur nicht bei dem Fachpersonal der PRESSE, die zwar ihre Theorie nicht beweisen kann, ihr höriges Glaubensbekenntnis aber über den selbständigen Verstand anderer zu stellen versucht. So werden die Ungläubigen und Zweifler mit dem mittlerweile reichlich dümmlichen „Verschwörungstheoretiker“ gebrandmarkt. Denn nur die würden zweifeln. Bei dem Rest könnte es sich demnach um Idioten handeln, was nicht als unbedingt falsch erscheinen mag. Dies wurde aber nicht so genannt, denn schließlich möchte die PRESSE weiterhin ihr CIA-Abo kostenpflichtig unters Volk bringen.

Die PRESSE wäre nicht die gewohnte PRESSE, um irgendwie die „Sowjets“ noch einzubauen und diese Ex-Russen wenigstens als „Verschwörungstheoretiker“ hinzustellen“.

„So wie viele Amerikaner waren allerdings auch die Sowjets von einer Verschwörung überzeugt, zeigt eine Notiz Hoovers, die die Reaktion der UdSSR auf das Attentat Kennedys beschreibt: Die Ermordung sei ein Plan antikommunistischer Kräfte gewesen, um die Verhandlungen der USA mit der UdSSR zu stoppen und einen Krieg zu starten.“

Als Quelle wurde der damalige FBI-Chef Hoover genannt, ein egozentrischer, erpresserischer, rassistischer Kommunismus- und Kennedy-Hasser und somit in etwa ähnlich glaubwürdig wie die PRESSE.

Das Blatt hatte zu dem Fall nichts beizutragen und wollte es auch nicht. Da musste ein Griff in die ausgewählte „Experten“-Kiste herhalten, um das Vakuum zu befüllen.

„Diejenigen, die von den Dokumenten „eine Auflösung des Falls, auf die sich jeder einigen kann“ erhofften, würden enttäuscht werden, sagte der Buchautor Gerald Posner der Nachrichtenagentur AFP.“

Hier die Auflösung eines hochkomplexen Falles zu erhoffen, hat eher etwas mit einer sagenhaften Naivität zu tun. Posner redet gerne, das muss nicht von Belang sein, doch gab er hier wahrscheinlich ungewollt seine Gedankenwelt preis. Außerhalb von seiner selbst geht es nämlich nicht um eine bestimmte Masse, auf welche man sich einigen könnte. Anderen Menschen geht es um Aufklärung, um nichts weiter, und auch nicht um eine Vorhersage über Inhalte, die Posner noch nicht einmal gelesen haben kann.

Doch handelt es sich um Gerald Posner als Autor um einen Anhänger der Einzeltäter-Theorie, was ihn für die PRESSE zum „Experten“ qualifiziert hatte, dem vorsichtshalber auch kein zweiter beigestellt worden war. Dass der Mann mit einem Expertentum nichts zu tun hat, bewies er dankenswerterweise auch mit einem Fehltritt in die Psychologie:

„“Niemand lässt von seinem Glauben an eine Verschwörung ab, weil die veröffentlichten Akten sie nicht beweisen“, sagte er.“

Für die PRESSE ist nichts schwachsinnig genug, um ihrem Manipulationsauftrag gegenüber dem debilen Teil ihrer Leserschaft auch nur irgendwie nachzukommen.

 

Mittwoch
01
November 2017

JFK und die hiesigen „Qualitätsmedien“ – Teil 2.

 

Der österreichische STANDARD hatte am 27. Oktober 2017 einen Artikel online abgesetzt, welcher – von der Überschrift und dem ersten Absatz abgesehen – dem ersten Artikel des KURIERS wortwörtlich gleicht. Quelle war in beiden Fällen die Nachrichtenagentur APA.

http://derstandard.at/2000066741233/Trump-laesst-Kennedy-Geheimakten-nur-teilweise-veroeffentlichen

 

Für den zweiten STANDARD-Artikel zeigte sich Frank Herrmann aus Washington verantwortlich, welcher mit dem sog. Zapruder-Film einleitete. Dieses mittlerweile sehr bekante Zeitdokument zeigt die Ermordung des damaligen US-Präsidenten Kennedy.

„Was Abraham Zapruder am 22. November 1963 in Dallas filmte, ist so oft unter allen nur möglichen Blickwinkeln betrachtet worden, dass es eigentlich nichts mehr hinzuzufügen gäbe. Der Besitzer eines Kleiderladens stand auf einem grasbewachsenen Hügel am Rande der Dealey Plaza, eines kleinen Parks im Zentrum der Stadt. Mit seiner Kamera wollte er dokumentieren, wie John F. Kennedy in einer offenen, blank polierten Staatslimousine durch ein Spalier jubelnder Passanten fuhr. Daraus wurde ein Dokument für die Geschichtsbücher. Auf Zapruders Film ist zu sehen, wie Kennedy von Kugeln getroffen wird, abgefeuert von Lee Harvey Oswald, der sich im sechsten Stock des Schulbuchlagers von Dallas verschanzt hatte.“

https://derstandard.at/2000066797726/Akten-zum-Kennedy-Mord-Es-bleiben-viele-Fragezeichen

 

Diese Aussage ist insofern problematisch, weil eben nicht zu sehen ist, wer die Schüsse auf Kennedy abgegeben hatte. Herrmann verknüpfte hier das Bildmaterial mit der propagierten Einzeltäter-These.

 

 

Mittlerweile ist diese ursprünglich 8mm-Filmsequenz digital aufbereitet und in ihren Einzelheiten weitaus deutlicher erkennbar. Dazu gehört auch die Beobachtung bzw. die Wahrnehmung, dass der tödliche Kopfschuss auf Kennedy anscheinend von vorne abgegeben worden war, relativ horizontal und entgegengesetzt dem 6. Stock des Schulbuchlagers. Dieser Eindruck verstärkte sich bei Aussagen wie jener des Motorradpolizisten Bobby Hargis, welcher seitlich hinter der Präsidenten-Limousine gefahren war: „… I was splattered with blood and brain…“

http://www.aarclibrary.org/publib/jfk/wc/wcvols/wh6/pdf/WH6_Hargis.pdf

 

JFK-Schulhaus 2

Screenshot: Blick aus dem besagten Depot für Schulbücher. 

 

Ob diese Wahrnehmungen tatsächlich der Realität entsprechen, soll hier dahin gestellt bleiben. Bobby Hargis fand jedenfalls keinen Eingang in den Warren-Report. Es gab eine Reihe von Untersuchungen und Tests bezüglich Schussrichtungen, Aufprallwinkel, Bewegung der getroffenen Masse bis hin zu Schießübungen mit dem billigen Mannlicher-Carcano-Gewehr, die mehrere auch konträre Möglichkeiten wahrscheinlich machen sollten.

Frank Herrmann berief sich wie (fast) alle anderen Redakteure aus europäischen Medienhäusern auf das Ergebnis der Warren-Kommission, ohne auf deren CIA-Regie unter dem Kennedy-Gegner Allen Dulles, ohne auf die zahlreichen „Fehler“ und Unterschlagungen sowie auf den von vorneherein gewünschten Endbefund mit einem Wort hinzuweisen. Herrmann erzählte die Warren-Geschichte nach, stellte Oswald als vermeintlichen Täter in den Mittelpunkt, um dann auf den Zapruder-Film zurückzukommen.

„Nur hatten Augenzeugen damals den Eindruck, als sei zumindest die letzte, die tödliche Kugel nicht von hinten gekommen, sondern schräg von vorn – also von einem zweiten Schützen.“

Von Augenzeugen kann allerdings keine Rede sein, da der tödliche Schuss in den Kopf nie synchron mit einer Geschoss-Richtung beobachtet worden war. Diese Wahrnehmung entstand erst im Nachhinein, allerdings nicht bei irgendwelchen Leuten vor Bildschirmen, sondern bereits am 22. November 1963 bei dem medizinischen Personal der ersten Autopsie in Dallas, sprich: bei Spezialisten.

Das allein macht deutlich, dass Herrmann dummes Zeug redete. Statt konkret zu werden, unterschlug er sämtliche gegensätzliche Aspekte zu seiner dargebotenen Einzeltäter-Theorie und führte lieber die Meinung eines Autoren an, um angeblich nicht vorhandene Akzeptanzen in den Raum zu stellen. Er lenkte ab.

„Es liegt nicht zuletzt an diesen Schilderungen, dass die Verschwörungstheorien bis heute blühen. Zumal es, so sagt es der Kennedy-Biograf Robert Dallek, schwer zu akzeptieren ist, dass ein so unbedeutender Mensch einen derart mächtigen Mann töten konnte, ohne Komplizen zu haben – Komplizen beim Militär, bei der CIA, der Mafia.“

Persönlich mag Frank Herrmann an seinem Thema nicht interessiert zu sein. Er muß es auch nicht, er schreibt ja nur – für jene, die ihn dafür bezahlen.

„Handelte Oswald wirklich allein?“ fragte Herrmann in die Runde der STANDARD-Konsumenten. Das war nur Rhetorik, denn er selbst gab sich nicht die geringste Mühe, auch nur einen Aspekt unter die Lupe zu nehmen, um sich einer möglichen Antwort anzunähern.

So hätte er den damaligen Bürgermeister von Dallas, Earle Cabell, in den Diskurs einbringen können. Seit dem vergangenen Sommer ist nach Veröffentlichung einiger Akten bekannt, dass dieser Bürgermeister auf der Soldliste der CIA gestanden hatte und überhaupt stark (u. a. familiär) mit den geheimdienstlichen Strukturen verquickt gewesen war. Das wäre nicht weiter von Belang gewesen, doch war es Cabell gewesen, auf dessen Veranlassung die Route des Präsidenten-Konvois kurzfristig geändert wurde:  über die ungesicherte Dealey Plaza. 

Oswald hatte seine neue Arbeit im dort befindlichen Schulbuchlager am 15. Oktober 1963 begonnen, was keine Bedeutung gehabt hätte, wäre nicht knapp einen Monat später Kennedy genau in seine Richtung von Cabell geleitet worden. Da sollen spontane Menschen am Werken gewesen. Der eine mit der spontanen Idee, den US-Präsidenten aus dem Hinterhalt zu ermorden, und der andere, spontan den Präsidenten-Konvoi in den ungesicherten Bereich zum ersten Spontanen umzuleiten. Passt!

https://whowhatwhy.org/2017/08/02/dallas-mayor-jfk-assassination-cia-asset/

https://www.heise.de/tp/news/Erste-der-letzten-Kennedy-Akten-freigegeben-3792960.html

 

Für Herrmann war es aber wichtiger, Glauben und Zweifel von US-Amerikanern zu erwähnen.

„Laut einer Gallup-Umfrage haben 61 Prozent der Amerikaner ihre Zweifel – weshalb es umso dringlicher geboten schien, auch das Letzte unter dem Teppich hervorzukehren.“

Allerdings nicht mit Herrmann, bei dem alles schön unter dem Teppich zu bleiben hatte. So wiederholten er letztlich nur noch „Meldungen“, die von US-Nachrichtenagenturen in den Umlauf gebracht worden waren: Notizen, Meinungen, Protokollreste – alles ohne einen Beleg, doch immerhin mit ganz viel CIA und FBI drumherum. Und mittendrin, in dichtester Umgebung, ein kleiner einsamer Wolf mit dem Namen Lee Harvey Oswald.

 

Montag
30
Oktober 2017